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                  <text>und
Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

8. Februar 1984

INHALT

DOKUMENTATION

Präsident Reagan legt Haushalt 1984/85 vor
- Sparsame Bundesausgaben - keine Steuererhöhungen

WIRTSCHAFT
Präsident Reagan unterbreitet Jahreswirtschaftsbericht
- Wortlaut der Begleitbotschaft des Präsidenten -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Biotechnologie - Grundlage für künftige Schlüsselindustrie
- Zu einem Bericht des US-Amtes für Technologie-Bewertung -

Um Über/endung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 B o n n 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�8. Februar 1984

6

PRÄSIDENT REAGAN LEGT HAUSHALT 1984/85 VOR
Sparsame Bundesausgaben - keine Steuererhöhungen

WASHINGTON - (AD) - Präsident Ronald Reagan hat am 1. Februar 1984 dem
amerikanischen Kongreß seinen Voranschlag für den Bundeshaushalt 1985 vorgeh t

- das Haushaltsjahr dauert vom 1. Oktober 1984 bis zum 30. September 1985.

Mit einem Ausgabenansatz von 925,492 Milliarden Dollar - 71,732 Milliarden Dollar
mehr als im laufenden Haushaltsjahr - und einem Einnahmenansatz von 745,127 Milliarden Dollar weist das Budget ein Defizit von 180,365 Milliarden Dollar auf.
Wenn der Kongreß allen Anträgen des Präsidenten folgt, dann wird sich
das Defizit bis 1989 auf rund 123,4 Milliarden Dollar senken.

Inflationsbe-

reinigt liegt der Haushalt 1985 um 3,3 Prozent höher als der Haushalt 1984.
Im einzelnen sieht der Haushaltsvoranschlag 1985 vor:
- eine Steigerung der Verteidigungsausgaben von 237,548 Milliarden Dollar
im laufenden Haushaltsjahr auf 272,040 Milliarden Dollar - was inflationsbereinigt eine Zunahme von 8,7 Prozent bedeutet; als Prozentsatz des
Bruttosozialprodukts steigen die Verteidigungsausgaben

von 5,5 Prozent

1981 auf 7 Prozent 1985;
- eine Steigerung

Postfach 20 03 00 Tel.:0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�- eine Steigerung der zivilen Ausgaben um inflationsbereinigt 1,1 Prozent;
- einen Rückgang des Defizits als Prozentsatz des Bruttosozialprodukts von
5,2 Prozent 1984 auf 4,6 Prozent 1985;
- einen Rückgang der Bundesausgaben insgesamt als Prozentsatz des Bruttosozialprodukts von derzeit 24,4 Prozent 1984 auf 24,2 Prozent 1985;
- keine wesentlichen Steuererhöhungen für 1985. Allerdings wird durch eine
strukturelle Reform des Steuersystems im Haushaltsjahr 1986 mit einer Erhöhung der Einnahmen aus der Einkommensteuer um 6,4 Milliarden Dollar gerechnet.
Der Haushalt geht davon aus, daß die Wirtschaftstätigkeit 1984 1,6 Prozentpunkte niedriger liegen wird als 1983, aber dann bis 1989 jährlich um vier
Prozent wachsen wird. Die Arbeitslosigkeit wird für 1984 mit durchschnittlich
7,7 Prozent angenommen und ein Rückgang auf 5,7 Prozent bis 1989 erwartet. Der
Anstieg der Verbraucherpreise wird für 1984 mit 4,5 Prozent angenommen, danach
für 1985 ein leichter Anstieg auf 4 J Prozent und danach ein Rückgang auf 3,5
Prozent bis 1989, Der Leitzins auf Bundesschuldverschreibungen soll von 8,5
Prozent 1984 bis 1989 auf 5 Prozent zurückgehen.
Einsparungen werden bei Wohnungsbau- und Umweltprogrammen sowie in geringerem Umfang bei Bildungs- und Energieprogrammen vorgenommen; Steigerungen
sind bei den Verteidigungsausgaben und einigen internationalen Programmen sowie in geringerem Umfang bei Weltraum- und Landwirtschaftsprogrammen vorgesehen.
In seiner Haushaltsbotschaft an den Kongreß fordert der Präsident die
Vollmacht, bei Bewilligungsgesetzen - der Einzelhaushalte - gegen einzelne
Posten sein Veto einlegen zu können, ohne daß dadurch der Einzelhaushalt insgesamt zu Fall kommt.
zusatzes zu erlangen.

Diese Vollmacht ist nur auf dem Wege eines VerfassungsFerner hat der Präsident eine Verfassungsänderung be-

antragt, die einen ausgeglichenen Bundeshaushalt und Ausgabenbegrenzungen vorschreiben würde.
In seiner

�In seiner Botschaft hat der Präsident ferner auf die Leistungen seiner
Administration in den letzten drei Jahren hingewiesen.
Die wesentlichen Auszüge aus der Haushaltsbotschaft des Präsidenten
haben folgenden Wortlaut:
Im vergangenen Jahr haben sich die Zukunftsaussichten der Nation beträchtlich verbessert.

Die Wirtschaft hat ein starkes Wachstum - über die Erwartungen

hinaus - aufzuweisen.
gesenkt worden.
30 Jahren.

Die Inflation ist auf die niedrigste Rate seit 16 Jahren

Die Arbeitslosigkeit ist rascher zurückgegangen als jemals in

Wir sind auf dem Weg zu anhaltender, langfristiger Prosperität ohne

galoppierende Inflation ein gutes Stück vorangekommen.
Unsere nationale Sicherheit wird wieder hergestellt.

Unsere innenpoli-

tischen Programme werden gestrafft, um genauer dem richtigen Umfang der Aufgaben der Regierung und deren Eingreifen in unser Leben zu entsprechen.

Die Re-

gierungstätigkeit wird effektiver und effizienter gestaltet, während Schritte
zur Senkung der Kosten unternommen werden.
Diese Entwicklungen sind das Ergebnis des Programms, das ich vor drei
Jahren vorgeschlagen habe, um die schweren wirtschaftlichen und politischen
Probleme zu lösen, die aus früherer Kurzsichtigkeit, früherer falscher Politik
und falschen Prioritäten entstanden sind.
auf ein langfristiges reales Wachstum.

Dieses Programm konzentrierte sich

Meine Steuervorschläge waren darauf

angelegt, dringend notwendige Anreize für die Spartätigkeit und produktive Investitionen zu bieten.

Ich habe die amerikanische Bundesbank (Federal Reserve

System) in ihrer gesunden Geldpolitik unterstützt.

Ich habe zusammen mit dem

Kongreß daran gearbeitet, um das Anwachsen von Regierungsprogrammen, die zu
groß geworden waren oder ihren Sinn verloren hatten, ins Gegenteil zu verkehren.

Als Ergebnis dieser Anstrengungen sind die innenpolitischen Programme,

die drei Jahrzehnte lang rasch gewachsen waren, schließlich eingedämmt worden.
Ich habe mich bemüht, unnötige oder bedrückende Verordnungen abzuschaffen oder
zu vereinfachen.
Zum höchsten

�Zum höchsten Wohle unseres Landes hat der vorige

Kongreß erkannt, daß

dieses Programm grundlegend gesund ist und sich meiner Administration angeschlossen, um es zu realisieren...
Die Reaktion der Wirtschaft hat mein wirtschaftliches Programm voll gerechtfertigt.

Während der letzten zwei Jahre war der prozentuale Anstieg des

Verbraucherpreisindexes nicht höher als während der ersten sechs Monate 1981.
Im vorigen Jahr war der wirtschaftliche Wiederaufschwung nachhaltig, und das
Bruttosozialprodukt stieg um real über sechs Prozent, die Industrieproduktion
um 16 Prozent.

Die Arbeitslosigkeit - die zwar noch immer unerträglich hoch

ist - ging innerhalb eines einzigen Jahres um erstaunliche 2,5 Prozentpunkte
zurück.

Die Kapazitätsausnutzung in amerikanischen Fabriken ist augenfällig

gestiegen.

Die geschäftlichen Investitionen in neuen Fabriken und Ausrüstungen

nahmen im vorigen Jahr um real 11,5 Prozent zu.

Die Produktivitätsrate in den

Vereinigten Staaten, die von 1977 bis 1981 stagnierte, stieg zwischen dem dritten Quartal 1982 und dem dritten Quartal 1983 um 3,7 Prozent.

Die Zinssätze

gingen Mitte 1982 wesentlich zurück und die Börse erholte sich anhaltend, was
den Nettowert der amerikanischen Haushalte um eine halbe Billion Dollar steigerte.

Das verfügbare Personaleinkommen nahm 1983 um 5,1 Prozent zu.

Nach

einem starken Rückgang erholte sich der amerikanische Dollar und erreichte
den höchsten Stand seit über einem Jahrzehnt.
Wir sind jedoch noch nicht über dem Berg. Trotz unseres Erfolges beim
Abbau der Wachstumsrate der zivilen Ausgaben in den letzten drei Haushalten,
werden die Ausgaben 1985 um 41 Prozent höher sein als 1981, was aus einem ständigen Ansteigen der gesetzlichen Ansprüche, wesentlichen Erhöhungen der Verteidigungsausgaben und einem raschen Anstieg der Zinskosten resultiert. Es
bleibt sicherlich noch viel zu tun übrig. Die Aufgabe, unsere Streitkräfte
wieder auf einen angemessenen Stand zu bringen, muß beendet werden, und die
Verpflichtung kleinen, armen Ländern gegenüber, die um die Erhaltung ihrer
Demokratie kämpfen, wirtschaftliche und militärische Unterstützung zu gewähren, muß eingehalten werden. Auf der anderen Seite sind weitere Maßnahmen notwendig, um Umfang und Wachstum vieler Programme einzudämmen und überall in der
Regierung, wo immer sich die Chance bietet, effektiver zu arbeiten.
Drei Jahre

�Drei Jahre des Erfolgs
Im vorigen Jahr habe ich über die augenfälligen Verbesserungen in der
Regierungstätigkeit während der vorausgegangenen zwei Jahre und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft berichtet.

