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United States Information Service
Embassy of the United States of America

22. Februar 1984

INHALT

DOKUMENTATION
Bush: USA zu Fortschritten mit UdSSR auf allen Gebieten bereit
- Erklärung des US-Vizepräsidenten in Moskau Reagan:

USA halten am Nahost-Friedensplan fest

- Erklärung des US-Präsidenten nach dem Besuch von Hussein und Mubarak
Die Afrikapolitik der Vereinigten Staaten
- Von Außenminister George Shultz -

HINTERGRUNDMATERIAL
Die Wahlen in Amerika 1984
( 2)
- Der Fahrplan der Demokratischen Partei

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Produktionsstätte Weltraum
- Kommerzielle Gemeinschaftsprojekte von NASA und Industrie

Um Übei/endung von
Belegexemplaren
wlfd gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.:0228-339 2035
Telex: Ö-85432

�I

Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

22. Februar 1984

BUSH: USA ZU FORTSCHRITTEN MIT UDSSR AUF ALLEN GEBIETEN BEREIT
- Erklärung des US-Vizepräsidenten in Moskau -

MOSKAU - (AD) - Der amerikanische Vizepräsident George Bush hat in einer
Erklärung in Moskau am 14. Februar die Bereitschaft der Vereinigten Staaten
unterstrichen, auf allen Gebieten der amerikanisch-sowjetischen Beziehungen
Fortschritte zu erzielen.

Bush, der sich zur Beisetzung des verstorbenen

Staats- und Parteichefs Juri Andropow in Moskau aufhielt, traf mit dessen
Nachfolger Tschernenko

zu einem Gespräch zusammen, das Bush als "gut" und

im Geiste "ausgezeichnet" bezeichnete.

Dieses Treffen, bei dem er ein Schrei-

ben Reagans überbrachte, sei nützlich und konstruktiv gewesen.
Der amerikanische Vizepräsident gab dazu vor der Presse in Moskau folgende Erklärung ab:
Zum zweiten Mal in 15 Monaten war es meine traurige Pflicht, der Familie eines sowjetischen Führers das Beileid Präsident Reagans und des amerikanischen Volkes zu übermitteln und einem neuen Führer alles Gute für seine
großen Aufgaben zu wünschen, vor denen er steht.
Wir danken unseren Gastgebern für die großzügige Gastfreundschaft und
all die Freundlichkeit uns gegenüber in dieser Zeit der Trauer.

Wir hatten

heute abend ein nützliches und konstruktives Treffen mit Generalsekretär

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Telex: 8-85432

�mit Generalsekretär Tschernenko.

Wenn wir jetzt Moskau verlassen, dann rich-

ten wir unsere Gedanken und Gebete auf die Zukunft und auf die Sache des
Friedens.
Ich überbrachte dem Generalsekretär ein Schreiben von Präsident Reagan.
Ich kann nicht im einzelnen auf dessen Inhalt eingehen, aber ich kann sagen,
daß es die Entschlossenheit des Präsidenten vermittelte, auf allen Gebieten
unserer Beziehungen zu den Sowjets Fortschritte zu machen, und unsere Bereitschaft zu konkreten, produktiven Gesprächen über all diese Gebiete.
Ich begrüßte die gestrige Erklärung des Generalsekretärs vor dem Zentralkomitee, daß die Sowjetunion "für die friedliche Lösung aller schwierigen internationalen Probleme durch ernsthafte, gleichberechtigte und konstruktive
Verhandlungen" sei.
sei

und daß auch wir

Ich erklärte ihm,daß dies auch genau unsere Einstellung
Taten und nicht nur Worte wollen.

Ich unterstrich die

Bedeutung wirklicher Ergebnisse bei der Verringerung der Nuklearwaffen, bei
der Lösung regionaler Streitigkeiten und bei der Verbesserung der menschlichen
Kontakte und der menschlichen Zusammenarbeit.
Lassen Sie mich noch einige Abschiedsworte an das sowjetische Volk und
die sowjetische Führung richten. Das sowjetische Volk soll wissen, daß das
amerikanische Volk - so wie es selbst und wie Völker überall - ein friedliches
Volk ist. Wir in Amerika sehnen uns ebenso wie Sie nach einem dauerhaften
Frieden - einem Frieden, zu dessen Erhaltung es eines Tages keiner Armeen
und Raketen mehr bedürfen mag.
Die sowjetischen Führer sollen wissen, daß wir ernsthaft und zuverlässig
sind. Wie Präsident Reagan am vorigen Samstag gesagt hat, "sollten wir Möglichkeiten der Zusammenarbeit finden, um der Herausforderung, den Frieden zu
bewahren, gerecht zu werden. Unser Leben in diesem Atomzeitalter macht es
zur Pflicht, daß wir miteinander sprechen, unsere Meinungsverschiedenheiten
erörtern und Lösungen für die vielen Probleme suchen, die uns trennen."
Niemand unterschätzt

�Niemand unterschätzt die ernsthaften Unterschiede zwischen unseren Nationen.

Es wird keinen leichten oder raschen Fortschritt geben.

Aber wir

begreifen unsere eigenen grundlegenden Erfordernisse und die unserer Verbündeten, und wir erkennen die der Sowjetunion an.
Wir haben uns der Rüstungsverminderung und dem Frieden in allen Regionen der Welt verschrieben. Und nach meinem Gespräch mit Generalsekretär
Tschernenko werde ich dem Präsidenten berichten, daß er mit der Notwendigkeit übereinstimmt, unser Verhältnis im Interesse des Friedens auf einen
konstruktiveren Weg zu bringen.

+ + + + +

�I

Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

22. Februar 1984

8

REAGAN: USA HALTEN AM NAHOST-FRIEDENSPLAN FEST
Erklärung des US-Präsidenten nach dem Besuch von Hussein und Mubarak -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Ronald Reagan hat in einer Erklärung anläßlich des Besuches von König Hussein von Jordanien und von Präsident Mubarak
aus Ägypten im Weißen Haus am 14. Februar betont, daß die Vereinigten Staaten
an dem Friedensplan für den Nahen Osten festhalten werden, der auf die Initiative vom September 1982 zurückgeht.
Die Erklärung von Präsident Reagan hat folgenden Wortlaut:
Es war mir eine Ehre, König Hussein und Präsident Mubarak begrüßen und
mit ihnen konferieren zu dürfen.

Ihr Besuch ist ein Ausdruck der Freundschaft

zwischen den Vereinigten Staaten und den beiden wichtigen Ländern, an deren
Spitze sie stehen.
Unsere Länder haben ein gemeinsames Interesse, praktische Lösungen
für die Probleme des Nahen Ostens auszuarbeiten.

