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und
Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

7. März 1984

10
I N H A L T

DOKUMENTATION
Präsident Reagan würdigt deutsch-amerikanische Partnerschaft
- Erklärung nach dem Treffen mit Bundeskanzler Kohl WIRTSCHAFT
Volcker:

Spartätigkeit Grundlage eines anhaltenden Wachstums

- Ausführungen des US-Bundesbankpräsidenten Spezialstahldisput zwischen USA und EG beigelegt
HINTERGRUNDMATERIAL
Die Wahlen in Amerika 1984
( 3)
- Erste Trends bei den Demokraten erkennbar WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Raumstation - eine Brücke zur Zukunft
- NASA-Chef James M. Beggs befürwortet Projekt vor Senatsausschuß
Planet Venus vulkanisch aktiv

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Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

10

7. März 1984

PRÄSIDENT REAGAN WÜRDIGT DEUTSCH-AMERIKANISCHE PARTNERSCHAFT
- Erklärung nach dem Treffen mit Bundeskanzler Kohl -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Reagan hat erneut die Bedeutung der engen
Partnerschaft zwischen den Vereinigten Staaten und der Bundesrepublik Deutschland unterstrichen. In einer Erklärung nach seinem Gespräch mit Bundeskanzler
Kohl sagte der amerikanische Präsident am 5. März 1984, die deutsch-amerikanische Partnerschaft bleibe auch weiterhin im Bemühen der freien Welt um Frieden, Sicherheit und Prosperität ein positives, dynamisches und lebenswichtiges Element.
Die Erklärung Reagans hat folgenden Wortlaut:
Herr Bundeskanzler, Herr Staatssekretär,meine Damen und Herren!
Wir hatten heute die Ehre, Bundeskanzler Kohl als Gast bei uns zu haben.
Die deutsch-amerikanische Partnerschaft bleibt auch weiterhin im Bemühen der
freien Welt um Frieden, Sicherheit und Prosperität ein positives, dynamisches
und lebenswichtiges Element. Die persönliche Beziehung zwischen dem Bundeskanzler und mir steht beispielhaft für die engen Bande zwischen unseren beiden Ländern.
Ich hatte

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�Ich hatte heute das Vergnügen, mit ihm Fragen von bilateraler und internationaler Bedeutung zu sprechen.

Unsere Gespräche konzentrierten sich auf

die Notwendigkeit für den Westen, bei der Behandlung der sich ändernden Weltlage der achtziger Jahre eine Führungsrolle einzunehmen. Wir beide stimmten
darin überein, daß das Jahr 1983 für das NATO-Bündnis ein entscheidendes Jahr
war.

Die Führungen der westlichen Demokratien blieben angesichts einer inten-

siven sowjetischen Einschüchterungskampagne fest, die darauf abzielte, die
NATO-Dislozierung der neuen nuklearen Mittelstreckenraketen zu blockieren.
Es gereichte dem gesamten Bündnis zum Verdienst, daß es seine Entschlossenheit demonstrierte, das militärische Gleichgewicht in Europa wiederherzustellen,
eine glaubwürdige nukleare Abschreckung beizubehalten und aus dieser Herausforderung gestärkt hervorzugehen.

Dank dem Mut und dem Weitblick von Führungs-

persönlichkeiten wie Bundeskanzler Kohl können wir mit Stolz auf das vergangene
Jahr verweisen und mit Zuversicht in die Zukunft blicken.
Sowohl Bundeskanzler Kohl wie auch ich selbst würden es vorziehen, ein
nukleares Gleichgewicht durch Rüstungsverringerung zu erreichen. Auch heute
habe ich wieder meine Bereitschaft, mein Verlangen danach unterstrichen, die
Anstrengungen fortzusetzen, um zu Vereinbarungen mit der Sowjetunion über
Rüstungsverringerungen zu gelangen. Bundeskanzler Kohl und ich stimmten darin überein, daß mit der neuen Führung im Kreml nunmehr eine Gelegenheit besteht, bei den Beziehungen zwischen Ost und West zu echtem Fortschritt zu
gelangen.
Dennoch wird das Bündnis angesichts der sowjetischen Unnachgiebigkeit
am Verhandlungstisch - zu dem zurückzukehren wir jederzeit bereit sind - auch
weiterhin seine konventionelle und nukleare Abschreckung stärken.

In der

Brüsseler Erklärung vom vergangenen Dezember haben die Außenminister der NATO
unser Angebot erneut bekräftigt, konstruktive Kontakte und einen Dialog mit
der Sowjetunion aufzunehmen.
Ich habe

�Ich habe gegenüber Bundeskanzler Kohl auch heute wieder meine persönliche
Verpflichtung bekräftigt, alle nur möglichen Wege für eine Verbesserung der Beziehungen zum Osten zu prüfen.

Ich bin bereit, mich mit der sowjetischen Füh-

rung auch persönlich zu treffen, wenn ein solches Treffen gut vorbereitet ist
und fruchtbare Ergebnisse verspricht.
Bundeskanzler Kohl und ich sprachen außerdem auch über die Stärkung der
Volkswirtschaften des Westens und der friedlichen Zusammenarbeit unserer Völker.

Wir sind besonders optimistisch hinsichtlich der immer stärker werdenden

gemeinsamen Anstrengung, die unsere Länder bei der Erforschung des Weltraums
zeigen.

Die Shuttle-Mission im November war die erste, an der auch ein nicht-

amerikanischer Astronaut, ein Deutscher, teilnahm.

Und ich war hocherfreut,

daß die Kommunikationsverbindungen es Bundeskanzler Kohl und mir ermöglichten,
miteinander und mit den Astronauten im Weltraum zu sprechen.