Ich freue mich, mitteilen zu können,

daß diese Verbesserungen ein drittes Jahr anhielten:
- Die Wachstumsrate der Ausgaben war 1980 mit 17,4 Prozent jährlich fast
außer Kontrolle geraten - sie wird in diesem Jahr auf 7,3 Prozent zurückgehen.
- Die Ausgaben nahmen in dem Vierjahreszeitraum von 1977 bis 1981 um 64
Prozent zu - sie werden in dem Vierjahreszeitraum von 1981 bis 1985 nur
um 44 Prozent zunehmen und dies trotz der gesetzlich vorgeschriebenen
Lebenshaltungskostenanpassung und der erhöhten Verteidigungsausgaben.
- Das Steuersystem des Bundes ist stark umstrukturiert worden.

Die Grenz-

steuersätze sind gesenkt worden, was das Klima für die Spartätigkeit
und Investitionen beträchtlich verbessert hat.

Es wurde eine Reform

der Abschreibungen durchgeführt, die den durch die Inflation ausgehöhlten Wert der Abschreibungen wieder herstellte.

Schlupflöcher im Steuer-

system wurden verstopft, und damit wurde das Steuersystem gerechter.
Es wurden Anstrengungen unternommen, Regierungsprogramme durch Gebühren
zu finanzieren, die den Vorteilen und Dienstleistungen für die Benutzer
entsprechen.
- Unsere militärische Stärke wird auf einen ausreichenderen Stand gebracht.
- Die zivilen Ausgaben, die in etwas mehr als zwei Jahrzehnten real fast
auf das Dreifache gestiegen sind, werden in diesem Jahr praktisch niedriger sein als 1981...
- Die Zahl

�- Die Zahl der Bundesbediensteten außerhalb des Verteidigungssektors ist
seit meinem Amtsantritt um 71 000 verringert worden.
Dies sind eindrucksvolle Erfolge - auf die wir stolz sein dürfen und
auf denen wir weiter aufbauen können.

Mit diesem Haushaltsvoranschlag appel-

liere ich erneut an alle Mitglieder des Kongresses, weitere Schritte zu unternehmen, um die Festigkeit unserer Grundlagen zu gewährleisten und die Haushaltsprobleme der Nation zu überwinden.

Aufrechterhaltung des Wirtschaftswachstums
Wir stehen vor der Aussicht auf eine längere Ära des Friedens, der
Prosperität,
Amerikaner.

des Wachstums und eines steigenden Lebensstandards für alle
Was müssen wir tun, um dafür zu sorgen, daß diese Hoffnung sich

in den kommenden Jahren erfüllen und verwirklichen wird?

Was müssen wir tun,

daß der hohe Preis für die Anpassung an diese neue Ära, den unser Volk in den
letzten Jahren bezahlt hat, nicht umsonst sein wird?
Alle Anzeichen deuten auf ein anhaltendes, starkes Wirtschaftswachstum,
lebhafte Investitionstätigkeit und steigende Produktivität ohne neuerliche
Inflation hin - außer einem. Nur die Gefahr eines endlos hinausgezogenen hohen Haushaltsdefizits bedroht den Fortbestand eines anhaltenden, nichtinflationären Wachstums und der Prosperität. Es läßt das Gespenst stark steigender
Zinssätze, eines Abwürgens der Investitionen, neuerlicher Rezession und steigender Arbeitslosigkeit erstehen.
Dieses Gespenst muß vertrieben werden; ebenso wie die Befürchtungen
einer galoppierenden Inflation und der damit verbundenen Übel vertrieben wurden; so, wie die Befürchtungen der Hilfslosigkeit vor dem Anwachsen der militärischen Macht der Sowjets und der damit verbundenen Bedrohungen vertrieben werden; so, wie die Befürchtungen, daß das System der Sozialen Sicherheit
des Landes "untergehen" könnte, vertrieben worden sind.
Dieser Haushalt

�Dieser Haushalt verlangt vom Kongreß diese Maßnahmen.

Er fordert Maß-

nahmen, um dem Aufwä'rtstrend der Bundesausgaben weiterhin Einhalt zu gebieten
und die Einnahmen des Bundes zu steigern.

Bei anderen Maßnahmen geht es um

eine fundamentale Reform der Verfahren der öffentlichen Hand, die eine Verfassungsänderung erfordern.
Der Kongreß hat jedes Jahr einen Teil meiner Haushaltsvoranschläge
verabschiedet und andere zurückgestellt.

So kommen wir langsam dem ganzen

Paket von notwendigen Haushaltsanpassungen näher.

Ich appelliere an den Kongreß,

in diesem Jahr nicht nur die in diesem Haushalt enthaltenen Anträge zu verabschieden, sondern auch Verfassungszusätze, die ein Veto gegen einzelne Posten
vorsehen und einen ausgeglichenen Haushalt zur Pflicht machen würden - statt
der zögerlichen Politik, in diesem Jahr eine halbherzige Reform zu verabschieden und im nächsten wieder eine usw.
Wo es dem Kongreß am Willen mangelt, sich selbst eine knappe Haushaltspolitik aufzuerlegen, die wir jetzt brauchen, bedarf er der Unterstützung durch
die Exekutive.

Wir brauchen einen Verfassungszusatz, der dem Präsidenten die

Vollmacht gibt, gegen einzelne Posten der Bewilligungsgesetze sein Veto einzulegen.

Von unseren 50 Bundesstaaten geben 43 ihren Gouverneuren diese Voll-

macht...

Es ist jetzt an der Zeit, daß der Kongreß dem Präsidenten die gleiche

Vollmacht gibt...
Wollen wir doch endlich auch auf das Volk hören und einem Verfassungszusatz zustimmen, der einen ausgeglichenen Bundeshaushalt und Ausgabengrenzen
festlegen würde.
beiten.

Ich ermutige unsere Bevölkerung, an der Basis dafür zu ar-

Wenn das Volk so etwas will, wird es geschehen.

Wir müssen eine überparteiliche Basis für eine grundlegende Reform
der Regierungsausgaben anstreben.

Wir müssen genau überprüfen, was, wie und

wieviel die Bundesregierung tun sollte - auf der Basis unseres Verlangens
nach Sicherheit und Wohlergehen sowie unseres Wunsches, die Macht und die
Mittel beim Volk zu lassen.

Die vom Präsidenten eingesetzte Kommission aus

- 7 -

�Kommission aus dem Privatsektor zur Oberprüfung der Kosten - Grace-Kommission - hat bereits interessante Vorschläge in dieser Richtung unterbreitet,
die mit Hilfe des Kongresses jederzeit durch Gesetz verwirklicht werden können.
Jenen, die sagen, wir müßten die Steuern erhöhen, rufe ich zu:

Wartet!

Steuererhöhungen bürden der Bevölkerung unfaire Lasten auf, hemmen die Kapital bildung und zerstören die Wachstumsanreize.

Steuersenkungen haben zum anhal-

tenden Aufschwung beigetragen und zu rascherem Wachstum und mehr Arbeitsplätzen
geführt.

Es ist an der Zeit, das gesamte Steuersystem zu vereinfachen, um je-

dermann gleich zu behandeln.
Das Steuersystem muß einfacher und fairer werden. Ehrliche Leute sollen
nicht für die Betrüger bezahlen müssen. Die "Untergrundwirtschaft" muß wieder ans Tageslicht kommen. Und für jeden müssen die Steuersätze gesenkt werden, um zu mehr Spartätigkeit und Investitionen anzuregen und Anreize für Arbeit und wirtschaftliches Wachstum zu schaffen. Das ist der Plan für eine
hellere Zukunft und ein faireres Steuersystem. Ich habe deshalb das Finanzministerium angewiesen, bis Ende des Jahres eine Studie mit entsprechenden
Empfehlungen zu erstellen.
Wenn diese Änderungen abgeschlossen und die notwendigen fiskalischen
Werkzeuge zur Hand sind, dann, dessen bin ich sicher, können wir ein umfassendes Paket von Änderungen der Politik der öffentlichen Hand vornehmen, die dazu
dienen, das hartnäckige Defizit im Bundeshaushalt wesentlich abzubauen, das
sonst unsere helle wirtschaftliche Zukunft verdunkeln könnte. Der Plan muß auf
drei Kardinalprinzipien beruhen:
- Er muß überparteilich sein.

Wenn wir die Defizite überwinden und das

Haus der Regierung in Ordnung bringen wollen, dann muß jeder sein Bestes
dafür tun.
- Er muß fair sein.

So wie alle Amerikaner an den Vorteilen des Auf-

schwungs beteiligt sein sollen, so sollen sie auch die Lasten des Ober-

�des Übergangs zu einer begrenzteren Rolle der Regierung in unserer
Gesellschaft gemeinsam tragen.
- Er muß klug sein.

Die Stärke unserer nationalen Verteidigung muß

wiederhergestellt werden, damit wir den Wohlstand in Frieden und Freiheit genießen können und gleichzeitig für unsere Bedürftigen sorgen.
- Und schließlich muß er realistisch sein. Die Regierungsausgaben werden
nicht durch Wunschdenken gesenkt werden...

Zusammenfassung
Ein lebhafter, nichtinflationärer Wiederaufschwung ist im Gange.
Der lange Winter der Übergangszeit von der fehlgeleiteten Politik der Vergangenheit mit ihren inflationären und wachstumshemmenden Nebenwirkungen
weicht jetzt einem neuen Frühling der Hoffnung für Amerika.

Die Hoffnung,

von einem anhaltenden Aufschwung zu langfristiger, nichtinflationärer Prosperität zu gelangen, kann verwirklicht werden, wenn wir in der Lage sind, bei
weiteren Maßnahmen für einen Abbau des Defizits zusammenzuarbeiten.