Der gute Wille und das

Vertrauen zwischen uns versprechen eine solide Grundlage für die Überwindung der gewaltigen Hindernissefür Frieden und Fortschritt in der Region.
Unsere heutigen

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�Unsere heutigen Gespräche haben bekräftigt, daß Ägypten und Jordanien
weiterhin eine führende Rolle bei den Bemühungen spielen werden, dem Nahen
Osten Frieden und Sicherheit zu bringen.
König Hussein und Präsident Mubarak haben Weitblick, Realismus und Entschlossenheit gezeigt, Eigenschaften, die wesentlich sind, wenn der Friedensprozeß Erfolg haben soll.
Wir haben im Detail über die Chancen für einen Fortschritt im Nahen
Osten gesprochen.

Die jüngsten Ereignisse in dem Gebiet machen es umso

dringlicher, den Friedensprozeß ganz allgemein in Gang zu halten.

Die tra-

gischen Ereignisse im Libanon zeigen, daß die Besetzung von Territorium
durch fremde Trunpen nicht zum Frieden führt, sondern eher zu anhaltendem
Konflikt und anhaltender Unruhe.
Ich möchte deshalb heute meine Verpflichtung und die meiner Regierung
zu den Prinzipien bekräftigen, die ich im September 1982 aufgestellt habe und ganz besonders zu dem Prinzip, daß der arabisch-israelische Konflikt
durch Verhandlungen, einschließlich eines Austauschs von Territorium für
Frieden, beigelegt werden muß.

Der ägyptisch-israelische Vertrag beweist,

was erreicht werden kann, wenn Staaten den Willen haben, Risiken für den
Frieden auf sich zu nehmen.

Und ich bin überzeugt, daß weitere Schritte

zum Frieden im Nahen Osten möglich sind.
Die Vereinigten Staaten sind ihrerseits bereit, alles in ihrer Macht
Stehende zu tun, um diesen Prozeß voranzutreiben. König Hussein und Präsident Mubarak sind Männer, die ich sehr bewundere. Und ich bin ihnen dankbar, daß sie hierher gekommen sind, um als Freunde mit mir zu sprechen und
unsere gemeinsamen Zielsetzungen in dem andauernden Kampf um den Frieden zu
bekräftigen.

+ + + + +

- 2 -

�22. Februar 1984

DIE AFRIKAPOLITIK DER VEREINIGTEN STAATEN
- Von Außenminister George Shultz -

- (AD) - Der amerikanische Außenminister
George Shultz hat in einer Rede vor dem
"Boston World Affairs Council" am 15. Februar 1984 eine grundlegende Darstellung
der Afrikapolitik der Vereinigten Staaten
gegeben. Die Hauptpunkte dieser Politik
seien Hungerhilfe, wirtschaftliche Entwicklung und im südlichen Afrika die regionale Sicherheit, ein unabhängiges
Namibia und ein positiver Wandel der
Apartheidpolitik in Südafrika. Nachfolgend die Ausführungen des amerikanischen
Außenministers im Wortlaut.
Viele Amerikaner haben ein Bild von Afrika,das anachronistisch, voreingenommen und oft falsch ist. Die Vorstellung von Afrika, mit der die meisten
von uns aufwuchsen - unbekannte Länder, irgendwie exotisch und fernab von der
übrigen Welt - hat sich leider in manchen Kreisen trotz der letzten 25 Jahre
der Unabhängigkeit und wachsenden Präsenz Afrikas auf der internationalen
Bühne gehalten.
Es ist

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�Es ist eine falsche Vorstellung, die die zwingenden Realitäten außer
acht läßt.
Anteil wächst.

Jeder achte Mensch auf der Welt lebt heute in Afrika, und dieser
Afrika südlich der Sahara - womit ich mich heute in erster Li-

nie beschäftigen will - nimmt in verschiedener Hinsicht eine immer wichtigere
Rolle ein:
Erstens, wir haben ein wesentliches geopolitisches Interesse an der
Sicherheit des Kontinents und der ihn umgebenden Meere.

Vor seinen Küsten

liegen wichtige Handelsrouten, einschließlich jener, über die der größte Teil
der Energieversorgung unserer europäischen Verbündeten herangeführt wird.

Es

berührt uns, wenn Sowjets, Kubaner und Libyer ihren Einfluß auf den Kontinent
mit Gewalt zum Schaden der afrikanischen Unabhängigkeit und der westlichen
Interessen ausdehnen wollen.
Zweitens, Afrika ist Teil des globalen Wirtschaftssystems. Wenn die Volkswirtschaften Afrikas in Schwierigkeiten sind, dann sind die Rückwirkungen hier
zu spüren. Unsere Exporte nach Afrika sind in den letzten drei Jahren um 50
Prozent zurückgegangen. Amerikanische Finanzinstitute haben den Druck der
Unfähigkeit Afrikas zur Zurückzahlung von Krediten zu spüren bekommen. Und
Afrika ist einer der Hauptlieferanten von Rohstoffen, die für die Weltwirtschaft von entscheidender Bedeutung sind.
Drittens, Afrika ist für uns politisch bedeutsam, weil die Nationen Afrikas heute eine wichtige Rolle in der Welt der Diplomatie spielen. Die afrikanischen Länder machen fast ein Drittel der Mitgliedschaft der Vereinten
Nationen aus, wo sie den am festesten gefügten Stimmblock in der Vollversammlung darstellen.
Und schließlich ist Afrika für uns vor allem in menschlicher Hinsicht
wichtig.

Rund elf Prozent der Bevölkerung Amerikas führen ihre Wurzeln auf

Afrika zurück.

Wir alle leben in einer Gesellschaft, die durch dieses mensch-

liche und kulturelle Erbe tief beeinflußt ist.

Die Revolution der Unabhän-

gigkeit Afrikas fiel mit der Bürgerrechtsrevolution in den Vereinigten Staaten

- 2 -

�Vereinigten Staaten zusammen.

Vielleicht war das kein Zufall.

Beide Ent-

wicklungen gehörten zu den größten moralischen Ereignissen dieses Jahrhunderts:

eine Neugeburt der Freiheit, die uns alle zu einer Erkenntnis unserer

gemeinsamen Menschheit aufgerufen hat. So, wie der weitere Fortschritt der
Bürgerrechte für das moralische Wohlergehen unseres Landes wichtig ist, so
ist auch das menschliche Drama Afrikas - seine politische und wirtschaftliche
Zukunft - für jene Art von Welt wichtig, die wir unseren Kindern und Enkeln
vererben wollen.

Die wirtschaftliche Krise Afrikas
Afrika südlich der Sahara umfaßt 45 Staaten mit einer Bevölkerung von
schätzungsweise fast 400 Millionen Menschen auf einer Fläche von über neun
Millionen Quadratmeilen.
licher Vielfalt.