Es war eine er-

regende Leistung und spiegelte den guten Willen wider, auf dem künftiger Fortschritt aufbauen kann.
Heute morgen habe ich Bundeskanzler Kohl eine Plakette überreicht, die
an diese Mission erinnert und auf der Fotos sowie die amerikanische und deutsche Flagge angebracht sind, die bei diesem Weltraumflug mitgeführt wurden.
Wie es die Inschrift auf der Plakette sagt, freuen wir uns auf weitere deutschamerikanische Zusammenarbeit, um den Frieden zu stärken, den Wohlstand zu fördern und durch die Erforschung des Weltraums - unsere nächste Grenze - die
Freiheit zu mehren.
Ich freue mich besonders über unseren Erfolg bei der Ausweitung der
menschlichen Seite der deutsch-amerikanischen Beziehungen.

Die 300-Jahr-Fei-

ern deutscher Einwanderung nach Amerika vertiefte nur noch unser Wissen um die
tiefen persönlichen und familiären Bande zwischen unseren beiden Völkern.

Der

deutsch-amerikanische Feundschaftsgarten, der während der 300-Jahr-Feiern angelegt wurde, ist Symbol dieser Beziehungen.

Und das gerade angelaufene

Jugendaustauschprogramm des Kongresses und des Bundestages wird sicherstellen,
daß diese wichtigen Kontakte unvermindert anhalten.
Herr Bundeskanzler,

�Herr Bundeskanzler, nach nur 17 Monaten Amtszeit stehen Sie bereits in
der ersten Reihe der Führungspersönlichkeiten der westlichen Welt.

Es gibt

kaum ein Problem von internationaler Bedeutung, bei dem Ihre Meinung nicht
gefragt und Ihr Einfluß nicht spürbar wäre.
Und, Herr Bundeskanzler, ich zähle auf Ihre Freundschaft so, wie das amerikanische Volk auf die Freundschaft des deutschen Volkes zählt, während wir
uns gemeinsam daranmachen, uns den Herausforderungen des kommenden Jahrzehnts
zu stellen.
Ich danke Ihnen, daß Sie uns heute hier in Washington besucht haben.
Und ich freue mich auf unser nächstes Treffen.

- 4 -

�10

7. März 1984

VOLCKER: SPARTÄTIGKEIT GRUNDLAGE EINES ANHALTENDEN WACHSTUMS
- Ausführungen des US-Bundesbankpräsidenten -

WASHINGTON - (AD) - Der Präsident der amerikanischen Bundesbank (Federal
Reserve System), Paul Voicker, bezeichnete eine ausreichende Spartätigkeit der
Amerikaner als eine der Grundvoraussetzungen für ein anhaltendes Wachstum.
Diese Spartätigkeit sei notwendig, um steigende Investitionen und ein riesiges Haushaltsdefizit zu tragen.

Vor dem Haushaltsausschuß des amerikanischen

Senats sprach sich Voicker am 29. Februar 1984 auch nachdrücklich für einen
Abbau des Haushaltsdefizits aus.

Nachfolgend wesentliche Auszüge aus den Ausführungen des amerikanischen
Bundesbankpräsidenten:

Ich bin überzeugt, daß wir viel haben, worauf wir ein lang anhaltendes
Wachstum

aufbauen können.

Aber es scheint mir auch auf der Hand zu liegen,

daß jetzt schwere Entscheidungen notwendig sind, um diese Aussicht zu realisieren. ..

Die Aussichten,

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�Die Aussichten, eine größere Stabilität "einzubauen", werden weitgehend
davon abhängen, ob die Arbeitnehmer die Chance einer Erhöhung ihres Realeinkommens und die Unternehmen höhere Gewinne haben werden.
Jahre haben günstigere Umstände für beides geschaffen.

Die letzten zwei
Das Realeinkommen des

Durchschnittsarbeitnehmers ist gestiegen, da der Preisanstieg sich langsamer
vollzog als der Lohnanstieg.

Die Gewinne der Wirtschaft nach Steuern haben

sich stark erholt und sind im Verhältnis zum Bruttosozialprodukt an die besten
Jahre der siebziger Jahre herangekommen.
Wenn dieser Anstieg aufrechterhalten werden soll, dann werden wir ein
Wachstum der Produktivität brauchen; dann werden wir ein ausgewogenes Wachstum
brauchen, das Engpässe vermeidet; und dann werden wir Wettbewerb und Investitionen fördern müssen...
Wir haben während der Periode des Wiederaufschwungs tatsächlich in einigen Investitionsbereichen eine rasche Zunahme erlebt. Aber bisher haben
sich die Wirtschaftsinvestitionen hauptsächlich auf relativ kurzlebige Ausr'üstungsgüter konzentriert statt auf langlebige Anlagen oder Maschinen, die
wesentlich zur Steigerung der Produktionskapazität beitragen würden.
die Wohnungsbautätigkeit hat wieder zugenommen.

Auch

Insgesamt gesehen sind je-

doch die neuen Privatinvestitionen unter dem Strich als Anteil des Gesamtbruttosozialproduktes relativ niedrig geblieben...
Wenn wir jetzt aus dem Wiederaufschwung in die Wachstumsphase der Wirtschaftstätigkeit eintreten, dann sollten die Wirtschaftsinvestitionen auf
breiterer Front steigen. Änderungen der Steuergesetze, die in den letzten
Jahren verabschiedet wurden, sollten in diese Richtung wirken. Die Frage
jedoch bleibt, ob wir als Nation das Angebot an Ersparnissen bereitstellen
können, das notwendig ist, um sowohl steigende Investitionen als auch ein
riesiges Haushaltsdefizit zu tragen. Das scheint mir die entscheidende politische Frage zu sein.
Wie wichtig

�Wie wichtig es ist, mit dieser Frage fertigzuwerden, läßt sich aus
verschiedenen bekannten Tatsachen erkennen.

Die Zinssätze sind bereits ab-

solut - wie auch im Verhältnis zu den Preisentwicklungen - hoch, zu hoch,
und tendieren, jene Arten von Investitionen zu hemmen, bei denen die Zinskosten stark ins Gewicht fallen.

