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                  <text>11. April 1984

DIE SOWJETISCHE MILITÄRMACHT 1984
Dritte Dokumentation des US-Verteidigungsministeriums

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�WASHINGTON - (AD) - Das amerikanische Verteidigungsministerium hat am
10, April 1984 eine neue, 136seitige Dokumentation über die sowjetische Militärmacht veröffentlicht, aus der hervorgeht, daß die UdSSR weiterhin ihre
Offensivrüstung verstärkt und ihre Fähigkeit ausgebaut hat, ihre Streitkräfte
weltweit einzusetzen.

Diese Entwicklung sei deswegen möglich, weil die mili-

tärische Produktion in der Sowjetunion immer oberste Priorität habe.

Die

erste Ausgabe der Broschüre mit dem englischen Titel "Soviet Military Power"
war im September 1981, die zweite im März 1983 erschienen.
Die reich bebilderte Broschüre ist in sieben Kapitel gegliedert:
I Aufbau der sowjetischen Streitkräfte, II Streitkräfte für globale Kriegführung, III Gefechtsfeldstreitkräfte, IV Durchhaltevermögen, Einsatzbereitschaft und Mobilität, V Der militärisch-industrielle Komplex der Sowjetunion, VI Forschung und Entwicklung, VII Die globale Herausforderung.
Nach der amerikanischen Dokumentation bestehen die sowjetischen Landstreitkräfte heute aus 194 Divisionen - 136 motorisierte Infanteriedivisionen,
50 Panzerdivisionen, 7 Luftlandedivisionen und 1 Küstenverteidigungsdivision -;
die Marine verfügt über 3 Flugzeugträger, 283 große Kriegsschiffe, 367 sonstige Kriegsschiffe, 765 Kampfboote, 780 Tender, 371 Unterseeboote und 1545 Marineflugzeuge; die Luftwaffe besitzt 745 Bomber und 6280 taktische Flugzeuge;
die Luftverteidigung hat 1200 Abfangjäger, 9600 Abschußeinrichtungen für Luftabwehrraketen (SAM) und 32 einsatzbereite Abschußeinrichtungen für RaketenAbwehrraketen (ABM); die Nuklearstreitkräfte verfügen über 1398 Interkontinentalraketen, 602 nukleare Mittelstreckenraketen und 951 unterseebootgestützte
Raketen.
Der amerikanische Verteidigungsminister Caspar W. Weinberger, der die
Broschüre am 10. April der Presse vorstellte, erklärte, der einzige Grund,

�einzige Grund, warum die Sowjets eine solche gewaltige Militärmacht aufbauten, könne nur ihr Streben nach der "Weltherrschaft" sein.
In einem Vorwort hat Weinberger die wesentlichen Punkte der Dokumentation
zusammengefaßt, und wir geben nachfolgend

dieses Vorwort im Wortlaut wieder:

Vorwort
"Als ich mein Amt antrat, habe ich dem amerikanischen Volk zwei Versprechen bezüglich Frieden und Sicherheit gegeben:

Ich versprach, unsere

vernachlässigte Verteidigung wiederherzustellen, um den Frieden zu erhalten
und zu stärken; und ich versprach, verläßliche Abkommen anzustreben, um die
Kernwaffen zu verringern.

Diese beiden Versprechen werden eingehalten."

- Präsident Reagan im März 1983 Seit nahezu 40 Jahren halten die Vereinigten Staaten unerschütterlich
an dem Konzept von Abschreckung und Rüstungsverminderung fest.

Heute, Mitte

der achtziger Jahre, folgen wir einer doppelten Zielsetzung: die strategische
Stabilität zu festigen, auf der teilweise die Sicherheit der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten beruht, und bei den Kernwaffen echte und verifizierbare Verringerungen auf gleiche Höchststärken zu erreichen, so daß die Gefahr eines Krieges, den keine Seite gewinnen könnte, vermindert wird.

Bei

der Verfolgung dieser Ziele müssen wir uns fortwährend ein klares Bild von
der Bedrohung verschaffen, die sich aus dem Anwachsen der Schlagkraft wie des
Umfangs der sowjetischen Streitkräfte ergibt.

Dabei stellen wir folgendes

fest:
- Die UdSSR hat ihre militärische Offensivkraft wie auch ihre Fähigkeit
zu weitweiten militärischen Operationen deutlich gesteigert.
- Die sowjetische Aufrüstung wird ermöglicht durch eine Politik, die der
Rüstungsproduktion stets höchste wirtschaftliche Priorität eingeräumt hat.

�eingeräumt hat.

Die sowjetische Militärmacht stutzt sich auf ein ausge-

dehntes und komplexes industrielles, logistisches Mobilmachungssystem, dessen Aufgabe es ist, alle Ressourcen des sowjetischen Staates so zusammenzufassen, daß sie zur Führung eines Kriges genutzt werden können.

Salt Jahr-

zehnten stellt die sowjetische Industrie ein breites Spektrum von Waffen und
anderem militärischem Gerät her, und zwar in beunruhigenden Stückzahlen.

