<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<item xmlns="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5" itemId="1831" public="1" featured="0" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xsi:schemaLocation="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5 http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5/omeka-xml-5-0.xsd" uri="https://www.amerikahaus-archiv.de/items/show/1831?output=omeka-xml" accessDate="2026-11-04T01:56:31+00:00">
  <fileContainer>
    <file fileId="1842">
      <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/280602e960af8776e9e8707b7d27f52f.pdf</src>
      <authentication>3b1cbccfba42c01a114845e54b002de7</authentication>
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="4">
          <name>PDF Text</name>
          <description/>
          <elementContainer>
            <element elementId="52">
              <name>Text</name>
              <description/>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="9259">
                  <text>^^V^B

^i?

nrormciuon
und
Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America
26. Oktober 1983

43/B

INHALT

HINTERGRUNDMATERIAL
Der Abschuß des koreanischen Passagierflugzeuges
durch die Sowjets
- Behauptungen und Tatsachen -

Um Über/endung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�26. Oktober 1983

43

DER ABSCHUSS DES KOREANISCHEN PASSAGIERFLUGZEUGES DURCH DIE SOWJETS
- Behauptungen und Tatsachen -

WASHINGTON - (AD) - Der tragische Zwischenfall, bei dem am 1. September
1983 ein südkoreanisches Passagierflugzeug durch sowjetische Abfangjäger abgeschossen wurde und 269 unschuldige Menschen an Bord ihr Leben verloren, hat
die Welt schockiert. Die Sowjets stritten zunächst alles ab, dann tischten
sie massive Lügen auf und versuchten schließlich,durch falsche Behauptungen
und Anschuldigungen die Vereinigten Staaten zum Schuldigen zu machen. Objektive Beobachter werden auf die sowjetischen Machenschaften nicht hereinfallen,
aber es steht zu erwarten, daß die Propaganda Moskaus auch in den nächsten
Wochen und Monaten versuchen wird, durch Desinformation und Manipulation die
sowjetische Version des tragischen Zwischenfalls publik zu machen.
Es ist bezeichnend, daß die Sowjetunion bisher die Untersuchungen der
Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) nicht mit entsprechenden
Informationen über den Abschuß unterstützt, sondern lediglich erklärt hat,
der Zwischenfall werde weiterhin untersucht. Die Experten der ICAO konnten
in den Vereinigten Staaten, Japan und Südkorea,die volle Unterstützung gewährten, ihre Untersuchungen im "wesentlichen abschließen".
Für die

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Für die Beurteilung des Falles dürfte eine Gegenüberstellung der sowjetischen Behauptungen und der nachweisbaren Fakten von Interesse sein.
Behauptung:

"Man könnte die Allwissenheit Washingtons nur beneiden,

wenn seine Darstellung (des Zwischenfalls) auch nur ein Körnchen Wahrheit
enthielte.

Allerdings (so erklärt die New York Times) wird dieser Flugzeug-

typ von elektronischen Geräten kontrolliert, die den Piloten niemals im Stich
gelassen haben."
Tatsache:

(Iswestja, 8. Sept. 1983)
Die New York Times hat auch über Spekulationen berichtet,

daß in den Bordcomputer des Flugzeuges einprogrammierte falsche Daten der
Grund gewesen sein könnten, daß der Pilot seine Abweichung vom korrekten Kurs
nicht erkannt hat.
Behauptung: "... das ausländische Flugzeug wich Hunderte von Kilometern von seinem richtigen Flugkurs ab..., und die Regeln der internationalen
Zivilluftfahrt wurden gröblich verletzt... Es flog ohne Navigationslichter
und Warnlampen gegen einen Zusammenstoß, die Besatzung hat auf all die Aktivitäten unseres Abfangjägers nicht reagiert... Der Pilot unseres Abfangjägers hat Warnschüsse... mit Leuchtspurmunition... parallel zum Kurs des
eingedrungenen Flugzeuges abgegeben". (Darstellung des Chefs der sowjetischen
Luftverteidigung, Generaloberst Romanow, in der Prawda am 5. Sept. 83)
Tatsache: Die Bandaufnahmen während des Zwischenfalls lassen erkennen,
daß der Pilot des sowjetischen Abfangjägers dreimal berichtet hat, daß er das
Blinklicht und die Navigationslichter des Flugzeuges beobachtet hat. Aus den
Bandaufnahmen geht nicht hervor, daß der Abfangjäger Warnschüsse abgegeben
hat.
Behauptung:

(Marschall Ogarkow, Stabschef der sowjetischen Streitkräfte):

"Das ganze spielte sich in dunkler Nacht und unter Verhältnissen einer Wolkendecke am Oberrand der Schicht, in der der Eindringling flog.

Sein Flug wurde...

um 06.24 Uhr Ortszeit gestoppt; Tagesanbruch war erst 07.11 Uhr (Sonnenaufgang 07.49 Uhr)"
- 2 -

Tatsache:
'

Die

�Tatsache:

Die Piloten der sowjetischen Abfangjäger berichteten über

Sichtkontakt mit der KAL-Maschine in einem Abstand von etwa fünf Meilen, und
einer näherte sich der Boeing 747 auf rund 1,2 Meilen.

Das Mondlicht mußte

die visuelle Identifizierung erleichtern.
Behauptung:

"... Die Bodenkontrollstellen für diesen internationalen

Flug taten nichts, um die Boeing 747 zu warnen, daß sie vom Kurs abgekommen
war."

