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und
Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

28. März 1984

13
INHALT

DOKUMENTATION
USA drängen weiterhin auf Abzug der sowjetischen Truppen aus Afghanistan
- Erklärung Präsident Reagans zum Afghanistan-Tag Shultz: Solidarität mit Afghanistan
- Erklärung des amerikanischen Außenministers zum Afghanistan-Tag Die äußeren Einflüsse in Mittelamerika
- Von William H. Luers INFORMATION
Michael Armacost soll neuer Staatssekretär im US-Außenministerium
werden
HINTERGRUNDMATERIAL
Die Wahlen in Amerika 1984
( 4)
- Die außenpolitischen Auffassungen der beiden demokratischen Rivalen
USA importieren weniger OPEC-Öl
- Energieministerium veröffentlicht neue Daten WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Elterninitiativen gegen die Suchtgefahr

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wird gebeten

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�Dokumentation
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13

28. März 1984

USA DRÄNGEN WEITERHIN AUF ABZUG DER SOWJETISCHEN TRUPPEN AUS AFGHANISTAN
- Erklärung Präsident Reagans zum Afghanistan-Tag -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Reagan unterstrich in einer Erklärung,
in der der 21. März zum Afghanistan-Tag proklamiert wurde, daß eine Lösung
des Afghanistan-Problems mit einem Abzug der sowjetischen Truppen beginnen
müsse.

Die Proklamation des Präsidenten hat folgenden Wortlaut:

Der Fühling beginnt nun in der Welt; es ist dies eine Zeit des neuen
Lebens, der Erneuerung, der Frische und der Hoffnung.

Für das afghanische Volk ist der 21. März traditionell der Tag der
Feier des Neuen Jahres, des Beginns des Lebenskreises.

Es ist dies eine

Zeit der Freude und der Feier, mit der man die Erneuerung des Lebens als
ein Geschenk Gottes begeht.

Heute aber bringt der Neujahrstag des 21. März für die meisten Menschen in Afghanistan nur erneute Kämpfe, erneute Zerstörung und erneuten

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�und erneuten Tod.
lagerten Land.

über 100 000 sowjetische Soldaten stehen in diesem be-

Die überwältigende Mehrheit des afghanischen Volkes kämpft

gegen die sowjetischen Besatzungstruppen und das Marionettenregime des Babrak
Karmal, denn es ist dies ein Regime, das nur durch die Gewalt der Sowjets gestützt wird.
Der afghanische Widerstand gegen marxistische Beherrschung nahm nach
der sowjetischen Invasion gewaltig zu; nunmehr gibt es ihn im ganzen Land.
Eine Lösung des Afghanistan-Problems muß mit einem Abzug der sowjetischen
Truppen beginnen.

Eine politische Verhandlungslösung kann es dann geben,

wenn die Sowjetunion einem Abzug ihrer Besatzungsstreitkräfte zustimmt.
Das Ziel der Vereinigten Staaten ist auch weiterhin klar und eindeutig.
Wir wollen einen Abzug der sowjetischen Streitkräfte, damit das afghanische
Volk frei in seinem eigenen Land leben kann und in der Lage ist, seine eigene Lebensweise und seine eigene Regierung zu wählen.
Hoffnung, sagt man, gibt es immer. Auch wir hoffen weiter darauf,
daß sich eine Verhandlungslösung finden läßt - eine Regelung, die den Bedingungen gerecht wird, die fünfmal in Resolutionen zum Ausdruck gebracht
wurden und die voll und ganz von der Vollversammlung der Vereinten Nationen
bekräftigt wurden.
Diese Resolutionen,die von der überwältigenden Mehrheit der Staaten dieser Welt verabschiedet wurden, fordern einen sofortigen Abzug der ausländischen
Truppen aus Afghanistan, bekräftigen das Recht des afghanischen Volkes auf Bestimmung seiner Regierungsform und auf die Wahl seines wirtschaftlichen, politischen und sozialen Systems, unterstreichen, daß die Wahrung von Souveränität
sowie territorialer und politischer Unabhängigkeit und bündnisfreiem Charakter von Afghanistan für eine friedliche Lösung des Problems von entscheidender
Bedeutung ist, und rufen nach der Herstellung von Bedingungen, die es den
afghanischen Flüchtlingen ermöglichen würde, freiwillig sowie sicher und in
Ehren in ihre Heimat zurückzukehren.
Wir stehen

�Wir stehen voller Bewunderung vor dem ununterdrü'ckbaren Willen und dem
Mut des afghanischen Volkes, wie es der Tyrannei weiter Widerstand leistet.
Alle freiheitsliebenden Menschen auf der ganzen Welt sollten inspiriert werden von dem Kampf des afghanischen Volkes um Freiheit und von den schweren
Opfern, die es für die Freiheit auf sich nimmt.
Der Afghanistan-Tag soll dazu dienen, an die grundlegenden Prinzipien
zu erinnern, um die es geht, wenn ein Volk um die Freiheit kämpft, seine eigene Zukunft und das Recht auf Freiheit von Einmischung von außen zu haben.
Bringen wir daher dem tapferen afghanischen Volk unseren Tribut dar, indem
wir den 21. März 1984 als Afghanistan-Tag begehen.

Unsere Bewunderung möge

auch weiterhin seiner Sache und seinem Beharrungsvermögen gelten, unsere Unterstützung den afghanischen Flüchtlingen in Pakistan.
Verdoppeln wir unsere Anstrengungen, eine Verhandlungslösung zu finden,
die es dem afghanischen Volk ermöglicht,den Frühling wieder willkommen zu
heißen ohne die Leiden des Krieges, sondern mit Feiern und mit Freude.
Deshalb erkläre ich, Ronald Reagan, Präsident der Vereinigten Staaten
von Amerika, den 21. März 1984 zum Afghanistan-Tag.
Zum Zeugnis dessen habe ich dies unterzeichnet am 20. Tag des März im
Jahre unseres Herrn 1984 und im 208. Jahr der Unabhängigkeit der Vereinigten
Staaten von Amerika.

+ + + + +

- 3 -

�Dokumentation

I

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13

28. März 1984

SHULTZ: SOLIDARITÄT MIT AFGHANISTAN
Erklärung des amerikanischen Außenministers zum Afghanistan-Tag -

WASHINGTON - (AD) - Der amerikanische Außenminister George Shultz betonte am 21. März 1984 - der von Präsident Reagan zum Afghanistan-Tag erklärt wurde -,die Vereinigten Staaten seien mit dem afghanischen Volk solidarisch bei dessen Kampf um nationale Unabhängigkeit.
Die Erklärung des Außenministers hat folgenden Wortlaut:
Der 21. März, traditionell Tag der Neujahrsfeier in Afghanistan, wird
erneut in den Vereinigten Staaten als Afghanistan-Tag begangen.

Wie in den

vergangenen Jahren begehen eine ganze Reihe von Privatorganisationen genau
wie die Regierung der Vereinigten Staaten diesen Tag, um zu betonen, daß
der Kampf des afghanischen Volkes gegen die sowjetischen Eindringlinge auch
weiter andauert - genau wie die amerikanische Solidarität mit der afghanischen
Sache anhält.
Präsident Reagan gibt vom Weißen Haus aus eine Erklärung ab, die den
21. März zum Afghanistan-Tag bestimmt.

Damit drückt er Amerikas Bewunderung

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�Amerikas Bewunderung für den Heroismus und die Tapferkeit des afghanischen
Volkes aus,

Vor dem Kapitol wird ein Forum zum Afghanistan-Tag organisiert,

auf dem der Berater des Außenministeriums, Edward J. Derwinski, die Beständigkeit der amerikanischen Politik gegenüber Afghanistan darlegen wird.
Außerdem sollen in Washington und in New York Aufmärsche und Demonstrationen
stattfinden.
Das Außenministerium begrüßt solche Manifestationen öffentlicher Unterstützung für den afghanischen Widerstand und die Mudjahedin.

Ihr anhaltender

und landesweiter Kampf gegen Tyrannei und Unterdrückung ist unserer Achtung
wert.

Ihr Mut und ihre Entschlossenheit sind eine Inspiration für uns alle.