Um

Produktionskapazitäten in dieser Größenordnung aufzubauen, bedurfte es eines
extrem hohen Aufwandes an Geldmitteln, Rohstoffen und menschlicher Arbeitskraft»

Außerdem hat für die sowjetische Führung die Nutzbarmachung wisseri-

scnaftlicher und technologischer Erkenntnisse für militärische Zwecke höchste
Priorität.

Da die Sowjetunion es darüber hinaus verstanden hat, hierbei

selbst westliche Technologien einzubeziehen, ist der qualitative Vorsprung,
der dem Westen früher einen gewissen Ausgleich für die zahlenmäßige Überlegenheit der Sowjets an Menschen und Material verschafft hat, mittlerweile gewaltig zusammengeschrumpft»
Die Sowjetunion hat ein landesweites Mobilmachungssystem eingerichtet,
das jeden Lebensbereich durchdringt, Es umfaßt u.a. ein Logistiksystem, das
so ausgelegt ist, daß es alles, was in der UdSSR an Verbrauchsgütern und
kriegswichtigem Reservematerial verfügbar ist, ebenso erfaßt wie Transport-,
Reparatur- und Baukapazitäten. Es umfaßt ferner ein Menschenreservoir, das
dazu dient, die aktiven Streitkräfte zu verstärken und Verluste auszugleichen.
In Gebieten in der Sowjetunion wie auch jenseits ihrer Grenzen, die als
Schauplatz militärischer Operationen vorgesehen sind, haben die Sowjets umfangreiche logistische Vorbereitungen getroffen. In Osteuropa und im westlichen und fernöstlichen Teil der UdSSR hat die Anlage von Vorräten an grundlegend wichtigen Dingen wie Munition und Treibstoff für die Streitkräfte Vorrang. Die sowjetischen Nachschubdepots in Osteuropa enthalten nicht nur Treibstoff und Munition, sondern auch große Mengen von militärischem Gerät zur
Überwindung von Flußläufen sowie zur Anlage von taktischen Treibstoffversorgungsleitungen - Dinge, die zur Verteidigung eigentlich nicht benötigt
werden.
"Die sowjetische

�"Die sowjetische Militärmacht 1984" enthält eine detaillierte Beschreibung der Struktur der sowjetischen Streitkräfte und der beherrschenden Rolle,
die sie gemäß dem Willen der Sowjetführung in der sowjetischen Gesellschaft
spielt.

Ferner wird erläutert, wie sich daraus die wachsende Bedrohung er-

gibt, die die Streitkräfte der UdSSR heute darstellen.
Aufbauend auf den Fakten, die in der ersten und zweiten Ausgabe dargelegt wurden, untersucht "Die sowjetische Militärmacht 1984" SchTüsselaspekte
der fortschreitenden Aufrüstung der sowjetischen Streitkräfte:
- Die Aufstellung von SS-18 und SS-19, Interkontinentalraketen der vierten Generation, ist annähernd abgeschlossen, während die UdSSR bereits
Systeme der fünften Generation, die Interkontinentalraketen SS-X-24 und
SS-X-25, erprobt.

Es gibt keine sicherheitspolitischen Erfordernisse,

die die Entwicklung einer so großen Anzahl strategischer Offensivwaffen
notwendig machen würden.
, - Das 25 000 Tonnen verdrängende strategische Raketen-Unterseeboot der
Typhoon-Klasse, das 1983 Probeschießen mit seinen SS-N-20-Raketen durchführte, ist jetzt voll einsatzbereit. Eine andere unterseebootgestützte
Rakete, die SS-NX-23, wird gegenwärtig erprobt.
- Drei sowjetische Langstreckenmarschflugkörper, die nukleare Gefechtsköpfe befördern können und zum Einsatz gegen Landziele bestimmt sind
- die seegestützte SS-NX-24, die luftgestützte AS-X-15 und die landgestützte SSC-X-4 - stehen kurz vor der Einführung, und die Sowjets treiben die Entwicklung eines noch moderneren strategischen Marschflugkörpers
energisch voran.
- Die Sowjets haben heute drei bemannte strategische Bomber in der Entwicklung oder in der Produktion. Zusätzlich zur laufenden Fertigung
des neuen strategischen Langstreckenbombers Blackjack hat die UdSSR auch
die Fertigung des Bear-Bombers wiederaufgenommen und produziert jetzt

- 4 -

�produziert jetzt eine neue Variante, die Bear H, von der man annimmt,
daß sie zunächst als Trägersystem für den AS-X-15-Marschflugkörper fungieren soll.
- Die Sowjets haben fortgesetzt weitere mobile SS-20-Startgeräte aufgestellt, von denen jedes mit einer drei Gefechtsköpfe tragenden Rakete
und einer weiteren zum Nachladen ausgerüstet ist.

In der Ausgabe 1981

der Broschüre "Die sowjetische Militärmacht" war noch von 250 Startgeräten die Rede gewesen.

1983 war die Gesamtzahl auf 330 Startgeräten

gestiegen, und heute beläuft sie sich auf 378 Startgeräte.