(Romanow am 5. Sept. in der Prawda).
Tatsache:

Die KAL-Maschine befand sich in einer Zone außerhalb der

amerikanischen oder japanischen Bodenradarstationen.

Unsere Kenntnis dessen,

was geschehen ist, stammt aus der späteren Übersetzung der Funkaufzeichnungen.
Behauptung A: "Warum haben die Behörden der Vereinigten Staaten und
Japans, deren Luftfahrtkontrollstellen den Flug auf dieser Route überwachen,
keine geeigneten Maßnahmen getroffen, um diese flagrante Verletzung der Souveränität der Sowjetunion zu beenden?" (Radio Moskau, 3. Sept. 20.10 Uhr GMT)
Behauptung B: (Ogarkow auf die Frage, ob amerikanische Bodenstationen
gewußt haben könnten,daß der KAL-Flug vom Kurs abgekommen war und eine Kurskorrektur hätten veranlassen können.) "Unbestreitbar hätten sie das tun
können... Wir schließen die Tatsache völlig aus, daß die Bodenstationen eine
solche Abweichung vom Kurs nicht erkannt hätten... Eine solche Abweichung
nicht zu erkennen, ich wiederhole es, ist unmöglich."
Tatsache:

Erstens, die amerikanischen oder japanischen Flugüberwacher

wußten zu keinem Zeitpunkt, während sich der Zwischenfall entwickelte, daß
die KAL-Maschine vom Kurs abgekommen oder in Gefahr war.

Nach dem Zwischen-

fall gelang durch genaueste amerikanische und japanische Nachprüfung der
elektronischen Daten eine Rekonstruktion dessen, was geschehen war.
Zweitens:

amerikanische und japanische Fluglotsen können mit ihren Radar-

schirmen nur etwa 165 bis 200 Meilen beider Enden der Flugroute zwischen
Anchorage und Tokio erfassen.

Sie verließen sich, wie normal üblich, auf
- 3 -

�üblich, auf Funkmeldungen über die Position der KAL-0G7. Diese waren routinemäßig und enthielten keinerlei Hinweise, daß die Piloten der KAL-Maschine
sich ihrer Kursabweichung bewußt waren.
Drittens, Beobachter an den Radarschirmen der japanischen Luftverteidigung sahen das Signal eines über Sachalin fliegenden Flugzeuges, aber sie
konnten nicht wissen, daß es sich um ein vom Kurs abgekommenes Zivilflugzeug
handelte, sondern mußten annehmen, daß es sich um ein im eigenen Luftraum
fliegendes

sowjetisches Flugzeug handelte.

Viertens, militärische Einrichtungen der USA auf den Aleuten sind nicht
für die Radarkontrolle von Zivilflugzeugen zuständig.

Zivilflugzeuge, die

die Aleuten überfliegen, mögen zwar passiv bemerkt werden, aber sie werden
nicht auf Einhaltung von festgelegten Luftverkehrswegen überprüft.
Fünftens, amerikanische und japanische Einrichtungen, die die internationale Notruffrequenz abhören, haben keinen Hinweis auf den Zwischenfall
verzeichnet

und auch keine sowjetischen Versuche, mit dem Flug KAL-007 auf

dieser Frequenz in Kontakt zu treten.
Sechstens, es gibt entlang des Luftverkehrsweges R-20 zwischen Alaska
und Japan keine zivilen Funk- oder Navigationshilfen, weil sich die Sowjets
weigern, an solchen Einrichtungen mitzuarbeiten.
Behauptung

(Ogarkow):

"Die amerikanische Seite hat aus irgendwelchen

Gründen bisher nur die Funkaufzeichnungen der sowjetischen Seite veröffentlicht, der sowjetischen Piloten. Aber sie hat die Funkaufzeichnungen des
Flugverkehrs auf der eigenen Seite nicht veröffentlicht."
Tatsache: Die (amerikanische Luftfahrtbehörde) FAA hat große Anstrengungen unternommen, verwendbare und voll verständliche Bandaufnahmen des gesamten FAA-Verkehrs mit und im Zusammenhang mit diesem KAL-Flug zusammenzutragen. Diese Aufnahmen wurden bald nach dem Abschuß freigegeben. Diese Bänder

- 4 -

�Diese Bänder und ähnliche Aufnahmen aus Tokio lassen erkennen, daß weder
der KAL-Pilot, noch

die FAA, noch japanische Bodenstellen erkannt hatten,

daß Flug KAL-007 von der internationalen Route R-20 abgekommen war, bis die
sowjetischen Raketen die Boeing 747 trafen.
Behauptung A:

(Ogarkow auf die Frage der ABC-Korrespondentin Pamela

Taylor nach "festen Beweisen", daß die 747 ein Aufklärungsflugzeug gewesen
sei.)

"Alle Analysen des Verhaltens dieses Flugzeuges, die Route...

und

die Art des Fluges sowie die Analyse der Interaktion zwischen diesem Flugzeug und anderen Flugzeugen in der Kamtschatka-Zone plus die Wahl, den Flug
so zu lenken, daß er Zonen mit Luftabwehrraketen-Anlagen vermied, aber sehr
wichtige sowjetische Verteidigungsanlagen berührte und schließlich ein Verhalten, das für ein normales Flugzeug gänzlich unverständlich ist, wie etwa,
auf keinerlei Warnungen zu reagieren..."
Behauptung B:

(Ogarkow auf die Frage eines Korrespondenten nach echten

sowjetischen Beweisen, daß ein Zusammenhang zwischen der RC-135 und der 747
bestand.)

