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                  <text>nroimotion
und
Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America
24. August 1983

34
INHALT

DOKUMENTATION
Weinberger:

USA müssen Verteidigungsverpflichtungen einhalten

- Pressekonferenz vom 18. August 1983 Erklärung des Weißen Hauses zum Truppenabzug aus dem Libanon

WIRTSCHAFT
Die Aussichten für den amerikanischen Handel

HINTERGRUNDMATERIAL
Rüstungskontrolle hat höchste Priorität
- Von David F. Emory, Stellvertretender Direktor des US-Amtes
für Rüstungskontrolle und Abrüstung (ACDA) Der deutsche Beitrag zur Freiheit in Amerika
- Ein deutschstämmiger Amerikaner wurde zum Vater der
Pressefreiheit -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Nachtlandetests serienweise
- Langwierige Vorbereitungen für den nächsten
CHALLENGER-Flug -

Um Über/endung von
Belegexemplaren
wird gebelen

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Tel.: 0228-339 2035
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�mIER

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Dokumentation
United States Information Sen/ice
Embassy of the United States of America

24. August 1983

34

WEINBERGER: USA MÜSSEN VERTEIDIGUNGSVERPFLICHTUNGEN EINHALTEN
- Pressekonferenz vom 18. August 1983 -

WASHINGTON - (AD) - Der amerikanische Verteidigungsminister Caspar
Weinberger hat am 18. August 1983 auf einer Pressekonferenz in Washington
betont, daß die Vereinigten Staaten ihre Verteidigungsverpflichtungen in
aller Welt einhalten müßten.

Dazu sei es notwendig, auf die entsprechenden

Ressourcen zurückgreifen zu können.
Der amerikanische Verteidigungsminister teilte ferner mit, daß er
vom 6. bis 8. September Panama, El Salvador und Honduras einen Besuch abstatten werde.

Ein weiteres Thema der Pressekonferenz war die Frage der

Dislozierung der PERSHING II-Raketen.
Die wesentlichen Fragen und Antworten der Pressekonferenz haben folgenden Wortlaut:
FRAGE: Drei der vier letzten Tests der PERSHING-Rakete sind fehlgeschlagen. Kann man denn die Dislozierung eines offenbar unzuverlässigen
Waffensystems noch vor Ende dieses Jahres verantworten, wenn man die Bedeutung des Stationierungsortes in Mitteleuropa in Betracht zieht, oder würden

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Telex: 8-85432

�oder würden Sie jegliche Verzögerung der Dislozierung ausschließen?
ANTWORT:

Es gibt keine Verzögerungen, und die Erprobung der PERSHING

verläuft nach Plan.

Dieser Plan stellt fast schon automatisch in Rechnung -

wie dies bei jeder neuen Waffe und jeder neuen Rakete der Fall ist -, daß
es einige Fehlschläge gibt. Deshalb gibt es Erprobungsmuster von 23 bis 24
Abschüssen, und viele davon waren ein voller Erfolg - hinsichtlich des begrenzten oder des weitergesteckten Ziels, dessentwegen sie in dieser besonderen Serie erprobt wurden.
gesehen.

Der nächste Test ist für Anfang September vor-

Mit der Rakete verläuft alles planmäßig, soweit es ihre Entwick-

lung anbetrifft; sie ist zur Dislozierung bereit.
FRAGE:

Herr Andropow hat heute vor einer Gruppe amerikanischer Sena-

toren erklärt, daß die Sowjetunion nicht als erste AntiSatellitenwaffen einsetzen werden.

Kommt diese Erklärung nicht überraschend für Sie, nachdem

die Sowjets ja schon Antisatellitenwaffen in den Weltraum gebracht haben?
ANTWORT:

Ja, das haben sie, und sie sind diejenigen, die über diese

Waffen im Augenblick verfügen.

Es ist also keine große Überraschung, aber

es wäre eine, wenn dies durchgeführt würde.
FRAGE: Können Sie noch zu Ihrer Ankündigung, daß Sie für einige Tage
nach Mittelamerika reisen werden, etwas sagen?
Was hoffen Sie, damit zu
erreichen.
ANTWORT: Zunächst einmal bin ich Ende letzten oder Anfang dieses
Jahres von dem Präsidenten Panamas eingeladen worden. Normalerweise reise
ich dorthin, wo unsere Truppen sind, und in Honduras findet ein wichtiges
Manöver statt. Ich war im vorigen Jahr in Korea, wo ein sehr großes Manöver
stattfand, und ich möchte (auf meiner Reise) ferner mit denjenigen Regierungsvertretern zusammentreffen, mit denen wir im Zusammenhang mit der Ausbildung
und den Manövern zusammenarbeiten, ferner mit den Verteidigungsministern von
El Salvador und Honduras; ich möchte das Ausbildungszentrum selbst besich-

- 2 -

�selbst besichtigen und vor allem mit den Soldaten selbst sprechen und ihre
Ansichten erfahren.
tun.