Eine

kühne, starke Politik der öffentlichen Hand, um den Aufwärtstrend eingefahrener Ausgabenprogramme zu brechen, ist zusammen mit einer verantwortungsbewußten und zurückhaltenden Währungspolitik wesentlich, um den Aufschwung
im Gang zu halten, ja, wesentlich

für die künftige wirtschaftliche Gesund-

heit und Vitalität unserer Nation.
*

Es werden auch begrenzte Maßnahmen notwendig sein, um unser Steuersystem fairer und effizienter zu gestalten.

Aber es ist wichtig - ja ent-

scheidend wichtig - die richtige Mischung von Zurückhaltung bei den Ausgaben
und Erhöhungen der Einnahmen zu finden.

Es muß wesentliche Kürzungen bei

den Ausgaben und streng begrenzte Zunahmen bei den Einnahmen geben.
Ich appelliere

- 9 -

�Ich appelliere daher dringend an den Kongreß, die in diesem Haushaltsantrag vorgeschlagenen Maßnahmen zu treffen.

Es geht um zuviel, als daß wir

diese wesentlichen Maßnahmen, um den Gürtel enger zu schnallen, einfach abtun
könnten.

Die Nation hat einen hohen Preis bezahlt für die Aussicht auf eine

sichere, blühende und nicht inflationäre Zukunft.

Diese Aussicht

darf nicht

einem Gefühl der Selbstgefälligkeit - einem geschickten Ausweichen vor den
Problemen - geopfert werden.
Wollen wir im Vertrauen auf die letztlich wohltuenden Auswirkungen unserer Maßnahmen den Schritt wagen und für uns und für unsere Nachwelt eine
helle und blühende Zukunft sichern - eine Zukunft, in der der Ruhm Amerikas
wieder leuchtet.

Nationale Verteidigung
Unter der Überschrift "Nationale Verteidigung" heißt es in dem neuen
Haushaltsvoranschlag unter anderem:
Das Ziel unseres nationalen Verteidigungsprogramms ist der Schutz
unseres Landes und seiner Verbündeten vor ausländischer Aggression. Wir wollen den Frieden bewahren, indem wir den Krieg verhindern. Wir müssen jedoch
in der Lage sein, uns erfolgreich zu verteidigen, sollte es zu einem Krieg
kommen. Die Abschreckung vor ausländischen Bedrohungen unserer lebenswichtigen
Interessen und derjenigen unserer Verbündeten und Freunde hängt davon ab, daß
wir die ganze Bandbreite unserer Verteidigungskapazitäten wahren. Dazu gehören
die strategische Nuklearkapazität, die Stärke unserer Marine, starke vornedislozierte Streitkräfte in Europa und anderen Gebieten, die für unsere eigene Verteidigung entscheidend sind, sowie die Fähigkeit zur raschen Dislozierung und zur Aufrechterhaltung unserer Streitkräfte weltweit.
Unsere Verteidigungspolitik soll vor einem Krieg abschrecken, indem
nukleare und konventionelle Streitkräfte aufrechterhalten werden, die aus- 10 -

�die ausreichend sind, um jeden potentiellen Gegner davon zu überzeugen, daß
der für eine Aggression zu zahlende Preis einen Angriff nicht rechtfertigen
würde.

Sollte die Abschreckung keinen Erfolg haben, dann müssen wir über die

nötige Stärke verfügen, um den Angriff zurückzuschlagen und unsere nationalen
Ziele zu erreichen, wobei das Ausmaß und die Intensität des Konfliktes auf ein
Mindestmaß begrenzt werden...
Angesichts großer Verbesserungen der sowjetischen Militärkapazität müssen
die amerikanischen Streitkräfte gestärkt werden, um der sowjetischen Herausforderung begegnen und unsere nationalen Interessen schützen zu können.

Dies

•erfordert, daß wir weiterhin Anstrengungen unternehmen, um
- alle Komponenten unserer strategischen Streitkräfte zu modernisieren,
damit ihre Fähigkeit garantiert bleibt, vor einem nuklearen Angriff
abzuschrecken, zu überleben und einen Vergeltungsschlag auszuführen,
sollte es zu einem Angriff kommen;
- die Fähigkeit unseres Landes zu verbessern, militärisch auf Krisen überall in der Welt reagieren zu können;
- eine ausreichende Stärke zur See aufrechtzuerhalten, damit die Fähigkeit
garantiert wird, amerikanische Truppen zum Schutz unserer Interessen,
zur Unterstützung unserer Verbündeten und zur Sicherung eines kontinuierlichen Zugangs zu wichtigen Rohstoffen in kritischen Gebieten in Übersee
zu dislozieren;
- Bündnisse und Koalitionen aufrechtzuerhalten, damit amerikanische Interessen weltweit geschützt und insbesondere die NATO-Ziele verwirklicht
werden können; und
- die Einsatzbereitschaft und Standfestigkeit unserer konventionellen
Streitkräfte zu verbessern sowie deren Ausrüstung zu modernisieren.
Die Erreichung
- 11 -

�Die Erreichung dieser Ziele erfordert eine anhaltende Erhöhung der Mittel
für die Verteidigung über die kommenden Jahre hinweg.
Strategische Streitkräfte - Seit Oktober 1981 hat die Regierung energisch ein Programm der strategischen Modernisierung verfolgt, das in Übereinstimmung mit einer Politik der Abschreckung steht.

Der Haushaltsvoranschlag

setzt die Anstrengungen zur Modernisierung unserer Nuklearstreitkräfte fort.
Nur wenn wir über moderne, tüchtige Streitkräfte verfügen, schaffen wir für
die Sowjetunion die erforderlichen Anreize, über echte Rüstungsverminderungen
zu verhandeln.
Der Haushalt beinhaltet ein vorrangiges Entwicklungsprogramm für eine
kleine landgestützte Rakete.

Die Dislozierung der "Friedenswahrer"-Rakete

(MX) ist entscheidend wichtig für die Aufrechterhaltung einer wirksamen Abschreckung ., Der Haushalt für 1985 enthält Mittel für eine kontinuierliche
MX-Forschung und Entwicklung sowie Modifizierungen für die Minuteman-Silos, die
die neuen Raketen aufnehmen werden.

Ferner wird in dem Programm für 1985 um

die Haushaltsermächtigung für das zwölfte TRIDENT-Unterseeboot sowie um die
Anfangsfinanzierung der TRIDENT II-Raketenproduktion ersucht.
Die Modernisierung unserer Bomberstreitmacht erfordert die Dislozierung
unserer luftgestützten Marschflugkörper (ALCM), zunächst auf B-52-Bombern und
später auf B-IB-Bombern. 1985 werden die ersten B-52H-Bomber umgerüstet, um
die Raketen aufnehmen zu können, die bereits auf B-52G-Bombern disloziert sind.
Der Haushalt sieht ferner die Beschaffung von 34 B-IB-Vielfach-Bombern sowie
die Fortsetzung der Entwicklung eines hochtechnologisierten Bombers (Tarnbombers, der nicht durch Radar zu erfassen ist) vor« Die Beschaffung von Ausrüstung und Triebwerken zur Modifizierung des Tankflugzeuges KC-135A wird unsere Auftankkapazität vergrößern»
Ferner sind Mittel für einen ganzen Bereich technologischer Initiativen
vorgesehen, um die Möglichkeiten der Beseitigung der Bedrohung eines Angriffs
mit ballistischen Raketen zu erforschen«

Zu diesen Initiativen gehören inten-

- 12 -

�gehören intensivierte Anstrengungen auf dem Gebiet der Richtenergietechnologie, der Überwachung, der Anflugsverfolgung und der Hochgeschwindigkeitsraketen.

Der Haushalt schlägt weiter die kontinuierliche Entwicklung eines Rake-

ten-Raketenabwehrsystems sowie Verbesserungen unserer Befehls-, Leit-, Kommunikations- und Aufklä'rungssysteme vor.
Allgemeine Streitkräfte - Die allgemeinen Streitkräfte, die vor einer
nicht-nuklearen Aggression abschrecken oder ihr begegnen sollen, müssen in
der Lage sein, auf den schwersten potentiellen Konflikt - einen Krieg zwischen
NATO und Warschauer Pakt - effektiv reagieren zu können, während gleichzeitig
die Flexibilität erhalten bleibt, anderen Bedrohungen amerikanischer Interessen entgegenzutreten.

Aufgrund der Vorschläge des Haushalts sollen die fol-

genden aktiven Streitkräfte unterhalten werden:

17 Heeresdivisionen, drei

Marinekorpsdivisionen, drei Luftgeschwader des Marinekorps, 26 taktische Luftgeschwader der Luftstreitkräfte und 545 aktive Kriegsschiffe (darunter strategische Raketen-U-Boote und Versorgungsschiffe).
Allgemeine Heeresstreitkräfte - Der Haushalt für 1985 unterstützt die
kontinuierliche Erstellung von Systemen, die die Feuerkraft, die taktische
Mobilität und die Überlebensfähigkeit unserer Streitkräfte verbessern sollen.
Die Beschaffung von 720 Panzern des Typs M-1-Abrams, von 710 Bradley-Kampffahrzeugen sowie anderer moderner Kampffahrzeuge wird die Kapazität unserer
gepanzerten Kampffahrzeuge fördern.

Im Jahr 1985 wird der neue Angriffshub-

schrauber der Armee vom Typ Apache-AH-64 in Dienst gestellt werden; weiter
werden Mittel für die Beschaffung von weiteren 144 AH-64-Hubschraubern sowie
für die Beschaffung von Angriffsunterstützungs-Hubschraubern, beispielsweise
vom Typ UH-60-Blackhawk, angefordert.

