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und
Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

17. November 1983

46

INHALT

DOKUMENTATION
Reagan reicht sowjetischem Volk Hand der Freundschaft
- Erklärung zum 50. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer
Beziehungen -

HINTERGRUNDMATERIAL
Die Invasion Grenadas war gerechtfertigt
- Von Michael D. Barnes, Kongreßabgeordneter der
Demokratischen Partei Grenada ist nicht Afghanistan
- Von Theodore L. Eliot, Jr. Nachdruck mit freundlicher Genehmigung des Wall Street Journal
(c) Copyright Dow Jones and Ind., 1983

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Gemeinschaftslabor im Weltraum
- SPACELAB eröffnet neue Möglichkeiten für Forschung
und Technologie -

Um Über/endung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

T

^ ' 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�I

Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

17. November 1983

46

REAGAN REICHT SOWJETISCHEM VOLK HAND DER FREUNDSCHAFT
Erklärung zum 50. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen

WASHINGTON - (AD) - Präsident Ronald Reagan hat in einer Erklärung anläßlich des 50. Jahrestages der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen
den Vereinigten Staaten und der UdSSR betont, Amerika sei zutiefst dem Frieden
verpflichtet und strecke dem sowjetischen Volk eine Hand der Freundschaft entgegen.

Die Erklärung wird in der neuen Ausgabe der in russischer Sprache er-

scheinenden Zeitschrift "America Illustrated" abgedruckt, die in Kürze in der
Sowjetunion in den Verkauf gelangt.
Die Erklärung des amerikanischen Präsidenten hat folgenden Wortlaut:
Vor 50. Jahren, im November 1933, haben die Regierungen der Vereinigten
Staaten von Amerika und der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken formelle
diplomatische Beziehungen aufgenommen.

Die Errichtung unserer jeweiligen diplo-

matischen Missionen in Washington und Moskau und die Ernennung von William Bullitt
als amerikanischer Botschafter in der UdSSR und von Alexander Trojanowsky als
sowjetischer Botschafter in den Vereinigten Staaten bedeutete

eine wichtige Än-

derung in den Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern. Wie Präsident

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�Wie Präsident Franklin Delano Roosevelt es damals ausdrückte, die Schwierigkeiten zwischen unseren beiden Nationen waren "ernst", aber nicht "unlösbar"
und konnten durch offene Gespräche und Verhandlungen verbessert werden. Unser Ziel war damals wie heute die Erhaltung des Friedens in der Welt.
Innerhalb weniger als eines Jahrzehnts fanden wir uns als Verbündete im
Zweiten Weltkrieg gegen den Nationalsozialismus kämpfend.

Die enormen Opfer,

die wir alle gebracht haben, überzeugten unsere beiden Länder, daß wir zur Erhaltung des Friedens zusammenarbeiten mußten, aber die Differenzen zwischen
unseren Regierungen blieben doch ernst.
Die Regierung der Vereinigten Staaten ist seit langem führend in den
internationalen Bemühungen um eine Verringerung des Risikos eines Krieges.
Die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion haben seit über einem Jahrzehnt
Verhandlungen über Kernwaffen geführt.

Wir sind uns darüber im klaren, daß

in diesem Zeitalter der ungeheuer zerstörerischen Kernwaffen beide Regierungen
vor der Herausforderung und der Verpflichtung stehen, einschneidende, ausgewogene und verifizierbare Verringerungen dieser Waffensysteme herbeizuführen.
Der jüngste meiner Vorschläge, die jetzt in den beiden Verhandlungsrunden in Genf auf dem Tisch liegen, ist Ausdruck einer ehrlichen und vernünftigen Haltung, die darauf angelegt ist, zwei Grundziele zu erreichen:
die Wahrscheinlichkeit zu vermindern, daß sich die eine oder die andere
Seite versucht fühlen könnte, aus Angst oder Fehleinschätzung Kernwaffen
einzusetzen, und den bestehenden Stand unserer Nukleararsenale wesentlich zu
verringern. Das sind ehrgeizige Ziele für die Lösung schwieriger und komplexer Probleme, aber es sind Ziele, die nach meiner Überzeugung unsere beiden
Länder durch ernsthafte Verhandlungen und Zusammenarbeit erreichen können.
Auf längere Sicht müssen wir jedoch von einer Situation wegkommen, in
der unsere beiden Länder für ihre Verteidigung von der Androhung eines zerstörerischen Vergeltungsangriffs abhängen, denn eine solche Strategie schließt
- 2 -

�Strategie schließt das Risiko der Vernichtung unserer beiden Gesellschaften,
ja der Bevölkerung aller Länder, ein.
Wegen meiner Besorgnisse in dieser Hinsicht habe ich unsere Regierungsexperten und wissenschaftlichen Spezialisten gebeten, neue Formen der Verteidigung gegen die Gefahren eines absichtlichen und unabsichtlichen Nuklearangriffs zu suchen.

Wir hoffen, daß auch die sowjetische Regierung zustim-

men wird, daß es in unserem gemeinsamen Interesse liegt, nach besseren Mitteln und Wegen zur Aufrechterhaltung des Friedens und eines stabilen militärischen Gleichgewichts zu suchen - parallel zu unseren Bemühungen in den
Genfer Verhandlungen, den Stand der nuklearen Konfrontation zu senken.

