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nformotion
und
Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

43/A

26. Oktober 1983
INHALT

DOKUMENTATION
Reagan gibt multinationalen Einsatz auf Grenada bekannt
- Pressekonferenz mit Ministerpräsidentin Charles von Dominica Reagan: USA handeln im Libanon für die Sache des Weltfriedens
- Erklärung des Präsidenten vor Zeitungs- und Rundfunkredakteuren US-Außenminister bezeichnet Syrien, Sowjetunion und Iran als
Feinde des Friedens im Libanon
- Erklärung von Shultz vor dem US-Kongreß Reagan:

USA werden am Konferenztisch in Genf ausharren

- Pressekonferenz des US-Präsidenten HINTERGRUNDMATERIAL
Rüstungskontrolle und Ost-West-Beziehungen
- Von Richard R. Burt, Unterstaatssekretär für europäische Angelegenheiten im US-Außenministerium Lech Walesa mit dem "Shelby Cullom Davis-Preis" ausgezeichnet
- Von unserer Korrespondentin Judy Aita WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Raumfahrt fester Bestandteil der US-Politik
- Präsident Reagan zum 25. Jahrestag der Gründung der NASA -

Um Übcr/cn Jung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 B o n n 2

Tel.:0228-339 2035
Telex: 8-85432

�I

Dokumentation
United States Information Service
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43

26. Oktober 1983

REAGAN GIBT MULTINATIONALEN EINSATZ AUF GRENADA BEKANNT
Pressekonferenz mit Ministerpr'äsidentin Charles von Dominica

WASHINGTON - (AD) - Präsident Ronald Reagan gab am 25. Oktober 1983
einen multinationalen Einsatz mit Unterstützung der Vereinigten Staaten zur
Wiederherstellung von Ordnung und Demokratie auf der Karibikinsel Grenada
bekannt. Auf einer Pressekonferenz zusammen mit der Ministerpräsidentin
des Inselstaates Dominica teilte er mit, daß auf Ersuchen der Organisation
Ostkaribischer Staaten Einheiten dieser Staaten auf der Insel gelandet sind.
Die Pressekonferenz hat folgenden Wortlaut:
Präsident Reagan:

Meine Damen und Herren, am Sonntag, dem 23. Oktober,

erhielten die Vereinigten Staaten ein dringendes, formelles Ersuchen von
fünf der Mitgliedstaaten der Organisation Ostkaribischer Staaten, eine gemeinsame Anstrengung zu unterstützen, auf der Insel Grenada Ordnung und Demokratie wiederherzustellen.
Wir sind

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Wir sind diesem Ersuchen nachgekommen, uns an einer multinationalen
Anstrengung mit Kontingenten aus Antigua, Barbados, Dominica, Jamaica,
St. Lucia, St. Vincent und den Vereinigten Staaten zu beteiligen.

Ich muß

hinzufügen, daß zwei dieser Länder, Barbados und Jamaica, nicht Mitglied
der Organisation sind, aber von der Organisation Ostkaribischer Staaten als
erste angesprochen - wie auch wir später - und gebeten wurden, an dem Unternehmen mitzuwirken.

Dann schlössen sich alle einstimmig in der Bitte an

uns zusammen, mitzuwirken.
In den frühen Morgenstunden des heutigen Tages begannen Streitkräfte
aus sechs karibischen Demokratien und den Vereinigten Staaten eine Landung
- bzw. mehrere Landungen - auf der Insel Grenada in der östlichen Karibik.
Wir haben diese entscheidende Aktion aus drei Gründen unternommen:
Von erster und oberster Bedeutung ist der Schutz unschuldiger Leben,
einschließlich von 1000 Amerikanern, deren persönliche Sicherheit selbstverständlich mein überragendes Anliegen ist.
•

Zweitens geht es um die Verhinderung eines weiteren Chaos.
Drittens wollen wir bei der Wiederherstellung von Recht und Ordnung
und von Regierungsinstitutionen auf der Insel Grenada helfen, wo eine brutale Gruppe linker Schurken mit Gewalt die Macht an sich gerissen, den Ministerpräsidenten, drei Kabinettsmitglieder, zwei Gewerkschaftsführer und
andere Zivilisten, einschließlich Kinder, ermordet hat.
Um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen: Diese kollektive Maßnahme ist uns durch Ereignisse aufgezwungen worden, die in der Ostkaribik
beispiellos sind und die nicht in eine zivilisierte Gesellschaft gehören.
Es geht um das Leben von Amerikanern.
möglich beobachtet:

Wir haben die Lage so genau wie

Zwischen 800 und 1000 von ihnen,einschließlich vieler

�einschließlich vieler Medizinstudenten und älterer Bürger, machen die größte
Gruppe ausländischer Bewohner von Grenada aus.
Von Anfang an waren wir bewußt darum bemüht, keine Befürchtungen aufkommen zu lassen.

Wir waren entschlossen, eine ohnehin schon schlimme Situ-

ation nicht noch zu verschlimmern und dadurch das Risiko für unsere Bürger
zu erhöhen. Aber als ich Berichte erhielt, daß eine große Gruppe unserer
Bürger versuche, von der Insel zu fliehen und sich damit großer Gefahr aussetzte, und nachdem ich ein formelles Ersuchen um Hilfe erhielt - ein einstimmiges Ersuchen unserer Nachbarstaaten - kam ich zu dem Schluß, daß die Vereinigten Staaten keine andere Wahl hatten, als stark und entschlossen zu
handeln.
Lassen Sie mich wiederholen: Die Ziele der Vereinigten Staaten sind
klar - unsere eigenen Bürger zu schützen, die Evakuierung jener zu erleichtern, die die Insel verlassen wollen,und bei der Wiederherstellung demokratischer Institutionen auf Grenada zu helfen.
Ich kann verstehen, daß mehrere karibische Staaten wollen, daß die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) sich mit der Lage auf Grenada befaßt.
Unsere diplomatischen Bemühungen erfolgen in enger Zusammenarbeit mit
der Organisation Ostkaribischer Staaten und den anderen Ländern, die sich
an dieser multinationalen Anstrengung beteiligen.
Und jetzt bin ich sehr stolz, Ihnen die Vorsitzende der Organisation
Ostkaribischer Staaten und Ministerpräsidentin von Dominica, Ministerpräsidentin Charles, vorstellen zu dürfen.
Ministerpräsidentin Charles:

Ich glaube, wir waren alle entsetzt über

die Ereignisse, die kürzlich auf Grenada stattfanden. Wir gehören als Teil
der Organisation ostkaribischer Staaten zusammen und haben erkannt, daß wir

- 3 -

�daS wir natürlich eine Region sind und miteinander eng verbunden sind.

Wir

alle haben Angehörige unserer Staaten auf Grenada.
Wir sind sehr besorgt, daß sich diese Ereignisse wiederholen könnten.
Es ist richtig, daß wir es fertiggebracht haben, seit März 1979 mit dem
(dorigen) Regime zu leben.

Und wir hatten den deutlichen Eindruck und gute

Gründe zur Annahme, daß das Bishop-Regime die Dinge mehr mit unseren Augen
sehen würde und Wahlen abhalten wolle.

Und ich glaube, genau das war der

Grund, warum er und sein Kabinett beseitigt wurden - weil er einzusehen begann, daß die von uns gestellte Forderung nach Wahlen sich lohnte, daß sie
richtig war.

Und er begann einzusehen, daß in allen diesen kleinen Ländern

demokratische Institutionen eingesetzt werden müßten.
Es ist gerade für einen kleinen Inselstaat, einen armen Inselstaat, besonders wichtig, demokratische Institutionen zu haben.
seit langer Zeit, wir
hin haben.

Und wir haben sie

haben sie noch immer, und wir wollen sie auch weiter-

Grenada war in dieser Hinsicht eine Abweichung.

Aber als jene Männer, die in all den Jahren das Bishop-Regime akzeptierten, aus eigensüchtigen Gründen - ich meine aus machthungrigen Gründen sich entschlossen, diejenigen zu vernichten, die sie so lange als ihre Führer anerkannt hatten, begannen wir zu begreifen, daß wir nicht zulassen durften, daß diese Art von Mord in unserem Lande weitergeht.
Das bedeutet, daß unsere Menschen dort nicht sicher sind.

Es bedeutet,

daß den Einwohnern von Grenada niemals die Chance gegeben wurde, selbst das
Land zu wählen, in dem sie leben wollen.
wir dafür sorgen, daß sie diese Chance

Und deshalb ist es notwendig, daß
bekommen.

Um das zu erreichen, müssen wir die Personen isolieren, die diese Taten
in der vorigen Woche begangen haben, als sie den größten Teil des Kabinetts
umbrachten. Und wir müssen sicherstellen, daß eine Interimsregierung eingesetzt wird aus Personen nicht mit politischem Machthunger, sondern aus Per-4 -

�aus Personen, die gute Administratoren und Bürger Grenadas sind, die das
Land einige Monate lang regieren können - allein zu dem Zweck, das Land in
einen demokratischen Status zurückzuversetzen, damit so bald wie möglich
Wahlen stattfinden können. Das ist es, was wir wollen, damit die Einwohner
Grenadas selbst die Regierung wählen können, die sie wollen und nicht haben.
Alle paar Jahre sind ihnen Regierungen aufgezwungen worden.
FRAGE:

Haben Sie Informationen, daß die Sowjets und die Kubaner hinter

dieser Machtübernahme in Grenada standen?

Haben Ihnen die Chefs des Gemein-

samen Stabes gestern hierzu etwas mitgeteilt?
ANTWORT (Ministerpräsidentin Charles):

Ja, wir haben diese Information.

