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                  <text>Information
und
Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

21. Dezember 1983

51
INHALT

DOKUMENTATION
Reagan:

USA suchen keine Konfrontation im Nahen Osten

- Auszüge aus der Pressekonferenz vom 14. Dezember 1983
Amerikas Streben nach Frieden
- Ansprache des US-Gesandten Hans N. Tuch in Hamburg -

HINTERGRUNDMATERIAL
Die amerikanischen Friedensanstrengungen im Nahen Osten 1967-1983
- Chronologie -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Zehn Raumtransporter-Flüge im Jahr 1984 geplant
Amerika und seine Nobelpreisträger
- Das besondere Forschungsklima für eine internationale Elite

Um Übcr/cn Jung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�51

21. Dezember 1983

REAGAN: USA SUCHEN KEINE KONFRONTATION IM NAHEN OSTEN
Auszüge aus der Pressekonferenz vom 14. Dezember 1983

WASHINGTON - (AD) - Präsident Ronald Reagan hat am 14. Dezember 1983
betont, daß die amerikanischen Truppen im Libanon das Feuer erwidern werden,
wenn sie angegriffen würden. Gleichzeitig stellte der amerikanische Präsident auf einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz jedoch klar, daß
Washington keine Konfrontation in diesem Raum wolle.
Die wichtigsten Fragen und Antworten der Pressekonferenz haben folgenden Wortlaut:
FRAGE: Herr Präsident, Ihr Verteidigungsminister hat erklärt, daß
Syrien den Angriff auf die Soldaten des amerikanischen Marinekorps im Oktober
gefördert und dirigiert habe. Und viele Regierungsvertreter sprechen privat
davon, daß der Iran hinter den Angriffen in Kuwait und im Libanon stand. Meine
Frage ist: Werden wir Vergeltung üben gegen die Regierung Syriens und des
Iran?
ANTWORT:

Nein.

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D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�*

ANTWORT:

Nein.

Unsere Politik ist, daß wir nicht dort sind, um als

erster zu schießen oder in Kampfhandlungen einzutreten.

Aber ich werde un-

sere Soldaten niemals irgendwo hinschicken, wo es ihnen nicht erlaubt wäre,
sich zu verteidigen.
Und es ist auch unsere Politik gewesen, daß sie sich im Falle eines
Angriffes verteidigen.

Wir haben diese Fälle ja erlebt, und wir haben so eng

wie nur möglich gegen diejenigen zurückgeschlagen, von denen der Angriff wirklich ausging.

Wir wollen keinen Konflikt mit Syrien, und ganz gewiß sind

wir nicht dort, um in einen Krieg einzutreten.

Wir sind weiterhin um Kommu-

nikations- und Verhandlungsmöglichkeiten bemüht, um sie wissen zu lassen,
daß es keinerlei Probleme zwischen uns geben wird, wenn sie die Schießereien
auf uns einstellen.
FRAGE:

Aber wenn die iranische Regierung, der Ayatollah, hinter einigen

dieser Sachen steht, wie wollen wir dann den Iran davon überzeugen, dies einzustellen?
ANTWORT:

Man kann natürlich nicht vor Gericht gehen und sagen, daß Khomeni

dies angeordnet habe.

Wir wissen allerdings, daß eine Gruppe, die für diese

Angriffe die Verantwortung übernommen hat und dies auch im Hinblick auf zahlreiche andere Angriffe behauptet, ziemlich umfangreich zu sein scheint und
definitiv Verbindung zum Iran hat.

Ob da nun eine Verbindung zur Regierung

besteht oder ob es sich nur um Iraner handelt - nun, sie sagen Dinge, die
darauf hinweisen, daß sie an einer Art heiligem Krieg interessiert sind.

Sie

stellen eine Sekte in der islamischen Welt dar.
FRAGE:

Sie haben in Ihrer Rundfunkansprache vom vergangenen Samstag

gesagt, daß die Marinesoldaten im Libanon bleiben würden, bis das Land über
eine innere Stabilität verfügt.

Ist das nicht eine Verpflichtung ohne Ende,

bedeutet das nicht, daß dort immer mehr Soldaten sterben und daß Amerika
über viele Jahre hinweg dort involviert bleibt?
ANTWORT:

Nein.

�ANTWORT:

Nein.

Ich meine, wir machen dort größere Fortschritte, als

dies nach außen hin aussieht.

Das ursprüngliche Ziel war der Abzug der frem-

den Truppen und dann die Wiedereinsetzung der libanesischen Regierung, der
wir dann helfen - wie dies ja schon der Fall ist -, eine Streitmacht aufzustellen und auszubilden, die die Kontrolle über das eigene Territorium ausüben
kann...

Dieses Ziel besteht weiterhin, und wir sind bemüht, es zu verwirk-

lichen.
Es hat Fortschritte in Genf gegeben, wo die einzelnen opponierenden
Gruppen des Landes die Regierung Gemayel anerkannten und Einigung in bezug
auf diese Regierung erzielten.

Was nun die multilaterale Friedenstruppe an-

geht, so gibt es zwei Wege, um ihren Abzug zu erreichen.
wir unser Ziel verwirklichen können.

Der eine wäre, wenn

Der zweite wäre natürlich ein solcher

Zusammenbruch der Ordnung, daß man mit absoluter Sicherheit eine Lösung des
Problems ausschließen könnte.

Dann gäbe es keinen Grund mehr, daß diese

Truppe dort noch verbleibt.
FRAGE:

Wollen Sie damit sagen, Herr Präsident, daß Sie einen Abzug

der Marinesoldaten in Erwägung ziehen würden, wenn es so aussieht, als ob
die Regierung Gemayel ihre Autorität nicht über Beirut hinweg ausdehnen und
keine wie auch immer geartete Lösung anbieten könne?
ANTWORT:

Das ist eine hypothetische Frage.

Ich sage lediglich:

Wenn

es dort einen völligen Zusammenbruch gäbe und keine Möglichkeit für die Wiederherstellung der Ordnung bestünde, dann hätte die multinationale Friedenstruppe keinen Sinn mehr.

Ich möchte Sie jedoch darauf hinweisen, daß nicht

nur wir, sondern auch alle anderen in dieser Friedenstruppe vertretenen Länder
erst kürzlich ihre Überzeugung bekräftigt haben, daß unser Auftrag dort sinnvoll ist und daß wir alle dort bleiben werden.
FRAGE: Herr Präsident, gibt es nicht für Sie einen wachsenden politischen Druck, unsere Soldaten dort recht bald abzuziehen, und haben wir
nicht unsere Rolle als Friedensstifter verloren; sind wir nicht in die Rolle

- 3 -

�.

die Rolle der eskalierenden Gewalt geraten?

Meine Frage bezieht sich auf

Berichte, wonach Sie die Truppen vor dem Beginn der Nationalkonvente (der
Republikaner und der Demokraten) im kommenden Sommer abziehen werden?
ANTWORT:

Ich habe diese Berichte auch gesehen - keine Quellenangabe.

Aber jetzt haben Sie eine Quelle, und ich sage Ihnen eines:

Keine Entschei-

dung, die ich in dieser Hinsicht treffen werde, hängt mit der Wahl zusammen
oder mit den Konventen oder einer parteipolitischen Frage.

Ich habe im Ka-

binett immer wieder betont, daß ich von irgendwelchen parteipolitischen Verästelungen in so wichtigen Fragen nichts hören möchte.

Und was nun diese

Frage anbetrifft, so möchte ich sagen, daß es keine schwierigere Aufgabe
gibt, als unsere Soldaten an Orten einzusetzen, wo sie gefährdet sein könnten.

Und was wir in diesem Zusammenhang tun, stützt sich ganz gewiß nicht

auf parteipolitische Erwägungen.
FRAGE: Herr Präsident, eine Frage zur Rüstungskontrolle. Werden Sie
irgendetwas tun, irgendeine positive Maßnahme ergreifen, um die Sowjets an
den Verhandlungstisch zurückzubringen?
ANTWORT: Ja, wir versuchen, mit ihnen in Verbindung zu bleiben. Und
ich muß annehmen, daß sie zurückkommen werden, weil dies zu ihrem Vorteil
ist. Durch ihre Rückkehr an den Verhandlungstisch können sie doch nur gewinnen. Wir sind also weiterhin zu einer Rüstungsverminderung entschlossen,
insbesondere bei den Kernwaffen. Und ich bin büerzeugt, daß wir bei konsequenter Verfolgung dieses Weges zu der Erkenntnis kommen werden, daß diese
Waffen weltweit ein für allemal geächtet werden sollten.
FRAGE:
ANTOWRT:

Wird es 1984 vielleicht zu einem Gipfeltreffen kommen?
Wollen Sie damit fragen, ob ich 1984 sehr beschäftigt sein

werde oder nicht?
nach dem Zeitpunkt.

Wenn die Zeit als solche reif ist, dann fragt man nicht
Wenn es die Chance und die Hinweise gibt, daß wir etwas

erreichen können, daß es eine Tagesordnung gibt, mit der für beide Seiten

- 4 -

�beide Seiten etwas herauskommt, dann haben Sie eine Gipfelkonferenz.

Aber

man setzt ein solches Treffen nicht an, nur um dann sagen zu können, wir
hatten eine Gipfelkonferenz, weil dann zu viele Leute enttäuscht wären.

r

- 5 -

�Dokumentation

I

United States Information Service
Embassy of the United States of America

51

21. Dezember 1983

AMERIKAS STREBEN NACH FRIEDEN
Ansprache des US-Gesandten Hans N. Tuch in Hamburg •

HAMBURG - (AD) - Der Gesandte an der amerikanischen Botschaft in Bonn,
Hans N. Tuch, Botschaftsrat für öffentliche Angelegenheiten, hat am 12. Dezember 1983 die Bemühungen der Vereinigten Staaten um den Frieden unterstrichen
und betont, daß der Frieden in Europa und Amerika kein Zufallsprodukt der Geographie, einer bestimmten Nationalität oder irgendeines sonstigen zufälligen
Faktors sei. Er sei vielmehr das Ergebnis einer bewußten, gezielten und erfolgreichen Politik der Länder des Atlantischen Bündnisses, sagte der Gesandte
in einer Ansprache im Haus Rissen.
Die Ansprache hat folgenden Wortlaut:
Wenn wir die heutige Welt betrachten, dann scheint der Frieden ein ferner Traum zu sein.

Im Nahen Osten liegt der Libanon in den Wehen eines schreck-

lichen Bürgerkrieges, und der Iran und der Irak liegen seit Jahren in einem
tödlichen Kampf.

In Afrika überzieht der fanatische Oberst Gadhafi alles mit

Terror und Subversion.
ungelöst.

Der Namibia- und der Angola-Konflikt sind noch immer

Die Hunderttausende von hungernden Flüchtlingen in Somalia spüren

Postfach 20 03 00 Tel.:0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Somalia spüren vom Frieden nichts.
zung Afghanistans an.
ohne Frieden.

In Asien dauert die Invasion und Beset-

In Kampuchea leben die Menschen seit über 15 Jahren

In Mittelamerika werden Länder wie El Salvador und Nicaragua

von Leidenschaft und Terror vpn links und rechts heimgesucht.

Europa und

Nordamerika sind praktisch die einzigen Gebiete der Welt, wo es so etwas wie
Frieden gibt.

In der Tat:

In einer Welt, in der Aufruhr an der Tagesordnung

ist, erfreuen wir uns seit über 35 Jahren eines stabilen Friedens.
Frieden ist keine Politik,

sondern das Ziel der Politik.

Der Frie-

den in Europa und Amerika ist kein Zufallsprodukt der Geographie, einer bestimmten Nationalität oder irgendeines sonstigen zufälligen Faktors.