Der Bau von

neuen SS-20-Stellungen in der westlichen Sowjetunion ist wieder aufgenommen worden, obwohl bereits heute 243

SS-20-Raketen mit 729 Gefechts-

köpfen und noch einmal die gleiche Zahl als Nachladebestand gegen die
NATO in Stellung gebracht worden sind.
- Der neue zweistrahlige Abfangjäger vom Typ MIG-29/Fulcrum wird gegenwärtig bei der sowjetischen Luftwaffe eingeführt, wodurch ihre Offensivfähigkeit erheblich gesteigert wird. Außerdem steht die SU-27/Flanker
kurz vor der Einführung.
- Die Entwicklung einer sowjetischen Raumfähre wird weiterhin zügig vorangetrieben.Dieses Programm wird die bemannten und unbemannten Weltraumsysteme der UdSSR noch effektiver und noch flexibler im Einsatz machen.
- Die UdSSR investiert auch weiterhin erhebliche Mittel in die strategische
und taktische Verteidigung, wobei sie ihre Land-, Luft-, See- und Raketen-Verteidigungsstreitkräfte umfassend verbessert.
Der vorliegende Bericht dokumentiert die fortdauernde sowjetische Aufrüstung.

Um ein weiteres Beispiel anzuführen:

1983 brachte den Stapellauf

zweier neuer Typenklassen von nuklear angetriebenen Jagd-Unterseebooten, wodurch sich die Zahl der Typenklassen, die gegenwärtig in der Fertigung sind,
auf acht erhöhte und die jetzt nahezu 400 Einheiten umfassende und zunehmend

�und zunehmend schlagkräftigere sowjetische Unterseebootflotte weiter verstärkt wurde.
"Die sowjetische Militärmacht 1984" enthält auch Vergleiche zwischen
NATO und Warschauer Pakt sowie Daten über die Streitkräfte der Vereinigten
Staaten und ihrer Verbündeten, um die Trends in der Entwicklung der sowjetischen
Streitkräfte in einen größeren Zusammenhang zu stellen.

Es erscheint nützlich,

sich ins Gedächtnis zu rufen, daß die Vereinigten Staaten, eine Demokratie,
die Öffentlichkeit regelmäßig und umfassend über die Entwicklung der amerikanischen Streitkräfte informiert.

Zu diesem Zweck werden beispielsweise mein

"Jahresbericht" und "Die Streitkräfteplanung" der Vereinigten Stabschefs herausgegeben.

Die UdSSR hingegen veröffentlicht keine derartigen Informationen

über die sowjetischen Streitkräfte.
Aber wie sie ihre Streitkräfte einsetzt, können wir durchaus sehen.
Der Abschuß eines zivilen koreanischen Verkehrsflugzeugs, bei dem 269 unschuldige Menschen ums Leben kamen, erinnert uns daran, daß die UdSSR zum
Einsatz militärischer Gewalt bereit ist, und die mit sowjetischen Waffen gefüllten Lager , die wir auf Grenada entdeckten, erinnern uns daran, daß die
UdSSR gewillt ist, ihren militärischen Einfluß auszudehnen.
von diesen "Gedächtnisstützen".

Es gibt noch mehr

Seit der Invasion in Afghanistan vor vier

Jahren hat die UdSSR dort Stützpunkte errichtet, von denen aus Schläge gegen
die ülfelder am Persischen Golf geführt werden könnten.

Die Sowjets fahren

damit fort, Syrien, Libyen, Kuba und Nicaragua mit einem immer umfangreicheren
Waffenarsenal auszustatten.

Seit 1980 ist die Gesamtstärke des sowjetischen

Personals in Syrien von 2000 auf 7000 Mann angewachsen.

Das Auftauchen von

gutausgerüsteten Flugabwehreinheiten setzt einen weiteren Akzent auf die
sowjetische Präsenz dort.

Die Anwesenheit von kubanischen Stellvertretern

der UdSSR in Angola und Äthiopien wie auch die sowjetische Unterstützung
für die vietnamesischen Streitkräfte in Kampuchea werfen weitere Schlaglichter auf das wachsende weltweite militärische Engagement der Sowjetunion.
Die Grundlage

- 6 -

�Die Grundlage und Begründung für unser Rüstungsprogramm ergibt sich aus
unserem vollen und klaren Bewußtsein der Bedrohung, der wir uns gegenübersehen.

Mit diesem Programm wollen wir auf den beiden parallelen Wegen zum

Frieden weiter voranschreiten.
macht.

Die Sowjets haben uns das nicht leicht ge-

Abschreckung, die so wesentlich ist für unser überleben, wird eine

schwierige Strategie bleiben.

Paradoxerweise erscheint die Abschreckung um

so weniger notwendig, je langer sie mit Erfolg praktiziert wird.

