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                  <text>nroffiiauon
und
Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America
31. August 1983

35
INHALT

DOKUMENTATION
Erklärung des State Department zum neuen Andropow-Vorschlag

HINTERGRUNDMATERIAL
Die NATO braucht eine glaubwürdige nukleare Abschreckung
- Von Anne Armstrong, ehemalige amerikanische Botschafterin
in Großbritannien Chronologie der jüngsten Ereignisse in Afghanistan
Die Schwachstellen des sowjetischen Weltraum-Vorschlags
- Von unserem diplomatischen Korrespondenten Russell Dybvik Die "goldenen Deutschen"

.merikas

- Den ersten amerikanischen Golddollar prägte ein deutschstämmiger
Amerikaner -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Erdklima und Antarktikeis
- US-Forscher suchen nach Anhaltspunkten für Zusammenhänge Harte Auslandskonkurrenz für pharmazeutische Industrie
- Anteil der US-Firmen an Forschung und neuen Präparaten sinkt

Um Über/endung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 B o n n 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�31. August 1983

35

ERKLÄRUNG DES STATE DEPARTMENT ZUM NEUEN ANDROPOW-VORSCHLAG

WASHINGTON - (AD) - Das amerikanische Außenministerium hat am 27. August 1983 zu dem Angebot des sowjetischen Staats- und Parteichefs Andropow,
einen Teil der auf Europa gerichteten SS-20-Raketen zu verschrotten, folgende Erklärung abgegeben:
Wir haben die Berichte über die Ausführungen von Staats- und Parteichef Andropow gelesen.

Seit langem schon haben wir an die Sowjets die Frage

gerichtet, ob sie die Absicht haben, die Raketen zu zerstören, oder ob sie
sie nur anderswo stationieren wollen, und haben klargestellt, daß eine reine
Verlegung keine ernsthafte Rüstungskontrollmaßnahme wäre. Wenn die Sowjets
diese Haltung am Verhandlungstisch in Genf bekräftigen würden, dann würden
wir dies als ein positives Zeichen ansehen.
Leider beanspruchen

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 22 40
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Telex: 8-85432

�Leider beanspruchen die Sowjets jedoch weiterhin das Recht, die unabhängigen britischen und französischen Nuklearstreitkräfte anzurechnen. Somit scheint es keine Änderung in dem sowjetischen Bemühen um ein ungleiches
Ergebnis zu geben, das es ihnen gestatten würde, die meisten der vorhandenen
SS-20 beizubehalten, während es der NATO verwehrt wäre, eine amerikanische
Abschreckung gegenüber dieser Streitmacht zu dislozieren; es würde also ein
sowjetisches Monopol bei diesen Systemen erhalten bleiben.
Darüber hinaus wollen die Sowjets weiterhin ein Abkommen, das nur auf
Europa begrenzt wäre.

Die beträchtliche sowjetische SS-20-Streitmacht in

Asien würde offenbar uneingeschränkt bestehen bleiben und könnte noch stärker anwachsen, als dies gegenwärtig der Fall ist. Aufgrund der Reichweite,
der Beweglichkeit und der Transportfähigkeit der SS-20 würden diese Raketen
auch weiterhin eine Gefahr sowohl für Europa als auch für Asien darstellen.
Wir rechnen damit, daß wir mit den Sowjets die Möglichkeiten für Fortschritte auf dem Gebiet der nuklearen Mittel Streckensysteme (INF) sondieren
können, wenn die Verhandlungen in Genf am 6, September wieder aufgenommen
werden, und hoffen, daß die sowjetische Erklärung die Bereitschaft ihrerseits erkennen läßt, die Besorgnisse in Rechnung zu stellen, die den
NATO-Beschluß aus dem Jahr 1979 herbeigeführt haben.

+ + + + +

�31. August 1983

35

DIE NATO BRAUCHT EINE GLAUBWÜRDIGE NUKLEARE ABSCHRECKUNG
Von Anne Armstrong
ehemalige amerikanische Botschafterin in Großbritannien

- (AD) - Die Vereinigten Staaten machen sich ebenso wie alle anderen
Länder Sorgen über einen Atomkrieg. Präsident Reagan hat genau das ausgesprochen, was wir alle wissen: "In einem Atomkrieg gibt es keine Sieger
- nur Verlierer,"
Darum haben sich die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten einer
Strategie der Abschreckung verschrieben.

Sowohl die Vereinigten Staaten

als auch die Länder Westeuropas sind der Überzeugung, daß der Einsatz von
Kernwaffen nicht leicht begrenzt oder eingedämmt werden könnte, wenn es zu
einem Krieg in Europa käme.

Und so bestand von An'"-"-ng an das Hauptziel der

NATO darin, einen Krieg - sei es ein konventioneller, sei es ein nuklearer zu verhüten.
Seit 1949 hat die Organisation des Nordatlantikvertrages, kurz NATO,
eine beachtliche Verteidigung auf die Beine gebracht und damit einer Nötigung keine Chance gegeben und vor einem Angriff abgeschreckt.

Westeuropa

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�Westeuropa hat 38 Jahre Frieden erlebt - die längste ununterbrochene
Friedensperiode in unserem Jahrhundert.

Welch ein Gegensatz zu den vier

Jahrzehnten davor, die in dem Zweiten Weltkrieg gipfelten! Von den vielen
bewaffneten Konflikten, die die Welt seit dem Zweiten Weltkrieg heimgesucht haben, fand keiner in Europa statt.
Obwohl die NATO-Verbündeten beträchtliche Anstrengungen und Mittel
für die Verhütung des Krieges aufgewandt haben, gaben sie keineswegs ihre
anderen Interessen auf oder setzten sie aufs Spiel. Westeuropa erholte
sich rasch von den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges und hat sich seither eines gewaltigen wirtschaftlichen Wohlstandes erfreut.
ten Staaten haben

Die Vereinig-

eine Revolution im Informationswesen und in der Techno-

logie angeführt.
Von entscheidender Bedeutung für den Erfolg des Bündnisses ist Artikel
5 des Nordatlantikvertrages, in dem es heißt, daß ein Angriff auf ein Mitglied des Bündnisses einen Angriff auf alle darstellt.

Ohne die in diesem

Prinzip zum Ausdruck gebrachte Geschlossenheit des Bündnisses wäre die Erhaltung des Friedens nicht möglich gewesen.

Von gleicher fundamentaler

Bedeutung für die Aufrechterhaltung des Friedesn war die Ausbreitung des
amerikanischen Nuklearschirms, der als Kernstück der NATO-Abschreckung
dem Bündnis Stärke und Glaubwürdigkeit verlieh.
Die Abschreckung der NATO hat jedoch ihre frühere Stärke und Glaubwürdigkeit nicht durchgehalten. Die militärischen Programme der Vereinigten
Staaten und der Sowjetunion folgten keinem einfachen Aktion-Reaktion-Muster,
bei dem jede Seite in einer Rüstungsspirale der anderen ständig nachgezogen
hätte. In vielen Fällen verlief die Sache nach einem ganz anderen Muster:
Die Tatenlosigkeit der Vereinigten Staaten ermutigte die Sowjets zum Handeln, indem sie Moskau die Chance bot, einen militärischen Vorteil zu erringen.
Ende der

- 2 -

�Ende der sechziger Jahre begann die Sowjetunion eine massive Aufrüstung in allen wichtigen Kategorien nuklearer und konventioneller Streitkräfte.

