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                  <text>4. Januar 1984

INHALT

DOKUMENTATION
Erklärung Reagans zum vierten Jahrestag der sowjetischen Invasion
Afghanistans
HINTERGRUNDMATERIAL
Shultz: Jahrelange Bemühungen der USA um Tendenzwende bei der UNESCO
- Schreiben des US-Außenministers an den Generalsekretär der UNESCO KVAE soll Risiko eines Überraschungsangriffes vermindern
Glaubwürdigkeit ist die Grundlage amerikanischer Auslandssendungen
- Auszüge aus einer Ansprache des Direktors von RFE und RL Chronologie der Ereignisse in Afghanistan
- 2. Halbjahr 1983 WISSENSCHAFT UND TECHNIK
US-Industrie steigert Forschungsausgaben
Superplastische Verformung mit Infrarot!icht

Um Über/endung von
DclegcKcmploicn
wird gebeten

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�I

Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

4. Januar 1984

ERKLÄRUNG REAGANS ZUM VIERTEN JAHRESTAG DER SOWJETISCHEN INVASION AFGHANISTANS

WASHINGTON - (AD) - Präsident Reagan hat am 27. Dezember 1983 die Sowjetunion
aufgefordert, für Afghanistan eine Lösung herbeizuführen, die dem Lande seine
Unabhängigkeit und Blockfreiheit wiedergibt.

In einer Erklärung anläßlich des

vierten Jahrestages der sowjetischen Invasion Afghanistans betonte der Präsident,
die Vereinigten Staaten würden alles in ihrer Kraft Stehende tun, um zu einer
friedlichen Regelung dieses Problems beizutragen.

Der vierte Jahrestag sei ge-

kennzeichnet durch Traurigkeit und anhaltende Empörung.
Die vom Weißen Haus veröffentlichte Erklärung des amerikanischen Präsidenten
hat folgenden Wortlaut:
Wenn wir Amerikaner während dieser Feiertage dankbar sind für die Segnungen
des Friedens, so vergessen wir doch nicht, daß der tragische Krieg in Afghanistan
fortdauert.

Vier Jahre lang hat die Sowjetunion dieses unglückliche Land jetzt

schon besetzt. Aber vier Jahre lang hat sich das tapfere afghanische Volk gegen
die sowjetische Besatzungsmacht zur Wehr gesetzt.

Diese islamischen Freiheits-

kämpfer in einem fernen Land haben den Worten Mut, Entschlossenheit und Stärke
einen neuen Sinn gegeben.

Sie haben ein Zeichen gesetzt für diejenigen in aller

Welt, die die Freiheit und Unabhängigkeit hochhalten.
Die afghanischen

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Telex: 8-85432

�Die afghanischen Freiheitskämpfer - die Widerstandskämpfer oder Mujahedin stellen eine einheimische Kraft dar, die das ganze Bergland erfaßt hat und einer
fremden Militärmacht entgegentritt, die ihre Religion und ihre ganze Lebensart
bedroht.

Die große Mehrheit des afghanischen Volkes hat trotz der Tatsache, daß

sie über nur wenige Waffen und eine schwache Organisation verfügt, bewiesen, daß
sie sich nicht beherrschen lassen will und daß sie bereit ist, ihr Leben für die
Unabhängigkeit und die Freiheit einzusetzen.
gezahlt hat, ist überhaupt nicht abzuschätzen.

Der Preis, den sie so bereitwillig
Wenn wir auch weiterhin unseren

Teil dazu beitragen werden, den amerikanisch-sowjetischen Dialog aufrechtzuerhalten
und zu verbessern, so können wir doch angesichts der Tragödie Afghanistans nicht
schweigen.

Es kann keine Frage sein, daß die sowjetische Besetzung Afghanistans

schwere internationale Spannungen hervorgerufen hat.

Es sind nicht nur die

Afghanen, die die sowjetische Besetzung ihres Landes ablehnen, sondern praktisch
die gesamte Völkergemeinschaft.
Dies hat sich ganz deutlich bei fünf aufeinander folgenden Abstimmungen in
der Vollversammlung der Vereinten Nationen erwiesen, als die überwältigende Mehrheit der Länder der Welt die Sowjetunion immer wieder aufforderte, die Besetzung
zu beenden und die Unabhängigkeit sowie den blockfreien Status Afghanistans
wieder herbeizuführen. Ja, die jüngste Resolution der Vereinten Nationen wurde
am 23. November sogar mit der bisher größten Mehrheit - 116 zu 20 Stimmen verabschiedet.
Anfang dieses Jahres hatte ich den Vorzug, im Weißen Haus eine Gruppe von
sechs afghanischen Freiheitskämpfern empfangen zu können. Ihre einfache Würde,
ihr Stolz und ihre Entschlossenheit, den Kampf um die Unabhängigkeit fortzusetzen,
haben mich sehr bewegt. Diese tapferen Männer haben inzwischen ihren Kampf fortgesetzt.
Der Kampf um ein freies Afghanistan dauert an, nicht weil es irgendeine
Manipulation von außen gibt, sondern weil es der Wunsch des afghanischen Volkes

- 2 -

�afghanischen Volkes ist, frei zu sein.

Und dieser Kampf wird fortdauern, bis

eine am Verhandlungstisch erzielte, politische Lösung gefunden werden kann, die
es dem afghanischen Volk gestattet, frei über sein eigenes Schicksal zu bestimmen.
Unser Ziel ist es, alles in unseren Kräften Stehende zu tun, um am Zustandekommen
einer friedlichen Lösung mitzuwirken, durch die die sowjetischen Streitkräfte aus
Afghanistan abgezogen, die Qual und die Zerstörung des afghanischen Volkes beendet
sowie die Unabhängigkeit und die Blindnisfreiheit des Landes wiederhergestellt
werden.

Ein neutrales und blockfreies Afghanistan wäre ganz sicher keine Bedro-

hung für den mächtigen sowjetischen Nachbarn.
Der vierte Jahrestag der sowjetischen Invasion ist zwar durch Traurigkeit
und anhaltende Empörung gekennzeichnet, aber wir sind davon überzeugt, daß eine
Regelunc möglich ist, und wir sind erfreut darüber, daß die Konsultationen im
Rahmen indirekter Gespräche der Vereinten Nationen weitergehen.

Wir fordern die

Sowjetunion auf, eine Lösung dieser Krise herbeizuführen, die Afghanistan seine
Freiheit, seine Unabhängigkeit und seine Blockfreiheit wiedergibt.
Wir alle, die wir in freien Ländern leben oder davon träumen, sollten uns
von dem Geist und dem Mut der afghanischen Patrioten inspirieren lassen.
Vertrauen wir entschlossen darauf, daß ihr Streben nach Freiheit obsiegen und
daß Afghanistan wieder ein unabhängiges Mitglied der Völkerfamilie wird.

+ + + + +

- 3 -

�4. «Januar 1984

1

SHULTZ: JAHRELANGE BEMÜHUNGEN DER USA UM TENDENZWENDE BEI DER UNESCO
- Schreiben des US-Außenministers an den Generalsekretär der UNESCO •

WASHINGTON - (AD) - In einem Schreiben an den Generaldirektor der UNESCO,
Amadou-Mahtar M'Bow, in dem die Entscheidung der Vereinigten Staaten hinsichtlich
ihres Austritts aus dieser Tochterorganisation der Vereinten Nationen erläutert
wird, erklärte der amerikanische Außenminsiter George Shultz, die USA seien
"besorgt darüber, daß Trends in Management, Politik und Haushaltsführung der
UNESCO die Effizienz der Organisation schmälern".
Das Schreiben hat folgenden Wortlaut:
Sehr geehrter Generaldirektor,
Zweck dieses Briefes ist es, Sie gemäß der Bestimmungen von Artikel II Absatz 6
der Satzung davon zu benachrichtigen, saß meine Regierung mit Wirkung vom
31. Dezember 1984 aus der UN-Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur
(UNESCO) austreten wird.
Sie dürfen versichert sein, daß die Vereinigten Staaten gemäß den Bestimmungen der Satzung bestrebt sein werden, allen ihren vereinbarten finanziellen
Verpflichtungen nachzukommen.
Die Regierung

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Telex: 8-85432

�Die Regierung der Vereinigten Staaten glaubt - wie das amerikanische Volk
insgesamt - an die hehren Grundsätze, wie sie die Satzung der UNESCO zum Ausdruck
bringt.