Ich kann Ihnen nicht alle Einzelheiten mitteilen, um die Sicherheit von Menschen nicht zu gefährden.

Aber wir stellten mit großer (Sorge) in den zwei

Wochen vor der Ermordung Bewegungen zwischen der sowjetischen Botschaft und
bekannten Aktivisten fest

sowie die Rückkehr von Aktivisten nach Grenada

- offentsichtlich bestand hier ein Zusammenhang.
FRAGE:

Können Sie uns mitteilen, ob alle Amerikaner in Sicherheit sind?

Können Sie uns das sagen?
kräfte dort bleiben?

Und wie lange werden die amerikanischen Streit-

Welche Rolle haben sie?

ANTWORT (Präsident Reagan):

Wir wissen nicht, wie lange das dauern wird.

Wir wollen uns so rasch wie möglich zurückziehen, denn der Zweck unseres
Dortseins ist nur der, sie (die Einwohner Grenadas) in die Lage zu versetzen,
ihre eigenen Geschäfte selbst zu übernehmen.
Bürger sicher.

Soweit wir wissen, sind unsere

Wir haben das sehr genau verfolgt. Und eines unserer Haupt-

ziele der eigentlichen Invasion, das fast sofort erreicht wurde, war die
Sicherung des St. Georges Medical College, wo sich einige hundert Studenten
befanden.
FRAGE:

Herr Präsident, noch gestern nachmittag hat einer Ihrer eigenen

Sprecher versichert, daß sich die Amerikaner auf Grenada nicht in Gefahr be-

- 5 -

�Gefahr befänden.
ANTWORT:

Hatten Sie Informationen, daß sich das geändert hatte?

Sie waren nicht in Gefahr in dem Sinne, daß man ihnen unmittel-

bar etwas getan hätte. Aber wir wissen, daß Besorgnis herrschte, denn wir
wurden informiert, daß einige hundert die Insel verlassen wollten.
Flugplätze waren geschlossen.

Aber die

Man konnte die Insel nicht verlassen.

Hier

ging es nicht darum, darauf zu warten, bis ihnen wirklich etwas passierte.
Aber es gelang uns, einige nachrichtendienstliche Erkenntnisse von der Insel
zu gewinnen - Erkenntnisse darüber.

Und die gespannte Lage war, wie ich sagte,

das einzige, auf das man sich im Sinne einer Regierungsauslibung auf dieser Insel verlassen konnte, eine 24stündige Ausgangssperre, mit dem Befehl, auf
jeden, der sich in diesen 24 Stunden zeigte, ohne Anruf zu schießen.
FRAGE:
ANTWORT:

Wie ist die militärische Lage auf Grenada jetzt?
Ich kann Ihnen lediglich sagen, daß wir im Besitze beider

Flugplätze sind; und die Landungen sind abgeschlossen.

Aber wir beugen uns

dem Einfluß von General Vessey in dem Sinne, daß wir in diesen frühen Stunden
dieser Landung die Befehlshaber nicht sinnloserweise bitten sollten, anzuhalten und detaillierte Berichte zu geben.
FRAGE:

Glauben Sie, daß die Vereinigten Staaten das Recht haben, in

ein anderes Land einzudringen, um seine Regierung zu ändern?
ANTWORT (Ministerpräsident™ Charles): Ich glaube nicht, daß es sich
um eine Invasion handelt - wenn ich diese Frage beantworten darf.
hier darum, daß wir um Unterstützung gebeten haben.

Es geht

Wir sind eine Region.

Grenada gehört voll und ganz zu uns - in einer Organisation.

Und wir selbst

haben nicht die Fähigkeit, dafür zu sorgen, daß die Einwohner von Grenada die
Freiheit erhalten, die sie brauchen, um eine eigene Regierung zu wählen.
FRAGE:

Nach all dem, was im Libanon geschehen ist, sind unsere Kräfte

nicht zu dünn geworden, Herr Präsident?
ANTWORT: Nein,
- 6 -

�ANTWORT:

Nein, sie sind nicht zu dünn geworden.

Und lassen Sie mich

das, was die Ministerpräsidentin eben gesagt hat, noch ergänzen. Als diese
Nationen, die einst britische Kolonien waren, unabhängig wurden, hatten sie
selbst einen Vertrag.

Und es war ein Vertrag über gegenseitige Unterstützung.

Und Grenada ist eines der Länder - der Signatarstaaten

dieses Vertrages - und

es hat diesen Vertrag eingehalten, als es noch eine demokratische Regierung
und eine Verfassung hatte - eine verfassungsmäßige Regierung.
wurde von den Briten hinterlassen.

Die Verfassung

Die Maßnahme, die jetzt getroffen wird,

wird also unter dem Schirm eines bestehenden Vertrages getroffen.
FRAGE:

Es gibt Berichte, nach denen ein Hubschrauber abgeschossen wurde,

daß über Grenada ein amerikanischer Hubschrauber abgeschossen wurde.

Haben

Sie Informationen über amerikanische Verluste auf der Insel?
ANTWORT:

Nein, ich war in Sitzungen, und wir beide (der Präsident und

die Ministerpräsidentin) waren sehr beschäftigt, seit wir hier eintrafen.
Und ich habe erst die ersten Berichte über die Landung usw. vorliegen.

Ich

kann also nicht sagen, ob das stimmt oder nicht.
FRAGE:

Was für Berichte haben Sie bezüglich des Erfolgs der amerika-

nischen Operation in der Karibik erhalten?
ANTWORT:

Die Anfangsoperation, die Landung, die Sicherung der ersten

Ziele waren ein voller Erfolg.

+ + + + +

- 7 -

�I

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43

26. Oktober 1983

REAGAN: USA HANDELN IM LIBANON FÜR DIE SACHE DES WELTFRIEDENS
Erklärung des Präsidenten vor Zeitungs- und Rundfunkredakteuren -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Ronald Reagan hat am 24. Oktober 1983 betont,
daß die Vereinigten Staaten für die Sache des Weltfriedens handeln, wenn sie im
Libanon für den Frieden eintreten.

In einer Erklärung vor regionalen Zeitungs-

und Rundfunkredakteuren sagte der Präsident in Washington, ein stabiler Friede
.im Libanon sei der Schlüssel zum Frieden im ganzen Nahen Osten.

Gleichzeitig

versicherte er, daß die USA sich weiterhin solange an der multinationalen Friedenstruppe im Libanon beteiligen würden, bis deren Aufgabe erfüllt sei.
Die Erklärung des amerikanischen Präsidenten hat folgenden Wortlaut:
Angesichts der Ereignisse im Libanon verzichte ich auf die Ausführungen, die
ich ursprünglich heute vor Ihnen machen wollte, und möchte vor Ihnen folgende
Erklärung abgeben:
Die gestrigen Akte des Terrorismus in Beirut, die das Leben so vieler junger
amerikanischer und französischer Soldaten kosteten, waren ein mahnender Hinweis
auf jenen Typ eines Gegners, dem wir uns heute in zahlreichen kritischen Gebieten

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Telex: 8-85432

�kritischen Gebieten der Welt gegenübersehen - böse, feige und rücksichtslos.
Worte können nicht die Tiefe der Gefühle ausdrücken, die wir für jene tapferen
Soldaten und ihre Angehörigen empfinden.
Viele Amerikaner fragen sich, warum wir unsere Truppen im Libanon beibehalten sollen.

Der Grund für ihr Verbleiben dort, bis die Situation unter

Kontrolle ist, liegt auf der Hand.

Wir verfolgen lebenswichtige Interessen im

Libanon, und wir handeln dort für die Sache des Weltfriedens.
Zusammen mit unseren Verbündeten Großbritannien, Frankreich und Italien
bilden wir die multinationale Friedenstruppe, die sich um den Abzug aller fremden
Truppen aus dem Libanon und dem Bereich von Beirut bemüht, während die neue
libanesische Regierung Maßnahmen zur Wiederherstellung der Souveränität im ganzen
Lande unternimmt.

Wenn wir im Libanon den Frieden fördern, dann stärken wir die

Kräfte des Friedens überall im Nahen Osten.

Dies ist kein Ziel von Republikanern

oder Demokraten, sondern ein Ziel, das alle Amerikaner gemeinsam verfolgen.
Der Frieden im Libanon ist jetzt und in Zukunft der Schlüssel für die Stabilität in dieser Region.

In dem Ausmaß, wie die Aussichten auf eine zukünftige

Stabilität von der Anwesenheit unserer Truppen stark beeinflußt werden, ist dies
auch entscheidend wichtig für unsere Glaubwürdigkeit weltweit.

Wir dürfen es

nicht zulassen, daß internationale Verbrecher und Mörder wie diese den Frieden im
Libanon untergraben.

Der Kampf für den Frieden ist unteilbar.

Wir können uns

nicht aussuchen und auswählen, wo wir die Freiheit unterstützen wollen. . Wir
können nur darüber entscheiden, wie wir dies tun.
Wenn die Freiheit an einer Stelle verlorengeht, dann sind wir alle die
Verlierer.

Wenn andere davon überzeugt sind, daß sie uns und unsere Verbündeten

im Libanon einschüchtern können, dann werden sie auch anderswo immer kühner
werden.

Wenn der Libanon unter der Tyrannei von Kräften endet, die dem Westen

feindlich gegenüberstehen, dann wird nicht nur unsere strategische Position im
östlichen Mittelmeer gefährdet sein, sondern auch die Stabilität des gesamten
Nahen Ostens, einschließlich der Rohstoffgebiete der Arabischen Halbinsel.
Im Zusammenwirken
- 2 -

�Im Zusammenwirken mit unseren Partnern in der multinationalen Friedenstruppe ergreifen wir Maßnahmen, um die Selbstverteidigungskapazität unserer
Streitkräfte zu stärken.

