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United States Information Service
Embassy of the United States of America
1. Februar 1984

INHALT

DOKUMENTATION
Präsident Reagans Botschaft über die Lage der Nation
- 25. Januar 1984 Reagan gibt Kandidatur für nächste Präsidentschaftswahlen bekannt
- Wortlaut der Erklärung -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Anpassungsprozesse für Anwendung von Kernenergie
- USA stellen sich auf weiteren Ausbau der Atomkraft ein
Radioteleskop für Submillimeter-Bereich

Um Uber/endung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.:0228-339 2035
Telex: 8-85432

�I

Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

1. Februar 1984

PRÄSIDENT REAGANS BOTSCHAFT ÜBER DIE LAGE DER NATION
- 25. Januar 1984 -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Ronald Reagan hat am 25. Januar 1984 vor
beiden Häusern des amerikanischen Kongresses seine in der Verfassung vorgeschriebene Botschaft über die Lage der Nation - State of the Union Message verlesen. In der von allen Fernsehstationen in den Vereinigten Staaten übertragenen Botschaft zeichnete der Präsident wirtschafts- und innenpolitisch ein
positives Bild. In dem außenpolitischen Teil seiner Botschaft forderte Reagan
die Amerikaner auf, seine "Tagesordnung des Friedens" und seine Bemühungen zu
unterstützen, eine stabilere Grundlage für friedliche Beziehungen zur Sowjetunion zu schaffen. Stichworte der Außenpolitik sind Stärkung der Bündnisbeziehungen, nukleare Abrüstung, weltweite Friedensbemühungen, Entwicklungshilfe und Stärkung demokratischer Institutionen. Der Präsident gab ferner bekannt, daß er die amerikanische Weltraumbehörde mit der Entwicklung einer bemannten Raumstation beauftragt habe, an der sich auch andere Länder beteiligen könnten.

Die diesjährige Botschaft des Präsidenten hat folgenden Wortlaut:
In Übereinstimmung

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�In Übereinstimmung mit einer alten Tradition bin ich wieder zu Ihnen
gekommen, um über die Lage der Nation zu berichten.

Ich freue mich, Ihnen

mitteilen zu können, daß sich die Lage Amerikas stark verbessert hat und guter Grund zu der Annahme besteht, daß diese Besserung in der nächsten Zeit
anhalten wird.
Sie und ich hatten im vergangenen Jahr einige ehrliche und offene Meinungsverschiedenheiten.

Aber diese haben uns nicht daran gehindert, uns in

überparteilicher Zusammenarbeit die Hand zu reichen, um einen langen Niedergang aufzuhalten, der den Geist unserer Nation ausgeblutet und ihren Wohlstand
ausgehöhlt hat. überall im Land herrschen wieder Energie und Optimismus. Amerika ist wieder da - fest auf seinen Beinen, und es sieht mit Mut, Vertrauen
und Hoffnung in die achtziger Jahre.
Die Probleme, die wir jetzt überwinden, sind nicht das Erbe einer Person, Partei oder gar Generation.

Eine Regierung hat die Tendenz, zu wachsen,

und Praktiken und Programme neigen dazu, dem nahezukommen, was wir als ewiges
Leben auf Erden bezeichnen könnten.
Stimmen, die rufen:
das Volk tun."

Es gibt immer den Chor der wohlmeinenden

"Mit etwas mehr Macht und Geld könnten wir so viel für

Eine Zeitlang haben wir vergessen, daß der amerikanische Traum

nicht darin besteht, die Regierung größer zu machen, sondern darin, den Glauben an den starken Geist freier Menschen unter Gott zu erhalten.
Als wir in die achtziger Jahre eintraten, standen wir vor der schlimmsten
Krise unserer Nachkriegsgeschichte. Die siebziger Jahre waren Jahre wachsender
Probleme und schwindenden Vertrauens. Es herrschte das Gefühl, daß die Regierung über den Konsens der Regierten hinausgegangen war. Familien fühlten sich
angesichts wachsender Inflation und schmählicher Steuern schwach, die den Ertrag harter Arbeit, harten Fleißes und großer Risikofreudigkeit schmälerten,
über all das legte sich ein ständig dichter werdendes Netz von Verordnungen
und Bestimmungen.
Auf dem

�Auf dem internationalen Felde hatten wir das unangenehme Gefühl, daß
wir die Achtung von Freund und Feind verloren hatten.

Es gab Leute, die zwei-

felten, ob wir den Willen hätten, Frieden und Freiheit zu verteidigen.

Aber Amerika ist zu groß für kleinmütige Träume.
Hunger nach geistiger Erneuerung;
der Erneuerung.

Im Land herrschte ein

es war, wenn Sie so wollen, ein Kreuzzug

Das amerikanische Volk sagte sich:

Laßt uns mit Vertrauen

in die Zukunft blicken - sowohl im eigenen Lande als auch draußen.

Wir wollen

der Freiheit eine Chance geben.
Die Amerikaner waren bereit, einen neuen Anfang zu machen; und zusammen
haben wir ihn gemacht.

Wir gehen unsere Probleme eines nach dem anderen an.

Heute herrscht für Millionen junger Familien und ältere Bürger, die von unfairen Steuererhöhungen und erdrückender Inflation befreit sind, wieder Hoffnung.

Die Inflation ist von 12,4 Prozent auf 3,2 Prozent zurückgegangen; und

das ist ein großer Sieg für alle Bürger.

Die Primarate (zu vergleichen mit

dem Leitzins; Anm. der Redaktion) ist fast auf die Hälfte gesenkt worden, und
wir müssen zusammenarbeiten, um sie noch weiter zu senken.

Zusammen haben wir die erste allgemeine Steuersenkung für jedermann
seit den Steuersenkungen der Kennedy-Administration verabschiedet.

Im kommen-

den Jahr werden die Steuersätze indexiert werden, damit die Inflation den
Steuerzahler nicht in höhere Sätze bringen kann, wenn die Lebenshaltungskosten
steigen.

Die Regierung darf nie wieder die Inflation benutzen, um auf Kosten

der Steuerzahler Gewinne zu machen.

Heute hat eine arbeitende Familie, die jährlich 25 000 Dollar verdient,
1100 Dollar mehr Kaufkraft als sie hätte, wenn die Inflationsrate und die
Steuersätze noch auf dem Stand von 1980 wären.

Das Realeinkommen nach Steuern

ist im vorigen Jahr um fünf Prozent gestiegen.

Die Entlassung von Schlüssel-

industrien wie etwa des Transportgewerbes, aus der Zwangswirtschaft hat dem
Verbraucher ein breiteres Angebot und dem Unternehmer neue Chancen beschert,
während gleichzeitig die Kosten niedrig und die Sicherheit hochgehalten wurden.
Heute abend
- 3 -

�Heute abend können wir über einen Wiederaufschwung berichten, wie es
ihn seit Jahrzehnten nicht mehr gab,und wir dürfen stolz darauf sein.
die Jammerer und ungläubigen Thomasse nach Hause!

Schickt

Paare, die von einem eigenen

Haus träumen, und risikofreudige Menschen mit Weitblick, die die Chancen von
morgen schaffen, haben wieder Hoffnungc
Der Unternehmergeist entzündet sich in den aufstrebenden Industriezweigen der modernen Technologien und bei den kleinen Geschäftsleuten mit großen
Ideen - Menschen wie Barbara Proctor, die aus einer Hütte in einem Ghetto kam
und in Chicago eine Multimillion-Dollar-Werbefirma aufbaute; oder Carlos Perez,
ein Flüchtling aus Kuba, der 27 Dollar und einen Traum in eine erfolgreiche
Importfirma in Coral Cables in Florida verwandelte.
Menschen wie diese sind die Helden der achtziger Jahre, Sie haben dazu beigetragen, daß im Jahr 1983 rund vier Millionen Amerikaner einen Arbeitsplatz fanden»
vor.

Heute haben mehr Menschen ein festes Einkommen als jemals zu-

Der Fortschritt kommt jedem zugute.