Heute - wie auch in den Jahren der Organisation - rufen uns diese

Prinzipien zu der Verpflichtung auf, unsere Anstrengungen und Mittel dazu zu
verwenden, einen stabilen und dauerhaften Rahmen für den Frieden in der Welt
zu schaffen.

Heute - genau wie in den ersten Jahren - sind wir davon überzeugt,

daß Erziehung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation bedeutsame, ja entscheidende,
Elemente dabei sind, eine friedliche Welt zu errichten.
Aber während die Vereinigten Staaten auch weiterhin beträchtliche Mittel
zur Erreichung dieser Ziele bereitstellen, müssen sie doch auch sorgfältig die
richtigen Methoden und Mittel auswählen, die zur Verwendung dieser Mittel eingesetzt werden. Es gibt eine Vielzahl von Gruppierungen und Organisationen, mit
deren Zielsetzung wir übereinstimmen, denen es jedoch an Effizienz mangelt, wenn
es darum geht, jene Art der internationalen Zusammenarbeit zu realisieren, die
dazu beitragen würde, eine friedliche Welt zu schaffen. Gute Absichten allein
sind nicht genug.
Seit einer Reihe von Jahren schon sind wir - wie Sie aus den Erklärungen
wissen, die wir innerhalb der Generaldirektion und andernorts abgegeben haben besorgt darüber, daß Trends in Management, Politik und Haushaltsführung der
UNESCO die Effizienz der Organisation schmälern. Wir sind der Oberzeuguno, daß
diese Trends die UNESCO von den anfänglichen Grundsätzen ihrer Satzung wegführen,
Wir hatten das Gefühl, daß sie in ihrer Tendenz - absichtlich oder unabsichtlich,
jedenfalls aber in unzulässiger Weise -, den politischen Absichten einiger weniger
Mitgliedstaaten dienen. Während dieser Zeit arbeiteten wir mit aller Energie
daran, die Organisation dazu zu ermutigen, diese Trends umzukehren und wieder zu
den Zielen der Gründungszeit zurückzufinden; mit aller Kraft zu vermeiden,
Diener der einen oder anderen nationalen Politik zu werden und sich so zu organisieren, daß Effizienz belohnt, furchtlose Programmbewertung gefördert und solchen
Prioritäten gefolgt würde, die sich an dem Wert eines Programms orientieren und nicht an Gewohnheiten der Vergangenheit, an politischer Zweckdienlichkeit
oder an irgendwelchen anderen wesensfremden Überlegungen.
Gleichzeitig sahen
- 2 -

�Gleichzeitig sahen wir - und brachten unsere größten Bedenken dagegen zum
Ausdruck -, daß dieser Druck dazu führte, daß die UNESCO auf politisch motivierte
Zielsetzungen hin abgelenkt wurde, die ihren Ursprung in einzelnen Mitgliedstaaten hatten - und weniger der Organisation selbst entstammten.

Wir bemühten

uns innerhalb der Generaldirektion und bei Vollversammlungen darum, den sich
hieraus ergebenden politischen Inhalt - tendenziös und parteiisch wie er war - so
gering wie möglich zu halten oder ihn ganz aus den Entschließungen und Programmen
der UNESCO herauszulassen.
Viele dieser Anstrengungen - die Ihrigen wie die unsrigen - waren produktive,
zumindest relativ gesehen. Die Ergebnisse der letzten Vollversammlung sind hierfür Beweis, und wir würdigen die Rolle, die Sie für das Ergebnis dieser Konferenz
spielten.
In größerem Zusammenhang gesehen, zeigt die Vollversammlung jedoch etwas
anderes: Wenn die Ergebnisse der Konferenz Beweis für das Beste sind, das man
von der Organisation erwarten kann, so wie sie sich derzeitig darstellt und sie
sie sich derzeit selbst regiert, dann gibt es nur wenig Hoffnung auf eine wirkliche und überzeugte Umkehr der Organisation hin zu den Prinzipien der Anfangszeit.
Für die Vereinigten Staaten ist diese Schlußfolgerung unausweichlich. Die
Verantwortung, in Reaktion hierauf zu handeln, ist ebenfalls unausweichlich.
Sie, Herr Generaldirektor, haben unsere Wertschätzung und unsere Hochachtung,
sowie unsere Verpflichtung zur umfassenden Zusammenarbeit, damit das Jahr zwischen
diesem Brief und dem Datum unseres Austritts so harmonisch wie möglich wird. Wir
sind der Überzeugung, daß Sie auch weiterhin alles in Ihrer Macht Stehende tun
werden, um unter den schwierigen Umständen, in denen Sie tätig sind, die Arbeit
der UNESCO eine produktive sein zu lassen, die den Bedürfnissen dieser Welt,
unbefriedigt wie sie noch sind, gerecht wird.

Was uns anbelangt, so sind wir

davon überzeugt, daß wir andere Mittel und Wege der Zusammenarbeit bei Erziehung

- 3 -

�bei Erziehung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation finden werden, die den
Prinzipien besser gerecht werden, denen sich die UNESCO vor vielen Jahren verpflichtet hat.

Wir sind davon überzeugt, daß eine solche Zusammenarbeit nicht

dadurch vermindert zu werden braucht, daß man ihr politische Zielsetzungen beimengt, die jenseits ihres eigentlichen Wirkungsfeldes liegen; daß ihre Autorität
nicht geschwächt zu werden braucht durch Kompromisse bei solch klaren und erhabenen Zielen wie den Rechten des Einzelmenschen und dem ungehinderten Fluß von
Informationen.

Man könnte dann durchaus zu der Einsicht gelangen, daß unsere

gemeinsamen Ziele dadurch wirksam hätten erreicht werden können, daß man sich
an den Grundsatz hält, demzufolge einige wenige, gutgemachte Dinge mehr Wirkung
haben als die oberflächliche Untersuchung aller Übel dieser Welt.
Es ist wahrscheinlich, daß die Mittel, die wir derzeit der UNESCO zur Verfügung stellen, verwendet werden, um eine solche Zusammenarbeit zu fördern.
Alle alternativen Programme, die die Vereinigten Staaten entwickeln werden,
könnten im Prinzip als Grundlage einer künftigen Zusammenarbeit zwischen den
Vereinigten Staaten und der UNESCO dienen, falls beide Parteien dies als vorteilhaft erachten sollten.

Wir würden eine solche Möglichkeit gerne zu einem ange-

messenen Zeitpunkt in Betracht ziehen.
Hochachtungsvoll,
gez. George P. Shultz

+ + + + +

�4. Januar 1984

KVAE SOLL RISIKO EINES ÜBERRASCHUNGSANGRIFFES VERMINDERN

Der nachfolgende Artikel erschien kürzlich
in "Gist", einer Veröffentlichung des
US-Außenministeriums, die in unregelmäßiger
Folge erscheint und sich mit aktuellen
außenpolitischen Themen befaßt.