Es handelt sich um einen Kontinent von außerordent-

Und doch befinden sich heute fast alle Länder südlich der

Sahara in einer wirtschaftlichen Krise großen Ausmaßes.

Das ist das drin-

gendste Problem Afrikas.
Die Nahrungsmittelerzeugung pro Kopf der Bevölkerung ist in den letzten
20 Jahren um 20 Prozent zurückgegangen.
heerende Auswirkung.

Eine rasche Inflation hatte eine ver-

Jeder Afrikaner hat in den letzten drei Jahren einen

Rückgang seines Realeinkommens um zwei bis drei Prozent pro Jahr erlebt. Anhaltende Dürre hat eine ökologische Katastrophe über den ganzen Kontinent gebracht - vom westlichen Sahel bis nach Mosambik im Osten. Zehntausende von
Menschen sind von Hungersnot bedroht, und Millionen leiden an Unterernährung.
Die Zahl der Flüchtlinge beträgt rund zwei Millionen oder ein Viertel aller
Flüchtlinge der Welt, wobei eine gleiche Zahl

von Menschen innerhalb ihrer

eigenen Länder von Dürre, Bürgerkrieg oder anderen Leiden vertrieben wurde.
Hier spielt sich eine gewaltige menschliche Tragödie ab.
Die Weltrezession hat sich auf alle Länder ausgewirkt, aber den afrikanischen Ländern hat sie einen ganz schweren Schlag versetzt.

- 3 -

Im Jahr 1970

�Im Jahr 1970 konnte man beispielsweise noch für den Gegenwert von sechs Pfund
sambischem Kupfer ein Barrel ül kaufen; heute muß man den Gegenwert von 43
Pfund Kupfer für ein Barrel öl aufwenden.
Chronische Zahlungsbilanzdefizite - das Ergebnis von niedrigen Preisen
für afrikanische Exporte, verbunden mit hohen Preisen für Importe - haben zu
einer steigenden Verschuldung und dem praktischen Staatsbankrott einiger Länder geführt.

Die in die Höhe schnellenden Preise für öl haben in den letzten

zehn Jahren die Volkswirtschaften der wenigen öl produzierenden Länder des
Kontinents verzerrt und fügten den öl importierenden Ländern verheerenden Schaden zu.

Dabei nimmt die Bevölkerung des Kontinents weiterhin mit einer Rate

von zwei bis drei Prozent pro Jahr zu und dürfte sich bis zum Jahr 2000 fast
verdoppelt haben.
Der Wiederaufschwung in den Vereinigten Staaten und anderen starken
Volkswirtschaften wird Afrika helfen, aber er wird nicht genügen, um die
Situation grundsätzlich zu ändern oder Afrika weniger verwundbar gegenüber
kündtigen Schlägen durch weltwirtschaftliche Kräfte zu machen. Der Grund dafür ist, daß einige der wichtigsten Ursachen für die wirtschaftliche Stagnation Afrikas hausgemacht sind. Ein Bericht der Weltbank stellt ganz unumwunden fest: "Die akute und anhaltende wirtschaftliche Krise in Afrika ist in
erster Linie eine Produktionskrise. Es ist eine Krise, die aus der weitverbreiteten Einführung... ungeeigneter Produktionsanreize herrührt."
Auf eine rasche Entwicklung abzielend, haben die Länder Afrikas versucht, knappe Mittel zu mobilisieren, indem sie sich auf Regierungskontrollen und staatlich unterstützte Industrialisierung stützten.

Aber Subventio-

nen, Preiskontrolle und andere Reglementierungen haben die Staatshaushalte
belastet und die Zuwendung der Mittel auf eine abschüssige Bahn gebracht.
Die Landwirtschaft, das Rückgrat der meisten afrikanischen Volkswirtschaften, litt unter Vernachlässigung, und es gab keinen Anreiz, die Produktion auszuweiten oder zu steigern. Der Privatsektor war häufig staatlichen
- 4 -

�häufig staatlichen Interventionen ausgesetzt und mußte darüber hinaus die
Hauptlast der Steuern tragen, um die sich aufblähende Bürokratie zu erhalten.

In mehreren afrikanischen Ländern verschlingen die Regierungskosten

über die Hälfte des Staatshaushaltes. Die kumulative Wirkung dieser exzessiven Regierungskosten war Stagnation statt Entwicklung.

Höhere Defizitaus-

gaben, höhere Auslandsverschuldung, verstärkte Bevölkerungsbewegung im Lande,
Inflation und rückläufige Investitionen sind das Ergebnis - das wiederum nur
zu den sozialen und politischen Spannungen und einer Verschlechterung des
Klimas für einen materiellen Fortschritt beiträgt.
Afrika ist heute der schwächste Bestandteil unserer interdependenten
Weltwirtschaft. Schrumpfende afrikanische Märkte und wachsende regionale
Zahlungsunfähigkeit sind eine schwere Belastung für den weltweiten Wiederaufschwung, mit einer besonderen Auswirkung auf Europa. Kurz gesagt, der
Westen kann sich den beschleunigten Niedergang der Wirtschaft Afrikas nicht
leisten - und wir werden nicht untätig zusehen.

Die Suche nach Lösungen
Wie können diese gewaltigen Probleme gelöst werden?

Wir müssen dabei

von drei grundsätzlichen Wahrheiten ausgehen.
Die erste dieser Grundwahrheiten ist die, daß die uns verbindende Humanität uns dazu zwingt, auf das Gespenst der Hungersnot im gesamten Afrika
südlich der Sahara zu reagieren. Auf Präsident Reagans Anweisung hin haben
wir bei den Nahrungsmitteln bereits Rekordmengen zur Verfügung gestellt. Derzeit fordern wir vom Kongreß zusätzliche 90 Millionen Dollar für Notlieferungen.

In den ersten vier Monaten dieses Haushaltsjahres haben wir über 200 000

Tonnen Nahrungsmittel übergeben.

Ersuchen für weitere 150 000 Tonnen liegen

von afrikanischen Regierungen vor; Ersuchen um eine gleich große Menge werden
noch für dieses Jahr erwartet.
Ein Blick
- 5 -

�Ein Blick in die Zukunft zeigt zudem die Notwendigkeit, sich gegen den
langfristigen Rückgang an Nahrungsmittel Produktion zu stemmen, der die afrikanischen Volkswirtschaften untergräbt.

Eine Steigerung der gesamten Pro-

duktivität ist notwendig.
Die zweite dieser Grundwahrheiten besteht, anders gesagt, darin, daß all
das, was die Vereinigten Staaten oder andere Geberländer für die Afrikaner
tun können, nur die Hälfte an Wirkung zeigen wird von dem, was die Afrikaner
selbst für sich tun können.