Im Jahr 1983 besetzten Frauen 73

Prozent aller neuen Arbeitsplätze im Management, in den freien Berufen und
in der Technik.
Aber wir wissen auch, daß viele unserer Landsleute noch immer keine Arbeit haben und sich fragen, was aus ihren Hoffnungen und Träumen werden soll.
Können wir Amerika lieben, ohne ihnen die Hand zu reichen und ihnen zuzurufen:
Ihr seid nicht vergessen. Wir werden nicht ruhen, ehe nicht jeder von euch
so hoch aufsteigen kann, wie es euch eure gottgegebenen Talente ermöglichen.
Das Herz Amerikas ist stark, gut und treu. Die Zyniker hatten unrecht
- Amerika war nie eine kranke Gesellschaft. Wir erleben, wie sich die Menschen
wieder den fundamentalen Werten von Glauben, Familie, Nachbarschaft, Frieden
und Freiheit zuwenden - Werten, die uns zu einem Volk vereinen können vom
kleinsten Kind bis zum ältesten Mitbürger.
Der Kongreß verdient den Dank Amerikas, weil er uns geholfen hat, unseren
Soldaten Stolz und Glaubwürdigkeit wiederzugeben. Ich hoffe, Sie sind ebenso
- 4 -

�sind ebenso stolz wie ich auf die jungen Männer und Frauen in Uniform, die
sich freiwillig gemeldet haben, um den Schutzwall der Freiheit zu besetzen,
und deren Hingabe, Mut und Können unsere Chance, in einer Welt in Frieden zu
leben, so sehr vergrößert haben.
Oberall hungern die Menschen nach Frieden und einem besseren Leben.
Die Woge der Zukunft ist eine Woge der Freiheit, und unser Kampf um Demokratie
kann und wird nicht umsonst sein.

Unsere Nation tritt für einen Frieden ein,

dessen heilige Güter Freiheit, demokratische Rechte und die Würde des Einzel menschen sind.

Die neue Stärke, das neue Vertrauen und das neue Zielbewußt-

sein Amerikas tragen Hoffnung und Erwartung an ferne Küsten.
weiter wirtschaftlicher Wiederaufschwung eingesetzt.

Es hat ein welt-

Er ging von uns aus.

Wir haben es weit gebracht, aber wir haben einen noch weiteren Weg vor
uns.

Franklin D. Roosevelt hat uns auf den Monat genau vor 50 Jahren gesagt:

"Die Zivilisation kann nicht rückwärts gehen.
stehen bleiben.

Die Zivilisation darf nicht

Wir haben neue Methoden angewandt.

Es ist unsere Aufgabe,

die Dinge zu vervollkommnen, zu verbessern und wenn notwendig zu ändern, aber
wir müssen auf jeden Fall vorwärts schreiten."

Der nächste Schritt der Freiheit:

Vier große Ziele

Es ist jetzt wieder an der Zeit, vorwärts zu schreiten; es ist an der
Zeit, daß Amerika den nächsten Schritt der Freiheit tut. Laßt uns heute
abend hinter vier großen Zielen zusammenstehen, um Amerika in den achtziger
Jahren frei, sicher und in Frieden zu erhalten.

Zusammen

- können wir ein stetiges Wirtschaftswachstum gewährleisten;
- können wir auf Amerikas nächstes Ziel zugehen;
- können wir

�- können wir unsere traditionellen Werte stärken; und
- können wir echten Frieden schaffen - um unsere Liebsten zu schützen
und diesen strahlenden Stern des Glaubens, der Millionen aus der Tyrannei in den sicheren Hort der Freiheit, des Fortschritts und der Hoffnung geführt hat.

1.

Gewährleistung eines stetigen Wirtschaftswachstums
Wenn wir all das tun, dann werden wir den Chancen Tür und Tor öffnen

und allen größere Sicherheit bieten - ohne Schranken der Bigotterie oder der
Diskriminierung.

Der Schlüssel zu einem dynamischen Jahrzehnt ist starkes

wirtschaftliches Wachstum - unser erstes großes Ziel.

Wir könnten sehr wohl

mit gesundem Menschenverstand beim Bundeshaushalt anfangen:

Die Regierung

gibt nicht mehr aus,als sie einnimmt.
Wir müssen das Defizit im Bundeshaushalt senken, aber wie wir das tun,
darauf kommt es an. Wir können damit beginnen, daß wir den Umfang und den
Aufgabenbereich der Regierung verringern. Unter der Führung von Vizepräsident Bush haben wir das Anwachsen der Bundesverordnungen um über 25 Prozent
verringert und weit über 300 Millionen Arbeitsstunden pro Jahr eingespart,
die durch amtlichen Papierkrieg verursacht wurden. Dadurch spart die Öffentlichkeit in den nächsten zehn Jahren über 150 Millionen Dollar ein.
Die Grace-Kommission hat uns etwa 2500 Empfehlungen für die Einsparung
unnötiger Ausgaben vorgelegt, und sie werden jetzt im ganzen Regierungsapparat
geprüft.

Der Zuwachs der Bundesausgaben wurde von 17,4 Prozent im Jahr 1980

auf heute weniger als die Hälfte gesenkt.

Wir haben für diesen Zeitraum 1982-

86 bereits Einsparungen im Haushalt von 300 Milliarden Dollar erreicht.

Aber

das ist nur etwas mehr als die Hälfte dessen, was wir angestrebt haben.

Die

Regierung gibt noch immer einen zu großen Prozentsatz der Gesamtwirtschaft
aus.
Es gibt

�Es gibt Leute, die darauf beharren, alle weiteren Haushaltseinsparungen
müßten durch eine Kürzung des Verteidigungshaushalts erreicht werden.

Dabei

wird jedoch die Tatsache außer acht gelassen, daß die nationale Verteidigung
allein in den Aufgabenbereich der Bundesregierung fällt.
aufgabe-

Es ist. ihre Haupt-

und doch machen die Verteidigungsausgaben weniger als ein Drittel des

Gesamthaushaltes aus. Während der Amtsjahre von Präsident Kennedy und davor
beliefen sich die Verteidigungsausgaben auf fast die Hälfte des Gesamthaushaltes.

Dann kamen einige Jahre, in denen man zuließ, daß sich unsere militärische

Kapazität in gefährlichem Maße verschlechterte.

Wir sind gerade dabei, durch

entscheidende Modernisierungen unserer konventionellen und nuklearen Streitkräfte unsere Kapazität

wiederherzustellen, um unsere derzeitigen und künftigen

Sicherheitserfordernisse erfüllen zu können. Wir dürfen es nicht wagen, unsere
Verantwortung dafür abzuschütteln, Amerika sicher, frei und in Frieden zu erhalten.
Im letzten Jahrzehnt haben wir erlebt, daß die Sozialausgaben im wahrsten
Sinne des Wortes außer Kontrolle gerieten. Aber der Boden für solche Ausgaben
wurde in den Jahren davor bereitet.
Muster der übermäßigen Ausgaben.

Seit einem halben Jahrhundert gibt es ein

In dem Maße, in dem die Staatsschuld wuchs,

wurden wir beruhigt, wir sollten uns keine Sorgen machen, da wir das Geld doch
uns selbst schuldeten.
Heute wissen '.vir, daß Defizite ein Grund zur Sorge sind.

Aber es herrscht

Meinungsverschiedenheit darüber, ob die Steuern erhöht, die Ausgaben gesenkt
oder etwas von beidem versucht werden sollten.

Es wird die Befürchtung geäußert,

daß die Schuldenaufnähme des Bundes zur Finanzierung des Defizits den wirtschaftlichen Aufschwung hemmen könnte, indem Kapital abgezogen wird, das für
die wirtschaftliche und industrielle Expansion gebraucht wird.

Ich meine, die-

se Debatte läßt einen wichtigen Punkt außer acht. Ob die Regierung Geld borgt
oder Steuern erhöht, sie entzieht dem Privatsektor den gleichen Betrag an Geld
- und das ist so oder so zu viel.

Das einfache Gebot der Fairness verlangt von

der Regierung, daß sie nicht die Steuern erhöht für Familien, die kämpfen müssen, um ihre Rechnungen zu bezahlen.

Die Wurzel des Problems liegt darin, daß

- 7 -

�darin, daß der Anteil der Regierung am Ganzen größer ist, als wir es uns
leisten können, wenn wir eine gesunde Wirtschaft wollen.
Um ein weiteres Wirtschaftswachstum sicherzustellen, müssen wir die Defizite senken.

In dem Haushaltvoranschlag, den ich am 1. Februar vorlegen

werde, werde ich Maßnahmen empfehlen, durch die das Defizit im Lauf der nächsten fünf Jahre verringert werden wird.

Viele dieser Maßnahmen sind im vo-

rigen Haushaltsjahr nicht zum Abschluß gekommen.

Manche könnten rasch verab-

schiedet werden, wenn wir uns in einer gemeinsamen Anstrengung dazu entschließen könnten.