Wir

sind der Meinung, daß unsere beiden Regierungen weiterhin über diese wichtige
Frage sprechen sollten.
Solche fortschrittlichen Verteidigungssysteme sind natürlich eine Hoffnung für die Zukunft.

In der Zwischenzeit werden wir uns weiter verpflich-

tet fühlen, beiderseits akzeptable

Wege zu finden, um einschneidende, aus-

gewogene und verifizierbare Verringerungen der Kernwaffen durch die sowjetische Regierung und meine Regierung vorzunehmen.
Das amerikanische Volk will, wie das sowjetische Volk, den Frieden, und
unsere Regierung ist direkt und unmittelbar dem Volk verantwortlich, von dem
wir gewählt werden.

Jede Behauptung, die Vereinigten Staaten hegten feind-

selige Absichten, ist eine falsche Interpretation unserer Politik.

Das ame-

rikanische Volk und seine gewählten Vertreter sind zutiefst dem Frieden verpflichtet.

Selbst als die Vereinigten Staaten ein absolutes Monopol in Kern-

waffen besaßen, war dies der Fall.

Damals wie heute haben wir unser Bestes

getan, um unsere friedlichen Absichten erkennen zu lassen.
Wollen wir hoffen, daß unsere Bemühungen um die Aufrechterhaltung des
nuklearen Friedens von Freiheit, Gerechtigkeit, Demokratie und uneingeschränkten Menschenrechten des einzelnen für alle Menschen begleitet werden, so daß
das Nichtvorhandensein von Krieg nicht nur internationalen Frieden, sondern

�Frieden, sondern auch Frieden im eigenen Lande bedeuten kann. Die Vereinigten Staaten sind auf dem Prinzip der Freiheit als göttliches Geburtsrecht
aller Menschen gegründet. Wir stehen heute wie im Zweiten Weltkrieg in der
Verteidigung der Freiheit. Unsere Hand ist in Freundschaft den Völkern der
UdSSR entgegengestreckt, denen wir die Segnungen des Friedens, des Wohlstandes
und der Freiheit wünschen.

+ + + + +

�17. November 1983

DIE INVASION GRENADAS WAR GERECHTFERTIGT
Von Michael D. Barnes, Kongreßabgeordneter der Demokratischen Partei

Michael D. Barnes, demokratischer Kongreßabgeordneter des Bundesstaates Maryland
und Vorsitzender des Unterausschusses des
Repräsentantenhauses für Fragen der westlichen Hemisphäre, war Mitglied einer
Gruppe von Abgeordneten, die jüngst in
Grenada waren, um sich ein Urteil über
die dortige Lage zu verschaffen.

Als ich zum erstenmal am Morgen des 25. Oktober von der Invasion Grenadas
erfuhr, war es nicht schwer, Gründe zu finden, die dagegen sprachen.

Ich war

schon immer gegen die Einstellung der Reagan-Administration, daß Gewalt ein
normales Mittel zur Gestaltung der internationalen Beziehungen sei und als solches
freiweg zur Vertretung unserer Interessen eingesetzt bzw. damit gedroht werden
sollte.
Die Administration war schon seit langem streitlustig und Grenada war ein
leichtes Ziel - ohne wirksame Streitkräfte und einer Bevölkerung, die - wie dem
Unterausschuß, dem ich Vorsitze, kürzlich gesagt wurde - in das Sportstadion einer
jeden größeren amerikanischen Universität passen würde.
Es gab vor

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�Es gab vor der Invasion selbst keinerlei Konsultation mit dem Kongreß.

Die

Gründe, die der Präsident an jenem Morgen für die Invasion angab, waren die
üblichen Vorwände einer militärischen Intervention: Schutz der eigenen Staatsbürger; und eine "Bitte" kleiner, in hohem Maß abhängiger "Verbündeter", deren
Autonomie fragwürdig war.
Eine Nachrichtensperre vermittelte den Eindruck, etwas ginge auf der Insel
vor sich, was die Administration verbergen wolle. Und im Kongreß wie im Land
draußen machte sich die Furcht breit, die Invasion Grenadas - gleich, wie erfolgreich sie auch verlaufen mochte - kündige nur etwas an, was offensichtlich die
törichte und höchst kostspielige Invasion Nicaraguas sein würde.
Dennoch: Ich war nicht sofort gegen die Invasion. Mein Entschluß war, mich
mit meinem Urteil zurückzuhalten, bis ich mehr über die Tatsachen wußte.

Eben

weil die Reagan-Administration der Meinung ist, wir müßten stets bereit sein,
Gewalt anzuwenden, so bedeutet dies keineswegs, daß wir niemals bereit sein
dürften, Gewalt anzuwenden.