Mindestens in einigen Industriezweigen -

Papier, bestimmte Kunststoffe und einige Arten von elektronischen Geräten drohen bereits Kapazitätseinschränkungen; und lange Anlaufzeiten für Investitionen bedeuten, daß bald Pläne verwirklicht werden müssen, um Engpässe und
Bedrohungen eines nichtinfaltionären Wachstums zu vermeiden.

Wenn die Wirt-

schaft expandiert, werden auch mehr Inventarinvestitionen nötig werden, die
eine weitere Nachfrage an unsere begrenzten Spareinlagen darstellen werden.

Gegenwärtig ist es uns noch gelungen, unsere eigenen Spareinlagen zu
ergänzen, indem wir auf starke Kapitalzuflüsse aus dem Ausland zurückgriffen.
Aber diese Entwicklung enthält, wie ich gleich aufzeigen werde, Risiken und
Gefahren in sich und kann nicht unbegrenzt aufrechterhalten werden.

Die Währungspolitik

...Wir haben die Absicht, im Laufe des Jahres das Verhältnis zwischen
Währung und Wirtschaftstätigkeit und Inflation genau zu beobachten und die
Voraussetzungen und die Analysen prüfen, die erkennen lassen, ob ein normaleres "Beschleunigungs"-Verhältnis zurückkehrt.

Bei der Gestaltung unserer Poli-

tik sind wir uns jedoch ausdrücklich der Notwendigkeit bewußt, jedes stärkere
Wiederaufleben des inflationistischen Drucks zu vermeiden, wenn unsere Wirtschaft expandiert...

Ein rascheres Geldmengen- und Kreditwachstum in dem Bemühen, den Fortschritt zu niedrigeren Zinssätzen zu beschleunigen, könnte genau die gegenteilige Wirkung haben.

Die Wirtschaft, die hauptsächlich von der

dem Defizit

innewohnenden Kaufkraft angetrieben wird, expandiert bereits in einem befriedigenden Tempo.

Indem es die Besorgnisse bezüglich der Inflation wecken würde,

- 3 -

�wecken würde, hätte ein übertriebenes Geldmengenwachstum einen negativen Einfluß auf die Zinssätze.

Die daraus resultierenden erhöhten Befürchtungen be-

züglich Inflation und Stabilität würden den Anreiz zum Sparen und die Bereitschaft von Firmen, langfristige Verpflichtungen auf dem Gebiet von Produktionsinvestitionen einzugehen, nur mindern.

Der anhaltende Zufluß von Mitteln aus

dem Ausland, von dem wir derzeit abhängig sind, würde abgeschreckt.

Eine Ab-

wertung des Dollar gegenüber anderen Währungen aufgrund inflationärer Politiken würde am Ende nicht unseren Exporteuren oder jenen helfen, die mit Importen
konkurrieren müssen, weil diese Abwertung mit einer Aufblähung der einheimischen
Kosten verbunden wäre.
Ein entscheidender Beitrag, den die Bundesbank selbst in der Praxis zu
einer anhaltenden Prosperität leisten kann, besteht darin, daß wir die Erwartung - und die Realität - wecken, daß wir die schwer errungenen Gewinne gegen
die Inflation schützen können.

Und das wird letztlich die Voraussetzungen

für dauerhafte Senkungen der Zinssätze und eine anhaltende, besser ausgewogene
Ausweitung der allgemeinen Wirtschaftstätigkeit schaffen.
*

Die Rolle der öffentlichen Hand
Was wir in der Bundesbank nicht durch Manipulation der Geldmenge tun
können - was aber erreicht werden muß -, ist eine größere Ausgewogenheit
zwischen Nachfrage nach und Angebot von Spareinlagen.

Hier spielt die öf-

fentliche Hand die entscheidende Rolle.
Der Stand des Bundeshaushalts berührt direkt und indirekt die Anforderungen an die Wirtschaft. Das Anwachsen des Defizits, das wir im vorigen
Jahre zu verzeichnen hatten, trug dazu bei, das Tempo der Wiederaufnahme der
Wirtschaftstätigkeit zu beschleunigen, obwohl die Zinssätze - historisch gesehen - hoch blieben. Das Defizit erhöhte praktisch die Kaufkraft zu einem
Zeitpunkt, als die Wirtschaft noch immer die Auswirkungen der Rezession spürte. In dem Maße jedoch, in dem das Wirtschaftswachstum zunahm, traten die

- 4 -

�traten die negativen Auswirkungen des Ungleichgewichts zwischen einheimischen
Spareinlagen und Investitionen auf den Kreditmärkten und unseren Auslandsgeldern deutlicher zutage.

Und dieses Ungleichgewicht kann sich nur verschlech-

tern, wenn wir zulassen, daß in den kommenden Jahren Defizite in einer solchen
Größenordnung auftreten, wie sie das Haushaltsbüro des Kongresses und andere
vorausgesagt haben.

Eine Zeitlang konnten wir relativ leicht auf ausländische Spargelder zurückgreifen.

Diese Mittel wurden nicht nur durch unsere hohen Zinssätze und

unsere starken Börsen angezogen, sondern auch durch ein relatives Vertrauen
in unsere wirtschaftliche und politische Aktivität.

Dadurch wurde die Aus-

wirkung des Haushaltsdefizits auf unsere Zinssätze etwas abgemildert, und
es trug dazu bei, sowohl Defizit als auch Investitionen zu finanzieren.

Aber auf längere Sicht ist es eine fragwürdige und riskante Methode,
einheimisches Wachstum und einheimische Kapitalbildung zu finanzieren - und
sich dabei auf einen zunehmenden Zustrom von Auslandskapital zu verlassen.
Dies führt nämlich zu hohen Kosten in Form wachsender Handels- und Leistungsbilanzdefizite - Defizite, mit denen man nicht ewig leben kann.

Darüber hin-

aus ist ein wachsender Zufluß von Auslandskapital von dem Vertrauen in unsere
Fähigkeit abhängig, mit unseren wirtschaftlichen Angelegenheiten zu relativ
hohen Zinssätzen fertigzuwerden.