Bei den

Rüstungskontroll Verhandlungen wird die UdSSR immer wieder unsere Entschlossenheit auf die Probe stellen, ehe sie sich zu einer konstruktiven Reaktion entschließt.
Die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten haben bei der Wiederherstellung des militärischen Gleichgewichts Fortschritte gemacht. Wir können
unser doppeltes Ziel erreichen. Um aber Erfolg zu haben, müssen wir nicht
nur unsere Einigkeit in der Zielsetzung, sondern auch unsere Entschlossenheit
bewahren, die Aufgabe, die wir begonnen haben, zu Ende zu bringen - d.h.,
die Stärke zurückgewinnen, der wir zur Bewahrung von Frieden in Freiheit
brauchen.

gez.
Caspar W. Weinberger

Kapitel I
Kapitel I, Aufbau der sowjetischen Streitkräfte, gibt eine interessante
Darstellung der Befehlsstruktur und Zusammensetzung der Streitkräfte der UdSSR,
die unter dem Oberbefehl von Generalsekretär K. U. Tschernenko stehen. Bedeutende Rollen neben ihm nehmen ein der Verteidigungsminister, Marschall
D. F. Ustinow, und - fast auf gleicher Ebene der Leiter des Politischen Hauptdirektorats, A. A. Jepischew.

Darunter stehen drei Erste Stellvertretende
- 7 -

I

il

�Erste Stellvertretende Verteidigungsminister - Marschall N. V. Ogarkow
(General Stabschef), Marschall V. G. Kulikow (Oberbefehlshaber der Streitkräfte des Warschauer Paktes), und Marschall S. L. Sokolow.

Diesen nachgeordnet

sind weitere fünf Stellvertretende Verteidigungsminister, nämlich die Oberbefehlshaber der sowjetischen Teilstreitkräfte:

General V. I. Petrow (Heer),

General V. F. Tolubko (Strategische Raketenstreitkräfte), General A. I.
Koldunow (Luftverteidigungsstreitkräfte), General P. S. Kutachow (Luftwaffe)
und Admiral S. G. Gorschkow (Marine).
Die militärische Macht ist das Hauptinstrument der sowjetischen Expansionspolitik, wie sich bereits gegen Ende des Ersten Weltkrieges zeigte.

Im

Zweiten Weltkrieg kamen die Teilung Polens und der Angriff auf Finnland, das
beträchtliche Gebiete abtreten mußte, sowie die Annektion von Lettland,
Litauen und Estland und der rumänischen Provinz Bessarabien; 1945/46 versuchten die Sowjets in dem von ihnen besetzten Nordiran ein kommunistisches Regime einzurichten; die kommunistischen Machtübernahmen in Osteuropa unter
dem "Schutz" der Roten Armee sind bekannt; ebenso wie die Unterdrückung der
Volkserhebung in Ostdeutschland 1953 und in Ungarn 1956 sowie der Einmarsch
in der Tschechoslowakei 1968. Die durch nichts provozierte Invasion Afghanistans 1979 stellte einen Höhepunkt dar - die militärische Einschüchterung
Polens, die zur Unterdrückung der freien Gewerkschaftsbewegung Solidarität
führte, folgte 1980/81,und schließlich versuchte Moskau, Westeuropa mit den
neuen SS-20-Nuklearraketen unter Druck zu setzen.
Die militärische Doktrin und Strategie der Sowjetunion lassen keinen
Zweifel an den weltweiten Zielen:
"Ein Krieg zwischen der UdSSR plus Warschauer Pakt und den USA plus
NATO wäre ein entscheidender Konflikt zwischen 'Sozialismus' und 'Imperialismus', um festzustellen, welches System überlebt.
Der Krieg

wäre ein 'gerechter' Krieg für die UdSSR, aber ein 'unge-

rechter' für den Westen.
Wenn es

�Wenn es zu einem Krieg kommen sollte, dann ist das Ziel der UdSSR und
ihrer Verbündeten, die militärischen Kräfte des Gegners global zu besiegen
und feindliches Territorium in Eurasien zu besetzen..."
Die Sowjets gehen davon aus, daß ein Konflikt mit dem Westen sich leicht
zu einem Atomkrieg ausweiten könnte und die Nuklearstrategie den Verlauf eines
solchen Konfliktes entscheiden werde. Allerdings halten sie an einer konveni

tionellen Fortführung und Besetzung fest.
i

Welche Rolle das Militär in der sowjetischen Gesellschaft spielt,wird
daraus deutlich, daß neben den regulären Streitkräften rund 200 000 bis 250 000
Mann an Grenztruppen eingesetzt sind, die dem Staatssicherheitsdienst KGB
unterstellt sind, ebenso wie 30 000 bis 50 000 Mann für besondere Fernmeldeaufgaben, Schließlich unterstehen dem Innenministerium (MVD) weitere 30 Divisionen, die zur Unterstützung der Polizei herangezogen werden und auch die
Wachtürme der Konzentrationslager (GULAG) besetzen.
"Die Rolle, die die Kommunistische Partei der Sowjetunion (KPdSU) spielt,
ist zentral für alle militärischen Tätigkeiten und für die anhaltende Vergrößerung und Modernisierung der sowjetischen Militärmacht", heißt es einleitend in Kapitel I der Broschüre. "Die KPdSU kontrolliert die militärischen
Konzepte, die Ressourcen und die hohen Offiziere. Die oberste Führung der
Partei erstellt die militärische Doktrin und billigt die sowjetische Militärstrategie."

t

Kapitel II

'