Ich war mir selbst nicht ganz so sicher, ob ich

nicht - hätte ich an der Stelle des Präsidenten gestanden - in diesem Fall dasselbe getan hätte.
Am Tag der Invasion sagte ich, es müßte eine Antwort auf fünf Fragen gegeben
werden.
Erstens, hinsichtlich des Argumentes, Zweck der Invasion sei es gewesen,
amerikanische Bürger zu retten, galt es zu fragen: Waren diese Menschen wirklich
in Gefahr?
Zweitens, unternahmen die Vereinigten Staaten echte Anstrengungen, das Problem'
ohne kriegerische Mittel zu lösen oder griff man zur Gewalt als erstbestes Mittel?
Drittens, war diese Aktion wirklich eine Initiative der Organisation Ostkaribischer Staaten, oder wurde der Plan in Washington ausgeheckt und erst danach
eine multinationale Streitmacht herbeigeschafft?
Viertens, machte

�Viertens, machte man sich wirklich Gedanken über den Preis der Operation,
oder war sie im wesentlichen eine Übung in Gewalt, die womöglich mehr Menschenleben kostete als sie rettete?
Und fünftens, hatten wir wirklich darüber nachgedacht, ob es möglich wäre,
daß in Grenada eine demokratische Regierung an die Macht kommt oder liefen wir
Gefahr, selbst eine Regierung installieren und unterhalten zu müssen?
Die Einladung des Sprechers des Kongresses, O'Neill, über das Wochenende
an einer Informationsreise nach Grenada teilzunehmen, gab mir Gelegenheit,
Antworten auf meine Fragen zu finden.

Widerstrebend kam ich zu der Schluß-

folgerung, daß der Präsident mit seiner Aktion gerechtfertigt war.
Ich bin nunmehr überzeugt, daß die amerikanischen Bürger auf Grenada entweder
in großer körperlicher Gefahr waren oder sicherlich allen Grund hatten, zu glauben,
sie seien in Gefahr.

Jeder amerikanische Staatsbürger, den unsere Delegation auf

Grenada traf, bestätigte dies.

Unsere Diplomaten auf der Insel waren ebenfalls

der Überzeugung, unsere Bürger dort seien in Gefahr und fürchteten, eine GeiselSituation könne sich entwickeln.

Keiner der fünf Diplomaten wußte vorher von

der Invasion, aber alle berichteten uns, daß ihr erster Gedanke, nachdem sie von
der Invasion hörten, war, daß sie eine angemessene Reaktion auf die sehr gefährliche Lage gewesen sei, wie sie sie in Grenada gesehen hatten.
Die Frage danach, ob Gewalt als erstes oder als letztes Mittel eingesetzt
wurde, ist schwieriger.

Ich meine, wir begingen seit 1979 einen fundamentalen

Fehler dadurch, daß wir uns weigerten, den Versuch zu unternehmen, mit der
Regierung Bishop zu leben.

Es war dies der Zeitraum, da wir hätten versuchen

können, Bishop von Kuba abzubringen und in Richtung auf eine demokratische
Regierung zu bewegen, wie dies unsere Freunde in der Regierung versuchten.
Stattdessen war

�Stattdessen war es einseitig unsere Politik, Bishop zu isolieren, was zur
Folge hatte, daß unsere Optionen sich eherverengten als erweiterten.

Nachdem es

aber erst einmal zu dem Staatsstreich gekommen war und sich der Terror auf der
Insel ausbreitete, gab es keine Alternativen mehr zur Gewalt - dies zumindest ist
die eindeutige Aussage der vier Ministerpräsidenten der ostkaribischen Staaten,
mit denen wir auf Barbados zusammentrafen.
Diese Einschätzung wird auch von unseren Diplomaten geteilt, die auf der
Insel waren und versuchten, mit General Hudson Austin über die Evakuierung der
Amerikaner dort zu verhandeln; sie berichteten uns, daß sie am Sonntag abend
vor der Invasion zu dem Eindruck gelangt waren, Austin verhandle nicht in gutem
Glauben.
Meine dritte Frage, zu diesem Schluß bin ich gekommen, ist akademischer
Natur.

Ich glaube, daß das Ersuchen der Organisation Ostkaribischer Staaten

(OECS) echt ist, auch wenn ich zugleich der Meinung bin, die Vereinigten Staaten
waren zum Handeln bereit - schon bevor sie ein formelles Ersuchen von der OECS
erhalten hatten.

Sicher ist, daß die OECS-Staaten das Gefühl hatten, von den

Verhältnissen in Grenada bedroht zu sein und daß sie äußerst dankbar dafür waren,
daß ihnen die Vereinigten Staaten zu Hilfe kamen.
Viertens: Was den Preis angeht, so handelte es sich um eine sehr riskante
Operation und wir hatten sehr großes Glück, daß den amerikanischen Zivilisten im
Verlauf der Operation nichts geschah. Es hätte leicht zu einer Katastrophe
kommen können. Nachdem ich die Berichte der Vertreter des Außenministeriums
gehört habe, die während der Tage vor der Invasion dort waren, bin ich allerdings
zu dem Schluß gekommen, daß der Präsident stichhaltige Gründe für die Schlußfolgerung hatte, daß im Fall eines Nichteingreifens die Kosten für die amerikanischen Staatsbürger potentiell sehr hoch gewesen wären.
Es gab Verluste

�Es gab Verluste an Menschenleben und kein einziges ist bedeutungslos. Höchst
bedauerlich vor allem war die Bombardierung der Nervenklinik - wobei ich davon
überzeugt bin, daß es sich um ein wirkliches Versehen handelte.