Bereits Anfang der siebziger Jahre hatten die Sowjets die Parität

mit den Vereinigten Staaten überschritten, was die Zahl der Raketen und das
Wurfgewicht der Raketen angeht.

Aber die Aufrüstung ging weiter, und bis

Ende der siebziger Jahre hatten die Sowjets auf einer Reihe von Gebieten
eine Überlegenheit.

So steht beispielsweise außer Frage, daß die Sowjetunion

auf dem Gebiet der nuklearen Mittel Streckensysteme eine gewaltige Überlegenheit besitzt,

Wenn die Trends der siebziger Jahre nicht umgekehrt würden,

das wurde immer klarer, dann könnte die Sowjetunion bis Mitte oder Ende der
achtziger Jahre eine strategische Gesamtüberlegenheit erlangen.

Der Aspekt der sowjetischen Aufrüstung, der die europäische Sicherheit am stärksten bedrohte, war die Dislozierung der SS-20-Rakete, die Mitte
der siebziger Jahre begann.
mit drei Gefechtsköpfen.

Die SS-20 ist eine mobile Mittelstreckenrakete

Die NATO besitzt keine vergleichbare Waffe mit

Offensivkapazität; sie besitzt auch nicht die Verteidigungseinr'chtungen, die
notwendig wären, um ihre militärischen Anlagen zu schützen, die für eine
potentielle Zerstörung durch die SS-20 verwundbar geworden sind.

Die SS-20

hat, vor allem im Zusammenhang mit der Gleichwertigkeit der strategischen
Nuklearstreitkräfte der Supermächte und der historischen Überlegenheit des
Warschauer Paktes in konventionellen Streitkräften, das Gleichgewicht der
taktischen Nuklearstreitkräfte gefährlich zugunsten der Sowjetunion verschoben.

Ohne die Fähigkeit, der sowjetischen Drohung direkt zu begegnen, muß
sich die NATO noch mehr auf die Vereinigten Staaten verlassen, die ohnehin
bereits durch die Notwendigkeit der Wahrnehmung ihrer Sicherheitsinteressen
im Gebiet des Persischen Golfs, in Asien - vor allem in Japan und Korea und in der westlichen Hemisphäre sowie durch ihre Anstrengungen, dem sowjetischen Streben nach strategisch nuklearer Überlegenheit Einhalt zu gebieten,
stark angespannt sind.
Die destabilisierende

- 3 -

�Die destabilisierende Wirkung der SS-20 wurde 1979 von allen NATOLändern erkannt, und sie beschlossen einstimmig, eine zweigleisige Politik
der Modernisierung der nuklearen Streitkräfte und der Rüstungsverminderung
zu verfolgen.

Mit diesem Doppelbeschluß wollten sie einmal das Ungleichge-

wicht beseitigen, das durch die SS-20 entstanden war und der NATO-Abschrekkung neue Glaubwürdigkeit verleihen.

Nukleare Mittel Streckensysteme - 108

PERSHIN6 II und 464 landgestützte Marschflugkörper - sind für die Dislozierung ab Dezember 1983 vorgesehen.

Gleichzeitig verhandeln die Vereinigten

Staaten mit der Sowjetunion über eine Begrenzung der nuklearen Mittelstrekkensysteme in Europa.

Dieser Doppelbeschluß bietet den Sowjets einen An-

reiz, ihre Rüstung zu verringern - wenn ihr Vorteil durch die neuen NAT0Raketen aufgehoben wird -, und die NATO hätte die Gewähr, daß ihre Rüstungskontroll ziele die Abschreckung stärken würden.
Trotz dieses Beschlusses und der anhaltenden Dislozierung von SS-20Raketen und Backfire-Bombern ist in Westeuropa ein gerüttelt Maß an Uneinigkeit über die INF-Dislozierung entstanden. Obwohl die Regierungen des
Bündnisses immer wieder ihre Entschlossenheit signalisiert haben, am Doppelbeschluß festzuhalten, hat eine beträchtliche Zahl von Bürgern den Sinn der
Dislozierung von PERSHING II und Marschflugkörpern in Frage gestellt, vor
allem seit die Genfer Verhandlungen wenig Anzeichen eines Fortschritts gezeigt haben. Diese Bürger erkennen bei aller guten Absicht nicht die Tatsache, daß die Sowjets keinen Anreiz für eine Zurückhaltung bei ihrer Aufrüstung haben, wenn die westlichen Verbündeten eine einseitige Abrüstung
praktizieren. Wie wir gesehen haben, ist die SS-20 seit sechs Jahren konkurrenzlos geblieben, ja ihre Zahl hat unaufhörlich zugenommen.
Es gibt keinen Grund zu der Annahme, daß der tote Punkt in den Verhandlungen in Kürze überwunden wird, wenn Entschlossenheit und Gärung im
Bündnis anhalten. Schwächung des Bündnisses und Abkopplung Europas von den
Vereinigten Staaten sind zwei Hauptziele der Sowjets, die, wenn sie erreicht
würden, zu einem wehrlosen Europa führen würden. Die SS-20 hätte dann als
wertvolles politisches und strategisches Instrument zur Erreichung dieses
- 4 -

�Erreichung dieses Zieles gedient.

Ein Abkommen über die Begrenzung nukle-

arer Mittel Streckensysteme würde jedoch die Einheit und Stärke in der NATO
wiederherstellen und gleichzeitig den sowjetischen Vorteil aufheben.

Der kürzliche Wirtschaftsgipfel in Williamsburg brachte die neuerliche
Verpflichtung, die planmäßige Dislozierung der neuen nuklearen Mittelstrekkenraketensysteme nachdrücklich zu unterstützen, wenn es zu keinem Rüstungskontroi labkommen kommt.

Frankreich und Japan, die beide nicht der mili-

tärischen Integration der NATO angehören, haben diese Erklärung ebenfalls
unterstützt, die eine wichtige Äußerung der anhaltenden westlichen Solidarität angesichts feindseliger sowjetischer Herausforderungen darstellt.
Die einstimmige Unterstützung der Dislozierung ist der einzige Weg, um die
Sowjets zu ernsthaften Verhandlungsbemühungen zu bewegen.

Der beste Weg, um zu einem Rüstungskontroi labkommen zu gelangen und
auch in Zukunft den Frieden zu sichern, ist der,zur Dislozierung der 572
Flugkörper ab Dezember dieses Jahres entschlossen zu bleiben, wenn bis dahin kein Abkommen erreicht worden ist.

Damit wird gezeigt, daß die NATO

sowjetische ; Druck nicht nachgibt, noch sich mit der Gefahr abfindet, die
von den SS-20 und der anhaltenden sowjetischen Aufrüstung in Europa ausgeht.
Der Vorteile einer starken Verteidigung des Bündnisses sind viele, und sie
dürfen nicht übersehen und vergessen werden.

Wenn man mit der Sowjetunion

aus einer Position der Einigkeit und Stärke verhandelt hat, dann hat das
immer wesentliche wirtschaftliche, politische und strategische Dividenden
getragen.

Was aber am wichtisten ist, es hat den Frieden bewahrt.