- (AD) - Am 17. Januar 1984 kommen die Vereinigten Staaten, Kanada sowie
33 europäische Länder, darunter die Mitglieder der NATO, des Warschauer Paktes
und neutrale, blockfreie Staaten, in Stockholm zur ersten Phase der "Konferenz
für Vertrauens- und sicherheitsbildende Maßnahmen und Abrüstung in Europa" (KVAE)
zusammen.

Von Frankreich im Jahre 1978 vorgeschlagen und von den anderen Staaten

unterstützt, ist dieses Treffen ein Ergebnis der kürzlich beendeten KSZE-Nachfolgekonferenz in Madrid (1980-1983), der zweiten solcher Zusammenkünfte, die
sich mit der Verwirklichung der Schlußakte von Helsinki aus dem Jahre 1975
befaßte.
Die erste Phase der Stockholmer Konferenz soll sich auf Verhandlungen über
Vertrauens- und sicherheitsbildende Maßnahmen und deren Annahme
konzentrieren, um das Risiko eines Überraschungsangriffes in Europa zu vermindern

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Telex: 8-85432

�zu vermindern und die in der Schlußakte von Helsinki vorgesehenen begrenzten
Maßnahmen dieser Art zu stärken und zu erweitern.

Vertrauensbildende Maßnahmen

betreffen nicht direkt den Umfang der Waffenarsenale oder die Struktur der
Streitkräfte eines Staates. Sie sollen vielmehr die gegenseitigen Kenntnisse
und Erkenntnisse bezüglich militärischer Aktivitäten wie Manöver, Einberufungen
von Reservisten oder Alarme vertiefen und damit die Möglichkeit eines Konfliktes
reduzieren, der aus Zufall, falscher Einschätzung der Situation oder Mißverständnissen entstehen könnte.
Die amerikanische Position
Die Vereinigten Staaten bestanden auf vier Kriterien, bevor Washington die
französische Initiative unterstützte:
-

Die Stockholmer Konferenz müsse ein integraler Teil des KSZE-Prozesses bleiben,

damit ein angemessenes Gleichgewicht zwischen Menschenrechten und Sicherheitsanliegen gewahrt werde.
-

Die erste Phase der Stockholmer Konferenz solle auf Vertrauens- und sicher-

heitsbildende Maßnahmen begrenzt werden.

Weiterhin - und damit wurde die

französische Ansicht unterstützt - solle im Rahmen dieser Konferenz nicht über
nukleare Fragen verhandelt werden.
-

Die Stockholmer Konferenz dürfe sich nicht in irgendeine andere Rüstungs-

kontroi 1verhandlung einmisehen.
-

Die Vertrauens- und sicherheitsbildenden Maßnahmen müßten militärisch signifi-

kant, politisch bindend, verifizierbar und auf ganz Europa vom Atlantik bis zum
Ural anwendbar sein.
Das Mandat von Madrid unterstützt die amerikanische Position hinsichtlich
der Abhaltung der Konferenz und der Art der Maßnahmen, die dort zur Sprache
kommen sollen.

Die Konferenz wird sich mit Aktivitäten in ganz Europa befassen,

einschließlich des europäischen Teils der Sowjetunion bis hin zum Ural.

Die

vertrauensbildenden Maßnahmen, über die in Helsinki verhandelt wurde, erstreckten
sich nur auf ein Gebiet, das bis zu 250 Kilometer in die Sowjetunion hineinreicht.
Die USA

�Die USA und ihre NATO-Verbündeten hoffen, daß sie in Stockholm eine Reihe
von Vorschlägen auf den Verhandlungstisch legen können, die folgendes erreichen
sollen:
-

Verminderung des Risikos eines Überraschungsangriffs in Europa.

Die Transpa-

renz oder Offenlegung militärischer Aktivitäten soll deshalb gefördert werden;
-

eine bessere und größere Voraussagbarkeit in bezug auf friedliche militärische

Manöver, um Abweichungen von der Norm feststellen zu können;
-

Verbot jeglicher militärischer Einschüchterung oder militärischen Drucks gegen

irgendein europäisches Land;
-

Verbesserung der Krisenkommunikation.

Im Oktober 1983 fand in Helsinki ein Treffen zur Vorbereitung der Stockholmer
Konferenz statt. Auf dieser Zusammenkunft bekräftigten die KSZE-Mitglieder den
Zusammenhang zwischen der KVAE und der KSZE sowie die Notwendigkeit, daß die
Vorschläge von Stockholm die in dem Madrider Mandat festgelegten Kriterien
erfüllen müßten.
Die nächste KSZE-Folgekonferenz ist für 1986 in Wien geplant und soll sich
mit dem auf der Konferenz für Vertrauens- und sicherheitsbildende Maßnahmen
erzielten Fortschafritt befassen. Auf diesem Treffen in Wien soll auch entschieden werden, ob die Arbeit auf diesem Gebiet fortgesetzt oder ob das Mandat
für eine zweite Phase erteilt werden soll, um über zusätzliche Schritte zur
Verbesserung der Sicherheit in Europa zu beraten.
KVAE und Rüstungskontrolle
Die amerikanische Beteiligung an der Konferenz für Vertrauens- und sicherheitsbildende Maßnahmen und Abrüstung in Europa ergänzt die Bemühungen der USA
in anderen Verhandlungsforen um die Erreichung von Abkommen, mit denen das
Risiko eines Überraschungsangriffes und eines Krieges aus Zufall vermindert
werden soll.

Hierzu gehören die Vorschläge für vertrauensbildende Maßnahmen,

die wir bei den Gesprächen über die Verminderung der strategischen Rüstungen

- 3 -

�strategischen Rüstungen (START), bei den Verhandlungen über nukleare Mittelstreckensysteme (INF) und bei den Verhandlungen über beiderseitige und ausgewogene Truppenreduzierungen in Europa (MBFR) auf den Tisch gelegt haben, wie
auch unsere Bemühungen um eine Verbesserung des "Heißen Drahtes" und die Schaffung
zusätzlicher direkter Kommunikationsverbindungen zwischen den Vereinigten Staaten
und der Sowjetunion.

Wenn die USA darauf bestehen, daß die KVAE sich auf spezi-

fische und feste Kriterien stützen muß - wie in dem Mandat vorgesehen -, dann
geschieht dies, um sicherzustellen, daß eine erfolgreiche Konferenz dieser Art
einen sinnvollen und bedeutsamen Beitrag zur Sicherheit in Europa leistet, statt
sich in leerer Propaganda und bedeutungslosen Erklärungen guter Absichten zu
ergehen.

+ + + + +

- 4-

�4. Januar 1984

GLAUBWÜRDIGKEIT IST DIE GRUNDLAGE AMERIKANISCHER AUSLANDSSENDUNGEN
- Auszüge aus einer Ansprache des Direktors von RFE und RL -

ROM - (AD) - Der Präsident der amerikanischen Rundfunksender Radio
Free Europe (RFE) und Radio Liberty (RL), James Buckley, hat in einer Ansprache
in Rom darauf hingewiesen, daß die Grundlage der an das Ausland gerichteten
Sendungen dieser Stationen die Glaubwürdigkeit sei. Vor dem amerikanischen Club
in Rom betonte Buckley am 13. Dezember, die beiden Sender erreichten rund 300
Millionen Hörer, vor allem in der UdSSR und in Osteuropa.
Die wesentlichen Auszüge aus der Ansprache haben folgenden Wortlaut:
Ich erinnere mich noch meiner amüsierten Überraschung über die Reaktion
Moskaus auf die Bekanntgabe meiner Ernennung zum Präsidenten von Radio Free
Europe und Radio Liberty im vorigen Jahr.

