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                  <text>und
Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

14. Dezember 1983

50

I N H A L T

DOKUMENTATION
Erklärung des US-Außenministeriums zu den Terrorangriffen in Kuwait

HINTERGRUNDMATERIAL
Reagan würdigt 30 Jahre Arbeit des US-Informationsamtes (USIA)
USA zum Protest bei Menschenrechtsverletzungen verpflichtet
- Erklärung Reagans zum Tag der Menschenrechte und zum Tag der
'Bill of Rights' -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Viel neues Material für die Forschung
- Erster SPACELAB-Einsatz großer Erfolg Biologische Schädlingsbekämpfung
- Besonders wichtig für Regionen in der Dritten Welt

Um Übcr/cn Jung von
ßckgcKcmplorcn
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America
14. Dezember 1983

50

ERKLÄRUNG DES US-AUßENMINISTERIUMS ZU DEN TERRORANGRIFFEN IN KUWAIT
WASHINGTON - AD - Das amerikanische Außenministerium erklärte am
12. Dezember 1983, die Terrrorangriffe auf die Botschaft der Vereinigten
Staaten in Kuwait und andere Einrichtungen würden Amerika "nicht von einer
kontinuierlichen Politik im Nahen Osten abbringen."

Der Stellvertretende

Pressesprecher des Außenministeriums, Alan Romberg, bedauerte ebenso wie
der Stellvertretende Pressesekretär des Weißen Hauses die Anschläge in
Kuwait, und beide sprachen ihr Mitgefühl für die Opfer aus.
Die von Romberg verlesene Presseerklärung hat folgenden Wortlaut:
Am heutigen 12. Dezember gegen 0630 GMT (0930 Uhr Ortszeit)
durchbrach ein Lastwagen das Haupttor der Anlage der amerikanischen
Botschaft in Kuwait.

Der Lastwagen fuhr noch etwa 45 Meter weiter zu

einem Anbau der Botschaft, wo eine große Bombe zur Explosion gebracht
wurde.

Durch die Explosion stürtzte ein Teil des Anbaus zusammen, und

es entstand großer Sachschaden an der Kanzlei und anderen Gebäuden auf
dem Gelände.
Die Information über die Zahl der Verluste ist noch unvollständig.
Nach ersten Berichten wurden vier Personen getötet und 37 verletzt;
zwei Personen werden noch vermißt. Zwei der Toten wurden als ausländische
der für die Wartung zuständigen

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�Wartung zuständigen Abteilung der Botschaft gearbeitet haben.
Die beiden anderen Toten wurden noch nicht identifiziert.
Von den 37 verletzten Personen waren 20 örtliche Arbeitnehmer der
Botschaft (Foreign Service Nationais), die anderen waren 17 Besucher der
Botschaft oder auf Kontrakt arbeitende Privatpersonen.

Einige der verletzten

örtlichen Arbeitnehmer befinden sich in einem ernsten Zustand.
Alle Amerikaner sind zur Stelle, und obwohl einige amerikanische
Bedienstete Verletzungen erlitten, mußte keiner ins Krankenhaus gebracht
werden.

Die Aufräumungsarbeiten gehen weiter.

Wir haben Berichte über andere Bombenanschläge in Kuwait erhalten.
Die Informationen sind unvollständig; zu den Zielen gehörten jedoch die
französiche Botschaft und der Tower des Flughafens von Kuwait. Berichten
zufolge wurden weiter das nahegelegene SAS-Hotel sowie die Büros der Raytheon
Corporation
betroffen. Das Ausmaß des Schadens und der Verluste ist nicht
bekannt. Eingehendere Informationen müssen von der Regierung von Kuwait
kommen.
Wir bedauern all diese Angriffe zutiefst.

Sie werden uns jedoch nicht

von einer kontinuierlichen Politik im Nahen Osten abbringen.
Was die Verantwortung für die Anschläge angeht, so liegen uns Berichte
der Medien vor, nach denen eine Gruppe, die sich selbst als "Islamic Jihad"
(Islamischer heiliger Krieg) bezeichnet, die Verantwortung für den Angriff
übernommen hat. Wir besitzen keine eigene Bestätigung dieser Berichte.
Eine Organisation, die sich als Islamic Jihad bezeichnet, hat neben
anderen Organisationen auch die Verantwortung für die Bombenanschläge in
Beirut übernommen. Wir wissen nicht, ob hier ein Zusammenhang besteht.
Es gab

�Es gab keine Vorwarnung vor diesem Angriff.

Die Botschaft hat in

der Vergangenheit mehrere Drohungen gegen ihre Sicherheit erhalten und hat
versucht, geeignete Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, vor allem nach den
kürzlichen Bombenaschlägen in Beirut.
Da die Botschaften ihrer Natur nach für die Öffentlichkeit zugänglich sein müssen, können sie nicht in bewaffnete Festungen verwandelt werden.

Das setzt den Schutzmaßnahmen, die getroffen werden können, Grenzen.
In Kuwait befinden sich etwa 3000 amerikanische Staatsbürger.