Es kann

kein Zweifel bestehen, daß die NATO, nach den Worten von Generalsekretär
Joseph Luns, "die wahre Friedensbewegung ist."

+ + + + +

- 5 -

�31. August 1983

35

CHRONOLOGIE DER JÜNGSTEN EREIGNISSE IN AFGHANISTAN

- (AD) 7. Juni 1983
Wie aus diplomatischen Quellen in Islamabad verlautete, zerschlugen
afghanische Widerstandskämpfer Ende Mai in einer drei Tage dauernden Schlacht
in der südöstlichen Paktia-Provinz das 38. Ersatzbataillon, eine Eliteeinheit des Regimes in Kabul. 200 Soldaten des Regimes wurden getötet, der
Rest desertierte, als das Bataillon in der Nähe der pakistanischen Grenze
eine Säuberungsaktion durchführen sollte.
8. Juni 1983
Das Regime in Kabul ließ den französischen Arzt Philippe Augoyard
von Aide Medicale Internationale frei, der im Januar gefangengenommen worden war, als er Mujahedin versorgte.

Man hatte ihn zuvor zu einer acht-

Postfach 20 03 00 Tel.:0228-339 2035
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�einer achtjährigen Gefängnisstrafe verurteilt.

(Nachdem er Afghanistan

verlassen hatte, erklärte der Arzt, die Widerstandsbewegung erfreue sich
beim Volk großer Unterstützung und kontrolliere außerhalb des Gebietes um
Kabul die meisten der Provinzen.,)
10. Juni 1983
Nach einem zweitägigen Treffen in Paris veröffentlichen die Außenminister des Nordatlantischen Bündnisses eine Erklärung, in der es heißt:
"Die verschärfte sowjetische Aggression in diesem Lande stößt weiterhin
auf den entschlossenen Widerstand der afghanischen Bevölkerung»
Der steigende Blutzoll unter der Zivilbevölkerung und die anhaltende
Vernichtung materieller Werte unterstreichen die Dringlichkeit einer politischen Lösung aufgrund der verifizierbaren Durchführung der Entschließung
der Vollversammlung der Vereinten Nationen"»
11. Juni 1983
Der pakistanische Außenminister Sahabzada Yaqub Khan erklärte nach
seiner Rückkehr aus Moskau, wo er mit dem sowjetischen Außenminister Andrei
Gromyko zusammengetroffen war, bei den von den Vereinten Nationen unterstützten, indirekten Gesprächen über Afghanistan, die am 16. Juni in Genf zwischen
Pakistan und dem Kabuler Regime wideraufgenommen werden sollten, sei kein
rascher und größerer Durchbruch zu erwarten.
16. Juni 1983
Diego Cordovez, der persönliche Vertreter des Generalsekretärs der
Vereinten Nationen für das Afghanistan-Problem hält in Genf getrennte Gespräche mit dem pakistanischen Außenminister Yaqub Khan und Shah Mohammad
Dost, einem Vertreter des Kabuler Regimes, während die dritte Runde der
indirekten Gespräche der Vereinten Nationen nach achtwöchiger Unterbrechung
wiederbeginnt.
17. Juni 1983

�17. Juni 1983
Ein Sprecher des UN-Flüchtlingshochkommissars in Genf erklärt, der
Iran habe um Zelte für 400 000 Flüchtlinge gebeten, die in letzter Zeit aus
Afghanistan gekommen seien.

Die Bitte kommt, kurz nachdem Anfang Mai Be-

richte darüber zu hören waren, daß mehrere tausend Zivilisten im Verlauf
eines zweiwöchigen Bombenangriffs der Sowjets auf Herat ums Leben gekommen
seien, der Hauptstadt der nordwestlichen Provinz Herat, die an den Iran
grenzt.
21. Juni 1983
Diplomatische Quellen in Neu Delhi erklären, daß die afghanischen
Mujahedin ihre Angriffe gegen sowjetische Einrichtungen und solche des Regimes in der vergangenen Woche auf "das höchste Ausmaß bilang in diesem
Jahr" verstärkt hätten. Die Angriffe waren zeitlich so abgestimmt, daß sie
mit der Wiederaufnahme der Afghanistan-Gespräche in Genf zusammenfielen.
24. Juni 1983
Die dritte Runde der Afghanistan-Gespräche in Genf geht zu Ende.
Eine UN-Presseverlautbarung erklärt, daß "weitere Forschritte bei der Ausarbeitung eines Textentwurfs über die umfassende Regelung erzielt wurden"
und daß die Beteiligten "erneut ihre Überzeugung zum Ausdruck brachten, daß
es möglich sein wird, die verbleibenden Hindernisse zu überwinden."

Der

Beigeordnete Generalsekretär Cordovez soll - so das Kommunique - "gegen
Ende des Sommers in das Gebiet fahren"

und wird "vorbereitende Konsulta-

tionen" mit der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten über eine mögliche
Rolle als Garanten eines Abkommens führen.
29. Juni 1983
Der 13. Weltkongreß des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften,
der in Oslo tagt, nimmt einstimmig eine Resolution an, die "die anhaltende
Einmischung der Sowjetunion in die inneren Angelegenheiten des afghanischen
Volkes verurteilt." Der Kongreß "verlangt, daß die sowjetischen Truppen
ohne Verzögerung abgezogen werden."
1. Juli 1983
- 3 -

�1. Juli 1983
Der amerikanische Außenminister George Shultz erklärt während eines
Besuches mehrerer südasiatischer Staaten auf einer Pressekonferenz in Neu
Delhi, daß er kürzlich in brieflichem Kontakt mit dem sowjetischen Außenminister Andrei Gromyko hinsichtlich Afghanistans gestanden habe.

Shultz

erklärt - wie die "Washington Post" berichtet -, daß der Zweck dieses Briefes gewesen sei,"der Sowjetunion zu versichern, wie wir dies auch gegenüber
anderen getan haben, die verwickelt sind, daß wir eine Beilegung (des
Afghanistan-Problems) wünschen."
3. Juli 1983
Außenminister Shultz erklärt gegenüber afghanischen Flüchtlingen
im Nasrbagh-Lager in der Nähe von Peshawar, daß "vom Standpunkt der Vereinigten Staaten aus gesehen, Verhandlungen (über Afghanistan) nur dann erfolgreich sein können, wenn sie den Rückzug der sowjetischen Streitkräfte aus
Afghanistan einschließen, wenn sie eine Bestimmung über die Selbstbestimmung
in Afghanistan enthalten, wenn sie Vorkehrungen beinhalten, denen zufolge
die Flüchtlinge mit Würde und Ehre in ihr Land zurückkehren können."
er erklärte:
sehr einfach.

Und

"Meine Botschaft an Euch von den Vereinigten Staaten ist
Wie sind mit Euch."

19. Juli 1983
Am 3. Juli richteten sowjetische Streitkräfte in der Provinzhauptstadt Ghazni, 140 km südwestlich von Kabul, 12 Respektspersonen als Vergeltungsmaßnahme für den Tod eines sowjetischen Offiziers und dreier Soldaten hin, wie Agence France Press unter Bezug auf westliche Diplomaten
aus Islamabad berichtet (Am 20. Juli streitet das Kabul er Regime den Bericht ab.)
26. Juli 1983
Diplomatische Quellen in Neu Delhi berichten von den schwersten
Kämpfen dieses Jahres im Ghazni-Gebiet.