In Kapitel II, Streitkräfte für globale Kriegführung oder strategische
Streitkräfte, wird die teilweise spektakuläre Entwicklung der sowjetischen
Rüstung auf praktisch allen Gebieten aufgezeigt.
Wichtigster Punkt
- 9-

�Wichtigster Punkt sind die Interkontinentalraketen (ICBM): Hier verfügen
die Sowjets über 1398 verbunkerte Abschußeinrichtungen, von denen 818 seit
1972 neu gebaut und gehärtet worden sind; sie sind mit den modernsten ICBM der
Welt bestückt - SS-17 Modell 3 (150 Silos),

SS-18 Modell 4 (308 Silos) und

SS-19 Modell 3 (360 Silos), deren Dislozierung erst vor fünf Jahren begonnen
hat.
Während die Zahl der amerikanischen ICBM seit 1968 mit rund 1000 konstant
geblieben ist, hat die Zahl der sowjetischen ICBM in diesem Zeitraum von unter
1000 auf fast 1400 zugenommen, bei den Gefechtsköpfen beträgt der Unterschied
sogar rund 2000 amerikanische und weit über 6000 sowjetische.
Bei den unterseebootgestützten Raketen verfügen die Sowjets über die
größte Streitmacht der Welt, die weiter ausgebaut wird:Im März 1984 standen
64 Unterseeboote mit etwa 936 nuklear bestückten Raketen im aktiven Dienst.
Ältere Boote sind dabei nicht eingerechnet.

Besonders besorgniserregend ist

der Bau eines ganz neuen Bootes mit der NATO-Bezeichnung TYPHOON, das mit
einer Wasserverdrängung von 25 000 Tonnen das größte U-Boot der Welt und mit
20 Raketen vom Typ SS-20-N bestückt ist. Zwei Boote dieser Klasse sind bereits fertiggestellt, drei bis vier weitere dürften im Bau sein.
Von größter Bedeutung sind auch die strategischen Bomber der UdSSR,
wobei die modernen Typen Blackjack und Backfire eine besondere Rolle spielen,
da sie fast alle - und in der Luft aufgetankt - praktisch alle Punkte der Erde
erreichen können.

Die Zahl der Bomber wird mit 170 Bear und Bison sowie mit

235 Backfire angegeben.

Der Blackjack befindet sich noch in der Flugerprobung

und dürfte 1987 einsatzbereit sein.
Die Sowjets entwickeln auch fünf neue Marschflugkörper mit großer Reichweite, drei davon werden als Varianten kleinerer, niedrig unter der Schallgeschwindigkeit fliegender Typen gebaut und haben eine Reichweite von rund
3000 km; bei den beiden anderen handelt es sich um Großflugkörper mit großer
Reichweite, für die es kein entsprechendes System auf amerikanischer Seite gibt.

- 10 -

�Seite gibt.

Die drei kleineren Typen sind die unterseebootgestützte SS-NX-21,

die luftgestützte AS-X-15 und die landgestützte SSC-X-4.

Die beiden großen

Marschflugkörper dürften in ihrer land- und seegestützten Variante in zwei
Jahren einsatzbereit sein.
Große Besorgnis herrscht im Westen über die Entwicklung modernster
Radar-Systeme - wie etwa der Weitwinkleradaranlage in Pechora und eine weitere in Zentral ruß!and - die, unter Verletzung des ABM-Vertrages, auch für
Raketen-Abwehrraketensysteme (ABM-Systeme) benutzt werden könnten.
Die Sowjets besitzen seit 1971 die Fähigkeit, Satelliten in einer erdnahen Umlaufbahn anzugreifen, und haben dafür die Galosh-Abfangrakete entwickelt, die Ziele in einer Umlaufbahn in einer Entfernung von über 5000 km
erreichen kann. Man rechnet mit der Entwicklung von Orbital-Abfangflugkörpern sowie vor allem mit der Entwicklung von Laser-Waffen gegen Satelliten.
Die Prototypen solcher Waffen dürften Ende der achtziger Jahre in der Erprobung und Anfang bis Mitte der neunziger Jahre im Ersteinsatz sein.
Das sowjetische Weltraumprogramm ist eindeutig militärisch ausgerichtet und wird ständig in dieser Richtung ausgeweitet.

Bereits vor 20 Jahren

stand in einer vertraulichen sowjetischen Publikation "Militärisches Denken"
zu lesen: "Die Beherrschung des Weltraums ist eine Voraussetzung für die Erringung des Sieges im Krieg."

Die Sowjets entwickeln eine ganze Familie

neuer Weltraumraketen und eine Raumfähre; ferner haben sie Pläne für eine
ständig bemannte Raumstation in den neunziger Jahren angekündigt.

Kapitel III
Seit zwei Jahrzehnten werden, wie aus dem Kapitel III der Broschüre
- Gefechtsfeldstreitkräfte - hervorgeht, die sowjetischen Stritkräfte

für

den Einsatz auf den drei Hauptschauplätzen - Westen .Süden und Fernost immer besser ausgerüstet und ausgebildet.