Die Vereinigten Staaten werden sich nicht durch

Terroristen einschüchtern lassen.

Wir haben starke Indizienbeweise, die die

Attentäter dieses jüngsten grausamen Anschlages mit jenen in Zusammenhang
bringen, die gegen uns in der jüngsten Vergangenheit verübt wurden, einschließlich des Bombenanschlags auf unsere Botschaft in Beirut im April dieses Jahres.
Wir werden alle Anstrengungen unternehmen, um festzustellen, wer die Verbrecher sind, die für diesen terroristischen Akt verantwortlich sind, damit
diese verabscheuungswürdige Tat nicht ungesühnt bleibt.

+ + + + +

�Dokumentation
United States Information Service
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43

26. Oktober 1983

US-AUSSENMINISTER BEZEICHNET SYRIEN, SOWJETUNION UND IRAN ALS
FEINDE DES FRIEDENS IM LIBANON
- Erklärung von Shultz vor dem US-Kongreß -

WASHINGTON - (AD) - Der amerikanische Außenminister George Shultz erklärte am 24. Oktober 1983 vor zwei Ausschüssen des Kongresses, noch wisse man
nicht, wer für die Terroranschläge im Libanon direkt verantwortlich sei, aber
es sei nicht schwer herauszufinden, wer die Feinde des Friedens im Libanon
sind:

Syrien, die Sowjetunion und der Iran.

Shultz kündigte an, daß er noch

diese Woche nach Europa reisen werde, um Konsultationen mit den Außenministern
der Länder zu führen, die außer den USA an der multinationalen Friedenstruppe
im Libanon beteiligt sind:

Großbritannien, Frankreich und Italien.

Die Ausführungen des amerikanischen Außenministes haben folgenden Wortlaut:
Ich bedauere es, unter solch tragischen Umständen vor Ihnen zu stehen,
aber ich begrüße trotzdem die Gelegenheit, mit Ihnen über unsere Politik im
Libanon angesichts der gestrigen Ereignisse zu sprechen.
Diese, gegen

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�Diese gegen unsere Streitkräfte begangene Untat erinnert uns, wie der
Präsident gestern sagte, an die bestialische Natur jener Elemente im Nahen
Osten, die die Macht übernehmen werden, wenn wir nicht ausharren und stark
sind.
Ich möchte diese Gelegenheit benutzen, um dem Mut und den Opfern unseres französischen Verbündeten unsere Anerkennung zu zollen»wie auch mein
persönliches Mitgefühl gegenüber den Familien all jener zum Ausdruck zu
bringen, die umgekommen sind - ob Amerikaner oder Franzosen.
Lassen Sie mich etwas zu den allgemeineren Fragen sagen, um die es geht,
und dann etwas über die Lage im Libanon.

Um was es im Libanon geht
Wir sind im Libanon, weil das Ergebnis im Libanon unsere Position im
ganzen Nahen Osten berühren wird. Wenn man fragt, warum der Libanon so wichtig ist, dann heißt das zu fragen, warum der Nahe Osten so wichtig ist - die
Antwort ist die gleiche.
Die Vereinigten Staaten haben sich in der Suche nach Frieden im Nahen
Osten engagiert, weil es sich um eine Region von lebenswichtiger strategischer
und wirtschaftlicher Bedeutung für die freie Welt handelt - weil es sich um
eine Arena des Wettstreits zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion handelt; weil wir eine tiefe und bindende Verpflichtung gegenüber Israel
und ein Interesse an der Stärkung der Tendenzen der Mäßigung in der arabischen
W£lt haben, und schließlich weil unsere führende Rolle in der Nahost-Diplomatie ein Ausdruck der Verantwortung Amerikas als führende Macht der Welt ist.
Die Krise im Libanon kann nicht von der generelleren Krise im Nahen Osten
isoliert werden.

Das war die zentrale Frage der Tragödie im Libanon während

der letzten 15 Jahre.

Die Auseinandersetzung im Libanon involviert viele der

gleichen Beteiligten, die in dem allgemeineren Nahost-Drama eine Rolle spielen:
- 2 -

�Rolle spielen:gemäßigte Elemente, die sich nach einer friedlichen Beilegung
der Auseinandersetzungen sehnen, und radikalen Elementen, die als Kern ihrer
Politik Haß predigen und praktizieren.

Die Dinge, um die es im Libanon geht,

sind daher im wesentlichen die gleichen Dinge, um die es bei dem Streben nach
Frieden im Nahen Osten geht:

Fragen der Sicherheit, Achtung vor der natio-

nalen Souveränität und die Tragfähigkeit friedlicher Lösungen.
Im Libanon geht es um das Schicksal des zweiten gemäßigten arabischen
Landes, das ein wesentliches Abkommen mit Israel ausgehandelt hat.
Ich brauche wohl nicht näher darauf einzugehen, was es für den Gesamtfriedensprozeß und für die langfristige Sicherheit Israels bedeuten würde,
wenn der Angriff auf diese gemäßigte Regierung Erfolg haben sollte.

Das ist

ja einer der Hauptgründe, warum dieser Angriff stattfindet.
Es geht um das Recht eines kleinen Landes, wie des Libanon, selbst darüber zu entscheiden, wie es seine Ziele der Souveränität ohne Druck, Bedrohung oder Erpressung von außen erreichen kann. Das ist ein Grundprinzip des
internationalen Rechts und der internationalen Moral, das nicht nur für die
Zukunft des Nahen Ostens, sondern auch für jene Welt von Bedeutung ist, in der
wir für den Rest des Jahrhunderts leben wollen.
Wenn die Bemühungen Amerikas um friedliche Lösungen mit brutaler Gewalt
zunichte gemacht werden, dann ist unsere Rolle auch anderswo in der Welt geschwächt.

Freunde, die sich auf uns verlassen, werden entmutigt und weit

weniger sicher sein.

Gemäßigte in der arabischen Welt, die wir ermutigen,

das Risiko des Friedens auf sich zu nehmen, werden dies weit weniger sicher
tun können.

Und letztlich wird die Sicherheit Israels geschwächt sein.

Wenn wir aus dem Libanon vertrieben werden, dann werden radikale und
alles ablehnende Elemente einen großen Sieg errungen haben.

Es wird die Bot-

schaft verkündet werden, daß es sich auszahlt, sich auf die Sowjetunion zu
verlassen, und daß es ein fataler Fehler wäre, sich auf die Vereinigten Staaten

- 3 -

�Vereinigten Staaten zu verlassen.
Das ist natürlich genau das Gegenteil der Botschaft, die wir mit unserer
Außenpolitik vermitteln wollen.
Wenn wir aus dem Libanon vertrieben werden, dann wird das ein starker
Schlag gegen die amerikanische Position im Nahen Osten sein.

Wenn wir die

Rolle und den Einfluß einer Großmacht haben wollen, dann müssen wir auch die
Verantwortung einer Großmacht übernehmen.

Wenn wir als Amerikaner beschließen,

daß wir die Rolle und den Einfluß einer Großmacht nicht haben wollen, dann
denke ich mit Entsetzen daran, was für eine Welt der Anarchie und Gefahr unsere
Kinder erben werden.

Unsere Politik im Libanon
Lassen Sie mich etwas über unsere Politik im Libanon sagen.
Unser Ziel im Libanon ist eine politische Lösung zwischen der Regierung
und den verschiedenen religiösen Gruppen, die auf eine breiter fundierte Regierung abzielt und ihre Souveränität im ganzen Land ausüben kann. Unter
solchen Umständen sehen wir den Abzug aller ausländischen Streitkräfte wie
auch Sicherheitsvereinbarungen vor, um die Sicherheit der Nordgrenze Israels
zu gewährleisten. Dieser Prozeß der politischen Schlichtung ist eine dringende Aufgabe. Er sollte in der Verantwortung der libanesischen Führer und
des libanesischen Volkes an oberster Stelle stehen. Er ist auch für uns von
hoher Priorität.
Ein Schritt auf dem Wege zu diesem Ziel war das Abkommen zwischen dem
Libanon und Israel vom 17. Mai. Es sieht einen Rahmen für die Zusammenarbeit zwischen dem Libanon und Israel vor, und es bietet die einzige bestehende Abmachung für die Gewährleistung des israelischen Abzugs, während es
gleichzeitig die grundlegenden Probleme der Sicherheit der Grenzen anspricht,

- 4 -

�Grenzen anspricht, die die Krise im Libanon überhaupt erst ausgelöst haben.
Wir werden weiterhin für dieses Abkommen einstehen, und wir erwarten den
Tag, an dem es verwirklicht wird.
Unser Ziel ist eine politische Lösung, keine militärische Lösung.

Je-

doch ist die Anwesenheit der Angehörigen unseres Marinekorps eine tragende
Säule des Gebäudes der Stabilität, das nötig ist, um eine politische Lösung
zu ermöglichen.

Unsere Strategie ruht auf mehreren solcher Säulen:

- Die Angehörigen unseres Marinekorps sind Teil einer multinationalen
Friedenstruppe, zu der Soldaten unserer britischen, französischen und
italienischen Verbündeten gehören.

Diese Einheiten symbolisieren die

breite internationale Unterstützung für die rechtmäßige Regierung des
Libanon.
- Zur Verstärkung der Angehörigen unseres Marinekorps dient eine machtvolle Flotte vor der Küste, die zur Verteidigung der Soldaten feuerte,
wenn diese unter Beschuß kamen.