Ich habe heute mit dem Sprecher des Repräsentantenhauses, O'Neill,

und dem Fraktionsführer der Mehrheit im Senat, Baker, gesprochen.

Ich habe sie

gefragt, ob sie Vertreter benennen könnten, um sich mit Vertretern der Administration zusammenzusetzen in dem Versuch, rasch zu einer Übereinkunft hinsichtlich eines überparteilichen Plans zur Verringerung des Haushaltsdefizits
zu gelangen.

Ich weiß, daß es einen ziemlich langen und harten Kampf geben

würde, um zu einer Übereinstimmung über einen umfassenden Plan zu kommen.
Deshalb habe ich vorgeschlagen, zunächst einmal herauszufinden, ob wir Übereinstimmung über einen ersten Teilbetrag erreichen können.
Ich glaube, es gibt eine Grundlage für ein solches Übereinkommen, durch
welche das Defizit im Verlauf der nächsten drei Jahre um 100 Milliarden Dollar
verringert werden könnte. Wir könnten uns dabei auf die weniger strittigen
Ausgabenverringerungen konzentrieren, die noch beim Kongreß anstehen. Dies
könnte mit Maßnahmen kombiniert werden, bestimmte Möglichkeiten der Steuerflucht zu beseitigen - Maßnahmen, von denen das Finanzministerium kürzlich erklärte, sie seien der Unterstützung wert. Außerdem könnten wir die Möglichkeit untersuchen, zu weiteren Ausgabeneinsparungen zu gelangen, die sich auf
die Bemühungen der Grace-Kommission gründen.
Wenn Sprecher und Mehrheitsführer hierzu gewillt sind, wären meine Vertreter bereit, sich mit den ihrigen zum frühestmöglichen Zeitpunkt zusammenzusetzen.

Ich hoffe, daß die Führung einem beschleunigten Zeitplan zustimmt,

innerhalb dessen ein solcher erster Teilbetrag erarbeitet und abgetragen werden
kann.
Allerdings ist
_

8

-

�Allerdings ist ein solcher erster Teilbetrag allein nicht ausreichend,
um dieses Problem der Defizite zu lösen.

Er könnte uns zwar dabei helfen,

auf den rechten Weg zu kommen; aber es muß noch mehr geschehen.

Daher schla-

ge ich vor, mit einer Untersuchung zu beginnen, wie wir zusammen zu strukturellen Reformen kommen können, um den im System liegenden Ausgabenzuwachs zu
beschneiden.
Außerdem schlage ich Verbesserungen beim Prozeß des Haushaltsentwurfes
vor.

Rund 43 unserer 50 Bundesstaaten geben ihren Gouverneuren das Recht,

bei einzelnen Punkten der Bewilligungsgesetze ihr Veto einzulegen, ohne das
Gesetz in seiner Gänze abzulehne . Kalifornien etwa gehört zu diesen 43 Staaten.

Als Gouverneur hatte ich den Eindruck, diese Art von Veto sei ein kraft-

volles Werkzeug gegenüber verschwenderischen und extravaganten Ausgaben.

Da

es in 43 Bundesstaaten funktioniert, sollten wir es auch in Washington D.C.
für das ganze Land anwenden.
Am wirksamsten wäre es, wenn man dies auf dem Wege eines Verfassungszusatzes täte.

Die Mehrheit aller Amerikaner ist für einen solchen Verfas-

sungszusatz, genau wie sie und ich für

einen solchen Zusatz sind, der einen

ausgegebenen Bundeshaushalt zur Pflicht macht. Auch hier haben viele Bundesstaaten eine solche Schutzklausel in ihren Verfassungen.
Wollte man die jetzige Situation dadurch verbessern, daß man die Steuern erhöht, dann wäre dies nur ein Notpflaster, das die Krankheit nicht heilen würde, an der wir nun schon seit einem halben Jahrhundert leiden - ganz
zu schweigen von der Tatsache, daß es eine echte Bedrohung des wirtschaftlichen Wiederaufsci ungs bedeuten würde.

Vergessen wir nicht, daß derzeit

in der sogenannten "Untergrund-Wirtschaft" ein beträchtlicher Betrag an Lohnund Einkommenssteuern von Leuten aussteht, die diese nicht bezahlen.

Es wäre

also unmoralisch,jene zu höheren Zahlungen zu zwingen, die ohnehin ihre Steuern bezahlen, um dadurch einen Ausgleich für jene zu schaffen, die ihren Anteil nicht bezahlen.
Es gibt

- 9 -

�Es gibt einen besseren Weg:

Laßt uns eine historische Reform im Sinne

der Fairness, Vereinfachung und des Wachstumsanreizes durchführen.

Ich er-

suche Finanzminister Don Regan, einen Aktionsplan zu erstellen, um das gesamte Steuersystem zu vereinfachen, damit alle Steuerzahler - die großen wie die
kleinen - gerechter behandelt werden.

Ich bin davon überzeugt, daß ein sol-

cher Plan die "Untergrund-Wirtschaft" ans Licht der Steuerehrlichkeit bringen
und die Steuerbasis breiter würde, wodurch die Steuersätze für den einzelnen
niedriger würden statt zu steigen.

Ich habe darum ersucht, daß mir bis zum

Dezember 1984 die entsprechend konkreten Empfehlungen vorgelegt werden, die
mit diesen Zielsetzungen in Einklang stehen.

2. Das zweite große Ziel Amerikas
Unser zweites großes Ziel besteht darin, auf Amerikas Pioniergeist aufzubauen und unseren nächsten Bereich zu erobern. Eine vitale Wirtschaft fördert Initiative und Einfallsreichtum zur Entwicklung neuer aufstrebender Industrien und zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von älteren.
Dies gilt nirgends mehr als für unseren nächsten Bereich: den Weltraum.
Nirgendwo sonst demonstrieren wir so wirkungsvoll unsere technologische Führungsrolle und Fähigkeit, das Leben auf der Erde zu verbessern. Das Weltraumzeitalter ist kaum ein Viertel Jahrhundert alt, und schon haben wir die Zivilisation mit unseren Fortschritten in Wissenschaft und Technik um ein großes
Stück vorangebracht. Die Möglichkeiten und die Arbeitsplätze werden sich vervielfältigen, während wir neue Schwellen des Wissens überschreiten und tiefer
in das Unbekannte eindringen.
Unser Fortschritt im All - Riesenschritte für die gesamte Menschheit ist ein Tribut an amerikanische Teamarbeit und Leistung. Die besten Köpfe
in Regierung, Industrie und Wissenschaft haben hierbei an einem Strang gezogen
und wir können mit Stolz sagen: Wir sind die ersten, wir sind die besten,
und wir sind es, weil wir frei sind.
Amerika ist
- 10 -

�Amerika ist immer dann am größten gewesen, wenn wir den Mut hatten,
Größe zu zeigen.

Jetzt können wir uns wieder um solche Größe bemühen.

Wir

können unseren Träumen nach weit entfernten Sternen folgen, können im Weltraum zu friedlichem, wirtschaftlichem und wissenschaftlichem Nutzen leben
und arbeiten.

Heute abend werde ich die Weltraumbehörde NASA anweisen, in-

nerhalb eines Jahrzehnts eine ständig bemannte Raumstation zu entwickeln.
Eine Raumstation wird uns in der Wissenschaft, bei den Kommunikationstechniken, bei Metallen und lebensrettenden Medikamenten, die nur im All hergestellt werden können, um Quantensprünge voranbringen.

Wir möchten, daß un-

sere Freunde sich mit uns diesen Herausforderungen stellen und am Nutzen teilhaben.

Die NASA wird andere Länder zur Teilnahme einladen, damit wir den

Frieden stärke:., Wohlstand schaffen und die Freiheit für all jene vergrößern
können, die unsere Ziel Vorstellungen teilen.
Genau wie die Ozeane für die schnellen Segler und die Handelsschiffe
der Yankees eine neue Welt eröffneten, so bietet heute der Weltraum für den
Handel ein gewaltiges Potential.

Der Markt für Raumtransport könnte unsere

Fähigkeit zu seiner Entwicklung übertreffen.

Unternehmen, düe interessiert

sind, Nutzlasten in den Weltraum zu bringen, müssen ungehinderten Zugang zu
Abschußeinrichtungen für den Privatsektor haben.

Das

Verkehrsministerium

wird den Herstellern abschreibbarer Startgeräte dabei behilflich sein, eine
solche Industrie zu entwickeln.