Aber sowohl die

Grenadier als auch die Vertreter der OECS priesen rückhaltlos unsere Truppen für
ihre echten und in so großem Umfang erfolgreichen Bemühungen, Opfer unter der
Zivilbevölkerung zu vermeiden, wobei dies oft unter eigener Lebensgefahr geschah.
Es war eine sehr schwierige Entscheidung, aber angesichts der Faktoren, die der
Präsident abzuwägen hatte, um zu der von ihm getroffenen Entscheidung zu gelangen,
auch angemessen.
Schließlich wird die spätere Beurteilung dieser Aktion davon abhängen, wie
erfolgreich wir dabei sein werden, bald einen Rückzug herbeizuführen und eine
stabile, demokratische Regierung zurückzulassen.

Kurz vor seiner Amtsenthebung

sagte Premierminister Bishop in einem Interview: "Die Amerikaner könnten herausfinden, daß es leicht ist, auf Grenada zu landen - aber nicht so leicht, es wieder
zu verlassen".

Wir hoffen nicht, daß seine Worte prophetisch waren.

Aber es

besteht die ernste Gefahr, daß dem so ist, denn niemand in Grenada - und auch
keiner der Nachbarstaaten - möchte unbedingt, daß wir gehen.
Mein Besuch vermittelte mir den Eindruck, daß die östliche Karibik ein von
ihrer Natur her proamerikanisches Gebiet mit fähigen Führungen und starker demokratischer Tradition ist. Wenn wir die Dinge nicht übertreiben, können wir einen
echten Beitrag zum Aufbau lebensfähiger Gesellschaften in dieser Region leisten.
Aber mein Besuch gab mir auch einen Geschmack von der Einzigartigkeit dieses
Ereignisses.

Das Schlimmste, was wir tun könnten, wäre, die Intervention als eine

Art "Macho"-Ereignis zu betrachten und zu sagen: "Die Sache läuft; machen wir es
gleich

woanders auch".

Die Intervention in Grenada könnte ein militärischer

Triumph sein, aber sie ist in einem noch größeren Ausmaß ein Versagen der Diplomatie.
Die Lehre, die wir daraus ziehen sollten, lautet, daß es sich nicht noch
einmal ereignen darf. Mit genügend kreativer Diplomatie und tatkräftigen Wirtschaftshilfsprogrammen können wir - so hoffe ich - vermeiden, daß wir irgendwann in
Zukunft darüber diskutieren müssen, ob eine andere Aktion "ein neues Grenada" ist
oder nicht.
+ + + + +
- 5 -

�17. November 1983

46

GRENADA IST NICHT AFGHANISTAN
- Von Theodore L. Eliot, Jr. Nachdruck mit freundlicher Genehmigung des Wall Street Journal
(c) Copyright Dow Jones and Inc., 1983

Der Autor war von 1973 bis 1978 amerikanischer Botschafter in Afghanistan und
ist heute Dekan der juristischen Fakultät
der Tufts-Universität in den USA.

Das derzeit in vielen Kreisen in der Welt betriebene Spiel, die amerikanische Beteiligung an der Intervention in Grenada mit der sowjetischen Invasion
Afghanistans zu vergleichen, ist nicht einfach eine neue Version eines alten
Spiels. Es ist der bedauerliche Versuch, sowjetische und amerikanische Werte
gleichzusetzen. Und es ist auch angesichts der kommenden Afghanistan-Debatte
in der Vollversammlung der Vereinten Nationen in gefährlicher Weise irreführend.
Es gibt Unterschiede wie auch Ähnlichkeiten in beiden Situationen.

Wollen

wir mit den Unterschieden beginnen.
Die sowjetische

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�Die sowjetische Invasion Afghanistans ist der brutale Versuch, ein bisher
unabhängiges und blockfreies Land dem sowjetischen Imperium einzuverleiben.

Im

Dezember 1979 setzten die Sowjets eine Marionette als afghanischen Führer ein,
ließen ihn die Rote Armee einladen, während er sich noch auf sowjetischem Territorium befand, und wandten dann Gewalt an, um die bestehende Regierung zu stürzen.

Seither haben über 100 000 sowjetische Soldaten einen erbarmungslosen

Terrorkrieg gegen das afghanische Volk geführt - mit Kampfhubschraubern zur Zerstörung von Dörfern, zum Niederbrennen der Ernten, zum Abwurf von tödlichen
Fallen für Kinder und, wie man vielen Berichten entnehmen kann, für die chemische
Kriegführung.

Ober 200 000 afghanische Zivilisten sind getötet worden; über

vier Millionen Afghanen wurden gezwungen, als Flüchtlinge im benachbarten Iran
und Pakistan zu leben.

Die Rohstoffe in Afghanistan, darunter Kupfer, Eisen-

erz und Erdgas, werden in die UdSSR geschafft.

Die Energieversorgung des nörd-

lichen Afghanistan ist an das sowjetische Netz in Zentralasien angeschlossen
worden, und neue Straßen- und Eisenbahnverbindungen der voraussichtlichen Kolonie
zur Sowjetunion sind hergestellt worden.