An

der Botschaft sind etwa 65 Amerikaner tätig, die 237 Familienangehörige
haben.
Ich möchte bemerken, daß der Stellvertretende Ministerpräsident
und Außenminister von Kuwait, Scheik Sabah AI-Ahmad AI Sabah, kurz nach
der Explosion zum Gelände der Botschaft kam, um im Namen des Emirs von
Kuwait, des Kronprinzen und der kuwaitischen Regierung sein Mitgefühl zum
Ausdruck zu bringen. Der Außenminister bot der Botschaft die uneingeschränkte Mitarbeit und Unterstützung seiner Regierung an.

- 3 -

�Hintergrund
materiell
United States Information Service
Embassy of the United States of America

14. Dezember 1983

50

REAGAN WÜRDIGT 30 JAHRE ARBEIT DES US-INFORMATIONSAMTES (USIA)

WASHINGTON - (AD) - Präsident Ronald Reagan hat in einer Botschaft
anläßlich des 30jährigen Bestehens die Arbeit des amerikanischen Informationsamtes - United States Information Agency (USIA) - im Dienste der Wahrheit und der Freiheit des Menschen gewürdigt.

In der auf Tonband aufge-

nommenen Botschaft, die bei den Feierlichkeiten am 9. Dezember 1983 abgespielt wurde, heißt es, daß USIA in all den Jahren höchste professionelle
Qualität gezeigt "und voll, genau und fair die Wahrheit berichtet" habe,
während andere Regierungen ihre Kommunikationskanäle dazu benutzt hätten,
um irreführende Propaganda und ausgesprochene Falschmeldungen zu verbreiten.

USIA habe durch seinen im Ausland tätigen US-Informationsdienst(USIS)

ein ehrliches Bild des amerikanischen Lebens und der amerikanischen Politik
und darüber hinaus auch des Weltgeschehens verbreitet.
Der Direktor des Amtes, Charles Z. Wick, erklärte anläßlich der Feier
in Washington

vor dem neuen USIA-Gebäude, die Aufgabe seiner Behörde,

"Tel 1ing America's story to the world" - die Darstellung Amerikas in der
Welt - die heute oft als "öffentliche Diplomatie bezeichnet wird, nimmt
einen immer wichtigeren Platz in der Verwirklichung der amerikanischen Außen-

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Telex: 8-85432

�amerikanischen Außenpolitik ein".

Niemals in der Geschichte der Vereinig-

ten Staaten sei es wichtiger gewesen, "daß wir uns darstellen und daß andere
Nationen verstehen, was wir zu sagen versuchen".
Wick verwies darauf, daß in seinem Amt, beispielsweise bei der ihm
angeschlossenen "Stimme Amerikas", die modernste Technologie herangezogen
werde, um in der Welt Gehör zu finden.

Auch das neu eingeführte "Euronet",

eine über Satellit nach Europa übertragene Fernsehpressekonferenz, sei ein
gutes Beispiel.
Zu den Aufgaben von USIA gehört auch ein großangelegtes Austauschprogramm, das jetzt an die internationale Jugendaustausch-Initiative des
Präsidenten angegliedert worden ist.

Dadurch, so berichtete Wick, werde

eine "dramatische Steigerung" dieses Programms erreicht.
Ferner nimmt einen breiten Raum in der Informationsarbeit von USIA
das Bücherei-Programm ein, das in fast allen Ländern der Erde Fachbibliotheken unterhält und über einen Computer-Dienst amerikanische Veröffentlichungen beschaffen kann.
An den Feierlichkeiten in Washington nahm auch die amerikanische
Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Jeane Kirkpatrick, teil, die ebenfalls den hohen Wert der USIA-Arbeit hervorhob. Sie selbst, so betonte sie,
habe an dem Vortragsprogramm des US-Informationsdienstes teilgenommen, weil
sie zutiefst an diese Arbeit glaube. "Ich glaube," so erklärte sie wörtlich, "daß Information das wichtigste Instrument der amerikanischen Außenpolitik ist". Dies gelte vor allem in der heutigen Zeit, in der immer mehr
Menschen sich in der Politik engagieren. Sie zitierte in diesem Zusammenhang den sowjetischen Dissidenten Solschenizyn: "Gewalt ist in unserer Zeit
unausweichlich mit der Lüge verbunden".
Die Botschaft von Präsident Reagan zum 30jährigen Bestehen von USIA
hat folgenden Wortlaut:
In diesem
- 2 -

�In diesem Jahr begehen wir den 30. Jahrestag eines Amtes, das ich
immer zu den wichtigsten der amerikanischen Regierung gerechnet habe - das
amerikanische Informationsamt (USIA).