In dem Maße, in dem unsere Währungs- oder

Haushaltspolitik dieses Vertrauen nicht mehr rechtfertigt - wenn etwa der
inflationäre Druck wieder im Aufsteigen begriffen zu sein schiene oder unsere Finanzposition gegenüber dem Ausland durch hohe Auslandskredite stetig
geschwächt würde - würde auch das Risiko größer, daß die Kapitalzuflüsse aus
dem Ausland nachlassen, was negative Folgen für den Dollar und die Zinssätze
hätte...

Ich weiß, daß Sie noch einen weiteren Grund kennen, warum umgehend gehandelt werden sollte, um die Defizite zu senken:

Die großen Defizite, von

denen heute ausgegangen wird, können sich selbst verewigen.
Die direkten

- 5 -

•

�Die direkten Auswirkungen liegen auf der Hand.

Die Zinsleistungen für

die Schulden, die gemacht werden, um das diesjährige Defizit zu finanzieren,
addieren sich zu dem Defizit vom nächsten Jahr, und die Zinsen für diese Defizite potenzieren sich in der Zukunft,und es wird immer schwerer, die Entwicklung umzukehren.
Lassen Sie mich das noch auf andere Weise erklären.

Die Erwartungen der

Administration und des Haushaltsbüros des Kongresses bezüglich des Haushaltsprogramms der Regierung unterscheiden sich beträchtlich - nicht zuletzt wegen
der benutzten wirtschaftlichen Ausgangspunkte.

So gehen vor allem die höheren

Defizitvoraussagen des Haushaltsbüros des Kongresses davon aus, daß die Zinsen nicht in dem Maße fallen werden, wie es die Administration erwartet, was
die Auswirkungen anderer Faktoren auf höhere Defizite noch verstärkt.

Wenn

wir jedoch die Chance nutzen und stärkere und raschere Maßnahmen ergreifen,
um das Defizit zu senken, und diese Maßnahmen dazu beitragen, daß niedrigere
Zinssätze eintreten, als das Haushaltsbüro des Kongresses annimmt, dann kann
das Defizit mehr dem von der Administration angenommenen Trend entsprechen.
Mit anderen Worten, wenn wir die Dinge immer wieder hinausschieben, dann verschärft sich das Problem nur, und wir werden alle in nicht allzu ferner Zukunft vor noch schwierigeren Entscheidungen stehen.
Weniger deutlich erkennbar mögen neue Forderungen an den Haushalt sein,
die sich aus den Versuchen zahlreicher Sonderinteressengruppen - Verbraucher,
Arbeitnehmer oder Unternehmer - ergeben, um die Auswirkungen anhaltend hoher
Defizite auf unsere internationale Wettbewerbsposition und auf die Zinssätze
auszugleichen. So ruft beispielsweise die Verschlechterung der Wettbewerbsposition unserer industriellen und landwirtschaftlichen Erzeugnisse auf den
Weltmärkten bereits Forderungen nach Subventionen, Steuererleichterungen und
besonderen Schutzmaßnahmen für bestimmte Wirtschaftssektoren auf den Plan, die
von der Familienfarm bis zur Stahlindustrie reichen. Die Auswirkungen der
hohen Zinsen auf den Wohnungsbau führen zu Forderungen nach neuen Programmen
auf diesem Gebiet.
Sie alle

- 6 •

�Sie alle kennen diese Probleme, wie ich annehmen darf.

Das eigentliche

Hindernis für ein Handeln ist nicht geistiger Natur, sondern die Schwierigkeit, einen praktischen Konsens über spezifische Ausgaben- oder Einnahmenprogramme zu finden, um das Problem in den Griff zu bekommen,.

In gewisser Weise

scheint das Problem, mit dem Defizit fertigzuwerden, für jeden das zweitrangige Problem zu sein - die höchste Priorität scheinen spezifische Ausgabenprogramme oder Steuererleichterungen zu sein, alles Dinge, die natürlich, für
sich gesehen, ihre Berechtigung haben.
Entscheidungen auf diesen Gebieten -• in politischen wie auch wirtschaftlichen Dimensionen - liegen nicht im Aufgabenbereich der Bundesbank.

Ich kann

nur drängen, daß sie lieber früher als päter angepackt werden, ehe wir auf den
Geldmäkrten und anderswo in eine Atmosphäre der Krise geraten.
Es ist in den letzten Jahren viel erreicht worden, um die Wirtschaft
wieder auf eine gesunde Basis zu stellen - zu viel und unter zu hohen Kosten,
als daß wir das alles wieder aufs Spiel setzen dürften.

Die Risiken entstehen

hauptsächlich aus unserem eigenen Handeln - oder unserer eigenen Untätigkeit.
Das, was getan werden muß, um wirklich etwas zu erreichen - um den Trend der
Defizite unter Kontrolle zu bringen - liegt nicht außerhalb unserer Reichweite.

Wir haben es in der Vergangenheit geschafft, und wir können es wieder

schaffen.

- 7 -

�10

7. März 1984

SPEZIALSTAHLDISPUT ZWISCHEN USA UND EG BEIGELEGT

GENF - (AD) - Die Vereinigten Staaten und die Europäische Gemeinschaft
sind übereingekommen, bei der Auseinandersetzung über SpezialStahlprodukte
auf alle Fälle auf eine Konfrontation zu verzichten, wie Botschafter Michael
B. Smith am 28. Februar 1984 in Genf betonte.
Der Stellvertretende US-Sonderbeauftragte für Handelsverhandlungen
sprach im Anschluß an eine GATT-Sondersitzung, auf der Wege gefunden werden
sollten, um die Meinungsverschiedenheiten im amerikanisch-europäischen Handel aus der Welt zu schaffen, vor Pressevertretern.
Zu den Mißstimmungen war es gekommen, nachdem die Europäische Gemeinschaft auf Begrenzungen reagiert hatte, die von den Vereinigten Staaten im
vergangenen Juli bei Einfuhren von Spezialstahlprodukten aus Europa verhängt
worden waren und die den Zweck hatten, die amerikanischen Produzenten von
SpezialStahl gegen Nachteile zu schützen.