Auch unsere Verbündeten haben Schiffe

im östlichen Mittelmeer und haben sie eingesetzt.
- Hinsichtlich der militärischen Dimension liegt die Hauptverantwortung
bei den libanesischen Streitkräften, bei deren Ausbildung und Ausrüstung wir mitgeholfen haben.

Die Armee hat sich als tapfere und wir-

kungsvolle Streitmacht erwiesen, und ihre Stärke nimmt mit jedem Tag
zu.

Sie ist ihren libanesischen Gegenspielern durchaus überlegen, und

ihre Schwierigkeiten traten erst dann ein, wenn sie von Streitkräften
angegriffen wurde, die von Syrien geschützt, bewaffnet, unterstützt
und ermutigt wurden.
- Die libanesische Regierung hat die Unterstützung der gemäßigten Araber,
die durch die erfolgreiche Bemühung um nationale Versöhnung nur noch
gestärkt werden kann.
- Auch Israel

�- Auch Israel bleibt ein entscheidender Faktor im Libanon, und wir brauchen
seine konstruktiven Bemühungen zur Unterstützung der libanesischen Regierung und des Versöhnungsprozesses.

Israel hat bei manchen der konfes-

sionellen Gruppierungen Einfluß und wir hoffen, daß es diesen Einfluß
in Richtung auf Ermutigung zu einer politischen Regelung nutzt.
Syrien und seine Stellvertreter haben natürlich sowohl bei unseren Bemühungen um den Abzug ausländischer Truppen als auch bei unseren Anstrengungen zur Förderung einer politischen Beilegung des Konfliktes Obstruktion betrieben.

Niemand stellt Syriens legitime Sicherheitsinteressen gegenüber dem

Libanon in Frage. Aber Syrien

war - im Gegensatz zu Israel - nicht bereit,

mit dem Libanon darüber zu verhandeln, wie seine Sicherheitsinteressen mit
dem souveränen Recht des Libanon in Einklang gebracht werden könnten, die eigene Zukunft zu bestimmen.

Stattdessen hat Syrien eine Art "Breschnew-

Doktrin" verkündet, wonach Länder in seinem Umkreis nicht das souveräne
Recht haben dürfen, Entscheidungen zu treffen, die nicht sein Gefallen finden.
Wir erreichten am 26. September eine Feuereinstellung, wobei wir indessen zeigten, daß es Grenzen geben würde, über die wir uns nicht würden
stoßen lassen. Mit dieser Feuereinstellung wurde deutlich, daß wir die Möglichkeiten haben, im Libanon ein stabiles Gleichgewicht aufrechtzuerhalten,
so daß die Gegner der Regierung die politischen Verhandlungen nicht überrollen können. Wir müssen dieses Gleichgewicht aufrechterhalten.
Ein Abzug unserer Soldaten oder eine Verringerung ihrer Stärke würde
nur das Gleichgewicht stören und die Chancen für ein ausgewogenes politisches
Resultat untergraben.

Das aber ist nicht die Politik Präsident Reagans.

Die

überparteiliche Unterstützung, die bei der gemeinsamen Resolution beider Häuser hinsichtlich der Vollmacht des Präsidenten für den Truppeneinsatz deutlich
wurde, war ein wichtiger Beitrag, der die Zweifel in bezug auf unsere Standfestigkeit zerstreute und unseren Arm stärkte.
Verantwortlichkeit für

�Verantwortlichkeit für das Bombenattentat
Eine Frage, dessen bin ich sicher, bewegt Sie besonders:

Wer ist für

dieses schreckliche Bombenattentat verantwortlich?
Ich kann Ihnen hier nur so viel sagen:

Wir untersuchen noch immer die

Beweise; der Großteil davon stammt aus der Zeit vor dem Attentat und steht
daher nur in indirekter Beziehung zu dem schrecklichen Ereignis.
Ich kann Ihnen aber einige Presseberichte hinsichtlich einiger interessanter Reaktionen auf das gestrige Attentat vorlesen:
- Der Präsident des Obersten Iranischen Gerichtshofes veröfentlichte
gestern eine Erklärung, in der es hieß, das "moslemische Volk" des
Libanon habe "sich mit den Vereinigten Staaten und mit Frankreich auf
eine Weise beschäftigt, daß diese ihre Lektion gelernt haben, daß man
sich auf keine Aggression und Angriffe gegen unterdrückte Staaten einlassen soll."
- Eine syrische Zeitung - Teil der staatlich kontrollierten syrischen
Presse - brachte einen Hinweis auf die Bombenattentate gegen unsere Soldaten und die französischen Soldaten, worin die beiden Untaten dem sogenannten "libanesischen nationalistischen Widerstand" zugeschrieben
wurden.
Natürlich streiten der Iran wie auch Syrien alle Verantwortung für die
Bombenattentate ab.
Da wir noch nicht wissen, wer direkt für die Angriffe verantwortlich ist,
dürften Spekulationen hierüber wenig bringen.
größeren Rahmen wäre zu treffen:

Aber eine Feststellung im

Es ist nicht schwierig festzustellen, wer

die Feinde des Friedens im Libanon sind.
Die Feinde

�Die Feinde des Friedens im Libanon sind die Feinde des Friedens im
Nahen Osten, und es ist kein Zufall, daß diese Elemente erbitterte Gegner
der multinationalen Friedenstruppen im Libanon sind, zu der auch unsere Soldaten gehören:
- Syrien, das entschlossen zu sein scheint, den Libanon wieder einmal
zu einem Satelliten oder einer Provinz eines "Großsyrien" zu machen;
- die Sowjetunion, die Syrien mit den modernsten Waffen ausrüstet und zu
seiner hegemonistischen Politik ermutigt; und
- der Iran, das Regime der Fanatiker, mit dem wir bereits unsere Erfahrungen gemacht haben.
Iranische Elemente im Libanon operieren von hinter den syrischen Linien
aus und sind mit Syrien verbündet.

Syrien muß einen Teil der Verantwortung

für alle iranischen Aktionen im Libanon tragen, gleich, ob Syrien von bestimmten Terrorplänen wußte oder nicht.

Auch die Sowjetunion hat - obgleich

ihre Beziehungen zum Iran gespannt sind - Syrien ermutigt und zu dem Klima
der Gewalt und Einschüchterung beigetragen, das im Libanon herrscht.

Die

Sowjetunion hat sich ebenfalls erbittert der Anwesenheit der multinationalen
Friedenstruppe widersetzt.
Die Sowjetunion, Syrien und der Iran: Dies sollte Ihnen etwas darüber
sagen, was im Libanon vor sich geht, warum es Teil einer Entwicklung ist,
die weit über den Libanon selbst hinausgreift und warum das Ergebnis dieser
Entwicklung auch für uns von Bedeutung ist.
Als Ergebnis unserer gestrigen und heutigen Beratungen beschloß der
Präsident eine Reihe von Maßnahmen:
- Er hat den sofortigen Ersatz und die Verstärkung unseres Marinekontingents
in Beirut befohlen, damit es bei der Ausübung unserer Mission keine Lücke
gibt.
- General P.X. Kelley,
- 8 -

�- General P.X. Kelley, der Kommandant unseres Marinekorps, ist nach Beirut
geflogen, um die Sicherheitssituation unserer Soldaten zu untersuchen
und dringliche Empfehlungen für Verbesserungen zu machen.

General Trainor

kann diese Fragen mit Ihnen eingehender diskutieren.
- Wir werden unsere nachrichtendienstlichen Anstrengungen auch weiterhin
intensivieren, um die Verantwortlichen für das Massaker vom Sonntag zu
ermitteln.
- Ich werde Ende dieser Woche nach Europa reisen, um mit den Außenministern
unserer Partner in der multinationalen Friedenstruppe - Großbritannien,
Frankreich und Italien - dringende und intensive Konsultationen zu
führen.
- Botschafter Richard Fairbanks, der der Partner von Botschafter McFarlane
im Rahmen unserer jüngsten diplomatischen Anstrengungen im Libanon war,
wird in Genf sein, um Präsident Gemayel bei dessen Anstrengungen in Richtung auf nationale Versöhnung zu unterstützen.
- Wir werden nächste Woche eine hochrangige Mission nach Israel entsenden,
um mit unseren israelischen Freunden die Lage im Libanon sowie die umfassenderen Fragen der Sicherheit im Nahen Osten zu untersuchen.
Präsident Reagan ist entschlossen, daß wir uns nicht von den Feinden
des Friedens aus dem Libanon vertreiben lassen werden. Wir werden bleiben
und unsere Mission erfüllen. Viele Millionen Menschen in der ganzen Welt
schauen auf die Vereinigten Staaten als den stärksten Verteidiger von Freiheit und Frieden. Wir können vor einer solchen Verantwortung nicht davonlaufen, ohne den moralischen, politischen und strategischen Preis dafür zu
zahlen.

+ + + + +

�4

III M

I7TT37

Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

26. Oktober 1983

43

REAGAN: USA WERDEN AM KONFERENZTISCH IN GENF AUSHARREN
Pressekonferenz des US-Präsidenten -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Ronald Reagan hat auf seiner Pressekonferenz am 19. Oktober 1983 zu zahlreichen innen- und außenpolitischen Fragen
Stellung genommen. Zu Beginn wies er auf den 1000. Tag seiner Regierung und
auf die großen Fortschritte auf wirtschaftlichem Gebiet hin. Inflationsraten und Zinssätze seien dramatisch zurückgegangen, und allein im September
seien fast 400 000 neue Arbeitsplätze geschaffen worden. Derzeit stünden
fast 102 Millionen Amerikaner - eine Rekordzahl - in Arbeit.
Großen Raum bei den Fragen nahm die Stationierung von Soldaten des amerikanischen Marinekorps im Rahmen der multinationalen Friedenstruppe im
Libanon ein.