Ich erachte dies als sehr nützlich und möchte das auch

Dies habe ich in Deutschland so gehalten, und ich möchte es tun, wo

immer dies möglich ist. Darum geht es im wesentlichen.
FRAGE:

Ich möchte noch einmal auf die PERSHING II zurückkommen.

Gibt es irgendwelche Umstände, unter denen die Vereinigten Staaten auf die
Dislozierung der PERSHING II verzichten würden?

Und zweitens:

Was ist der

militärische Grundgedanke für die PERSHING II?
ANTWORT: Ich glaube, auf die Dislozierung der PERSHING II könnte verzichtet werden, wenn wir die Null-Option erreichen, denn gerade dafür ist
die PERSHING II entscheidend. Sie soll als ein Gegengewicht dienen und das
sowjetische Monopol auf dem Gebiete der nuklearen Mittel Streckenwaffen brechen, die Moskau disloziert hat. Sie wird seit 1979 geplant, und sie ist
heute wichtiger als damals, weil die Sowjets ihrem Arsenal eine gewaltige
Anzahl von SS-20-Raketen hinzugefügt haben. Die PERSHING II ist das beste
Mittel, um dem entgegenzutreten. Der landgestützte Marschflugkörper Cruise
Missile ist ebenfalls ein Gegenmittel. Wenn also die Sowjetunion dem ursprünglichen Vorschlag unseres Präsidenten zustimmen und ihre SS-20, SS-4
und SS-5 herausnehmen würde, nun, dann könnte auf die PERSHING II verzichtet werden.
FRAGE: Und zweitens der militärische Grundgedanke,der hinter der
PERSHING II steht?
ANTWORT: Sie ist ein Gegenmittel; sie bricht das sowjetische Monopol
auf dem Gebiet der nuklearen Mittel Streckenwaffen; sie gibt uns die Kapazität, daß sie Ziele schnell und genau auf eine mobile Weise treffen müssen.
Sie hat zwar nicht die Kapazität der SS-20, und hier steht ein Gefechtskopf
gegen drei, aber sie gibt uns auf diesem Gebiet zum erstenmal eine Kapazität, über die die Sowjets schon seit 1979 verfügen. Deshalb erscheinen mir
die sogenannten Vergeltungsargumente so hohl, weil nämlich Moskau im Jahr

- 3-

�im Jahr 1979 sozusagen Vergeltung geübt hat, bevor wir überhaupt irgend
etwas hatten; und wir haben immer noch nichts.

Das Monopol haben die

Sowjets.
FRAGE:

Wie beurteilen Sie die gegenwärtigen Kampfhandlungen in El

Salvador und in Nicaragua?
ANTWORT:

Meiner Meinung nach geht es in El Salvador vom Standpunkt

der Regierung aus gesehen, die wir unterstützen, wesentlich besser.

Es hat

wesentliche Verbesserungen in einer Anzahl von Kategorien gegeben, und es
sieht so aus, als ob die Ausbildung Früchte trägt und als ob die Moral und
die Führung sich verbessern.

Was Nicaragua angeht, so bin ich mit den dor-

tigen Aktionen auf dem Lande nicht besonders vertraut.

Es gibt eine Reihe

von Aktivitäten seitens der Miskito-Indianer und anderer im Norden des Landes und einige regierungsfeindliche Aktivitäten im Süden.

Aber ich glaube,

dies hält sich auf dem Stand wie schon vor Monaten.
FRAGE: In New Orleans schienen Sie die Carter-Doktrin in bezug auf
den Persischen Golf zu bekräftigen. Was haben Sie dort gesagt, und warum
haben Sie es gesagt?
ANTWORT: Was ich dort gesagt habe, ist ja festgehalten, und meine
Worte waren nicht so sehr die Bekräftigung einer Doktrin, meine Ausführungen waren vielmehr eine grundsätzliche Erklärung hinsichtlich unserer Sicherheit. Ich habe zu der Tatsache Stellung genommen, daß eine Menge Leute sagen, wir hätten zu viele Verpflichtungen, und ich habe rein rhetorisch gefragt - denn ich konnte dort ja keine Antwort erwarten - was wir denn nun
aufgeben sollten. Sollten wir die Verteidigung Japans, Koreas oder Europas
- der NATO - oder der kontinentalen Vereinigten Staaten oder des Mittleren
Ostens und seiner ölfelder aufgeben? Und ich habe erklärt, daß wir meiner
Meinung nach keine dieser Verpflichtungen aufgeben könnten, daß dies absolut nichts Neues sei, sondern daß die Forderung nach verringerten Ressourcen manchmal mit der Vorstellung verknüpft werde, wir seien zu viele Ver-

- 4 -

�viele Verpflichtungen eingegangen.

Und dann habe ich gefragt, was wir denn

eigentlich aufgeben sollten.
Ich kann nicht sehen, daß wir in Übereinstimmung mit unserer Sicherheit und unseren nationalen Interessen irgend etwas hiervon aufgeben können.
Ich habe weder eine Doktrin bekräftigt, noch irgendeine Doktrin zurückgewiesen.