Er ist

das Ergebnis einer bewußten, gezielten und, ich möchte sagen, erfolgreichen
Politik der Länder des Atlantischen Bündnisses.

Wir haben nicht nur den

Frieden bewahrt, sondern es ist uns auch gelungen, unsere demokratischen
Systeme und unsere persönlichen Freiheiten zu erhalten.

Das ist eine der

großen Leistungen unserer Zeit.
Keine Nation kann diesen Erfolg für sich allein beanspruchen. Während
der letzten drei Jahrzehnte haben alle Mitglieder des Bündnisses ihren Beitrag geleistet. In letzter Zeit hört man jedoch immer mehr Stimmen, die behaupten, die Vereinigten Staaten hätten einen Kurs der Konfrontation eingeschlagen, der die Erhaltung des Friedens gefährde. Man spricht von einer
expansionistischen Politik Amerikas, von einer verantwortungslosen Politik,
sowie davon, daß wir uns in unseren nationalen Ambitionen und Praktiken als
Supermacht nicht sehr von der Sowjetunion unterscheiden.
Als Vertreter meines Landes in der Bundesrepublik Deutschland und als
jemand, der sich fast 35 Jahre lang mit dem deutsch-amerikanischen Verhältnis befaßt hat, halte ich es für meine Pflicht, dazu beizutragen, daß man
hier die amerikanische Außenpolitik kennen- und verstehen lernt, vor allem
in der jüngeren Generation der Deutschen, die die neue Führungsschicht in
Ihrer Gesellschaft bilden, und dadurch klarzustellen, für wie wichtig wir
unsere Partnerschaft für die Erhaltung von Frieden und Freiheit in unseren

- 2 -

�in unseren beiden Ländern betrachten.

Ich möchte daher heute abend über

das Streben Amerikas nach Frieden sprechen.
Ich bin mir zweier Faktoren bewußt, die meine Aufgabe erschweren:
Der erste ist, daß ich gelernt habe, daß es fast unmöglich ist, persönliche
Erfahrungen von einer Generation an die andere weiterzugeben.

Meine Genera-

tion fand es ebenso schwierig, Ereignisse und Entwicklungen zu begreifen, die
wir

nicht wie unsere Eltern persönlich erlebt hatten.

In ähnlicher Weise

fällt es der heutigen Generation junger Amerikaner und Deutscher schwer, Ereignisse wie den Zweiten Weltkrieg, den Wiederaufbau Deutschlands, die
Berliner Luftbrücke 1948 und 1949, den Aufstand in Ostdeutschland 1953 oder
den Beitritt der Bundesrepublik Deutschland zur NATO - um nur einige wenige
Beispiele zu nennen - so zu "verspüren", wie meine Zeitgenossen und ich dies
taten, die das persönlich

erlebt und erfahren haben.

Wir müssen das als

gegebene Tatsache akzeptieren und dürfen nicht unsere Enttäuschung über die
jungen Menschen wegen derer Interesselosigkeit und Unerfahrenheit in den
Fragen, mit denen sie sich in ihrer Zeit nicht auseinandersetzen mußten,
die Oberhand gewinnen lassen.
Jede Generation muß sich jedoch den Fragen und Problemen ihrer Zeit
stellen, muß versuchen, mit ihnen fertig zu werden, und sie nach ihren besten
Fähigkeiten lösen, wenn sie ihren Hoffnungen und Idealen gerecht werden will.
Ich bin überzeugt, daß die jungen Menschen der heutigen Generation das tun
wollen.

Ich bin gleichermaßen überzeugt, daß sie ihre eigenen Fragen und

Probleme leichter lösen könnten, wenn sie zurückblickten und sich mit dem
vertraut machten, was vor ihnen geschehen ist; wenn sie Ursachen und Wirkungen vergangener Ereignisse analysieren, die sie heute noch berühren - nicht,
daß sie Lösungen von gestern übernehmen sollten, sondern sie sollten aus
ihnen lernen.

Ich lehne die Theorie ab, daß man aus der Geschichte nichts

lernen könne - eine Theorie, die auch von einigen jungen amerikanischen Aktivisten Ende der sechziger Jahre eine kurze Zeit lang vehement vertreten
wurde.

Die Geschichte wiederholt sich zwar nicht, aber wir können aus ihr

lernen, und wir tun uns einen schlechten Gefallen, wenn wir uns den Lehren

- 3 -

�den Lehren verschließen, die sie uns vermitteln kann.
Ich habe, ganz offen gesagt, den Eindruck, daß viele intelligente
junge Menschen nicht ausreichend bedacht haben, was die Geschichte uns
lehren kann; und sie haben nicht genügend geistige Anstrengung darauf verwandt, Lehren aus der Geschichte zu ziehen.
Die zweite Schwierigkeit, die meine Aufgabe erschwert, ist die, daß
viele junge Menschen, mit denen ich gesprochen habe, entweder wenig über
die Vergangenheit Amerikas wissen oder ein verzerrtes Bild von den Zielen
und der Politik Amerikas haben, weil sie die amerikanische Geschichte
nicht richtig kennen.
Wenn wir also die Vereinigten Staaten für die Europäer von heute verständlich machen wollen, dann ist es meiner Meinung nach nützlich, einmal
zu untersuchen, was uns zu dem gemacht hat, was wir heute sind.
Die Geschichte Amerikas ist relativ kurz. Es ist weniger als 190
Jahre her, daß der erste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika,
George Washington, nach Ablauf seiner Amtszeit im Jahre 1796 die neue Nation vor "verstrickenden Bündnissen" warnte - mit anderen Worten, wir sollten uns aus Europa heraushalten und uns auf die Entwicklung unseres eigenen gewaltigen Territoriums konzentrieren. Und - auch das sollte man
nicht vergessen - es gab 1923 die sogenannte Monroe-Doktrin, die Europa
warnen sollte, sich aus Amerika herauszuhalten. Fast das ganze 19. Jahrhundert überwog diese Isolation von Europa und Asien, und die amerikanische
Außenpolitik bestand im wesentlichen darin, keine Außenpolitik zu haben.
Das war auch - und das sollte man ebenso wenig vergessen - die Periode der
europäischen Expansion und des Kolonialismus in Afrika, Mittel- und Südostasien und die Zeit, als Armenien, Georgien, Aserbeidschan, Kasachstan,
Kirgisien, Turkestan und Usbekistan dem russischen Reich einverleibt wurden.
Der relative

�Der relative Mangel an einem Interesse Amerikas an den Geschicken
anderer Länder erklärt auch die Tatsache, daß die meisten amerikanischen
Präsidenten im 19. Jahrhundert - nach John Adams, Thomas Jefferson und
John Quincy Adams - wenig Erfahrungen in der Außenpolitik und Diplomatie besaßen.

Das war auch keine erforderliche Qualifikation für amerikanische

Präsidenten, die sich hauptsächlich Anliegen im Innern zuwandten, also der
Ausdehnung und Entwicklung der Vereinigten Staaten innerhalb ihrer eigenen
Grenzen.

Und das mag auch erklären, warum selbst in diesem Jahrhundert

viele der Männer, die zum Präsidenten gewählt wurden, vor ihrem Amtsantritt
wenig Erfahrung in der Außenpolitik hatten.
Unsere Tradition des Isolationismus wurde erstens bei Anbruch des
Ersten Weltkrieges unterbrochen - und dann nur kurz.

Woodrow Wilson, Ame-

rikas erster Präsident mit einer echten internationalen Perspektive - wie
man heute sagen würde - sah seinen Traum zerstört - den Traum einer internationalen Organisation, die Streitfälle beilegen und in der Zukunft solche
Ausbrüche der Gewalt verhindern würde, wie sie Europa fast vernichtet hatten.

Amerika war noch immer nicht bereit, seine isolationistische Tradition

aufzugeben.

Es gibt viele Menschen in meinem Lande, die heute noch diese

isolationistische Haltung in den zwanziger und in den dreißiger Jahren zumindest zum Teil für die Blindheit der westlichen Demokratien gegenüber dem
raschen und erfolgreichen Aufstieg der nationalsozialistischen Diktatur
Hitlers verantwortlich machen.
Aus dem Zweiten Weltkrieg gingen die Vereinigten Staaten als mächtigste Nation hervor.

Sie verfügten über ein gewaltiges militärisches Po-

tential; ihre Industrie war vom Krieg unbeschadet, und sie allein besaßen
die Atombombe.

Wenn die Vereinigten Staaten expansionistische Ambitionen

gehabt hätten, wenn sie nach der Weltherrschaft gestrebt hätten, dann hätte

sie niemand aufhalten können. Es ist wichtig, daß die heutige Generation

junger Europäer sich über diese Tatsache im klaren ist. Wir dachten weder
an Weltherrschaft noch wollten wir unsere Ideologie irgend jemandem aufzwingen.

Das gehörte damals nicht zum amerikanischen Wesen, noch gehört

es heute dazu.
Wenn wir

�Wenn wir solche Ambitionen gehabt hätten, dann hätten die Vereinigten
Staaten nicht ihre Streitkräfte bis 1948 auf ein Zehntel der Stärke von 1945
reduziert.

Und ebenso wenig hätten wir angeboten, unser Atommonopol aufzu-

geben und es einer strikten internationalen Kontrolle zu unterstellen, wie
wir das 1946 getan haben.

Ich bitte meine jungen europäischen Freunde, die

die Motive und Handlungen der beiden Supermächte gleichsetzen möchten, über
diese wichtige Tatsache nachzudenken und sie mit der Handlungsweise der Sowjetunion gegenüber den Völkern Litauens, Lettlands, Estlands, Polens, Ungarns,
der Tschechoslowakei, Rumäniens und ihren 17 Millionen Mitbürgern in der DDR
zu vergleichen.

Und ich bitte Sie um Verständnis dafür, daß viele Amerikaner

über die Stimmen aus Europa beunruhigt sind, die die Vereinigten Staaten der
Rücksichtslosigkeit und des Imperialismus beschuldigen und die Motive eines
Landes schmälern, das zweimal gekommen ist, um die Freiheit in Europa wiederherzustellen und heute in der Verpflichtung hier steht, diese Freiheit bewahren zu helfen.
Die Einsicht der amerikanischen Öffentlichkeit, daß die Vereinigten
Staaten eine große Verantwortung für eine neue Weltordnung übernehmen mußten - wie sie mit der Gründung der Vereinten Nationen ins Auge gefaßt wurde und daß sie den Mantel einer großen Weltmacht auf ihre Schultern nehmen mußten kam nicht über Nacht. Noch hat sich Amerika in diesem Mantel gefallen das gilt bis zum heutigen Tage. Wir haben viele Fehler gemacht und machen
heute noch welche, denn der Status einer Supermacht ist für viele meiner Mitbürger noch lange keine Selbstverständlichkeit. Lassen Sie mich nur ein Beispiel zitieren von dem, was ich hier meine. Wir Amerikaner müssen in vielen
Sachen die Haltung der Europäer besser begreifen. Es ist mir klar, daß wir
die anhaltenden Auswirkungen des zerstörerischen Zweiten Weltkrieges auf die
Haltung der jungen Europäer, und insbesondere junger Deutscher, manchmal
nicht richtig zu würdigen wissen. Eine Generation von Deutschen, der beigebracht wurde, der deutsche Militarismus und die deutsche Aggression hätten
Ihrem Lande Zerstörung, Schande und die anhaltende Teilung beigebracht, reagiert auf eine Nachrüstung mit verständlicher Bestürzung. Wir Amerikaner
müssen in solchen Fragen Einführungsvermögen und Nachsicht an den Tag legen.