Ich erinnere mich tiefbewegt an meinen Besuch eines afghanischen Flüchtlingslagers in Peschawar in Pakistan im vergangenen Juli, wo ich Gelegenheit hatte,
mit einer Gruppe afghanischer Flüchtlingsführer zusammenzutreffen.

Ihre un-

erschütterliche Entschlossenheit und stille Würde ließen mich bewegt etwas
sagen, was ich hier wiederholen möchte:

"Wir sind mit Euch...

Ich teile

Eure Zuversicht, daß letztlich die Freiheit die Oberhand haben wird, wir die
Oberhand haben werden."
Ziel der Vereinigten Staaten bleibt eine politische Verhandlungslösung,
gegründet auf einem vollständigen Abzug der sowjetischen Streitkräfte sowie
auf den anderen wesentlichen Punkten, wie sie in fünf Afghanistan-Resolutionen
der Vollversammlung der Vereinten Nationen zum Ausdruck kamen. Mein Wunsch
für alle Afghanen zu ihrem Neuen Jahr ist, daß diese Lösung so rasch wie möglich zustande kommen möge. Ich wünsche, daß Afghanistan wieder Frieden und
Freiheit erlebt, sowie die Rückkehr aller seiner Söhne und Töchter, die vor
der Unterdrückung aus ihrer Heimat geflohen sind.

+ + + + +

- 2 -

�Dokumentation
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28. März 1984

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DIE ÄUSSEREN EINFLÜSSE IN MITTELAMERIKA
- Von William H. Luers

- (AD) - Botschafter William H. Luers hat
sich während der vergangenen 15 Jahre intensiv mit Problemen Lateinamerikas befaßt
und eng mit der überparteilichen Kommission
für Mittelamerika zusammengearbeitet.
Botschafter Luers, der die Vereinigten Staaten gegenwärtig in der Tschechoslowakei vertritt, hielt diesen Vortrag am 27. März 1984
vor der Evangelischen Akademie in Tutzing
und einen Tag später vor dem Ibero-Club in
Bonn.
Einleitung
Mittelamerika ist zu einem der Unruheherde der Welt geworden. Diese
bisher fast vergessene Ecke der Neuen Welt ist in den Mittelpunkt der internationalen Debatte gerückt. Bei dieser Debatte geht es um die Lebenskraft
der Demokratie; die Fähigkeit der Vereinigten Staaten, mit ihren Nachbarn auszukommen; und die geeigneten Mittel, um den Menschenrechtsverletzungen Einhalt
zu gebieten. Das internationale Interesse an den Ereignissen in El Salvador
und Nicaragua hat dem Kampf in diesen Ländern, wer sie regieren soll und mit
welcher Zielsetzung, eine neue komplizierende Dimension verliehen.
Welche Bedeutung

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�Welche Bedeutung haben Einflüsse von außen auf die Entwicklungen in
Mittel amen" ka?

Ich bin gebeten worden, die Antwort der amerikanischen Re-

gierung auf diese Frage zu geben. Wenn ich versuche, diese komplizierte
Frage zu beantworten, dann vielleicht deswegen, weil ich mich einen Großteil der letzten 15 Jahre mit diesem Problem befaßt habe - zur Hälfte in
Washington und zur Hälfte in Lateinamerika.
Ich bin, wie viele meiner Landsleute, die in Lateinamerika gelebt haben, wegen der gegenwärtigen Unruhe in Mittelamerika tief besorgt.

Dies

sind Zeiten der Gewalt, des Todes, des Leidens und der Armut für viele Menschen in Mittelamerika.

Wir Nordamerikaner möchten, wie Sie hier in Europa,

zum Aufbau eines besseren Lebens für die Menschen dort beitragen.
die Natur der Probleme in Mittelamerika unterschiedlich betrachten.

Wir mögen
Wir mö-

gen bezüglich der Art der erforderlichen Lösungen zutiefst anderer Meinung
sein.

Aber wir müssen diese Debatte in Anerkennung der Tatsache führen, daß

wir beide ein Mitgefühl für die Völker Mittelamerikas haben und den Wunsch,
daß sich ihre Länder friedlich in Gerechtigkeit und mit der Freiheit entwikkeln, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen.
Bevor ich mich den "äußeren Einflüssen" zuwende, möchte ich eine wichtige Feststellung treffen.

Wir Nordamerikaner sind uns darüber im klaren,

daß die Wurzeln der gegenwärtigen Krise in Mittelamerika sowohl einheimischer
als auch ausländischer Natur sind.

Ich möchte hier über die äußeren Faktoren

sprechen, weil ich ausdrücklich darum gebeten worden bin. Wirtschaftliche,
soziale und politische Faktoren innerhalb eines jeden dieser Länder sind jedoch wesentliche Elemente der gegenwärtigen Krise.
Ich möchte hier über den Einfluß von drei Staatengruppen auf Mittelamerika sprechen:

der CONTADORA-Gruppe, der Länder Westeuropas und der

Sowjetunion und Kubas. Und abschließend möchte ich etwas zur Rolle der Vereinigten Staaten sagen.
Die CONTADORA-

�Die CONTADORA-Gruppe - schöpferische Diplomatie

Im Januar 1983 kamen die Außenminister Panamas, Venezuelas, Kolumbiens
und Mexikos auf der Insel Contadora zusammen, um eine ehrgeizige und schöpferische Anstrengung regionaler Diplomatie zu unternehmen.

Die letztlichen

Ziele der CONTADORA-Gruppe sind für das Karibische Becken ein so bedeutsamer
und schöpferischer Prozeß wie die Schlußakte von Helsinki für Europa.

Seit den Anfängen vor über einem Jahr haben die vier Länder mehr Fortschritte gemacht in der Definition von Zielen, als irgendein ausländischer
Beobachter dies für möglich gehalten hätte.

Von der Erklärung von Cancun

der CONTADORA-Präsidenten im Juli 1983 bis zu der nachfolgenden Einigung auf
21 Punkte mit den fünf mittelamerikanischen Ländern und den neueren Anstrengungen, regionale Verträge auszuarbeiten, hat die CONTADORA-Gruppe begonnen,
sich darüber klar zu werden, wie das Karibische Becken in den kommenden Jahren nach den Wünschen der demokratischen Nationen dieser Region aussehen soll.

Als die CONTADORA-Staaten versuchten, den heimgesuchten Ländern Mittelamerikas Sicherheit und Frieden zu bringen, mußten sie große Hindernisse
überwinden:

- Mexiko, Venezuela, Kolumbien und Panama haben vorher niemals eng zusammengearbeitet.

Es war schwierig, ihre historisch unterschiedlichen

Beziehungen zu Mittelamerika und ihre unterschiedlichen außenpolitischen Tagesordnungen unter einen Hut zu bringen.

- Jedes dieser Länder hatte ferner im vergangenen Jahr mit einheimischen
Wirtschaftsproblemen, Wahlen und Regierungswechseln zu kämpfen, die
eine kontinuierliche Anstrengung unterbrachen und erschwerten.

- Guerilla-Krieg, Gewalttätigkeit und zunehmende Waffenlieferungen in
die Region schienen das eigentliche Problem mehr auf die Fragen der
regionalen Sicherheit und weg von der diplomatischen Aktivität zu verlagern.
- Und schließlich
- 3 -

�- Und schließlich hat die Regierung von Nicaragua gezögert, in einigen
der wesentlichen Aspekte der 21 Punkte mitzuarbeiten.
Die Vereinigten Staaten haben die COMTADORA-Gruppe unterstützt und
durch unseren Sonderbeauftragten eng mit ihr zusammengearbeitet.

Wir sind

der Überzeugung, daß die regionale Zusammenarbeit ein wesentliches Element
jeder langfristigen friedlichen regionalen Regelung ist. Dieses "kühne neue
Experiment" Venezuelas, Kolumbiens, Mexikos und Panamas wird sicherlich eine
zentrale Rolle in der schließlichen friedlichen regionalen Zusammenarbeit
spielen, die wiederhergestellt werden muß.
Lassen Sie mich noch ein Wort zu den anderen Demokratien im Karibischen
Becken sagen, die an einem positiven Ergebnis der CONTADORA-Bemühungen höchst
interessiert sind.
seln-Demokratien der

Ich spreche von der Dominikanischen Republik und den Inenglischsprechenden Karibik:

Trinidad-Tobago und den Leeward-Inseln.