Die Bekanntgabe löste eine Lawine

von Artikeln und Kommentaren in der Prawda und bei TASS aus.

Ich wurde als

ein "Falke" und ein "Obskurant" bezeichnet - was immer letzteres ist - und
als ein Feind der Demokratie und der Entspannung.

Die über 1000 pflichtbe-

wußten Männer und Frauen, die für die genannten Sender in München arbeiten,

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Telex: 8-85432

�München arbeiten, wurden pauschal als eine "Bande von Radiosaboteuren" bezeichnet und die Sender selbst als "wahre Schlangennester" und subversive Instrumente des amerikanischen Imperialismus. Diese Angriffe haben sich mittlerweile ausgeweitet und schließen heute nicht nur RFE und RL ein, sondern
auch britische, deutsche und französische internationale Rundfunksendungen.
Warum diese Hysterie?

Warum betrachten es die Sowjets als notwendig,

150 Millionen Dollar und mehr pro Jahr für die Störung westlicher Sendungen
auszugeben?

Und warum übrigens betrachten es finanziell sicherlich ange-

spannte Regierungen in Großbritannien, der Bundesrepublik Deutschland, Kanada,
den Niederlanden, den Vereinigten Staaten und anderswo als so wichtig, die beträchtlichen Summen aufzuwenden, um ausländische Hörer zu erreichen?
Es steht außer Frage, internationale Rundfunksendungen sind eine ernsthafte Sache. Wir im Westen sind der Vorstellung verpflichtet, daß Menschen
das unveräußerliche Recht haben "zu wissen"; das Recht, Informationen und
Ideen "zu suchen, zu empfangen und weiterzugeben, durch und über jedes Medium
und über alle Grenzen hinweg".

So steht es jedenfalls in der Allgemeinen

Menschenrechtserklärung, die auch die Sowjetunion unterzeichnet hat.
Darüber hinaus betrachten wir das als mehr als nur ein abstraktes
Recht.

Wir halten seine Ausführung und Verwirklichung für einen fundamentalen

Stabilisator in den menschlichen Angelegenheiten und für die beste Garantie
gegen Bedrohungen des Friedens, die aus massiven Verzerrungen der Wahrheit
entstehen.
Es ist diese ausdrückliche Erkenntnis der Notwendigkeit und der sich
ergebenden Vorteile eines offenen Kommunikationsflusses unter Völkern - im
Unterschied zu ihren Regierungen - die erklärt, warum der Westen so großen
Wert auf den sogenannten Korb 3 der Schlußakte von Helsinki legt.
Natürlich ist niemand überrascht, daß die Sowjets eine solche beharrliche Feindseligkeit gegenüber dem Medium aufbringen, das in der Lage ist,

- 2 -

�Lage ist, ihre anhaltenden Bemühungen in Frage zu stellen, eine hermetisch
abgeschlossene Gesellschaft zu schaffen, innerhalb derer man die Wahrheit
manipulieren kann. Und es dürfte auch niemanden überraschen, daß ihre größte
Feindseligkeit Radio Free Europe und Radio Liberty gilt.
Alle westlichen Sendungen nach der Sowjetunion und nach Osteuropa haben
eine gemeinsame Verpflichtung zur Objektivität in Berichten und Nachrichten
- aber es sind eigentlich nur RFE und RL, die als Ersatz für freie Rundfunksender in jenen Ländern dienen, welche der Bevölkerung dort verwehrt werden.
Das ist ein grundsätzlicher Unterschied in der Funktion.

So besteht beispiels-

weise die Hauptaufgabe der Stimme Amerikas - ebenso wie die anderer offizieller
Rundfunkstationen von Regierungen - darin, aus der nationalen amerikanischen
Perspektive zu berichten und das eigene Land der übrigen Welt vertraut zu
machen.
Im Gegensatz dazu sind Radio Free Europe und Radio Liberty - obwohl
durch vom amerikanischen Kongreß bewilligte Mittel finanziert - im wesentlichen unabhängige Einrichtungen mit einer Aufgabe, die durch ihre Rolle als
Ersatz einheimischer Sender für die 21 Nationalitäten in Osteuropa und in
der Sowjetunion definiert sind, für die sie senden.

Es ist ein Zeichen ihres

Erfolges, daß sie von ihren Hörern oft als "unsere" Sender bezeichnet werden.
Ihre Hauptaufgabe besteht darin, über Ereignisse in den Ländern zu berichten,
in die sie senden, und Programme zu gestalten, die die besonderen Interessen
der Bürger dieser Länder ansprechen.
RFE und RL sind, kurz gesagt, darauf ausgerichtet, den informatorischen
und kulturellen Bedarf von über 300 Millionen Menschen zu befriedigen, die in
Gesellschaften gefangen sind, in denen der Staat die alleinige Kontrolle über
jedwede normale Quelle der Information ausübt - ein Monopol also, das an jedem Tag des Jahres in Frage zu stellen unsere Aufgabe ist. Daher verwenden
wir mehr Stunden am Tage für unsere Zuhörerschaft in Polen, der Tschechoslowakei,
Ungarn, Rumänien, Bulgarien und der Sowjetunion auf und senden in mehr Sprachen
- 21 - als irgendein anderer westlicher Sender.
Während beispielsweise
- 3 -

�Während beispielsweise die BBC nur in zwei Sprachen - Russisch und
Englisch - nach der UdSSR sendet, strahlen wir in 15 Sprachen aus, einschließlich sieben, die in den immer wichtiger werdenden islamischen Regionen der
Sowjetunion gesprochen werden.
Wir können effektiv arbeiten, weil wir ständig Informationen aus Osteuropa und der Sowjetunion erhalten und analysieren.

Wir hören ihre Rund-

funksendungen ab und interviewen Emigranten und Besucher.

Unsere Forschungs-

abteilungen, die Hunderte von osteuropäischen und sowjetischen Publikationen
halten, stellen unseren Programmgestaltern laufende, aktuelle Analysen der
Entwicklungen in Wirtschaft, Politik und Kultur sowie anderen wichtigen Aspekten des Lebens in unseren Hörergebieten zur Verfügung.

Wir besitzen tat-

sächlich die reichsten Archive über die Nachkriegsentwicklungen in Osteuropa
und der Sowjetunion, die es im Westen gibt.
Wir sind, kurz gesagt, für unsere Hörer die zuverlässigste Quelle von
Nachricjiten und Analysen, und unsere Hörer haben das erkannt. Darüber hinaus
dienen unsere Programme dazu, die amtlichen Versuche in den Empfängerländern
in Frage zu stellen, die Geschichte zu verfälschen oder kulturelle Lähmung
zu verbreiten. Wir bringen die Werke verbotener Autoren, stellen geschichtliche Ereignisse in den richten Zusammenhang, bieten ausführliche religiöse
Programme und erinnern unsere Hörer an ihr nationales und geistiges Erbe,
das über tausend Jahre älter ist als Marx - und sie mit dem reichen kulturellen Leben der westlichen und der islamischen Welt verbindet. Und schließlich
gewähren wir den Dissidenten ein Forum. Wir berichten über ihre Tätigkeiten,
zitieren aus ihren Untergrundpublikationen und bringen damit etwas zustande,
was einer Debatte über wichtige öffentliche Angelegenheiten zumindest gleicht.
Es ist diese einzigartige Identifizierung mit allen unseren Hörern und unser
Ruf der Genauigkeit, die uns einen solchen Zugang zu ihnen verschaffen. Wenn
man von den Angriffen der Regime in der Sowjetunion und in den osteuropäischen
Staaten gegen RFE und RL ausgeht, dann kommt es auf das Wort "Genauigkeit"
an. Ich glaube, man kann ohne weiteres sagen, daß - wenn überhaupt - nur wenige journalistische Unternehmen eine so große Sorgfalt auf die Auswahl dessen

_ 4 _

�Auswahl dessen verwenden, was wir als Tatsachen senden.