Der Haushalt unterstützt ferner die

Entwicklung einer neuen Generation leichter Propellerflugzeuge (LHX), die Aufklärungs-, Versorgungs- und Angriffseinsätze durchführen sollen - und zwar
als Ersatz für die gegenwärtigen Hubschrauber, die sich jetzt dem Ende ihrer
nützlichen Dienstleistungstätigkeit nähern...
Das Programm

- 13 -

�Das Programm für 1985 fördert ferner die Dislozierung zusätzlicher
PERSHING II-Raketen in Europa als Teil der langfristigen Modernisierung der
taktischen und nuklearen Streitkräfte...
Verbesserungen in der Struktur der schweren Heeresdivisionen sind angelaufen, und Anstrengungen sind eingeleitet worden, um die Kampfkapazität sowie den Dislozierungsspielraum und das Dislozierungstempo unserer leichten
Streitkräfte zu verbessern.

Die Gesamtzahl der aktiven Divisionen wird sich

von 16 auf 17 erhöhen - und zwar innerhalb der geplanten Mannschafts- und Ausrüstungsstärken.

Die neue Division wird kleiner und leichter sein und weniger

strategische Luft- oder Seebrückenkapazität erfordern als die gegenwärtigen
Infanteriedivisionen.
Allgemeine Seestreitkräfte -

Diese Streitkräfte müssen sowohl in Frie-

dens- als auch in Krisenzeiten eine Abschreckung vor einer militärischen Aggression bieten.

Sollte die Abschreckung keinen Erfolg haben, müssen sie in der

Lage sein, die Seewege zu verteidigen, über die entscheidend wichtige
kanische

ameri-

Verstärkungen und die Versorgung zu Kriegsschauplätzen im Vornbe-

reich gelangen

können.

Sie müssen ferner in der Lage sein, offensive Opera-

tionen gegen sowjetische Seestreitkräfte und Einrichtungen durchzuführen,
sollte dies notwendig sein.
Wenn wir auch in Zukunft militärischen Bedrohungen entgegentreten wollen,
dann müssen wir die Waffensysteme unserer Flotte modernisieren und die Mannschaftsstärke erhöhen. Die verfügbare Streitmacht unserer Marine (darunter
strategische Raketen-Unterseeboote und Versorgungsschiffe) wird sich von 525
Schiffen im Jahr 1984 auf 545 Schiffe im Jahr 1985 erhöhen und wird zum Ende
dieses Jahrzehnts das Regierungsziel von 600 Schiffen erreichen. Die Pläne der
Marine für den Zeitraum von 1985 bis 1989 sehen Modernisierungen vor, die die
Lebensdauer von zwei gegenwärtig in Dienst befindlichen Flugzeugträgern erhöhen
sollen, ferner die Modernisierung der amphibischen Streitkräfte sowie die Reaktivierung der verbliebenen zwei Schlachtschiffe der Iowa-Klasse. Neue Schiffsbaupläne für diesen Zeitraum umfassen 18 Aegis-Kreuzer, 14 Lenkwaffen-Zerstörer,

- 14 )

i

�14 Lenkwaffen-Zerstörer, 20 Angriff-Unterseeboote, 20 Versorgungsschiffe und
25 Minensuchboote...
Allgemeine Luftstreitkräfte - ...

Die Luftstreitkräfte planen für 1985

die Beschaffung von 48 Maschinen des Typs F-15 und 150 Maschinen des Typs F-16.
Darüber hinaus ist im Programm 1985 die weitere Finanzierung eines Nachfolgetyps der F-15 und der F-16 vorgesehen, die über eine Bodenangriffskapazität
verfügen wird.

Dieses Flugzeug wird die Reichweiten- und Nutzlastkapazität

unserer taktischen Luftstreitkräfte wie auch ihre Fähigkeit entscheidend verbessern, während der Nacht sowie bei ungünstigem Wetter zu operieren.

Die Aus-

wahl eines zu entwickelnden Nachfolgetyps für die F-15 oder F-16 sollte 1984
erfolgen.

Darüber hinaus gibt es verschiedene laufende Waffenentwicklungspro-

gramme, so die weiterentwickelte Luft-Luft-Mittelstreckenrakete (AMRAAM), die
die Kampfkapazitat unserer Flugzeuge verbessern soll.
Der Haushalt sieht auch die Beschaffung zusätzlicher TR-1-Flugzeuge für
Aufklärungs- und Überwachungsflüge in großen Höhen vor und fordert Mittel für
taktische Bomben und Raketen von hoher Exaktheit und Präzisionssteuerung.

Die

landgestützten Marschflugkörper werden als Teil der langfristigen nuklearen
Streitkräftemodernisierung der NATO beschafft...
See- und Luftbrückenkapazität -

Um eine Vorneverteidigung bei begrenz-

ter Präsenz in Friedenszeiten sicherzustellen, müssen wir die Fähigkeit haben,
Soldaten und Kampfausrüstung rasch in jedes Krisengebiet in der Welt schaffen
zu können und diese nach ihrer Dislozierung zu versorgen.

Der Haushalt sieht

eine Erweiterung unserer Luftbrückenkapazität durch die Beschaffung von zusätzlichen 10 Frachtmaschinen des Typs C-58 und 8 des Typs KC-10 vor sowie die Förderung des Programms der zivilen Reserveluftflotte (CRAF), in dessen Rahmen
zivile Verkehrsflugzeuge sowie Frachtmaschinen verfügbar gemacht werden, um
die militärische Luftbrückenkapazität während eines Notstandes zu erhöhen.
Ferner sollen durch Modifizierungen die Anstrengungen zur Verbesserung der bestehenden Typen und der Vergrößerung der Kapazität fortgesetzt werden.

Die

Seebrückenkapazität soll durch eine Modifizierung der Containerschiffe für die

- 15 -

�für die Reserveeinsatztruppe gestärkt werden.
Die Vorauseinlagerung von Ausrüstung und Material in der Nähe potentieller
Krisengebiete ist entscheidend wichtig für unsere Fähigkeit, dislozierte Streitkräfte an weitentfernten Plätzen aufrechterhalten zu können.

Im Rahmen dieses

Vorauseinlagerungs-Programms (POMCUS) hat die Armee schwere Ausrüstung für vier
Divisionen und deren Unterstützungseinheiten in Europa eingelagert und beschafft
Ausrüstung für zwei weitere Divisionen.
Forschung und Entwicklung - Neue und verbesserte Waffensysteme müssen
angesichts der sich ändernden Erfordernisse hinsichtlich der militärischen Ausrüstung entwickelt und erprobt werden. Gleichzeitig muß eine starke Forschungsund Technologiegrundlage für eine längerfristige Waffenentwicklung aufrechterhalten bleiben. Für 1985 wird ein Zuwachs von 26 Prozent an Haushaltsermächtigungen für Forschung und Entwicklung vorgeschlagen, wobei der Nachdruck anhaltend auf strategische Programme gelegt wird. Wichtige strategische Anstrengungen gelten, wie schon beschrieben, unter anderem der "Friedenswahrer"-Rakete
(MX), der Trident II-Rakete, dem B-IB-Bomber, dem Tarnbomber sowie der neuen
strategischen Verteidigungsinitiative. Die taktischen Entwicklungsanstrengungen richten sich unter anderem auf neue Heereshubschrauber, ein neues AngriffsUnterseeboot und eine weiterentwickelte Luft-Luft-Rakete.

Internationale Angelegenheiten
Die wesentlichen Auszüge aus dem Abschnitt "Internationale Angelegenheiten", der sich in die Unterabschnitte "Internationale Sicherheitshilfe" und
"Wirtschaftliche und finanzielle Hilfe" einteilt, haben folgenden Wortlaut:
Die Bundesregierung ist für den Schutz und die Förderung der Interessen
der Vereinigten Staaten und ihrer Bevölkerung im internationalen Rahmen verantwortlich. Oberstes amerikanisches Interesse ist die Förderung einer Weltordnung, in der Frieden, Sicherheit und Wohlstand gedeihen und in der der einzelne

- 16 -

�der einzelne sich politischer und Wirtschaftler Freiheit erfreut.

Die in

diesem Haushalt für internationale Angelegenheiten vorgeschlagenen Mittel sind
für die Durchführung der amerikanischen Außenpolitik und das Erreichen der Ziele
der nationalen Verteidigung notwendig.

Für 1985 werden 22,3 Milliarden Dollar

an Haushaltsermächtigungen und 13,5 Milliarden Dollar an geschätzten Ausgaben
gefordert.

Im Vergleich hierzu betrugen die Schätzungen 1984 16,8 bzw. 13,2

Milliarden.

Internationale Sicherheitshilfe
Die Programme der Sicherheitshilfe sind entscheidende Instrumente der
nationalen Sicherheit und der Außenpolitik der Vereinigten Staaten und dienen
der Stärkung verbündeter und befreundeter Regierungen, mit denen die Vereinigten Staaten besondere Sicherheitsanliegen verbinden. Durch diese Programme
helfen die Vereinigten Staaten anderen Regierungen bei der Stärkung ihrer
Volkswirtschaften und beim Kauf und bei der Verwendung moderner militärischer
Ausrüstung, die für deren Verteidigung notwendig ist. Die Sicherheitshilfe
trägt auch dazu bei, daß den Vereinigten Staaten der Zugang zu militärischen
Anlagen und Militärstützpunkten sichergestellt wird. Für 1985 werden 10 Milliarden Dollar an Haushaltsermächtigungen vorgeschlagen, an geschätzten Ausgaben 7,8 Milliarden Dollar.