Wir werden demnächst eine Reihe von Regie-

rungsinitiativen ergreifen und Vorschläge entwickeln, um einschränkende Bestimmungen und Vorschriften abzubauen und mit Hilfe der NASA die Investitionen
des privaten Sektors in der Raumfahrt zu fördern.

Schutz unserer natürlichen Umwelt
Während wir in das Weltall vorstoßen, dürfen wir nicht unsere Verantwortung vergessen, unsere älteren Ressourcen hier auf der Erde zu bewahren.
Der Schutz unserer Umwelt ist keine liberale oder konservative Aufgabe - der

- 11 -

�Aufgabe - der gesunde Menschenverstand fordert ihn.
Obgleich dies eine Zeit knapper Haushalte ist, habe ich für das Umweltschutzamt den höchsten prozentualen Haushaltszuwachs aller Behörden gefordert.
Wir werden mit der langen, aber notwendigen Arbeit beginnen, eine Region zu
säubern, die für Produktion und Erholung ebenso bedeutsam ist wie als ganz
besonderer nationaler Lebensraum - die Chesapeake Bay.
Um die Bedrohung durch aufgegebene Giftmülldeponien zu verringern, wird
das Umweltschutzamt in diesem Jahr 410 Millionen Dollar aufwenden, und ich
werde eine zusätzliche Erhöhung von 50 Millionen Dollar anfordern.

Und da

das "Superfonds"-Gesetz 1985 ausläuft, habe ich Bill Ruckeishaus ersucht, einen Vorschlag zu dessen Verlängerung auszuarbeiten, damit wir zusätzliche Zeit
gewinnen, um diese wichtige Aufgabe zu beenden.
Hinsichtlich der Frage des sauren Regens, der den Menschen in vielen
Bereichen der Vereinigten Staaten und Kanadas Sorge bereitet, schlage ich
ein Forschungsprogramm vor, das doppelt so viele Mittel wie bisher erhalten
soll.

Außerdem werden wir weitere Maßnahmen ergreifen, um unsere Seen wieder

zu klären und neue Technologien zu entwickeln, um die Verschmutzung zu verringern, die den sauren Regen hervorruft.
Wir haben in letzter Zeit bereits den Zustand unserer natürlichen Umwelt verbessert. Wir werden den Kongreß um 157 Millionen Dollar ersuchen,
um damit ab 1985 neues Land für Parks und Naturschutzgebiete zu erwerben.
Das Innenministerium wird zu sorgfältiger, ausgewählter Exploration und Nutzung unserer lebenswichtigen Ressourcen in einer Wirtschaftszone innerhalb
der 200-Meilen-Zone entlang unserer Küsten ermutigen - aber unter strikter Einhaltung der Umveltschutzgesetze und stärkerer staatlicher und öffentlicher
Beteiligung.

3. Die Stärkung

- 12 -

�3. Die Stärkung traditioneller Werte
Die wertvollsten Ressourcen, unsere größte Hoffnung für die Zukunft
sind Geist und Herz unserer Menschen - insbesondere unserer Kinder. Wir können ihnen dabei behilflich sein, diese Zukunft zu gestalten, wenn wir unsere
gemeinsamen Werte stärken.

Dies muß unser drittes Ziel sein.

Für uns sind

Glaube, Familie, Arbeit, Nachbarschaft, Freiheit und Frieden nicht nur Worte.
Sie sind Ausdruck dessen, was Amerika bedeutet, Definitionen dessen, was uns
zu guten und liebenden Menschen macht.
Die Familie steht im Mittelpunkt unserer Gesellschaft.

Und jede Familie

hat ein ureigenstes Bestreben, für die bestmögliche Ausbildung zu sorgen.
Aber Qualität beginnt nicht hier in Washington.

Ein 600prozentiger Anstieg

der Bundesausgaben für Ausbildung und Erziehung zwischen 1960 und 1980 war begleitet von einem ständigen Rückgang der Lernergebnisse.

Qualität muß in un-

seren Familien und Grundschulen beginnen, wo sie in der Verantwortung aller
Eltern und Erzieher liegt und das Recht eines jeden Kindes ist.
Unsere Kinder sind das Wichtigste.

Deshalb habe ich eine überpartei-

liche nationale Kommission für Ausbildungsqualität eingesetzt, damit sie uns
für eine bessere Ausbildung einen Kurs des gesunden Menschenverstandes absteckt.

Schon greifen die Gemeinden die Empfehlungen der Kommission auf.

Die Schulen berichten von Fortschritten in Mathematik und Lesen.

Aber wir

müssen mehr tun, um die Disziplin in unseren Schulen wiederherzustellen;
und wir müssen dazu ermutigen, daß neues Grundlagenwissen unterrichtet wird,
gute Lehrer belohnt, strengere Maßstäbe angelegt werden und unsere Eltern
wieder die Verantwortung übernehmen.
Ich werde auch weiterhin auf Steuerfreibeträge für Privatunterricht
dringen, um dadurch die Möglichkeiten für Familien zu vergrößern und die finanzielle Last zu lindern, die sich für jene ergibt, die sowohl für die Schule
als auch für Privatunterricht bezahlen müssen.

Unser Vorschlag würde die

Hilfe auf Familien mit geringem und mittlerem Einkommen ausrichten.

- 13 -

Und so

�Und so wie mehr Anreiz innerhalb unserer Schulen nötig ist, so ist auch mehr
Wettbewerb zwischen unseren Schulen notwendig.

Ohne Maßstäbe und Wettbewerb

kann es keine Höchstleistungen geben, keine neuen Rekorde, keine Qualität weder in der Erziehung noch in irgendeinem anderen Bereich des Lebens.
Und weil ich gerade bei diesem Thema bin:

Jeden Tag befolgen Ihre

Mitglieder eine 200 Jahre alte Tradition, die kundtun soll, daß Amerika eine
Nation unter Gott ist.

Ich muß da doch fragen:

Wenn Sie Ihren Tag mit einem

Geistlichen beginnen, der hier steht, um mit Ihnen zu beten - warum kann dann
nicht wieder jedes Kind in jedem Klassenzimmer in diesem Lande sich der Freiheit erfreuen, Gott zu preisen?
Amerika wurde von Menschen gegründet, die daran glaubten, daß Gott der
Fels ihrer Sicherheit war.

Er ist auch unser Fels.

Ich weiß, daß wir vor-

sichtig sein müssen, zu behaupten, Gott sei auf unserer Seite. Aber ich halte
es für durchaus richtig, wenn wir uns stets fragen, ob wir auf seiner Seite
sind.
Während der ersten drei Jahre unserer Amtszeit haben wir uns den überparteilichen Anstrengungen angeschlossen, das Gesetz zum Schutz ungeborenen
Lebens wieder zu stärken. Ich weiß, daß dieses Thema sehr umstritten ist.
Aber solange nicht bewiesen werden kann, daß ein ungeborenes Kind kein lebendes Wesen ist: Können wir dann ohne Beweis die Annahme rechtfertigen, es sei
keines? Niemand hat bislang einen solchen Beweis erbracht. Ja, alle Beweise
gehen in die andere Richtung. Wir sollten uns über Bitterkeit und Vorwürfe
erheben. Und wenn wir Amerikaner in einem Geist des Verstehens und der gegenseitigen Hilfe zusammenfinden könnten, könnten wir auch positive Lösungen
für die Tragödie der Abtreibung finden.
Wirtschaftlicher Wiederaufschwung, bessere Erziehung, Rückbesinnung
auf Werte

- all das weist darauf hin, daß der Geist der Erneuerung Oberhand

gewinnt.

Und all das wird das Familienleben in den achtziger Jahren verbes-

sern.

Aber Familien brauchen noch mehr.

Sie brauchen die Zusicherung, daß sie

- 14 -

�daß sie und ihre Lieben ohne Furcht durch die Straßen Amerikas gehen können.
Die Eltern müssen wissen, daß ihre Kinder keine Opfer der Kinderpornographie
und von Entführern werden.

In diesem Jahr werden wir unsere Anstrengungen

gegen diese und andere schreckliche
walt in Familien,verstärken.

Verbrechen, wie Vergewaltigung und Ge-

Schon zeigen unsere Anstrengungen zur Bekämpfung

von Berufsverbrechern, organisiertem Verbrechen und Drogenhändlern sowie zur
Verhängung strengerer Strafen und härterer Strafverschonungsbedingungen Wirkung.