In 30 Jahren hat sich USIA einen

höchst eindrucksvollen Ruf geschaffen, ja, viele große Ereignisse im Journalismus und im Medienbetrieb in Amerika haben mit USIA zu tun gehabt.
In all den Jahren hat USIA immer die höchste professionelle Qualität
bewahrt und voll, genau und fair die Wahrheit berichtet, während andere Regierungen ihre Kommunikationskanäle für irreführende Propaganda und ausgesprochene Falschmeldungen benutzt haben.
USIA hat seinen Ruf bewahrt, der Welt ein ehrliches Bild nicht nur
des amerikanischen Lebens und der amerikanischen Politik, sondern auch des
Weltgeschehens selbst zu geben - eines Geschehens, das viele niemals erfahren oder begreifen würden, gäbe es nicht USIA.

Wie wichtig

die Arbeit von

USIA ist, ist nie deutlicher geworden als bei der ausgezeichneten Berichterstattung kürzlich über die Enthüllungen und Darstellung des abscheulichen
Angriffs auf ein koreanisches Zivilflugzeug, den damit verbundenen tragischen
Verlust von Menschenleben und die verzweifelten Versuche, die Wahrheit zu
vertuschen.
Innerhalb von Minuten nach dem Bericht über die Vernichtung des
Düsenflugzeuges durch die Sowjets verbreitete die "Stimme Amerikas" das Ereignis in ihren Nachrichtensendungen. Jede sowjetische Erklärung und Gegenerklärung - angefangen von den ersten Dementis über all die mühsamen Änderungen und Widersprüche in den Darstellungen der Sowjets bis hin zu der
Erklärung des sowjetischen Delegierten bei den Vereinten Nationen, in der
er den Abschuß noch bestritt, während seine eigene Regierung ihn bereits zugegeben hatte - wurden von der "Stimme Amerikas" und anderen USIS-Publikationen voll wiedergegeben.
Für mich ist das ein weiteres Beispiel, wie die Arbeit von USIA im
Dienste der Sache der Wahrheit auch die Sache der menschlichen Freiheit fördert. Aus diesem Grunde ist es auch keine Propaganda, wenn USIA über die
- 3 -

�über die Unterdrückung der Freiheit berichtet, sondern das ist die wichtigste Nachricht unserer Zeit, so wie es die größte Tragödie unserer Zeit
ist - nämlich der Angriff auf die Menschenwürde durch jene, die die Macht
des totalitären Staates predigen.
Neben all jenen, die für die erstklassigen Nachrichtensendungen und
die zupackenden, gut geschriebenen, aber klar als solche erkenntlich gemachten Kommentare verantwortlich sind, arbeiten noch viele engagierte Männer
und Frauen als USIA-Bedienstete überall in der Welt - sie bieten Eindrücke
der amerikanischen Kultur, erläutern die amerikanische Politik und bringen
uns damit den Völkern anderer Länder näher und fördern die Sache des Weltfriedens.
Und so möchte ich heute Ihnen und Ihrem Direktor, Charles Z. Wick,
meine herzlichsten Glückwünsche
haben.

für das übermitteln, was Sie geleistet

Aber ich möchte auch, daß jeder von Ihnen weiß, daß nicht nur Ihr

Präsident, sondern alle

Amerikaner dankbar sind für das berufliche Können

und das Engagement, das Sie für Ihre Arbeit mitbringen.
Ich bin sicher, Sie hören diese schönen Worte fast so oft, wie Sie
sie verdienen, aber ich möchte im Namen des amerikanischen Volkes Ihnen meine
Geburtstagswünsche übermitteln und sagen:

Dankeschön!

Machen Sie so weiter, und Gott segne Sie.

+ + + + +

- 4 -

Wir sind dankbar.

�14. Dezember 1983

50

USA ZUM PROTEST BEI MENSCHENRECHTSVERLETZUNGEN VERPFLICHTET
• Erklärung Reagans zum Tag der Menschenrechte und zum Tag der
'Bill of Rights'-

WASHINGTON - (AD) - Zum 192. Jahrestag der amerikanischen "Bill of
Rights"- der in der Verfassung verbrieften Rechte des einzelnen - sowie zum
35. Jahrestag der Universellen Menschenrechterklärung durch die Vereinten
Nationen wurde der 10. Dezember in den Vereinigten Staaten zum "Tag der Menschenrechte" und die sich hieran anschließende Woche zur "Woche der Menschenrechte" sowie der 15. Dezember zum "Tag der Bill of Rights" erklärt.
In seiner Ansprache anläßlich der Unterzeichnung der Proklamation
verwies Präsident Reagan darauf, daß "wir in den freien Ländern manchmal
den Reichtum dieses kostbaren Besitzes"der Menschenrechte vergessen, während
es doch "unsere Verantwortung ist, unsere Stimme gegen die offenkundigen
Beleidigungen der Menschenrechte zu erheben", wie diese in der Sowjetunion,
in Polen, in Afghanistan, in Südafrika, im Iran und in Mittelamerika zu beobachten seien:
Reagan betonte,

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�Reagan betonte, daß die Vereinigten Staaten auch weiterhin eine starke
Verteidigung als notwendiges Bollwerk gegen den Totalitarismus aufrechterhalten würden, doch bestehe "eine gleichstarke Waffe gegen die Tyrannei darin,
die Wahrheit zu verkünden."