Schließlich ist die

Glaubwürdigkeit unser eigentliches Markenzeichen, ja die Grundlage des Vertrauensverhältnisses, das wir zu Millionen unserer Hörer hergestellt haben.
Wir dürfen nicht den Versuchen der Übertreibung unterliegen und uns auf Verzerrungen oder falsche Darstellungen einlassen, denn das würde unser Vertrauensverhältnis zerstören.
Was uns angeht, so existiert die Wahrheit auf zwei Ebenen.

Die erste

bezieht sich auf Tatsachen, und unsere Aufgabe besteht darin, diese genau
und objektiv zu beschreiben.
frage:

Hier geht es um die klassische Journalisten-

"Wer, was, wann, wo?" Aber RFE und RL sind mehr als nur journalisti-

sche Unternehmen.

Unsere Verpflichtung zur Objektivität bei der Berichter-

stattung darf aber nicht mit Neutralität bezüglich der menschlichen Werte
verwechselt werden.

Im Gegenteil, durch unser Statut sind wir zur Achtung

der Menschenwürde, der Herrschaft des Rechts und der Prinzipien der politischen,

sozialen, wirtschaftlichen und religiösen Freiheit verpflichtet,

die das Fundament der Demokratie sind.

Kurz gesagt, es gehört zu unserer

Aufgabe, als Vertreter, oder besser gesagt als Zeugen, für die Werte aufzutreten, die von so zentraler Bedeutung für uns sind.
Unser polnischer Dienst ist ein dramatisches Beispiel unserer Wirksamkeit in jüngster Zeit.

Nach dem Aufstieg der Gewerkschaft Solidarität nach

August 1980 begannen wir, einen Großteil unserer täglichen Sendezeit von 19
Stunden

in polnischer Sprache auf die innere Lage in Polen zu konzentrieren,

und waren für unsere Hörer oft die einzige Quelle der vollen und genauen Information über die Ereignisse in ihrem eigenen Lande. Obwohl die Störungen
unserer Sendungen rapide zunahmen, erhöhte sich unsere Hörerschaft von
wöchentlich 54 Prozent der erwachsenen Bevölkerung im Jahr 1979 auf 66 Prozent im Jahr 1981.
Aber Statistiken über Hörerzahlen sind nur die eine Seite der Medaille.
Information trägt unausweichlich zur Gestaltung von Ereignissen bei.

Kol-

lektive Handlungen setzen kollektive Kenntnisse voraus. Die ersten Streiks,

- 5 -

�ersten Streiks, die zur Gründung der Solidarität führten, wurden von den polnischen Medien völlig ignoriert.

Es war weitgehend der Berichterstattung von

RFE über scheinbar isolierte Maßnahmen zuzuschreiben, daß die Führung der Solidarität das nationale Ausmaß der Proteste erkannte, die stattfanden.
es ein Publizist formulierte:

Wie

"Ohne diese Programme wären die Polen sicher-

lich nicht über den Aufschwung der Arbeiterbewegung in der Solidarität informiert gewesen, noch hätten andere Osteuropäer davon etwas erfahren."
|

Es ist ebenso wahr, daß die Sendungen von RFE in polnischer Sprache zur
Stabilität beigetragen haben.

Indem wir die Situation dargestellt haben, in

der sich unsere Hörer befanden - und zwar gründlich und sorgfältig und ohne
Übertreibungen oder Auslassungen - und indem wir Gerüchten und Entstellungen
durch harte Tatsachen begegnet sind, haben die Sendungen der RFE den Hörern
die volle Information geboten, die sie für eine gesunde Beurteilung der Lage
und ein verantwortliches Handeln brauchten.
Wir bestreiten die Behauptung, man könne unseren Hörern kein eigenes
Urteil und keine eigene Entscheidung zutrauen, wie sie handeln und welche Risiken sie eingehen sollten in dem Versuch, einen Wandel herbeizuführen. Unsere Grenze ist dort, wo wir ihnen sagen würden,was sie tun sollten. Schließlich sind sie es, und nicht wir, die mit den Folgen ihres Handelns leben
müssen.
Es versteht sich von selbst, daß diese Zurückhaltung im Kreml auf keine
Gegenliebe stößt, da dieser in wachsendem Maße über die Fähigkeit internationaler Rundfunksendungen besorgt ist, die gegen unzensierte Information errichteten Schranken zu überwinden.

Als Folge haben die Sowjets nicht nur ihre

Störungen intensiviert, sondern sie haben auch eine zähe Kampagne begonnen, um
rechtliche Einschränkungen westlicher Sender und eine Begrenzung ihrer physischen Reichweiten zu erreichen.
Ein Gebiet der Angriffe zielt auf die grundlegendste Voraussetzung einer
freien Presse:

die Freiheit, Information zu sammeln, und die Freiheit, sie zu

�sie zu verbreiten.

Seit Jahren haben nun schon die Sowjets die Delegierten

aus der Dritten Welt in der UNESCO angeregt, eine Monstrosität zu verabschieden, die sich "Neue Weltinformationsordnung" nennt.

Wenn sie verabschiedet

würde, dann würde sie benutzt, um die Zulassung von Reportern zu begrenzen,
die den internationalen Medien zur Verfügung gestellten Nachrichten einzuschränken und die Störung von Rundfunksendungen aus dem Ausland zu rechtfertigen.
Einer der faszinierendsten Aspekte dieser Kampagne gegen westliche Sender ist die rührende Besorgnis der Sowjets um rechtliche Mäntelchen. So
wie die Dinge liegen, steht ihre Störtätigkeit in so eklatantem Widerspruch
zu ihren Verpflichtungen im Rahmen der Allgemeinen Menschenrechtserklärung,
der Schlußakte von Helsinki und anderen internationalen Vereinbarungen, daß
sie es sich noch nicht einmal leisten können, diese Störungen einzugestehen
- obwohl ihre über 2500 Störsender heute eine solche elektronische Verschmutzung hervorrufen, daß rund 80 Prozent des Kurzwellenspektrums während der
Hauptsendezeit am Abend in Europa beeinträchtigt werden.
An einer anderen Front versuchen die Sowjets, über internationale Foren
die Benutzung von Satelliten für Sendungen in Länder verbieten zu lassen,
deren Regierungen erklären, daß sie solche Sendungen nicht wollten.

Vor einem

Jahr ist es ihnen gelungen, in der Vollversammlung der Vereinten Nationen eine
nicht bindende Abstimmung herbeizuführen, die die vorherige Zustimmung der Regierung des Empfängerlandes erfordert, bevor Fernsehsendungen über Satellit
dorthin übertragen werden dürfen. Wie man zwischen Signalen unterscheiden will,
die von der Ionosphäre reflektiert werden, und jenen, die über einen Satelliten übertragen werden, weiß ich nicht.

Aber wenn sich der Westen der Verhän-

gung eines solchen Veto-Rechtes unterwirft, dann begibt er sich eines der
vielversprechendsten Mittel für die Zukunft, um Kommunikationskanäle zwischen
unterschiedlichen Gesellschaften offen zu halten - wenn notwendig über die
Köpfe ihrer Machthaber hinweg.
Entgegen der..