Im Jahr 1982 ging die Verbrechensrate um 4,3 Prozent zurück - der größ-

te Rückgang seit 1972. Der Schutz der Opfer ist genauso wichtig wie der
Schutz der Rechte des Angeklagten.
Die Chancen für alle Amerikaner werden sich erhöhen, wenn wir mit einer
fairen Wohnungsbaupolitik weitermachen, die Rechte der Frauen sicherstellen,
für gerechte Behandlung von Renten- und Pensionsansprüchen sorgen, die Kindererziehung erleichtern und säumige Unterhaltszahlungen für Kinder erzwingen.
Nicht nur das Heim - auch der Arbeitsplatz und die Gemeinschaft sind
Stütze unserer Werte und Gestalter unserer Zukunft.
um Ihre Mithilfe, damit mehr Gemeinden
lösen können.

Daher ersuche ich Sie

sich aus den Banden der Abhängigkeit

Helfen Sie uns dabei, dem Unternehmertum mehr Freiheiten zu

geben - durch Diskussion und positive Abstimmung über unseren Vorschlag für
Industriezonen in Amerika.

Er liegt Ihnen seit zwei Jahren vor.

Seine Ver-

abschiedung könnte den Gebieten mit hoher Arbeitslosigkeit helfen, indem
dort Arbeitsplätze geschaffen und Stadtteile erneuert werden.
Eine Gesellschaft voller neuer Chancen, die ihrer Zukunft mit Vertrauen
entgegensieht, gestützt von Glauben, Fairness und der Überzeugung, daß ehrliche und mutige Menschen es zu etwas bringen, wenn sie frei sind - das sind
die Geheimnisse eines starken und wohlhabenden Amerikas, das mit sich selbst
und mit der Welt in Frieden lebt.

4. Schaffung eines

15

�4. Schaffung eines echten Friedens
Ein dauerhafter und echter Frieden ist unser viertes großes Ziel.
ist unser'höchstes Streben und unser größter Wunsch.
und eindeutig:

Dies

Unsere Haltung ist klar

Amerikaner greifen nur auf Gewalt zurück, wenn sie es müssen.

Wir waren niemals ein Aggressor.

Wir haben immer nur gekämpft, um Freiheit

und Demokratie zu verteidigen.
Wir haben keine territorialen Ansprüche.

Wir besetzen keine Länder.

Wir bauen keine Mauern , um Menschen einzusperren.
kunft.

Amerikaner bauen die Zu-

Und unsere Vision eines besseren Lebens für Farmer, Kaufleute und ar-

beitende Menschen - von Amerika bis Asien - beginnt mit einer einfachen Prämisse:

über die Zukunft wird am besten an der Wahlurne befunden - nicht mit

dem Gewehr.
Regierungen, die sich auf den Konsens der Regierten stützen, führen keinen
Krieg mit ihren Nachbarn. Nur wenn Menschen einen persönlichen Anteil haben an
der Gestaltung ihres eigenen Schicksals und wenn sie ihre Rechte genießen können, bauen sie Gesellschaften auf, die gedeihen und fortschrittlich und frei
sind. Es sind die Demokratien, die heute Hoffnung bieten, indem sie die Hungrigen speisen, die Lebenserwartung verlängern und mühselige Plackerei beseitigen.
Wenn es darum geht, Amerika stark, frei und in Frieden zu erhalten, dann
darf es keine Republikaner oder Demokraten geben, sondern nur patriotische
Amerikaner.

Wir können die schwierigen Fragen nicht danach entscheiden, wer

recht hat, sondern was recht ist.
Zusammen können wir weiterhin unsere Tagesordnung des Friedens voranbringen.
Wir können:
- eine stabilere

- 16 -

�- eine stabilere Grundlage für friedliche Beziehungen zur Sowjetunion
schaffen;
- die Beziehungen zu unseren Verbündeten insgesamt stärken;
- echte und gerechte Verringerungen des Standes der Kernwaffen erreichen;
- unsere Bemühungen um den Frieden im Nahen Osten, in Mittelamerika und
im südlichen Afrika verstärken;
- den Entwicklungsländern, vor allem unseren Nachbarn in der westlichen
Hemisphäre, helfen; und
- die Entwicklung demokratischer Institutionen überall auf der Welt unterstützen.
Wie richtig eine überparteiliche Zusammenarbeit ist, wurde in der Arbeit
der Scowcroft-Kommission deutlich, die unsere Fähigkeit gestärkt hat, vor einem
Krieg abzuschrecken und den Frieden zu schützen.

In diesem Geist rufe ich Sie

auf, den Jackson-Plan zur Verwirklichung der Empfehlungen der überparteilichen
Mittelamerika-Kommission voranzubringen.
Ihre gemeinsame Resolution bezüglich der multinationalen Friedenstruppe
im Libanon dient ebenfalls der Sache des Friedens. Wir machen Fortschritte
im Libanon.

Nahezu zehn Jahre lang haben die Libanesen von Tragödie zu Tragö-

die gelebt - ohne Hoffnung auf die Zukunft.

Die multinationale Friedenstruppe

und die Soldaten unseres Marinekorps helfen ihnen jetzt, diesen Kreislauf der
Verzweiflung zu durchbrechen.

Es besteht die Hoffnung auf einen freien, unab-

hängigen und souveränen Libanon.
Chance zu geben.

Wir müssen den Mut haben, dem Frieden eine

Und wir dürfen uns nicht durch staatlich

rismus von unseren Zielen für den Frieden abbringen lassen.
Schreckensbild in Beirut, Kuwait und Rangoon gesehen.
nale Aufmerksamkeit.

geförderten TerroWir haben dieses

Es verdient internatio-

Ich werde in Kürze Gesetzesvorschläge unterbreiten, die

- 17 T

�unterbreiten, die helfen sollen, den Terrorismus zu bekämpfen, und ich werde
unsere Verbündeten um Unterstützung einer gemeinsamen Aktion ersuchen.
Unser NATO-Bündnis ist stark.
politischen Mut.

Das Jahr 1983 war richtungsweisend für

Und wir haben unsere Partnerschaften und Freundschaften im

Fernen Osten gestärkt.

Wir sind dem Dialog, der Abschreckung und der Förde-

rung der Prosperität verpflichtet.

Wir werden mit unseren Handelspartnern

mit Blickrichtung auf eine neue Runde von Verhandlungen zur Unterstützung eines
freieren Welthandels, eines stärkeren Wettbewerbs und offenerer Märkte zusammenarbeiten.
Eine Wiedergeburt überparteilicher Zusammenarbeit, die Wiederherstellung
wirtschaftlichen Wachstums und militärischer Abschreckung sowie ein immer stärker werdender Geist der Einigkeit in unserem Volk hier in den Vereinigten Staaten
sowie bei unseren Verbündeten im Ausland unterstreichen einen grundlegenden
und weitreichenden Wandel:

Die Vereinigten Staaten sind im Jahr 1984 gesünder,

stärker und sicherer als zuvor.

Wir können nun mit Zuversicht die großen Chancen

für den Frieden nutzen - und wir werden das tun.
Heute abend möchte ich mich an das sowjetische Volk wenden und ihm sagen:
Es stimmt, daß unsere Regierungen ernste Meinungsverschiedenheiten gehabt haben. Aber unsere Töchter und Söhne haben niemals in einem Krieg gegeneinander
gekämpft. Und wenn es nach uns Amerikanern geht, dann wird dies auch niemals
der Fall sein.
Bürger der Sowjetunion, es gibt nur eine vernünftige Politik für Ihr
Land und für mein Land, um unsere Zivilisation in diesem modernen Zeitalter
zu bewahren:
den.

Ein Atomkrieg kann nicht gewonnen und darf niemals geführt wer-

Der einzige Wert, den der Besitz von Atomwaffen für unsere beiden Länder

hat, besteht in der Sicherstellung, daß sie niemals eingesetzt werden.

Aber

wäre es dann nicht besser, sie überhaupt abzuschaffen?
Präsident Dwight D. Eisenhower
- 18 -

•J

�Präsident Dwight D. Eisenhower, der im Zweit™ u I*L
Weltkne
mit Ihnen kämpfte, hat einmal gesagt daß d
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neaens, nicht der Eroberung.