Hauptprogramme

- 17 -

�Hauptprogramme (in Millionen Dollar)
1983
(Ist)

1984
(Voranschlag)

1985
(Voranschlag)

Militärische Lieferungen ins Ausland auf
Kredit und Militärhilfe

1 558

1 825

5 915

Mittel für wirtschaftliche Unterstützung

3 089

2 958

3 068

Hilfe für Mittelamerika (Vorgeschlagen)

—

500

750

78

110

389

137

126

117

4 589

5 267

10 004

Internationale Sicherheitshilfe

Verschiedenes
Einnahmen aus Zahlungsausgleich,
Schuldendienst, Tilgung
Zwischensumme, Internationale Sicherheitshilfe
Wirtschaftliche und finanzielle Auslandshilfe

Eine wichtige Ergänzung der Sicherheitshilfe besteht darin, die Ziele
der Außenpolitik durch Programme der wirtschaftlichen und finanziellen Auslandshilfe zu erreichen. Diese Programme sollen die Ausweitung eines marktwirtschaftlich orientierten Weltwirtschaftssystems unterstützen und dazu beitragen,
den Bedürfnissen der Entwicklungsländer in entwicklungspolitischer und humanitärer Hinsicht gerecht zu werden. Die Haushaltsermächtigung, die für 1985 beantragt wird, beläuft sich auf 5,2 Milliarden Dollar, die geschätzten Ausgaben
für 1984 belaufen sich auf gleichfalls 5,2 Milliarden Dollar.
Die multilateralen Entwicklungsbanken.

Die Vereinigten Staaten leisten

Beiträge zu den Institutionen der Weltbank wie auch der drei Regionalbanken
für Lateinamerika, Asien und Afrika.

Diese Institutionen stellten 1983 nahezu

20 Milliarden Dollar an langfristigen Darlehen und an technischer Hilfe bereit
und förderten damit in den

Empfängerstaaten eine solide Wirtschaftspolitik.
Für 1985
- 18 -

�Für 1985 beträgt die vorgeschlagene Haushaitsermä'chtigung für die Banken
1,2 Milliarden Dollar.

Außerdem werden 2,9 Milliarden Dollar angestrebt für

im Rahmen eines Programmlimits abrufbares Kapital...

Außerdem werden 1984

weitere 320 Millionen Dollar an Haushai tsermä'chtigung sowie 795 Millionen
Dollar an abrufbarem Kapital angefordert, um die Vereinigten Staaten in die
Lage zu versetzen, im Jahr 1984 Verpflichtungen zu erfüllen, die derzeit den
Banken gegenüber bestehen und für die im Rahmen des 1984 laufenden Auslandshilfebeschlusses keine Mittel bereitstanden.
Internationale Organisationen, Freiwillige Beiträge von 242 Millionen
Dollar werden für verschiedene Programme für Entwicklung, humanitäre Hilfe und
wissenschaftliche Zusammenarbeit vorgeschlagen, die von den Vereinten Nationen
und anderen internationalen Organisationen durchgeführt werden. Die Administration ist jedoch auch weiterhin der Oberzeugung, daß - wie nutzbringend manche
dieser Programme auch immer sein mögen - anderen Maßnahmen der Auslandshilfe,
die die gleichen Zielsetzungen erreichen, höhere Priorität zukommen sollte.
Amt für Internationale Entwicklung (AID).
Das AID führte in mehr als 60
Ländern in Lateinamerika, Afrika und Asien bilaterale Programme der Entwicklungshilfe durch. Das Amt unterstützt zudem Auslandsprogramme freiwilliger und
privater Organisationen in den Vereinigten Staaten und fördert die Forschungstätigkeit amerikanischer Universitäten auf dem Gebiet der Entwicklungshilfe.
Die vorgeschlagene Haushaltsermächtigung für die Entwicklungsprogramme des AID
für das Jahr 1985 beträgt 2 Milliarden Dollar, worin 434 Millionen Dollar für
neue direkte Darlehensverpflichtungen enthalten sind. Hauptziele der bilateralen Entwicklungsprogramme sind Unterstützung solider Wirtschaftspolitik in
den Empfängerstaaten, Einsatz des Privatsektors der Vereinigten Staaten wie
des Empfängerlandes als Motor des wirtschaftlichen Wachstums und Verbesserung
der Kapazitäten der Institutionen des Empfängerstaates beim erhöhten Einsatz
von Wissenschaft und Technik zur Entwicklung.
Die Afrika-Initiative - eine neue, internationale Bemühung über mehrere
Jahre hinweg - soll Sahel-Staaten Unterstützung bieten...

- 19 -

Für eine erste

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Hauptprogramme (in Millionen Dollar)
1983
(Ist)

1984
(Voranschlag)

1985
(Voranschlag)

1 537

1 644

1 236

270

318

242

1 861

1 905

2 049

1 028

1 052

1 319

109

115

116

375

338

341

Wirtschaftliche und «ni»«,1ft1lr
— — —

nininni.ihtlf
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Multi1aterale Entwicklungsbanken
Internationale Organisationen
Amt für Internationale Entwicklung
Lebensmittelhilfe (Gesetz Nr. 480)
Friedenskorps
Flüchtlingshilfe
Mikronesien-Zusammenschluß (vorgeschl.)

295

Verschiedenes
5

65

83

95

- 534

- 495

- 496

4 711

4 960

5 198

9 300

10 227

15 202

Zahl

I A A , * "
ungsausgleich,
Schuldendienst, Tilgunq
Zwischensumme
Gesamtsumme der Auslandshilfe
Haushalt; der

- 20 -

�Haushalt der Nationalen Luft- und Raumfahrtbehörde NASA
Für den Haushalt der Nationalen Luft- und Raumfahrtbehörde NASA hat die
Reagan-Administration eine Erhöhung von vier Prozent vorgeschlagen; hierzu gehören Mittel für eine ständig bemannte Raumstation und ein größeres Flugprogramm zur weiteren Erforschung des Planeten Mars:

Budgeterhöhung
Das Budget der NASA für das Haushaltsjahr 1985 umfaßt insgesamt 7,491
Milliarden Dollar.

Dies stellt einen Gesamtanstieg von 274 Millionen Dollar

gegenüber dem Haushaltsjahr 1984 dar.
Forschung und Entwicklung,

Insgesamt 2,4 Milliarden Dollar - dies ent-

spricht 32 Prozent des Gesamthaushalts der NASA - werden für Forschung und
Entwicklung angefordert.

Hierzu gehören 150 Millionen Dollar für erste Studien

über eine Raumstation und 1 371 Millionen Dollar für Weltraumwissenschaft und
angewandte Wissenschaft.

Die Anforderungen im Bereich Forschung und Entwick-

lung für das Haushaltsjahr 1985 stellen einen Zuwachs von 375 Millionen Dollar
gegenüber dem Haushaltsjahr 1984 dar...
Raumflug und Datenaustausch.

Insgesamt 3,6 Milliarden Dollar wurden

für Bau, Betrieb und Kontrollsystem der Raumfähre sowie für den Datenaustausch
angefordert.

Die Forderung im Haushalt 1985 für diesen Bereich stellt einen

Gesamtrückgang gegenüber dem vorigen Jahr um 175 Millionen Dollar dar.
Obgleich bei den für das Raumfähren-Programm angeforderten Bewilligungen
eine Kürzung von etwa 300 Millionen Dollar vorliegt, werden Flüge und Einnahmen
von zahlenden Kunden auch weiterhin zunehmen.

Den Plänen zufolge soll es im

Haushaltsjahr 1985 elf Shuttle-Missionen, im darauffolgenden Jahr 16 geben.
Zu weiteren
- 21 -

�Zu weiteren Aktivitäten im Zusammenhang mit der Weltraumfähre, wie sie
im Haushalt angefordert werden, gehören die zweite und dritte Spacelab-Mission,
die Vervollständigung der Weltraumfähren-Flotte durch Auslieferung des vierten
Orbitalflugkörpers ATLANTIS im Dezember 1984 sowie die amerikanisch-italienische
Entwicklung eines Verbindungssatellitensystems, das Raumexperimente in Bereichen
möglich machen soll, die entfernt von der Shuttle-Umlaufbahn liegen...

+ + + + +

22

�8. Februar 1984

PRÄSIDENT REAGAN UNTERBREITET JAHRESWIRTSCHAFTSBERICHT
- Wortlaut der Begleitbotschaft des Präsidenten -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Ronald Reagan hat am 2. Februar 1984 dem
amerikanischen Kongreß seinen Jahreswirtschaftsbericht unterbreitet und die Senatoren und Abgeordneten aufgefordert, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen,
um die Wirtschaft auf dem Kurs eines anhaltenden, nichtinflationären Wirtschaftswachstums zu halten.

In der Einleitung zu dem vom Wirtschaftsbeirat des Präsi-

denten abgefaßten Berichtes fordert Reagan Ausgabenkürzungen, um das Haushaltsdefizit abzubauen.

Er unterstützt eine straffe Währungspolitik der amerika-

nischen Bundesbank als Grundlage der Preisstabilität; lehnt Exportsubventionen
und Einfuhrbehinderungen als Mittel des internationalen Wettbewerbs ab; widersetzt sich Maßnahmen zur Abwertung des Dollar und kündigt Maßnahmen gegen
strukturelle Arbeitslosigkeit an.
Die Begleitbotschaft des Präsidenten zum Bericht hat folgenden Wortlaut:
Ich war immer der Auffassung, daß die Lebenskraft der amerikanischen Wirtschaft und die Prosperität des amerikanischen Volkes durch eine unangemessene
Politik der Bundesregierung verringert wurden:

durch unnötige Regierungsver-

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel 022R-339 2035
Telex: 8-85432

�unnötige Regierungsverordnungen, die die Initiative lähmten und knappes Kapital und knappe Arbeitskraft verschwendeten; durch ein untaugliches und unfaires Steuersystem, das Fleiß, Sparsamkeit und Investitionen bestrafte; durch
übermäßige Regierungsausgaben, mit denen das Geld des Steuerzahlers verschwendet, die Mittel des Landes mißbraucht und Defizite geschaffen wurden, die die
Kapitalbildung lähmten und die Last der Staatsschuld erhöhten; soeie durch
eine Währungspolitik, die einen ständigen Konjunkturzyklus hervorriefen und
den Weg zu steigender Inflation bereitete.
Ich bin nach Washington gekommen, um diese Politik zu ändern.