Daher sei es eines der "großen Versäumnisse"

Washingtons gewesen, es den linken Diktaturen zu ermöglichen, "in der internationalen Debatte die Initiative zu ergreifen."

Um dies zu ändern,sei

nunmehr "Unterstützung der Demokratie ein zentrales Ziel der amerikanischen
Außenpolitik," wobei gerade auch die internationalen Rundfunksendungen der
Vereinigten Staaten, wie die "Stimme Amerikas","Radio Freies Europa" und ähnliche Einrichtungen, gestärkt werden sollen.

"Wir können," so sagte der Prä-

sident, "zuversichtlich sein, daß der Gang der Geschichte auf die Freiheit
gerichtet ist."
Die Proklamation selbst verwies auf die beiden historischen Daten der
Unterzeichnung:

"Am 15. Dezember 1791 erfreuten sich unsere Gründerväter

der Ratifizierung der ersten 10 Zusätze der Verfassung der Vereinigten Staaten - einer Bill of Rights, die dazu beigetragen hat, allen Amerikanern die
Freiheit zu garantieren, die wir so schätzen.
157 Jahre später, am 10. Dezember 1948, stimmten die Vereinten Nationen
der Universellen Menschenrechtserklärung zu - einem Bemühen, das darauf gerichtet war, die grundlegenden Menschenrechte für die Menschen aller Staaten zu
sichern."
Die Proklamation weist auf Ähnlichkeiten wie auf Unterschiede zwischen
"Bill of Rights" und "Universeller Menschenrechtserklärung" hin:

"Beide

große Menschenrechtsdokumente wurden in den Nachwehen eines bitteren Krieges
verabschiedet.

Beide stellen sich eine Gesellschaft vor, in der Herrscher

und Beherrschte an die Gesetze des Landes gebunden sind und wo die Regierung
auf der Zustimmung der Regierten ruht, wo sie in ihrer Macht begrenzt ist und
ihr Hauptzweck im Schutz der Freiheit des einzelnen liegt."
Aber während

�Aber während der "Bill of Rights" von einer Nation zugestimmt wurde,
die bereits blühende freie Institutionen besaß, fehlten vielen der Länder,
die die Universellen Menschenrechtserklärung annahmen, freie Institutionen.
Gerade indem sie sich zu wortreichen Verfechtern der Menschenrechte aufspielten, hofften noch immer viele Regierungen - und die Proklamation nennt in diesem Zusammenhang Polen, wo die Regierung nur von "der Illusion der Menschenrechte" spricht -, ihre eigenen Menschenrechtsverletzungen verschleiern zu
können.
Die Proklamation fordert denn auch dazu auf, "uns heute erneut der
Achtung vor diesen Rechten in unserem Land zu widmen und uns dafür einzusetzen, daß die Worte der

Universellen Menschenrechtserklärung lebendige Wirk-

lichkeit für die ganze Menschheit werden."
Am selben Tag veröffentlichte auch das amerikanische Außenministerium
eine Erklärung von Außenminister Shultz, in der es heißt:

"In diesen Zeiten,

da die Menschenrechte von Regierungen angegriffen werden, die sich weigern,
sich selbst dem frei bekundeten Willen der Völker zu unterwerfen, sind wir
und unsere Freunde uns in zunehmendem Maß der Notwendigkeit bewußt, die Freiheit zu schützen.
Die Vereinigten Staaten werden auch weiterhin ihre Mittel zur Unterstützung des Wachstums von Demokratie und Menschenrechten verwenden. Dabei
fordern wir die Führer überall in der Welt zu der Einsicht auf, daß die Menschenrechte von jeder Regierung anerkannt werden müssen, die vom eigenen Volk
getragen werden will."

+ + + + +

- 3 -

�Wi//en/chaft
und Technik
United States Information Service
Embassy of the United States of America

14. Dezember 1983

50

VIEL NEUES MATERIAL FÜR DIE FORSCHUNG
Erster SPACELAB-Einsatz großer Erfolg

- (AD) - Im Johnson-Raumfahrtzentrum von Houston waren sich alle
einig:

Roboter oder noch so gut ausgeklügelte Fernsteuerungstechniken ver-

mögen den Menschen im Weltraum nicht zu ersetzen.

Die sechs Männer an Bord

der Raumfähre COLUMBIA machten immer wieder diese Erfahrung.

Und auf eine

entsprechende Frage von Forschungsminister Riesenhuber aus der Bundesrepublik
antwortete ihm Dr. Ulf Merbold in einem Funkgespräch:
besser als ein Computer.

"Der Mensch ist viel

Der Mensch ist flexibel und besitzt Fantasie.

Davon machten sowohl die beiden Flugastronauten Young und Shaw als
auch die vier Wissenschaftsastronauten während des Zehn-Tage-Fluges (28.
November bis 8. Dezember 1983),in dem das europäische Weltraumlabor SPACELAB
erprobt wurde, ausgiebig Gebrauch.