"Welchen Beweises bedarf es noch, wenn das Flugzeug 500 km von

der vorgesehenen Route abkam und zwei Stunden lang über sowjetischem Territorium flog...

Das ist durch unsere Funkeinrichtungen dokumentiert...

Alle

Befehle wurden ebenfalls registriert und dokumentiert... Wir sehen keine Notwendigkeit, etwas zu beweisen, was völlig offenkundig ist."
Tatsache:

Erstens, das südkoreanische Flugzeug hatte keine amerikanische

Aufklärungsaufgäbe.

Die Vereinigten Staaten setzen keine Maschinen der Zivil-

luftfahrt für Aufklärungszwecke ein.

Auf wie schwachen Füßen die Behauptung

Moskaus steht, geht daraus hervor, daß Ogarkow nicht in der Lage ist, irgend
etwas anderes als Schlüsse und glatte Behauptungen als "Beweis" vorzulegen.
Zweitens, die Besatzung der RC-135 hatte keinerlei Kontakt mit der KAL007.

Die amerikanische Maschine befand sich auf einem Flug zur Beobachtung

der Einhaltung von Rüstungskontroll Vereinbarungen.

Während der Stunde, die

zum Abschuß der 747 führte, war die RC-135 längst in Alaska gelandet.
beiden Flugzeuge befanden sich zu keinem Zeitpunkt in
- 5 -

Die

einer "Interaktion"

�einer "Interaktion" oder "Koordination".

Eine Rekonstruktion ihrer Flug-

routen und Positionen auf der Karte zeigt, daß sie niemals "zusammen flogen",;"
wie die Sowjets das behauptet haben.

Sie waren sich zu keinem Zeitpunkt nä-

her als 75 Seemeilen gekommen.
Drittens, es gibt Grund zu der Annahme, daß die Identität des Flugzeuges
nicht das Hauptanliegen der Offiziere der sowjetischen Luftverteidigung war.
Im Jahr 1978 hatten sie, selbst nachdem sie den KAL-Flug, der in das Gebiet
von Murmansk abgekommen war, eindeutig als Zivilflugzeug identifiziert hatten,
den Piloten des Abfangjägers angewiesen, das Flugzeug abzuschießen.
Behauptung (Ogarkow):

"Das slidkoreanische Flugzeug drang in der durch

sowjetische Radarsysteme abgedeckte Zone genau in dem Gebiet ein, wo ständig
amerikanische Aufklärungsflugzeuge patrouillieren...

Wir entdeckten diesmal

um 02.45 Uhr Ortszeit am 1. September in diesem Gebiet ein Aufklärungsflugzeug vom Typ RC-135... auf einer etwas merkwürdigen Patrouille.

Um 04.51 Uhr

wurde auf dem Radarschirm ein analoges Signal zu dem der RC-135 in der gleichen
Region und in der gleichen Höhe - 8000 Meter - festgestellt.

Die Flugzeuge

näherten sich einander (bis zu einer völligen Deckungsgleichheit der Signale
auf dem Radarschirm) und flogen eine Zeitlang zusammen (etwa 10 Minuten).
Dann schlug das eine Kurs nach Alaska ein, während das zweite Richtung
Kamtschatka flog.

Natürlich wurde daraus der Schluß gezogen, daß sich...

ein Aufklärungsflugzeug dem sowjetischen Luftraum nähere...
Beide Flugzeuge handelten konzertiert.

Ihre Flüge wurden so durchge-

führt, daß sie die Luftlage komplizieren und unsere Luftverteidigung verwirren sollten.

Darüber hinaus muß die RC-135 das erste Stadium des Fluges

der Boeing 747 kontrolliert und zu diesem Zeitpunkt die Maßnahmen unseres
Luftverteidigungssystems verfolgt haben."
Tatsache: Erstens, die amerikanische RC-135 befand sich auf einem
routinemäßigen Aufklärungsflug in internationalem Luftraum außerhalb
Kamtschatkas und kontrollierte die sowjetische Einhaltung der SALT-Verträge.

- 6 -

�SALT-Verträge.

Die sowjetische Luftverteidigung selbst überwacht solche

Flüge schon seit langem und oft genug, um zu erkennen, daß das KAL-Flugzeug
sich ganz anders als alle amerikanischen Aufklärungsflugzeuge verhielt.
Man kann auch davon ausgehen, daß durch diese Überwachung jene 40 bis 50 Zivilflugzeuge erfaßt werden, die täglich auf den Routen des nordwestlichen
Pazifik verkehren,und daß sie daher mit deren Verhalten und Funksignalen
vertraut ist.
Zweitens, es gab keine Verbindung zwischen der RC-135 und dem KAL-FlugDer kürzeste Abstand zwischen den beiden Flugzeugen betrug 75 Seemeilen;
und die RC-135 kreuzte die Flugbahn der KAL-Maschine erst, nachdem diese bereits 300 Meilen weiter geflogen war. Es hätte daher hinsichtlich der Identität der Flugzeuge bei den Sowjets keine Verwirrung geben dürfen.
Drittens, die Behauptung, die RC-135 sei dort gewesen, um den KALFlug zu kontrollieren oder zu überwachen, ist absurd. Die Erklärung, die
Flugzeuge seien 10 Minuten lang zusammen geflogen, ist schlicht und einfach
falsch; und ein Mindestabstand von 75 Seemeilen würde nicht zu einer Deckung
der Abbilder auf dem Radarschirm geführt haben. Dieser Teil der sowjetischen
Darstellung ist völlig aus der Luft gegriffen, um die Falschbehauptung zu
unterstützen, wonach die KAL-007 eine amerikanische Spionageaufgabe hatte.
Behauptung (Ogarkow): "Das über Kamtschatka eingedrungene Flugzeug
reagierte auf keinerlei Anfragen der sowjetischen Bodenkontrolle oder von
Flugzeugen der Luftverteidigung. Gleichzeitig fingen Funküberwachungsstationen kurze, in regelmäßigen Abständen ausgesandte, verschlüsselte Signale
auf,... wie sie normalerweise für die Übermittlung von Geheimdaten verwendet werden."
Tatsache:

Erstens, die Berichte des Piloten an die Bodenkontrolle zeig-

ten keinerlei Rufe an ihn auf dem internationalen Notrufkanal; und ein solcher Ruf wurde weder von der japanischen Luftüberwachung, noch von irgendeinem anderen Flugzeug im dortigen Luftraum aufgefangen.
Zweitens, es

�Zweitens, es gibt keinerlei Beweise dafür, daß der koreanische Pilot
überhaupt irgendwelche sowjetische optische Signale erhielt.
Drittens, eine sorgfältige Überprüfung aller verfügbaren Beweise über
den Zwischenfall führte zu der Schlußfolgerung, daß die "verschlüsselten
Signale" nur ein pieptonartiges Signal der "SelcaV'-Anlage ("Selective callup") des KAL-Flugzeuges gewesen sein konnten, das Flugzeuge routinemäßig
einsetzen, um Bodenstationen zu benachrichtigen, daß Sprechfunkverkehr folgen werde.

Es ist schwer vorstellbar, daß die sowjetischen Kontrolleure,

in einem so vielbeflogenen Luftraum tätig, mit diesen Signalen nicht vertraut gewesen sein sollten. Man muß daher zu der Schlußfolgerung gelangen,
daß dies ein weiterer, durchsichtiger Versuch der Sowjets ist, die Behauptung eines "Spionageflugzeuges" zu erhärten.
Behauptung (Ogarkow):

"Im Bereich der Insel Sachalin wurde das Verhal-

ten des eindringenden Flugzeugs unerhört...
schüsse der sowjetischen Abfangjäger.

Es reagierte nicht auf die Warn-

Zudem begann es,gleichzeitig seine

Richtung, seine Flughohe und -geschwindigkeit zu ändern in dem offenkundigen
Bemühen, den Flugzeugen der Luftabwehr zu entkommen...

Es gibt keinen Zwei-

fel mehr darüber, daß es sich hier um ein Aufklärungsflugzeug handelte...
(über) dem südwestlichen Teil Sachalins wurde der letzte Versuch unternommen,
es zur Landung auf einer Landebahn zu zwingen, weshalb viermal Warnschüsse
mit insgesamt 120 Spurengeschossen abgegeben wurden... Ein Abfangjäger erhielt den Befehl, den Flug des Eindringlings mit Raketen zu stoppen; der
Befehl wurde ausgeführt.
Tatsache:

Erstens, in der Tonbandaufnahme eines sowjetischen Piloten

wird vom Abfeuern der Bordkanone gesprochen.
verwendet wurde oder nicht:

Gleich, ob Leuchtspurenmunition

Der KAL-Pilot zeigte durch nichts an, die Warn-

maßnahmen der Sowjets gesehen oder gehört zu haben.
Zweitens, der KAL-Pilot hatte per Funk durchgegeben, daß seine Position
südöstlich von Hokkaido sei. Er hatte von der japanischen Bodenkontrolle um

- 8 -

�Bodenkontrolle um Erlaubnis gebeten, von 32 000 auf 35 000 Fuß zu steigen
- ein normaler Vorgang, um Treibstoff einzusparen - und diese auch erhalten.
Natürlich war mit diesem Aufstieg der 747 ein gewisser Geschwindigkeitsverlust verbunden.
Drittens, offenkundig war sich der Pilot auch dann noch nicht der Tatsache bewußt, daß er vom Kurs abgekommen war und sowjetische Abfangjäger in
der Nähe waren - und hatte daher auch keinen Grund, mit dem Flugzeug Fluchtmanöver durchzuführen. Die einzige Mitteilung aus den aufgenommenen Stimmen
der sowjetischen Piloten, die sich auf diesen Aspekt bezieht, ist die Information des SU-15 Piloten, daß "das Ziel seine Geschwindigkeit verringert.
Ich gehe um es herum; ich befinde mich bereits vor dem Ziel." Dies fand
statt, als das Flugzeug auf größere Höhe aufstieg.
Behauptung:

"Es war, als ob sich das Flugzeug im Schutz der Nacht

über unser Territorium hinwegstehle.

Es gibt keinen Zweifel daran, daß es

sich um einen mutwilligen Akt und um eine grobe antisowjetische Provokation
handelte...

Der sowjetische Pilot wußte nicht genau, daß (es sich hierbei

um ein Zivilflugzeug handelte)... Seine Umrisse sind denjenigen des amerikanischen RC-135 Aufklärungsflugzeuges sehr ähnlich.

Der Pilot war nicht in

der Lage, herauszufinden, welche Funktionen das eingedrungene Flugzeug
durchführte...
Tatsache:

Erstens, ganz deutlich ist dies der Versuch, eine plausible

Erklärung für das unentschuldbare Versagen zu finden, die KAL-Maschine korrekt
zu identifizieren.
Zweitens, bei Nichterkennung von Identität und "Funktion" des Flugzeuges
durch den Piloten wäre umso mehr Grund vorhanden gewesen, das Flugzeug nicht
abzuschießen.
Drittens, die Sowjets hatten das Flugzeug rund zweieinhalb Stunden
lang verfolgt.