Die not-

wendigen Reformen sind bei weitem noch nicht abgeschlossen, aber es zeichnet
sich bereits ein wesentlicher Fortschritt ab:

Die Last der Reglementierung

ist leichter geworden, die Steuersätze sind gesenkt und die Steuerstruktur ist
verbessert worden; die Regierungsausgaben in einem weiten Bereich ziviler Ausgaben wurden beschnitten,und eine gesunde Währungspolitik wurde eingeführt.
Die günstige Auswirkung dieser Reformen wird zwar erst mit der Zeit auf
das wirtschaftliche Wachstum durchschlagen, aber einige Vorteile unserer Wirtschaftspolitik sind in dem derzeitigen Aufschwung bereits sichtbar geworden.
Die Wirtschaftstätigkeit im Jahr 1983 hat mich sehr befriedigt. Der Anstieg
der Verbraucherpreise um 3,2 Prozent von 1982 bis 1983 war die niedrigste
Inflationsrate seit 1967. Der Aufschwung brachte einen starken Rückgang der
Arbeitslosigkeit und einen wesentlichen Anstieg des Einkommens amerikanischer
Familien. Die Zahl der Beschäftigten stieg um über vier Millionen, und die
Arbeitslosenrate ging von einem Höchststand von 10,7 Prozent im Dezember 1982
auf 8,2 Prozent im Dezember 1983 zurück. Der Anstieg des Bruttosozialprodukts
um real 6,1 Prozent im vorigen Jahr bedeutet, daß das Realeinkommen pro Kopf
der Bevölkerung in den Vereinigten Staaten um 700 Dollar gestiegen ist.

Abbau der Arbeitslosigkeit
Trotz des beträchtlichen Abbaus der Arbeitslosigkeit bleibt die Zahl der

�Zahl der Arbeitslosen unerträglich hoch. Anhaltender wirtschaftlicher Wiederaufschwung wird Millionen zusätzlicher Arbeitsplätze in den kommenden Jahren
und damit einen weiteren Rückgang der Arbeitslosenrate bedeuten. Allein 1984
ist damit zu rechnen, daß die amerikanische Wirtschaft weitere drei Millionen
Arbeitsplätze schaffen wird.

Bis Ende des Jahrzehnts werden wir 16 Millionen

neue Arbeitsplätze brauchen, um die wachsende Zahl der Arbeitsfähigen zu absorbieren.

Nur eine starke und expandierende Wirtschaft kann diese Arbeits-

plätze stellen und einen fortschreitenden Abbau der Arbeitslosenrate in den
nächsten sechs Jahren bewirken.
Wirtschaftswachstum ist zwar das weitaus wichtigste Mittel, um die Arbeitslosigkeit abzubauen, aber auch besondere Programme, um strukturelle Arbeitslosigkeit zu bekämpfen und speziell benachteiligte Gruppen zu helfen,
können nützlich sein.

Um diesen Personen beim Erwerb von beruflichen Fähig-

keiten zu helfen, die zu einem produktiven Arbeitsleben im Privatsektor führen, habe ich das Berufsbildungs-Partnerschaftsgesetz vorgeschlagen, das ich
1982 unterzeichnet habe.

Im vorigen Jahr habe ich zusätzliche Maßnahmen vor-

geschlagen, um die Möglichkeiten der Berufsbildung und Umschulung zu vergrößern.

Der Kongreß hat zwar einige meiner Vorschläge zur Bekämpfung der Ar-

beitslosigkeit verabschiedet, aber ich warte noch immer auf die Verabschiedung
anderer.
Ein besonderes Anliegen ist mir die Jugendarbeitslosigkeit. Diese Art
von Arbeitslosigkeit ist nicht ein Problem an sich, sondern es ist auch ein
Hinweis auf verpaßte Gelegenheiten, sich am Arbeitsplatz auszubilden und eine
Berufsausbildung zu erhalten. Es wird weithin eingeräumt, daß das Mindestlohngesetz ein wesentliches Hemmnis für die Einstellung von Jugendlichen, vor
allem Jugendlichen aus Minderheiten ist. Ich habe vorgeschlagen, daß während
der Sommermonate die Mindestlöhne für Jugendliche auf 75 Prozent der normalen
Mindestlöhne gesenkt werden. Diese Reform würde vielen Jugendlichen die Chance
bieten, einen ersten Arbeitsplatz zu bekommen und sich die notwendigen Berufskenntnisse anzueignen, die ihnen für eine weitere Beschäftigung zugute kämen
- und es hätte keine negative Auswirkung auf den Beschäftigungsstand der Er-

- 3 -

�der Erwachsenen.

Bei einer Arbeitslosenraten von fast 50 Prozent bei schwar-

zen Jugendlichen - wobei nur 20 Prozent der schwarzen Jugendlichen einen
festen Arbeitsplatz haben - müssen wir etwas tun.

Die Bundesregierung darf

sich nicht als Hemmschuh für Arbeitsplätze erweisen.

Inflation und Währungspolitik
Als ich mein Amt in Washington antrat,war die Senkung der Inflationsrate
mein erstes und unmittelbares wirtschaftliches Ziel.

In den damals vorausge-

gangenen 24 Monaten war der Index der Verbraucherpreise um über 27 Prozent
gestiegen.

Viele Menschen fürchteten, die Bundesregierung habe die Fähigkeit

zur Kontrolle der Inflation verloren.

Solange die Inflation nicht in den

Griff zu bekommen war, konnte kein Wiederaufschwung in Gang kommen.
Die Inflationsrate ist in den letzten drei Jahren dramatisch zurückgegangen.
zent.

Zwischen 1982 und 1983 stieg der Verbraucherpreisindex nur 3,2 Pro-

Amerikaner können wieder Vertrauen in den Wert des Dollar haben, und

sie können für die Zukunft sparen, ohne fürchten zu müssen, daß die Kaufkraft
dieser Ersparnisse durch die Inflation ausgehöhlt wird.

Ich fühle mich fest

verpflichtet, die Inflation auch weiterhin zurückzudrängen.

In unserem Be-

mühen um Preisstabilität dürfen wir niemals nachlassen.
Die Grundvoraussetzung für eine weitere Dämpfung der Inflation ist eine
gesunde Währungspolitik.

Ich unterstütze die amerikanische Bundesbank (Federal

Reserve) weiterhin in ihrem Streben nach Preisstabilität durch eine gesunde
Währungspolitik.

Das vorige Jahr war für die Währungspolitik wegen der we-

sentlichen Änderungen in den Finanzbestimmungen besonders schwierig.

Ich

freue mich, daß trotz dieser Schwierigkeiten die Geldmengen zu Ende des Jahres
innerhalb des gesetzten Rahmens lagen.

Ich gehe davon aus, daß die Bundesbank

1984 die Geldmenge in einer bescheidenen Rate vermehren wird, die sowohl mit
einem anhaltenden Aufschwung als auch einem weiteren Erfolg in der Inflationsbekämpfung vereinbar sein wird.
Es gibt

�Es gibt Leute, die für ein rasches Wachstum der Geldmenge eintreten, um
die Zinssätze zu drücken.

Die Erfahrung lehrt jedoch, daß rasches Geldmengen-

wachstum unausweichlich zu höherer Inflationsrate und höheren Zinssätzen führt.
Die einzige Währungspolitik, die die Zinssätze herunterbringen und unten halten
kann, ist eine Politik, die das Vertrauen stärkt, daß die Inflation in den kommenden Jahren weiter zurückgehen wird.

Der Dollar und das Handelsdefizit
Die hohen Zinssätze in den Vereinigten Staaten und unsere niedrige Inflationsrate machen Dollarschuldverschreibungen zu einer attraktiven Investition für Einzelpersonen und Firmen in der ganzen Welt.

Darüber hinaus sind

die Vereinigten Staaten ein attraktiver Platz für Börsengeschäfte und direkte
Anlagen.

Das Ergebnis war ein ständiger Anstieg des Wechselkurses des Dollar

im Verhältnis zu anderen Währungen der Welt.
Der scharfe Anstieg des Dollarwertes seit 1980 hat für Amerikaner den
Kauf von Erzeugnissen aus Übersee verbilligt und damit zur Bekämpfung der Inflation beigetragen.

Aber der scharfe Anstieg des Dollar hat es für amerika-

nische Unternehmer und Farmer schwerer gemacht, auf den Weltmärkten zu konkurrieren.

Der Rückgang der amerikanischen Exporte und der beträchtliche Anstieg

unserer Importe hat 1982 und 1983 zu einem Rekordhandelsdefizit geführt.

Das

Handelsdefizit ist zeitweise noch durch das internationale Schuldenproblem sowie dadurch verschärft worden, daß die Vereinigten Staaten in ihrem Aufschwung
weiter voran waren als die übrige Welt.
Trotz dieser Probleme halte ich am Prinzip des freien Handels als dem
besten Weg fest, amerikanische Verbraucher und Unternehmer in den Genuß der
Vorteile dieses Konkurrenz-Systems zu bringen.

Es wäre in keiner Weise ange-

bracht, mit der Errichtung von Handelsschranken oder damit zu reagieren, den
Dollar des Steuerzahlers zur Subvention der Exporte zu verwenden.

Wir müssen

vielmehr mit anderen Ländern der Welt zusammenarbeiten, um die Exportsubventionen

- 5 -

�die Exportsubventionen und Einfuhrschranken abzubauen, die gegenwärtig amerikanischen Farmern, Geschäftsleuten und Arbeitern schaden.
Ich bin auch nachdrücklich gegen jeden Versuch, den Wert des Dollar durch
Intervention auf den internationalen Devisenmärkten zu drücken.