Pannen an Experimentiergeräten und Bord-

ausr'üstungen wurden behoben, manche Versuche anders durchgeführt als ursprünglich vorgesehen.

Ein Computer, über den Experimente auf der externen Palette

mit dem SPACELAB verbunden waren, begann zu streiken.

Aber weshalb?

Schließlich wurde die Ursache gefunden - er funktionierte nicht mehr, sobald er überhitzt war.

Die Astronauten improvisierten eine Lösung:

Sobald

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�Lösung:

Sobald dieser Computer aktiviert werden mußte, wurde die Raumfähren-

position zur Sonne so verändert, daß er auf die Schattenseite kam.

Von da an

machte der Computer keine Schwierigkeiten mehr, obgleich es während der letzten
Flugtage für den Raumtransporter im Orbit keine "Nacht" mehr gab.

Die der Sonne

zugekehrte Seite der COLUMBIA spendete Schatten genug für eine ausreichende
Kühlung.
Das wissenschaftliche Programm erfuhr etwa 200 Umplanungen.

Sie wurden

von den Nutzlastexperten Merbold (Max-Planck-Institut für Festkörperphysik in
Stuttgart) und Lichtenberg (Massachusetts Institute of Technology in Boston)
sowie den Wissenschaftsastronauten Garriott und Parker aufs Beste bewältigt.
Kommandant Young und Kopilot Shaw hatten für dieses Programm weit über 200
Umsteuerungsmanöver zu unternehmen - 30 mehr als ursprünglich vorgesehen.
Und in 90 Fällen mußte über das jeweils durchzuführende Manöver gesondert entschieden werden.

Die Zahl der Einzeldaten, die über den Ablauf der 72 SPACE-

LAB-Experimente zur Erde gefunkt wurden, geht in die Billionen.
Ihre Auswertung sowie die Untersuchungen an den zurückgebrachten Proben
werden die über 200 Experimentatoren, von denen viele im Kontroll Zentrum
Houston den Flug verfolgten, noch lange beschäftigen. Aber es gilt z.B. auch
zu klären, was hinter der rätselhaften Leuchterscheinung steckt, die Owen
Garriott am Heck der COLUMBIA beobachtete: Seltsamerweise verstärkte sich
das Leuchten immer dann, wenn nach einem neuen Feuerstoß zum Manövrieren die
Triebwerke abgeschaltet wurden. Zwar sind Leuchtphänomene an Außenflächen
des Raumtransporters nichts Neues. Jedoch wurden sie noch nie am Heck und
nicht unter den geschilderten Bedingungen beobachtet. So bat das Kontrollzentrum, Film- und Fernsehaufnahmen davon zu machen.
Auch die quietschenden und knarrenden Geräusche, die im Orbit bei Tests
zur thermischen Belastung der Raumfähre von der Besatzung gehört wurden, sind
noch nicht geklärt. Ingenieure der NASA (US-Amt für Luft und Raumfahrt) begannen sofort nach der Landung der COLUMBIA mit der "Fahndung" nach möglichen
Ursachen. Alles in allem schien der Raumtransporter seinen jüngsten Einsatz

- 2 -

�jüngsten Einsatz im Weltraum, wie erste Außeninspektionen zeigten, sehr gut
überstanden zu haben.

Nur am Heck waren ein paar dunkle Flecke zu erkennen

- woher sie stammen, steht noch nicht fest.
Während die beiden Flugastronauten schon bald nach der Landung in der
kalifornischen Wüste nach Houston weiterflogen, unterzogen sich in Kalifornien
die vier Wissenschaftler noch tagelang gründlichen medizinischen Untersuchungen. Denn viele davon mußten sofort nach der Rückkehr durchgeführt werden,
will man Fragen der Auswirkungen von Schwerelosigkeit auf den menschlichen
Organismus, die nach wie vor offen sind, zufriedenstellend klären. Die Weltraumkrankheit ist ja keineswegs das einzige Problem. Dr. Carolyn Leach, die
Leiterin der biomedizinischen Laboratorien der NASA, arbeitet mit Dr. E. W.
Voss (Universität Illinois) und Dr. Karl Kirsch (Freie Universität Berlin) zusammen, um beispielsweise herauszufinden, weshalb und wie das Blutvolumen durch
einen Raumflug verringert und die gesamte Blut-"Chemie" verändert wird.
Die SPACELAB-1-Wissenschaftler nahmen sich während der Mission gegenseitig mehrmals Blutproben ab, die sofort eingefroren wurden.

Die Analyse

und der Vergleich mit dem bereits vor dem Flug und nach der Rückkehr abgenommenen Blut zeigt u.a. Veränderungen des Erythropoetin-Spiegels.

Dies ist

ein vorwiegend in den Nieren und in der Leber gebildetes Hormon, das die Produktion roter Blutkörperchen anregt.