Jamaika, Barbados,

Diese kleinen Staaten werden mit

der Zeit in diesen Prozeß hineingezogen und von ihm berührt werden.

Für

diese kleinen, fast wehrlosen Ministaaten steht viel auf dem Spiel.

Ihre

Volkswirtschaften wurden durch die Depression der Weltwirtschaft geschwächt.
Sie sind nicht in der Lage und nicht daran interessiert, sich starke Streitkräfte in einem Umfang wie Kuba und Nicaragua zuzulegen.

Einer der Haupt-

gründe, warum die Organisation Ostkaribischer Staaten das Ersuchen des Gouverneurs von Grenada unterstützt hat, amerikanische Truppen zur Wiederherstellung des Friedens auf dieser heimgesuchten Insel zu entsenden, war eben
gerade die starke militärische Aufrüstung auf dieser Insel durch die Sowjetunion und Kuba.

Die Militärpolitik Grenadas drohte die politische Kultur und

die friedlichen Traditionen der englischsprechenden Inseln - die keine militärische Tradition haben und auch keine beginnen wollen - zu verändern.

Westeuropa - Ein altes und ein neues Engagement
In gewisser Weise sind die Länder Westeuropas im Gebiet des Karibischen
Beckens schon länger engagiert und eingespannt als die Vereinigten Staaten.
- 4 -

�Vereinigten Staaten. An der Entwicklung der dortigen Staaten waren die
Spanier, die Briten, die Franzosen und die Niederländer beteiligt.
tische und kulturelle Erbe dieser Staaten ist europäisch.

Das poli-

Die Briten, die

Franzosen und die Niederländer haben noch immer Niederlassungen dort und enge
Beziehungen zu den Ländern der Region.
dungen an Spanien sind stark.

Die kulturellen und sprachlichen Bin-

Sie wurden erneut gestärkt, seit Spanien in

eine neue Phase der demokratischen Entwicklung eintrat.
Auch die Beziehungen Deutschlands zu Südamerika waren im vorigen Jahrhundert sehr stark. Alexander von Humboldt war einer der großen Wissenschaftler und Entdecker Südamerikas und der Karibik.

Zu seinen vielen bemerkenswer-

ten Erkenntnissen und Entdeckungen gehört ein Fluß tief im venezolanischen
Amazonasgebiet, der es ermöglicht, vom Rio Orinoco auf Inlandswasserwegen nach
Buenos Aires zu reisen.

Im 20. Jahrhundert schufen Handel, Einwanderung so-

wie kulturelle und religiöse Bindungen ein enges Verhältnis zwischen dem deutschen Volk und den Völkern Südamerikas.
Auf der anderen Seite waren die Deutschen wie die anderen Westeuropäer
in diesem Jahrhundert mit anderen Dingen beschäftigt und hatten wenig Zeit,
sich um Lateinamerika oder speziell um Mittelamerika zu kümmern.

Das Inter-

esse und die verstärkte Aufmerksamkeit Europas datieren erst aus dem Jahr 1979,
als die Sandinisten in Managua die Macht von Somoza übernahmen.

Die starke

öffentliche Aufmerksamkeit gegenüber der Gewalt und den Verletzungen der Menschenrechte wurde nicht zuletzt ausgelöst durch die verstärkte Aufmerksamkeit
gegenüber Menschenrechtsfragen in Mittelamerika im Gefolge der Schlußakte
von Helsinki.

Europäische Menschenrechtsgruppen und religiöse, soziale und

sonstige Hilfsorganisationen in Europa haben ihre Aufmerksamkeit für das Gebiet außerordentlich verstärkt.

Im übrigen finden die Medien dort, wo es

Konflikte, Tod und Revolution gibt, ihre Nachrichten.

Was auch immer die

Gründe für diese stark erhöhte Aufmerksamkeit für eine Region sein mögen, die
die meisten Europäer in diesem Jahrhundert ignoriert haben, so haben die Regierungen und die politischen Parteien begonnen, politische Maßnahmen und Programme für Mittelamerika zu entwickeln.

- 5 -

Die von vielen europäischen Regie-

�europäischen Regierungen und politischen Parteien eingeschlagene Politik
stand oft nicht im Einklang mit der Politik meiner Regierung.

Ich habe mich

zusammen mit anderen amerikanischen Diplomaten während der letzten drei Jahre
bemüht, europäischen Regierungsvertretern die amerikanische Politik zu erläutern und - ganz offen gesagt - mehr Zusammenarbeit mit amerikanischen Zielsetzungen zu erreichen.

Im Zuge dieser Reisen habe ich auch die skandinavischen

Länder, Frankreich, England und Österreich besucht.

Ich bin mit Führern der

sozialdemokratischen Parteien in Europa und der Sozialistischen Internationale
zusammengetroffen.

Ich muß sagen, daß einige dieser Gespräche enttäuschend

und nicht immer produktiv waren.
In Europa herrscht ein so starker Glaube an die Förderung der sozialen
Gerechtigkeit, daß dieses Problem im Mittelpunkt der Politik und des Interesses an Mittelamerika steht.

Für viele Europäer hat die dringende Notwendig-

keit, diesem Teil der Welt soziale Gerechtigkeit zu bringen, Vorrang vor den
komplizierten Fragen der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung, die
die Voraussetzung für soziale Gerechtigkeit in Europa waren.

Daher scheinen

viele Europäer auf der Seite der jetzigen Revolution in Mittelamerika zu
stehen.

Im übrigen könnten Europäer, vor allem Deutsche, die in den letzten

40 Jahren im wahrsten Sinne des Wortes an der Grenze der Spannung und der
massiven militärischen Drohung aus dem Osten gelebt haben, die potentielle
Bedrohung der Sicherheit der Vereinigten Staaten, die von Nicaragua oder Kuba
ausgehen könnte, nicht ganz ernstnehmen.
Es gibt aus amerikanischer Sicht einige blinde Flecken in der europäischen Sicht der Neuen Welt.

Das ist zum Teil ein historisches Phänomen.

Seit der europäischen Entdeckung Amerikas haben die Europäer auf der einen
Seite zwischen der Vorstellung oder dem Wunsch nach einem Arkadien in den Ländern Amerikas und einer übertriebenen Kritik an der Vulgarität,

der Gewalt

und der Offenheit der Politik der Neuen Welt auf der anderen Seite geschwankt.
Die frühe europäische Vorstellung von der Neuen Welt war die eines Ortes primitiver Schönheit, idyllischer Einfachheit und wilder Reinheit.

Ein latein-

amerikanischer Schriftsteller hat die europäische Mythologie, die sich um

- 6 -

�sich um Lateinamerika entwickelte, so gesehen:

"Das Land ist die Tochter

des edlen Wilden, die Frau des guten Revolutionärs, die prädestinierte Mutter des neuen Menschen."

Europäer neigen dazu, die Amerikaner mit anderen

Maßstäben zu messen als die übrige Welt.
Jean Francois Revel sagte über die europäische Mythologie bezüglich
der Länder Amerikas:

"Wie die Mischung aus Wettbewerb, Minderwertigkeits-

komplexen und selbstgefälligem Paternalismus auch aussehen mag, die in unsere Vorstellungen von Nord- und Südamerika eingegangen sein mag, so müssen
wir zugeben, daß diese Art von Mischung im allgemeinen zur Bildung von Mythen
führt.

Gleichzeitig verhindert eine starke geistige Blockierung, daß uns

die einfachsten Informationen über diese Länder erreichen.

Im 20. Jahrhun-

dert können wir das Bild vereinfachen, indem wir sagen, daß sich die Mythen
um zwei Hauptachsen kristallisiert haben: Nordamerika ist reaktionär, Lateinamerika ist revolutionär."
Jedes der Länder Europas sieht die Dinge natürlich anders.
innerhalb jedes Landes unterschiedliche Einstellungen.

Es gibt

Die Völker Südeuropas

haben ganz andere Vorstellungen als die Deutschen und die Nordeuropäer.