Reagan betonte, daß die Vereinigten Staaten an dem Friedens-

plan für den Nahen Osten festhielten und zusammen mit den gemäßigten arabischen Staaten eine für alle Beteiligten gerechte Lösung anstrebten.
Bezüglich der RüstungskontrollVerhandlungen in Genf sagte der Präsident,
die Vereinigten Staaten würden am Verhandlungstisch ausharren, auch wenn die

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Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�wenn die Sowjets nach einer Dislozierung der nuklearen Mittel Streckensysteme
(INF) in Westeuropa die Verhandlungen abbrechen sollten.

Früher oder später

würden sie doch zurückkehren.
Die Fragen und Antworten zu diesem Thema haben folgenden Wortlaut:
FRAGE:

Wenn wir von der Unsicherheit ausgehen, die Präsidentschafts-

wahlen hervorrufen, meinen Sie, daß die Sowjets weiter ernsthaft über Rüstungskontrolle verhandeln würden, wenn erst einmal der Präsidentschaftswahl kämpf
auf Touren kommt?

Oder geht es darum, zwischen jetzt und der Bekanntgabe

Ihrer Kandidatur etwas zu erreichen, oder soll man bis 1985 warten?
ANTWORT:

Ich glaube, die Sowjets werden ernsthaft verhandeln.

Es ist

eine starke Propagandakampagne ihrerseits im Gange - sie sind durch einige
der Demonstrationen, zu deren Organisation sie in der ganzen Welt beigetragen
haben, ermutigt worden.

Sie glauben vielleicht, daß sie unsere Verbündeten

dazu bewegen könnten, eine Kehrtwendung zu machen,und - das ist ihr Ziel daß sie uns nicht um die Dislozierung der Mittel Streckensysteme bitten.
werden dislozieren, und nach Plan dislozieren.

Wir

Und wenn sie (die Sowjets)

erst einmal erleben, daß wir dislozieren, und wenn sie dann wissen, daß wir
entschlossen sind, unsere Stärke aufzubauen und nicht einseitig abzurüsten
- wie wir das so törichterweise in den letzten Jahren getan haben - dann
glaube ich, werden sie erkennen, daß es das beste für sie ist, in gutem Glauben mit uns zu verhandeln.
Sie mögen das eine oder andere tun; sie mögen es versuchen; sie mögen,
wie das gerüchteweise verlautet, den Verhandlungstisch verlassen oder so
etwas.

Aber wir werden einfach am Verhandlungstisch ausharren.

Ich glaube,

sie werden zurückkehren.
FRAGE:

Wenn ich eine Zusatzfrage stellen darf:

Sind Sie sicher, daß

Sie bis zum Ende Ihrer ersten Amtszeit ein Abkommen erreichen werden?
ANTWORT:

Ich

�ANTWORT:

Ich hoffe sehr, daß es uns gelingen wird.

Wir arbeiten daran.

Ich weiß sehr wohl, daß die Geschichte von Verhandlungen in der Vergangenheit
eine langwierige Geschichte war.

Aber wenn man einige dieser Verhandlungen

in der Vergangenheit näher betrachtet, dann waren sie vielleicht schon deshalb so langwierig, weil wir, je länger die Sowjets aushielten, umso mehr
einseitig abrüsteten.

Und so fanden sie heraus, daß sie das, was sie wollten,

einfach dadurch erreichen konnten, daß sie abwarteten.
mehr; wir rüsten nach.

- 3 -

Das geht jetzt nicht

�Hintergrund
materiell
United States Information Service
Embassy of the United States of America

43

26. Oktober 1983

RÜSTUNGSKONTROLLE UND OST-WEST-BEZIEHUNGEN
- Von Richard R. Burt Unterstaatssekretä'r für europäische Angelegenheiten im US-Außenministerium

- (AD) - In den letzten Tagen sind wir Zeugen eines scharfen Gegensatzes
zwischen der amerikanischen und der sowjetischen Haltung bezüglich der miteinander zusammenhängenden Fragen der Rüstungskontrolle und der Ost-West-Beziehungen geworden.

Die Haltung Präsident Reagans, wie sie in seiner Rede vor

der Vollversammlung der Vereinten Nationen am 26. September zum Ausdruck kam,
zeigte Sorgfalt, Realismus und Bereitwilligkeit.

Dazu gehörten klare, posi-

tive Schritte bei den Genfer INF-Verhandlungen, wobei drei der wesentlichen
Fragen aufgegriffen wurden, zu denen die Sowjetunion schon seit langem ihre
Besorgnis geäußert hat.

Eine Woche später legte Präsident Reagan neue Initia-

tiven bei den START-Verhandlungen vor, die eine Reduzierung der amerikanischen
und sowjetischen strategischen Systeme garantieren würden.

Leider war die Re-

aktion der Sowjetunion bislang unmäßig, einseitig und wenig konstruktiv.
Aus amerikanischer Sicht ist es entscheidend, daß die Rüstungskontrolle
tatkräftig und wirksam betrieben wird - und dies auch trotz der Spannungen

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Telex: 8-85432

�der Spannungen in der internationalen Atmosphäre, die durch den brutalen
sowjetischen Angriff auf das koreanische Passagierflugzeug 007 verursacht
wurden.

Präsident Reagan unterstrich diese Absicht der Vereinigten Staa-

ten erneut in einem Treffen mit unseren Chefdelegierten bei den INF- und
START-Gesprächen, kurz bevor diese zu den derzeitigen Verhandlungsrunden
nach Genf zurückkehrten.

Enge Konsultation im Bündnis
Im Anschluß an die Verpflichtung, Möglichkeiten zu Fortschritt bei
der Rüstungskontrolle auszuloten, begann der Präsident im September Konsultationen mit den Führern der NATO und Japans hinsichtlich von Schritten,
die unternommen werden könnten, um die INF-Verhandlungen auf ein ausgewogenes und verifizierbares Abkommen hinzuführen.

Bezeichnenderweise fanden

jene Konsultationen während der gleichen Zeit statt, als die Welt sich mit
den Folgen des Abschusses des Flugzeuges auseinandersetzen und die Wiederholung eines solchen Zwischenfalles verhindern mußte.
Die Konsultationen umfaßten sowohl den Meinungsaustausch zwischen den
Staats- und Regierungschefs als auch Sitzungen der Besonderen Beratungsgruppe (SCG) der NATO. Die SCG setzt sich aus hohen Vertretern all der
Bündnisregierungen zusammen, die an dem Doppelbeschluß vom Dezember 1979
beteiligt waren. Innerhalb des Bündnisses war man sich darüber völlig einig,
daß die Rüstungskontrollanstrengungen, wie von den Vereinigten Staaten vorgeschlagen, weitergehen sollten. Und es gab feste Unterstützung für die
speziellen Vorschläge, die zur Fortführung der Verhandlungen entwickelt
worden waren.

Flexibilität in

�Flexibilität in Genf
Die Position, die aus den Konsultationen hervorging und die Botschafter Nitze seinen sowjetischen Verhandlungspartnern in Genf vorgelegt hat,
bietet die Grundlage für ein beiderseitig akzeptables Rü'stungskontrollabkommen.

Die drei Elemente der amerikanischen Initiative umfassen:

- Erstens:

die Bereitschaft, dem Begehren der Sowjetunion entgegenkom-

mend, Flugzeuge in die Verhandlungen einzubeziehen - und dies trotz
der Überzeugung der NATO, wie dies im Beschluß vom Dezember 1979 zum
Ausdruck gekommen war, daß die Verhandlungen sich zunächst auf die
Hauptbedrohung für Sicherheit und Stabilität konzentrieren sollten,
nämlich die INF-Raketen größerer Reichweite - eine Sorge,die durch die
sowjetische Dislozierung der SS-20 verursacht worden war.
- Zweitens: die Bereitschaft, im Rahmen eines Rüstungskontroilabkommens,
das gleiche, weltweite Begrenzungen für die Vereinigten Staaten und
für die Sowjetunion vorsehen würde, eine Verpflichtung in Erwägung zu
ziehen, die gesamten sowjetischen Dislozierungen nicht durch amerikanische Dislozierungen in Europa aufzuwiegen. Die Vereinigten Staaten
würden sich jedoch das Recht vorbehalten, anderweitig Systeme bis zum
Limit der globalen Obergrenze zu dislozieren. Dieses Angebot ist eine
Antwort auf die schon seit langem von den Sowjets vorgebrachte Feststellung, daß die Vereinigten Staaten, da Teile der sowjetischen LRINFSysteme nicht so disloziert seien, daß sie Europa erreichen können, sie
auch nicht alle mit europäischen Dislozierungen aufwiegen sollten.
Gleichzeitig würde durch das Angebot, daß auch weiterhin nach einer
globalen Obergrenze gesucht wird, sichergestellt werden, daß es keine
uneingeschränkte Zunahme bei der Gesamtzahl der Systeme geben würde,
da dies eine Bedrohung sowohl für Europa als auch für Asien bedeuten
würde.
- Drittens:

eine

�- Drittens:

eine Bereitschaft, daß die Vereinigten Staaten, sollte es

zu einem Zwischenabkommen kommen, das einen amerikanischen und sowjetischen Stand unterhalb des Niveaus der geplanten amerikanischen Dislozierungen vorsähe, die Verringerungen ihrer Streitkräfte entsprechend
zwischen ihren PERSHING II und landgestützten Marschflugkörpern aufteilen
würden.
Dieses Angebot geht auf die von den Sowjets wiederholt geäußerten Bedenken hinsichtlich der besonderen Eigenschaften der PERSHING II-Raketen ein.
Diese Schritte sind weiterer Beweis für die Verpflichtung des Bündnisses,
die Verhandlungen mit Einfallsreichtum, mit Flexibilität und mit Hartnäckigkeit weiterzuverfolgen. Mit ihrer Vorlage haben die Vereinigten Staaten und
das NATO-Bündnis klargestellt, daß das bestmögliche Ergebnis der Verhandlungen
auch weiterhin die vollständige Beseitigung der ganzen Klasse von LRINF-Raketen auf beiden Seiten wäre, wie dies ursprünglich schon von Präsident Reagan
im November 1981 vorgeschlagen worden war. Gleichzeitig sind sich die Vereinigten Staaten und das Bündnis, sollte sich die Sowjetunion auch weiterhin
weigern, diese Waffenklasse zu eliminieren, auch weiterhin darin einig, ein
Interimsabkommen auf dem niedrigstmöglichen Niveau der amerikanischen und
sowjetischen Systeme anzustreben.