- 11 -

Die Heeresdivisionen sind ver-

�sind vergrößert und mit modernen Panzern, Geschützen und Hubschraubern ausgerüstet worden.

Eine entscheidende Entwicklung in diesem Zusammenhang war und

ist die Dislozierung der SS-20-Rakete mit drei Nukleargefechtsköpfen.

Von gro-

ßer Bedeutung ist auch die Einführung der neuen leichten Allwetterkampfflugzeuge vom Typ MIG-29 Fulcrum und SU-27 Flanker, die mit modernsten Waffensystemen ausgerüstet sind.
Die gewaltige zahlenmäßige Überlegenheit der sowjetischen Panzerkräfte
gegenüber der NATO ist bekannt: 42 600 zu 13 500. Die Auslieferung des
jüngsten sowjetischen Typs, des T-80, (42 t Gewicht, 125-mm-Kanone und 60 km
Geschwindigkeit) geht zügig voran. Die Einführung neuer Geschütze - einige
davon nuklearfähig - und Raketenwerfer macht ebenfalls Fortschritte. Die sowjetischen Kampfhubschrauber - darunter die Typen Mi-24/Hind E, Mi-8/Hip E - sind
die am schwersten bewaffneten der Welt und wurden im Einsatz in Afghanistan
erprobt.

Eine weniger bekannte, aber umso wichtigere Rolle spielen die sogenannten
Sondereinsatzstreitkräfte - mit der sowjetischen Bezeichnung Spetsnaz. Diese
Sondertruppen für verdeckte Operationen im Ausland - wie die Ermordung des
afghanischen Ministerpräsidenten Amin im Dezember 1979 - und für Infiltration,
Sabotage, Aufklärung usw. unterstehen dem Hauptdirektorat für Aufklärung (GRU)
des sowjetischen Generalstabs; die Einsätze leitet der sowjetische Geheimdienst
KGB.
"Die Sowjetunion", so heißt es in der Broschüre weiter, "verfügt über
die größten, am besten ausgerüsteten und am besten ausgebildeten Streitkräfte
der Welt für eine chemische Kriegführung... Die Sowjetunion erprobt, produziert und lagert weiterhin chemische Waffen." Offensichtlich versprechen sich
die Sowjets einen Vorteil vom Einsatz solcher Waffen. Es gibt starke Beweise
für den Einsatz chemischer und toxischer Waffen in Afghanistan, Laos und
Kampuchea. Auch auf dem Gebiet biologischer Waffen ist die Sowjetunion sehr
aktiv.
Das Kapitel

�Das Kapitel III gibt anschließend einige interessante Vergleichszahlen
zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt:
Heeresdivisionen:
Panzer:

NATO 86, Warschauer Pakt 176

NATO 13 500, Warschauer Pakt 42 600

Lenkbare Panzerabwehrwaffen:
Geschütze:

NATO 12 300, Warschauer Pakt 32 200

NATO 11 000, Warschauer Pakt 35 000

Gepanzerte Mannschaftsfahrzeuge:
Angriffshubschrauber:

NATO 33 000, Warschauer Pakt 75 000

NATO 560, Warschauer Pakt 960.

Kapitel IV
Besonderen Wert legen die sowjetischen Streitkräfte auf Durchhaltevermögen, Einsatzbereitschaft und Mobilität, was in Kapitel IV der Broschüre beschrieben wird.

"Grundlage der sowjetischen Militärmacht", so heißt es, "ist

ein komplexes Mobilisierungs- und Logistiksystem, das dazu dient, die Ressourcen der ganzen Nation auf die Kriegführung zu konzentrieren.

Die sowjetischen

Militärplaner unterstreichen, daß die Streitkräfte bereit sein müssen, an jeder Art von Konflikt teilzunehmen, von kurzen lokalen Kriegen bis zu globalen
Auseinandersetzungen längerer Dauer."

Die Sowjets haben für

diese Zwecke ihr

Nachschubsystem ausgebaut.
Das nationale Mobilisierungssystem der UdSSR umfaßt das Militär, die Regierung, die Wirtschaft und die allgemeine Bevölkerung.

Die über 4000 Kom-

missariate im ganzen Land führen Listen über sämtliche wehrpflichtigen Personen,
über alle Reservisten und über alles notwendige Gerät von Transportmitteln
über ärztliche Versorgungseinrichtungen bis zu Reparatureinrichtungen.
Was die Nachschublager angeht, so haben die westlichen Militärdistrikte
der UdSSR und Osteuropa Vorrang.

Das dort lagernde Nachschubmaterial reicht

für militärische Operationen gegen die NATO für eine Dauer von 60 bis 90 Tagen

- 13 -

�bis 90 Tagen aus. Für die TreibstoffVersorgung der Streitkräfte in diesem Bereich stehen Rohrleitungen in einer Länge von rund 12 000 km zur Verfügung.
Die starken, gut ausgebildeten und gut ausgerüsteten Nachschubeinheiten können auf einer inneren Linie in der Sowjetunion operieren.
Die sowjetische Militärdoktrin verlangt, daß die Streitkräfte ständig in
einem Zustand hoher Einsatzbereitschaft gehalten werden.