Der Angriff eines größeren Konvois

durch die Mujahedin Mitte Juli dauerte 48 Stunden und hatte unter den
Streitkräften des Regimes 60 Tote zur Folge. Zwei Dörfer in der Nähe von

�Nähe von Ghazni wurden von den Sowjets bombardiert und 50 Zivilisten getötet.
In Reaktion auf die verstärkten Aktivitäten der Widerstandsbewegung
wurden in der vergangenen Woche in der Shomali-Region nördlich von Kabul
größere Säuberungsoperationen durch die sowjetischen Truppen wie die des
Regimes durchgeführt.
1. August 1983
Moslemische Widerstandsquellen zufolge - die die Agence France Press
in Islamabad zitiert - schössen die Mujahedin im Verlauf von sowjetischen
Bombenangriffen auf Dörfer nordöstlich von Kabul in der vergangenen Woche
zwei sowjetische MIG-Flugzeuge ab.

Diesen Quellen nach wurde auch der

Oberkommandierende der Widerstandskräfte in Qonduz, einer nördlichen, an
die Sowjetunion angrenzenden Provinz, in einer Schlacht an der Landstraße
Qonduz-Baghlan getötet.

Pehalawan Mohammed Khan war der vierte Führer der

Widerstandsbewegung, der in den vergangenen Monaten umkam.
13./14. August 1983
Diplomatischen Quellen in Neu Delhi und Islamabad zufolge haben die
Widerstandskämpfer mit dem - wie es scheint - seit der sowjetischen Invasion
1979 schwersten, koordinierten Angriff innerhalb von Kabul begonnen.

In

einem fünfstündigen, nächtlichen Angriff attackierten die Mujahedin militärische Anlagen und Einrichtungen des Regimes mit Mörser- und Raketenbeschuß.

Hauptziel war das Fort Bala-Hissar, in dem ausschließlich sowje-

tische Truppen untergebracht sind; dem Eindruck nach gab es beträchtliche
Verluste.

+ + + + +

- 5 -

�31. August 1983

35

DIE SCHWACHSTELLEN DES SOWJETISCHEN WELTRAUM-VORSCHLAGS
- Von unserem diplomatischen Korrespondenten Russell Dybvik

WASHINGTON - (AD) - Die Vereinigten Staaten prüfen mit Sorgfalt einen
Vertragsentwurf der Sowjetunion über Rüstungskontrolle im Weltraum, doch hat
das US-Außenministerium auch darauf hingewiesen, daß "unangemessene Verifizierbarkeit eine seiner wesentlichen Schwächen ist."

Der Vertragsentwurf

wurde den Vereinten Nationen zu Beginn dieses Monats vorgelegt und sein Text
im sowjetischen Parteiblatt "Prawda" veröffentlicht.
Als Präsident Reagan am 4. Juli 1982 die amerikanische Politik hinsichtlich der Rüstungskontrolle im Weltraum darlegte, erklärte er, die Vereinigten Staaten würden verifizierbare und ausgewogene Maßnahmen der Rüstungskontrolle im Weltraum in Erwägung ziehen, die die Erprobung und Dislozierung
von speziellen Waffen verbieten oder zumindest begrenzen würden, falls diese
Maßnahmen in Einklang mit der nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten
stünden.
Der stellvertretende Sprecher des Außenministeriums, Alan Romberg,
erklärte, daß solche Maßnahmen derzeit analysiert würden.

Er verwies jedoch

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�verwies jedoch darauf, daß "es ernste technische, substantielle Probleme
gibt, die unter anderem mit der Verifizierbarkeit zusammenhängen.

Der

sowjetische Vertrag sieht nationale technische Mittel der Verifizierbarkeit vor, nichts jedoch, was darüber hinausginge,,"
Nationale technische Mittel der Verifizierbarkeit bedeuten Überwachung per Satellit»

Daher könnten eben diese Mittel zur Überwachung

der Einhaltung eines solchen Vertrags - nämlich die Satelliten - erste
Ziele einer Verletzung sein»
"Wir würden uns über eine Klarstellung seitens der Sowjets hinsichtlich der Mittel zur Verifizierbarkeit ihres Vertragsvorschlags freuen,"
sagte Romberg in einer vorbereiteten Erklärung» "Unsere erste Prüfung
des sowjetischen Vertragsentwurfs deutet darauf hin, daß unangemessene
Verifizierbarkeit eine seiner wesentlichen Schwächen ist„" So verwies
Romberg beispielweise darauf, daß es beinahe unmöglich sei, durch nationale technische Mittel allein den Abbau und die Zerstörung des sowjetischen
Antisatellitensystems (ASAT) zu verifizieren, welches bereits seit über
12 Jahren im Einsatz Ist. "Der ASAT-Abfangsatellit ist verhältnismäßig
klein und sitzt auf einer sowjetischen Raumrakete, die auch für andere
Raummissionen verwendet wirdo Wir wissen nicht, wie viele solcher ASATAbfangsatelliten produziert wurden, und es wäre für die Sowjets verhältnismäßig einfach, insgeheim eine Reihe solcher Satelliten für den Einsatz
in einer Krise zu lagern "
Der Sprecher betonte, daß "eine jegliche sowjetische Täuschung bei
einem ASAT-Abkommen - sogar in geringem Umfang - ein hinderliches Risiko"
bedeuten würde, da derzeit nur sehr wenige Satelliten dazu verwendet werden,
den nationalen Sicherheitserfordernissen der Vereinigten Staaten und ihrer
Verbündeten zu dienen

Weitere ernste Probleme der Verifizierbarkeit wür-

den sich aus dem, im Vertragsentwurf vorgeschlagenen Verbot hinsichtlich
der Zerstörung, der Schädigung und der Störung von Raumobjekten anderer
Staaten ergebene
Mancherlei Art

�Mancherlei Art von Aktivitäten könnte gegenüber den Raumobjekten
eines anderen Staates unternommen werden, ohne daß der Täter genau zu ermitteln wäre.

Die sowjetische Forderung nach einem Verbot von raumstatio-

nierten Waffen ist ein weiteres Beispiel für Vorschläge, die Verifizierungsprobleme mit sich bringen.

Es ist schwierig, den ganzen Umfang der Mög-

lichkeiten und Funktionen von Objekten im Weltraum festzustellen, sagte
der Sprecher.
Regierungsvertreter wiesen auch darauf hin, daß der Vertragsentwurf nicht den Vorschlag des sowjetischen Parteichefs Andropow eines Moratoriums bei Versuchen mit ASAT-Systemen einschließt.
Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur TASS über ein Treffen
Andropows mit einer Gruppe von neun amerikanischen Senatoren, das am 18.
August stattfand, erklärte Andropow:

"Die UdSSR verpflichtet sich dazu,

nicht der erste zu sein, der irgendwelche Antisatellitenwaffen in den
Weltraum bringt - das heißt, sie unterzieht sich einem Moratorium bei
Starts dieser Art für den gesamten Zeitraum, währenddessen andere Länder,
einschließlich der Vereinigten Staaten von Amerika, davon absehen, Antisatellitenwaffen jeglicher Art im Weltraum zu stationieren."
Einem amerikanischen Regierungsvertreter zufolge finden sich im
Wortlaut des TASS-Berichtes "einige Unklarheiten", wie etwa, ob das Moratorium auch Tests aller landgestützten wie weltraumgestützten ASAT-Systeme
abdecke.
Vertreter des Außenministeriums wiesen darauf hin, daß die Sowjetunion ihren Moratoriumsvorschlag den Vereinigten Staaten noch nicht offiziell übermittelt habe.
sorgfältig geprüft.