- 6 -

�gen, die darin ^ ^ VerStandnis für die Ir°m'e der Geschichte aufbrinfordern, ihre m i m s ' ^ "^ DeUtSChe ' insbesondere junge Deutsche, aufAnStrengun en
sehen, daß es dln\*rThm
9
zu verstärken. Wir müssen eind
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^ ™ L1cht ihrer Geschichte nicht leicht fällt,
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staatsmännisches Können und sein gesunder Menschenstan gaben ihm die Klugheit und die Stärke, die Vereinigten Staaten in
Mittelpunkt der weltpolitischen Bühne zu rücken und eine wesentliche
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fÜr die westlichen
Demokrat!erz
u
^ der
' ^Unterstützung
^ Fre1he1t und
en zu spielen.
Er schuf^ mit
Zusammenarbeit
einiger kluger und entschlossener Männer und Frauen im amerikanischen Kongre
eine neue überparteiliche Außenpolitik für die Vereinigten Staaten, die der
neuen Position Amerikas als Weltmacht entsprach. Diese Außenpolitik besteht
aus fünf Hauptelementen:

Erhaltung des Friedens in der Welt,
Stärkung der Freiheit der Völker und der persönlichen Menschenrechte,
- Verhütung der

�- Verhütung der Kriegsdrohung durch nukleare Rüstungskontrolle und
Abrüstung,
- Widerstand gegen sowjetische Aggression und Expansion mittels Gewalt
oder Subversion,
- Unterstützung der wirtschaftlichen Entwicklung jener, die sie brauchen
und wollen.
Ich darf wohl behaupten, daß diese fünf Konzepte unsere kontinuierliche Politik seit 35 Jahren sind.

Sie waren Richtschnur jeder Administra-

tion und standen im Mittelpunkt des amerikanischen Engagements in diesem
Zeitraum - sei es in Berlin, Korea, Santo Domingo, El Salvador, Grenada, im
Libanon, ja sogar, meine Damen und Herren, in Vietnam, wo wie ein Trauma wegen unseres eigenen Versagens davontrugen.
Natürlich hat sich die Welt in diesen 35 Jahren geändert, auch wir
haben uns geändert.

Die Drohung der Kernwaffen ist mit den Forschritten in

der Technologie gewachsen.

Die relative wirtschaftliche und militärische

Stärke der Staaten dieser Welt sowie unsere Fähigkeit zur Beeinflussung der
Entwicklungen in anderen Teilen der Welt haben sich verändert.

Aber was

sich nicht geändert hat, sind die Motive und Ziele der Vereinigten Staaten.
Heute abend würde ich gerne - im geschichtlichen Rahmen der amerikanischen Außenpolitik - kurz auf einen Aspekt dieser Politik näher eingehen:
Unsere Anstrengungen, den Frieden durch die Kontrolle der Atomwaffen und
durch Abrüstung zu bewahren.
Wie ich bereits erwähnte, besaßen die Vereinigten Staaten am Ende des
Zweiten Weltkrieges ein Monopol bei den Kernwaffen. Im Bewußtsein der furchtbaren Bedrohung, die die Atomwaffen für die Stabilität der Welt bedeuten
konnten, boten die Vereinigten Staaten im Jahr 1946 über den sogenannten
Baruch-Plan an, die Gewalt des Atoms unter internationale Kontrolle zu stel- 8 -

�Kontrolle zu stellen.

Die Vereinigten Staaten schlugen die Schaffung einer

Internationalen Atomenergie-Entwicklungsbehörde vor, die die Vollmacht erhalten sollte, ihre Vertreter in Staaten zu entsenden, um dort umfassende Inspektionen hinsichtlich der Verletzung des Vertrages durchzuführen.

Entschei

düngen der Behörden sollten nicht dem Veto im Sicherheitsrat der Vereinten
Nationen unterworfen sein.

Dieser Vorschlag zu einer ersten und umfassenden

Kontrolle der Kernwaffen wurde von der Sowjetunion zurückgewiesen.
Präsident Eisenhower fühlte sich gleichfalls der Kontrolle der Kernwaffen verpflichtet.

Im April 1953 schlug er vor, daß die Staaten Grenzen

hinsichtlich jenes Anteils an der Gesamtproduktion von strategischen Materialien setzen sollten, der für militärische Zwecke vorgesehen war.

Er machte

außerdem den Vorschlag, daß die sich daraus ergebenden Einsparungen einem
Fonds zugute kommen sollten, der für Welthilfe und Wiederaufbau gedacht war.
Schließlich präsentierte er am 8. Dezember 1953 der Vollversammlung
der Vereinten Nationen seinen Plan "Atome für den Frieden", der die Schaffung einer internationalen Atomenergiebehörde forderte, die Beiträge von
solchen Staaten erhalten sollte, die Nuklearmaterial besaßen, die sie dann
zu friedlichen Zwecken verwenden sollte.
Bei einem Zusammentreffen mit den Regierungschefs Frankreichs, Großbritanniens und der UdSSR in Genf im Juli 1955 unterbreitete Präsident
Eisenhower seinen Vorschlag der "Offenen Himmel", der dazu dienen sollte,
die Staaten vor militärischer Aufrüstung und vor Überraschungsangriffen zu
schützen.

Er schlug vor, daß die Sowjetunion und die Vereinigten Staaten

übereinkommen sollten, sofort Kopien ihrer militärischen Anlagen auszutauschen und einander Möglichkeiten zur Luftaufklärung zur Verfügung zu stellen - als Sicherheit für beide Seiten gegen einen Überraschungsangriff.
Diesem Vorschlag fügte er im März 1956 eine Erklärung hinzu, wonach die
Vereinigten Staaten bereit waren, mit anderen Staaten die entsprechenden
Schutzvereinbarungen auszuarbeiten, damit die künftige Produktion von spaltbarem Material - gleich, an welchem Ort der Welt - nicht mehr dazu benützt

- 9 -

�dazu benutzt werden könnte, die Arsenale an Sprengmaterial zu vergrößern.
Präsident Kennedy verfolgte die amerikanischen Bemühungen um die
Rüstungskontrolle weiter.

Im September 1961 legte er den Vereinten Natio-

nen einen neuen amerikanischen Plan für eine allgemeine und vollständige
Abrüstung vor.

Der Präsident forderte erstens die sofortige Unterzeichnung

eines Teststoppvertrages, unabhängig von anderen Abrüstungsverhandlungen;
zweitens die Einstellung der Produktion von Kernwaffen und Verhinderung
ihrer Weitergabe an Nichtnuklearstaaten; drittens die Verhinderung eines
Transfers der Kontrolle von Kernwaffen an Nichtnuklearstaaten; viertens
ein Verbot von Kernwaffen im Weltraum; fünftens die schrittweise Vernichtung der vorhandenen Kernwaffen und die Übergabe des Nuklearanteils zur
friedlichen Verwendung; sechstens Einstellung der Erprobung und der Herstellung von Trägern für strategische Kernwaffen und schrittweise Zerstörung
der vorhandenen; und siebtens die Benennung nationaler Streitkräfte zur Abberufung durch die Vereinten Nationen, um die friedensbewahrenden Pflichten der Vereinten Nationen zu erfüllen und die Funktionsweise der friedenserhaltenden Maschinerie der Weltorganisation zu verbessern.
Meine Damen und Herren, ich könnte mit der Liste dessen, was geschichtliche Tatsachen sind, noch lange fortfahren - eine Liste, die zeigt, wie
Amerika immer wieder für die Kontrolle und die Verringerung der Atomwaffen
eingetreten ist. Und ich kann auch auf eine Reihe bedeutsamer Abkommen mit
der Sowjetunion verweisen: Das begrenzte Teststoppabkommen von 1963; das
amerikanisch-sowjetische Abkommen über einen Heißen Draht des Jahres 1963;
der Nichtweiterverbreitungsvertrag vom Juli 1968, wobei sich die Ratifizierung durch die Vereinigten Staaten wegen der sowjetischen Invasion der
Tschechoslowakei im August 1968 bis zum März 1969 verzögerte; SALT I im
Jahr 1972; das Abkommen über die Abwehr ballistischer Raketen von 1972; und
der "ertrag über die Begrenzung von unterirdischen Atomwaffenversuchen im
Jahr 1974.
Gegen Ende

- 10 -

�Gegen Ende der sechziger und zu Beginn der siebziger Jahre sahen die
Vereinigten Staaten tatsächlich eine Chance zur Begrenzung der immer stärker
zunehmenden Kernwaffenarsenale.

Wir waren der Ansicht, eine neue Ära der

Nachkriegsgeschichte erreicht zu haben - eine Ära, in der die beiden Supermächte doch noch ein Übereinkommen hinsichtlich des Umfangs der Rüstungen
abschließen würden, in der die Atomwaffenversuche eingestellt würden und womöglich sogar mit einer Verringerung des Rüstungsniveaus begonnen würde.
Aber es war gerade in den siebziger Jahren, daß die Sowjetunion sich auf
einen Weg der beschleunigten Aufrüstung bei Kern- wie konventionellen Waffen begab - der massivsten militärischen Aufrüstung, die es je in der Geschichte gab.
Ich möchte hier nicht all die möglichen Motive untersuchen, die als
Gründe für das sowjetische Verhalten genannt worden sind. Lassen Sie mich
nur drei nennen, die meiner Ansicht nach zu den wahrscheinlichsten gehören:
- Erstens, die Geschichte der Expansion des russischen Kaiserreiches
während des 18. und 19. Jahrhunderts, die sich auch nicht unter den
neueren sowjetischen Regierungen beändert hat;
- zweitens, die Dogmen des internationalen Kommunismus, die eine Verbreitung der kommunistischen Ideologie

mit allen Mitteln - ein-

schließlich militärischer Gewalt und Subversion - fordern; und
- drittens, eine Angst - die meiner Meinung nach übertrieben ist und
ans Paranoische grenzt - vor Angriffen und dem daraus resultierenden
Wunsch nach absoluter Sicherheit, der die Sicherheitsbedürfnisse anderer ignoriert und die Form exzessiver Aggressivität annimmt, wo immer sich die Gelegenheit dazu bietet.
Gleich, welche dieser Motive - oder welch andere - für das sowjetische
Handeln man akzeptiert oder verwirft, so gibt es doch Tatsachen, die man in
Erwägung ziehen muß:
Es wird
- 11 -

�Es wird Jahre dauern, bevor wir mit der Dislozierung der MX beginnen,
unserer ersten neuen Interkontinentalrakete seit 16 Jahren; aber seit der
Unterzeichnung des SALT I-Abkommens im Jahr 1972 haben die Sowjets drei neue
Typen von ballistischen Interkontinentalraketen entwickelt und disloziert die SS-17, SS-18 und SS-19 - die alle die Fähigkeit zu einem Erstschlag haben.
Die Indienststellung des ersten amerikanischen TRIDENT-Unterseeboots
im Jahr 1982 markierte das Ende eines Zeitraums von 15 Jahren, innerhalb
dessen die Vereinigten Staaten nicht ein einziges neues Unterseeboot mit
ballistischen Raketen bauten;die UdSSR jedoch hat seit 1972 Unterseeboote
in vier neuen oder verbesserten Klassen hergestellt, die Raketen abfeuern
können.
Seit 1977 haben die Sowjets 369 neue nukleare Mittelstreckenraketen
des Typs SS-20 mit über 1100 Gefechtsköpfen und mehr als 150 moderne Bomber
gebaut, die die Fähigkeit zu einem interkontinentalen Angriff haben. In
demselben Zeitraum ist nicht eine einzige vergleichbare amerikanische Rakete
und auch kein einziger Bomber disloziert worden.
Dies ist natürlich nur die Spitze des Waffeneisbergs, den die Sowjetunion geschaffen hat. Die Beweise - sowohl bei der konventionellen wie bei
der nuklearen Aufrüstung - sind deutlich und werden auch von der UdSSR nicht
abgestritten. Sie stellen eine beständig sich ausweitende sowjetische Militarisierung während eines Zeitraums dar, da die Verteidigungsausgaben einen
immer kleiner werdenden Anteil des Gesamthaushaltes der Vereinigten Staaten
ausmachten - eine Zeit, da sich die Vereinigten Staaten Zurückhaltung bei
der Entwicklung und Dislozierung neuer Waffen auferlegten - in der Hoffnung,
am Verhandlungstisch weitere Erfolge zu erzielen. Tatsächlich wurde das
von den Vereinigten Staaten unterhaltene nukleare Arsenal gegenüber seinem
Umfang im Jahr 1967 um ein Drittel verringert.
Natürlich bin ich mir der Tatsache bewußt, daß die Frage, die sich
jedermann am dringlichsten stellt, jene der Dislozierung neuer amerikanischer

- 12 -

�neuer amerikanischer nuklearer Mittelstreckenraketen in Europa ist, mit der
eben begonnen wurde.