Die Reorganisation

der sowjetischen Luft- und Landstreitkräfte hat sichergestellt, daß die Organisation in Friedenszeiten dem Personalbedarf in Kriegszeiten besser angepaßt
ist.
Jahrzehntelang eine Kontinentalmacht, verfügt die Sowjetunion heute über
ein gewaltiges Transportpotential, um Soldaten, Waffen und Gerät in alle Teile
der Welt transportieren zu können.

Im Ernstfall können die sowjetischen Mi-

litärs auf eine große Handelsflotte und die staatliche Luftfahrgesellschaft
Aeroflot - mit über 1000 Maschinen - zurückgreifen.
Die militärische Luftransportflotte (VTA) besteht aus rund 600 Flugzeugen, davon über die Hälfte viermotorige Propellermaschinen des Typs An-12CUB, die jedoch mit einer Rate von 30 Stück pro Jahr durch die moderne vierstrahlige 11-76 CANDID ersetzt werden.

Für den Schwertransport steht die

viermotorige An-22-COCK - mit einer Nutzlast von 80 t - zur Verfügung.

Wenn

die neue vierstrahlige Schwertransportmaschinen CONDOR - mit einer Nutzlast von
125

t - wie zu erwarten 1987/88 einsatzbereit sein wird, dann dürfte die

UdSSR das Transportflugzeug

mit der größten Nutzlast besitzen.

Die Seetransportkapazität der Sowjets ruht in Friedenszeiten auf etwa
80 Truppentransportern der Marine.

Im Ernstfall können die Militärbefehls-

haber jedoch auf eine Handelsflotte von über 1700 Schiffen mit einer Gesamttonnage von 20 Millionen

Tonnen zurückgreifen.

Dazu gehören unter anderem

über 50 Moderne Roll-on/roll-off-Schiffe, auf die beispielsweise Panzer ohne
besondere Ladeeinrichtungen verladen werden können.
Kapitel V

�Kapitel V
Kapitel V, der militärisch-industrielle Komplex der Sowjetunion, läßt
erkennen, daß die Industrie der UdSSR in erster Linie nach den militärischen
Erfordernissen ausgerichtet ist - vom Bergbau bis zur Herstellung des fertigen Waffensystems.

Während in der Vergangenheit der Eindruck entstand, die

sowjetische Industrie lege mehr Wert auf Quantität als auf Qualität, sind in
den letzten Jahren bestimmte militärisch wichtige Sektoren zur höchsten Qualitätssteigerung angespornt worden.

So gehört beispielsweise die Technologie

einiger Aluminiumwerke - die für den Flugzeugbau enorm wichtig sind - zu der
modernsten der Welt.
So wie die UdSSR auf dem Gebiet strategischer Mineralien autark ist, so
ist sie auch das einzige große Industrieland, das auf dem Energiesektor unabhängig ist.

Sie fördert das meiste Erdöl und besitzt die größten bekannten

ölreserven außerhalb der Region des Persischen Golfs.
gasreserven und

Die sowjetischen Erd-

-exporte sind die größten der Welt.

Die Sowjetunion ist auch der größte Produzent der Welt an militärischem
Gerät.

Allein im vorigen Jahr wurden 2700 Panzer und 4500 gepanzerte Fahr-

zeuge gebaut sowie rund 3500 Geschütze und Raketenwerfer; die Hubschrauberproduktion beträgt über 800 pro Jahr.

Während die Sowjetunion 1983

150

Interkontinentalraketen baute,stellten die NATO-Länder in diesem Zeitraum keine
einzige her.
Trotz aller gegenteiligen Versicherungen ist der zivile Sektor der Industrie in der UdSSR immer hintangestellt worden, und der Vorrang der Rüstungsindustrie dürfte auch weiterhin bestehen bleiben.

Kapitel VI

- 15 -

�Kapitel VI
Forschung und Entwicklung auf dem militärischen Sektor, denen Kapitel VI
der Broschüre gewidmet sind, haben wesentlich zu der anhaltenden Modernisierung und Verbesserung der sowjetischen Streitkräfte beigetragen.

Hier hat die

UdSSR den Vorsprung der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten weitgehend
eingeholt.

"Heute", so heißt es in der Broschüre, "sind rund 3200 Forschungs-

institute in der Sowjetunion mit der wissenschaftlichen und technischen Forschung befaßt, die zum Großteil militärisch oder militärisch nutzbar ist."
Die technologischen Fortschritte bei sowjetischen Waffensystemen sind jedoch nicht nur auf einheimische Forschung und Entwicklung zurückzuführen, sondern auch auf den - wie immer gearteten - Erwerb westlicher Technologien und
deren Integration in eigene Systeme.

"Der Erwerb westlicher Technologie", so

heißt es in der Dokumentation, "der für viele technologische Fortschritte der
Sowjets wesentlich ist, findet auf legale und illegale Weise nicht nur in den
Vereinigten Staaten, sondern auch in zunehmendem Maße in anderen technologisch
führenden Staaten der Welt statt.

Die Sowjets neigen dazu, die Eigenschaften

westlicher Systeme als Maßstab für ihre eigenen technischen Fähigkeiten zu betrachten.