Wir werden unseren Teil dazu beitragen, dort

Hilfe zu gewähren, wo sie wirksam werden kann; aber ohne eine disziplinierte
Anstrengung seitens der Afrikaner wird nur wenig davon Wirkung zeigen.
Die dritte Grundwahrheit ist die:

Wie es Grenzen für das gibt, was aus-

ländische Regierungen tun können, so gibt es auch Grenzen für das, was nationale Regierungen tun können.

Auch wenn Entwicklung ein komplexer Prozeß ist,

so sind die Grundbedingungen für ein solches Wachstum doch kein Geheimnis:
Afrika wird nur dann aus seiner Stagnation ausbrechen können, wenn Reformen
durchgeführt werden, mit denen die Anreize zur Produktion wiederhergestellt
werden.

Dies bedeutet:

Die Bauern Afrikas müssen wieder für ihre Ernte

das erhalten dürfen, was der Markt wirklich bietet.

Das bedeutet:

Man muß

den Privatsektor das tun lassen, was er kann, und den Staat das, was nur dieser kann.

Und das bedeutet:

eine bessere Steuer- und Währungspolitik.

Glücklicherweise erkennen viele afrikanische Regierungen nunmehr sowohl
den Umfang der Krise als auch die Gründe des Problems; manche von ihnen haben mit der Einführung einer realistischeren Wirtschaftspolitik begonnen.
Die Reagan-Administration beabsichtigt, auf jene zu reagieren, die eben dieses
tun.
Wir haben für das Haushaltsjahr 1985

eine Milliarde Dollar für Nahrungs-

mittelhilfe und Wirtschaftshilfe angefordert.

Dies bedeutet gegenüber dem

Haushaltsjahr 1983 einen Anstieg von 25 Prozent.
programme sind langfristig angelegt.

Unsere Entwicklungshilfe-

Sie sind so angelegt, daß sie Eigen-

- 6 -

�daß sie Eigenständigkeit und lokale Initiativen fördern sollen.

Sie sind

nicht dazu entworfen, in internationalem Maßstab die Abhängigkeit von Regierungen fortzuführen, die gerade erst die Probleme verschärft hat.

Die neue amerikanische Initiative in der Wirtschaftspolitik
Über diese grundsätzliche Hilfe hinaus schlägt der Präsident eine spezielle neue Anstrengung vor:

eine wirtschaftspolitische Initiative für Afrika.

Wie wir am 30. Januar erklärt haben, wollen wir den Kongreß um ein Fünfjahresprogramm in Höhe von 500 Millionen Dollar ersuchen, das im Haushaltsjahr 1985
mit 75 Millionen Dollar beginnt.

Das Programm wird jenen Ländern greifbare

Unterstützung anbieten, die bereit sind, die notwendigen politischen Reformen
zu unternehmen, um die Produktivität zu erhöhen.

Wir werden diese Mittel

nicht im vorhinein zuteilen, sondern werden vielmehr auf konstruktive Reformen reagieren, wo und wann sie durchgeführt werden.
Wir fordern die internationale Gemeinschaft auf, sich uns anzuschließen.
In der Tat müssen die Geberstaaten mehr tun.

Es gibt eine Vielzahl von Pro-

jekten und eine Vielzahl von tätigen Geberstaaten, zwischen denen aber nur
zu oft wenig Koordination besteht und die bisweilen auch schlecht beraten
sind.

In der afrikanischen Landschaft findet sich mehr als ein "weißer Ele-

fant".

Wir drängen die Weltbank, ihre Koordinierungsrolle zwischen den Ge-

berstaaten zu erweitern und zusammen mit den afrikanischen Staaten bei der
Erarbeitung von Reformen in dieser Politik die Führung zu übernehmen.
Neben der Nahrungsmittelhilfe in Notlagen, der laufenden Wirtschaftshilfe und der wirtschaftspolitischen Initiative plant die Administration noch
weitere Maßnahmen, um Afrika dabei zu unterstützen, ein dynamischerer Teil
des globalen Wirtschaftssystems zu werden:
- Wir werden

�- Wir werden auch weiterhin einen starken Akzent auf die Entwicklung
Afrikas durch den Privatsektor legen.

Auf entsprechenden Wunsch hin

werden wir an afrikanische Unternehmer Darlehen vergeben; wir werden
technische Hilfe bieten, indem wir Gesetze und Institutionen entsprechend
anpassen, damit Investitionen angezogen werden.

Daneben werden wir Stu-

dien über die Machbarkeit von Projekten vorbereiten und dabei helfen,
daß der Blick für unternehmerische Möglichkeiten in Afrika geschärft
wird.
- Eine der größten Quellen Afrikas - die Ozeane, die den Kontinent umgeben -, wurde bislang erst unzureichend genutzt.

Wir planen, einigen

westafrikanischen Ländern dabei zu helfen, Fischerei Programme zu entwickeln und zu verbessern, wozu u. B. auch Maßnahmen gehören, um die
Verschwendung zu verringern, durch die oftmals die Hälfte des angelandeten Fangs verlorengeht.
- Der Präsident hat dem Kongreß bereits vorgeschlagen, das Präferenzsystem auszudehnen und die am wenigsten entwickelten Länder von einigen
der drückendsten Bestimmungen des Welthandels auszunehmen. Die Länder
Afrikas brauchen eine Diversifizierung ihrer Exporte, und wir werden
ihnen hierbei behilflich sein. Der Handel wird, so hoffen wir, ein
kraftvoller Wachstumsfaktor sein. Schon jetzt wirken die 6 Milliarden
Handelsdefizit, die die Vereinigten Staaten gegenüber den SubsaharaStaaten Afrikas haben, wie ein gewaltiger Beitrag zur wirtschaftlichen
Expansion Afrikas und sind weit kraftvoller als staatliche oder multilaterale Hilfe.
- Wir werden unsere Unterstützung regionaler Wirtschaftsorganisationen
Afrikas - wie etwa der Afrikanischen Entwicklungsbank und des Fonds verstärken.
- Wir werden unsere über Jahre hinwegreichenden Nahrungsmittelhilfeprogramme fortsetzen und ausweiten.
- 8 -

Diese Programme ermöglichen es

�ermöglichen es den afrikanischen Regierungen, die durch den Verkauf
der Nahrungsmittel eingehenden Einnahmen zur Finanzierung einer lanq
fristigen Landwirtschaftsentwicklung zu verwenden; zudem sind sie an
politische Reformen gebunden, durch die eine höhere Nahrungsmittel produktion vor Ort angeregt wird.

Wir werden uns im Juli dieses Jahres voll an der ICARA II-Konferenz
beteiligen - einer internationalen Anstrengung, dauerhafte Lösungen
für die Flüchtlingsprobleme Afrikas zu finden.