Das sind deutliche Hinweise, daß die

Sowjets nicht daran denken, wieder abzuziehen.
Das afghanische Volk seinerseits hat sich fast ausnahmslos erhoben, um
gegen den fremden Eindringling zu kämpfen und die Unabhängigkeit des Landes
wiederherzustellen.

Unter schwersten Bedingungen und großen Opfern und mit mi-

nimaler Hilfe von außen kämpfen diese Männer mit einer unglaublichen Tapferkeit
gegen die mächtigste Armee der Welt.
Wie sieht es in Grenada aus? Die Vereinigten Staaten wurden von einer
Gruppe karibischer Staaten - alles unabhängige Demokratien - aufgefordert, mit
ihnen an einer Aktion in Grenada teilzunehmen, um in diesem kleinen Inselstaat
wieder eine demokratische Regierung herbeizuführen. Diese Aktion war darauf
angelegt, die Verluste unter der Zivilbevölkerung Grenadas so gering wie nur irgend möglich zu halten. Es wurde von Anfang an unmißverständlich erklärt, daß
die Besatzungsmacht nur so lange auf der Insel bleiben werde wie notwendig,
um die Ordnung aufrechtzuerhalten und der Bevölkerung von Grenada die Gelegenheit zu bieten, ihre eigene Regierung zu wählen.
Durch die

�Durch die Operation wurde ein Militärregime abgesetzt, das klar erkennbar
nicht die Absicht hatte, einen demokratischen politischen Prozeß zuzulassen, und
das seine militärisch hilflosen Nachbarn und Hunderte amerikanischer Zivilisten
auf der Insel bedrohte.
Die Ähnlichkeiten zwischen der Lage in Afghanistan und Grenada sind ebenso
augenfällig.

Man hat seit einiger Zeit angenommen - und es hat sich jetzt be-

stätigt -, daß die Sowjets mit ihren kubanischen - und sogar bulgarischen und
ostdeutschen - Stellvertretern damit beschäftigt waren, Grenada in einen sowjetisch-kubanischen Stützpunkt in dieser strategisch wichtigen Ecke der Karibik
zu verwandeln.

So wie die Sowjets Stützpunkte in Afghanistan errichten, die die

Seewege für den Transport des Erdöls aus dem Persischen Golf bedrohen, so würde
ein sowjetischer Stützpunkt auf Grenada die Tankerrouten von Venezuela bedrohen.
So wie die Sowjets versuchen, Afghanistan ihrem Imperium einzuverleiben, so versuchten

sie das mit Grenada.

Mit ihrer Unterstützung des Widerstandes des

afghanischen Volkes und ihrer Unterstützung der Nachbarn Grenadas handeln die
Vereinigten Staaten, um den imperialistischen Ambitionen der Sowjets Einhalt zu
gebieten.
Statt die Vereinigten Staaten zu beschimpfen und zu verurteilen, weil
sie versuchten, auf der Spitze der Bajonette die Demokratie nach Grenada zu
bringen - eine Beschuldigung, die von Senator Daniel P. Moynihan erhoben wurde,
der offensichtlich übersehen hat, wie die Demokratie in Westeuropa 1943 bis
1945 wiederhergestellt wurde - sollten sich die Kritiker Amerikas vielleicht
besser besinnen, ob es klüger sei, sich mit der sowjetischen Aggression abzufinden oder sich den Bemühungen anzuschließen, dieser Aggression zu begegnen.
Sowohl in Afghanistan wie in Grenada stehen die Vereinigten Staaten auf der Seite jener, die die Freieit wollen und den Totalitarismus ablehnen.

Manchmal

ist die Anwendung von Gewalt notwendig, um die Freiheit zu unterstützen und
die Aggression zu verhindern.
In den nächsten Wochen, das steht fest, wird sich die Politik der ReaganAdministration an den Normen messen lassen müssen, die sie sich selbst gesetzt
hat.

Die amerikanischen Streitkräfte müssen - wie in der Situation in der Do- 3 -

�in der Dominikanischen Republik - abgezogen werden, sobald eine ausreichende
Ordnung besteht, die den Beginn eines demokratischen politischen Prozesses erlaubt. Ein solcher Abzug hat bereits begonnen. Es steht zu hoffen, daß nicht
nur die anderen Staaten der Ostkaribik, sondern auch die Briten aufgrund ihrer
besonderen Beziehung zu Grenada dazu beitragen werden, um den Erfolg dieses
politischen Prozesses zu gewährleisten.
Wann wird die Sowjetunion ihre Streitkräfte aus Afghanistan abziehen
und dort einen solchen Prozeß erlauben?

+ + + + +

�Wi//en/chaft
und Technik

I

United States Information Service
Embassy of the United States of America

46

17. November 1983

GEMEINSCHAFTSLABOR IM WELTRAUM
- SPACELAB eröffnet neue Möglichkeiten für Forschung und Technologie

- (AD) - Der neuntägige Flug der Raumfähre COLUMBIA mit dem europäischen
Weltraumlabor (SPACELAB) soll nunmehr am 28. November 1983 beginnen.
Tag öffnet sich das "Startfenster" für eine Woche.