19 -

&gt; l e » » * * . um verwundete

Gott segne Sie!
Und dann

— *•

�Und dann gibt es die namenlosen Helden:

Eltern, Ehepaare, all die frei-

willigen Helfer im kirchlichen Leben und in der Gemeinde - sie alle tragen, ohne
zu klagen, familiäre und kommunale Probleme. Sie mildern unsere Sorgen, heilen
unsere Wunden, geben uns Zuspruch in unseren Ängsten und teilen unsere Freude.
Eine Persönlichkeit wie Father Ritter ist immer gegenwärtig.

Im Rahmen

seines Programms der geschützten Häuser in New York und Houston wird in jedem
Jahr Tausenden von verängstigten und mißbrauchten Kindern Unterkunft und Hilfe
gewährt.

Das gleiche gilt für Dr. Charles Carson. Gelähmt infolge eines Flug-

zeugabsturzes, glaubte er doch immer daran, daß nichts unmöglich sei. Heute
arbeitet er in Minnesota 80 Stunden in der Woche ohne Bezahlung, indem er Pionierarbeit auf dem Gebiet der computergesteuerten Gehhilfen leistet.

Er hat

500 000 gelähmten Amerikanern die Hoffnung gegeben, daß sie eines Tages wieder
gehen können.
Wie können wir also nicht an die Güte und Großmütigkeit von Amerikanern
glauben? Wie können wir nicht das tun, was recht und notwendig ist, um diese
letzte, beste Hoffnung der Menschheit auf Erden zu bewahren?
Nach all unseren Anstrengungen zur Wiederbelebung Amerikas, zur Wiederherstellung des Vertrauens zu unserem Land und der Hoffnung für unsere Zukunft,
nach den harterrungenen Siegen aufgrund der Geduld und des Mutes eines jeden
Bürgers können wir uns nicht, dürfen wir uns nicht und wollen wir uns nicht
zurückwenden. Wir werden unsere Aufgabe zu Ende führen. Wie könnten wir uns
mit weniger zufrieden geben; wir sind schließlich Amerikaner.
Carl Sandburg hat einmal gesagt: Ich sehe Amerika, nicht in der untergehenden Sonne im Anbruch einer dunklen Nacht der Verzweiflung... Ich sehe
Amerika im hellen Licht der aufgehenden Sonne, frisch aus der strahlenden
Schöpferhand Gottes... Ich sehe große Tage voraus für Männer und Frauen, die
Willen und Weitblick haben."
Niemals habe

- 20 -

�Niemals habe Ich stärker empfunden, daß die besten Tage Amerikas „ „ H
die besten Tage der Demokratie vor uns liegen.
die für das Gute wirkt.

Wir sind eine mächtige K

Hit Vertrauen und mit Hut können wir große L e n vol'l

bring«, und den nächsten Schritt für die Freiheit tun.

Und wir „erden

Wir werden die Traditionen eines guten und angesehenen Volkes fortführe
nes Volkes
wo d,e

ft
1 7
I

das Licht dorthin gebracht hat, wo die Dunkelheit herrschte, Warne

alte herrschte. Arznei, wo Krankheit herrschte, Lebensmittel, w

„

herrschte, und das den Frieden brachte, wo vorher nur Blutvergießen herrscht!
Lassen Sie uns dafür sorgen, daß unsere Nachkommen einmal von uns sagen
onnen daß wir zu unserer Zeit alles getan haben, was getan „erden konnte
Wir haben unsere Aufgabe zu Ende gebracht, wir haben die Freiheit bewahrt und
das in uns gesetzte Vertrauen erfüllt.

+ + + + t

- 21 -

r

�ä

111 M

Dokumentation

inT3T

United States Information Service
Embassy of the United States of America

1. Februar 1984

REAGAN GIBT KANDIDATUR FÜR NÄCHSTE PRÄSIDENTSCHAFTSWAHLEN BEKANNT
- Wortlaut der Erklärung -

WASHINGTON - (AD) - Am 29. Januar 1984 gab Präsident Reagan in einer
landesweit von Rundfunk und Fernsehen ausgestrahlten kurzen Erklärung im Weißen
Haus bekannt, daß er sich für eine zweite Amtsperiode bewerben wolle. Er ersuchte darin das amerikanische Volk, ihn und Vizepräsident Bush dabei zu unterstützen, "das fertigzustellen, was wir vor drei Jahren begonnen haben."
Die Erklärung Reagans hat folgenden Wortlaut:
Es ist nahezu drei Jahre her, seit ich zum erstenmal aus diesem Raum zu
Ihnen gesprochen habe. Gemeinsam haben wir viele schwierige Probleme angepackt, und im Laufe der Zeit habe ich das Gefühl bekommen, eine ganz besondere
Beziehung zu einem jeden von Ihnen zu gewinnen.
Heute abend bin ich aus einem anderen Grund hier.

Ich bin bezüglich der

Frage, ob ich mich um eine Wiederwahl bemühen sollte, zu einer schweren persönlichen Entscheidung gelangt.

Als ich von hier aus zum erstenmal zk Ihnen

sprach, war unsere nationale Verteidigung gefährlich schwach.

Wir hatten im

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: £-85432

�hatten im Iran eine Demütigung erlitten. Und zu Hause drifteten wir möglicherweise deshalb auseinander, weil man hier in Washington nicht in der Lage war,
Vertrauen in den Mut und in den Charakter von Ihnen, dem Volk, zu haben.
Am schlimmsten von allen war die Tatsache, daß wir uns am Rand eines
wirtschaftlichen Zusammenbruchs befanden - nach Jahren der übergroßen Schwäche
der Regierung und der schmählichen übermäßigen steuerlichen Belastung. Aus
diesem Grunde hatte ich zu berichten, daß wir "im schlimmsten wirtschaftlichen
Dilemma seit der Großen Depression steckten.
Die Inflation war 1979 auf über 13 Prozent und im März 1980 auf 19 Prozent gestiegen.

Diese beiden aufeinanderfolgenden Jahre der Preisexplosionen

brachten den höchsten Anstieg in über 60 Jahren.
In den fünf Jahren, bevor ich hierher kam, hatten sich die Steuern
praktisch verdoppelt.

Durch Ihre Lohn- und Gehaltserhöhungen, mit denen nur

der Anstieg der Lebenshaltungskosten ausgeglichen wurde, wurden Sie in immer
höhere Steuerklassen hineingetrieben.
Die Zinsen lagen bei über 21 Prozent - den höchsten in 120 Jahren.
Die Produktivität ging zwei Jahre hintereinander zurück.
der Industrie sank.

Der Ausstoß

Löhne und Gehälter schrumpften.

Das einzige, was stieg, waren Preise, Arbeitslosigkeit, Steuern und
Umfang der Regierung.

Während Sie den Gürtel enger schnallten, wurde auch

die Umklammerung durch die Bundesregierung immer enger.
Das hat sich geändert. Im vorigen Jahr ging die Inflation auf 3,2
Prozent zurück. Die Zinsen auf fast die Hälfte. Der Einzelhandel erlebt einen
Aufschwung. Häuser werden gebaut und verkauft. Die Fließbänder der Autoindustrie laufen wieder. Und allein im vorigen Jahr haben vier Millionen Menschen wieder Arbeit gefunden - der größte Anstieg an Arbeitsplätzen seit 33
Jahren.
Durch den

�Durch den Beginn des Wiederaufbaus unserer Verteidigung haben wir wieder
eine glaubwürdige Abschreckung erstellt und können uns mit Zuversicht um einen
sicheren und dauerhaften Frieden sowie um einen Abbau der Rüstungen bemühen.
Wie ich Mittwoch abend gesagt habe: Amerika ist wieder da und steht
fest auf seinen Beinen. Wir haben begonnen, die großen amerikanischen Werte
wieder in den Vordergrund zu rücken - die Würde der Arbeit, die Wärme der Familie, die Stärke der Nachbarschaft, und die Stärkung der menschlichen Freiheit.
Aber unsere Arbeit ist noch nicht zu Ende. Es gibt noch mehr zu tun
bei der Schaffung von Arbeitsplätzen, bei der Kontrolle der öffentlichen Ausgaben, bei der Rückgabe größerer Autonomie an die einzelnen Bundesstaaten, bei
der Bewahrung des Friedens in einer ruhigeren Welt und bei dem Bemühen, in unseren Schulen einen Platz für Gott zu finden.
Bei meiner Amtsantrittsrede zitierte ich Worte, die vor über 200 Jahren
von Dr. Joseph Warren, dem Präsidenten des Kongresses von Massachusetts,gesprochen worden waren. "Von Ihnen hängt das Wohlergehen Amerikas ab," sagte
er zu seinen amerikanischen Mitbürgern. "Sie müssen über die wichtige Frage
entscheiden, von denen das Glück und die Freiheit der noch ungeborenen Millionen abhängt." Und er fügte hinzu, "Handeln Sie Ihrer selbst würdig."
Während dieser vergangenen drei Jahre wurden Nancy und ich unterstützt
durch die Art und Weise wie Sie, die wirklichen Helden der amerikanischen Demokratie, der Herausforderung von Dr. Warren gerecht geworden sind.
Sie waren großartig, während wir die Nation durch die lange Nacht unseres
nationalen Elends führten. Sie haben wirklich Ihrer selbst würdig gehandelt.
Ihre hohen Maßstäbe lassen uns an die zentrale Frage des öffentlichen
Dienstes denken:

Wozu sind wir hier?