Regionale Sicherheit

Ich habe mich heute auf die Rolle konzentriert, die wir dabei spielen
müssen, wenn Afrikas Wirtschaftskrise angegangen werden soll. Aber ich kann
auch die anderen Probleme nicht ignorieren. Afrika braucht Stabilität und
ein Ende der Konflikte, um sich den wichtigen Fragen der nationalen Entwicklung zuzuwenden. Viele afrikanische Staaten stehen vor echten Bedrohungen
ihrer Sicherheit. Neue und zerbrechliche politische Institutionen sind besonders dann verletzlich, wenn die Volkswirtschaft darniederliegt und es ihnen nicht gelingt, die Grundlagen für die Existenz und die Hoffnungen auf eine
bessere Zukunft zu schaffen, und sich hieraus politische Instabilität ergibt
Das Gedeihen einer Demokratie ist mit Schwierigkeiten verbunden; autoritäre
Lösungen mögen bisweilen attraktiver sein, dienen aber oft nur dazu, die Probleme zu verschärfen, während gleichzeitig die Menschenrechte und die politischen Rechte eingeengt werden.

In solcherlei Umfeld sind äußere Mächte versucht, die Instabilität
auszunützen.

Es gibt keine Entschuldigung für rund 35 000 kubanische Solda-

ten in Afrika - ausgebildet, ausgerüstet, finanziert und transportiert von
der Sowjetunion -, die sich in die lokalen Konflikte einmischen und dadurch
lokale Probleme internationalisieren.

So etwas wie diese sowjetisch-kuba-

nische Einmischung hat es noch nie gegeben; sie stört die Bündnisfreiheit
- 9 -

�die Bündnisfreiheit Afrikas, sie bringt eine Ost-West-Dimension dorthin, wo
es keine geben sollte, und macht damit gerechte Lösungen nur noch schwieriger.
Wir betrachten Afrika nicht durch das Prisma der Rivalität zwischen Ost
und West. Andererseits existiert Afrika"aülSft nicht auf einem anderen Planeten,
Es ist Teil der heutigen Welt. Afrika trägt zur Gestaltung der globalen Struktur bei - durch seine wirtschaftliche Expansion oder seinen wirtschaftlichen
Rückgang, durch sein Gewicht in internationalen Foren, durch sein expandierendes Netzwerk an bilateralen und multilateralen Beziehungen zu den Großmächten und durch seine Konflikte. Gleichzeitig wird es auch durch die globale
Struktur gestaltet - durch die Bewegungen des globalen Mächtegleichgewichts,
durch den sich vergrößernden Markt an Ideen und Technologien und durch die
Bereitschaft von Gegnern oder Partnern, von dessen Entwicklung abzulenken bzw.
dazu beizutragen.

Diese Tatsachen zu ignorieren, ist zu unserem und zu Af-

rikas Schaden.
Wir sind nicht die Gendarmen Afrikas. Aber einfach danebenzustehen und
nichts zu tun,während befreundete Staaten von unseren eigenen Gegnern bedroht
werden, würde nur unsere Glaubwürdigkeit als ein Bollwerk gegen Aggression
untergraben - nicht nur in Afrika, sondern auch andernorts.

Daher sind wir

- zusammen mit anderen - bereit, Ausbildung und Waffen zu stellen, um unseren
Feunden dabei zu helfen, sich selbst zu verteidigen.
Und wir reagieren rasch, wenn es die Situation verlangt. Als im vergangenen Sommer libysche Truppen erneut in den Tschad einfielen, schafften
wir für die legitime Regierung Militärgüter herbei und halfen dadurch, dem
libyschen Vormarsch Einhalt zu gebieten. Die Destabilisierungsversuche Libyens
sind zu einer unglücklichen Tatsache des afrikanischen Lebens geworden. Und sie
sind eine unannehmbare Tatsache. Wir werden auch weiterhin mit anderen zusammenarbeiten, um den afrikanischen Staaten dabei behilflich zu sein, Gadhafis
offener Aggression und verdeckter Subversion zu widerstehen.
In West- und
- 10 -

�In West- und Zentralafrika sowie am Hörn von Afrika - jenem so überaus
wichtigen Bereich entlang dem Roten Meer - helfen wir unseren Freunden und
schützen unsere eigenen strategischen Interessen.

Wir ermutigen die Parteien

vor Ort, ihre eigenen friedlichen Lösungen für lokale Konflikte anzustreben.
Wir betonen weiterhin, wie dies auch sein sollte, wirtschaftliche und
humanitäre Hilfe gegenüber der militärischen Hilfe. In diesem Jahr beträgt
das Verhältnis auch weiterhin fünf zu eins. Die Sowjets hingegen geben ein
Minimum an Wirtschaftshilfe an die Subsahara-Staaten und nehmen kaum an humanitären Hilfsaktionen teil. Sie versuchen, sich ihren Einfluß in Afrika
über die Bereitstellung von Waffen zu erkaufen. Im vergangenen Jahrzehnt hat
Moskau weniger als ein Prozent der ausländischen Wirtschaftshilfe für Afrika
beigesteuert, aber 75 Prozent der Waffen Afrikas verkauft bzw. zur Verfüqunq
y
gestellt.

Das südliche Afrika

Unsere Politik, friedliche Lösungen bei regionalen Konflikten zu fördern,
findet in erster Linie auf das südliche Afrika Anwendung. Unsere Strategie
im südlichen Afrika besteht darin, mit den betroffenen Parteien zusammenzuc
jarbeiten, um einen fundamentalen und weitreichenden Wandel auf drei Gebieten
herbeizuführen:

- einen Gesamtrahmen für regionale Sicherheit zu schaffen;
- ein unabhängiges Namibia zustande zu bringen; und
- zu einer positiven Änderung der Apartheid-Politik Südafrikas selbst
zu ermutigen.

Regionale Sicherheit ist entscheidend wichtig, weil unseren Zielen in
dieser Region am besten durch ein Klima der Koexistenz gedient wird, in dem

- 11 -

�in dem Souveränität und die Sicherheit aller Staaten respektiert werden.
Wirtschaftliche Reform und Entwicklung, politischer Pluralismus, Ausschaltung äußerer Kräfte, friedlicher Wandel in Südafrika und die Unabhängigkeit
Namibias können eher unter Bedingungen gestärkter Sicherheit und verminderter Gewalt erreicht werden.
Die Vereinigten Staaten haben keine Militärstützpunkte oder Truppen im
südlichen Afrika - und hatten sie niemals.