An diesem

Der bereits für den 28. Oktober

vorgesehene Starttermin mußte wegen technischer Mängel an einer der Trägerraketen
und an Ausrüstungen des Raumtransporters verschoben und die Raumfähre vom Startplatz in die Montagehalle zurückgeholt werden.
Obgleich einige Projektwissenschaftler wegen der günstigeren Lichtverhältnisse im Spätwinter eine weitere Verschiebung bis Ende Februar in Kauf genommen
hätten, einigte man sich wegen dadurch entstehender zusätzlicher Kosten und der
Störung des gesamten Zeitplans für Raumtransporterflüge im Jahr 1984 auf den jetzt
vorgesehenen Termin.

Das US-Amt für Luft- und Raumfahrt (NASA) und die europäische

Weltraumorganisation ESA kamen überein, Mitte 1985 eine Reihe von Experimenten zu
wiederholen, die infolge der Licht- und Wetterbedingungen Ende November und Anfang
Dezember eine zu geringe wissenschaftliche Ausbeute erwarten lassen.

So dürfte

nach Berechnungen von NASA-Wissenschaftlern ein geplantes amerikanisch-japanisches
Experiment, bei dem mittels Elektronenentladungen künstliche Polarlichter erzeugt
und von einer Spezialkamera aufgenommen werden sollen, etwa 60 Prozent an

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�60 Prozent an Effektivität einbüßen.

Bei einem europäischen Experiment zur Ermitt-

lung von Schadstoffen in der Atmosphäre muß wegen des flachen Winkels der Sonneneinstrahlung im November und Dezember wahrscheinlich auf ein Drittel der sonst
zu erwartenden Ergebnisse verzichtet werden.
Mit 38 Experimentierausrüstungen (Gesamtgewicht: ca. drei Tonnen) werden
72 meß- und Versuchsprojekte aus den Fachgebieten Biologie und Medizin, Hochenergie- bzw. Plasmaphysik, Astronomie, Erdbeobachtung und Materialforschung durchgeführt.

Fast 150 Wissenschaftler aus 11 europäischen Ländern, den Vereinigten

Staaten, Kanada und Japan haben über die beiden Nutzlastspezialisten an Bord,
Dr. Ulf Merbold und Dr. Byron Lichtenberg, zu ihren Experimenten während des
Fluges direkten "Zugang".
Die NASA erklärte sich bereit, bei künftigen Space-Shuttle-Flügen kostenlos
Raum für jene Experimente zur Verfügung zu stellen, die wegen der Terminänderung
besonders beeinträchtigt werden., Für den Jungfernflug des Weltraumlabors an Bord
der COLUMBIA werden auf Grund eines Kooperationsvertrags zwischen NASA und ESA
keine Gebühren erhoben.

Bei künftigen Einsätzen dagegen zahlt die ESA bis zu

35 Millionen Dollar an die Vereinigten Staaten.
Der bevorstehende Flug ist mit neun Tagen Dauer das bisher längste Unternehmen
im Raumtransporterprogramm, dazu das erste mit sechs Mann Besatzung.

Kommandant

ist John Young (53), der bereits fünf Weltraumflüge hinter sich hat. Mit von der
Partie sind die NASA-Astronauten Brewster Show (38), ehemaliger Luftwaffenoffizier
und Testpilot mit hohen akademischen und fliegerischen Auszeichnungen, der dem
NASA-Astronautenteam seit 1978 angehört, ferner Dr. Owen Garriott (52) und
Dr. Robert Parker (46). Als Pilot beim zweiten bemannten SKYLAB-Flug im Jahr 1973
verbrachte Garriott 59 Tage im Weltraum; in der Folgezeit leitete er als einer
der technischen Direktoren des Johnson-Raumfahrtzentrums in Houston die Abteilung
für Weltraumwissenschaften.

Parker ist Astrophysiker und lehrte an der Universität

Wisconsin, ehe er 1967 in das Astronautenteam der NASA aufgenommen wurde.
Dr. Ulf Merbold

�Dr. Ulf Merbold (42) und Dr. Byron Lichtenberg (35) dagegen, die die im
SPACELAB untergebrachten Experimente betreuen, sind die ersten Wissenschaftler an
Bord eines amerikanischen Raumschiffs, die nicht die reguläre Astronautenausbildung haben.

In einem Kurzlehrgang von knapp zwei Monaten Dauer wurden ihnen die

notwendigsten Kenntnisse über die Systeme des Raumtransporters vermittelt.