Nun, wir sind hier, um darauf zu ach-

ten, daß die Regierung Ihnen auch weiterhin dient - und nicht umgekehrt.
Wir sind

�Wir sind hier, um die Schwachen zu stärken und den Frieden zu schaffen.
Und, was am wichtigsten ist, wir sind hier - wie Dr. Warren sagte -, um heute
für das Glück und für die Freiheit der noch ungeborenen Millionen zu handeln,
um die Zukunft in den Griff zu bekommen, damit jedes neue Kind dieser geliebten Republik heroische Träume träumen kann.

Wenn wir weniger tun, betrügen

wir das Vermächtnis jener, die so vieles gegeben haben.
Dieser historische Raum und die Präsidentschaft gehören Ihnen.

Es ist

Ihr Recht und ihre Verantwortung, alle vier Jahre jemandem dieses Amt und die
Institution der Präsidentschaft für einen bestimmten Zeitraum zum Schutze anzuvertrauen.

Sie haben mich auf diese Weise geehrt, und ich bin Ihnen dafür

dankbar - dankbar und stolz auf das, was wir gemeinsam erreicht haben.
Wir haben einen neuen Anfang gemacht.

Vizepräsident Bush und ich würden

gern auch weiterhin Ihre Unterstützung und Mitarbeit dabei haben, um das zu
beenden, was wir vor drei Jahren begonnen haben.

Ich kündige deshalb an, daß

ich kandidiere und die Wiederwahl für das Amt anstreben werde, das ich derzeit innehabe.
Ich danke Ihnen für das Vertrauen, das Sie in mich gesetzt haben.
schütze Sie und gute Nacht.

+ + + + +

- 4 -

Gott

�1. Februar 1984

ANPASSUNGSPROZESSE FÜR ANWENDUNG VON KERNENERGIE
USA stellen sich auf weiteren Ausbau der Atomkraft ein -

- (AD) - Trotz der Verzögerungen beim Bau von Kernkraftwerken in den
Vereinigten Staaten und der Streichung einer Anzahl geplanter neuer Projekte
sind die amerikanische Industrie und das Bundesenergieministerium überzeugt,
daß die Erzeugung von Atomstrom in den kommenden Jahren ansteigen und einen
immer größeren Anteil an der gesamten Stromproduktion haben wird.
Sicherheitserwägungen und wirtschaftliche

Die durch

Faktoren bedingten Verzögerungen

dürften auf weitere Sicht die Wachstumsrate für Kernkraft kaum unter den Anteil absinken lassen, den die Industrie früheren Schätzungen zufolge erwartet hatte.

In einem neuen Bericht des US-Energieministeriums heißt es u.a.,

daß sich Schätzungen zufolge der Anteil des Atomstroms an der gesamten Stromerzeugung von 12,6 Prozent im Jahr 1982 auf 19 Prozent im Jahr 1990 und schließlich auf 22 Prozent im Jahr 2020 erhöhen werde.
Gegenwärtig sind in den USA 79 Kernkraftwerke in Betrieb, die etwa ein
Achtel der gesamten Strommenge erzeugen.

Von Juli 1982 bis Ende Juni 1983

lieferten die Kernkraftwerke mehr als 280 Milliarden Kilowattstunden Strom ungefähr so viel, wie die Vereinigten Staaten gegen Ende des Zweiten Welt-

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Zweiten Weltkrieges verbrauchten.

Dem Bericht zufolge ist der Bau von weiteren

46 Kraftwerksblöcken mit 50 Millionen Kilowatt Leistungskapazität bereits weit
fortgeschritten, jedoch wurden seit 1978 keine neuen Aufträge mehr erteilt.
Dies war ein Jahr vor dem Unfall im Atomkraftwerk Three Mile Island (Pennsylvanien), dem schwersten Unfall in der Geschichte der amerikanischen Atomkraftindustrie»

Seitdem sind erst sechs neue Atomkraftwerke in Betrieb gegangen.

Auf etwa 100 Reaktoranlagen, die eine Gesamtleistung von 110 000 Megawatt haben sollten und im Jahr 1975 bereits in Bau oder geplant waren, wurde
inzwischen verzichtet,

Diese Annullierungen machten 45 Prozent der Kernkraft-

kapazität aus, die bis dahin in den Vereinigten Staaten vorgesehen war.

Nach

Angaben des Amtes für Energie-Information (EIA) des US-Energieministeriums
bedeutete dies mehr als 9 Milliarden Dollar Aufgabe-Kosten (Dollarwert von
Mitte 1982, inflationsbereinigt). Der jüngste und besonders schwerwiegende
Fall wurde am 16, Januar 1984 gemeldet, als die Public Service Company von
Indiana bekanntgab, den Bau des Kernkraftwerks Marble Hill einstellen zu wollen, obgleich dieses bereits 2,5 Milliarden Dollar verschlungen hat und zur
Hälfte fertiggestellt ist.
Kraftwerksprojekts.

Dies ist die bisher kostspieligste Aufgabe eines

Demgegenüber kam es seit dem Jahr 1972, als zum ersten

Mal der Bau von Kernkraftwerken annulliert wurde, nur zu 39 Annullierungen bei
Heizkraftwerken, die fossile Brennstoffe verfeuern.

Diese hätten eine instal-

lierte Stromkapazität von 23 000 Megawatt gehabt.
EIA-Mitarbeiter sind der Meinung, daß vor allem die verringerte Wachstumsrate für den Strombedarf seit dem arabischen ölembargo im Jahr 1973, verschärfte Sicherheits- und Umweltschutz-Vorschriften seit dem Unfall von Three
Mile Island im Jahr 1979, finanzielle Schwierigkeiten auf Seiten von Kraftwerks-Betreibern, die gleichzeitig die Kapitalgeber waren, seit Ende der siebziger Jahre und Konstruktionsprobleme infolge der komplizierteren Bauweise
und Größe neuerer Projekte dazu beitrugen.daß Kraftwerksprojekte annulliert
wurden. Seit dem Jahr 1973 blieb die Wachstumsrate für Strombedarf unter
dem Durchschnittswert von sieben Prozent, wie er zuvor stets ermittelt worden
war. Im Jahr 1982 ging, landesweit gesehen, die Menge des in die Versorgungs-

- 2 -

�die Versorgungsnetzte eingespeisten Stroms gegenüber 1981 sogar um 2,3 Prozent zurück, wie EIA-Beamte erklärten.

Dies sei eine Folge der wirtschaft-

lichen Rezession gewesen, eine Entwicklung, wie sie sich in dieser Form zum
ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg ergeben habe.
Dennoch sei die Atomindustrie, so erklärte Carl Walske, Präsident des
Industrieverbandes "Atomic Industrial Forum" in den USA, sehr optimistisch
hinsichtlich der Zukunft der Kernkraftindustrie.

"Wir glauben, daß die Zu-

kunft der Kernkraft so gut wie das künftige Wachstum der Wirtschaft ist",
meinte er.

"Die Annullierungen und Verzögerungen waren zur Anpassung an eine

niedrigere Wachstumsrate für Strom notwendig.

Aber die Wirtschaft ist wieder

im Kommen, und die Wachstumsrate für den Strombedarf steigt an.

Im zweiten

Halbjahr 1983 lag der Stromverbrauch etwa acht Prozent über jenem im zweiten
Halbjahr 1982."

Nach Ansicht des Industrie-Sprechers sind die in Betrieb

befindlichen Kernkraftwerke "ein gutes Geschäft", denn sie erzeugten Strom
billiger als Kraftwerke mit Kohlefeuerung.
Dieser Meinung sind übrigens auch die Verfasser eines von Wissenschaftlern des Massachusetts Institute of Technology (MIT) und der Stanford-Universität (Kalifornien) ausgearbeiteten Berichts zum Problem der Kohlendioxid-Anreicherung in der Atmosphäre.