Reine Interven-

tion auf Devisenmärkten kann die grundlegenden Faktoren nicht aufheben, die den
Wert des Dollar bestimmen.

Intervention auf den ausländischen Devisenmärkten

wäre ein sinnloses Unterfangen, das wahrscheinlich nur die Währungsspekulanten
auf Kosten des amerikanischen Steuerzahlers reich machen würde.

Eine Kombina-

tion von Devisenmarktintervention und einer expansiven Währungspolitik könnte
den Wert des Dollar verringern, aber nur auf Kosten einer unannehmbaren Erhöhung der Inflationsrate.

Wir müssen daher dem Dollar erlauben, ohne Interven-

tion auf den Devisenmärkten seinen natürlichen Wert zu finden.

Reglementierung
Eines der vier entscheidenden Elemente meines Programms des wirtschaftlichen Wiederaufschwungs ist ein weitreichendes Programm der Einschränkung
der Reglementierung. Hier wurde in den vergangenen drei Jahren beträchtlicher
Fortschritt erzielt. Die Zunahme an Reglementierungen wurde um über ein Drittel begrenzt. Hunderte von Millionen Arbeitsstunden sparte die Privatwirtschaft allein dadurch ein, daß die Behörden weniger Formulare ausfüllen ließen.
Der Kongreß stimmte einer Gesetzgebung zu, durch die die Finanzmärkte und überlandbusgesellschaften wesentlich von Reglementierung befreit wurden. Die Bundeskommission für Kommunikation hat mit unserer Unterstützung die Reglementierungen bei der neuen Kommunikationstechnologie verringert; die Kommission
für zwischenstaatlichen Handel sowie die Behörde für Zivilluftfahrt haben einen
beträchtlichen Schritt zur Deregulierung des Transportwesens getan.
Die Vorteile dieser Maßnahmen zeigen sich für den amerikanischen Konsumenten und die
Geschäftswelt immer deutlicher.
Deutlich ist

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Steuerreformen
Der letzte Schritt der dreijährigen Steuersenkungen wurde im Juli getan
und war seinerseits für den wirtschaftlichen Wiederaufschwung höchst hilfreich. Der Einkommensteuersatz für alle Einkommensklassen wurde seit 1980 um
rund 25 Prozent verringert. Im Jahr 1984 wird ein Vierpersonenhaushalt mit
mittlerem Einkommen etwa 1100 Dollar weniger zahlen, als dies ohne Steuersenkungen der Fall gewesen wäre. Zudem werden ab 1985 die Steuerklassen automatisch angepaßt, damit die Inflation die Steuerzahler nicht länger mehr in
höhere Klassen zwingt und dadurch den Steueranteil ihres Einkommens vergrößert
Das Steuergesetz von 1981 für wirtschaftlichen Wiederaufschwung ging
noch darüber hinaus, die Steuerraten nur zu verringern, sondern hat entscheidende Reformen bei der Struktur des Steuersystems herbeigeführt. Für
die Geschäftswelt ergab sich nunmehr nach den Steuern eine höhere Gewinnspanne bei Anlage- und Ausrüstungsinvestitionen. Auch der deutliche Rückgang der Inflation erhöhte die Gewinne nach den Steuern. Als Ergebnis dessen
steigen die Investitionen bei Anlage und Ausrüstung trotz der real hohen Zinsen derzeit um ein Beträchtliches.
Für den einzelnen Bürger verringerte dieses Steuergesetz die Steuerlast
bei Heirat, Grundstückskauf sowie bei der Spartätigkeit. Die Förderung der^
-7 -

�Förderung der persönlichen Altersversorgung fand starken Widerhall.
zungsweise über 15 Millionen Menschen nutzen heute diese Möglichkeit.

SchätIm vo-

rigen Jahr habe ich die Ausweitung dieser Möglichkeit auf alle Verheirateten
vorgeschlagen, die jährlich bis zu 2000 Dollar einzahlen könnten, selbst bei
nur einem Verdiener.
Weitere Verbesserungen und Vereinfachungen unseres Steuersystems sind
dringend nötig.

Die Steuerlast hängt nicht nur von der Höhe der Steuern selbst

ab, sondern auch von der Qualität des Steuersystems.

Ich habe daher den Fi-

nanzminister angewiesen, einen Plar, zu erarbeiten, der unser Steuersystem gerechter und einfacher macht und eins geringere Belastung für die Volkswirtschaft unseres Landes darstellt.

Durch Verbreiterung der Steuerbasis könnten

die Lohn- und Einkommensteuern sinker statt zu steigen.

Unser Steuersystem

würde zu stärkerem wirtschaftlichen Wcchstum anregen und dadurch mehr Einnahmen
schaffen.

l
Ausgaben der öffentlichen Hand
Als ich nach Washington kam, war ein^s meiner Hauptziele, das gewaltige
Anwachsen der öffentlichen Ausgaben umzukeiren und mehr Mittel für unsere nationale Verteidigung bereitzustellen. Obglei;i viele daran zweifelten, daß dies
möglich sein könnte, wurden beide Ziele erreicht. Wir müssen alles in unserer
Macht Stehende tun, um - wie in anderen Bereichen des Staates auch - bei der
Verteidigung unnötige Ausgaben zu vermeiden. Aber wir müssen auch bereit sein,
die Kosten zu tragen, um die militärische Opazität bereitzustellen, um unser
Land zu verteidigen und unserer Verantworteg als die führende Nation der freien •
Welt gerecht zu werden. Die Ausgaben für djle Verteidigung waren 1980 auf lediglich 5,2 Prozent des Bruttosozialproduktes zurückgegangen - weniger als ein
Viertel der gesamten Ausgaben des Staates.' Im laufenden Haushaltsjahr stiegen die Verteidigungsausgaben auf 6,7 Proz^t des Bruttosozialproduktes und
entsprechend auf 28 Prozent der Gesamtausgaben. Seit 1980 sind die Verteidigungsausgaben real um 39 Prozent gestiegen I Unsere Verteidigungsausgaben sind

- 8 -

t

�Verteidigungsausgaben sind jedoch noch immer ein kleinerer Prozentsatz unseres
nationalen Einkommens als etwa 1960, als die Verteidigungsausgaben 9,7 Prozent
unseres Bruttosozialproduktes betrugen.
In einem großen Bereich innenpolitischer Programme und Aktivitäten wurden
die Ausgaben real gekürzt.

Viele überflüssige bürokratische Aktivitäten wur-

den beseitigt,und die Anzahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst - von
der Verteidigung abgesehen - wurde um 71 000 verringert. Wir haben alle Ausgabenbereiche der Bundesregierung untersucht und waren bemüht, unnötige und
überflüssige Ausgaben abzustellen, wobei wir bemüht waren, das zu schützen,
was die Armen und Betagten brauchen. Als Ergebnis dessen werden in den kommenden Jahren die Ausgaben - außerhalb der Verteidigung - einen geringeren Anteil unseres Bruttosozialproduktes ausmachen.
Diese Verringerung wurde erreicht ohne Abstriche bei den bestehenden
Geldern der sozialen Sicherheit oder eine
ge für die Älteren.

Änderung der medizinischen Vorsor-

Die Ausgaben bei allen anderen zivilen Aktivitäten und

Programme werden - gemessen an ihrem prozentualen Anteil vom Bruttosozialprodukt - fast auf dem Stand von 1965 sein.
Ich fühle mich auch weiterhin der Suche nach Möglichkeiten verpflichtet,
die Regierungsausgaben zu verringern.

Der Haushaltsvoranschlag, den ich dem

Kongreß vorlege, nennt beträchtliche Einsparungen bei Programmen, die entweder
übertrieben sind oder für die die Bundesregierung nicht wirklich voll verantwortlich ist.

Die Grace-Kommission hat uns etwa 2500 Möglichkeiten aufgezeigt,

um kostspielige oder verschwenderische Ausgaben zu verringern und um dadurch
in den kommenden Jahren Milliarden Dollar einzusparen.

Haushaltsdefizite
Ich bin seit langem der Überzeugung, daß unser Land einen ausgeglichenen
Haushalt braucht.

Regelmäßige Mehrausgaben der Bundesregierung haben in 22
- g .

�haben in 22 der letzten 23 Jahre ein Defizit hervorgebracht.

Meine größte

Enttäuschung im wirtschaftlichen Bereich im Jahr 1983 war daher die Tatsache,
daß es dem Kongreß nicht gelang, die Vorschläge zur Verringerung des Defizits
aufzugreifen, die ich im Januar vorigen Jahres in meinem Haushalt für das
Haushaltsjahr 1984 vorgelegt hatte. Wir wären heute einem ausgeglichenen
Haushalt viel näher, hätte der Kongreß all die Ausgabenbeschneidungen durchgesetzt, die ich seit Amtsübernahme gefordert habe,und hätten die lange Rezession und der scharfe Rückgang der Inflation nicht die realen Steuereinnahmen beträchtlich verringert.