Man will u.a. klären, ob das Blutvolumen

reduziert wird, weil rote Blutzellen zugrundegehen, oder aber weil in der
Schwerelosigkeit weniger davon neu gebildet werden.

Auch sucht das Team in

den Proben nach jungen roten Blutzellen aus dem Knochenmark, was über den Umfang der Blutbildung unter anderen Schwerefeld-Bedingungen Auskunft geben
könnte.
Jedesmal vor der Blutentnahme an Bord wurde auch der
Betreffenden gemessen.

Blutdruck des

Denn im normalen Schwerefeld auf der Erde werde, wie

Dr. Kirsch in einem Interview sagte, Blut zu den Beinen gezogen.

Unter ver-

minderten oder fehlender Gravitationskraft dagegen sei die Blutverteilung im
Körper anders, und zwar konzentriere sich mehr im gesamten Oberkörper.

- 3 -

Dies sei

�Dies sei auch der Grund, weshalb das Gesicht eines Astronauten während des
Raumflugs etwas aufgedunsen erscheine.

Hier bestehe eine gewisse Ähnlichkeit

mit Symptomen bei bestimmten Krankheitsbildern, etwa mit jenen einiger Nierenkrankheiten.

Auch könne die andere Verteilung von Körperflüssigkeiten ein

Faktor sein, der zur Raumkrankheit beiträgt.

Darauf läßt auch das vorläufige

Ergebnis eines während des Zehn-Tage-Flugs vorgenommenen Experiments schließen:
Wurden mit Hilfe einer Spezialausrüstung die Füße unter Druck gehalten, verringerte sich bei den Astronauten die durch die Schwerelosigkeit verursachte
Desorientierung.
Nach Ansicht von Dr. Leach könnten ihre Untersuchungen vielleicht auch
eine Hilfe sein, um bessere Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit Anämie
zu finden.

Bei Anämie ist die Gesamtmenge von Erythrozyten und dem darin ent-

haltenen roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) vermindert.

Die Wissenschaftlerin

hofft, daß durch die Blutzellenexperimente an der SPACELAB-Mannschaft mehr Erkenntnisse zur Physiologie der Produktion roter Blutzellen zu gewinnen sind.
Dr. Voss und Mitarbeiter interessieren vor allem die Auswirkungen von
Schwerelosigkeit auf die weißen Blutkörperchen, die für das Immunsystem des
menschlichen Organismus so wichtig sind.

Es gibt darüber nur sehr wenig Stu-

dien - vor allem fehlen präzise Messungen über den Umfang, in dem sich in der
Schwerelosigkeit die Produktion weißer Blutkörperchen verringert.

Mehr Erkennt-

nisse über das Immunsystem geben der Medizin, so sagte Dr. Voss, auch allgemein die Möglichkeit, viele schwere Erkrankungen in ihren Zusammenhängen besser zu verstehen.
Glückwünsche aus aller Welt trafen zu dem so erfolgreichen Verlauf des
ersten SPACELAB-Fluges in Houston und in den europäischen Raumfahrtzentren
ein - eines Fluges, der, wie es der Direktor der Europäischen Weltraumorganisation ESA formulierte, "neue Horizonte eröffnet hat". Die ESA vertraut darauf, künftig mit den Vereinigten Staaten in der Raumfahrt eng zusammenzuarbeiten. Und die deutsche Bundesregierung bekundete bereits großes Interesse für
eine Beteiligung der Bundesrepublik am Bau einer amerikanisch-europäischen
Raumstation.
Zu den
- 4 -

�Zu den wichtigsten Ergebnissen zählen, soweit diese bisher bekannt
wurden:
- Entdeckung von Deuterium (schwerer Wasserstoff), von Kohlendioxid
und Methan in der irdischen Hochatmosphäre;
- Züchtung von "Superkristallen" für die Halbleitertechnik, Produktion
einer hochfesten Legierung aus Aluminium und Zink ,(Metalle, die im irdischen
Schwerefeld kaum legierbar sind), sowie Experimente zur Züchtung von Kristallen aus nichtmetallischem Material für Supraleiter und von einem Protein, welches der Forschung helfen könnte, die Struktur eines für die Galaktoseverwertung wichtigen Enzyms exakter zu bestimmen (mangelnde Verwertung führt beim
Neugeborenen zur Unverträglichkeit von Milch, und, als Folge davon, zu schweren Gesundheitsschäden);
- wichtige Erkenntnisse über die Rolle, die die Oberflächenspannung bei
der Bewegung von Flüssigkeiten spielt;
- Vorhandensein schwerer Elemente, vermutlich Eisen, in einem weit entfernten Neutronenstern, der Röntgenstrahlung aussendet, und von mineralbildenden Elementen in einer Supernova (Überreste eines explodierten Sterns);
- detaillierte Aufnahmen von 43 Gebieten der Erde mit einer Spezialkamera für die Landkartierung , u.a. von China (in Zusammenarbeit mit chinesischen Wissenschaftlern), von Inseln in der Karibik, im Indischen Ozean,
Ländern des Nahen und Mittleren Ostens und einzelnen Gebieten in den Vereinigten Staaten.
Den Ursachen der verschiedenen technischen Pannen, einschließlich des
Versagens von zwei der fünf Computer für die Sicherung der Rückkehrphase, wird
jetzt nachgegangen. Weitere Unternehmen mit SPACELAB sind bereits geplant
- das nächste für November 1984 mit sieben Mann an Bord.