Aber

die Zeit ihrer Einarbeitung in das eigentliche SPACELAB-Programm und die damit
verbundenen wissenschaftlichen Aufgaben erstreckt sich über einige Jahre und
führte sie in Laboratorien rund um die Welt.
Ulf Merbold, geboren in Greiz (Thüringen), studierte in Stuttgart Physik.
Am dortigen Max-Planck-Institut, wo er seit Jahren tätig ist, spezialisierte er
sich auf Werkstoffwissenschaften. Flugsport, vor allem der Segelflug, ist sein
besonderes Hobby. Lichtenberg hatte zunächst Flugzeugbau studiert, wurde während
des Militärdienstes zum Jagdflieger ausgebildet und setzte danach am Massachusetts
Institute of Technology (MIT) in Boston das Maschinenbaustudium fort. Nach der
Promotion befaßte er sich mit biotechnischen Forschungsprojekten in einem der MITLaboratorien. Seine Untersuchungen zum Aufbau des Vestibularsystems im menschlichen
Innenohr, von dem aus der Gleichgewichtssinn gesteuert wird, gaben den Ausschlag,
daß die NASA vor ein paar Jahren seine Bewerbung als Nutzlastspezialist für das
künftige Raumtransporterprogramm annahm.
Vom Johnson-Raumfahrtzentrum Houston aus können die Projektwissenschaftler den
Fortgang ihrer Experimente im SPACELAB an Bord der COLUMBIA verfolgen. Merbold
und Lichtenberg arbeiten in abwechselnder 12-Stunden-Schicht, haben allerdings
bei einer Reihe von Projekten die Unterstützung der Wissenschaftsastronauten
Garriott und Parker, über Funk verständigen sie sich mit den wissenschaftlichen
Projektleitern in Houston, wenn Probleme auftauchen, Fragen zu klären sind oder
Versuchsbedingungen geändert werden sollen. Computer in der Flugleitzentrale
zeigen den jeweiligen Stand eines Experiments im SPACELAB an.
In Houston

�In Houston beobachten zwei Kollegen der Nutzlastexperten alles mit, was im
SPACELAB geschieht.

Es sind dies der holländische Kernphysiker Dr. Wubbo Ockels

von der Universität Groningen und der amerikanische Physiker Dr. Michael Lampton
von der Universität Kalifornien in Berkeley, die zusammen mit Merbold und
Lichtenberg die Ausbildung für SPACELAB absolviert haben.

Und gemeinsam mit den

Projektwissenschaftlern wurden, oft erst nach vielen Abänderungen, Programmbedingungen entwickelt, welche von den Apparaturen, Instrumenten und dem Projektaufbau her optimale Ergebnisse erwarten lassen.

Da dennoch bei der ersten Erpro-

bung des Vielzwecklabors im Weltraum mit nicht vorhergesehenen Situationen
gerechnet werden muß, haben Ockels und Lampton eine wichtige Funktion als Berater
sowohl der Projektwissenschaftler in Houston wie auch ihrer Kollegen an Bord der
COLUMBIA.

Sie sind zwischen beiden die ständig verfügbaren Kontaktpersonen, die

eine bestmögliche Zusammenarbeit garantieren.

- Wichtige Experimente Alle sechs Personen an Bord der COLUMBIA sind in eine Reihe von Studien aus
dem Gebiet der sogenannten Lebenswissenschaften (Medizin und Biologie) direkt einbezogen.

Beobachtet werden u.a. ihre Reaktionen auf Schwerelosigkeit in vielerlei

Hinsicht.

Man weiß einfach noch zu wenig über die Anpassungsfähigkeit des mensch-

lichen Organismus an den schwerelosen Zustand, über mögliche Funktionsveränderungen
von Gehirn, Kreislauf, innersekretorischen Drüsen oder auch der Zellen im Hinblick
auf die physiologischen Prozesse.
Nach den bisherigen Erfahrungen tritt die Raumkrankheit bei etwa 50 Prozent
der Astronauten auf. Wodurch wird sie ausgelöst, wie ist ihr Verlauf zu beeinflussen? Möglicherweise hat sie etwas mit der Veränderung von Flüssigkeiten im
Innenohr zu tun. Von besonderem Interesse sind Reaktionen des Gleichgewichtsorgans
und Reaktionen auf Reize, die durch die Augen erfaßt werden. Deshalb trägt eines
der Besatzungsmitglieder einen mit einer Infrarotkamera ausgerüsteten Spezialhelm
zur Überwachung der Augenbewegungen. Wissenschaftler auf der Erde erhalten auf
diese Weise Meßdaten, die Rückschlüsse auf Einflüsse der Schwerelosigkeit erlauben.

- 4 -

�Schwerelosigkeit erlauben.

Man möchte außerdem z.B. wissen, wie sich Venendruck

und Herzschlag bei Arbeiten unter Schwerelosigkeit verändern.

(Einige der Aufgaben

während des Fluges verlangen Anstrengungen, die schwerer körperlicher Arbeit entsprechen).
Und wie reagieren die Besatzungsmitglieder auf Streß, wie bewältigen sie solche
Situationen?

Wie ist die Wahrnehmung für "aufwärts" und "abwärts"?

Verändert sich

z.B. die Fähigkeit, Entfernung, Größe und Bewegung von Objekten abzuschätzen?

Dies

alles sind nur einige der zahlreichen Fragen, die bisher erst unzureichend oder
noch nicht beantwortet werden konnten.
Eine Reihe weiterer Experimente gilt der Untersuchung des Einflusses von
Schwerelosigkeit auf die Entwicklung von Zellkulturen und Pflanzen, z.B. von jungen
Sonnenblumen. Insbesondere Wachstumsgeschwindigkeit und Wachstumsrichtung sowohl
von Stengeln und Blättern als auch des Wurzelwerks sind von Interesse, außerdem
die Frage, inwieweit eventuell auch der veränderte tageszeitliche Rhythmus eine
Rolle spielt.
Den größten Komplex bildet allerdings mit 35 Experimenten die Materialforschung.