Die Sowjets nützen alle Möglichkeiten aus, um westliche Wissen-

schaft und Technologien zu erwerben, um ihre militärische Macht und ihre militärisch-industrielle Basis zu stärken."
ten Computer und Elektronik.

Dies gilt besonders auf den Gebie-

Sehr stark sind auch die Bemühungen, westliches

Gerät "nachzubauen".

Kapitel VII
Die globale Herausforderung, wie Kapitel VII der Broschüre überschrieben ist, wird mehr und mehr deutlich, wenn man überlegt, daß die 1987/88 einsatzbereite sowjetische Transportmaschine CONDOR das Abschußgerät einer SS-20Rakete praktisch an jeden Punkt der Erde bringen kann.

"Das Auftreten der

Sowjetunion als globale Supermacht", so heißt es in der Broschüre, "beruht
hauptsächlich auf ihren militärischen Fähigkeiten.

Obwohl die sowjetischen

�die sowjetischen Führer die militärische Macht als ihre Hauptstärke im internationalen Geschehen betrachten, so sehen sie doch das Ost-West-Verhältnis
als einen umfassenderen Kampf an, bei dem es um politische, wirtschaftliche,
soziale und ideologische Faktoren geht, was sie als die 'Korrelation der Kräfte' bezeichnen.

Sie sind überzeugt, daß sich diese Korrelation zugunsten

des Sozialismus verschiebt.

Die sowjetische Politik hat immer versucht, diese

Entwicklung weiter zu fördern durch Invasion, Subversion, militärische und wirtschaftliche Hilfe, den Einsatz von 'Stellvertretern', Geheimaktionen und politische Ausrichtung mit Regimen oder Bewegungen, die gegen die westliche Politik
sind."

Die Sowjetunion hat trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten und steigender Belastung durch Rüstungsausgaben ihre aggressive expansive Außenpolitik
fortgesetzt und ist vor allem in der Dritten Welt immer aktiver geworden.

Allein die Waffanverkäufe der Sowjetunion und ihrer osteuropäischen Verbündeten an die Dritte Welt in den Jahren von 1955 bis 1983 hatten einen Wert
von über 60 Milliarden Dollar - die Verträge einen Umfang von 98 Milliarden
Dollar.

Von 1978 bis 1983 wurden über 17 000 Panzer, gepanzerte Fahrzeuge

und Geschütze auf Selbstfahrlafetten an die Dritte Welt geliefert, davon rund
12 000 an den Nahen Osten und Südasien.

Der Hauptumschlagplatz für die Lie-

ferungen nach Lateinamerika ist Kuba.

Moskau unterhält derzeit über 21 000 Militärberater und Techniker in
fast 30 Ländern.

An aktiven Truppen sind rund 120 000 Mann in Afghanistan,

Kuba und Syrien stationiert.
der Sowjets tauchen

Die als Fischdampfer getarnten Spionageschiffe

vor allen Küsten der Welt auf.

"Angesichts dieser Bedrohung der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten", so heißt es im Schlußkapitel der Broschüre, "liegt die Herausforderung auf der Hand.

Wir müssen militärische Fähigkeiten aufrechterhalten, die

ausreichen, um die Sowjets zu überzeugen, daß die Kosten einer Aggression
weit größer wären als jeder Nutzen.

Diese Fähigkeiten sind der Eckpfeiler

- 17 -

�der Eckpfeiler unserer Verteidigungspolitik.

Die amerikanische Politik ge-

genüber der Sowjetunion gründet sich jedoch nicht lediglich auf Abschreckung
einer sowjetischen Aggression.

Wie die Vereinigten Staaten immer unterstrichen

haben, sind wir auch einem umfassenden Dialog mit der Sowjetunion fest verpflichtet, der darauf abzielt, das Risiko eines Krieges zu verringern und einige der echten Probleme in unserem Verhältnis zu lösen.

Verringerung der

Rüstungen und Gewährleistung eines stabileren militärischen Gleichgewichts
stehen an der Spitze unserer Tagesordnung...
Die Verteidigungsprogramme, die wir und unsere Verbündeten verfolgen,
beheben entscheidende Mängel im militärischen Gleichgewicht...

Wenn unsere

Abschreckung wirksam bleiben soll, dann müssen wir und unsere Verbündeten an
der Verpflichtung festhalten, diese Programme abzuschließen und alle notwendigen weiteren Schritte zu unternehmen, um den Sowjets politische Vorteile
durch den Einsatz oder den potentiellen Einsatz ihrer Streitkräfte zu verwehren.

Nur wenn wir die Verpflichtung unsererseits deutlich machen, den Sowjets

solche Vorteile zu verwehren, können wir hoffen, sie wieder zu Verhandlungen
über ernsthafte Rüstungsverringerungen zurückzuholen,

Unsere beharrliche

Entschlossenheit, die Sicherheit aller freien Nationen zu bewahren, ist von
entscheidender Bedeutung, wenn wir das viel erwünschtere Ziel erreichen wollen - einen weit niedrigeren Stand der Waffen aller Art in einer Welt in Frieden".

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