+ + + + +
- 5 -

�14. Dezember 1983

50

BIOLOGISCHE SCHÄDLINGSBEKÄMPFUNG
- Besonders wichtig für Regieren in der Dritten Welt

- (AD) - Ein Groüteil der von amerikanischen Behörden und Organisationen
der Vereinten Nationen geförderten landwirtschaftlicher, Forschung in internationalen Zentren rund um die Welt ist auf die Bedürfnisse, die Lebens- und
Arbeitsbedingungen kleiner Bauern abgestellt, die in Armut ihr Dasein fristen
müssen.

Auf einer einwc'chigen Tagung der Beratergruppe für internationale

Agrarforschung (CGIAR - Consultative Group on International Agricultural
Research) in Washington erörterten kürzlich die Direktoren von 13 Forschungszentren, die von der CGIAR finanziert v/erden, den gegenwärtigen Stand, die
Probleme und Zukunftspläne der Arbeit ihrer Institute.
Die größten Erfolge brachte zweifellos die Entwicklung der "Wundersorten"
von Weizen und Reis - Sorten, welche besonders gut auf künstliche Bewässerung
oder Kunstdünger ansprechen.

Sie machen derzeit etwa ein Drittel des Weizen-

und Reisanbaues in Entwicklungsländern aus.

Die durch sie erzielten Ertrags-

steigerungen werden laut CGIAR auf ca. fünf Milliarden Dollar im Jahr geschätzt.
Besonderes Interesse aber verdienen Arbeiten aus jüngster Zeit, die der
Entwicklung anspruchsloser Sorten gelten.

Solche Sorten gedeihen selbst bei

einem Minimum an Wasser und Mineraldünger.

Außerdem benötigen sie sehr viel

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�sehr viel weniger Mittel zur Schädlingsbekämpfung.
auch die ärmsten Bauern Nutzen haben.

Das bedeutet, daß davon

Denn diese können sich umfangreiche

Bewässerung, größere Mengen von Mineraldünger oder Insektiziden nicht leisten
oder verfügen, selbst wenn sie es könnten, nur über unzureichende Versorgungsmöglichkeiten.
- Suche nach genetischen Lösungen "Wo immer möglich versuchen wir eine genetische statt eine chemische Lösung
zu finden", sagt John Nickel, Direktor des Internationalen Zentrums für Landwirtschaft in den Tropen (CIAT) in Cali (Kolumbien).

In seinem Institut gehe es

in erster Linie darum, die Kosten für Nahrungsmittel niedrig zu halten - "denn
Hunger ist ein Problem von Armut.

Eine zu aufwendige Technologie verwehrt den

Armen den Zugang zu Nahrungsmitteln".

In der von diesem Institut betreuten

Region befasse man sich intensiv mit der Züchtung neuer, schädlingsresistenter
Bohnensorten.

Bohnen seien, so Nickel, "Risikopflanzen", weil sie gegen Schädlinge

und Krankheiten außerordentlich anfällig seien. Man habe inzwischen wichtige
Fortschritte gemacht - einige der Neuzüchtungen hätten ohne Verwendung von Schädlingsbekämpfungsmitteln sogar einen höheren Ertrag als die üblichen Sorten nach
sechsmaliger Insektizid-Behandlung.
Ein weiteres Beispiel für Fortschritte bei CIAT sei, wie Nickel weiter
berichtet, die Entwicklung neuer Gräser, die auf sauren Böden gedeihen, keinen
Mineraldünger und nur wenig Wasser benötigen. Solche Gräser seien für ausgedehnte
Weideflächen in Süd- und Mittelamerika geeignet, wo schlechte, saure Böden von
jeher mit viel Kalk und Kunstdünger behandelt werden mußten, damit sie überhaupt
etwas hergeben konnten. Man sei u.a. dazu übergegangen, die Gräser mit Schmetterlingsblütlern zu mischen, die Stickstoff binden und bewirken, daß weniger Stickstoffdünger gebraucht werde. Dieses billige Verfahren zur Verbesserung von Weideland in der Savanne könne dazu beitragen, die Zunahme des Lebendgewichts von Weidevieh um mehr als den Faktor zehn zu steigern - "gleichbedeutend mit einem
'Quantensprung' in der Nahrungsmittelproduktion".
In Afrika

- 2 -

�In Afrika gelten umfangreiche Studien und Versuche des Internationalen
Instituts für Landwirtschaft in den Tropen (UTA - International Institute of
Tropical Agriculture) in Ibadan (Nigeria) der Bekämpfung der Schildlaus und der
grünen Spinnmilbe, die den für die Ernährung der Bevölkerung so wichtigen Maniokstrauch attackieren.