Die Europäische Gemeinschaft traf

hierauf Gegenmaßnahmen dergestalt, daß die Zölle auf Einfuhren amerikanischer
Chemieerzeugnisse und Alarmsysteme heraufgesetzt wurden; außerdem wurden
quantitative Beschränkungen für andere Chemieprodukte und für Sportausrüstungen verhängt.
Smith unterstrich,

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�Smith unterstrich, daß die Vereinigten Staaten nicht das Recht der
Europäischen Gemeinschaft in Frage stellten, gemäß den Sicherheitsbestimmungen des GATT derlei Maßnahmen zu ergreifen.

Die USA seien jedoch der Ansicht,

daß die von der EG vorgeschlagenen Schritte gegen die amerikanischen Exporte
gegenüber der amerikanischen Maßnahme mehr als "reichlich ausgeglichen" gewesen seien.
Smith sagte weiter, daß die beiden Parteien nach einem Treffen auf hoher
Ebene bei der EG-Kommission in Brüssel am 27. Februar - an dem auch William
Brock, der Sonderbeauftragte des Präsidenten für Handelsverhandlungen, teilnahm - hinsichtlich der Möglichkeiten übereingekommen seien, Verfahrensfragen
innerhalb des GATT-Rahmens einer Lösung zuzuführen.
So habe die EG ihre Zustimmung gegeben, daß für den Kurs zwischen Dollar
und dem "ECU" (der EG-Währungseinheit) derjenige des Jahres 1984 - und nicht
des Jahres 1982 - zugrundegelegt werde, um die europäischen Importe amerikanischer Waren zu bemessen.

Experten zufolge würde dies eine 20prozentige Er-

höhung der Quote bedeuten, die jenen amerikanischen Waren zugrundeliegt, die
in die EG gelangen-

Weiterhin habe die EG zugestimmt, auf Ersuchen der Ver-

einigten Staaten all jene Fälle zu prüfen, in denen die Gegenmaßnahmen der
Europäischen Gemeinschaft "übermäßige Auswirkungen" auf preisempfindliche
Güter, wie etwa chemische Produkte, haben würden.

Wie der Botschafter be-

tonte, könnten "drakonische" Maßnahmen gegen solche Produkte nicht nur den
Handel verringern, sondern ihn aufgrund der Preisempfindlichkeit bestimmter
Güter sogar ganz beseitigen.
"Beträchtliche Meinungsverschiedenheiten" zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Gemeinschaft gebe es, so Smith, noch bei anderen
Problemen, die sich aus den Handelsstatistiken ableiten, welche von den beiden Handelspartnern erstellt werden.
Er betonte jedoch:

"Wir haben nunmehr einen Prozeß zur Verfügung, mit

dessen Hilfe wir bei künftigen Disputen Lösungen finden können...

- 2 -

Dies zeigt,

�Dies zeigt, wie man sich in einem Geist der Kooperation zusammensetzen und
die Dinge klären kann."
In Washington erklärte ein Vertreter des Außenministeriums, daß sich
die EG - neben der Vereinbarung hinsichtlich des 1984er-Wechselkurses und
der Frage preisempfindlicher Waren - damit einverstanden erklärt habe, Diskrepanzen aus der Welt zu schaffen, die sich bei den Handelsdaten hinsichtlich
der von den Maßnahmen der EG betroffenen Länder ergeben; dies solle durch
laufende Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten geschehen, um den tatsächlichen Umfang des Handels festzulegen und die Quoten entsprechend anzupassen, falls entsprechende Analysen dies erforderlich machen sollten.

- 3 -

�10

7. März 1984

DIE WAHLEN IN AMERIKA 1984
( 3 )
- Erste Trends bei den Demokraten erkennbar

- (AD) - Auch wenn der Weg zur Nominierung des Präsidentschaftskandidaten der Demokratischen Partei - auf dem Parteikonvent vom 16. bis 20. Juli
in San Franzisko - noch weit ist, so hat Senator Gary Hart aus Colorado nach
seinem jüngsten Sieg in Vermont doch eine erstaunliche Ausgangsposition erreicht und einen gewissen Vorsprung vor dem von der Partei favorisierten ehemaligen amerikanischen Vizepräsidenten Walter (Fritz) Mondale gewonnen.
Mondale - der bereits eine Anzahl von Delegierten aus dem Kongreß für
sich gewinnen konnte, die aber nicht endgültig festgelegt sind -, hatte zunächst bei den ParteiVersammlungen am 21. Februar in Iowa fast die Hälfte
der Wählerstimmen und fast alle 50 Delegierten dieses Bundesstaates auf seine
Seite gebracht.

Bereits bei den Vorwahlen in New Hampshire eine Woche später

wurde jedoch der Siegeslauf von Mondale (56) durch Gary Hart (47) gestoppt,
der über 40 Prozent der Stimmen für sich verbuchen konnte, gegenüber 29 Prozent für Mondale.

Die Erfolgsserie für Hart setzte sich am 4. März bei den

Partei Versammlungen in Maine fort, wo er 50,7 Prozent der Stimmen gegenüber
43,7 Prozent für Mondale erringen konnte. Auch wenn die Vorwahlen im Staate

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�im Staate Vermont am 6. März vielleicht nicht als besonders bedeutsam angesehen werden, so konnte Hart doch auch hier mit 71 Prozent der Stimmen seinen
Konkurrenten Mondale - mit 20 Prozent der Stimmen - schlagen.
Sicherlich gilt im politischen Leben Amerikas - wie auf allen anderen
Gebieten - der Satz, daß nichts so erfolgreich ist wie der Erfolg.

Der 13.

März, an dem in 11 Staaten der USA Vorwahlen stattfinden, wird vielleicht
eine echte Vorentscheidung bringen.
Daß bei den Republikanern der amtierende Präsident Ronald Reagan als
Kandidat unangefochten ist, darf niemand überraschen.