Für SPACELAB wurde sogar ein eigenes Werkstofflaboratorium entwickelt.

Es ist eine Kombination aus ganz verschiedenartigen, zum großen Teil unabhängig
voneinander zu betreibenden Apparaturen und Instrumenten, mit denen Experimente
durchgeführt werden, die in erster Linie europäische Wissenschaftler vorbereitet
haben.
Man will das Verhalten der verschiedensten Stoffe und die Wirkung bestimmter
physikalischer Kräfte bei "Mikrogravitation", d.h. in nahezu völliger Schwerelosigkeit, in gasförmigem, flüssigem und "teigigem", d.h. schon halb erstarrtem Zustand
beim Mischen und Trennen, bei Erwärmung und Abkühlung und beim Zirkulieren beobachten.

Es wird versucht, Legierungen von Metallen wie Aluminium und Blei, die

auf der Erde nicht legierbar sind, im Weltraum zu erzeugen.

Auch sollen das

Verhalten von Partikeln und Gasblasen in Schmelzen, das Kristall Wachstum von

- 5 -

�Kristall Wachstum von anorganischen und organischen Materialien, ungestörte und
gerichtete Erstarrung, die Ausbreitung von Flüssigkeiten auf Feststoffen, das
Grenzflä'chenverhalten flüssiger und gasförmiger Stoffe untersucht werden.

Alle

diese Experimente werden ergänzt durch parallel dazu auf der Erde durchgeführten
gleiche Versuche.

Bei diesen ist die normale Schwerkraft (1 g) wirksam,

übrigens

wurde für die Heizung des Schmelzofens im SPACELAB ein "optisches" Verfahren entwickelt.

Starke Lampen und zwei Spiegel sorgen für die erforderliche Wärme.

Eine 80 kg schwere Spezialkamera, die die Nutzlastexperten vor einem besonders
konstruierten Fenster in Position bringen, könnte helfen, ein automatisches
Kartierungsverfahren zu entwickeln.

Von dieser Kamera sind Aufnahmen mit erheblich

besserer Bildauflösung zu erwarten, als sie die bisher benutzten Erdbeobachtungssatelliten liefern.

Wie der Projektleiter dieses Experiments erklärt, wurden in

den letzten 100 Jahren erst 35 Prozent der Landgebiete der Erde exakt kartiert.
Die Kartierung aus dem Weltraum könnte eine rasche und sehr genaue Methode darstellen, um die noch fehlenden 65 Prozent aufzunehmen.
SPACELAB ist ein vielseitiges und immer wieder verwendbares Laboratorium mit Arbeitstischen, Computern, Apparateboxen und allem übrigen Zubehör. Es
wird zudem nach Bedarf mit Außenplattformen ausgerüstet, auf denen z.B. Teleskope,
Materialbehälter für Experimente, die im freien Weltraum durchgeführt werden
müssen, sowie Antennen und Sensoren montiert sind. Für astronomische Beobachtung
schwerer Partikel aus fernen Quellen im Universum, zur Erforschung der Wirkung
von Weltraumstrahlung auf biologisches Material sind die Plattformen eine wesentliche Voraussetzung.
Im SPACELAB, das in Modularbauweise konstruiert ist und den jeweiligen Aufgabenstellungen eines Weltraumeinsatzes angepaßt werden kann, brauchen die Wissenschaftler keine Schutzanzüge zu tragen. Für den erforderlichen Druck in Normal atmosphäre ist gesorgt. In seinem sieben Meter langen und vier Meter breiten
zylindrischen Behälter ist es in der Ladebucht des Raumtransporters fest installiert
und über einen 5.5 m langen Tunnel mit der Flugkabine verbunden, über eine

3

�über eine Luftschleuse können Experimentierausrüstungen nach draußen gebracht
werden.

Es wurde mit einem Kostenaufwand von mehr als 800 Millionen Dollar in

Zusammenarbeit von Wissenschaftlern und Ingenieuren aus 10 europäischen Nationen
bei der Fa. ERNO in Bremen gebaut und ist ein Beitrag der Weltraumorganisation ESA
zum amerikanischen Raumtransporterprogramm.
Das am 28. November beginnende Unternehmen STS-9 ist der fünfte Flug der
Raumfähre COLUMBIA.

Sie wird nach 143 Erdumkreisungenzurückerwartet und soll

auf einem schon mehrfach als Piste benutzten ausgetrockneten Salzsee in der
Mojave-Wüste in Kalifornien landen.

- 7 -

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              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Reagan reicht sowjetischem Volk Hand der Freundschaft&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Erklärung zum 50. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Invasion Grenadas war gerechtfertigt&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Von Michael D. Barnes, Kongressabgeordneter der Demokratischen Partei -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Grenada ist nicht Afghanistan&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Von Theodore L. Eliot, Jr. -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Nachdruck mit freundlicher Genehmigung des Wall Street Journal (c) Copyright Dow Jones and Ind., 1983&amp;nbsp;&lt;/em&gt;</text>
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