Es

wäre absurd, wenn man versuchen wollte, von einer gemeinsamen europäischen
Vorstellung zu sprechen. Aber es gibt typisch europäische Haltungen, die
uns Amerikaner bestürzen.
Beispielsweise:
- Warum gewähren die Länder Westeuropas den Sandinisten viermal so viel
Wirtschaftshilfe, wie sie dem demokratischen Costa Rica geben, das einer
europäischen Demokratie mehr entspricht als irgendein anderes mittelamerikanisches Land?
- Warum scheinen die Sozialdemokraten Europas den Ansichten von Guillermo
Ungo, der seit 1979 im freiwilligen Exil außerhalb El Salvadors gelebt
hat und dessen politische Basis in seinem eigenen Lande sehr schmal ist,

- 7 -

�schmal ist, mehr Glauben zu schenken, als Präsident Monge von Costa
Rica, der der einzige frei gewählte sozialdemokratische Führer in
Mittelamerika ist?
- Warum unterstützen Regierungen und politische Parteien in Europa öffentlich die Einwilligung des revolutionären Regimes in Nicaragua,
Wahlen in einem Lande abzuhalten, in dem es keine freie Presse, keine
freien Unternehmen und keine Versammlungs- und Redefreiheit gibt, und
weigern sich auf der anderen Seite, Beobachter zu entsenden, um die
Anstrengungen der Bevölkerung von El Salvador

zu bewerten, ihren ei-

genen Präsidenten zu wählen - in fairen Wahlen, bei denen niemand wußte,
wer gewinnen würde?

Niemand glaubt im Ernst daran, daß die Sandinisten

wirklich bereit wären, in einer fairen und offenen Probe ihrer öffentlichen Unterstützung die Macht abzugeben.
i

- Und warum schließlich können Europäer, die die letzten 300 Jahre damit
verbracht haben, sich vor allem um Bedrohungen ihrer nationalen Sicherheit durch Nachbarstaaten zu kümmern, und die sich seit dem Zweiten
Weltkrieg der Bedrohung durch die Sowjetunion ausgesetzt sehen, nicht
die tiefe Sorge der Vereinigten Staaten über die neue sowjetische Anstrengung begreifen, die revolutionären Verhältnisse in Regionen nahe
unserer Grenzen auszunutzen?
Wir in Amerika glauben, daß Europa eine konstruktive Rolle in Mittelamerika spielen kann und wird. Sie sind wirklich an den Entwicklungen dort
interessiert,
erstens, weil Ihre Verpflichtung zu einem verbesserten Nord-Süd-Dialog
Sie zu einem aktiven und ausgewogenen Wirtschaftshilfeprogramm in dieser heimgesuchten Region veranlassen sollte;
zweitens, weil Ihre Verpflichtung zur Demokratie erfordern wird, daß
Sie dem Streben nach Demokratie in den armen Ländern Mittelamerikas die

�Mittel amen* kas die gleiche Aufmerksamkeit und Unterstützung angedeihen lassen, die Sie für die Entwicklung der Demokratie in Europa, vor allem in
jüngster Zeit, mit so bemerkenswertem Erfolg auf der Iberischen Halbinsel
angewandt haben;
drittens, weil Ihre eigenen Sicherheitsinteressen Sie zu der Erkenntnis
bringen werden, daß die Vereinigten Staaten nicht so sehr von Sicherheitsproblemen nahe ihren eigenen Grenzen abgelenkt und gefangengenommen werden dürfen, daß sie nicht in der Lage wären, ihre lebenswichtigen Verpflichtungen
für die Sicherheit Europas zu erfüllen.

Sowjetunion und Kuba:

Die Unterstützung gewaltsamer Revolution

Das verstärkte Schüren von Konflikten in der Dritten Welt durch die
Sowjetunion und Kuba war hauptsächlich dafür verantwortlich, daß die Entspannung zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion zusammenbrach.
Die verstärkte sowjetisch-kubanische Partnerschaft in Afrika, die von den
Sowjets unterstützte Besetzung Kamputscheas

durch die Vietnamesen sowie die

sowjetische Invasion Afghanistans führten zu dem problematischsten Verhältnis
zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion seit 1962. Dabei ist
die derzeitige Lage noch beunruhigender, da das heutige sowjetische Verhalten noch unterstützt wird durch die militärische Macht Moskaus, die unserer
eigenen ebenbürtig ist, wie auch durch die offenkundige sowjetische Fähigkeit und Bereitschaft, Gewalt auch jenseits der Peripherie der UdSSR einzusetzen.
Die Entscheidung der Sowjets und Kubas, sich unmittelbar auf die Unterstützung eines revolutionären Wandels in Mittelamerika einzulassen, ist für
die Vereinigten Staaten eine Quelle ernster Besorgnis. Wir sagen nicht, daß
die Sowjets und die Kubaner die Probleme in Mittelamerika geschaffen haben.
Wie ich schon zu Anfang gesagt habe:

Die tiefen sozialen und wirtschaftlichen

Probleme dieser Staaten wurzeln in der Geschichte dieser oftmals vergessenen

- 9 -

�oftmals vergessenen und ressourcenarmen Landenge, die die reichen Kontinente
Nord- und Südamerika verbindet.
Was wir meinen und aufzeigen, ist die Tatsache, daß die Sowjetunion und
ihre Verbündeten es bewußt darauf anlegen, Nicaragua zu militarisieren und
die Guerilla-Bewegungen im übrigen Mittelamerika zu unterstützen, um - wie
es die Sandinisten nennen - "eine Revolution ohne Grenzen" ins Leben zu rufen.
Voriges Jahr studierte ich am "Institute for Advanced Study" in Princeton
die Literatur über sowjetische und kubanische Aktivitäten in Lateinamerika ein Thema, dem mein Interesse und meine Sorge gilt, seit ich zur Zeit der
kubanischen Revolution zum erstenmal damit zu tun hatte, als ich im Außenministerium mit sowjetischen Fragen befaßt war„

Kürzlich habe ich in einem

Artikel über die Geschichte der sowjetischen Politik gegenüber Lateinamerika
versucht, zu dokumentieren, wie die sowjetische Politik nach dem Sieg der
Sandinisten in Nicaragua sich in Richtung auf gewaltsame Revolution in Mittelamerika wandelte.
Einige Punkte sind es wert, hier noch einmal betrachtet zu werden:
- In den sechziger Jahren gab es zwischen der Sowjetunion und Kuba erhebliche Differenzen hinsichtlich der politischen Frage einer Unterstützung
gewaltsamer Revolution in Lateinamerika&lt;, Die Sowjetunion war gegen eine
Unterstützung von Guerilla-Bewegungen, weil sie nicht der Meinung war,
die Region sei für Revolution reif, und weil sie keine Konfrontation
mit den Vereinigten Staaten riskieren wollte» Kuba hingegen war für
die Förderung einer Revolution, weil Castro ein Revolutionär und der
Überzeugung ist, daß die kubanische Revolution nur dadurch gesichert
werden kann, daß in der Region andere Revolutionen stattfinden.
- Nach 1968 suspendierte Kuba zeitweilig seine aktive Unterstützung für
die Revolution, Sowohl Kuba als auch die Sowjetunion bemühten sich um
eine Verbesserung ihrer Beziehungen zu den einzelnen Staaten in Latein-

- 10 -

�1977, als die Vereinigten Staaten versuchten, ihre Beziehungen zu Kuba
zu verbessern, war ich Leiter des Verhandlungsteams, das ein Abkommen
über eine Eröffnung von amerikanischen

und kubanischen "Interessenver-

tretungen" in Havanna und Washington abschloß.
- Die sowjetisch-kubanische Verwicklung in militärische Aktionen in Angola,
Äthiopien sowie andernorts die Zusammenarbeit bei Bewaffnung und Militarisierung von Staaten in der Dritten Welt brachte unsere Bemühungen um
eine Beruhigung unserer Beziehungen zu Kuba zu einem Stillstand.

Andere

Staaten in Lateinamerika waren erzürnt über die Rückkehr Kubas zu seiner
revolutionären Berufung.

Ende der siebziger Jahre hatte Kuba in der

westlichen Hemisphäre nur noch freundschaftliche Beziehungen zu Mexiko,
Nicaragua und möglicherweise Argentinien.