Ein sowjetischer Abfangjäger kam bei klarem Mondlicht sogar

- 9 -

�Mondlicht sogar bis auf zwei Kilometer an die 747 heran.

Mehrere Tage nach

dem Abschuß wurde das Flugzeug im Moskauer Fernsehen als "gigantisch" bezeichnet, also ob diese Eigenschaft der 747 gerade entdeckt worden wäre.
Viertens, sogar, falls die Umrisse der Maschine es ihnen nicht ermöglicht hätte, die 747 von einer RC-135 zu unterscheiden, so hätten doch die
Blink- und Navigationslichter sowie seine Funksprüche dazu führen müssen, es
von einem Zivilflugzeug zu unterscheiden, das vom Kurs abgekommen war.
Fünftens, eine klare Analyse des Vorfalls muß daher zu dem Schluß führen,
daß die Sowjets schlicht nach der Devise vorgingen:

Erst schießen, dann

fragen.

"Geplante Provokation" durch "Spionageflugzeug"
In der ersten Woche nach dem Abschuß des KAL-Flugzeuges entwickelte die
Sowjetunion die Grundthemen, die zur Verteidigung der sowjetischen Handlungsweise genutzt werden sollten: (1) Die Vereinigten Staaten hätten der Maschine
KAL 007 eine Geheimdienstaufgabe zugewiesen,und (2) im Fall eines Abschusses
würden die Vereinigten Staaten den Vorfall dazu nützen, die Ost-West-Beziehungen zum Zweck einer ganzen Reihe unterstellter Motive Washingtons zu verschlechtern. Die Schärfe, mit der diese Unterstellungen vorgebracht wurden,
zeigt deutlich Moskaus Unbehagen angesichts der weltweiten Reaktion und seine
Hoffnung, Anhänger für die Idee zu finden, es sei Washington, wo gelogen
werde.
Behauptung (Ogarkow):

"Es gibt unwiderlegliche Beweise dafür, daß das

Eindringen des...(KAL)-Flugzeuges in sowjetischen Luftraum eine mutwillige,
sorgfältig geplante Geheimdienstoperation war...

und von bestimmten Zentren

auf dem Gebiet der Vereinigten Staaten und Japans gelenkt wurde."
Tatsache:

- 10 -

Falsch.

�Tatsache:

Falsch.

Als Beweis für diese Behauptung bietet die Sowjet-

union nichts als ihre Fragen, Unterstellungen und Verdächtigungen.

Die Ver-

einigten Staaten beziehen keine Zivilflugzeuge in ihre nachrichtendienstlichen
Aktivitäten ein.
Behauptung:

"... Das Szenario für das Auftauchen (der KAL-Maschine)

wurde in all seinen Einzelheiten auf der anderen Seite des Ozeans entworfen,
(wo) sie das Leben so vieler Menschen riskierten...

Diese sind noch weitere

Opfer des 'Kalten Krieges', für den das Weiße Haus eintritt und in dem es ein
Meister ist.

Die Geschichte wird es dafür zur Verantwortung ziehen."

(Prawda, 5. Sept. 83)
Tatsache: Es gab kein amerikanisches Szenario. Diese Darstellung des
Vorfalls dürfte ein Spiegelbild jener Art von Aktionen sein, wie sie Moskau
schon in der Vergangenheit befohlen hat. So gibt es eine ganze Reihe von
Hinweisen darauf, daß Aeroflot-Maschinen nachrichtendienstliche Aufgaben
durchgeführt haben, wobei sie von den vorgeschriebenen Routen abwichen, um
wichtige militärische Einrichtungen des Westens zu überfliegen.
Behauptung:

"(Amerikanische Quellen)... verbreiten zynisch Informa-

tionen über Spionagetätigkeit der USA an der Ostgrenze unseres Heimatlandes.
All das bestätigt nur, daß (die KAL-Passagiere)... Opfer einer monströsen
Provokation von noch nie dagewesener Perfidie wurden. (Iswestija, 7. Sept. 83)
Tatsache:

Moskau und die ganze Welt wissen, daß die UdSSR genau wie

die Vereinigten Staaten gemäß unseren bilateralen Rüstungskontroi labkommen
ganz normal und routinemäßig die gegenseitige Einhaltung dieser Abkommen
überwachen und dabei "nationale technische Mittel" einsetzen. Eine solche
Beschreibung dieser akzeptierten Realität unserer heutigen Welt ist schlicht
und einfach schlechte Propaganda.
Behauptung:

"...

Die Hände des CIA, die Hände des Pentagon

und...

die Hände des militärisch-industriellen Komplexes der USA programmierten

i
11

�USA programmierten den tragischen Verlust der südkoreanischen Maschine und
opferten diese Maschine auf dem Altar des Egoismus der herrschenden Kreise
der USA.
Die Hauptfrage ist, warum sich die südkoreanische Maschine in sowjetischem Luftraum befand...

Reagan sagte, niemand werde jemals wissen, wer

diese Route in den Computer des Flugzeugs eingab.

Aber er wurde in Washington

programmiert... von jenen, die Zugang zum Flugzeug und zu seinem Flugprogramm
hatten.