Im Zusammenhang mit ihrer Forderung nach einem

eingehenden Studium des Einsatzes von elektrischem Strom verweisen sie darauf,
daß Kernenergie auf der Basis von Kernspaltung in vielen Teilen der Welt merklich billiger sei als Strom aus Kohle, "insbesondere angesichts der Beschränkungen durch Umweltauflagen gegen Kohle, wie es gegenwärtig für die USA typisch ist". Zwar stagniere in den Vereinigten Staaten gegenwärtig der Ausbau
der Kernenergie.

Langfristig gesehen hänge die Zukunft der Spaltenergie von

Faktoren wie technologischen Fortschritten, Verbesserungen des Managements
von Kernkraftanlagen und der Konkurrenzfähigkeit von Atomstrom mit anderen
Energieträgern in bezug auf Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit ab.
Die Nutzbarmachung von Kernfusion für die kommerzielle Stromproduktion dürfte
jedoch "in der kritischen Zeit vor dem Jahr 2050 noch nicht möglich sein".
Wie Walske

�Wie Walske erklärte, "können wir es uns nicht leisten, künftig große,
kostspielige Kernkraftwerke zu bauen.
niedrig zu halten.

Wir müssen Wege finden, die Kosten

Dazu werden niedrigere Inflationsraten und niedrigere

Zinsen, Stabilität bei den gesetzlichen Auflagen und gewisse Neuerungen im
Management-Bereich beitragen."
Nunzio Palladino, Vorsitzender der Nuklearen Aufsichtskommission der
Vereinigten Staaten (NRC), sagte kürzlich bei einem Vortrag in Los Alamos, daß
entgegen der Ansicht mancher Leute die amerikanische Atomindustrie nicht tot,
sondern sehr lebendig sei.

Die elektrische Kapazität der amerikanischen Kern-

kraftwerke - in Bau und in Betrieb - betrage z. Zt. etwa 126 000 Megawatt.
"Kernkraft für die Erzeugung von Strom ist mit sehr geringem Risiko für öffentliche Gesundheit und Sicherheit verbunden" und trage zur nationalen Unabhängigkeit in der Energieversorgung bei, erklärte er.

In den nächsten

drei bis vier Jahren habe die Nuklearindustrie jedoch eine kritische Phase
zu bestehen, weil dann entschieden werde, ob die bereits für den Betrieb genehmigten Einheiten diesen ohne Unfall oder schwerwiegende Vorfälle realisieren könnten

und ob die Industrie zusätzlich neue Anlagen für die Strompro-

duktion einsetzen könne.
Angesichts dieser Zielsetzungen habe die NRC, so Palladino, Schritte
unternommen, um die von Bundesbehörden erlassenen Bestimmungen für die nukleare Industrie zu verbessern. Im vergangenen Jahr brachte die Behörde eine Gesetzesvorlage ein, die, würden sie rechtskräftig, das Lizenzierungsverfahren
für Kernkraftwerke reformiert.
Die Gesetzesvorlage behandelt ferner eine
Anzahl weiterer wichtiger Punkte, u.a. die Genehmigung in einem einzigen Verfahrensablauf, die frühzeitige Genehmigung des Standorts und die Voraus-Genehmigung der Konstruktion der Anlage. NRC-Beamte verweisen außerdem auf
die Verabschiedung des nuklearen Entsorgungsgesetzes von 1982 als eines wichtigen Fortschritts für den Ausbau der kommerziellen Kernenergie. Es setzt
Zeitpläne und Verfahrensweisen für die Beseitigung von hochaktiven Abbrandelementen in Dauerdeponien von 1998 ab fest.
Ein Problem
- 4 -

�Ein Problem beim Ausbau der Kernenergie ergab sich durch die Änderun
gen in den Sicherheitsbestimmungen. EIA schätzt, daß sicherheitsbedinqte Um
rüstungen als Folge des Unfalls von Three Mile Island Kosten zwischen 24 und
83 Millionen Dollar (Dollarwert von 1980, inflationsbereinigt) pro Reaktor
verursachen. Im Februar 1982 unterbreitete die NRC einen Plan mit den Ziel
Setzungen für die Sicherheit von Kernkraftwerken, der u.a. exakte Zulässig
keitsangaben in bezug auf Unfallrisiken enthielt. So sollte beispielsweise
die Möglichkeit eines größeren Unfalls mit Niederschmelzen des Reaktorkerns
geringer sein als 1 : 10 000 pro Reaktorjahr.

Laut Palladino erfordert nukleare Sicherheit auch umfassende Forschungsanstrengungen. Die von der Behörde im Haushaltjahr 1983 für Forschung auf
gewendeten 205 Millionen Dollar machten etwa 43 Prozent der Ausgaben für die
von ihr durchgeführten Programme aus. Der Vorsitzende der NRC erwähnte neue
Forschungsergebnisse, denenzufolge Radioaktivität in Formen, die für die menschliche Gesundheit gefährlich sind, nicht annähernd so häufig frei werde wie
man bisher angenommen habe. Diese und weitere zu erwartende Ergebnisse der
Forschung hätten auch Auswirkungen auf die Sicherheitsvoraussetzungen und
Katastrophenpläne bei der Standortwahl für Kernkraftwerke. Und sie könnten
wie Palladino betonte, "sogar noch größere Auswirkungen auf das Vertrauen der
Öffentlichkeit haben".

+ + + + +

�Wi//en/chaft
und Technik

•

United States Information Service
Embassy of the United States of America

1. Februar 1984

RADIOTELESKOP FOR SUBMILLIMETER-BEREICH

- (AD) - Ein Radioteleskop für den Empfang von Strahlung mit Wellenlängen von weniger als einem Millimeter wird gegenwärtig vom CALTECH (California Institut of Technology) auf dem 4200 m hohen Mauna Kea in Hawaii errichtet. Die Nationale Forschungsstiftung der NASA (NSF) unterstützt bis 1986
das Vorhaben mit einem Beitrag von fast 4 Millionen Dollar. Die Höhe und die
trockene Luft am Standort (Gipfel eines erloschenen Vulkans) sind Faktoren,
die Störungen durch die Atmosphäre auf ein Mindestmaß verringern.
Das Radioteleskop mit einem Antennendurchmesser von 10,4 m erfaßt Radiostrahlung bis zu einem Drittel Millimeter Wellenlänge.

Solche Radiowellen

sind für die astrophysikalische Forschung von ganz besonderem Interesse, weil
sich gezeigt hat, daß viele der Moleküle im interstellaren Raum beim Rotieren
Energie in diesem Wellenlängenbereich abgeben.

Phänomene dieser Art lassen

Rückschlüsse auf Prozesse bei der Entstehung von Sternen sowie auf Struktur
und Energiequelle im Innern von Galaxien und Quasaren zu.
Die Parabolantenne ist nach den Plänen von Dr. Robert B. Leighton
(CALTECH) aus Aluminiumteilen in Wabenbauweise konstruiert, eine Meister-

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�eine Meisterleistung an Präzision auch in bezug auf die Oberflächenbearbeitung. Ein in Kalifornien vorgefertigter Montage-Kuppelbau von 20 m Durchmesser, der vor Wind, Wetter und starker Sonneneinstrahlung schützen sowie
die Steuerungsanlagen und die Systeme zum Sammeln der Meßdaten aufnehmen soll,
wird z. Zt. in Kalifornien getestet. Unter der Leitung von Dr. Thomas G.
Phillips, Professor der Physik am CALTECH, wird das neue Radioteleskop Anfang
1986 in Betrieb genommen.

+ + + + +

�</text>
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              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
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          <description>A name given to the resource</description>
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              <text>Amerikadienst 01.02.1984</text>
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          <description>An account of the resource</description>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Präsident Reagans Botschaft über die Lage der Nation &lt;br /&gt;&lt;em&gt;- 25. Januar 1984&lt;/em&gt;&amp;nbsp;-&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Reagan gibt Kandidatur für nächste Präsidentsschaftwahl bekannt &lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut der Erklärung&lt;/em&gt;&amp;nbsp;-&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Anpassungsprozesse für Anwendung von Kernenergie&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- USA stellen sich auf weiteren Ausbau der Atomkraft ein&lt;/em&gt;&amp;nbsp;-&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Radioteleskop für Submillimeter-Bereich</text>
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