Kubas Nachbarn trauen dem

Land ganz einfach nicht, noch bewundern sie Kubas abhängige Beziehung
zu einer externen Macht,
- In den siebziger Jahren begann die sandinistische Revolution als eine
Volksrevolte mit breiter Unterstützung.

Demokraten in Venezuela, Costa

Rica, Panama und andernorts unterstützen die Bemühungen der Sandinisten
und anderer Nicaraguaner, 1978 endlich anstelle Somozas eine demokratische Regierung zu erlangen.

Ich erlebte diese Zeit als Botschafter

in Venezuela unmittelbar mit, als ich sah, wie Präsident Carlos Andres
Perez und andere sich bemühten, ihr Teil dazu beizutragen, in Nicaragua
eine wirklich demokratische Revolution herbeizuführen.
sollte sich nicht verwirklichen.

Dieser Traum

Im Frühjahr 1979 kamen die Kubaner

mit massiver militärischer Hilfe und ermöglichten es den Sandinisten,
Somozas Nationalgarde zu besiegen und die neue Revolutionsregierung zu
stellen.

Innerhalb kurzer Zeit befreiten sich die Sandinisten von prak-

tisch allen Auflagen ihrer demokratischen Versprechungen.
- Schließlich kam die Sowjetunion gegen Ende des Jahres 1979 zu der Entscheidung, daß die kommunistische Partei Nicaraguas es nicht geschafft
hätte, sich rechtzeitig der Revolution anzuschließen, und daß die mit
Moskau verbundenen kommunistischen Parteien in El Salvador und Guatemala
- 11 -

�und Guatemala sich sogleich der Guerilla-Bewegung anschließen sollten.
Diese Entscheidung jener mittelamerikanischen kommunistischen Parteien
- eine Entscheidung, die eindeutig von Moskau aus diktiert wurde stellte eine grundsätzliche Verlagerung der sowjetischen Politik dar,
wie sie sich über die vergangenen 25 Jahre hinweg entwickelt hatte.
Und es war dies eine Verlagerung, die in Europa nur in geringem Maß
verstanden oder richtig eingeschätzt wurde.
Ich will hier nicht versuchen, im einzelnen den massiven Ausbau militärischer Macht in Nicaragua nachzuweisen, den die UdSSR, Kuba, Libyen, Vietnam und andere sowjetische Verbündete ermöglichten.

Ich will auch nicht die

Liste der Kontakte und der Hilfsleistungen darlegen, die die Sowjets und die
Kubaner mit den Guerilla-Bewegungen in Mittelamerika unterhielten bzw. für
sie erbrachten.

Die gewaltigen Waffenarsenale in Verbindung mit den Dokumen-

ten über weiträumige militärische Einrichtungen, die auf der winzigen Insel
Grenada gefunden wurden, sind lebendiger Beweis für das intensive neue Interesse der Sowjets und Kubaner daran, den Konflikt zum Gären zu bringen und die
radikale Linke im Karibischen Becken zu militarisieren.
Wir sind nicht gegen den Wandel, nicht gegen Reformen, nicht einmal
gegen Revolution in Mittelamerika.

Aber wir müssen den Sowjets, den Kubanern,

den Nicaraguanern und der marxistisch-leninistischen Guerilla in der Region
klarmachen, daß die Vereinigten Staaten und andere demokratische Staaten es
nicht zulassen werden, daß der Prozeß des Wandels in Mittelamerika für Zwecke
der sowjetischen und kubanischen Macht ausgenutzt wird.

Wir sehen ein, daß

die soziale Ungerechtigkeit, die über so viele Jahre hinweg für diese kleinen
Staaten charakteristisch gewesen ist, durch die Menschen dieser Region aus
der Welt geschafft werden muß.

Lassen Sie mich hier die überparteiliche Kom-

mission für Mittelamerika zitieren, mit der ich bis zum Herbst 1983 gearbeitet habe:

"Einheimische Reform, ja selbst einheimische Revolution, sind

keine Bedrohung der Sicherheit der Vereinigten Staaten.

Aber das Eindringen

aggressiver Kräfte von außen, die lokale Mißstände ausnützen, um ihren eigenen
Einfluß und die militärische Kontrolle auszudehnen, stellen eine ernsthafte

- 12 -

�eine ernsthafte Bedrohung der Vereinigten Staaten und der ganzen westlichen
Hemisphäre dar."

Die Vereinigten Staaten - der aufgerüttelte Nachbar
Der Einfluß der Vereinigten Staaten in Mittelamerika ist seit jeher
groß - auch wenn er nicht stets präsent war.
Die Vereinigten Staaten sind im Karibischen Becken länger als in irgendeinem anderen Gebiet der Erde stark engagiert gewesen; schon Jahrzehnte vor
unserem Engagement während der Kriege in Europa hatten wir uns in der Region
engagiert, die unseren Küsten so nahe liegt. Unser Engagement unterschied
sich jedoch davon, wie Europa im 19. Jahrhundert in der Dritten Welt engagiert war:

In den fünf mittelamerikanischen Staaten beeinflußten wir und

intervenierten wir. Aber wir waren niemals eine Kolonialmacht.

Zudem hatte

unser Engagement in erster Linie keine wirtschaftlichen Gründe, sondern politische, sicherheitspolitische, ja sogar ideologische Gründe. Gemäß der
Monroe-Doktrin, einem der ältesten Prinzipien amerikanischer Außenpolitik,
waren wir bemüht, das weitere Vordringen außerkontinentaler Macht aufzuhalten und an unseren Grenzen Stabilität sicherzustellen.

Bei diesen Engagements

zeichneten wir uns zwar nicht immer aus: Aber die Vereinigten Staaten sind
in der heutigen Zeit eine starke Kraft des politischen und wirtschaftlichen
Wandels.

Wenn wir uns heute zurückziehen würden, dann wäre das eine Art von

Intervention, die unverantwortlich wäre.
Seit 1946 haben die Vereinigten Staaten dieser Region nahezu

2 1/2 Mil-

liarden Dollar an Wirtschaftshilfe gegeben, während unsere Militärhilfe
diesem Zeitraum nur etwas über 10 Prozent dieses Betrages ausmachte.

in

Während

der Periode der 'Allianz für den Fortschritt' bemühten wir uns darum, den sozialen Wandel durch Reformen bei Ausbildung und Landwirtschaft zu fördern durch Ermutigung zu speziellen Programmen für die einheimische Bevölkerung,
durch die Förderung des mittelamerikanischen Gemeinsamen Marktes und durch

- 13 -

�und durch viele andere Programme zum Aufbau neuer gewerkschaftlicher, sozialer und gemeinnütziger Institutionen.

Wir wollten - zusammen mit vielen

anderen demokratischen und nicht so demokratischen Kräften in der Region Motor für friedlichen Wandel und Entwicklung sein.
Die Politik meiner Regierung heute richtet sich auf die Förderung von
friedlichem Wandel, Demokratie und Wirtschaftswachstum für diese geplagte
Region.

In Europa hält sich ein Mythos am Leben, wonach die Vereinigten

Staaten in Lateinamerika nur Marionettenregierungen von militärischen Diktatoren unterstützen würden.

Diejenigen, die dies behaupten, wissen ganz ein-

fach nichts über die vergangenen 25 Jahre und wissen auch nichts über das
derzeitige Panorama in Lateinamerika.
- Unsere engsten Freunde in Lateinamerika sind die Demokratien und jene
Länder, die auf die Demokratie hinarbeiten.
- Unsere distanziertesten Beziehungen haben wir zu den Militärregimen
oder Diktaturen - Chile, Paraguay, Uruguay, Guatemala und Haiti.
Wir haben diesen Ländern seit 1977 keine Militärhilfe mehr gewährt,
und unsere politischen Beziehungen sind gespannt.
- Die gute Nachricht aus Lateinamerika heute ist die, daß 27 Staaten
Lateinamerikas und der Karibik entweder demokratisch sind oder sich
formell auf einem Übergang zur Demokratie befinden - was nahezu 90 Prozent der Bevölkerung dieser Region bedeutet. Daß es in diesen Ländern
noch immer soziale Ungerechtigkeit und unzureichende demokratische Institutionen gibt, ist Teil der wirtschaftlichen und sozialen Realitäten
jener Welt. Aber jene pluralistischen Systeme, die über die vergangenen
15 Jahre hinweg immer zahlreicher und immer stärker geworden sind, sind
in der Lage, mit den Forderungen ihrer Gesellschaften auf weit humanere
Weise fertigzuwerden, als dies bei den Militärregimen der Vergangenheit
oder den marxistisch-leninistischen Regimen auf Kuba oder jetzt in
Nicaragua der Fall ist.
Präsident Reagan
- 14 -

�Präsident Reagan hat den Kongreß ersucht, das weitreichende Wirtschaftsund Militärhilfeprogramm für Mittelamerika zu unterstützen, welches von der
überparteilichen Kommission empfohlen wurde.