In krassem Gegensatz dazu haben

Moskau und Havanna fast 25 000 Mann allein nach Angola entsandt, wodurch das
Problem der Unsicherheit im südlichen Afrika noch komplizierter wird.
Unsere Politik zielt nicht auf schnelle Lösungen oder eine sofortige
Beseitigung komplizierter und tiefverwurzelter Probleme ab. Unsere Rolle
ist die eines Katalysators, eines ehrlichen Maklers. Wir haben klargemacht,
daß wir in Erscheinung treten werden, wo wir erwünscht sind.
es.

Und wir sind

Heute verlangt keiner der Führer der Region - ob in Lusaka oder Pretoria,

ob in Daressalam oder Maputo - daß wir uns zurückziehen.

Sie alle wollen

mehr - nicht weniger - amerikanische Beteiligung bei der Aushandlung von Lösungen.
Es ist noch zu früh, um Durchbrüche vorauszusagen. Das südliche Afrika
befindet sich heute auf dem Weg zu friedlichem Wandel in einem frühen Pionierstadium. Die Länder dieses Gebietes müssen diesen Weg selbst ausbauen; keiner
kann es für sie tun. Es müssen viele Brücken gebaut und tiefe Schliichten des
Argwohns, der Furcht und des Hasses überwunden werden. Aber es gibt ermutigende Zeichen. Wir sehen auf allen Seiten einen wachsenden Realismus hinsichtlich der Risiken, die ein Konflikt ohne Ende für jeden mit sich bringt. Militärische Lösungen bieten keine Hoffnung. Wir entdecken den willkommenen Schimmer an Erkenntnis, daß es in der Tat gemeinsame Interessen gibt, die die Staaten des südlichen Afrikas aneinander binden. Nach Jahren der Spannungen und
der Bedrohungen werden jetzt Friedensmöglichkeiten erkundet und entwickelt mit aktiver und energischer Ermutigung durch die Vereinigten Staaten.
Wir haben

- 12 -

�Wir haben beispielsweise dazu beigetragen, daß ein Dialog zwischen Südafrika und Mosambik in Gang gekommen ist. Wir spielen eine Rolle der Ausgewogenheit, die einzig und allein auf die Einhaltung des Prinzips der friedlichen Lösung und der Achtung der territorialen Integrität und der Souveränität abzielt - Grundsätze, die in der Charta der Vereinten Nationen und in der
Charta der Organisation für Afrikanische Einheit enthalten sind.

Wir haben

es beiden Seiten gegenüber deutlich gemacht, daß unser Ziel die Förderung der
gegenseitigen Sicherheit ist.

In einem solchen Klima sind wir bereit, un-

seren Beitrag zu leisten, um die Entwicklung Mosambiks zu unterstützen und die
Chancen für eine echte Blockfreiheit dieses Landes zu fördern.

Und wir haben

rasch gehandelt, wenn es darum ging, auf die Wirbel stürme und die Dürre zu reagieren, die Mosambik immer wieder an den Rand der Katastrophe gebracht haben.
Unsere verstärkten Beziehungen zu Mosambik haben sich vor dem Hintergrund
konkreter Fortschritte in seinem Dialog mit Südafrika entwickelt. Heute sind
die Führer dieser beiden Länder dabei, eine Grundlage der Verständigung und
der Zusammenarbeit auf den Gebieten der Sicherheit, des Verkehrs, des Handels,
der Energie und des Tourismus auszuarbeiten.
Lassen Sie mich unterstreichen, daß dies zerbrechliche Anfänge sind.
Aber sie symbolisieren, was einmal zu einem breiteren Rahmenwerk werden kann.
Wir helfen dabei, bereits vorhandene Kommunikationskanäle offen zu halten
oder sie auch mit anderen Nachbarn zu schaffen - Südafrika, Sambia, Zimbabwe,
Lesotho, Malawi, Botswana und Swasiland.
in der Lage, diese Hilfsrolle zu spielen:

Und wir sind in einzigartiger Weise
einzigartig unter den ausländischen

Mächten, denn wir können mit allen diesen verschiedenen Elementen der Region
sprechen.

Das breitere Rahmenwerk

kann errichtet werden, wenn es auf der

Vorstellung geförderter Sicherheit und gegenseitiger Achtung ruht.

Südafrika

hat kürzlich angekündigt, daß es wieder Gespräche mit der Internationalen
Atomenergiebehörde (IAEA) über Sicherheitsvorkehrungen für seine kommerziellen
nuklearen Anreicherungsanlagen aufnehmen und sich an die Richtlinien der
Londoner Versorgungsgruppe für

den Export sensitiver Materialien halten wird.

Diese Schritte ergeben sich aus einem Umfeld größerer Sicherheit und können
- 13 -

�und können zur Stärkung dieses Umfeldes beitragen.
Zufall ergeben.

Sie haben sich nicht aus

Sie sind das direkte Ergebnis unserer offenen und aktiven

Politik des konstruktiven Engagements.
Ich habe auf unsere Bemühungen verwiesen, für Namibia die Unabhängigkeit
zustande zu bringen,

wie auch die Respektierung der Grenzen und den Abzug

der kubanischen Truppen aus Angola,

Dies bleiben Hauptziele für uns.

Wir

und unsere vier westlichen Partner - Großbritannien, Frankreich, Kanada und
die Bundesrepublik Deutschland - haben in enger Zusammenarbeit mit dem Generalsekretär der Vereinten Nationen und den Parteien im südlichen Afrika mit
großer Sorgfalt eines nach dem anderen gelöst, wobei die letzten Fragen in
der Resolution 435 des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen verbleiben.
Dieser Plan wird nach seiner Durchführung Namibia zur Unabhängigkeit führen.
Parallel dazu bemühen wir uns, ein Klima stärkeren Vertrauens und größerer
Sicherheit zu schaffen, das den notwendigen Entscheidungen seitens Angolas
und Südafrikas behilflich wäre, was wiederum den ganzen Prozeß in Bewegung
bringen würde.
Die jüngsten Ereignisse lassen ganz klar eine positive Entwicklung erkennen. Ein Auseinanderrücken der Streitkräfte im südlichen Angola ist im
Gange. Direkt und indirekt tauschen die hauptsächlichen Parteien Ideen und
Vorschläge aus, mit deren Hilfe die Verhandlungen vorangebracht werden sollen. Nachdem wir die Tagesordnung definiert und als Katalysator gewirkt haben, erleichtern wir jetzt einen phasenweisen Prozeß, der zu weiteren Fortschritten führen könnte - und ich unterstreiche "könnte". Wir haben noch
keine Regelung erreicht. Der Fortschritt ist zerbrechlich, und die Situation
ist weiterhin kompliziert. Unsere Aufgabe ist es, das bisher Begonnene zu
konsolidieren und in den vor uns liegenden Wochen und Monaten darauf aufzubauen. Dies ist eine Arbeit beharrlicher und stiller Diplomatie.
Unsere Bemühungen um einen friedlichen Wandel haben auch die Innenpolitik Südafrikas nicht außer acht gelassen.
als "widerlich" bezeichnet.