- 7 -

�Entgegen der Auffassung der sowjetischen Machthaber sind die westlichen
Sender keine destabilisierenden Faktoren, denn selbst wenn diese Sender nicht
existierten, würden die sowjetischen Bürger nach einem größeren Maß an Freiheit streben, als ihnen der Kreml zuzugestehen bereit ist. Und die Osteuropäer würden trotzdem ihre Regierungen und die Regime, unter denen sie zu leben gezwungen sind, als illegal betrachten. Es ist wirklich nicht die offene
Übermittlung von Informationen und Ideen, die heute destabilisierend wirkt,
sondern ihre Unterdrückung - eine Unterdrückung, die in geschlossenen Gesellschaften die friedliche Erörterung des Wandels und damit den friedlichen Wandel selbst unmöglich macht.

- 8 -

�4. Januar 1984

CHRONOLOGIE DER EREIGNISSE IN AFGHANISTAN
- 2. Halbjahr 1983 -

(Siehe Amerika Dienst Nr. 35
vom 31. August 1983)

(AD) 18. August 1983
Drei der sechs wichtigsten afghanischen Mujahedin-Gruppen mit Stützpunkten in Peshawar in Pakistan beendeten in Rom ein viertägiges Treffen mit Vertretern des früheren afghanischen Königs Mohammad Zahir Schah - 1973 gestürzt
und nunmehr in Rom lebend - und anderen afghanischen Führern im Exil.

Presse-

berichten zufolge kam man überein, die Bildung einer Afghanischen Verfassunggebenden Versammlung zu planen.

Die Versammlung soll den Versuch unternehmen,

alle afghanischen Parteien und Widerstandskämpfer, die sich in Opposition zum
Kabuler Regime des Babrak Karmal und zur sowjetischen Besatzung befinden, formell zu vereinen.
22. August 1983

Postfach 20 03 00 Tel.:0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�22. August 1983
Der ehemalige König Mohammad Zahir Schah teilte in Rom mit, er habe
von den in der vergangenen Woche dort zusammengetroffenen afghanischen Gruppen
ein Mandat erhalten, hinsichtlich der Sache der afghanischen Widerstandsbewegung politische Kontakte auf internationaler Ebene zu knüpfen.

Der ehemalige

König, der jegliche Absicht hinsichtlich einer Rückkehr auf den Thron in Abrede stellte, half bei der Vorbereitung des Treffens verschiedener afghanischer
Gruppen in Rom.
6. September 1983
Die Unterkommission der Vereinten Nationen über die Verhütung von
Diskriminierung und den Schutz von Minderheiten nahm in Genf eine Resolution
an, die den Einsatz eines Sonderberichterstatters empfahl, "um die Menschenrechtslage in Afghanistan zu untersuchen."

Die Resolution, die über die bis-

herigen, von den Menschenrechtskörperschaften der Vereinten Nationen hinsichtlich Afghanistan verabschiedeten hinausgehen soll, wird Anfang 1984 der gesamten Kommission zur Zustimmung vorgelegt werden, wenn diese ihre Jahrestagung abhält.
15. September 1983
Das Kabul er Regime gibt die Ausweisung zweier Diplomaten der amerikanischen Botschaft - des 2. Sekretärs Hugh Turner und des Attaches Robert
Blackburn - unter der Beschuldigung der Spionagetätigkeit bekannt:

beide

hätten sich "der Aufhetzung einer Reihe konterrevolutionärer Elemente" und
ähnlicher Aktivitäten schuldig gemacht.
16. September 1983
Ein Sprecher des amerikanischen Außenministeriums in Washington nennt
die Anschuldigungen des Kabul er Regimes gegen die beiden amerikanischen Diplomaten, die ausgewiesen worden waren, "ungeheuerlich" und "absurd".
20. September 1983
Pakistan beschuldigt das Kabuler Regime, seinen Luftraum innerhalb der

- 2 -

�innerhalb der letzten zwei Tage zehnmal verletzt zu haben.

Die Bombardierung

eines Grenzdorfes in der Nähe von Parachinar - einem Gebiet, wo viele afghanische
Flüchtlinge leben - durch sowjetische MIG-Flugzeuge führte zur Verwundung von
sechs Menschen.

Ein Sprecher des Außenministeriums erklärte, es habe seit dem

1. August insgesamt 23 Verletzungen des Luftraums gegeben.
Westlichen diplomatischen Kreisen in Islamabad zufolge fanden in diesem
Monat vier Angriffe der Mujahedin statt, wobei eine große Zahl sowjetischer
Soldaten und Angehöriger der Truppen des Kabuler Regimes umgekommen sind;
außerdem seien zumindest zwei MIG-Flugzeuge, drei Hubschrauber, fünf Panzer
und eine größere Anzahl von Lastwagen zerstört worden. Ziele waren ein Treibstoffkonvoi im Bereich des Salang-Tunnels, der im Norden gelegene Maraz-eSharif-Flugplatz, sowjetische Truppen in der Shomali-Region nördlich von Kabul
und ein Militärkonvoi von 100 Lastwagen in der Logar-Provinz.
21. September 1983
Trotz Einspruches der Sowjetunion genehmigte der Lenkungsausschuß der
Vollversammlung der Vereinten Nationen, daß es über das Thema "Die Lage in
Afghanistan und ihre Auswirkungen auf den internationalen Frieden und die
internationale Sicherheit" zu einer Generaldebatte kommen solle.

Die Ver-

sammlung, die ihre Jahressitzung am 20. September eröffnete, verabschiedete
vier Resolutionen, die die Sowjetunion seit ihrer Invasion Afghanistans im
Jahr 1979 verurteilten.
29. September 1983
Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Javier Perez de Cuellar,
veröffentlichte einen Bericht über die indirekten Gespräche, die es dieses Jahr
in Genf unter Leitung der Vereinten Nationen mit Vertretern Pakistans und
des Kabuler Regimes gab. Obgleich, so der Generalsekretär, "wertvoller und
ausdrücklicher" Fortschritt erzielt worden sei, "kann ich dennoch nicht meine
tiefe Sorge über den langsamen Fortgang der Verhandlungen und die Schwierigkeiten verbergen, die es hinsichtlich der Überwindung der bestehenden Hindernisse gab."

Die Hindernisse nannte er dabei nicht. Weitere Gespräche mit

- 3 -

�Gespräche mit den Beteiligten sollen vom persönlichen Stellvertreter des
Generalsekretärs, Diego Cordovez, während der laufenden Sitzung der Vollversammlung geführt werden.

Cordovez leitete auch die Genfer Gespräche.

4. Oktober 1983
Sahabzada Yaqub Khan, der Außenminister Pakistans, erklärte vor der
Vollversammlung der Vereinten Nationen, es habe im vergangenen Jahr bei den
von den Vereinten Nationen unterstützten Afghanistan-Verhandlungen "konkreten
Fortschritt"
gegeben.

bei der Erarbeitung der Elemente für eine umfassende Regelung

Allerdings, so der Außenminister, "steht noch immer eine Reihe ent-

scheidender Fragen - insbesondere der zeitliche Rahmen für einen Abzug der
ausländischen Streitkräfte - zur Lösung an."
6. Oktober 1983
Kabuls Außenminister Schah Mohammad Dost erklärte vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen, "die bewaffnete Intervention gegen die Demokratische Republik Afghanistan

von pakistanischem Territorium aus ist die Wur-

zel und die Ursache des afghanischen Problems.