Dieses Programm kommt zu der

Initiative für das Karibische Becken hinzu.

Es fordert eine Hilfe für die

Region von nahezu acht Milliarden Dollar über die nächsten fünf Jahre hinweg.
Der Präsident ersucht um
- eine Hilfe von 5,9 Milliarden Dollar zwischen 1985 und 1989 sowie um
die Ermächtigung, 2 Milliarden Dollar an Versicherungs- und Darlehensgarantieren zu gewähren;
- insgesamt 376 Millionen Dollar Militärhilfe für El Salvador und rund
200 Millionen Dollar Verteidigungshilfe für das übrige Mittelamerika
für 1984/85. Die Militärhilfe wird auch weiterhin weniger als ein
Drittel unserer Wirtschaftshilfe ausmachen;
- die Errichtung der Mittelamerikanischen Entwicklungsorganisation, die
für die anderen Geberstaaten und die mittel amerikanischen Staaten das
Forum einer Beteiligung bilden wird sowie dafür, wie diese neuen Mittel
für die regionale Entwicklung am besten eingesetzt werden können.
Die Vereinigten Staaten sind seit über 150 Jahren in Mittelamerika
engagiert. Es ist eine unruhige Region nahe unseren Grenzen,und diese Unruhe
berührt die Sicherheit einer Region, die von tiefem menschlichen, historischen und sicherheitspolitischen Interesse für die Vereinigten Staaten
ist. Keine amerikanische Regierung wird ihr Interesse von dort abwenden.
Kein Amerikaner, weder von Norden noch von Süden, ist bereit, diese Region
den Abenteuern der Sowjetunion und ihrer Verbündeten zu überlassen. Lassen
Sie mich noch einmal aus dem Bericht der überparteilichen Kommission zitieren:
"Die Kommission ist zu der Schlußfolgerung gelangt, daß in Mittelamerika
in einem erheblichen Umfang die Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten
auf dem Spiel stehen; daß außerdem diese Interessen ein beträchtlich größeres
Programm militärischer Hilfe sowie erheblich ausgeweitete Unterstützung für
- 15 -

�Unterstützung für wirtschaftliches Wachstum und soziale Reform erfordern;
daß es weiterhin zu einem Ende der massiven Menschenrechtsverletzungen kommen
muß, wenn in Mittelamerika Sicherheit herrschen soll; und daß die externe Unterstützung des Aufruhrs aus dem gleichen Zweck neutralisiert werden muß."
Mittelamerika macht einen raschen Wandel durch.
lich von den Menschen dieser Staaten abhängen.

Das Ergebnis wird letzt-

Langfristig gesehen werden

die Salvadorianer, die Nicaraguaner, die Honduraner, die Costaricaner und die
Guatemalteken ihre eigenen politischen Systeme formen. Wenn man einen Blick
auf die Regierungssysteme des übrigen Lateinamerika der vergangenen 30 Jahre
wirft, so gibt es gute Gründe für die Hoffnung, daß Mittelamerika pluralistische
und demokratische Systeme entwickeln wird.

Es ist an den führenden Demokratien

in Europa und Nordamerika, die diese Hoffnung teilen, zusammenzuarbeiten, damit
dies eine Realität wird.

- 16 -

�13

28. März 1984

MICHAEL ARMACOST SOLL NEUER STAATSSEKRETÄR IM US-AUSSENMINISTERIUM
WERDEN

WASHINGTON - (AD) - Der amerikanische Außenminister George Shultz hat
die Entscheidung Präsident Reagans begrüßt, den bisherigen Botschafter der
Vereinigten Staaten auf den Philippinen, Michael Armacost, zum neuen Staatssekretär für politische Angelegenheiten im State Department zu nominieren.
Armacost, dessen Ernennung vom amerikanischen Senat bestätigt werden muß,
soll die Nachfolge von Lawrence Eagleburger antreten. Eagleburger scheidet
auf eigenen Wunsch aus dem Regierungsdienst der Vereinigten Staaten aus.
Botschafter Armacost vertrat die Vereinigten Staaten seit 1982 in Manila.
Zuvor war er zwei Jahre lang Stellvertretender Unterstaatssekretär für ostasiatische und pazifische Angelegenheiten im amerikanischen Außenministerium.
Weitere Stationen seiner Karriere waren:

Stellvertretender Unterstaatssek-

retär im Verteidigungsministerium (1978-80), Mitglied des Stabes des Nationalen Sicherheitsrates (1977-78) sowie Mitglied des Planungsstabes im State
Department (1969-72 und 1974-77).
Armacost kann

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D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Armacost kann auch auf eine akademische Karriere zurückblicken.

Anfang

der siebziger Jahre hielt er Vorlesungen an der Georgetown-Universität in
Washington sowie an der Johns Hopkins-Universität in Baltimore.

1968 und

1969 war er Gastprofessor in Tokio, wo er über internationale Beziehungen
las.

Außerdem hat er zahlreiche Publikationen über außen- und sicherheits-

politische Themen veröffentlicht.
Armacost wurde am 15. April 1937 in Cleveland, Ohio, geboren.

Er be-

suchte das Carleton-College in Northfield, Minnesota, und promovierte 1965
zum Dr. phil. an der Columbia-Universität in New York. Armacost ist verheiratet und hat drei Kinder.

+ + + + +

�13

28. März 1984

DIE WAHLEN IN AMERIKA 1984
( 4 )
- Die außenpolitischen Auffassungen der beiden demokratischen Rivalen -

- (AD) - Die beiden Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der
Demokratischen Partei,der ehemalige Vizepräsident Walter Mondale und Senator
Gary Hart aus Colorado, haben nach ihren eigenen Worten noch einen langen,
mühsamen Weg vor sich, ehe auf dem Parteikonvent in San Franzisko im Juli die
Entscheidung fällt.

Mondale hat zwar an Delegiertenstimmen einen Vorsprung

erreichen und halten können, jedoch liegt Hart noch immer in einer aussichtsreichen Position.

Der farbige Geistliche und Bürgerrechtler Jesse Jackson

ist weit abgeschlagen, will jedoch auf keinen Fall aufgeben.
Welche Eigenschaften, Aussagen, Umstände und persönliche Fähigkeiten
eines Kandidaten beim Wähler den Ausschlag geben; wie weit die Medien eine
entscheidende Rolle spielen oder nicht; wie weit Verbände und Organisationen
aller Art den Wahlkampf beeinflussen, wird niemand mit letzterSicherheit sagen können. Fest steht jedoch, daß innen- und wirtschaftspolitische Fragen
vor den Fragen der "nationalen Verteidigung" und der Außenpolitik bei dem
Durchschnittswähler im Vordergrund stehen.
Aber natürlich

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Telex: 8-85432

�Aber natürlich spielen auch die außenpolitischen Auffassungen der Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur eine bedeutsame Rolle.

Beide Be-

werber, Walter Mondale und Gary Hart, unterscheiden sich - nach ihren bisherigen Äußerungen zu urteilen - nicht tiefgreifend in ihren außenpolitischen
Vorstellungen.