(TASS, 10. Sept. 83)

Tatsache:

Erstens, die Theorie einer nachrichtendienstlichen Aufgabe,

die Moskau aufstellen will, baut sich auf nichts anderem als auf sowjetischen
Verdächtigungen, auf Befürchtungen und auf fabrizierten Unterstellungen auf und
zeigt die Mentalität des Kreml in sehr schlechtem Licht.
Zweitens, die Vereinigten Staaten haben die bekannten Fakten des Falles
offen dargelegt.

Die UdSSR hingegen hat sich den zu recht stellenden Fragen

über dieses Massaker an 269 Menschen in einem Zivilflugzeug entzogen.

In dem

Maß, in dem die sowjetische Regierung wirklich glaubt, die meisten vernünftig
urteilenden Menschenwürden dies nicht sehen, besteht in der nichtkommunistischen
Welt umso mehr Grund, hinsichtlich der Ost-West-Beziehungen für die Zukunft
Bedenken anzumelden.
Drittens, der wirkliche Grund dafür, daß die KAL-Maschine vom Kurs abkam, wird unbekannt bleiben, bis die Daten des Flugaufzeichnungsgerätes gefunden und analysiert werden können.

Piloten, die Erfahrung mit der 747

haben, haben ihre Hypothesen für mögliche Vorkommnisse an Bord der Maschine
und für Probleme mit der Ausrüstung vorgebracht, wodurch die KAL-007 vom Kurs
hätte abgekommen sein können.

Sie stellen zugleich fest, daß solche Abwei-

chungen bei allen Fluglinien, einschließlich der Aeroflot, vorkommen.
Viertens, die sowjetische Behauptung, wonach die Maschine in den sowjetischen Luftraum wegen einer amerikanischen "Spionageaufgabe" eingedrungen sein

- 12 -

�eingedrungen sein soll, ist reine Erfindung. Die amerikanischen "nationalen technischen Mittel" zur Überwachung der Rüstungskontroi labkommen mit
den Sowjets sind völlig angemessen, um ihre Arbeit zu tun.
Fünftens, die sowjetische Propaganda befolgt offensichtlich den Befehl
dife Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit von der Tatsache abzulenken, daß
die UdSSR ihre eigenen "nationalen technischen Mittel" zum gleichen Zweck
und ebenso umfangreich einsetzt und daß die weitverbreitete und offenkundige
Spionage und subversiven Aktivitäten dazu geführt haben, daß über 200 sowjetische Agenten während der letzten Jahre aus Staaten der Freien Welt ausgewiesen wurden.
Behauptung: "... Warum dieser weltweite Aufschrei? Weil Washington
glaubt: Je schlechter die Atmosphäre in der Welt, umso besser die Situation
für die Durchführung der imperialistischen Pläne der Vereinigten Staaten und
der NATO; desto leichter auch für sie, Abkommen zur Einhaltung des Wettrüstens auszuweichen, durch die die Menschheit der nuklearen Bedrohung entkommen könnte." (Moskauer Fernsehen um 13.00 Uhr MEZ am 4. Sept. 83)
"Die amerikanische Administration startet eine plumpe antisowjetische
Kampagne..., (deren) Anstifter... mutwillig Leidenschaften entzünden und
eine Täuschung auf die andere häufen... Die Provokateure werden ihrer Verantwortung für diesen kriminellen Akt gegenüber der UdSSR, ihren souveränen
Rechten und ihre Sicherheitsinteressen nicht entgehen." (TASS 16.28 Uhr MEZ
4. Sept. 83)
Tatsache: Erstens, praktisch alle Kommentatoren der Freien Welt lachen
über die sowjetische Behauptung, daß die Vereinigten Staaten ein Zivilflugzeug für die Sammlung von Nachrichtenmaterial benutzen könnten.
Zweitens, der "weltweite Aufschrei" gilt dem'Abschuß, gilt Moskaus zynischen Lügen und der lächerlichen Vertuschungsgeschichte, die dort aufgetischt wurde.

Die klare Beweislage zeigt, daß Moskau so von seiner Sicher-

heit besessen ist, daß kaltblütig 269 Männer, Frauen und Kinder in einem Zi- 13 -

�in einem Zivilflugzeug ermordet werden.
Drittens, die gesamte sowjetische Reaktion zeigt die Schwäche des Falls:
Es gab zur Verteidigung nichts anderes als die Lüge.
Behauptung A (Ogarkow):

"Die Aktionen (der sowjetischen Luftverteidi-

gung) wurden in strikter Einhaltung von Verfassung und Gesetz der UdSSR und
bestehender internationaler Abkommen durchgeführt.

Es ist souveränes Recht

eines jeden Staates, seine Grenzen, einschließlich seines Luftraumes, zu verteidigen."
Behauptung B: "Die Vereinigten Staaten versuchen..., den Sicherheitsrat
dazu zu mißbrauchen, Staaten das souveräne Recht zu bestreiten, ihre Sicherheit zu gewährleisten, obgleich auch die Charta der Vereinten Nationen dieses
Recht garantiert."