Ich weiß auch, daß alle hier Anwesenden völlig mit den

Gründen für diese Dislozierung vertraut sind, genau wie mit den Umständen,
unter denen sie zustande kam.

Seit 1979, als der Doppelbeschluß vom NATO-

Bündnis einstimmig angenommen wurde, haben wir uns darum bemüht, eine Verhandlungslösung für das bestehende Ungleichgewicht bei diesen Systemen zu
erreichen.

Unsere einzige Absicht war es, dieses Ungleichgewicht zu besei-

tigen, vorzugsweise,

indem alle Raketen dieser Klasse eliminiert werden.

Wir haben den Sowjets - und, wie ich hinzufügen möchte, unseren Kritikern
in Europa - immer wieder gesagt, daß der Weg zur Verhinderung der Dislozierung neuer amerikanischer Mittelstreckenraketen in Europa der ist, daß
die Sowjets einer Beseitigung ihrer Raketen, der SS-20, zustimmen, die auf
europäische Ziele gerichtet sind.

Da dies nicht zu erreichen war, strebten

wir eine Zwischenlösung an, die als Ergebnis den niedrigstmöglichen Umfang
von nuklearen Mittel Streckenwaffen auf beiden Seiten gehabt hätte.
Sowjets lehnten alle diese Vorschläge ab.

Die

Die Haltung der Sowjetunion blieb

im wesentlichen während der ganzen Verhandlungen stets die gleiche:

"Die

Halb-Null-Lösung" - eine große Anzahl - ein Monopol - von SS-20 für die sowjetische Seite; keine vergleichbaren Raketen - Null - für die NATO.
Wir bedauern zutiefst den einseitigen sowjetischen Abbruch der INFVerhandlungen in Genf.

Während des gesamten Verhandlungszeitraums der ver-

gangenen zwei Jahre setzten die Sowjets die Dislozierung der SS-20 fort.
Wir haben den Verhandlungstisch nicht verlassen.

Ihr Verhandlungsabbruch

zu Beginn der NATO-Dislozierung ist völlig ungerechtfertigt.

Unsere Bereit-

schaft, am Verhandlungstisch zu bleiben, steht in Einklang mit der Geschichte
unserer Rüstungskontrollanstrengungen.
Präsident Reagan hat jüngst bei verschiedenen Gelegenheiten gesagt,
daß "ein Atomkrieg niemals gewonnen werden kann und nie geführt werden darf."
Der kürzliche Abschuß eines unbewaffneten koreanischen Zivilflugzeuges mit
seinen 269 Passagieren und die anhaltende Aggression von über 100 000 sowjetischen Soldaten in Afghanistan sind nur zwei Beispiele, die erneut die Dring-

- 13 -

�die Dringlichkeit bestätigen, ausgewogene und verifizierbare Rüstungskontroi 1abkommen mit der Sowjetunion zu erreichen.

Die Sowjets haben sich als die

wirklich "Schießwütigen" dieser Welt erwiesen - als diejenigen, die zu Gewalt und Zwang greifen.

Nach dem Vorfall mit der koreanischen Maschine ver-

sicherte Präsident Reagan der Welt, daß seine Rüstungskontrollinitiativen bei START, INF und in anderen Foren
wortungslosen Verhaltens der Sowjets.
kundig.

weitergehen werden - trotz des verantDie Notwendigkeit hierfür ist offen-

Wir wollen die Gefahr einer nuklearen Konfrontation verhindern, wenn

die Sowjets das nächstemal beschließen, erst zu schießen und dann Fragen zu
stellen.
Präsident Lincoln sagte einmal: "Wir können der Geschichte nicht entrinnen. Wir... werden auch trotz unserer selbst in Erinnerung bleiben. Keinerlei Bedeutsamkeit oder Bedeutungslosigkeit des einzelnen wird diesen oder jenen von uns davon ausnehmen. Die Feuerprobe, durch die wir gehen, wird uns
in Ehre oder Ehrlosigkeit bis zur letzten Generation verfolgen. Wir, sogar
wir hier, haben die Macht und tragen die Verantwortung." Viele, einschließlich jener, die gegen die Kernwaffen demonstrieren, sind Widerhall dieser
Worte, wenn sie sagen, sie wollen nicht die Fehler ihrer Großväter wiederholen, die die drohenden Warnungen vor dem kommenden Unglück ignorierten.
Manche Menschen in unseren beiden Ländern meinen, der Weg zur Wahrung des
Friedens sei der, die drohende Aufrüstung der Sowjetunion zu ignorieren.
Auch wir fürchten die Kernwaffen und ihr schreckliches Potential für die
Menschheit. In dem Film "The Day After" (Der Tag danach) ist es nicht eine
europäische Stadt, sondern meine Heimatstadt Kansas City, die in einem nuklearen Holocaust zerstört wird. Hätten wir die Wahl, so würden wir es vorziehen, weder in Europa noch sonstwo neue Raketen stationieren zu müssen, ja
wir würden vorziehen, daß es überhaupt keine dieser Waffen gäbe. Aber wir
stehen nicht vor dieser Wahl. Unsere Aufgabe besteht darin, einen Weg auf
dem schmalen Grat zu finden, auf dem wir gehen, damit wir auf keiner Seite
in den Abgrund stürzen - weder in den Abgrund der nuklearen Zerstörung, noch
in den Abgrund der Unterdrückung und des Totalitarismus. Wir wollen den
kommenden Generationen weder eine Welt in Furcht vor der nuklearen Zerstörung noch eine Welt ohne Freiheit übergeben.
Die Sicherheitspolitik
- 14 -

�Die Sicherheitspolitik der Vereinigten Staaten ist über fast 40 Jahre
hinweg sowohl unter demokratischen als auch republikanischen Regierungen
konstant geblieben.

Sie stützte sich fest auf zwei Elemente:

Erstens kon-

zentrierten wir uns darauf, eine glaubwürdige Abschreckung aufrechtzuerhalten.

Dies bedeutet, daß unsere Gegner erkennen und begreifen, daß ein An-

griff auf die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten sofortige Vergeltung
nach sich ziehen würde und daß daher ein Erstschlag scheitern müsse. Zweitens haben wir unsere Energien in aufrichtiger Weise darauf verwendet, nukleare Rüstungskontrolle herbeizuführen, die die Stabilität fördern und die Aussichten auf echte Abrüstung verbessern würden.
Diese Politik hat dem amerikanischen Volk schwere Lasten auferlegt.
Wir haben Milliarden für Verteidigung und Abschreckung ausgegeben; wir mußten amerikanische Truppen Tausende von Meilen von ihrer Heimat entfernt unterhalten, und wir mußten - wie Sie - lernen, mit den Gefahren und Bedrohungen
zu leben, die gegen uns gerichtet sind, während wir für die Verteidigung
der Werte einstehen, die wir gemeinsam haben: nämlich, unsere Menschenrechte als Einzelmenschen, unsere Herrschaft des Rechts als demokratische Gesellschaften und unsere Freiheit als Nationen.

Und wenn wir mit jenen

sprechen, die gegen die Strategie der nuklearen Abschreckung demonstrieren
und sich für einseitige Abrüstung einsetzen, dann tun wir gut daran, sie
daran zu erinnern, daß unsere Politik den Frieden und die Freiheit für uns
alle im Atlantischen Bündnis nahezu zwei Generationen lang erfolgreich gewährleistet hat.
Erlauben Sie mir, mit etwas zu schließen, was für mich eine grundsätzliche Frage ist:

nämlich das Problem des Vertrauens.

Die Frage der Kern-

waffen zur Massenvernichtung ist teilweise eine emotionale Frage, eine Frage
der tiefverwurzelten Angst. Viele Menschen haben auch Angst, sich auf die
Vereinigten Staaten zu verlassen.

Wir können das nicht bestreiten.

läßt sich nie ganz rational erklären.

Das müssen wir einsehen.

Angst

Auch Ver-

trauen ist kein rationales Konzept, aber es kann eher rational erklärt und
begründet werden.

Die Grundfrage, die sich Deutsche heute stellen müssen,

- 15 -

�stellen müssen, ist die - wem sie vertrauen wollen. Auf der einen Seite
haben Sie einen Partner, die Vereinigten Staaten und das amerikanische Volk,
zu dem Sie 35 Jahre lang enge und beiderseits vorteilhafte Beziehungen hatten; der Ihnen geholfen hat, nach dem Zweiten Weltkrieg Ihr Land wieder aufzubauen; der die Bevölkerung von Berlin gerettet hat, die sonst zwischen
Verhungern oder Unterwerfung zu wählen gehabt hätte; der rund 250 000 Soldaten auf Ihrem Boden unterhält als Beweis für seine Verpflichtung zur gemeinsamen Verteidigung Europas; der durch dick und dünn Ihr Freund und Verbündeter war. Auf der anderen Seite haben Sie einen Staat, der einen großen
Teil Europas, darunter 17 Millionen Ihrer Landsleute, unterworfen hat; der
die Weltrevolution predigt, aber alle einkerkert, die frei reden oder beten
wollen; ein Staat, der in wehrlose Nachbarländer einmarschiert und Ihr Land
mit einer verheerenden Rüstung bedroht.
Selbstverständlich kann nur das deutsche Volk als freie Einzelmenschen
und kollektiv als Nation darüber entscheiden, wem es vertrauen will, wer
seine Freunde sind. Die Bundesrepublik Deutschland hat ihre Wahl getroffen,
sich uns in einem Bündnis anzuschließen, das in dem Grundziel des Friedens
in Freiheit vereint ist - und wir sind stolz, die Bundesrepublik Deutschland
als gleichen und souveränen Partner zu haben.
Wenn unsere beiden Völker sich jetzt dem Ende des Jahres nähern, in
dem wir der Beziehungen unserer beiden Völker nicht nur seit 35 Jahren,
sondern seit 300 Jahren gedachten, dann sollten wir einen Moment innehalten
und an die historische Bedeutung dieser Beziehung denken. Diese Verbindung seit 300 Jahren kann nicht allein rational erklärt werden. Es geht hier
auch um eine gefühlsmäßige Erfahrung - eine Erfahrung, die uns in Verwandtschaft und Freundschaft fest verbindet. Wollen wir uns darauf besinnen, daß
wir unseren Kindern und Kindeskindern die Erhaltung dieser Beziehung schulden.
Erlauben Sie mir, mit einem Satz aus der Heiligen Schrift zu schließen
"Wo keine Vision ist, wird das Volk untergehen".
Wollen wir
- 16 -

�Wollen wir in gemeinsamer Vision uns u n ^ v ^
schreiben. « , c h derE r h a l t u n g von
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tion und die kommenden Generationen.