Obstruktionspolitik der Sowjetunion
Präsident Reagan hat deutlich gemacht: Die Tür für ein Abkommen ist
offen. Es liegt jetzt an den Sowjets, einzutreten. Die sterile Rhetorik
und die Konfrontationshaltung, die die Sowjetunion im vergangenen Monat eingenommen hat, ist keine produktive Einstellung zu Verhandlungen.
Während der ganzen INF-Verhandlungen hat die Sowjetunion stets die gleiche
Einstellung gezeigt:

Alle ihre Positionen hatten zum Ziel, das bestehende,

gewaltige Monopol der Sowjetunion bei den LRINF-Raketen zu bewahren, amerika-

- 4 -

�bewahren, amerikanischen Dislozierungen vorzubeugen und Rüstungskontroi 1schritte zu verhindern, die ihre Systeme betreffen würden.

Diese einseiti-

gen Ziele lassen die triftigen Sicherheitsanliegen jener Staaten, die an der
Peripherie der Sowjetunion liegen, völlig außer acht.

Sie sollen die Sowjet-

union in eine Position der Überlegenheit gegenüber allen anderen Staaten zusammengenommen versetzen.

Und sie stellen das größte Hindernis für einen

Fortschritt bei den Genfer Verhandlungen dar.
Entsprechend dieser Haltung hat sich die Sowjetunion geweigert, das
Konzept amerikanisch-sowjetischer Parität zu akzeptieren, das allgemein als
die einzige politisch und strategisch akzeptable Grundlage für Rüstungskontrollabkommen zwischen souveränen Staaten anerkannt ist.

Stattdessen hat

sie das trügerische Argument hervorgebracht, daß sie auf irgendeine Weise
eine Kompensation für die unabhängigen Streitkräfte Großbritanniens und
Frankreichs erhalten sollte.

Sie tut dies trotz der Tatsache, daß diese

Streitkräfte nicht der amerikanischen Kontrolle unterstehen, daß sie nur
einem sehr kleinen Teil der Gesamtstreitkräfte der Sowjetunion entsprechen
und daß sie - was für die INF-Problematik von besonderer Bedeutung ist - als
nationale Abschreckungsstreitkräfte kein Bindeglied zwischen der Sicherheit
Europas - einschließlich der europäischen Nichtnuklearstaaten - und dem strategischen Schirm der Vereinigten Staaten darstellen, der letztendlich der
Garant der Sicherheit und Unabhängigkeit des Bündnisses bleibt.

Sowohl

Großbritannien als auch Frankreich haben klargestellt, daß ihre Streitkräfte nicht Thema von Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und
der Sowjetunion sein können.

Gleichzeitig haben sie jedoch indirekt ihre

Bereitschaft unterstrichen, ihre Position hinsichtlich der Rüstungskontrolle
zu überdenken, wenn die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion zu einem
Übereinkommen hinsichtlich beträchtlicher Verringerungen bei den strategischen
Streitkräften gelangen - ein Ziel, das auch die Vereinigten Staaten mit Nachdruck verfolgen.
Die starre Haltung der Sowjetunion bei den Verhandlungen ist die logische Fortsetzung der Haltung, die auch bei ihren militärischen Planungen

- 5 -

�militärischen Planungen vorherrscht - wie etwa, als in den siebziger Jahren
ohne jegliche Provokation mit der Dislozierung der SS-20-Raketen begonnen
wurde.

Eindeutiges Ziel dieser Dislozierung, die noch immer andauert, ist

es, eine Bedrohung für die Staaten an der Peripherie der Sowjetunion zu
schaffen, die keinen RüstungskontroiIbegrenzungen unterliegt und die durch
keine amerikanischen Gegendislozierungen aufgewogen ist.

Das Bündnis stell-

te sich mit dem Doppelbeschluß vom Dezember 1979 der Erkenntnis, daß ein
sowjetischer Erfolg in einem derartigen Bemühen Moskau eine unannehmbare
strategische und politische Hebelwirkung verschaffen würde und daß eine koordinierte Reaktion des Bündnisses erforderlich sei.

Aussichten für die Zukunft
Die Vereinigten Staaten sind auch weiterhin beiden Aspekten dieses Bündnisbeschlusses gegenüber verpflichtet. Die jüngsten Schritte Präsident Reagans
bei den Genfer Verhandlungen sind Zeugnis für unsere unermüdlichen Bemühungen,
eine ausgewogene Verhandlungslösung zu finden, wenn die Sowjets bereit sind,
ebenfalls in diese Richtung zu gehen. Gleichzeitig arbeiten wir mit unseren
Verbündeten an den Vorbereitungen zur Dislozierung der amerikanischen Raketen
in Europa,die Ende dieses Jahres beginnen wird, sollte in Genf kein Abkommen
erzielt werden, durch das eine solche Dislozierung überflüssig würde.
Sicherlich wäre es besser, wenn diesen Herbst bei den Verhandlungen ein
Abkommen erzielt würde. Das ist unser Ziel. Sollte dies jedoch wegen der
sowjetischen Starrheit und trotz der von den Vereinigten Staaten eingenommenen
flexiblen Haltung nicht möglich sein, dann werden die Vereinigten Staaten und
das Bündnis auch weiterhin - und nach Beginn der amerikanischen Dislozierungen auf ein Rüstungskontroi labkommen hinarbeiten.
Die Sowjetunion hat in der Öffentlichkeit mit einer Kampagne begonnen,
um die öffentliche Meinung hinsichtlich der Dislozierungen einzuschüchtern.
Sie hat es jedoch unterlassen, die Öffentlichkeit auch daran zu erinnern, daß

- 6 -

�erinnern, daß ihr eigenes Dislozierungsprogramm für die SS-20 im Jahr 1977 also zwei Jahre vor dem NATO-Doppelbeschluß - begann, daß es noch heute andauert und daß es schon jetzt umfassender ist als die geplanten NATO-Dislozierungen.
führen.

Die NATO ließ sich durch diese sowjetische Kampagne nicht irre-

Ihre Reaktion wird ruhig, ausgewogen, realistisch und fest sein.

- 7 -

�26. Oktober 1983

43

LECH WALESA MIT DEM "SHELBY CULLOM DAVIS-PREIS" AUSGEZEICHNET
- Von unserer Korrespondentin Judy Aita -

NEW YORK - (AD) - Der polnische Arbeiterführer Lech Walesa, Gewinner des
Friedensnobelpreises 1983, ist am 21. Oktober 1983 im New Yorker Waldorf Astoria
Hotel vom amerikanischen "Ethics and Public Policy Center" mit einer weiteren
Ehrung bedacht worden.

Für seine "hervorrangenden Dienste an der Öffentlichkeit,

die durch Integrität und Mut gekennzeichnet sind", erhielt er in absentia den
"Shelby Cullom Davis-Preis".

Diese Auszeichnung wird seit 1982 vergeben. Erste

Preisträ'gerin war die amerikanische Botschafterin bei den Vereinten Nationen,
Jeane Kirkpatrick.
"Trotz der offiziellen Verhöhnung und Einschüchterung, der Inhaftierung
und Isolierung hat sich Lech Walesa immer wieder für die grundlegenden Menschenrechte seiner Landsleute eingesetzt", so heißt es in der Verleihungsurkunde.
"Ein weniger mutiger Mann hätte vielleicht geschwiegen.

Ein weniger kluger Mann

hätte vielleicht die Wut eines brutalen Staatswesens provoziert.

Seine unermüd-

liche und maßvolle Entschlossenheit hat ihm das Vertrauen seiner Anhänger und
den Respekt seiner Gegner eingetragen

Gestärkt durch einer, fester, religiösen

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�festen religiösen Glauben ist Lech Walesa gegen jene aufgestanden, die im Namen
falscher Götter die Versklavung betreiben ...Er ist zu einem lebendigen Symbol
des nicht endenden Strebens nach Freiheit und Menschenwürde geworden.

Und doch

hat er seinen Ruhm niemals für persönliche Zwecke mißbraucht. Sein Leben ist eine
Ermutigung für Millionen von Menschen in seinem eigenen Lande und in der ganzen
Welt, denen das Glück der Freiheit verwehrt wird, und gleichzeitig eine Warnung
für alle, die die Freiheit als etwas Selbstverständliches ansehen".
Das Preisverleihungsgremium des Zentrums hatte den polnischen Arbeiterführer
bereits im November 1982 einstimmig für diese Auszeichnung vorgesehen und versucht,
die Genehmigung für eine Beteiligung Walesas an der Preisverleihung zu erlangen.
Im Mai dieses Jahres erreichte das Zentrum eine aus Polen herausgebrachte Rede,
die von Walesa unterzeichnet und von dem polnischen Schriftsteller Tymoteusz
Karpowicz im Namen des polnischen Arbeiterführers anläßlich der Verleihung des
Preises verlesen wurde.