(TASS, 09.38 Uhr MEZ, 4. Sept. 83)

Tatsache: Erstens, auf der Sitzung des Sicherheitsrates der Vereinten
Nationen sprach der Vertreter von Singapur praktisch für die ganze Staatengemeinschaft, als er sagte: "Wir müssen... verlangen, daß die Sowjetunion
ihre Gesetze und Regeln in Einklang mit internationalem Recht bringt."
Zweitens, die überwältigende Mehrheit der Staaten dieser Welt machte
durch ihre Erklärungen während der Beratungen des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen, auf den Treffen der Internationalen

Zivilluftfahrtorgani-

sation und während des Treffens der Welttourismusorganisation in Neu Delhi
ihren deutlichen Widerspruch gegen die Behauptung Moskaus deutlich, wonach
die Bedenken eines Staates hinsichtlich Souveränität, Sicherheit und "geheiligte^ Grenzen" die Besorgnis um den Schutz unschuldigen Lebens und des internationalen Transportes übersteigen können.
Drittens,keinerlei internationale Regelungen lassen zu, daß ein Flugzeug eines anderen Staates in Friedenszeiten abgeschossen wird.

Das Völker-

recht duldet nicht das Abschießen von Zivilflugzeugen, ganz gleich, welche
Verdachtsmomente es hinsichtlich seiner Funktion geben möge.
Viertens, sowjetische
- 14 -

�Viertens, sowjetische Flugzeuge haben in vielen Fällen den Luftraum
anderer Staaten verletzt, dies zuweilen sogar eindeutig absichtlich.
hier versucht Moskau, zweierlei Maßstäbe anzulegen.

Auch

Letztlich bedeutet der

sowjetische Anspruch, daß jedwede Art von Maßnahme durch seine eigene, extreme Unsicherheit gerechtfertigt wäre.
Behauptung: "Reagan hat die amerikanische Version des Vorfalls dargelegt, eine Version, die von der CIA ausgearbeitet wurde und sich auf verleumderische Konstruktionen gegen die Sowjetunion stützt... (Er bedrohte)
uns mit Sanktionen und... sagte, die Sowjetunion hätte angeblich kein gesetzliches oder moralisches Recht und keine Rechtfertigung, hinsichtlich des
Flugzeuges Schritte zu unternehmen... Aber nur jemand, der mit den Fragen
des Völkerrechts nicht vertraut ist, kann eine solche Erklärung abgeben...
Was würde der amerikanische Präsident sagen, wenn z.B. morgen... ein sowjetisches Flugzeug über geheime Landesteilen der Vereinigten Staaten auftauchen
würde?" (Moskauer Fernsehen am 6. Sept. 83)
Tatsache:

Erstens, die Reaktion der Vereinigten Staaten und der anderen

Staaten der freien Welt auf diesen Vorfall waren sorgfältig auf die Fakten
ausgerichtet und zeigen ein volles Verständnis für die entsprechenden Fragen
des Völkerrechts und der moralischen Komponente.
Zweitens, sowjetische Flugzeuge tauchten in der Tat wiederholt im Luftraum vieler Staaten auf, wozu sie kein Recht hatten. Sie wurden dabei ertappt und zum Abflug veranlaßt. Kein anderer Staat hat sich jemals das Recht
angemaßt, sie abzuschießen.
Behauptung:

(Der Stellvertretende Chef der Internationalen Abteilung

der KPdSU, Samjatin):

In Anspielung auf einen Aeroflot-Flug über Neuengland

im Jahr 1981) "Bei Überprüfung stellte sich heraus, daß auch in diesem Fall
das Aeroflot-Flugzeug die von der amerikanischen Luftfahrtbehörde genehmigte
Flugroute strikt eingehalten hatte. Aeroflot legte hierfür Beweise vor, und
die amerikanische Zivilluftfahrtbehörde (CAB) war bereit, ihre vorherige Ent-

- 15 -

�vorherige Entscheidung rückgängig zu machen.

Dennoch schickte das amerika-

nische Außenministerium dieser Behörde einen Brief, wonach Aeroflot, gleich,
ob seine Beweise richtig oder falsch seien, bestraft werden müsse."
Tatsache:
dient.

Dies ist eine falsche Darstellung, die nur den eigenen Zwecken

Am 8. November 1981 wichen die Aeroflot-Flugzeuge sowohl auf dem Hin-

ais auch auf dem Rückflug Moskau-Washington deutlich von ihrer für den amerikanischen Luftraum über Neuengland vorgeschriebenen Flugroute

ab und folgten

einem Kurs, der über die Pease-Luftwaffenbasis in New Hampshire wie auch über
die Groton-Atomunterseeboot-Anlage in Connecticut führte. Als amerikanische
Reaktion wurde über Aeroflot ein Flugverbot für zwei Flüge verhängt.
Behauptung:

"In Washington träumte man von einem großen Schlag, mit dem

man die propagandistische und politische Lage verändern und die Aufmerksamkeit
der Menschen von den Friedensinitiativen der Sowjetunion ablenken könnte und
wodurch gleichzeitig Washington eine Lösung für seine großen internationalen
Probleme finden würde.

Der nur allzu bekannte Vorfall mit der südkoreanischen

Maschine war eine solche Sache.

Sogleich nach dem Vorfall wurde - nach einem

im vorhinein ausgearbeiteten Plan - in den Vereinigten Staaten eine breitangelegte Propagandakampagne gestartet, deren Tonlage von Präsident Reagan selbst
angegeben wurde...

Gleich zu Beginn wurde behauptet, mit der Sowjetunion

seien angeblich überhaupt keine Abkommen möglich, sie verstünde angeblich nur
die Sprache der Stärke,und deshalb sei es notwendig, sich zu bewaffnen.
aber ist eine offenkundig abenteuerliche Politik."

(Radio

Dies

Moskau am 7.