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17 -

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Genera

�21. Dezember 1983

51

DIE AMERIKANISCHEN FRIEDENSANSTRENGUNGEN IM NAHEN OSTEN 1967-1983
Chronologie

WASHINGTON - (AD) - Jede amerikanische Regierung seit 1948 hat sich aktiv um einen Frieden zwischen Israel und den arabischen Staaten bemüht. Die
nachfolgende Chronologie zeigt anhand wichtiger Ereignisse, Erklärungen und
Dokumente diese Bemühungen seit dem Krieg vom Juni 1967.
Juni 1967: Präsident Lyndon B. Johnson legt Prinzipien für einen Frieden im Nahen Osten fest:

Nach Abschluß des Sechstagekrieges zwischen Israel

und seinen arabischen Nachbarn (5. bis 11. Juni 1967) hatten israelische Truppen ein doppelt so großes Gebiet besetzt wie das innerhalb der Vorkriegsgrenzen Israels - die gesamte Sinai-Halbinsel bis zum Suezkanal, den Gaza-Streifen,
das Gebiet am Westufer
Höhen.

des Jordan (West Bank), Ostjerusalem und die Golan-

Während des Konflikts hatten sich die Vereinigten Staaten in den Ver-

einten Nationen um einen Waffenstillstand bemüht und legten am 8. Juni im
Sicherheitsrat einen Resolutionsentwurf vor, in dem Gespräche der Beteiligten
durch die Heranziehung eines Drittlandes oder der Vereinten Nationen gefordert wurde, um einen stabilen und dauerhaften Frieden im Nahen Osten herbeizuführen.

In einer Rede am 19. Juni zeigte Johnson die Grundlagen für einen

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�für einen solchen Frieden auf:

Anerkennung der nationalen Existenz, freie

Durchfahrt durch den Suezkanal, Begrenzung des Wettrüstens und Achtung der
politischen Unabhängigkeit und territorialen Integrität.
Juli 1967: Botschafter Arthur Goldberg gibt vor der Vollversammlung der
Vereinten Nationen eine Erklärung zur Jerusalem-Frage ab.
Am 28. Juni 1967 hatte Israel die Schaffung einer vereinten zentralen
Verwaltung für die Stadt Jerusalem bekanntgegeben.

Das amerikanische Außen-

ministerium gab sofort eine Erklärung heraus, in der darauf hingewiesen wurde,
daß einseitige Handlungen nicht den zukünftigen Status der Stadt präjudizieren könnten.

Bei der Abstimmung über Resolutionen, die auf der Sondersit-

zung der Vollversammlung der Vereinten Nationen eingebracht und in denen die
Handlungen Israels verurteilt wurden, enthielten sich die Vereinigten Staaten
wegen Differenzen über Formulierungen der Stimme.

In der Begründung der Stimm-

enthaltung durch Botschafter Goldberg am 14. Juli wurde eine Reihe amtlicher
amerikanischer Stellungnahmen zusammengefaßt.

Die Vereinigten Staaten, so er-

klärte er, seinen nicht der Auffassung, daß das Jerusalem-Problem für sich allein und getrennt von den anderen Elementen einer friedlichen Lösung im Nahen
Osten behandelt werden könne.

Dieser Standpunkt wurde von der Nixon- und der

Carter-Administration bekräftigt.
August-September 1967: Die Konferenz der arabischen Staatschefs in
Khartum (29. August bis 1. September) verabschiedet eine Resolution.

Während

sich die Großmächte weiterhin um eine Resolution des Sicherheitsrates bemühten, die einen Abzug Israels im Rahmen der Anerkennung und des Friedens vorsehen sollte, faßten mehrere arabische Staatschefs in Khartum den Beschluß:
Keinen Frieden mit Israel, keine Anerkennung Israels und keine Verhandlungen
mit Israel.
November 1967: Am 22. November 1967 wird die Sicherheitsresolution
Nr. 242 einstimmig verabschiedet.

Sie ist die Krönung von sechsmonatigen

Verhandlungen unter den Großmächten, Israel und mehreren arabischen Staaten

- 2 -

�arabischen Staaten und ein ausgewogener Kompromiß.

Die Vereinigten Staaten

hatten am 7. November einen Resolutionsentwurf eingebracht, der jedoch nicht
die erforderliche Unterstützung fand; daher unterstützten sie dann den britischen Resolutionsentwurf.

Die Resolution 242 fordert unter anderem den Ab-

zug Israels aus den im jüngsten Konflikt besetzten Gebieten und Einstellung
aller kriegerischen Ansprüche und des Kriegeszustandes sowie die Anerkennung
der Souveränität, der territorialen Integrität und der politischen Unabhängigkeit aller Staaten des Gebietes.

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen

ernannte den schwedischen Diplomaten Gunnar Jarring zum Sonderbeauftragten für
die Erfüllung der Resolution.
Juli 1969:

In der Jerusalem-Frage stimmen die Vereinigten Staaten für

die Sicherheitsratsresolution Nr. 267.
Nach weiteren israelischen Maßnahmen zur Eingliederung Ostjerusalems
stimmten die Vereinigten Staaten für die am 3. Juli einstimmig verabschiedete
Resolution und bekräftigten den nach dem Juni-Krieg von der Johnson-Administration eingenommenen Standpunkt. In der Resolution werden alle Maßnahmen für
eine Änderung des Status der Stadt verurteilt und Israel aufgefordert, alle
getroffenen Maßnahmen aufzuheben.
Dezember 1969: Außenminister Rogers legt einen Friedensplan vor.
Im Frühjahr 1969 traten die Vereinigten Staaten in vierseitige Verhandlungen mit Großbritannien, Frankreich und der Sowjetunion sowie in bilaterale Verhandlungen mit der Sowjetunion ein, um eine vereinbarte Auslegung
der Resolution 242 zu finden, die der Sonderbeauftragte Gunnar Jarring benutzen könnte. Die Rede von Außenminister Rogers vom 9. Dezember 1969 ließ die
amerikanische Haltung in dieser Verhandlung erkennen und bot Formeln für eine
Lösung des ägyptisch-israelischen Teils des Streits.
Rogers erklärte: "Unsere Politik ist es, die Araber zu ermutigen,
einen ständigen Frieden auf der Grundlage bindender Abkommen zu akzeptieren

- 3 -

�zu akzeptieren und die Israelis zum Abzug aus den besetzten Gebieten aufzufordern, wenn die territoriale Integrität im Sinne der Resolution des Sicherheitsrates gewährleistet ist."
August 1970:

Das Waffenstillstands/Stillhalteabkommen:

Die Kämpfe am

Suezkanal nahmen im Frühjahr 1970 wieder rasch zu, als Ägypten sowjetische
Boden-Luft-Raketen installierte und Israel eine Reihe weit in ägyptisches Gebiet hineinreichende Luftangriffe durchführte.

Im Juni ergriffen die Vereinig-

ten Staaten eine Friedensinitiative, die auf einen Waffenstillstand und die
Wiederaufnahme der Jarring-Gespräche abzielte.

Ende Juli nahmen die Vereinig-

ten Arabische Republik, Jordanien und Israel den amerikanischen Vorschlag an;
das WaffenstilIstandsabkommen trat am 7. August 1970 in Kraft.
Februar 1971: Die Jarring-Mission: Die Wiederaufnahme der JarringGespräche verzögerte sich um einige Monate, da sich Israel und Ägypten gegenseitig Verletzungen des Waffenstillstands/Stillhalteabkommens vorwarfen.
Schließlich konnte Jarring im Januar 1971 seine Mission wieder aufnehmen,
und am 8. Februar übermittelte er der israelischen und der ägyptischen Regierung gleichlautende Aide-Memoires, in denen parallele und gleichzeitige
Verpflichtungen bezüglich des Friedens, des Abzuges und anderer Fragen verlangt wurden, um den toten Punkt zwischen beiden Seiten zu überwinden. Die
Antwort Ägyptens vom 15. Februar ließ zum erstenmal eine Bereitschaft erkennen, unter bestimmten Bedingungen ein Friedensabkommen mit Israel abzuschließen. Am 26. Februar teilte Israel mit, daß es die meisten Bestimmungen des
Jarring-Memorandums akzeptiere, bedang sich jedoch aus, sich auf sichere,
anerkannte und vereinbarte in einem Friedensvertrag festzulegende Grenzen
zurückzuziehen und nicht auf die Grenzen von vor dem 5. Juni 1967. Nach diesen Mitteilungen kam Jarring weiter mit den Parteien zusammen, konnte aber
die Verhandlungen nicht voranbringen.
Februar 1971: Amerikanische Friedensbemühungen:

Präsident Nixon be-

kräftigte in einem außenpolitischen Bericht an den Kongreß die amerikanischen
Grundsätze für einen Frieden im Nahen Osten und faßte die Friedensbemühungen
der Vereinigten Staaten und der Vereinten Nationen zusammen.
- 4 -

"Die Suche nach

�"Die Suche nach Frieden - vor allem eine arabisch-israelische Regelung - und
das Streben nach einem stabilen amerikanisch-sowjetischen Verhältnis, das zur
Erhaltung der Unabhängigkeit und Integrität

jeder Nation

in diesem Gebiet

beiträgt, werden unsere oberste Priorität bleiben".
Oktober 1973: Der Oktober-Krieg und die Sicherheitsresolution 338:
Am 6. Oktober 1973 führte Ägypten einen Überraschungsangriff über den
Suezkanal hinweg gegen israelische Streitkräfte an der Bar Lev-Linie. Gleichzeitig griff Syrien israelische Stellungen auf den Golan-Höhen an.

Während

der Kämpfe bemühten sich die Vereinigten Staaten in den Vereinten Nationen um
einen Waffenstillstand und flogen militärische Nachschubgüter nach Israel,
nachdem die Sowjetunion begonnen hatte, solchen Nachschub nach Syrien und
Ägypten einzufliegen. Außenminister Henry Kissinger besuchte am 20. Oktober
Moskau, und am folgenden Tag brachten die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion gemeinsam im Sicherheitsrat einen Resolutionsentwurf ein, in dem ein
Waffenstillstand und die Verwirklichung der Resolution 242 gefordert wurde.
Am 22. Oktober wurde der Entwurf als Resolution 338 angenommen.
November 1973: Ägyptisch-israelisches Waffenstillstandsabkommen:
Trotz der Annahme der Sicherheitsresolution 338 gingen die Kämpfe an
der ägyptisch-israelischen Front weiter. Außenminister Kissinger arbeitete
auf seinen Reisen nach Kairo und Jerusalem am 7. und 8. November die Einzelheiten eines Waffenstillstandes aus. Das in dem Schreiben Kissingers an den
Generalsekretär der Vereinten Nationen enthaltene Abkommen

wurde am 11. No-

vember von Vertretern Israels und Ägyptens am Kilometer 101 der Straße entlang des Suezkanals unterzeichnet.
Dezember 1973: Die Genfer Friedenskonferenz:
Am 21. November 1973 schlug Außenminister Kissinger eine Friedenskonferenz für den folgenden Monat vor, an der die Vereinigten Staaten, die Sowjet-

- 5 -

�die Sowjetunion sowie Vertreter der kriegführenden Parteien und der Generalsekretär der Vereinten Nationen teilnehmen sollten.