Daher sollte das Hauptziel

der Verhandlungen eine Beendigung dieser Intervention sein."
18. Oktober 1983
Westlichen diplomatischen Quellen in Neu Delhi zufolge unternahmen
sowjetische Truppen und Streitkräfte des Kabul er Regimes kürzlich umfangreiche Offensiven in sechs afghanischen Provinzen sowie eine umfassende
Durchkämmungsaktion in einer siebenten. Am schwersten von diesen intensiven
Luft- und Bodenbombardements betroffen war die historische Stadt Istalef in
der nördlich von Kabul gelegenen Shomali-Region: 40 Prozent der Gebäude des
Ortes wurden seit Beginn des Angriffs am 12. Oktober zerstört, verwundete Zivilisten und Flüchtlinge strömten danach nach Kabul (einer diplomatischen
Quelle vom 25. Oktober zufolge wurden mehrere Hundert Zivilisten getötet).
28. Oktober 1983
Die Regierung der Schweiz informierte darüber, daß ein von der afgha-

- 4 -

�afghanischen Widerstandsbewegung gefangener sowjetischer Pilot gemäß einer
Vereinbarung zwischen dem Schweizer Internationalen Ausschuß des Roten Kreuzes,
sowjetischen Regierungsvertretern und der afghanischen Widerstandsbewegung
zwecks Internierung in der Schweiz eingetroffen sei. Dem Bericht zufolge
hatte die Schweiz in Einklang mit ihrer Neutralität bis dahin bereits insgesamt acht sowjetische Kriegsgefangene als "humanitäre Geste" akzeptiert.
2. November 1983
Amnesty International, London, veröffentlichte eine Erklärung, in der
acht Zentren in Kabul genannt wurden, wo Sicherheitspolizei politisch Verdächtige gefoltert hatte; die Aussage
maliger Gefangener.

stützte sich auf Zeugenaussagen ehe-

In einigen Fällen, so der Bericht, starben die Gefangenen

nach der Folter oder erlitten schwere Verletzungen.
6. November 1983
Das Internationale Afghanistanbüro, eine private, freiwillige Gruppe in
Paris, kündigte seine Absicht an, eine Untersuchungskommission einzuberufen,
um die humanitären Probleme von Hunderttausenden von Afghanen zu untersuchen,
die als Flüchtlinge oder Vertriebene außerhalb ihres Landes leben.

Dies wurde

zum Abschluß eines dreitägigen Seminars angekündigt, das von dem Büro an der
Genfer Universität abgehalten wurde.
15. November 1983
Diplomatischen Quellen in Neu Delhi und Islamabad zufolge wurden am
8. oder 9. November in der Shomali-Region nördlich von Kabul 50 bis 80
afghanische Mujahedin getötet, als sie von sowjetischen Flugzeugen und Hubschraubern in der Nähe von Farza auf offenem Gelände entdeckt wurden. Die
Region, durch die eine äußerst wichtige Verbindungsstraße zur Sowjetunion verläuft, wurde Mitte Oktober schwer bombardiert; auch zu Beginn dieses Monats
begann noch ein weiterer sowjetisch-kabulischer Angriff.
22. November 1983
Zeitungsberichten aus Neu Delhi und Islamabad zufolge, die sich auf

- 5 -

�sich auf diplomatische Quellen beriefen, wurde der Kommandeur der 8. Heeresdivision des Kabul er Regimes, Generalmajor Mohammad Abdul Azim, sowie ein
Dutzend sowjetischer und Kabuler Regierungsvertreter getötet, als ihr Flugzeug am 15. November südlich von Kabul abstürzte, nachdem es von Schützen
der Mujahedin getroffen worden war.
23. November 1983
Zum fünftenmal seit der sowjetischen Invasion 1979 stimmte die Vollversammlung der Vereinten Nationen mit der bislang größten Mehrheit einer Resolution zu, die "den sofortigen Abzug der ausländischen Truppen aus Afghanistan"
sowie eine politische Lösung der Krise forderte.

Das Abstimmungsergebnis

brachte 116 Stimmen für und 20 Stimmen gegen die Resolution bei 17 Enthaltungen.
Von Pakistan im Namen von 44 weiteren Staaten eingebracht, verwies die Resolution auf "die Initiativen der Organisation der Islamischen Konferenz und die
Anstrengungen der Bewegung der blockfreien Staaten für eine politische Lösung der Situation."

Die Resolution forderte außerdem den Generalsekretär

auf, seine Anstrengungen zur Förderung einer politischen Regelung fortzusetzen.
30. November 1983
Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Javier Perez de Cuellar,
erklärte, daß Diego Cordovez, sein persönlicher Vertreter für die AfghanistanFrage voraussichtlich im April 1984 Konsultationen aufnehmen werde. Dabei
will er nach Islamabad, Kabul und Teheran reisen. In der Sitzungsperiode
1982-83 besuchte Cordovez das Gebiet zweimal und führte dreimal in Genf indirekte Gespräche mit Vertretern Pakistans und des Kabul er Regimes.
6. Dezember 1983
Mehrere tausend sowjetischer Soldaten begannen am 2. Dezember mit einem
Rückzug aus dem Guldara-Tag in der Shomali-Region, nachdem sie sieben Tage
lang gegen einen Verband afghanischer Widerstandskämpfer gekämpft hatten.
Westliche diplomatische Quellen erklärten, die Mujahedin - aus allen wesentlichen Widerstandsgruppen des Gebietes zusammengesetzt - hätten beim Zurück-

- 6 -

�beim Zurückschlagen der Offensive eine ganz außergewöhnlich starke und koordinierte Aktion gezeigt.

Die Verluste der Sowjets seien "schwer", die d

Mujahedin "beträchtlich" gewesen.

Die afghanische Widerstandsbewegung gab

zudem die Gefangennahme von über 20 sowjetischen Soldaten bekannt.

- 7 -

�Uli//cn/chofl
und Technik
United States Information Service
Embassy of the United States of America

4. Januar 1984

US-INDUSTRIE STEIGERT FORSCHUNGSAUSGABEN

- (AD) - Wie Umfragen der amerikanischen Nationalen Forschungsstiftung (NSF)
bei Unternehmen in den Vereinigten Staaten ergaben, ist zu erwarten, daß die
Industrie im Jahr 1984 ca. 48 Milliarden Dollar für Forschung und Entwicklung
("F &amp; E") aufwenden wird.

Das sind 11 Prozent mehr als im abgelaufenen Jahr 1983,

wo insgesamt 44 Milliarden Dollar erreicht worden sein dürften.

Wie ein Mitte

Dezember 1983 veröffentlichter Bericht der NSF vermerkt, sei angesichts der für
1984 zu erwartenden positiven Geschäftsentwicklung in bestimmten Branchen anzunehmen, daß z.B. auf dem Sektor Maschinenbau die Steigerung von Ausgaben für
Forschung und Entwicklung 1983/84 im Durchschnitt 17 Prozent, und bei Computerfirmen 19 Prozent betragen werden; Gesamtaufwendungen 1984: ca. 9,8 Milliarden
Dollar.
Der ständig beschleunigte Fortschritt in der Technologie, die immer größere
Vielfalt bei der Anwendung von Computern in der amerikanischen Industrie und die
wachsende ausländigsche Konkurrenz zwangen die Computerfirmen zur Erhöhung ihres
"F &amp; E"-Etats, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Im Gegensatz dazu dürfte bei Unter-

nehmen mit Produktionsprogrammen außerhalb des Computerbereichs (u.a. landwirtschaftliche Maschinen, Hydraulikausrüstungen, Werkzeugmaschinen) im günstigsten
Fall eine nur geringfügige Steigerung der F&amp;E-Aufwendungen gegenüber 1983 zu
erwarten sein, da infolge der Rezession der Absatz stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Unternehmen für

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�Unternehmen für Elektrotechnik und nachrichtentechnische Systeme beabsichtigen
eine Steigerung ihrer F&amp;E-Mittel um ca. 11 Prozent auf 9,2 Milliarden Dollar.
Im Mittelpunkt stehen dabei Neuentwicklungen auf dem Gebeit der Halbleiter, insbesondere leistungsstarker Halbleiter, und der Fernmeldetechnik.