Im Budget des vergangenen Jahres schlug ich Än-

derungen bei Ausgaben und Einnahmen vor, die dem Defizit eine deutliche Bewegung in Richtung auf Verringerung gegeben hätten, so daß es 1988 weniger als
zwei Prozent des Bruttosozialproduktes betragen hätte und auf einen Ausgleich
zugegangen wäre.
Der Mangel an Bereitschaft des Kongresses, die von mir vorgetragenen
Vorschläge zu akzeptieren,hat mir deutlich gemacht, daß wir bis nach den Wahlen dieses Jahres warten müssen, um Ausgabenverringerungen zusammen mit einer
Steuervereinfachung durchzusetzen, die zusammen schließlich unser Haushaltsdefizit beseitigen werden. Aber wir können nicht bis 1985 warten, um erst
dann die Defizite zu verringern, die schon jetzt drohen, eine anhaltende und
gesunde Wiederbelebung zu verhindern. Ich habe daher die demokratische und
republikanische Führung im Kongreß aufgefordert, Vertreter zu benennen, die
mit der Administration bei der Entwicklung eines "ratenweisen" Defizitverringerungsprogramms zusammenarbeiten sollten.
Ich bin der Überzeugung, daß diese überparteiliche Gruppe ein Paket
schnüren könnte, das in diesem Frühjahr verabschiedet werden könnte und durch
das das Defizit während der nächsten drei Haushaltsjahre um 100 Milliarden
Dollar verringert würde. Zu dem Paket könnte eine Reihe der weniger strittigen Ausgabenbeschneidung gehören, die beim Kongreß anstehen, sowie weitere
Ausgabeneinsparungen, die sich auf die Vorschläge der Grace-Kommission gründen.
Zusätzliche Einnahmen könnten durch Maßnahmen erreicht werden, mit denen gewisse Steuerschlupflöcher gestopft würden - Maßnahmen, deren Unterstützung das

- 10-

�Unterstützung das Finanzministerium kürzlich für wert befand.
Diese Verringerungen des Defizits würden das Vertrauen der Öffentlichkeit in unsere wirtschaftliche Zukunft und in die Fähigkeit des politischen
Systems stärken, auf zufriedenstellende Weise mit dem Defizit fertig zu werden. Dieses erste Paket könnte ein erster Schritt in Richtung auf eine vollständige Beseitigung des verbleibenden Defizits sein. Sogar mit einem Dreijahrespaket von 100 Milliarden Dollar bleiben die für das Haushaltsjahr 1986
und darüber hinaus projizierten Defizite für mich völlig unannehmbar. Sie
wären eine ernste Gefahr für die wirtschaftliche Gesundheit unserer Nation
und eine schwere Last für kommende Generationen. Ich habe die Absicht, Wege
zu finden, um den Ausgabenzuwachs weiter einzuschränken und den Haushalt auf
einen Weg zu bringen, der zu einem Gleichgewicht zwischen Ausgaben und Einnahmen führen wird. 1985 werde ich einen Haushalt vorlegen, der dieses Ziel
erreichen kann. Aber wir müssen noch weiter gehen und bei diesem Haushaitsproze!3 grundlegende strukturelle Reformen durchführen - einschließlich des
themenbezogenen Vetorechts und des Verfassungszusatzes eines ausgeglichenen
Haushaltes -, die die Ausgaben unter Kontrolle bringen und in Zukunft Defizite
verhindern werden.

Blick nach vorn
Wenn ich in die Zukunft blicke, so bin ich hinsichtlich der Aussichten
der amerikanischen Wirtschaft sehr optimistisch.

Bei der Reform der Wirt-

schaftspolitik, die unsere wirtschaftliche Zukunft gestalten wird, ist beträchtlicher Fortschritt erzielt worden.

Wenn wir auch weiterhin eine solide

Politik konzipieren und betreiben, kann unsere Nation in eine lange Periode
des starken wirtschaftlichen Wachstums und der geringen Inflation eintreten,
und das amerikanische Volk kann sich einer noch nicht dagewesenen Prosperität
und wirtschaftlichen Sicherheit erfreuen.

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�Uli//en/chof(
und Technik
United States Information Service
Embassy of the United States of America

8. Februar 1984

BIOTECHNOLOGIE - GRUNDLAGE FÜR KÜNFTIGE SCHLÜSSELINDUSTRIE
- Zu einem Bericht des US-Amtes für Technologie-Bewertung -

- (AD) - Industrie, Landwirtschaft und Gesundheitswesen profitieren in
den Vereinigten Staaten bereits von neuen Produkten der Biotechnologie.

Aber

Amerika sei dabei, seine führende Rolle in der Welt auf diesem Gebiet zu verlieren, so heißt es in einem jetzt veröffentlichten Bericht des Kongreßamtes
für Technologiebewertung, wenn die Forschung nicht stärker gefördert werde.
Autoren des am 27. Januar 1984 veröffentlichten Berichts verweisen darauf,
daß die USA gegenwärtig sowohl in der Forschung als auch in der kommerziellen
Entwicklung von Verfahren führten, mit denen man die "Bausteine von Organismen"
manipuliere.

Dies eröffne Möglichkeiten, viele Sektoren von Industrie und

Landwirtschaft zu revolutionieren und neue Medikamente, Lebensmittelzusätze
und Chemikalien herzustellen, von Schädlingsbefall freie Pflanzen zu "konstruieren"
und toxischen Abfall zu beseitigen.
Allerdings engagierten sich nunmehr auch andere Länder, allen voran Japan,
mit Forschung und Entwicklung auf den Gebieten der Biotechnologie, weil sie sich
davon vieles zur Förderung des Wirtschaftswachstums versprächen.

Im Vergleich

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Im Vergleich zu den Vereinigten Staaten und Japan lägen die Bundesrepublik
Deutschland, England, die Schweiz und Frankreich noch zurück.

Wie Nanette Newell

vom Amt für Technologie-Bewertung (Office of Technology Assessment - OTA) auf
einer Pressekonferenz in Washington erklärte, sei Biotechnologie keine Industrie,
sondern "jede Art von Verfahren, um unter Verwendung lebender Organismen Produkte
herzustellen oder zu verändern und auf diese Weise Pflanzen und Nutztiere mit
verbesserten Merkmalen zu bekommen oder Mikroorganismen für spezielle Anwendungszwecke zu entwickeln".

Schon die "alte" Biotechnologie habe sich solcher Methoden

bedient, beispielsweise bei der Herstellung von Wein aus Trauben. Als Beispiel
für die "neue" Biotechnologie könne hier die Herstellung von Wein mit höherem
Alkoholgehalt durch die Anwendung vo,. Rekombinationsmethoden für DNS
(Desoxyribonucleinsäure) angesehen werden.
Als das Geburtsjahr der neuen Biotechnologie gilt 1973. Damals gelang es
Wissenschaftlern zum ersten Mal, von einem Organismus ein Gen auf einen anderen
Organismus zu transplantieren. In den letzten paar Jahren gründeten Amerikaner
mehr als 100 Firmen, in denen die neue Technologie angewandt und kommerziellen
Aufgaben zugänglich gemacht werden soll. Die privatwirtschaftlichen Investitionen
auf diesem Gebiet betrugen im Jahr 1983 mehr als eine Milliarde Dollar. Am Ende
des Jahres standen dem Markt aber nur wenige Produkte zur Verfügung. Dazu zählen
z.B. einige Tiervakzine sowie Insulin, das zur Behandlung von Diabetes (Zuckerkrankheit) gebraucht wird. Viele weitere Anwendungsmöglichkeiten bei Arzneimitteln, Tierhaltung, Pflanzenzucht, Bekämpfung von Umweltverschmutzung, der
Herstellung von Nahrungsmitteln und auf anderen Gebieten sind zu erwarten.
Da die Technologie noch neu und die meisten Produkte und Verfahren noch in
den Kinderschuhen stecken, "sind für den internationalen Wettbewerb nicht die
herkömmlichen Maßstäbe anzulegen", sagt der Bericht. Die Vereinigten Staaten
seien führend, weil hier die sog. Lebenswissenschaften wie Biologie und Biochemie ein gut ausgebautes Fundament hätten, weil Kapital vorhanden sei, um
Biotechnologie kommerziell zu nutzen, und weil die Amerikaner bereit seien,
hohe geschäftliche Risiken einzugehen. Europa sei im Rückstand, weil "die

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�weil "die großen chemischen und pharmazeutischen Firmen gezögert haben, für
Biotechnologie zu investieren zum Teil auf Grund herkömmlicher Verhaltensweisen
u.a. mit der Tendenz, die Bildung von Risikokapital und somit die Inangriffnahme
risikoreicher Unternehmungen nicht zu fördern".
Mit der "alten" Biotechnologie besitze Japan, so Nanette Newell, die für
die Zusammenstellung des Berichts verantwortlich war, mehr Erfahrung als die
Vereinigten Staaten. Sie habe dort bisher

aber keine überragende Rolle gespielt.

Jetzt jedoch habe die japanische Regierung Biotechnologie zu einer Schlüsselindustrie der Zukunft deklariert, fördere ihre kommerzielle Entwicklung und
koordiniere die Zusammenarbeit von Vertretern der Industrie, der Universitäten
und der Regierung.
Der Bericht warnt davor, daß mangelnde finanzielle Förderung der Biotechnologie
seitens der amerikanischen Regierung zu einer Verringerung der Anstrengungen auf
diesem neuen Gebiet in den Vereinigten Staaten führen könnte. Wohl seien in dem
im Oktober 1983 zu Ende gegangenen Haushaltjahr 511 Millionen Dollar für biotechnologische Grundlagenforschung von der Regierung bereitgestellt worden. Aber
im gleichen Zeitraum kamen nur 6,4 Millionen Dollar für angewandte Forschung aus
dem Bundeshaushalt. Aktivitäten auf diesem Gebiet aber stellen die Verbindung
zwischen der meist in Universitäten durchgeführten Grundlagenforschung und den
auf kommerzielle Verwertung abzielenden wissenschaftlich-technischen Entwicklungen
in den Laboratorien der Wirtschaft her. Die relativ geringe Förderung angewandter
Forschung in der Biotechnologie durch die Bundesregierung gefährde die Anstrengungen
im Lande, zu marktreifen Produkten der Biotechnologie zu gelangen.
Michael Wilson, der Präsident des Bennigton College in Vermont und Vorsitzender
eines Beratergremiums, das den Bericht überprüfte, erklärte: "Wenn wir nicht in
der Biotechnologie mit dem Ziel ständigen Wachstums investieren, werden wir
Milliarden an der sich entwickelnden kommerziellen Seite verlieren". Kongreßmitglieder hoffen nun auf Grund des OTA-Berichts auf die Ausarbeitung einer
überparteilichen Gesetzesvorlage.
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