Präsident Reagan hat die Apartheid

Sie ist auch eine Ursache der Spannung und der
- 14 -

�und der Instabilität in der ganzen Region.

Wir haben daher ein moralisches

und ein praktisches Interesse daran, daß auf friedlichem Wege ein gerechteres System entsteht.

Zu diesem Zweck hat die Administration versucht, mit

friedlichen Elementen im ganzen politischen Spektrum in Südafrika zur Unterstützung eines konstruktiven Wandels zusammenzuarbeiten.
Wir haben dieses Ziel nicht in einem Vakuum verfolgt.

Wir haben unsere

Programme, unseren diplomatischen Meinungsaustausch und unsere Darstellung
der Fakten genau zugeschnitten.

Wollen wir doch offen miteinander sein.

Es

treten Veränderungen ein - in der Bildung und Unterbringung der Schwarzen,
in den Arbeitsgesetzen und in der Gewerkschaftsbewegung, in den Wohnrechten
der Schwarzen in den Städten, in der Ausweitung bestimmter politischer Rechte
auf die farbigen und asiatischen Gemeinden.

Die weiße Wählerschaft Südafri-

kas hat einer Regierung eine solide Mehrheit gegeben, die sich selbst als dem
evolutionären Wandel verschrieben bezeichnet.

Diese Schritte sind selbst

noch keine Lösungen; sie stellen eine Reihe einseitiger Schritte dar und noch
keinen Prozeß der Verhandlung unter den Südafrikanern.

Die Mehrheit der Süd-

afrikaner besitzt noch immer nicht das grundlegende Menschenrecht der Bürgerschaft ihres eigenen Landes.

Den Schwarzen werden nationale politische Rech-

te verwehrt, und sie können in der dynamischen Volkswirtschaft Südafrikas
noch immer nicht mit gleichen Chancen konkurrieren.

Willkürliche zwangsweise

Umsiedlungen haben alteingesessene Gemeinschaften zerstört.

Ich könnte die

Aufzählung der positiven und der negativen Seite der Bilanz fortsetzen.

Aber

es liegt auf der Hand, daß ein Wandel stattfindet.
Wir haben selbst keine Patentlösung für das anzubieten, was an die Stelle
der Apartheid treten sollte.

Das müssen die Südafrikaner selbst ausarbeiten.

Aber wir haben recht, wenn wir sagen, daß der Wandel dringend geboten ist.
Wir haben recht, wenn wir darauf beharren, daß alle Südafrikaner - Schwarze,
Weiße und Farbige - an diesem Prozeß teilnehmen; und es ist unsere Verpflichtung, all jenen unsere Hilfe anzubieten, die den friedlichen Wandel anstreben.
Und wir haben recht, wenn wir sagen, daß wirklich ein Prozeß des Wandels begonnen hat - so unvollkommen er auch sein mag, und so mühsam er manchmal voranzukommen scheint.
ir

Die Vereinigten

�Die Vereinigten Staaten haben versucht, den Prozeß des Wandels zu unterstützen, indem sie die amerikanischen Gewerkschaften ermutigt haben, beim Aufbau schwarzer Gewerkschaften mitzuhelfen; durch Programme der Förderung schwarzer Manager und Unternehmer und durch ein Stipendienprogramm von über 26 Millionen Dollar für junge scharze Südafrikaner.

Wir haben unsere Unterstützung

für Bürger- und Menschenrechtsorganisationen wesentlich erweitert.

Mit Unter-

stützung des Kongresses entwickeln wir neue Programme, um die Rechtseinrichtungen und Rechtskenntnisse zu fördern.

Und wir haben die eindrucksvollen

Bemühungen amerikanischer Firmen unterstützt, für alle ihre Arbeiter ohne
Rücksicht auf Rasse gleiche Behandlung und erweiterte Chancen zu bieten.
Die wirtschaftliche Entwicklung selbst ist ein starker Motor der sozialen und politischen Evolution.

Jene, die für einen Abzug von Investitionen

und für wirtschaftliche Sanktionen eintreten, würden den Teppich unter den
Füßen jener Südafrikaner wegziehen, die die ersten konkreten Schritte in
Richtung auf eine gleichberechtigtere und gerechtere Gesellschaft getan haben.
Im Westen schätzen wir Leben, Freiheit, Fortschritt und Frieden. Der
einzige Kurs, der mit diesen Worten im Einklang steht, ist der, daß wir uns
als Kraft des konstruktiven, friedlichen Wandels engagieren. Es hat keinen
Sinn, die Kräfte der Polarisierung aufzustacheln und die Spannungen anzuheizen, die die gesamte Region destabilisieren könnten. Es ist nicht unsere
Sache, als Zuschauer von den Außenlinien einen Rassenkrieg in Südafrika anzufeuern - oder Trends zu beschleunigen, die unausweichlich einen solchen
Konflikt hervorbringen würden. Wir sollten unsere Grenzen erkennen: Wir
können den Wandel unterstützen und ermutigen, aber wir können nicht einheimische Initiative, Einrichtungen und Weitblick ersetzen.

Die Aufgabe

- 16 -

�Die Aufgabe von morgen
Wenn ich Ihnen eines mit auf den Weg geben darf, dann die Feststellung,
daß Amerika Afrika und seine Probleme ernst nimmt. Wir sehen einen direkten
Zusammenhang zwischen der politischen und wirtschaftlichen Stabilität Afrikas
und der Gesundheit der westlichen Welt. Wir sind verpflichtet, mit unseren
afrikanischen Freunden zusammenzuarbeiten und mit der internationalen Gemeinschaft, um Afrika bei der Überwindung seiner Probleme zu helfen.
Es liegt in unserem Selbstinteresse, daß wir das tun. Und es ist moralisch richtig, und es entspricht der besten Tradition Amerikas.

- 17 -

�22. Februar 1984

8

DIE WAHLEN IN AMERIKA 1984
( 2 )
Der Fahrplan der Demokratischen Partei -

DES MOINES, IOWA - (AD) - Mit den Partei Versammlungen der Republikanischen und der Demokratischen Partei im Bundesstaat Iowa am 20. Februar 1984
hat in den Vereinigten Staaten offiziell die Auswahl der Kandidaten für die
Präsidentschaftswahlen in diesem Jahr begonnen.
Wie zu erwarten, fand der Anwärter für die Kandidatur bei den Republikanern, Präsident Ronald Reagan, auf einer Partei Versammlung in Waterloo die
begeisterte Zustimmung von über 7000 Anhängern, auch wenn außerhalb der Halle
einige kritische Stimmen laut wurden.
Im Mittelpunkt des Interesses stand die Wahl der Delegierten des Bundesstaates Iowa für den Parteikonvent der Demokratischen Partei im Juli in SanFranzisko.