Wer sein Gegner bei

der Wahl im November sein wird, ist allerdings noch offen.
Ohne Frage spielen die Medien eine Rolle bei der politischen Willensbildung in den Vereinigten Staaten, aber die direkte Ansprache des Wählers, das
Händeschütteln von Haus zu Haus, von Veranstaltung zu Veranstaltung hat seine
Bedeutung noch keineswegs verloren.

Offensichtlich ist es Gary Hart hier ge-

lungen, bei den Wählern "besser anzukommen" als sein im politischen Leben
sehr erfahrener Konkurrent Walter Mondale.

Die Chancen der übrigen Bewerber,

von denen einige bereits aufgegeben haben, dürften nicht allzu günstig beurteilt werden.

Sicherlich werden aber der ehemalige Astronaut und Senator

aus Ohio, John Glenn, und der farbige Bürgerrechtler Jesse Jackson das Rennen nicht so schnell aufgeben.
Senator Gary Hart verfügte zunächst über relativ wenig Mittel und Wahlhelfer - eine Situation, die sich nach seinen Anfangserfolgen sicherlich ändern wird, "wenn mich die Leute erst einmal kennen", wie er nach den Vorwahlen
in New Hampshire sagte.
Gary Hart wurde 1937 in der Farmgemeinde Ottawa im Staate Kansas geboren, wo sein Vater zunächst eine Ranch betrieb und dann Landmaschinen verkaufte.

Sein ursprünglicher Familienname war Hartpence, den Gary während

seines College-Studiums in Hart änderte bzw. verkürzte.

- 2 -

Hart wuchs als Ange-

�als Angehöriger einer konservativen protestantischen Sekte - Kirche der
Nazarener - auf und ging nach Abschluß seiner ersten Studien an dem stark
religiös gebundenen College seiner Sekte an die Yale-Universität, wo er zunächst Philosophie und Theologie studierte.
Nachdem er als Wahlhelfer 1960 für den Präsidentschaftskandidaten John
F. Kennedy tätig gewesen war, zeigte er jedoch Interesse an einer Karriere
im öffentlichen Dienst.

Nach Abschluß seines Jurastudiums in Yale war er zu-

nächst als Anwalt tätig. Mit dem Ende der demokratischen Johnson-Administration ging Hart nach Denver in Colorado, um dort eine Anwaltspraxis zu eröffnen.
Sein Interesse an der Parteiarbeit war jedoch nicht erloschen, und er
war maßgeblich an der Nominierung McGoverns als demokratischer Präsidentschaftskandidat 1972 beteiligt.
Sein großes Organisationstalent half Hart bei seiner Wahl in den amerikanischen Senat im Jahr 1974, und auch 1980 wurde er - gegen den nationalen
Wahltrend für Reagan und republikanische Kandidaten - mit großer Mehrheit
wiedergewählt.
Hart ist seit 25 Jahren verheiratet und hat zwei Kinder.

+ + + + +

- 3 -

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7. März 1984

RAUMSTATION - EINE BRÜCKE ZUR ZUKUNFT
- NASA-Chef James M. Beggs befürwortet Projekt vor Senatsausschuß

WASHINGTON - (AD) - Den Bau einer ständig besetzten Raumstation durch
die Vereinigten Staaten bezeichnete James M. Beggs, der Administrator des
amerikanischen Amtes für Luft- und Raumfahrt (NASA), als den "nächsten logischen Schritt". Beggs äußerte sich zu dem Projekt, das Präsident Reagan
am 25. Januar 1984 in seiner Botschaft zur Lage der Nation vorgeschlagen
hatte, am 27. Februar 1984 vor dem Haushaltsausschuß des amerikanischen Senats.
Die Raumstation, in der sechs bis acht Personen arbeiten werden, soll
mit einem Kostenaufwand von ca. acht Milliarden Dollar entwickelt werden
und Anfang der neunziger Jahre einsatzbereit sein. Mit vorbereitenden Studien wurde eine Expertengruppe unter der Leitung von Prof. Peter M. Banks,
dem Direktor des Laboratoriums für "Space Telecommunications and Radio Science"
der Stanford-Universität (Kalifornien),betraut, die die NASA in der wissenschaftlichen und technischen Planung unterstützen und ihre Untersuchungen in
ca. zwei Jahren abgeschlossen haben soll.
schieht unter der Mitwirkung der Industrie.

Die Auslegung des Systems geAußerdem wird die NASA für die

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�für die Entwicklung neuer Technologien sowie die Einrichtung von Testanlagen
für Komponenten und Technologien zuständig sein.

In einer niedrigen, zur

Äquatorebene geneigten Umlaufbahn soll die Raumstation die Erde umkreisen.
Im folgenden bringen wir die Stellungnahme von NASA-Chef Beggs vor dem
Haushaltsausschuß des Senats in Auszügen:
In seiner Botschaft zur Lage der Nation an den US-Kongreß skizzierte
Präsident Reagan eine kühne neue Initiative der Vereinigten Staaten, die uns
in den neunziger Jahren und in der Zeit danach unsere hart erarbeitete Führungsrolle im Weltraum erhalten und sichern wird.

Die Initiative gilt einer

ständig besetzten Raumstation, die innerhalb eines Jahrzehnts betriebsbereit
sein soll. Die Raumstation soll...:
- das Engagement Amerikas in Forschung, Technologie und Produktivität widerspiegeln und ausweiten;
- friedliche, sichtbare Demonstration der Stärke der USA und ihres festen
Engagements für ihre Führungsrolle sein;
- der eindeutigen Weisung gerecht werden, die das zivile Raumfahrtprogramm gebraucht hat und die in der Erklärung des Präsidenten vom Juli
1982 zur nationalen Raumfahrtpolitik enthalten ist. Sie fordert auch
eine gründliche Überprüfung unserer langfristigen Ziele und Pläne im
Weltraum;
- neue Möglichkeiten für Forschungs- und Anwendungsprojekte schaffen und
so die Tradition wissenschaftlicher Leistungen und Erfolge fortsetzen,
die die Nation inzwischen mit dem Raumfahrtprogramm verbindet.
Die Zeit ist reif für die Raumstation - die Liste für Aufgaben, die
aufgrund der einzigartigen Möglichkeiten der Raumstation in Angriff genommen
und ausgeweitet werden können, ist übervoll.
Und Institutionen der amerika-

�der amerikanischen Industrie wie die NASA stehen bereit, sich entsprechend
der Initiative des Präsidenten an die Arbeit zu begeben.