Auch zu den Positionen der regierenden republikanischen

Reagan-Administration ist kein grundsätzlicher Unterschied festzustellen ein Zeichen dafür, daß der überparteiliche Konsens über die Grundzüge der
amerikanischen Außenpolitik, der seit Ende des Zweiten Weltkrieges herrscht,
auch weiterhin anhalten dürfte, wie immer die Wahlen im November ausgehen
mögen.
Die Positionen Mondales und Harts sind gekennzeichnet von dem Festhalten an den Bündnissen der Vereinigten Staaten, vor allem dem Atlantischen
Bündnis, sowie der Unterstützung Israels und von der Bereitschaft, aus einer
Position der Stärke das Verhältnis zur Sowjetunion zu verbessern und die Abrüstungsverhandlungen wieder in Gang zu bringen.
In einer Rede vor dem - privaten - Rat für Außenpolitik in Chicago
am 14. März 1984 bezeichnete Mondale die Treue zu den Verbündeten, die Förderung demokratischer Werte und "sofortige Schritte zur Wiederaufnahme der
Rüstungskontroll Verhandlungen" als wichtigste Aufgaben einer Mondale-Administration. "Von all den Aufgaben des Präsidenten" so sagte Mondale, "ist
ganz offensichtlich die wichtigste, für die Sicherheit unserer Nation zu sorgen und sie zum Frieden zu führen. Um das zu tun, brauchen wir einen Führer,
der auf festen Beinen steht, der weiß, was er tut, und der die Welt so sieht,
wie sie wirklich ist."
Bezüglich der Bündnispolitik erklärte Mondale, "unsere Verbündeten
müssen mehr zu unserer gemeinsamen Verteidigung beitragen, aber wir können
es uns nicht leisten, weniger beizutragen". Eine starke amerikanische Präsenz schrecke vor einer sowjetischen Aggression ab und vermindere das Risiko, "daß wir jemals zwischen Kapitulation und Atomkrieg wählen müßten. Eine
schwächere amerikanische Präsenz würde genau das Gegenteil bewirken."
Mondale stellte

�Mondale stellte in Aussicht, daß die Vereinigten Staaten einen sicheren
Weg suchen würden, die Doktrin des Ersteinsatzes von Kernwaffen aufgeben zu
können.

Dazu müßten jedoch gangbare Alternativen in Europa gefunden und die

"Nuklearschwelle" weiter angehoben werden.
Zur Nahostpolitik meinte Mondale, daß die Unterstützung Israels an der
Spitze aller Überlegungen stehen müsse.

Der ehemalige Vizepräsident for-

derte eine "Rückkehr zu Camp David" und eine Neubelebung des ägyptisch-israelischen Friedensvertrages.
Die nationale Stärke, so betonte Mondale, entspringe nicht nur der
militärischen Stärke, sondern auch den "Werten" wie Freiheit, Menschenwürde und soziale Gerechtigkeit.

Er verlangte in diesem Zusammenhang, daß Hilfe

für Mittelamerika von der Respektierung der Menschenrechte abhängig gemacht
werden müsse.

Die Vereinigten Staaten müßten sich gegen jeden Extremismus

von rechts und von links wenden.
Als Hauptaufgabe eines jeden Präsidenten bezeichnete Mondale, die gräßlichen Massenvernichtungswaffen unter Kontrolle zu bringen.

"Als Präsident

werde ich sofort Schritte unternehmen, ...um ein beiderseitiges und verifizierbares Einfrieren der Kernwaffen mit der Sowjetunion auszuhandeln", so
erklärte Mondale.

Die Vereinigten Staaten müßten wieder die Initiative er-

greifen und ein Moratorium für Kernwaffenversuche einführen, nukleare Kampffei dwaffen aus Europa abziehen und die Sowjets dabei auffordern, entsprechend
zu handeln.

Mondale bezeichnete die Abrüstung als "die wichtigste Aufgabe

unserer Generation".
Sein Rivale Gary Hart, stellte seine außenpolitischen Vorstellungen auf
die Grundlage von drei fundamentalen Konzepten:

Gegenseitigkeit in den Be-

ziehungen zur Sowjetunion; Zuverlässigkeit in den Beziehungen zu den Verbündeten und Zurückhaltung in den Beziehungen zur Dritten Welt.

In einer Rede

vor dem - ebenfalls privaten - Außenpolitischen Ausschuß in Chicago erklärte
Hart, er werde seine Politik auf diesen drei Grundsätzen aufbauen.
"Gegenseitigkeit in
- 3 -

�"Gegenseitigkeit in unseren Beziehungen zur Sowjetunion", so führte
der Senator aus, "erfordert nicht, daß wir uns mögen oder einander vertrauen.
Es erfordert, daß jede der beiden Supermächte eine entschlossene Anstrengung
macht, mit der anderen zu leben; ihre Differenzen mit anderen Mitteln auszutragen als durch einen Waffengang; verifizierbare Abkommen zu erreichen, die
dem Eigeninteresse beider Seiten dienen, und die legitimen Sicherheitsanliegen des jeweils anderen zu respektieren.

Es erfordert baldige und regel-

mäßige Treffen des sowjetischen Staatschefs und des Präsidenten der Vereinigten Staaten.

Es erfordert die Einsicht in die Tatsache, daß keine Supermacht

das Wettrüsten oder einen Atomkrieg gewinnen kann."
Hart warnt davor, diese Haltung als einseitige Abrüstung zu betrachten
oder als Tolerierung einer Aggression.

"Wenn die Sowjets ein Wettrüsten wol-

len", so sagte er wörtlich, "dann werden wir unsere Interessen wahren."
"Zuverlässigkeit in unseren Beziehungen zu unseren Freunden und Verbündeten erfordert nicht, daß wir jedem ihrer Wünsche oder Beschwerden nachgeben", so führte Hart weiter aus, "sondern daß wir uns über jedes gemeinsame
Anliegen besprechen und konsultieren."

Hart wandte sich gegen öffentliche

Schelte und sprach sich für vertrauliche Gespräche aus, wenn Kritik geübt
werde.
Zuverlässigkeit gegenüber Freunden heiße allerdings auch nicht, daß
man ohne Murren zulasse, daß deren Waren den eigenen amerikanischen Markt
überschwemmten, ohne daß sie - die Freunde - ihre Märkte für amerikanische
Waren öffneten, so erklärte Hart. Aber der Konkurrenz solle man nicht mit
Protektionismus, sondern mit eigener wirtschaftlicher Stärke begegnen.
Hart wandte sich gegen einen Abbau der Abschreckungsmacht und gegen
einen Neutralismus in Europa, aber Amerika dürfe auch auf keinen Fall "schießwütig" erscheinen.

"Ohne Freunde und Verbündete," so betonte der Senator,

"können wir nicht lange politisch, wirtschaftlich oder militärisch sicher
sein.

Aber unsere Freunde und Verbündeten müssen umgekehrt auch wissen,

- 4 -

�auch wissen, daß wir keine Einmischung in ihre Sicherheit zulassen werden
und daß wir bereit sind, unsere Streitkräfte zu entsenden und unsere Städte
zu riskieren, wenn ihre in Gefahr sind."
Bezüglich der "Zurückhaltung" gegenüber der Dritten Welt wies Hart darauf
hin, daß man sich mit den Realitäten der heutigen Zeit abfinden müsse:

"Der

Tatsache, daß nicht jedes Problem der Dritten Welt ein amerikanisches Problem
ist, für das es eine amerikanische Lösung gibt; der Tatsache, daß nicht jede
Revolution in der Dritten Welt ein Kampf zwischen Ost und West ist; der Tatsache, daß Armut und Hunger und Unterdrückung viel mehr solcher Revolutionen
verursacht haben als Moskau und Havanna zusammen."

Nach Auffassung des Se-

nators bedeutet Zurückhaltung "die Anwendung von Gewalt als letztem Mittel
- nicht als erstem."
differenz".

Zurückhaltung bedeute jedoch nicht "amerikanische In-

Die Vereinigten Staaten, so betonte er, "kümmern sich um die

Menschenrechte, die demokratischen Werte und die wirtschaftliche Entwicklung."
All das sei jedoch nur möglich, wenn die Außenpolitik auf festen Grundsätzen
beruhe.

- 5 -

�Hintergrund
materiell

i

United States Information Service
Embassy of the United States of America

13

28. März 1984

USA IMPORTIEREN WENIGER OPEC-DL
Energieministerium veröffentlicht neue Daten

WASHINGTON - (AD) - Die Vereinigten Staaten haben ihre ölimporte aus
OPEC-Ländern gegenüber denen des Jahres 1973 um 40 Prozent, im Vergleich zu
den Zahlen für 1977 um 75 Prozent verringert.