Sobald dies geschehen sei, würde der Vorschlag

Unterstrichen wurde jedoch die Tatsache, daß die

Sowjetunion derzeit auf der ganzen Welt über das einzige einsatzfähige
ASAT-System verfügt, wobei die sowjetischen Antisatellitenwaffen seit Ende
der sechziger Jahre rund 20 mal getestet worden seien.

- 3 -

"Angesichts dieser

�"Angesichts dieser sowjetischen Tests fragt man sich natürlich, was die
UdSSR meint, wenn sie versichert, sie werden nicht der erste sein, der irgendwelche ASAT-Waffen in den Weltraum senden werde."
In einer ersten Überprüfung des Vertragsentwurfs wiesen Regierungsvertreter indessen auch darauf hin, daß Moskau die Frage angegangen sei,
wie man das Wort "Waffe" zu definieren habe. Was in einem, den Vereinten
Nationen im Jahr 1981 vorgelegten Vertragsentwurf noch nicht geschehen war.
"Solange wir noch keine praktischen Lösungen für die definitorischen und
Verifizierungsprobleme gefunden haben, die mit der Rüstungskontrolle im
Weltraum zusammenhängen, glauben wir nicht, daß es nützlich wäre, auf diesem Gebiet formelle bilaterale Verhandlungen mit der Sowjetunion zu führen.
Wir würden natürlich jede Klarstellung der Sowjets hinsichtlich der Verifizierungsmittel in ihrem Vertragsvorschlag begrüßen."
Bedeutsam erscheint auch der Vorschlag des sowjetischen Vertragsentwurfs, keine bemannten Weltraumfahrzeuge für militärische Zwecke zu benützen.

"Wir haben den starken Verdacht, daß diese Bestimmung des Vertrags-

entwurfs darauf abzielt, die Verwendung der amerikanischen Weltraumfähre
SPACE SHUTTLE einzuengen.

Die Sowjets sehen offenbar, daß die SHUTTLE

den Vereinigten Staaten eine technologisch fortschrittlichere Start- und
Erdumrundungs-Kapazität bietet", erklärte ein Regierungsvertreter.
Als Präsident Reagan im vergangenen Jahr die nationale Weltraumpolitik darlegte, unterstrich er, daß das amerikanische SHUTTLE-System
das wesentliche Raumtransportsystem für die Missionen nationaler Sicherheit der Vereinigten Staaten sei.
"Diese Missionen unterstützen Funktionen wie Frühwarnung, Kommando
und Kontrolle, Kommunikation, Navigation, Überprüfung und Überwachung.
All diese Funktionen stärken die Sicherheit der Vereinigten Staaten und
ihrer Verbündeten." sagte ein Regierungsvertreter. Gleichzeitig wurde in
diesem Zusammenhang unterstrichen, daß auch die Sowjetunion ihre bemannten

- 4 -

�ihre bemannten Weltraumprogramme für militärische Zwecke verwendet.
"Die Sowjets sehen den militärischen Wert des Weltraums und verwenden beträchtliche Mittel für ihr militärisches Weltraumprogramm." erklärte
der Regierungsbeamte.

"Sie führen derzeit Starts für Satelliten zur Foto-

aufklärung für elektronische Anlagen, Frühwarnung? Kommunikation, Wetterdienst und bemannte Raumstationen durch.

Wir rechnen damit, daß die Sowjets

noch mehr Betonung auf ihre bemannten militärischen Raumfahrtprogramme legen.

Tatsächlich führt die derzeitige bemannte Raummission, Sajut 7, Ex-

perimente durch, die wichtige militärische Anwendungsmöglichkeiten haben."

- 5 -

�31. August 1983

DIE "GOLDENEN DEUTSCHEN" AMERIKAS
Den ersten amerikanischen Golddollar prägte ein deutschstämmiger
Amerikaner -

Dies ist der zweite von sechs Artikeln
über die Deutschen in Amerika, die wir
im Zusammenhang mit den Feierlichkeiten
anläßlich des 300, Jahrestages deutscher
Einwanderung in Amerika bis zum 6. Oktober veröffentlichen.

- (AD) - Von den mehr als sieben Millionen Deutschen, die während
der letzten 300 Jahre nach Amerika emigrierten, brachten viele
Fähigkeiten mit, die sie in Deutschland erworben hatten und die in der Neuen
Welt sehr gesucht waren.

Einige erlangten einen beachtlichen Bekanntheits-

grad, andere erwarben große Reichtümer, wieder andere trugen in aller Stille
zur Entwicklung Amerikas bei und werden in der amerikanischen Geschichte lediglich in anekdotischen Fußnoten erwähnt.
Zur letzteren

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�Zur letzteren Kategorie zählen die beiden Deutsch-Amerikaner
Christopher Bechtler und sein Sohn Augustus.

Die Bechtlers waren erfah-

rene Metallarbeiter und unterhielten von 1831 bis 1852 in Rutherford County
im Bundesstaat Nord-Carolina eine kleine private Münzprägestätte.

Bis zum

kalifornischen "Goldrausch" des Jahres 1848 war das Bechtlersche Unternehmen
das einzige private dieser Art in ganz Amerika,

Während ihres 20jährigen

Bestehens wurde dort Gold im Wert von mehr als drei Millionen Dollar verarbeitet.

Und sie konnte sich rühmen, den ersten Golddollar Amerikas geprägt

zu haben, einer Währung, die die Münzanstalt der Vereinigten Staaten erst
17 Jahre nach der ersten Bechtlersehen Golddollar-Prägung herausgab.
Die Geschichte des Deutsch-Amerikaners John Augustus Sutter (geboren
1803 in Kandern, Baden), dessen Name mit dem großen kalifornischen Goldrausch von 1848 verbunden ist, gibt uns einen interessanten Einblick in
das Schicksal jener, deren Leben vom Gold beeinflußt wurde.

Am 24, Ja-

nuar 1848 wurde erstmals in der Nähe von Sutters Mühle Gold gefunden, ein
Ereignis, das den Beginn des Goldrausches auslöste.

Bis zu jener Zeit war

Sutter ein erfolgreicher Abenteurer und Siedler gewesen, der es in Kalifornien zu beträchtlichem Wohlstand und großem Landbesitz gebracht hatte.
Nach der Entdeckung des Goldes auf seinem Grundstück wandelte sich Sutters
Glück abrupt; seine Arbeiter verließen ihn, seine Schafherden verschwanden
und Goldsucher besetzten sein Land.

Innerhalb von vier Jahren war Sutter

bankrott.
Der Goldrausch selbst zog Amerikaner und Deutsch-Amerikaner von überall her an.

Einem von ihnen, dem 1829 in Bayern geboren Levi Strauss ge-

lang es jedoch nie, die Goldminen Kaliforniens zu erreichen.