Hier konnte sich der frühere amerikanische Vizepräsident Walter

(Fritz) Mondale klar gegen seine Mitbewerber Senator Gary Hart aus Colorado,
Senator John Glenn aus Ohio (früherer Astronaut), Senator Alan Cranston aus
Kalifornien, Senator Ernest Hollings aus South Carolina, Reubin Askew (frü-

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Reubin Askew (früherer Gouverneur des Staates Florida), George McGovern
(Bewerber um die Präsidentschaft 1972) und den farbigen Bürgerrechtler
Jesse Jackson durchsetzen.

Eine endgültige Entscheidung bedeutet dies je-

doch noch keineswegs, denn es stehen noch viele Parteiversammlungen (Caucuses
und Vorwahlen (Primaries) vor dem Parteikonvent, auf dem die Wahl des Präsidentschaftskandidaten getroffen wird, über den dann im November der Wähler
entscheidet.
Der Zeitplan der Demokratischen Partei sieht nach dem Stande vom 20.
Februar 1984 wie folgt aus:

20. Februar
ii
28.
4. März
M
13.
II
13.
II
13.
II
13.
II
13.
n
13.
n
13.
II
13.
M
13.
II
13.
II
13.
II
14.
II
14.
II
15.
II
17.
II
17.
II
17.
M
17.
II
17.
n
17.

(C = Partei Versammlung; P = Vorwahl):

Iowa (C)
New Hampshire (P)
Maine (C)
Alabama (P)
Florida (P)
Georgia (P)
Massachusetts (P)
Rhode Island (P)
Democrats Abroad (P)
Hawaii (C)
Oklahoma (C)
Nevada (C)
Washington (C)
Wyoming (C)
Delaware (C)
North Dakota
Alaska (C)
Arkansas (C)
Kentucky (C)
Michigan (C)
Mississippi (C)
South Carolina (C)
Latin America (Canal Zone)

(C)

�Puerto Rico (P)
Illinois (P)
Minnesota (C)
Kansas (C)
Virginia (C)
Montana (C)
Connecticut (P)
New York (P)
Wisconsin (C)
Pennsylvania (P)
Arizona (C)
Louisiana (C)
Utah (C)
Missouri (C)
Vermont (C)
Guam (C)
District of Columbia (P)
Tennessee (P)
Colorado (C)
Indiana (P)
Maryland (P)
North Carolina (P)
Ohio (P)
Nebraska (P)
Oregon (P)
American Samoa (C)
Idaho (C)
Virgin Islands (C)
California (P)
New Jersey (P)
New Mexico (P)
South Dakota (P)
West Virginia (P)
Parteikonvent in San Francisco
+ + + + +
- 3 -

�Wi//en/chcift
und Technik
United States Information Service
Embassy of the United States of America
22. Februar 1984

PRODUKTIONSSTÄTTE WELTRAUM
Kommerzielle Gemeinschaftsprojekte von NASA und Industrie

- (AD) - Das amerikanische Amt für Luft- und Raumfahrt (NASA) gibt der
Industrie die Möglichkeit, zur kommerziellen Herstellung neuartiger Produkte
im Weltraum.

Eine entsprechende Vereinbarung über ein erstes Projekt, das

dieses Ziel anvisiert, trafen im Februar 1984 NASA-Chef James Beggs und der
Vorstandsvorsitzende der Firma "3M Manufacturing Gompany", Lewis Lehr.
Im August 1984 läßt "3M", ein weltbekanntes amerikanisches Unternehmen
mit vielseitigen Produktionsprogrammen außerhalb der Sektoren Luft- und Raumfahrt, Experimente zu neuen Forschungs- und Entwicklungsprojekten vom Orbiter
in den Weltraum befördern.

Wie der Direktor der "3M"-Forschungsabteilung,

Lester Krogh, erklärte, wolle man damit zunächst sondieren, ob und wie sich
im Weltraum Kristalle aus organischen Substanzen züchten lassen, die. auf der
Erde infolge der Schwerkraftwirkung nicht zum Kristallisieren zu bringen sind.
Ein weiterer wichtiger Punkt sei die Entwicklung von Dünnfilmen mit neuartigen physikalischen und chemischen Eigenschaften.

Für solche Dünnfilme seien

vielfältige Anwendungsmöglichkeiten in der Elektronik, Abbildungstechnik,
Energieumwandlung und in der Biologie denkbar.
Das Unernehmen

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Das Unternehmen möchte im Rahmen des auf weite Sicht geplanten Programms
umfangreiche Unterlagen und Erfahrungen sammeln und zur Verfügung haben, wenn
Anfang der neunziger Jahre mit dem Aufbau von Raumstationen begonnen und Materialverarbeitung auf kommerzieller Basis im Weltraum realisierbar werde.
"Unseres Erachtens dürften organische Stoffe in kristalliner Form die nächste
Generation von kommerziellen Produkten darstellen, die in etwa sieben bis zehn
Jahren auf den Markt kommen könnten", meinte Krogh.
Im vergangenen Jahr (1983) wandte "3M" ca. 380 Millionen Dollar für Forschung und Entwicklung auf. Mit der NASA kam das Unternehmen überein, eine
Anzahl von Forschungsinstituten aufzubauen, wo Aktivitäten von Industrie-,
Regierungs- und Universitätsinstitutionen auf den zahlreichen Gebieten langfristig angelegter Grundlagenforschung koordiniert werden.

Das Interesse wür-

de sich dabei, wie Krogh ausführte, auf Projekte konzentrieren, aus denen
kommerzielle Produktionsprogramme im Weltraum hervorgehen könnten.

Die In-

stitute sollen helfen, Prioritäten für chemische und materialwissenschaftliche Forschung in der Schwerelosigkeit zu setzen, aber auch die Arbeit in
anderen wissenschaftlichen Disziplinen unter Gesichtspunkten einer möglichen
kommerziellen Auswertung zu sondieren.

•

�</text>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Bush: USA zu Fortschritten mit UdSSR auf allen Gebieten bereit&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Erklärung des US-Vizepräsidenten in Moskau -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Reagan: USA halten am Nahost-Friedensplan fest&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Erklärung des US-Präsidenten nach dem Besuch von Hussein und Mubarak -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Afrikapolitik der Vereinigten Staaten&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Von Außenminister George Shultz -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Wahlen in Amerika 1984&lt;br /&gt;&lt;em&gt;(2)&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Der Fahrplan der Demokratischen Partei -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Produktionsstätte Weltraum&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Kommerzielle Gemeinschaftsprojekte von NASA und Industrie -&lt;/em&gt;</text>
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