Darin heißt es: "Ich bin stolz, daß ein polnischer

Arbeiter für diesen Preis nominiert worden ist.

Dies erfolgte meiner Ansicht

nach nicht aufgrund meiner persönlichen Leistungen.

Dies erfolgte vielmehr als

Anerkennung jener Grundsätze, die zur Gründung der 'Solidarität' ermutigten.
Diese Grundsätze

machen nicht an nationalen Grenzen halt.

Sie bilden viel-

mehr die Grundlage für die gegenseitige Verständigung und für Übereinkommen,
über die man so viel spricht.

Unserer Gewerkschaft, die für diese Prinzipien

kämpfte, ist das Existenzrecht verweigert worden, aber wir werden diese Grundsätze niemals aufgeben

Ich möchte Ihnen für Ihre Solidarität danken - die

Solidarität aller Menschen -, die uns helfen wird, diese schwere Zeit zu überstehen, und die es nicht gestatten wird, daß wir isoliert werden. Ich bin fest
davon überzeugt, daß die Wahrheit obsiegen wird, da es in meinem Lande immer weniger
Menschen gibt, die zu einer Kooperation mit der Lüge und der Tyrannei bereit sind".'.
- Botschaft Präsident Reagans In einer Video-Botschaft Präsident Reagans charakterisiert dieser Lech Walesa
als einen Freiheitskämpfer, einen polnischen Patrioten und als einen Realisten

�einen Realisten, der großen Mut bewiesen habe. Freie Menschen in aller Welt
und Millionen, die in Unfreiheit leben müßten, stünden im Geiste und mit voller
Solidarität an der Seite Walesas,heißt es in der Botschaft des amerikanischen
Präsidenten.

Dieser mutige Arbeiter aus Danzig "symbolisiert den Triumph der

moralischen Kräfte über brutale Gewalt und den Sieg persönlicher Ideale über
die kollektive Tyrannei.

Immer wieder verhöhnt, inhaftiert, herabgesetzt und

mißachtet, wird Lech Walesa nur stärker.

Er hat sich nicht gebeugt, und er

wird niemals vor Menschen kapitulieren, die über nichts anderes verfügen als
über die Macht der Gewehrläufe".
Auch der amerikanische Chefdelegierte bei der Madrider KSZE-Folgekonferenz,
Botschafter Max Kampelman, sowie die Chefdelegierte der Vereinigten Staaten bei
den Vereinten Nationen, Botschafterin Jeane Kirkpatrick.und der ehemalige nationale
Sicherheitsberater unter Präsident Carter, Zbigniew Brzezinski, würdigten die
Leistungen Lech Walesas. Menschen wie der polnische Arbeiterführer, die für die
Freiheit in Polen und anderswo auf der Welt einträten, sollten wissen, daß sie
im Westen Freunde hätten, die sie nicht vergäßen, so sagte Botschafter Kampelman.
Im Verlaufe eines grausamen Kampfes, so erklärte Brzezinski, habe Walesa eine
Bewegung angeführt, die für die grundlegenden Menschenrechte eingetreten sei,
"nicht nur mit Mut, sondern auch mit außerordentlicher politischen Klugheit".
Gleichzeitig wies der ehemalige Sicherheitsberater mit Nachdruck sowjetische
Behauptungen zurück, daß die Gewerkschaft"Solidarität"von den Vereinigten Staaten
aus geleitet werde.

Diese Unterstellungen gäben deutliche Aufschlüsse über die

Natur des sowjetischen Systems. Die amerikanische Botschafterin bei den Vereinten Nationen hob hervor, daß die Menschen im Westen und insbesondere die Amerikaner sich durch die sowjetische Strategie nicht einschüchtern und

sich durch

sowjetische Manipulationen nicht von ihrem Weg abbringen lassen dürften.
müßten vielmehr bereit sein, anderen - wenn notwendig - zu helfen.

Sie

In keinem

Land, in dem die Marxisten-Leninisten an die Macht gelangt seien, sei den Bürgern
gestattet worden, freie Wahlen abzuhalten, freie Gewerkschaften aufzubauen, eine
freie Presse ins Leben zu rufen oder Institutionen zu schaffen, die sich für
Pluralismus oder Demokratie einsetzen könnten.
+ + + + +

- 3 -

�Uli//eA/chofl
und Technik
United States Information Service
Embassy of the United States of America

26.Oktober 1983

43

RAUMFAHRT FESTER BESTANDTEIL DER US-POLITIK
Präsident Reagan zum 25. Jahrestag der Gründung der NASA -

- (AD) - Im Dasein künftiger Generationen werde die Raumfahrt vermutlich eine ähnlich wichtige Rolle spielen wie in unserem Leben die Luftfahrt,
erklärte Präsident Reagan in seiner Ansprache vor Mitarbeitern des amerikanischen Amtes für Luft- und Raumfahrt (NASA) anläßlich des 25jährigen Bestehens dieser Behörde. Das Engagement der Vereinigten Staaten im Weltraum sei
"eine der besten Investitionen, die jemals getätigt worden sind". Die amerikanische Regierung plane nunmehr ein langfristiges nationales Raumfahrtprogramm, dessen Ziele "Freunden und Gegnern gleichermaßen demonstrieren soll,
daß die Aufgabenstellungen Amerikas höchsten Zielen menschlichen Strebens
dienen: Chancen für jedermann, Zusammenarbeit zwischen Nationen und Frieden
auf Erden".
Nachfolgend wesentliche Auszüge aus der Ansprache des Präsidenten:
Wir feiern heute einen 25. Geburtstag.

Bei einem Menschen ist dies

stets ein wichtiges Datum, denn nun beginnt die produktivste Phase seines
Lebens.

Das gilt auch für das amerikanische Amt für Luft- und Raumfahrt.

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�Luft- und Raumfahrt.

Die NASA hat schon so vieles erreicht - an ihrem 25.

Geburtstag blicken wir sowohl in die Zukunft als auch auf das, was bereits
geleistet worden ist...

Seit 25 Jahren ist die NASA Mittelpunkt einer für

die Natur der Amerikaner typischen Aktivität - sie ist Wegbereiter zu einem
erregenden Neuland.
Geschichtlich gesehen sind wir stets ein Volk gewesen, das bereit ist,
Risiken auf sich zu nehmen und großen Träumen nachzugehen.
den Küsten der Alten Welt nicht halt.

Wir machten an

Vielmehr sind wir, die Italiener,

die Franzosen, die Holländer, die Männer und Frauen aller Rassen, Nationalitäten und Religionen, hierhergekommen, um ihre Grenzen zu überwinden, und
wir sind in diesem Prozeß durch und durch zu Amerikanern geworden.
Vor etwas mehr als 200 Jahren begannen wir mit der Gründung der ersten
modernen Demokratie, das größte Experiment in der menschlichen Geschichte.
Alles, was wir erreichten, basiert auf der Energie und Kreativität, die aktiv
werden kann, wenn der menschliche Geist frei ist. Amerikaner haben bewiesen,
daß kein Berg zu hoch, kein Wald zu dicht, keine Wüste zu ausgedehnt oder
kein Problem so verwirrend ist, daß sie den Fortschritt freier Männer und
Frauen blockieren könnten... Heute ist der gleiche Geist lebendig. Und es
gibt kein besseres Beispiel für ihn als das, was man hier in der NASA findet.
Sie wurde nach dem Start des ersten EXPLORER-Satelliten ins Leben gerufen,
um unsere Weltraumanstrengungen zu lenken und zu überwachen, unsere führende
Rolle auf dem Gebiet der Luft- und Raumfahrtwissenschaft zu gewährleisten,
die Zusammenarbeit mit anderen Nationen in der friedlichen Anwendung der
Raumfahrttechnik zu fördern, unser Wissen um Atmosphäre und Weltraum auszuweiten, und zum Wohle aller Menschen die praktischen Vorteile aus diesen
Aktivitäten wahrzunehmen.
Unsere Errungenschaften in diesen zweieinhalb Jahrzehnten haben unserem
Land und den Menschen auf diesem Planeten bereits gute Dienste geleistet.
Wir erreichen jetzt die Rentabilität, die wir uns von unseren Investitionen
im Weltraum vorgestellt haben. Und wenn wir die Zahlen zusammenrechnen, er-

�zusammenrechnen, erhalten wir nicht nur den Gegenwert für unser Geld - vielmehr war unser Engagement für die Raumfahrt eine der besten Investitionen,
die wir je als Nation getätigt haben.
Nachrichtensatelliten ermöglichen uns, Ferngespräche billiger und einfacher zu führen und weltweit Ereignisse über Fernsehen direkt zu übertragen.
Was unser Land durch diesen gewaltigen Fortschritt im Nachrichtenwesen gewann,
ist gar nicht abzuschätzen.
routine.