Sept. 83)
Tatsache:

Erstens, die Tatsache, daß Washington natürlich erst nach dem

Vorfall etwas davon wissen konnte, wischt dieses ganze konstruierte Argument
der Moskauer Rundfunkkommentatoren beiseite.
Zweitens, hinsichtlich der amerikanischen Reaktion kann man zwischen den
Zeilen sogar eine gewisse Bewunderung und Neid für die Schnelligkeit und die
Qualität der Reaktion der amerikanischen Regierung lesen.

Die Demokratie

muß nicht unbedingt weniger effizient funktionieren als ein autoritäres Re- 16 -

�autoritäres Regime.
Behauptung A:

"Die Reagan-Administration... (zielt darauf ab), die

internationale Atmosphäre so weit aufzuheizen, daß sie dann eine Politik der
uneingeschränkten Militarisierung der Vereinigten Staaten und der offenen
Vorbereitung des thermonuklearen Krieges führen...

(und) alle Anstrengungen

der friedliebenden Kräfte zunichte machen kann...

Man kann Washingtons

Streich nur... als absichtlichen Mord bezeichnen.

(TASS, Internationaler

Dienst in russisch, 7. Sept. 83)
Behauptung B: "Der Vorfall... fand zu einer für Washington 'günstigen'
Zeit statt... am Vorabend... einer neuen Runde der Genfer TINF-Verhandlungen..., am Vorabend der letzten Schritte der Madrider Konferenz und am
Vorabend (der Beratungen des Kongresses über) eine Abstimmung des neuen, noch
gewaltigeren Rüstungshaushaltes für das Wettrüsten... Jene, die die Computer
des südkoreanischen Flugzeuges programmierten, wissen sehr genau, daß in...
einer Atmosphäre der Hysterie es leichter ist, das Wettrüsten aufzuheizen,
ihre widerspenstigen Verbündeten in den Militärblöcken in Schach zu halten
und leichter eine Lösung der Probleme von Krieg und Frieden zu vermeiden...
Die Geschichte kennt viele Beispiele, wo Aggressoren und Eroberer unbewaffnete Frauen, alte Männer und Kinder vor ihren Horden hergetrieben haben...
Nein, die Herzen der Herrschenden in Washington sind nicht mit den unschuldigen Opfern dieses programmierten Aktes der Provokation. Ihre Herzen und
Seelen... greifen nach der Weltherrschaft." (Istwestija, 7. Sept. 83)
Behauptung C:

"Der Plan war offensichtlich so, daß das Flugzeug, das

sich als Zivilmaschine ausgab, entweder seine Geheimdienstmission erfüllen
würde oder aber für den Fall, die sowjetischen Luftverteidigungskräfte würden seinen Flug beenden, sogleich eine fanatische antisowjetische Kampagne
einsetzen würde.

Nunmehr ist klar, daß die zweite Option zum Einsatz kam.

(TASS, 10. Sept. 83)
Tatsache, Erstens,

- 17 -

�Tatsache:

Erstens, Moskau

unternimmt offensichtlich den Versuch, das

zu vertuschen, was sich bei der Anhörung des Sicherheitsrates der Vereinten
Nationen vom 6. September 1983 ergeben hat:

Daß nämlich praktisch niemand

an die "Spionageflugzeug"-Geschichte oder die wüsten Unterstellungen glaubt,
die Moskau gegenüber den Vereinigten Staaten vorgebracht hat.
Zweitens, die Sowjetunion wurde also dabei ertappt, wie sie selbst Propaganda verspritzt, während die übrige Welt Reue und Wiedergutmachung erwartet.
Drittens, nur Nationen und Menschen mit Werten, die nicht durch Ideologie und ein paranoisches Gefühl von Unsicherheit verzerrt sind, ist eine Tragödie wie diese niemals "passend".
Viertens, da die Vereinigten Staaten auf keine Weise die KAL-Maschine
"benutzten", sind alle Unterstellungen hinsichtlich eines konspirativen amerikanischen politischen Komplotts oder einer "geplanten Provokation" vollkommene Fantasiegebilde.
Fünftens, die Kaltblütigkeit des sowjetischen Abschusses und der Zynismus Moskaus bei dem darauffolgenden massiven Versuch, den Vereinigten
Staaten die Schuld zuzuweisen, erklärt die Entrüstung der freien Welt. Die
Reaktion der amerikanischen Regierung kann angesichts der Umstände des Falles
nur zurückhaltend genannt werden. Die Hysterie, wenn es denn welche gab,
zeigte sich in den wütenden Bemühungen der Sowjetunion, von einer gerechten
Beurteilung ihres Verhaltens durch die Weltmeinung abzulenken.

- 18 -

�</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </file>
  </fileContainer>
  <collection collectionId="4">
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="6534">
                <text>Dokumente</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </collection>
  <itemType itemTypeId="19">
    <name>Digitalisat</name>
    <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
  </itemType>
  <elementSetContainer>
    <elementSet elementSetId="1">
      <name>Dublin Core</name>
      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
      <elementContainer>
        <element elementId="40">
          <name>Date</name>
          <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="9255">
              <text>26.10.1983</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="50">
          <name>Title</name>
          <description>A name given to the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="9256">
              <text>Amerikadienst 26.10.1983</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="51">
          <name>Type</name>
          <description>The nature or genre of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="9257">
              <text>Digitalisat</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="39">
          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="9258">
              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="41">
          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="13755">
              <text>&lt;strong&gt;1. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Der Abschuss des koreanischen Passagierflugzeuges durch die Sowjets&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Behauptungen und Tatsachen -&lt;/em&gt;</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
      </elementContainer>
    </elementSet>
  </elementSetContainer>
</item>