Die Station ist

meines Erachtens der nächste logische Schritt im Weltraum.
Die Idee einer Raumstation...

ist nicht neu. Aber aufgrund einer Reihe

von Umständen ist die Initiative des Präsidenten zum gegenwärtigen Zeitpunkt
ganz aktuell.

Der wichtigste Grund, jetzt mit einer Raumstation zu beginnen,

ist die Tatsache, daß der Raumtransporter dem Operationenen Betrieb schon
sehr nahe gekommen ist. Nach einem zehnjährigen Entwicklungsprogramm sind
uns jetzt Routine-Starts in eine niedrige Erdumlaufbahn möglich.

Um die ein-

zigartigen Vorteile des Umfelds Weltraum maximal zu nutzen, müssen wir permanent präsent sein, was uns in die Lage versetzt, rund um die Uhr dort zu
arbeiten und die Möglichkeiten bzw. Leistungsfähigkeit des Raumtransporters
voll zu nutzen.

Ohne die Leistungsfähigkeiten der Raumfähre wäre die "eher

ständige Präsenz im Weltraum" nie zu erreichen, die der Präsident in seiner
Erklärung vom 4. Juli 1982 zur nationalen Raumfahrtpolitik erwähnte.
Der zweite Grund ist der, daß die Operationen, die wir mit dem Raumtransporter bisher durchgeführt haben, in der Wirtschaft großes Interesse
an Investitionen für künftige Aktivitäten im Weltraum weckten.

Der Bau ei-

ner Raumstation ist notwendig, um die Einrichtungen zu schaffen, die zu solchen Investitionen sehr ermutigen, und um neue Technologien zu fördern, die
dann auch der amerikanischen Wirtschaft wieder zugute kommen.
Schließlich hat der Raumtransporter auch das internationale Interesse
am amerikanischen Raumfahrtprogramm sehr gefördert, wie die überwältigend
gute Aufnahme der ENTERPRISE in Europa im Sommer letzten Jahres und der überaus erfolgreiche Flug des Weltraumlabors SPACELAB vor drei Monaten beweist.
Wie der Präsident sagte, werden wir das Programm für die Raumstation so planen, daß es unseren Freunden und Verbündeten in aller Welt möglich wird, sich
zu beteiligen und gemeinsam mit uns diesen wichtigen Schritt zu tun.
Aufgrund von

- 3 -

�Aufgrund von Analysen der NASA und der Industrie aus den letzten 18
Monaten dient das Programm "Raumstation" einer ganzen Reihe von Funktionen,
beispielsweise:
- Laboratorium im Weltraum zur Durchführung wissenschaftlicher Aufgaben
und für die Entwicklung neuer Technologien;
- permanentes Observatorium zur Beobachtung von Erde und Universum;
- Verkehrsknotenpunkt, wo Nutzlasten und Fahrzeuge Station machen, um abgefertigt und zu ihrem Ziel auf den Weg gebracht zu werden;
- Dienstleistungsstation, wo diese Nutzlasten und Raumfahrzeuge gewartet
und, falls erforderlich, repariert werden;
- Montagestation, wo dank ausreichender Zeit im Orbit und bei Vorhandensein der erforderlichen Ausrüstungen große Strukturen zusammengebaut
und durchgeprüft werden;
- Fabrikationsstätte, wo der Mensch mit neuen Ideen die besonderen Gegebenheiten nutzen kann, um den kommerziellen Bereich im Weltraum weiter auszudehnen;
- Orbitaldepot, wo Nutzlasten und Teile für den späteren Einsatz auf
Lager gehalten werden; und
- Basis, um von hier aus ehrgeizige künftige Missionen zu starten.
Vielleicht noch wichtiger als jeder dieser Einzelpunkte ist es, daß
die Raumstation meines Erachtens zu wichtigen Aktivitäten und Funktionen
führt, die wir jetzt noch gar nicht voraussagen können.

Sie ist eine grund-

legend neue und vielseitige Leistungsbasis zur Unterstützung von Aktivitäten
im Weltraum in den neunziger Jahren und danach.
Da die

�Da die Auslegung eines bestimmten Typs von Raumstation noch nicht vorliegt, ist es vielleicht angebracht, darzulegen, was nach der gegenwärtigen
Ansicht der NASA die Station zu umfassen hätte.

Eine Raumstation ist als

permanent betriebene Vielzweck-Einrichtung in niedriger Erdumlaufbahn gedacht,
die aus Elementen besteht, in denen sich Menschen aufhalten und aus solchen,
die unbemannt sind - eine Einrichtung, die die Effizienz unserer Operationen
im Weltraum bedeutsam ausweitet. Nach dem gegenwärtigen Stand unserer Vorarbeiten würde die Station aus einer bemannten Basis und dazugehörigen unbemannten Plattformen bestehen, die sowohl wissenschaftlichen als auch anwendungstechnischen Aufgaben dienen und von der bemannten Basis aus betreut werden.

Basis und Plattformen würden aus Segmenten zusammengebaut, die im Nutz-

lastraum der Raumfähre in den Orbit gebracht würden.

Der Raumtransporter

würde auch für die "Logistik", d.h. für den Nachschub an Material und den
Hin- und Hertransport der Besatzung benutzt. Wir glauben, daß eine solche
Station innerhalb eines Jahrzehnts in Betrieb gehen und die Entwicklungsphase
mit schätzungsweise acht Milliarden Dollar nach heutigern Dollarwert bewältigt werden könnte.
Für das Haushaltsjahr 1985 suchen wir um die Bewilligung von 150 Millionen Dollar für das "Programm Raumstation" nach.