Ähnlich gehören jetzt Wettersatelliten zur Tages-

Zahllose Leben werden gerettet,und Eigentum wird geschützt, wenn

wetterbedingte Notstände genauer als je zuvor denkbar vorhergesagt und verfolgt werden können.
Navigation sowie Such- und Rettungsaktionen zur See und zu Lande werden
durch Instrumente unterstützt, die Sie im erdnahen Raum stationiert haben.
Mit Hilfe der Fernerkundung durch Satelliten können wir neue Ressourcen auffinden und bereits bekannte besser nutzen. Früher dachte man bei Nebenergebnissen unserer Raumfahrtanstrengungen eigentlich nur an die Teflon-Pfanne.
Aber in dieser Zeit hochwertiger Technologie wissen wir heute alle, was die
technologischen Fortschritte, die wir gemacht haben, für unser Leben bedeuten. Computer und Elektronik sind jetzt aus dem wirtschaftlichen Fortschritt
und dem Wohlergehen Amerikas nicht mehr wegzudenken. Ebenso hat ganz gewiß
die Raumfahrttechnologie enorm zum Weltfrieden beigetragen. Unsere "Augen am
Himmel" geben uns allen etwas mehr Sicherheit. Auf dem lebenswichtigen Gebiet
der Rüstungskontrolle haben sie für die umstrittene Verifizierung neue Wege
eröffnet.
Dies alles sind mehr oder weniger Errungenschaften, die zu unserer Verpflichtung, den Weltraum zum Wohle aller Menschen zu erforschen und zu nutzen,
in Beziehung gebracht werden können. Aber da ist noch etwas, was ich gerne
hier anführen möchte - etwas, das in einer so freien und vielschichtigen Gesellschaft wie der unseren niemals als selbstverständlich angenommen werden
kann.

Ungeachtet der individuellen Lebensgestaltung gibt es Augenblicke, die

uns alle eng verbinden.

Augenblicke der Trauer und des Glückes, in denen wir

mehr sind als ein Konglomerat von Menschen, die in Nachbarschaft leben.
- 3 -

Der Tod

�Der Tod von Präsident John F. Kennedy war ein solcher Augenblick, das Miterleben der Rückkehr eines amerikanischen Kriegsgefangenen, den wir nach Jahren
der Gefangenschaft beim Verlassen des Flugzeuges auf einem philippinischen
Flugplatz die Fahne grüßen sahen und ihn sagen hörten:
ein anderer.

"Gott segne Amerika",

Solche Momente formen Seele und Charakter der Nation.

Wohl die größten Geschenke der NASA waren die Augenblicke der Größe, die
wir alle mit Ihnen teilen durften.

Wir alle, ob Lehrer, Schauspieler, Re-

gierungsangestellte, Farmer, Fabrikarbeiter, Sekretärinnen oder Polizisten
auf Streifendienst, wir alle waren Zeuge jener ersten Flüge im Rahmen des
MERCURY-Projekts.

Wir fühlten uns den NASA-Teams zugehörig, die Sonden in

die Tiefe des Weltraums entsandten, um Unbekanntes zu erkunden, die Ringe des
Saturn und die Oberfläche des Mars zu fotografieren.

Wir waren dabei, und un-

sere Herzen waren von Stolz erfüllt, als Neil Armstrong, ein Amerikaner, als
erster Mensch den Mond betrat...
In jüngster Zeit hat der Raumtransporter, wie andere NASA-Projekte zuvor, unsere Herzen gewonnen und unsere Phantasie beflügelt. Helden unserer
Tage wie Sally Ride und Guy Bluford geben uns neuen Glauben an unser System
und neue Hoffnung für die Zukunft. Im vergangenen Jahr durfte ich die
COLUMBIA willkommen heißen, als die Raumfähre am Unabhängigkeitstag von ihrer
Mission zurückkehrte und in der kalifornischen Wüste landete. Diesen Tag werde ich und werden Millionen anderer Amerikaner nie vergessen.
Wie so viele andere Errungenschaften kam auch der Raumtransporter nicht
zufällig zustande. Er ist vielmehr das Ergebnis harter Arbeit und ein Vorbote der Zukunft. Kurzsichtige Leute hatten kein Verständnis dafür, und einige,
die heute in Amerika an führender Stelle sein möchten, waren vor zehn Jahren
sogar führend im Kampf gegen das Raumtransportersystem. Aber Sie bei der NASA
haben mit dem Erfolg dieses neuen Transportsystems bewiesen, daß es für uns
niemals einen Zeitpunkt gibt, stehen zu bleiben, keine Träume mehr zu haben.
Jetzt sind

�Jetzt sind wir dabei, eine nationale Raumfahrtstrategie aufzubauen, die
Prioritäten für die nächsten 25 Jahre und danach setzt und die unsere Anstrengungen im Weltraum lenkt und inspiriert.

Sie wird alle drei Sektoren unseres

Raumfahrtprogramms umfassen - den zivilen und den kommerziellen Sektor sowie
den der nationalen Sicherheit, wie ich dies schon am 4. Juli vergangenen Jahres
umriß.

Es geht uns nicht nur um den nächsten logischen Schritt.

Wir planen

jetzt eine Straße, eine "Höhenstraße", wenn Sie so wollen, die uns eine Vision
von unbegrenzter Hoffnung und unbegrenzten Chancen gibt, die das unglaubliche
Potential aufzeigt, das nur darauf wartet, zum Wohl aller Menschen nutzbar
gemacht zu werden.

An diesem 25. Jahrestag appelliere ich an Sie bei der NASA

und an alle anderen, die in Amerika mit Raumfahrt zu tun haben:
Ziele anstreben, die uns weit ins nächste Jahrhundert führen.

Laßt uns
Laßt uns Freun-

den und Gegnern gleichermaßen demonstrieren, daß die Aufgabenstellungen Amerikas im Weltraum höchsten Zielen menschlichen Strebens dienen:
dermann, Zusammenarbeit zwischen Nationen

Chancen für je-

und Frieden auf Erden.

Ihre Vorstellungskraft und Ihre Fähigkeit, in die Zukunft zu projizieren,
werden neue Horizonte eröffnen und Barrieren zurückdrängen, die unsere Ziele
auf diesem Planeten begrenzen.

Die Ziele, die Sie setzen, und Ihr Erfolg,

sie zu erreichen, werden großen Einfluß auf wirtschaftliches Wohlergehen und
Sicherheit unserer Kinder haben, und sie werden darüber entscheiden, ob Amerika
die große Nation bleibt, die es sein soll.

Scheuen Sie sich nicht, uns ab

und zu daran zu erinnern.
Als führende Raumfahrtnation teilen wir mit anderen die Früchte unseres
Abenteuers. Das amerikanische Volk weiß dies und unterstützt es. Und wir
wollen auch künftig sicherstellen, daß dieses Programm dem Volk gehört...,
daß seine Hoffnungen, Träume und Zielsetzungen erfüllt werden. Es gibt Leute,
die die Lehrmeinung von den begrenzten Ressourcen verkünden. Sie behaupten,
wir seien dabei, alles was wir haben, aufzuzehren, und daß die Menschheit langsam, aber sicher einer Katastrophe entgegengehe, wie sie Malthus prophezeite.
Dieser Pessimismus steht der amerikanischen Natur entgegen. Wir haben in unserer Geschichte niemals einfach akzeptiert, sondern gekämpft und gearbeitet,
um Besseres zu schaffen. Mit der Erfindung und dem Einsatz von Maschinen
- 5 -

�von Maschinen haben wir unsere Produktivität verbessert und enormen neuen
Reichtum geschaffen.
geres Leben.

Der Entdeckung von Medikamenten verdanken wir ein län-

Der Erfindung neuer Verfahren für die Landwirtschaft - mit Un-

terstützung der Industrie und der Forschung - verdanken wir eine bessere Ernährung.
Im Laufe meines Lebens entwickelte sich die Luftfahrt aus kleinsten Anfängen mit Doppeldeckern, die auf der grünen Wiese landeten und in denen
Passagiere für zehn Dollar zehn Minuten lang mitfliegen durften, zu einem
wichtigen Wirtschaftszweig, der ungemein viel zu unserer nationalen Prosperität und Lebensweise beiträgt.

Vermutlich spielt die Raumfahrt im Leben

künftiger Generationen eine ähnlich wichtige Rolle wie für uns heute die Luftfahrt.

Privatfirmen beginnen bereits, sich mit dem Weltraum zu befassen.

Hier könnte das Raumtransporterprogramm etwa mit der ersten Eisenbahnlinie
quer durch unseren Kontinent verglichen werden.

Und wenn kommerzielle Kräfte

erst einmal ins Spiel kommen, wird die Welt sehen, was Unternehmergeist bedeutet und für Amerika zustande bringt.
eine neue Ära eröffnet.

Die ersten 25 Jahre der NASA haben

Und wir wollen uns heute vornehmen, daß die nächsten

25 Jahre der NASA die Gewähr geben, dieses neue Kapitel in der Geschichte eine
amerikanische Ära werden zu lassen.

+ + + + +

�</text>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Reagan gibt multinationalen Einsatz auf Grenada bekannt&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Pressekonferenz mit Ministerpräsidentin Charles von Dominica -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Reagan: USA handeln im Libanon für die Sache des Weltfriedens&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Erklärung des Präsidenten vor Zeitungs- und Rundfunkredakteuren -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;US-Außenminister bezeichnet Syrien, Sowjetunion und Iran als Feinde des Friedens im Libanon&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Erklärung von Shultz vor dem US-Kongress -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Reagan: USA werden am Konferenztisch in Genf ausharren&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Pressekonferenz des US-Präsidenten -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Rüstungskontrolle und Ost-West-Beziehungen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Von Richard R. Burt, Unterstaatssekretär für europäische Angelegenheiten im US-Außenministerium -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lech Walesa mit dem "Shelby Cullom Davis-Preis" ausgezeichnet&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Von unserer Korrespondentin Judy Aita -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Raumfahrt fester Bestandteil der US-Politik&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Präsident Reagan zum 25. Jahrestag der Gründung der NASA -&lt;/em&gt;</text>
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