Strauss

ver-

ließ New York, um sich dem Goldrausch anzuschließen, der im Februar 1850
in Kalifornien einsetzte.

Da er nicht genügend Geld beisammen hatte, um

zu den Goldfeldern zu ziehen, verkaufte er den Stoff, den er mitgenommen
hatte, um damit die nötigen Mittel aufzutreiben.

Als sich ein befreunde-

ter Goldsucher bei ihm über den Mangel an strapazierfähiger Kleidung für die
Arbeit in den Goldminen beklagte, nahm Strauss den einzigen noch übrigge-

- 2 -

�noch übriggebliebenen Stoff, einen Ballen Leinwand, und fertigte daraus
eine Hose.

Dieser Einfall wurde unter den Goldsuchern mit großer Begeiste-

rung aufgenommen,und statt in den Goldminen zu arbeiten, ließ sich Strauss
in San Francisco nieder, um dort seine Waren zu produzieren.

Die Kleidung,

die auch heute noch den Namen ihres Erfinders trägt, ist weiterhin
weltweit ein Beispiel für deutsch-amerikanischen Erfindungsgeist.
Zu den "goldenen Deutschen" Amerikas gehört auch Henry Villard, 1835
in Speyer als Ferdinand Hilgard geboren.

Er emigrierte 1853

ten Staaten und berichtete als Journalist für eine Reihe deutschsprachiger
Zeitungen über die Goldfunde in Colorado in den Jahren 1859 bis 1860.

1860

erschien sein Buch mit dem Titel "The Past and Present of the Pike's Peak
Gold Regions".
Obwohl Villards Tätigkeit als Journalist ihm eine beträchtliche Popularität einbrachte, war es doch seine spätere Laufbahn als Finanzier, die
ihm Reichtum brachte. Dieses finanzielle Interesse, das er auch dem amerikanischen Eisenbahnnetz gegenüber zeigte, führte ihn zu einem weiteren
"goldenen" Kapitel der amerikanischen Geschichte - der Fertigstellung der
Eisenbahnlinie quer durch den Kontinent. Dieses historische Ereignis fand
am 10. Mai des Jahres 1869 statt, dem Tag, an dem die Gleise der Union
Pacific Linie, die aus dem Osten kamen, auf die aus dem Westen kommenden
Gleise der Central Pacific Linie trafen. Diese Begebenheit wurde dadurch
unvergänglich gemacht, daß man einen goldenen Bolzen verwandte, um die Konstruktion zu vollenden. Villard, der zu jener Zeit die Northern Pacific
Linie leitete, eröffnete im September 1883 die Fahrt des "Gold Spike Special"Sonderzuges auf einer Nebenlinie der transkontinentalen Strecke.
Andere "goldene Deutsche" Amerikas kamen eher indirekt mit dem Gold
in Berührung.

Eine entscheidende Rolle spielten Deutsch-Amerikaner bei-

spielsweise in der Geschichte des amerikanischen Währungssystems.

Der

erste Finanzminister der USA, Michael Hillegas, war der Sohn deutscher Einwanderer.

Der erste Direktor der Münze der Vereinigten Staaten, David
- 3 -

�Staaten, David Rittenhouse, war ein direkter Nachfahre der Familie
Rittenhouse aus Germantown.

Und der Begründer der amerikanischen Bundes-

bank war Paul Moritz Warburg, der 1868 in Hamburg geboren wurde.
Bei der Aufzählung der "Goldenen Deutschen" Amerikas sollte man
natürlich den Mann nicht vergessen, der 1763 in Walldorf in Baden geboren
wurde.

Als John Jacob Astor im Jahre 1783 in Amerika ankam, hatte er gan-

ze 25 Dollar in der Tasche; als er im Jahre 1848 starb, war er der reichste
Mann Amerikas.

- 4 -

�4

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• &gt;11 :i * Li J

Wiz/cn/choft
und Technik

MM

United States Information Service
Embassy ot me United States of America

3 h August 1983

35

ERDKLIMA UND ANTARKTIKEIS
- US-Forscher suchen nach Anhaltspunkten für Zusammenhänge -

- (AD) - Das bisher intensivste Programm zur Erforschung des Verhaltens der Eismassen in der Westantarktis und ihres möglichen Einflusses auf
das Erdklima wird, wie jetzt die Nationale Forschungsstiftung der USA (NSF)
bekanntgab, im November 1983 beginnen.

Vier amerikanische Wissenschaftler-

gruppen, in erster Linie Gletscherforscher und Geophysiker von der Staatsuniversität Ohio, der Universität Wisconsin in Madison und vom Goddard Space
Flight Center in Maryland, wollen mit modernsten Methoden eine Vielzahl von
Informationen und exakte Daten sammeln.
gesetzt.

Das Projekt ist auf drei Jahre an-

Es ist eines von 90 Studienprogrammen, an deren Durchführung in

dieser Saison 280 amerikanische Forscher beteiligt sind.

Sie dauert von

Mitte November bis etwa Mitte Februar, wenn in der Antarktis Sommer ist.
Aber selbst dann steigen die Temperaturen nur wenig über Null Grad Celsius.
Zu den derzeit geförderten Spezialgebieten zählen auch Geologie, Meeresforschung, Biologie und Atmosphärenforschung.

Denn die Antarktis ist ein ide-

aler Platz, um Einblicke in die Geschichte unserer Erde, in weltweit wirksame Vorgänge, aber ebenso in Veränderungen zu bekommen, die durch die Akti-

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�die Aktivität des Menschen weiträumig herbeigeführt werden.

Dagegen haben

Spekulationen auf eine Nutzung der Bodenschätze dieses unwirtlichen Kontinents noch kaum praktische Bedeutung.

Sie wäre einfach zu teuer - gemes-

sen an den Kosten, die andernorts anfallen.
Die westantarktische Eisplatte ist im Durchschnitt 2000 m dick und
hat eine Ausdehnung von mehr als 2,6 Millionen qkm.

Vergleichbar auf der

Erde ist ihr nur noch die Eisplatte der Ostantarktis und die Grönlands.
Allerdings stellt die westantarktische Platte insofern eine Besonderheit
dar, als sie direkt auf dem Meeresboden aufliegt.
instabil.

Das macht sie besonders

Es gibt Anzeichen dafür, daß sie vor ca. 125 000 Jahren eine gründ-

liche Um- bzw. Neubildung erfuhr.

Sie wird flankiert von zwei riesigen

Schelfeismassen, die ihr einen gewissen "Halt" geben - das Ross-Eisschelf,
und das Ronne-Eisschelf.

Wären diese nicht da, könnte, wie manche For-

scher vermuten, die Eisplatte schon in ca„ 500 Jahren aufgelöst sein.
Dies würde wesentliche Veränderungen auf der Erdoberfläche mit Klimaänderungen und der Überschwemmung weiter Küstengebiete bedeuten.
Die Eisplatte der Westantarktis wurde als "das große ungelöste Problem der Glaziologie" bezeichnet. Die drei Aspekte dieses Problems seien,
so wurde gesagt, neben ihrer möglichen Instabilität das Verhalten des
Eises während der letzten Vergletscherung und der letzten Zwischeneiszeit
sowie die Art und Weise, wie die Eisplatte wachse und schrumpfe. Eine
Untersuchung dieser Probleme könnte auch helfen, Vorgänge auf der Nordhalbkugel der Erde in vergangenen Jahrmillion besser zu erkennen und zu verstehen.
Die Gruppe um Prof. Charles Bentley (Wisconsin) sammelt Daten über
den gegenwärtigen Zustand der Eisplatte und ihr "Verhalten" während der
letzten paar Tausend Jahre.