Diese Insekten kamen vor etwa einem Jahrzehnt infolge

Unachtsamkeit in dem Frachtgut einer Schiffsladung aus Lateinamerika nach Afrika,
wo sie keine natürlichen Feinde haben. Die durch die Insekten verursachten
Verluste allein im Jahre 1982 werden auf zwei Milliarden Dollar geschätzt, denn
die Schädlinge dürften die Maniok-Produktion in Afrika um gut ein Drittel verringert haben.

Die Maniok-Schildlaus dringt jährlich um etwa 500 km weiter vor

und hat bereits ein Gebiet, so groß wie die Vereinigten Staaten, erfaßt.
Mit einem "aggressiven" Programm der Züchtung natürlicher Feinde dieser
Schädlinge versuche U T A jetzt sie zu bekämpfen, berichtet Direktor Ermond Hartmans.
Man züchte eine in Lateinamerika heimische kleine Wespenart und einen ebenfalls
von dort geholten Käfer, Insekten, die hauptsächlich von der Schildlaus leben.
In Nigeria wurden sie bereits erfolgreich eingesetzt, und viele andere Länder in
dieser Region hätten bereits um die Aussetzung dieser Insekten in ihren ManiokAnbaugebieten ersucht.

Da sie nur von den Maniokstrauch-Schädlingen leben,

bestehe auch so gut wie keine Gefahr, daß sie selbst zu einem Problem werden
können.

Denn mit einer Dezimierung der Schädlinge verringere sich auch auto-

matisch ihre Zahl.
Ähnliche Erfolge bei der Bekämpfung der grünen Spinnmilbe stehen noch aus,
obgleich intensiv an der Entwicklung entsprechender Verfahren gearbeitet werde,
sagte Hartmans. Zur Zeit konzentriere man sich auf die Suche nach anderen
natürlichen Feinden dieser Milbenart in Lateinamerika.

Laut Hartmans sei für

diese Methode der biologischen Schädlingsbekämpfung eine einmalige Investition
von ca. 30 Millionen Dollar zu veranschlagen, eine Lappalie im Vergleich zu den
jährlichen Schäder durch Ernteausfälle in Milliardenhöhe.
Das Internationale

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�Das Internationale Forschungsinstitut für die semi-ariden Tropengebiete
(ICRISAT) in der Nähe von Hyderabad (Indien) hat sich auf bestimmte Hirsearten
spezialisiert.

Wie Direktor Leslie Swindale berichtet, sei kürzlich ein afri-

kanisches Schwesterinstitut in der Nähe von Niamey (Niger) eingerichtet worden,
wo man sich hauptsächlich mit Rispenhirse und Erdnüssen sowie mit Anbauverfahren
befasse, die Feldfrüchte der südlichen Sahel-Zone einbeziehen.

Dieser Art

Forschungsarbeit komme besondere Bedeutung zu, da in der genannten Region der
jährliche Niederschlag zu 70 Prozent innerhalb von fünf Wochen erfolge, Bodentemperaturen 60 Grad Celsius erreichen können und der Boden zu 92 Prozent aus
Sand bestehe.

Rispenhirse werde in erster Linie Studienobjekt sein, da diese

normalerweise in Trockengebieten wächst, wo nur wenige andere Getreidearten
lebensfähig sind.
Menschen.

Sie bildet eine Hauptnahrungsquelle für etwa 300 Millionen

Sechzig Prozent des Hirseanbaues in der Welt entfällt auf die Sahel-

Zone, Heimatgebiet überaus armer bäuerlicher Bevölkerung.
Im vergangenen Jahr (1982) verteilte ICRISAT in Indien Saatgut für eine
gegen Krankheiten resistente, ertragreiche neue Art von Rispenhirse, die 1983
als erste vom Institut vermittelte Getreideart bereits kommerziell angebaut wurde.
Eine vielversprechende neue Zuckerhirseart, die auch auf schlechten Böden gedeiht
und keine Pestizide benötigt, dürfte in Kürze freigegeben werden.
Weitere landwirtschaftliche Forschungszentren befinden sich u.a. in Mexiko
(Weizen und Mais), auf den Philippinen (Reis), in Peru (Kartoffeln), Syrien
(Feldfrüchte für Trockengebiete), Äthiopien (Viehzucht) und in Kenia (Tierkrankheiten). Etwa 55 Prozent der Mittel, die der Beratergruppe zur Verfügung stehen,
werden auf Feldfrüchte verwandt, die von bäuerlicher Bevölkerung mit sehr
niedrigem Einkommen angebaut und konsumiert wird. Im Jahr 1982 betrug das Gesamtbudget der 13 Forschungszentren 140 Millionen Dollar. Das entspricht sieben
Prozent der Mittel, die von allen Entwicklungsländern zusammengenommen für landwirtschaftliche Forschung aufgewendet wurden.

+ + + + +

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