Die Konferenz sollte

die Differenzen zwischen den Parteien einengen, um eine Verwirklichung der
Resolution 242 zu ermöglichen.
in Genf.

Die Konferenz begann am 21. Dezember 1973

Vertreten waren die Vereinigten Staaten, die Sowjetunion, Israel,

Ägypten, Jordanien und die Vereinten Nationen; Syrien weigerte sich teilzunehmen.

Man einigte sich auf Gespräche über ein Auseinanderrücken der is-

raelischen und ägyptischen Truppen am Suezkanal.
Januar 1974: Das erste ägyptisch-israelische Entflechtungsabkommen:
Zwischen dem 11. und 17. Januar 1974, reiste Außenminister Kissinger
zwischen Assuan und Jerusalem hin und her und erreichte ein ägyptisch-israelisches Abkommen über ein Auseinanderrücken der Streitkräfte.

Zwischen

die Truppen sollte eine Friedensstreitmacht der Vereinten Nationen rücken.
Die Vereinigten Staaten übernahmen die Rolle des Nahost-Friedensvermittlers.
Mai 1974: Das israelisch-syrische Entflechtungsabkommen:
Zwischen dem 28. April und 30. Mai 1974 reiste Außenminister Kissinger
zwischen Damaskus und Tel Aviv hin und her und erreichte ein israelischsyrisches Abkommen über ein Auseinanderrücken ihrer Streitkräfte auf den Golan
Höhen. Am 31. Mai 1974 unterzeichneten Vertreter Israels und Syriens das formelle Abkommen, in dem die Sicherheitsresolution 338 als Grundlage für einen
Frieden anerkannt wurde. Dies wurde als erste indirekte syrische Anerkennung
der Resolution 242 angesehen. Die Zerstörung der Stadt Kuneitra durch die
Israelis vor dem Abzug verschärfte jedoch das ohnehin gespannte Verhältnis
zwischen beiden Staaten.
Oktober 1974: Die Gipfelkonferenz der Arabischen Liga unterstützt die
PLO (Kommunique vom 29. Oktober):
Das Interesse

�Das Interesse daran, ein Abkommen über ein Auseinanderrücken entlang
der israelisch-jordanischen Front zu erzielen, führte dazu, daß sich die Aufmerksamkeit auf die Frage einer palästinensischen Repräsentation bei möglichen
Verhandlungen konzentrierte.

In Rabat erklärten die arabischen Führer, daß

die Palästinensische Befreiungsorganisation "der einzige legitime Vertreter
des palästinensischen Volkes" sei. Einige Wochen später bekräftigte Außenminister Kissinger erneut die amerikanische Position hinsichtlich der PLO.
Der Außenminister erklärte:

"Es ist den Vereinigten Staaten unmöglich, Ver-

handlungen mit der PLO zu empfehlen, solange die PLO nicht die Existenz Israels als eines legitimen Staates akzeptiert.

Solange die PLO-Vorschläge,

in welcher Form auch immer, die Zerstörung Israels beinhalten, sehen wir nicht
viel Hoffnung für Verhandlungen mit der PLO."
September 1975: Zweites ägyptisch-israelisches Truppenentflechtungsabkommen:
Während die Genfer Verhandlungen hinsichtlich der Frage der Repräsentation der Palästinenser in der Schwebe blieb, leiteten die Vereinigten Staaten eine größere Anstrengung in die Wege, um zwischen Ägypten und Israel ein
zweites Entflechtungsabkommen zu erreichen. Außenminister Kissinger besuchte zwischen dem 10. und 15. Februar 1975 sowie zwischen dem 8. und 23. März
1975 den Nahen Osten. Präsident Gerald Ford traf sich am 1. Juli in Salzburg mit Präsident Anwar Sadat und später im Monat mit Premierminister Yitzhak
Rabin in Washington. Außenminister Kissinger traf auch weiterhin mit israelischen Regierungsvertretern zusanmen und begann am 20. August eine weitere Mission in den Nahen Osten. Arr 1. September wurde ein zweites Entflechtungsabkommen angekündigt, am 4. September wurde das Abkommen förmlich unterzeichnet. Unter anderem sah das Abkonmen eine freie Durchfahrt für Israel
durch den Suezkanal, die Rückgabe der Sinai-Ölfelder und aller strategischen
Pässe an Ägypten, eine Verpflichtung zur Einhaltung des Friedens für drei Jahre sowie die Errichtung eines FrühwarrSystems im Sinai vor. Am 16. September wurden die Texte von drei bislang t^heimen Dokumenten im Zusammenhang mit
den Abkommen veröffentlicht. Diese umfaßten Vereinbarungen zwischen den Ver-

- 7 -

�den Vereinigten Staaten und Israel hinsichtlich der Ölversorgung und die vorgeschlagene Wiederaufnahme der Genfer Konferenz sowie Zusicherungen der Vereinigten Staaten gegenüber Israel und Ägypten.

Am 16. Oktober nahm der Kongreß

eine Gemeinsame Resolution an, die die Stationierung amerikanischer Techniker
bei der Frühwarnstation im Sinai genehmigte.
Dezember 1975:

Forderung nach Wiederaufnahme der Genfer Friedenskonfe-

renz:
Am 8. November 1975 schlug die Sowjetunion die Wiederaufnahme der Genfer
Konferenz unter voller Beteiligung der Palästinensischen Befreiungsorganisation vor.

Die amerikanische Antwort vom 1. Dezember empfahl, ein vorbereiten-

des Treffen abzuhalten, auf dem eine mögliche PLO-Beteiligung an einer späteren Konferenz diskutiert werden könnte, wobei hierfür die Zustimmung aller
Parteien nötig sein würde und eine Beteiligung auf der Grundlage der Resolution 242 und 338 des Sicherheitsrates zu erfolgen hätte.

Am 18. Dezember

lehnte die Sowjetunion formell den amerikanischen Vorschlag ab.
Januar 1976:
Frieden:

Anstrengungen zur Überprüfung der Grundlagen für den

Am 12. Januar begann der UN-Sicherheitsrat mit seinen Erörterungen
der arabisch-israelischen Frage und erlaubte per Abstimmung der Palästinensischen Befreiungsorganisation die Teilnahme an der Debatte. Am 26. Januar
legten die Vereinigten Staaten ihr Veto gegen einen Vertragsentwurf ein, der
praktisch die Resolution 242 als Grundlage für eine Lösung des Nahostproblems
ersetzt hätte.
März 1977:

Unterstützung Carters für ein palästinensisches "Heimat-

land":
In einer Ansprache Präsident Carters in Clinton, Massachusetts, am
16. März 1977 war die erste Unterstützung eines amerikanischen Präsidenten

- 8 -

�amerikanischen Präsidenten für ein palästinensisches "Heimatland" enthalten.
Carter wies am 12. Juli 1977 darauf hin, daß er es persönlich vorzöge, "daß
dieses palästinensische'Gebilde'... an Jordanien angebunden und nicht unabhängig sein sollte."
Dezember 1977: Die PLO weist die Sadat-Initiative zurück:
Der aufsehenerregende Besuch von Präsident Sadat in Jerusalem vom 19.
bis 21. November 1977 änderte den Verlauf der Friedensbemühungen. Das amerikanische Interesse an einem Neuzusammentritt der Genfer Konferenz wurde durch
die Anstrengungen ersetzt, den Friedensprozeß auf der Grundlage der SadatInitiative voranzutreiben. Die PLO und ablehnende arabische Staaten trafen
sich vom 2. bis 5. Dezember in Tripolis.um die Initiative zu verwerfen. Die
während des Treffens am 4. Dezember veröffentlichte PLO-Erklärung verurteilte
nicht nur den Sadat-Besuch, sondern lehnte auch die Resolutionen 242 und 338
als Grundlage für Verhandlungen ab.
September 1978: Die Camp-David-Abkommen:
Nach Monaten der erfolglosen amerikanischen Bemühungen, zwischen
Ägypten und Israel eine Grundlage für eine Einigung zu erreichen, ludt Präsident Carter Ministerpräsident Begin und Präsident Sadat ein, sich mit ihm
in Camp David, Maryland, dem Wochenendsitz des Präsidenten, zu treffen.

Vom

5. September 1977 an trafen sich 12 Tage lang ägyptische, israelische und
amerikanische Regierungsvertreter in aller Heimlichkeit.

Am späten Abend

des 17. September flogen die drei Staatsmänner ins Weiße Haus zurück, um
zwei Rahmenabkommen zu unterzeichnen, die während der Verhandlungen erarbeitet worden waren.

Eine Reihe von Begleitschreiben zeigte die amerikanischen

Positionen hinsichtlich mehrerer Fragen auf - einschließlich der Sinai-Regelungen, der Jerusalem-Frage, der Sinai-Flugplätze und eines umfassenden Friedens.
Die beiden Abkommen hießen "Rahmenbedingungen für den Frieden im Nahen
Osten, vereinbart in Camp David" und "Rahmenbedingungen für den Abschluß
- 9 -

�den Abschluß eines Friedensvertrages zwischen Ägypten und Israel."
März 1979:

Der ägyptisch-israelische Friedensvertrag:

Die Verhandlungen für den ägyptisch-israelischen Friedensvertrag begannen am 12. Oktober 1978 in Washington und dauerten mit Unterbrechungen
die nächsten fünfeinhalb Monate an.

Während dieser Zeit unternahmen Außen-

minister Cyrus Vance und andere hohe amerikanische Regierungsvertreter mehrere Reisen in den Nahen Osten; im Bemühen, ein Abkommen zu erreichen, wurde
auch in Camp David ein Ministertreffen abgehalten.
Nach dem Scheitern dieses Treffens in Camp David schaltete sich Präsident Carter noch einmal persönlich in den Friedensprozeß ein.

Durch eine

Reihe von Gesprächen zwischen Carter und Begin in Washington, zwischen Carter
und Sadat in Kairo sowie zwischen Carter und Begin in Jerusalem gelang es,
aus der Verhandlungssackgasse herauszukommen.

Am 26. März 1979 wurde in

Washington der Friedensvertrag unterzeichnet.

Auch hier begleitete eine Reihe

erklärender Schreiben und ergänzender Memoranda den Abschluß des grundlegenden Abkommens.
Mai 1979: Palästinensische Autonomiegespräche:
Am 25. Mai 1979 trafen sich ägyptische und israelische Regierungsvertreter in Beersheba in Israel, um Gespräche über eine palästinensische Autonomie zu beginnen, wie dies in einem Briefwechsel vorgesehen war, der dem
ägyptisch-israelischen Friedensvertrag beigefügt war. Jordanien lehnte eine
Einladung zur Teilnahme an den Gesprächen ab. Außenminister Cyrus Vance
nahm an der Eröffnungssitzung teil. Die Autonomiegespräche dauerten mit Unter
brechungen die nächsten zwei Jahre an, brachten jedoch keinen nennenswerten
Fortschritt.
Juni 1981:

Israelische Flugzeuge bombardieren einen irakischen Reaktor:
Am 7. Juni
- 10 -

�Am 7. Juni zerstörten israelische Kampfflugzeuge "Osirak", den Kernreaktor des Irak in der Nähe von Bagdad.

Auch die Vereinigten Staaten gehör-

ten zu den Ländern, die diesen Angriff verurteilten, desgleichen die Sowjetunion und Frankreich, das dem Irak den Reaktor verkauft hatte.

Israel wies

die Kritik aus Sicherheitsgründen zurück.
August 1981: Multinationale Streitkräfte und Beobachter im Sinai:
Im Frühjahr 1981 lehnten es die Vereinten Nationen ab, die zur Aufrechterhai tung des Friedens nötigen Truppen bereitzustellen, die - laut
Forderung des ägyptisch-israelischen Vertrages - im Sinai zwischen den
ägyptischen und israelischen Streitkräften staioniert werden sollten.