Diese Mittel sind als

Mindestsumme, aber ausreichend dafür gedacht, ein Unternehmen dieser Bedeutung und dieses Umfangs in Angriff zu nehmen, und notwendig, um ein effizientes und gut durchdachtes Programm für die Raumstation zu gewährleisten.
Im Hinblick darauf haben wir eine umfangreiche Definitionsphase mit genügend
umfangreichen Mitteln geplant, um sicherzustellen, daß das Programm bei Beginn der Bauphase ganz gründlich definiert sein wird, den Benutzeranforderungen Rechnung trägt und unter Einbeziehung der modernsten verfügbaren Technologie die richtige Mischung von Mensch und Maschine zur Grundlage hat.

Die

Bemühungen um Definition schließen auch einen Automationsplan ein, um das
Beste an Verfahrenstechniken mit und ohne Einsatz von Menschen zu nutzen und
so ein Optimum an Produktivität an Bord der Raumstation zu erzielen.

Das für

das Haushaltsjahr 1985 vorgesehene Programm wird das erste Jahr dieser detaillierten Bemühungen um technische Definitionen umfassen, welche die Grundlage

- 5 -

�die Grundlage für die endgültigen Pläne zum Bau der Raumstation bilden.
Der Etat für 1985 enthält außerdem ein positives Element für die Zielsetzung und institutionelle Stabilität des Programms. Die auf fünf Jahre
ausgelegten Projektionen sehen auch einen realen Aktivitätszuwachs der NASA
von einem Prozent jährlich über die Zeit von 1986 bis 1989 vor.o.

+ + + + +

�UJi//cn/chaft
und Technik
United States Information Service
Embassy of the United States of America

7. März 1984

10

PLANET VENUS VULKANISCH AKTIV

- (AD) - "Heftige vulkanische Aktivität" auf dem Planeten Venus sei,
wie jetzt Wissenschaftler vom Ames-Forschungslaboratorium des amerikanischen
Amtes für Luft- und Raumfahrt (NASA) in Kalifornien berichteten, als Ursache
der zweitweil ig sehr hohen Schwefelkonzentration in der Venusatmosphäre anzunehmen.

Dies habe eine eingehende Analyse der von den amerikanischen PIONIER-

VENUS-Sonden, von denen eine seit Dezember 1978 den Planeten umkreist, übermittelten Meßdaten ergeben.

Allem Anschein nach kam es im Jahr 1978, noch vor

dem Eintreffen der Sonden, zu einer Eruption, die mindestens zehnmal gewaltiger war als von den stärksten Vulkanausbrüchen auf der Erde bekannt. Zu
letzteren zählt z. B. ein Ausbruch eines Vulkans auf der Insel Krakatau
(Indonesien) im Jahr 1983, der fast 36 500 Menschen das Leben kostete und
über die Hälfte der Insel zerstörte.
Nach Meinung der NASA-Wissenschaftler kommt den neuen Erkenntnissen
große Bedeutung zu, da der Planet Venus angesichts seiner ähnlichen Größe,
Masse, Dichte und nur geringfügig kürzeren Entfernung von der Sonne als "Zwilling der Erde" betrachtet wird.
tischen Wert für die Geologie...

"Diese Daten sind von unmittelbarem prakund unsere Erkenntnise über die Entwicklung

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�die Entwicklung der Erde", heißt es in einer Presseverlautbarung der NASA.
Larry Esposito, Astronom an der Universität Colorado, berichtet aufgrund wiederholter und sehr eingehender Datenauswertung, daß sich im Jahr 1978 die
Schwefeldioxidkonzentration in der Venus-Atmosphäre um 50 Prozent erhöhte,
seitdem aber ständig, auf etwa ein Zehntel der ersten Werte, zurückgegangen
sei.

Ähnliche Beobachtungen einer Schwefelanreicherung in der Atmosphäre

mache man nach einer starken Vulkanausbruch auf der Erde.
Wie Esposito weiter erklärte, dürften die Schwefelmassen bis in 70 km
Höhe getragen worden sein - und dies in einer Atmosphäre, die hundert Mal
dichter ist als die Lufthülle der Erde. Nach topographischen, Schwerefeldund Radardaten scheinen "Beta Regio" und "Atla Regio" die jüngsten vulkanischen Regionen zu sein. Laut Dr. Harold Masursky vom Geologischen Bundesamt der Vereinigten Staaten, scheint vor allem die Beta-Region aus zwei gewaltigen Schild-Vulkanen zu bestehen, die sich über mehr als 2400 km hinziehen und größer sind als die gesamte Kette von Hawaii und Midway zusammen.
Bei vulkanischer Aktivität in jüngster Zeit auf der Venus werden außerdem "wiederholt Bündel elektrischer Entladungen beobachtet, sehr ähnlich den
Blitzen in den Rauchsäulen irdischer Vulkane", so Masursky.

Vermutlich seien

die Planeten Erde und Venus sowie der Jupitermond lo die einzigen vulkanisch aktiven Himmelskörper in unserem Sonnensystem.

Allerdings dürfte erst die für

1988 geplante Radarsondierung der Venus schlüssige Antworten zur Frage von
Vulkanismus auf der Venus liefern.

- 2-

�</text>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Präsident Reagan würdigt deutsch-amerikanische Partnerschaft&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Erklärung nach dem Treffen mit Bundeskanzler Kohl -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Volcker: Spartätigkeit Grundlage eines anhaltenden Wachstums&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Ausführungen des US-Bundesbankpräsidenten -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spezialstahldisput zwischen USA und EG beigelegt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Wahlen in Amerika 1984&lt;br /&gt;(3)&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Erste Trends bei den Demokraten erkennbar -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;4. Wissenschaft und Technik&lt;br /&gt;Raumstation - eine Brücke zur Zukunft&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- NASA-Chef James M. beggs befürwortet Projekt vor Senatsausschuss -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Planet Venus vulkanisch aktiv</text>
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