So interessieren beispielsweise Dicke und Be-

schaffenheit des Eises, unterschiedliche Bewegungsgeschwindigkeit des flieenden Eises und seine Bewegungsrichtung.

Zwar sind sich die Gletscher-

forscher darüber einig, daß heute die Masse des Eises gegenüber dem Höhe- 2 -

�dem Höhepunkt der Eiszeit vor 17 000 Jahren reduziert ist, jedoch gehen
die Meinungen in bezug auf den Umfang der Veränderungen und über die Auflageregionen der Eisplatte auf festem Untergrund auseinander,

Die Kuppen

und Bergketten von Eis entlang der Siple-Küste, wo die Gruppe arbeitet, dürften gute Hinweise auf eine Übergangsperiode in der Zeit vor etwa 10 000
Jahren geben können, weil sie am felsigen Untergrund festgefroren sind und
es nur kleine Becken gibt, von denen wenig Eis abfließt-

Die Untersuchun-

gen am Eis und dem darunterliegenden Gestein - die Westantarktis ist eine
Art Archipel mit Gebirgsinseln unter einem dicken Eispanzer - werden nun
von Fahrzeugen aus mittels modernster, computergestützter Radarverfahren,
außerdem mit seismischen Methoden und durch Sondierung von Eis und Untergrund mit elektrischen Widerstandsmessungen vorgenommen.

Das Studium schnell fließender Eisströme ist von besonderem Interesse, weil sie eine wichtige Rolle im Verhalten und in der Stabilität der
Platte spielen.

Das Fundament der Eismassen liegt zum größten Teil unter

dem Meeresspiegel,

Die Ränder der Platte schwimmen im Meer, die Abbruche

treiben als Eisberge davon.

Schon eine kleine Veränderung des Meeresspie-

gels oder in den Fließmerkmalen könnte zu dramatischen Veränderungen an der
gesamten Platte führen.

Ob der Gletscher wächst oder schrumpft, will eine Arbeitsgruppe ermitteln, die im Grenzbereich zwischen Siple-Küste und Ross-Eisschelf stationiert ist.

Eine weitere Gruppe konzentriert sich auf das Studium der

westantarktischen Eisplatte in den Bergen nahe der Südostecke des RossEisschelfes.

In diesem Gebiet sind auch Anhaltspunkte dafür zu finden,

wie der westliche Eisschild mit Teilen der ostantarktischen Platte zusammenwirkte

Am Gesch-iebegestein in der Region, wo die Westplatte das Transant-

arktisgebirge erreicht (ein fast 3000 km langer Gebirgszug zwischen der
West- und Ostantarktis), hofft man u.a. Höhenveränderungen dieses Teils
des Ross-Eisschelfs zum Meeresspiegel in jüngerer Zeit ausfindig machen
zu können.
Das Transantarktisgebirge

- 3 -

�Das Transantarktisgebirge wurde vermutlich in den letzten 65 Millionen Jahren erheblich angehoben - es hat Berggipfel mit mehr als 3000 m
Höhe»

Wissenschaftler der Universität Ohio vermuten sogar, daß sich die-

ser Vorgang in nur zwei bis drei Millionen Jahren abspielte.
muß zuvor von Wasser bedeckt gewesen sein.

Die Region

Denn in Gletscherablagerungen

an der Gebirgsoberflache entdeckte der Paläontologe Dr. Peter N. Webb
Mikrofossilien mit gut erhaltenen Kieselalgen, Strahlentierchen, Foraminiferen und anderen Oberresten winziger tierischer Lebewesen, von denen
viele mit bloßem Auge auszumachen sind»

Die jüngsten Fossilien könnten

noch als Lebewesen existiert haben, als die Ablagerungen gebildet wurden.
Die ältesten waren wohl bereits versteinert und wurden im Geschiebematerial des Gletschers, der sich über ältere Sedimente eines Beckens im
Innern des Kontinents bewegte, transportiert.
Der Fund läßt vermuten, daß sich große Teile der riesigen ostantarktischen Eisplatte über die Landmassen ausgedehnt, Gebirgsketten und
die Festlandsränder weitläufig überdeckt haben, aber periodisch wieder
geschrumpft sind. Während der Rückzugsperioden scheinen flache Binnenmeere große Flächen der Antarktis polwärts überflutet zu haben. Dafür
spricht das unterschiedliche Auftreten fossilienhaltiger Sedimente auf
den Bergen - oft im Abstand bis zu 1500 km, Sie dokumentieren außerdem
mehrere Phasen des Vordringens von Wasser. Ausbreitung und Rückgang der
Vergletscherung läßt sich über mehr als 50 Millionen Jahre verfolgen.
Das Gebiet des Transantarktisgebirges ist eine tektonisch ruhige Region, was nicht dafür spricht, daß sich dort ein Grenzbereich von zwei aneinanderstoßenden Platten der Erdkruste befindet. Jedoch erhoffen sich
Seismologen von der Staatsuniversität Louisiana von Messungen im Bereich
der amerikanischen Forschungsstation am McMurdo-Sund einen gewissen Aufschluß zu der Frage, ob das Gebirge eine Zone darstellen könnte, in der
der antarktische Kontinent irgendwann weiter aufbricht. Sie werden versuchen, vom McMurdo-Eisschelf bis westlich von Cape Bird, an der Grenze
zwischen West- und Ostantarktis, die Erdrinde bis zum oberen Erdmantel in

- 4 -

�Erdmantel in fast 21 000 m Tiefe zu sondieren.

Die Forscher arbeiten in

einem Gebiet, wo das Eis mehr als zwei Meter dick und das Wasser 500 bis
1000 m tief ist.

Das Projekt könnte auch in Verbindung mit der weiteren Suche nach
pflanzlichen und tierischen Fossilien helfen, den geologischen Aufbau der
Antarktis besser zu bestimmen.

Letzteres planen Gruppen von vier amerika-

nischen Universitäten, und zwar auf Inseln östlich der antarktischen Halbinsel gegenüber der Südspitze des amerikanischen Kontinents.

Vor einem

Jahr wurden auf der Seymour-Insel Überreste von Landsäugetieren, insbesondere von Beuteltieren entdeckt.

Da die Fossilien einer geologisch

jungen Zeit angehören und in Südamerika gefundenen Formen ähnlich sind,
stellt sich die Frage, wann in der Vergangenheit und wie lange Beuteltiere
von Südamerika in die Antarktisregion kommen konnten.

Auch hofft man mehr

Informationen darüber zu bekommen, in welchem Umfang sie zwischen Australien und Südamerika hin- und herwanderten, bevor sich Australien vor etwa
56 Millionen Jahren von dem Superkontinent, Gondwana genannt, löste.
Er umfaßte einst Landmassen, die heute Kontinente oder Subkontinente für
sich bilden - Indien, Australien, Afrika, Südamerika und die Antarktis.
Es wird angenommen, daß Gondwana am Ende des Paläozoikums, vor etwa 280
Millionen Jahren, aufzubrechen begann und die Teile auseinanderdrifteten.