Dar-

aufhin organisierten die Vereinigten Staaten die multinationalen Streitkräfte
und die entsprechenden Beobachter.

Am 3. August 1981 unterzeichneten der

ägyptische und der israelische Botschafter in den Vereinigten Staaten das
Protokoll - von den Vereinigten Staaten als Zeuge gleichfalls unterzeichnet -.mittels dessen die Sinai-Streitmacht aufgestellt wird.

Dadurch wurde

der Weg für den abschließenden Rückzug Israels aus dem Sinai am 25. April
1982 geebnet.
Dezember 1981:

Israel annektiert die Golan-Höhen:

Die Regierung von Ministerpräsident Begin stimmte am 14. Dezember einem
Gesetz zu, durch das die 1967 besetzten Golan-Höhen Syriens annektiert wurden.
Begin erklärte seinen Entschluß, seine seit langem bestehende Absicht auszuführen, damit, daß Syrien in jüngster Zeit eine immer "extremistischere" Position eingenommen habe.

Die Reagan-Administration erklärte sofort, die

Annektierung verletze die Camp-David-Vereinbarungen.
Juni 1982:

Die israelische Invasion des Libanon:

Am 6. Juni begann die Invasion der israelischen Streitkräfte im Libanon,
nachdem dieser Artilleriegefechte mit der PLO in den südlichen Grenzgebieten

- 11 -

�südlichen Grenzgebieten vorausgegangen waren;rasch stießen die Truppen nordwärts vor, um Beirut zu belagern.

Ziel war, die PLO und Truppen der Syrer

aus dem südlichen Libanon zu vertreiben.

Innerhalb einer Woche hatte Israel

praktisch die Kontrolle über die südlichen 40 Prozent des Landes.

Am 11.

Juli handelte Botschafter Philip Habib, Präsident Reagans Sonderbotschafter,
einen Waffenstillstand aus - den ersten in einer ganzen Reihe bis hin in den
August.
August 1982: Abzug der PLO wird ausgehandelt:
Gegen Ende August endete die israelische Belagerung von Beirut mit
der Evakutierung der PLO aus der Stadt gemäß einem von Botschafter Habib
ausgehandelten Abkommen.

Eine multinattionale Streitmacht (MNF) aus amerika-

nischen, französischen, italienischen und britischen Truppenkontingenten überwachte die Evakuierung.
September 1982:

Die Friedensinitiative Präsident Reagans:

Die israelische Invasion des Libanon im Juni lenkte die amerikanischen
Friedensbemühungen auf das Ziel, einen Waffenstillstand für dieses Land zu
erreichen und einen Truppenabzug zu vereinbaren. Die Friedensinitiative von
Präsident Reagan, in einer Rede am 1. September 1982 dargelegt, konzentrierte
ihre Bemühungen auf eine umfassende Regelung. Indem er auf einen Neubeginn
bei den Friedensverhandlungen drängte, erklärte der Präsident, die folgenden
Punkte seien von zentraler Bedeutung: Selbstverwaltung der Palästinenser im
Westjordanland und im Gazastreifen in Assoziation mit Jordanien; Einfrieren
der Siedlungspolitik der Israelis; Garantien für die Sicherheit Israels; ein
ungeteiltes Jerusalem, wobei dessen endgültiger Status auf dem Verhandlungsweg zu entscheiden sei. Obgleich alle an dem Disput beteiligten Parteien
positive Elemente in der Initiative erblickten, wurde sie dennoch bislang
nicht als Grundlage von Verhandlungen akzeptiert. Die israelische Regierung
wies die Initiative mit dem Argument zurück, sie stehe im Widerspruch zu den
Camp David-Vereinbarungen. Auf dem Gipfeltreffen der Arabischen Liga eine Woche

- 12 -

�eine Woche später in Fes wurde kein Kommentar dazu abgegeben.

König Hussein

von Jordanien akzeptierte die Vorstellungen von einem gemeinsamen palästinensisch-jordanischen Ausschuß als einen Schritt in Richtung auf eine künftige formelle Beziehung zwischen dem Westjordanland und Jordanien.
September 1982:

Die Gipfelkonferenz der Arabischen Liga billigt Frie-

densplan:
Die Gipfelkonferenz der Arabischen Liga in Fes in Marokko kündigte am
9. September einen 8-Punkte-Friedensplan an, der an den erinnerte, den der
ehemalige saudische Kronprinz (und jetzige König) Fahd im August 1981 vorgelegt hatte.

Zu den Grundlagen des Planes gehörte der Abzug der israelischen

Streitkräfte aus allen 1967 besetzten Gebieten, Beseitigung der nach 1967
auf arabischen Territorien errichteten Siedlungen, Schaffung eines unabhängigen palästinensischen Staates und Friedensgarantien des Sicherheitsrates
"für alle Staaten der Region."
September 1982:

Massaker in den Beiruter Flüchtlingslagern und erneuter

Einsatz der multinationalen Friedenstruppe:
Die multinationale Friedenstruppe hatte ihren Abzug aus dem Libanon
nach der Evakuierung der PLO gerade beendet, als sich die Lage sofort verschlechterte.

Am 14. September wurde der zum Präsidenten des Libanon gewähl-

te Bashir Gemayel ermordet,und schon am nächsten Tag marschierten israelische
Truppen in Beirut ein.

Angehörige der Christlichen Milizen stürmten in die

Flüchtlingslager von Sabra und Shatila und töteten vom 16. bis zum 18. September Hunderte der Bewohner.

Auf entsprechende Bitten hin sandte Präsident

Reagan am 20. September amerikanische Truppen in den Libanon zurück, um dabei
zu helfen, die vor einer Woche abgezogene multinationale Friedenstruppe wieder einzusetzen.
Oktober 1983:

Mandat der UN-Truppen wird verlängert:
Der Sicherheitsrat
- 13 -

�Der Sicherheitsrat verlängerte das Mandat der UN-Interims-Friedenstruppe (UNIFIL) im Libanon für weitere sechs Monate.

Die Truppe wurde im

März 1978 nach der ersten israelischen Invasion des Libanon aufgestellt, um
den Abzug der Israelis zu überwachen und der libanesischen Regierung dabei
behilflich zu sein, ihre Autorität auch wieder auf den Süden auszudehnen.
November 1983:

Das Mandat für die UN-Beobachter wird erneuert:

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen erneuerte das Mandat der
UN-Beobachter für die Entflechtungsmaßnahmen (UNDOF) für weitere sechs Monate bis zum 31. Mai 1984.

Eingesetzt im Jahr 1974, überwachen diese den

Waffenstillstand und das Entflechtungsabkommen zwischen Israel und Syrien
auf den Golan-Höhen.

+ + + + +

- 14

�Wi//en/chcift
und Technik
United States Information Service
Embassy of the United States of America
21. Dezember 1983

51

ZEHN RAUMTRANSPORTER-FLÜGE IM JAHR 1984 GEPLANT

- (AD) - Die amerikanische Behörde für Luft- und Raumfahrt (NASA) plant
für 1984 zehn Flüge mit Raumtransportern, von denen dann bereits drei Geräte
zur Verfügung stehen werden.

Wie James M. Beggs, der Administrator der NASA,

jetzt in Washington vor Journalisten erklärte, sei im Herbst der zweite Einsatz
des europäischen Weltraumlabors SPACELAB vorgesehen.
Eine wichtige Aufgabe sei, so Beggs, das Rendezvous mit dem Forschungssatelliten SOLARMAX, der im Jahr 1980 zur Beobachtung von Gas- und Strahlungsausbrüchen auf der Sonne gestartet wurde, jedoch funktionsunfähig geworden ist.
Er soll von einem Astronauten, der sich mit Hilfe eines mit kleinen Rückstoßraketen arbeitenden Manövriergeräts zu dem Satelliten begibt, stabilisiert und
dann mit dem Robotarm des Space Shuttle an Bord geholt werden.

Nach der Reparatur

der eingetretenen Schäden wird das Forschungsgerät vermutlich wieder im Weltraum
abgesetzt.

Bei SOLARMAX handelt es sich wegen der neuen Untersuchungen zu

Problemen der Sonnenaktivität um einen sehr wichtigen Satelliten.

Bei dem

Ausstiegsmanöver wird sich der Astronaut zum ersten Mal völlig frei bewegen
und nicht am Raumtransporter "angehängt" sein.

Wie schon mehrfach geschehen,

werden auch im nächsten Jahr wieder Nachrichtensatelliten mit dem Raumtransporter
in eine Erdumlaufbahn transportiert und dort zur Stationierung an ihrem Standort
im Weltraum abgesetzt.

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Sechs der acht Astronautinnen im Team der NASA nehmen an einigen der
Flüge teil.

So wird beispielsweise im August Dr. Sally Ride, die bereits im

Juni 1983 bei STS-7 dabei war, gemeinsam mit ihrer Kollegin Kathryn Süllivan,
einer Geologin, ein Spezialverfahren zum Auftanken von Satelliten erproben.
Bei diesem Einsatz soll K. Süllivan als erste Frau ein Außenbordmanöver
unternehmen.
Für den nächsten Raumtransporterflug, der Ende Januar 1984 starten soll,
sieht Beggs trotz des Ausfalls von zwei der fünf Computer beim COLUMBIASPACELAB-Einsatz im Dezember 1983 und des Brandes an einem Hilfstriebwerk bei
der Landung nicht die Gefahr einer Terminverschiebung.

Der Brand sei offenbar

die Folge des Aussickerns von Hydrazin-Treibstoff an einem der drei Hilfstriebwerke gewesen, die hydraulischen Druck erzeugen.

Bei einem Computer wird

das Versagen auf einen Programmierfehler zurückgeführt, beim zweiten ist man
sich über die Ursache noch nicht im klaren.
In den nächsten 25 Jahren beabsichtige die NASA, so Beggs, eine Reihe von
Projekten in erdnahen Umlaufbahnen durchzuführen, die u.a. meteorologische
Probleme und die Emission von Schadstoffen betreffen. Man wisse beispielsweise,
daß große Mengen von Kohlendioxid in die Erdatmosphäre gelangen, jedoch sei über
die langfristigen Auswirkungen von CO2 sehr wenig bekannt. Auch fürchte man,
daß die Zerstörung der Regenwälder durch den Menschen der Atmosphäre schadet.
Zwischen den längeren Perioden in der Sonnenaktivität und dem Wettergeschehen
auf der Erde scheine eine enge Beziehung zu bestehen. Verstünde man diese
besser, seien auch genauere Wettervorhersagen zu erwarten.
Für Astronomie-Forschungen möchte die NASA künftig Instrumente einsetzen,
die sehr detaillierte Untersuchungen zulassen und rund um die Uhr die Sterne
beobachten.

Beggs erwähnte,daß inzwischen mindestens 50 Sterne mit einem

eigenen Planetensystem bekannt seien.
Anfang 1984

�Anfang 1984 beabsichtigt die US-Regierung, Richtlinien über die Zulassung
von Nicht-Astronauten zu Raumflügen zu veröffentlichen.

Diese Personen sollen

als Beobachter an Space-Shuttle-Unternehmen teilnehmen können.

In der weiteren

Zukunft werde man auf Raumstationen als Startplattform für Unternehmen zur
genaueren Erforschung der Planeten, zunächst des Mars, nicht verzichten können.
Die Industrie zeigt immer mehr Interesse an einer Beteiligung an Raumfahrtprojekten, erklärte Beggs. Die NASA unternehme ihrerseits große Anstrengungen,
einen Technologie-Transfer von der Raumfahrttechnik in die Privatwirtschaft zu
erleichtern.