Dies geht aus einem kürzlich

veröffentlichten Bericht des amerikanischen Energieministeriums mit Einzeldaten über die Monate von Januar bis November 1983 hervor.

Diese besagen, daß die USA während der in der Statistik genannten elf
Monate insgesamt nur 28 Prozent ihres Rohöls und ihrer Erdölprodukte importierten.

Die ölimporte aus den der OPEC angeschlossenen arabischen Ländern

lagen im Vergleich zu 1973 bei 66 Prozent, gegenüber 1977 bei 16 bis 20 Prozent.

Im Zeitraum von Januar bis November 1983 machten sie nur noch 14 Pro-

zent aus.

Saudi-Arabien war 1977 für die USA der bedeutendste Lieferant -

von dort kamen täglich 1,4 Millionen Barrel Rohöl (1 Barrel = 159 Liter).

Heute kommt aus dem gesamten Raum der arabischen OPEC-Länder kaum mehr
- nämlich 1,7 Millionen Barrel pro Tag, davon aus Saudi-Arabien 300 000
Barrel.

Iran trägt etwas mehr als ein Prozent, Irak weniger als ein Prozent

Postfach 20 03 OO Tel.: 0228-339 2035
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Telex: 8-85432

�ein Prozent zu den amerikanischen ölimporten bei. Jedoch ist die Tatsache
von Bedeutung, daß 20 bis 25 Prozent der öllieferungen für die freie Welt
den Persischen Golf und die Straße von Hormuz passieren.

Von deren Schlie-

ßung wären die Vereinigten Staaten zum mindestens indirekt betroffen, weil
sie aufgrund der Vereinbarungen mit der Internationalen Energieagentur im
Falle einer schwerwiegenden Störung der Ölversorgung bestimmte Quoten an ihre Verbündeten abzugeben haben.
Die zehn wichtigsten Lieferländer im Jahr 1983 von Januar bis November
waren nach Angaben des Amtes für Energie-Information:
Mexiko (807 000 Barrel pro Tag)
Kanada (467 000 Barrel pro Tag)
Venezuela (413 000 Barrel pro Tag)
Vereinigtes Königreich (369 000 Barrel pro Tag)
Indonesien (336 000 Barrel pro Tag)
Saudi-Arabien (315 000 Barrel pro Tag)
Nigeria (288 000 Barrel pro Tag)
Algerien (244 000 Barrel pro Tag)
Niederländische Antillen (190 000 Barrel pro Tag)
Jungferninseln (169 000 Barrel pro Tag)

Strategische ölreserve
Die Weltenergiemärkte einschließlich des amerikanischen Marktes sind
heute weitaus besser versorgt als vor sechs oder zehn Jahren.

Es gibt eine

genügend große Produktionskapazität, die nicht voll ausgeschöpft wird, weniger
Verbrauch, bessere Möglichkeiten zum Einsparen von öl und mehr Flexibilität,
um auf andere Energiequellen wie Gas, Kohle oder Kernkraft zurückzugreifen.
Die ölreserve der Vereinigten Staaten wurde in der Zeit der Reagan-Administration mehr als verdreifacht, was die Gefahr des Abgeschnittenwerdens von öllieferungen beträchtlich verringert.
Wenn die
- 2 -

�Wenn die Importe den Stand der ersten elf Monate von 1983 beibehalten,
entspräche die jetzige Vorratsmenge der strategischen Reserve von 385 Millionen Barrel den amerikanischen Nettoimporten über 90 Tage.

Sie lagen 1983

bei 4,24 Millionen Barrel pro Tag (die Eigenproduktion an Rohöl und Erdgasflüssigprodukten wird mit 10,226 Millionen Barrel/Tag, der Verbrauch an Mineralölprodukten mit 15,044 Millionen Barrel/Tag angegeben).
porte aus allen OPEC-Ländern betrugen im Jahr 1983

Die Nettoim-

1,802 Millionen Barrel

pro Tag (1977: 6,190 Millionen), aus arabischen Ländern der OPEC 604 000
Barrel pro Tag (1977: 3,184 Millionen).

+ + + + +

- 3 -

�28. März 1984

13

ELTERNINITIATIVEN GEGEN DIE SUCHTGEFAHR

- (AD) - Ein Hauptthema auf der diesjährigen PRIDE-Tagung in Atlanta
(Georgia) vom 22. bis 24. März war die Bildungen internationaler Elterninitiativen zur Eindämmung der Suchtgefahr bei Jugendlichen.

Diese in den Ver-

einigten Staaten vor ein paar Jahren ins Leben gerufene "Bewegung" kann inzwischen Erfolge aufweisen, wie Umfragen in Schulen zum Rauschmittelkonsum
von Jugendlichen zeigen.

PRIDE, die Abkürzung für "Parents' Resource Institute

for Drug Education", ist eine auf privater Initiative basierende Selbsthilfefaktion von Elterngruppen zur "Immunisierung" von Kindern und Jugendlichen
gegen die Versuchung, es mit Drogen überhaupt zu probieren.

Denn schon darin

liegt einer der großen Gefahrenpunkte, vom Rauschgift nicht mehr freizukommen.
Zwei Selbsthilfegruppen von Eltern im amerikanischen Bundesstaat
Georgia wurden zur Keimzelle für eine Bewegung, die sich in alle 50 Bundesstaaten ausbreitete und der heute mehr als 4000 Gruppen angehören.

Dr. Thomas

Gleaton, Mitbegründer und leitender Direktor von PRIDE, definierte die Organisation als Zentrale für die Weitergabe der neuesten medizinischen Informationen über Auswirkungen und die Beschaffenheit von Rauschgiften an die
Elterngruppen im Lande, für Beratungen beim Aufbau neuer Gruppen und von

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�und von kommunaler Bürgerinitiativen zur Eindämmung des Mißbrauchs von Drogen.
Die Gesundheitsschäden durch Rauschmittelkonsum standen selbstverständlich wieder auf der Tagesordnung.

Eingehend wurden auch Erziehungsfragen und

Maßnahmen zur Vorbeugung, die Rolle von Eltern, Schule, Bürgerschaft und
kommunalen Stellen im Kampf gegen Drogensucht und, zum ersten Mal, auch die
Auswirkungen von Drogenmißbrauch in den Herkunftsländern der Rauschgifte behandelt.

Dort beginnt sich z.B. der Konsum von Heroin, das noch bis vor nicht

allzu langer Zeit für den Export produziert wurde, immer weiter auszudehnen mit verheerenden Folgen in der Bevölkerung.
Delegierte aus 40, einschließlich europäischer, asiatischer und lateinamerikanischer, Staaten

kamen dieses Mal zu der Tagung, zu der sich 500 Er-

wachsene und 700 Jugendliche angemeldet hatten.
Jahr 1982 nur vier andere Staaten vertreten.

Im Jahr 1983 waren 17, im

Um den besonderen Problemen in

den verschiedenen Regionen der Welt besser gerecht werden zu können, wurde
für die ausländischen Teilnehmer der Beginn der Konferenz um einen Tag vorverlegt.

Parallel zur Tagung liefen die Veranstaltungen für die jugendlichen

Teilnehmer, auf denen es in erster Linie darum ging, wie in der Bekämpfung
der Rauschgiftsucht engagierte Jugendliche gefährdete Altersgenossen beeinflussen und ihnen helfen könnten, vom Rauschgift freizukommen.
Eine der ersten PRIDE-Bewegungen im Ausland etablierte sich im vergangenen Jahr in Schweden.

+ + + + +

- 2 -

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              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;USA drängen weiterhin auf Abzug der sowjetischen Truppen aus Afghanistan&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Erklärung Präsident Reagans zum Afghanistan-Tag -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Shultz: Solidarität mit Afghanistan&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Erklärung des amerikanischen Außenministers zum Afghanistan-Tag -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die äußeren Einflüsse in Mittelamerika&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Von William H- Luers -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Michael Armacost soll neuer Staatssekretär im US-Außenministerium werden&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Wahlen in Amerika 1984&lt;br /&gt;&lt;em&gt;(4)&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Die außenpolitischen Auffassungen der beiden demokratischen Rivalen -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;USA importieren weniger OPEC-Öl&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Energieministerium veröffentlicht neue Daten -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Elterninitiativen gegen die Suchtgefahr</text>
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