Neue oder verbesserte Verfahren ermöglichen eine bessere Analyse
von Eisbohrkernen auf Kohlendioxid und die von kosmischen Strahlen erzeugten Elemente bzw. die in diesem Zusammenhang beobachteten Veränderungen.
Dies ist für die Klimaforschung und Klimageschichte wichtig, insbesondere
im Hinblick auf Veränderungen seit der Industrialisierung.

Strömungs-

und Temperaturmessungen i n den antarktischen Meeren und deren Randzonen
sowie chemische Wasseranalysen tragen dazu bei, Austauschprozesse und Zusammenhänge weltweit zu erkennen und besser zu verstehen.

+ + + + +

- 5 -

�Wi//en/chaft
und Technik
United States Information Service
Embassy of the United States of America

31. August 1983

35

HARTE AUSLANDSKONKURRENZ FÜR PHARMAZEUTISCHE INDUSTRIE
Anteil der US-Firmen an Forschung und neuen Präparaten sinkt -

- (AD) - Ihr Erscheinungsbild trügt,

In Wirklichkeit verliert die

amerikanische Arzneimittelindustrie, einer der bedeutsamsten Repräsentanten
unter den Branchen mit hochqualifizierter Technologie, gegenüber der ausländischen Konkurrenz an Boden.

Dies ist jedenfalls das Ergebnis einer kürz-

lich veröffentlichten Studie der "National Academy of Engineering (NAE)", die
der "National Academy of Sciences" (Nationalen Akademie der Wissenschaften)
angeschlossen ist.

Der Bericht im Umfang von 97 Seiten beruht auf zweijäh-

rigen Untersuchungen, die die Nationale Forschungsstiftung (NSF) finanzierte
und die von prominenten Persönlichkeiten aus Forschung und Wirtschaft in enger Zusammenarbeit mit Fachkommissionen des Nationalen Forschungsrates (NRC)
durchgeführt wurden.
Es ist die vierte von insgesamt sechs Studien, mit denen weltweite
Verlagerungen industriell-technologischer Kapazitäten auf bestimmten Sektoren
der Wirtschaft untersucht werden. Sie haben zum Ziel, Ursachen und Zusammenhänge in Verbindung mit Veränderungen zu erkennen und künftige Entwicklungen
bzw. weitere Änderungen im technologischen Bereich samt ihren Auswirkungen

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D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�ihren Auswirkungen auf die Industrie eher abschätzen zu können, über die
Sparten "Kraftfahrzeuge", "Werkzeugmaschinen" und "Fasern, Textilien und
Bekleidung" wurden bereits Studien veröffentlicht»

"Elektronik" sowie "Ei-

sen und Stahl" werden die beiden letzten Themen sein.
Dem Bericht zufolge belief sich der Lieferwert pharmazeutischer Präparate in den USA im Jahr 1981 auf 17,7 Milliarden Dollar.

Die amerikanischen

pharmazeutischen Unternehmen beschäftigen derzeit 145 000 Personen.

Insge-

samt 756 Firmen waren im Jahr 1977 (aus der Folgezeit liegen noch keine Angaben vor) in dieser Branche tätig. Jahrzehntelang sei die pharmazeutische
Industrie einer der gewinnträchtigsten Sektoren der amerikanischen Wirtschaft
mit sehr hohen Wachstumsraten gewesen.

Hinsichtlich Ausstoß, Produktion und

Beschäftigung sei eine beständige Expansion bei gleichzeitigem Zurückbleiben
der Arzneimittel preise hinter der allgemeinen Inflationsrate zu verzeichnen
gewesen. Auch habe die pharmazeutische Industrie wichtige Beiträge zum
Gesundheitsstand der Bevölkerung und zur Kontrolle eskalierender Kosten im
Gesundheitswesen geleistet.
Gegenwärtig aber sei, so besagt die Studie, das Bild angesichts einer
relativen Schwächung der Grundlagen für die Wettbewerbsposition weniger rosig - insbesondere was die notwendigen Forschungsanstrengungen für die Entdeckung und Einführung neuer patentierter Arzneimittel angehe. Der Anteil
der amerikanischen pharmazeutischen Industrie an den weltweiten Aufwendungen
für Forschung und Entwicklung fiel von durchschnittlich 60 Prozent (Mitte
der fünfziger Jahre) auf weniger als 30 Prozent (1982) zurück. Auch sei
die Anzahl der von US-Firmen entwickelten neuen Medikamente, die jährlich
für klinische Versuche zugelassen werden, von durchschnittlich 60 Mitte
der sechziger Jahre auf etwa 25 im Jahr 1982 gesunken. Im Gegensatz dazu
sei die Zahl ausländischer Arzneimittel, die vergleichbaren Prüfungen unterzogen werden, mit ungefähr 20 pro Jahr nahezu konstant geblieben.
Der Bericht besagt ferner, daß der Anteil pharmazeutischer Präparate
aus den USA an der Weltproduktion von 50 Prozent im Jahr 1962 auf 38 Pro-

- 2 -

�38 Prozent im Jahr 1968 und schließlich 27 Prozent im Jahr 1978 zurückgefallen sei. Der Anteil an den Weltexporten in dieser Sparte sei von über
30 Prozent im Jahr 1960 auf weniger als 15 Prozent heute gesunken.

Klei-

nere pharmazeutische Unternehmen brächten weniger neue Arzneimittel als vor
1960 heraus und würden für die Lizenzierung neuer Produkte in zunehmendem
Maße von ausländischen Firmen abhängig, wenn auch Lizenzprodukte noch immer weniger als die Hälfte neuer, von kleinen Firmen auf den Markt gebrachten Präparate ausmachten.
Obgleich amerikanische pharmazeutische Firmen nach wie vor im In- und
Ausland hohe und wachsende Beträge für Forschung aufwenden, könne der Zuwachs nicht annähernd mit der überdurschnittlichen Expansion der Forschungsanstrengungen und der Produktion ausländischer Unternehmen Schritt halten.
Aber Forschungsanstrengungen, der Umfang neuartiger Präparate, Produktion,
Absatz, Marktstrukturen und internationaler Handel seien nun einmal wettbewerbsbestimmende Faktoren. Während z.B. Mitte der siebziger Jahre die
pharmazeutische Produktion in den USA ziemlich stabil geblieben sei, sei
sie in Westeuropa und Japan enorm gewachsen - nämlich um ca. 15 Prozent pro
Jahr gegenüber etwa fünf Prozent in den Vereinigten Staaten. Anfang der
sechziger Jahre lag die Produktion wertmäßig doppelt so hoch wie in Westeuropa, heute liege diese Größe nur bei etwa 60 Prozent. In der gleichen
Zeit sei die Produktion Japans relativ zu der in den USA von 33 auf 75 Prozent gestiegen.
(Der Bericht mit dem Titel "Competitive Status of the U.S. Pharmaceutical
Industry" kann von der "National Academy Press", 2101 Constitution Ave.,
Washington D.C. 20418 bezogen werden."

+ + + + +

- 3 -

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