Gegenwärtig halte sie jeden Monat Konferenzen mit Industriever-

tretern ab, auf denen die wissenschaftlichen Studien erörtert werden, die die
NASA durchführt.

+ + + ++

- 3

�21. Dezember 1983

51

AMERIKA UND SEINE NOBELPREISTRÄGER
Das besondere Forschungsklima für eine internationale Elite -

- (AD) - Am 10. Dezember 1983 nahmen in Stockholm fünf Amerikaner Nobelpreise entgegen - Barbara McClintock den Preis für Medizin, William Fowler
und Subrahmanyan Chandrasekhar den Preis für Physik, Henry Taube den Preis für
Chemie und Gerard Debreu den Preis für Wirtschaftswissenschaften.

Als ein

paar Monate zuvor bekannt wurde, wer 1983 ausgezeichnet wird, nahmen viele
Amerikaner mit Stolz zur Kenntnis, daß alle Nobelpreise für wissenschaftliche
Leistungen an Forscher in den Vereinigten Staaten gefallen waren.

Auch wurde

auf die Tatsache verwiesen, daß drei von ihnen, nämlich Chandrasekhar, Taube
und Debreu, keine gebürtigen Amerikaner sind.
Schon einige Jahrzehnte lang bedarf es kaum mehr irgendwelcher Spekulationen, ob Nobelpreise in die USA vergeben werden.

Seit 1950 gingen 23

Preise für Physik, 15 für Chemie und 26 für Medizin oder Physiologie an Wissenschaftler in den Vereinigten Staaten.
Bürger der USA.

Viele von ihnen sind naturalisierte

Der erst 1969 geschaffene Preis für Wirtschaftswissenschaften

wurde inzwischen an 12 Amerikaner verliehen.

Auch von diesen Laureaten sind

einige keine gebürtigen Amerikaner - drei erwarben erst nach Abschluß ihres

Postfach 20 03 00 Tel 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Abschluß ihres Studiums im Ausland die amerikanische Staatsbürgerschaft, der
vierte war als Kind in die Vereinigten Staaten gekommen.
Der Erfolg von 1983 belebte erneut die Diskussion um zwei Fragen:

Wie

kommt es, daß so häufig Amerikaner mit dieser hohen Auszeichnung bedacht werden?

Und weshalb sind unter den ausgezeichneten Wissenschaftlern so viele

naturalisierte Bürger der USA?
Obleich es kaum präzise Antworten dazu geben kann, sind doch die meisten
überzeugt, daß Amerika eine "Atmosphäre" besitzt, in der Wissenschaftler ihr
Bestes geben können, und in der man ihre Anstrengungen zu würdigen weiß und
unterstützt.
In einer vor kurzem vom "Wall Street Journal" durchgeführten Untersuchung
wurde festgestellt, daß Forschen in den Vereinigten Staaten weniger durch hochmoderne Apparaturen und Laboratorien - auf die die USA ohnehin kein Monopol
haben -, sondern durch den offenen Wettbewerb um Forschungsgelder, die verhältnismäßig geringe bürokratische Kontrolle und die Bereitschaft amerikanischer
Wissenschaftler, auch gegenüber Vorgesetzten abweichende Meinungen zu vertreten, erleichtert wird.
Dies alles dürfte zu dem beitragen, was wohl ein Schlüssel für Innovationen ist - d.h. zu einer geistigen Umwelt, die Forscher anregt, sich voll
und ganz neuen und erregenden Problemen zu widmen, welche eigentlich erst bei
offenem Ideenaustausch zutage treten. Die Zeitung zitiert einen Wissenschaftler aus der Bundesrepublik, der in den Vereinigten Staaten arbeitet und ein
attraktives Angebot aus Europa ablehnte, weil, wie er sagte, "nur Amerika die
richtige Atmosphäre gibt, um gute wissenschaftliche Forschung zu betreiben".
Andere in dem "Wall Street Journal"-Artikel zitierten Wissenschaftler
sehen diese Atmosphäre als eine Folge der Aufgeschlossenheit in den Departments
von Universitäten, im interuniversitären Bereich und im Austausch zwischen akademischer und industrieller Forschung. So empfand es der französische Wissen-

9
-

i-

�\

^

französische Wissenschaftler Guy Mayer regelrecht als "Schock" bei seinem
ersten Besuch in den Vereinigten Staaten, als berühmte Autoritäten nicht
nur bereit waren, einen Besucher zu empfangen, sondern ihm sogar freie Zeit
für zwanglose Gespräche zu widmen.
Der Wirtschaftswissenschaftler John Kendrick (George Washington-Universität) spricht davon, wie wichtig eine geistig anregende Atmosphäre, aber
auch die Tatsache sei, "daß wir uns herausfordern lassen und selbst herausfordern".

Eine solche Atmosphäre werde zielbewußt durch die häufigen Zusam-

menkünfte, Tagungen und Seminare gefördert, wo Gelehrte und Forscher Ideen
austauschen können.

Das "National Bureau of Economic Exchange" in New York

sei speziell zur Unterstützung eines solchen Austauschs ins Leben gerufen
worden.

"Es gibt eine gewisse kritische Masse (von Ideen)", meint Kendrick,

"die für den Fortschritt notwendig ist, und die amerikanische Institutionen
bewußt zu schaffen suchen".
Dr. Arno Penzias, Vizepräsident für Forschung der AT &amp; T Bell-Laboratorien, zeigt einen weiteren Aspekt auf:

Penzias, selbst Nobelpreisträger

für Physik, beschränkt sich nicht auf die Forschungsarbeit in den Bell-Laboratorien.

Er nimmt auch Lehraufträge an der Harvard-Universität und der

Princeton-Universität, an der Universität von Pennsylvanien und der Staatsuniversität New York in Stony Brook wahr.

Seine Tätigkeit ist ein Beispiel

für den Brückenschlag zwischen der Welt der Universitäten und der Welt der
Industrie.
In einem Interview, das Penzias kürzlich einem Journalisten vom USInformationsamt (USIA) gab, verwies er darauf, daß der besondere Vorteil
dieses Brückenschlages darin liege, dem Wissenschaftler die Möglichkeit zur
Auseinandersetzung mit neuen Ideen und neuen Meinungen zu geben.

Der Austausch

zwischen Universität und Industrie sei von sehr praktischer Bedeutung, denn
durch ihn werden "die Dinge gemischt", und er verhindere die Isolierung des
Wissenschaftlers.

"Was in Universitäten und in der Industrie gebraucht wird,

sind Ideen", meinte er.

Diese Tatsache habe man in der pragmatischen ameri-

kanischen Weise erkannt; schließlich sei Pragmatismus ein weiterer Schlüssel
- 3 -

�!

weiterer Schlüssel für das, was Amerika erreicht habe.

Der Wissenschaftler-

austausch zwischen Universitäten und Industrie werde durch diesen Pragmatismus ermöglicht, weil in einem solchen Umfeld "nicht das zählt, was man in der
Vergangenheit war oder getan hat, sondern was man jetzt ist und jetzt tun
kann".
Auch entspreche die angebliche Spannung zwischen Grundlagenforschung
und angewandter Forschung nicht den Tatsachen, erklärt Penzias, und e s sei
tödlich, die beiden voneinander scheiden zu wollen.

Amerikaner Pragmatismus

habe die Scheidung verhindert, weil er erkenne, daß das wirklich Wichtige in
der Wissenschaft weniger in der Lösung von Problemen liegt, sondern darin,
die richtigen Probleme zu finden, an denen gearbeitet werden muß.

Die Wissen-

schaftler in Amerika sehen in reiner und angewandter Forschung eher ein weiterführendes Ganzes als etwas Gegensätzliches, und die Tätigkeit von Wissenschaftlern einmal auf dem einen und einmal auf dem anderen Gebiet, ja ihre oft gleichzeitige Arbeit in beiden Gebieten, trage dazu bei, vielversprechende Probleme
ausfindig zu machen.

Und daraus entsteht laut Penzias eine erregende For-

schungsatmosphäre.
Nobelpreisträger Arno Penzias wurde in Deutschland geboren und kam als
Kind in die Vereinigten Staaten.

Auf die Frage, weshalb unter Nobelpreis-

trägern so viele naturalisierte Bürger zu finden seien, nennt er zwei Gründe:
Entwurzelung, und Entfaltungsmöglichkeiten.

Schmerzlich sei die "Entwurzelung".

Einwanderer ließen, so sagt Penzias, vieles zurück - Heimat, viele ihrer Traditionen, ihren Platz in einer anderen Gesellschaft, und sogar ihre Muttersprache.

So konzentrierten sie wohl eher ihre Kräfte auf Gebiete, wo es keine

Sprach- oder Kulturschranken gebe, und hier seien die physikalischen Wissenschaften ein ideales Feld.

Ähnlich mag auch das Bewußtsein, entwurzelt zu

sein, manche Einwanderer veranlassen, noch härter zu arbeiten, um Hervorragendes zu leisten, als sie es sonst tun würden.

Gegenwärtig scheine sich bei

den Flüchtlingen aus Südostasien diese Erfahrung, die früher Flüchtlinge aus
Europa, insbesondere jüdische Flüchtlinge, gemacht haben, zu wiederholen.
Aber es
- 4 -

�I

Aber es gebe auch einen positiven Aspekt, meint Penzias - und zwar die
Chancen, die Amerika den Flüchtlingen bot.

Dem Streben der Einwanderer nach

Erfolg kamen die Möglichkeiten, Erfolg zu haben, entgegen.

Da war z.B. das

System der öffentlichen Schulen, und da waren Universitäten, die allen offenstanden.
Auch Nobelpreisträger Dr. Eugene Paul Wigner ist überzeugt, daß die
amerikanische Gesellschaft selbst, nicht nur die darin lebenden Wissenschaftler, eine wichtige Rolle spielen. Professor Wigner, der an der PrincetonUniversität lehrt, stammt aus Ungarn, studierte in Deutschland und ging 1930
in die Vereinigten Staaten. Im Jahr 1963 erhielt er den Nobelpreis für Physik.
Auf die Frage, weshalb seiner Meinung nach Amerikaner und Einwanderer im Besonderen in der Forschung so erfolgreich seien, erwähnt er die geistige Anregung durch amerikanische Universitäten und die - betrübliche - Tatsache,
daß Einwanderer, von ihren Familien und früheren Bindungen getrennt, mehr
Zeit hätten, sich der Forschung zu widmen. Aber laut Wigner sei geistige Anregung in vielen Ländern zu finden. In seinem Fall zumindest sei ein besonders wichtiger Punkt die soziale Gleichberechtigung gewesen. "Gleichberechtigung inspiriert - Gleichberechtigung und Freiheit... die Freiheit, das zu tun,
was man tun möchte", sagt Wigner.
Die Überzeugung, daß wissenschaftliche Leistungen letztlich auch aus
der Gesellschaft als Ganzem, nicht nur aus den Kreisen der Wissenschaft
kommen, teilt auch der Soziologe Michael Novak.

In seinen Augen ist "prak-

tische Kreativität" ein Grundziel der amerikanischen Kultur.

Das Geheimnis

liege darin, daß die amerikanische Gesellschaft um Kreativität aufgebaut sei,
vor allem um jene Art von Kreativität, die sofort dem Menschen zugute komme.
Dies bedeute Anziehungskraft für Millionen von Menschen, in die Vereinigten
Staaten zu kommen, wo sie Ermutigung und Chancen für ihre eigene Kreativität
sehen.

+ + + + +

- 5 -

�</text>
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