Die Computer-

und Elektronikindustrie sind, was die Technologie angeht, aufeinander angewiesen.
Dies führte bereits zu Verflechtungen auf zahlreichen Gebieten der Forschung, aber
auch zum Zusammengehen mit Firmen der Zulieferindustrie. Angesichts der Vielfalt
und der in immer rascherem Tempo voranschreitenden Entwicklungen der Spitzentechnologie sehen sich viele Firmen zu enger Zusammenarbeit in Forschung und
Entwicklung mit anderen Unternehmen gezwungen.

Die im abgelaufenen Jahr ge-

gründete "Microelectronics and Computer Technology Corporation" dürfte das bekannteste Beispiel für gemeinsame E&amp;F-Programme sein. Jedoch gibt es eine ganze
Anzahl weiterer Fälle, in denen Computerfirmen, Halbleiterfirmen und solche für
Nachrichtensysteme sich zusammentun, um F&amp;E-Programme aufzubauen und Technologie
auszutauschen.

Nach dem Kommentar eines Unternehmens, das sich an der Umfrage

beteiligte, ist dies "eindeutig eine der bemerkenswertesten Tendenzen zu Beginn
der achtziger Jahre - und sie wird bleiben".
Auch bei der chemischen Industrie, einschließlich der pharmazeutischen
Industrie und bei Herstellern von Drogerieartikeln, ist für 1983/84 eine Steigerung der F&amp;E-Aufwendungen um ca. 11 Prozent auf insgesamt 7,2 Milliarden Dollar
anzunehmen, wobei auf dem Sektor Drogerieartikel mindestens 16 Prozent mehr
F&amp;E-Mittel verfügbar gemacht werden dürften. In Stellungnahmen der pharmazeutischen Industrie hieß es, daß man auf Grund von Entdeckungen in Verbindung mit
neuen und noch in der Entwicklung befindlichen Technologien Chancen sehe
und
daß das künftige Wachstum ihrer Unternehmen davon abhänge, Forschung und Entwicklung ständig als Schwerpunktprogramm zu behandeln.
Auf anderen Sektoren der chemischen Industrie sind die Aufwendungen für
F&amp;E unterschiedlich: Unternehmen mit Projekten aus dem Gebiet der Gen-Technologie
werden sie steigern, insbesondere im Hinblick auf vielversprechende Durchbrüche
im Bereich landwirtschaftlicher Produkte, Pflanzengenetik und Fermentation.
Dagegen gaben Unternehmen mit herkömmlicher Produktpalette wegen der Absatz- und

- 2 -

�Absatz- und Gewinneinbußen allgemein weniger für Forschung und Entwicklung aus.
Alles in allem ist hier mit einer Steigerung der Aufwendungen von 9 bis 10 Prozent
zu rechnen.
In der Kraftfahrzeugindustrie wurde 1983 ein Prozent mehr für F&amp;E als 1982
ausgegeben; für 1984 dagegen werden fünf Prozent mehr als 1983 (insgesamt ca.
4,5 Milliarden Dollar) erwartet.

Einzelne Firmen unternehmen große Anstrengungen,

um sich gegenüber der in- und ausländischen Konkurrenz zu behaupten.

Durch die

Einführung hochqualifizierter neuer Verfahren wie CAD (computergestützte Konstruktion) und die Straffung ihrer Forschungsprogramme sehen sich die Unternehmen jetzt
eher in der Lage, neue Programme in Angriff zu nehmen.
Die Luftfahrtindustrie wies in ihren Etats von 1983 etwa 13 Prozent mehr
als im Jahr zuvor für Forschung und Entwicklung aus.

Im Jahr 1984 ist eine

Steigerung in der gleichen Größenordnung vorgesehen (Gesamtaufwendungen: ca.
4,3 Milliarden Dollar).

Die Firmen sind vor allem um Modell Verbesserungen bei

Verkehrsflugzeugen, Frachtflugzeugen und Düsentriebwerken sowie Verbesserungen
bei Verbundwerkstoffen bemüht. Jedoch ist der Forschungsaufwand bei den einzelnen
Herstellern sehr unterschiedlich; er zeigt eher den jeweiligen Stand in den
längerfristigen Forschungsprogrammen des Unternehmens.
Beim Instrumentenbau erhöhten sich 1983 F&amp;E-Aufwendungen um 12 Prozent, für
1984 ist eine weitere Steigerung um 15 Prozent (auf insgesamt 4,9 Milliarden
Dollar) vorgesehen.

Dies sind Durchschnittswerte, denn Hersteller medizinischer

und anderer wissenschatlich-technischer Instrumente liegen mit Steigerungsbeträgen von 23 Prozent sowohl für 1983 als auch 1984 mit Abstand an der Spitze.
Auf dem Sektor Fotografie und fotografische Ausrüstungen betragen die Steigerungsraten 9 bzw. 12 Prozent für die beiden Jahre, wobei die rasche Veraltung von
Produkten und die starke internationale Konkurrenz nach wie vor die wichtigsten
Motive für eine Forschungsförderung sind.
Die seit 1981

- 3 -

�Die seit 1981 der US-Industrie gewährten Steuervergünstigungen zur Förderung
von F&amp;E-Projekten, die bis Ende 1985 laufen, bedeuten in zahlreichen Fällen einen
beachtlichen Anreiz, Forschungsetats zu erhöhen. Auch zeigte die NSF-Umfrage,
daß manche Unternehmen dank der Steuererleichterungen bestimmte Forschungsprojekte
überhaupt erst in Angriff nehmen konnten, die wegen Geldmangels in der Rezession
zurückgestellt worden waren.

- 4 -

�4. Januar 1984

1

SUPERPLASTISCHE VERFORMUNG MIT INFRAROTLICHT

- (AD) - Infrarot!icht von Quarzlampen benutzen Ingenieure in einem kalifornischen Werk der Fa. McDonnell Douglas für komplizierte Formgebungen von Flugzeugteilen aus Titan.

Für die sog. superplastische Verformung waren bisher hoher

Druck und Preßtemperaturen von mehr als 900 Grad Celsius erforderlich.

Dazu

kam für die Prtsse eine Vorwärmzeit von ca. 24 Stunden - hoher Energieverbrauch
war die Regel.

Beim Verformungsprozeß mit der Wärmestrahlung aus Quarzlampen

dagegen werden nur das zu verformende Metall und das Werkzeug zur unmittelbaren
Bearbeitung erhitzt, während alle übrigen Teile der Ausrüstung Raumtemperatur
behalten.

Das neue Verfahren spart nicht nur Energie, sondern auch sehr viel

Zeit.

+ + + + +

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�</text>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Erklärung Reagans zum vierten Jahrestag der sowjetischen Invasion Afghanistan&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Shultz: Jahrelange Bemühungen der USA um Tendenzwende bei der UNESCO&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Schreiben des US-Außenministers an den Generalsekretär der UNESCO -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;KVAE soll Risiko eines Überraschungsangriffes vermindern&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Glaubwürdigkeit ist die Grundlage amerikanischer Auslandssendungen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Auszüge aus einer Ansprache des Direktors von RFE und RL -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Chronologie der Ereignisse in Afghanistan&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- 2. Halbjahr 1983 -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;US-Industrie steigert Forschungsausgaben&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Superplastische Verformung mit Infrarotlicht</text>
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