Meine Ausführungen waren einfach eine erneute Erklärung, daß wir

meiner Ansicht nach nicht in einer Welt leben können, in der Europa überrannt ist, und ich weiß nicht, wie lange Europa überleben kann, wenn die ölfelder überrannt sind.

Es war also eine Bekräftigung der Verpflichtungen,

die wir - wie ich meine - einhalten müssen, und daß wir daher per definitionem
über die entsprechenden Ressourcen verfügen müssen, um diese Verpflichtungen
einhalten zu können.
FRAGE: Es gibt eine Menge Leute, die sagen, daß nicht die Verpflichtungen beschnitten werden sollten, sondern daß die Lasten für die Erfüllung
dieser Verpflichtungen von den Schultern der Vereinigten Staaten auf die
der Japaner, der Europäer und anderer besonders im Persischen Golf verlagert werden sollten.
ANTWORT:

Das geschieht bereits - und in sehr beträchtlichem Ausmaß.

Der Eindruck, daß wir ohne jeden Verbündeten dastünden und die ganze Sache
alleine machten, ist absolut falsch.

Wir alle, einschließlich der Vereinig-

ten Staaten, möchten, daß mehr getan wird.

Ich sage "wir alle", ich meine

die Leute, die über diese Dinge reden, die Verteidigungsminister und andere.
Wir haben diesanicht reduzierbaren Verpflichtungen und Erfordernisse, was
unsere zukünftige Sicherheit und die unserer Verbündeten in der freien Welt
anbetrifft.

Wir tun schon eine Menge, aber wir sollten meiner Meinung nach

noch mehr tun. Auch unsere Verbündeten tun eine ganze Menge, und ihnen ist
völlig bewußt, daß sie noch mehr tun sollten.
des Alleintragens unsererseits.

Dies ist also keine Frage

Es geht darum, daß wir deutlich machen,

welche Verpflichtungen wir haben, wie entscheidend wichtig es ist, sie zu
erfüllen, und daß es der Mittel bedarf, um dies zu tun, und mehr noch, daß
- 5 -

�noch, daß dies Zeit erfordert.

Und noch einmal: Angesichts der Stärke,

über die die andere Seite verfügt - und davon werden wir ja täglich Zeuge -,
ist es wichtig, daß wir nicht nur das tun, was nach unserer Überzeugung getan werden muß, sondern daß wir dies so schnell tun, wie es in Übereinstimmung steht mit wirtschaftlichen Erwägungen und der Stärkung, die wir anstreben.

+ + + + +

- 6 -

�Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

24. August 1983

34

ERKLÄRUNG DES WEISSEN HAUSES ZUM TRUPPENABZUG AUS DEM LIBANON

SANTA BARBARA, KALIFORNIEN - (AD) - Die Reagan-Administration ist
der Oberzeugung, daß der Teilabzug israelischer Truppen aus dem Libanon
zum Abzug aller israelischen Streitkräfte und zum gleichzeitigen Abzug der
PLO und der syrischen Truppen führen wird. Dies geht aus einer Erklärung
hervor, die das Weiße Haus am 19. August 1983 veröffentlichte.
Die Erklärung hat folgenden Wortlaut:
Vor vier Wochen bekräftigte Präsident Reagan seine Verpflichtung
auf drei grundlegende Ziele im Libanon:

baldmöglichster Abzug aller aus-

ländischen Streitkräfte; Ausdehnung der libanesischen Souveränität auf das
gesamte Territorium; Sicherstellung, daß der Libanon nicht erneut Ausgangspunkt feindlicher Handlungen gegen Israel wird.
Das am 17.Mai zwischen Israel und dem Libanon geschlossene Abkommen
ist ein wichtiger Schritt zur Erreichung dieser Ziele.. Der Präsident hat
angeordnet, daß die amerikanischen Bemühungen im Rahmen einer Mission nach
dem Nahen Osten unter Leitung der Botschafter Robert McFarlane und Richard
Fairbanks erneuert werden.
Seither haben

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�Seither haben die Botschafter McFarlane und Fairbanks die Region eingehend bereist und intensive Gespräche mit arabischen und israelischen Führern abgehalten.

Aus diesen Gesprächen sind mehrere Schlußfolgerungen ge-

zogen worden.
Die erste und wichtigste Folgerung ist die solide Grundlage der Unterstützung der Prinzipien des vollen Abzuges und der vollen Autorität der libanesischen Regierung in der arabischen Welt und in Israel.
Ebenso klar ist das gewaltige Ausmaß der Aufgabe, vor der die libanesische Regierung steht, wenn sie danach strebt, die Übereinstimmung unter
den verschiedenartigen konfessionellen Gruppen im Libanon zu festigen, die
für den Wiederaufbau und die Neubelebung der libanesischen Wirtschaft und
die Herbeiführung der politischen Stabilität so wesentlich ist.

Es ist offen-

kundig, daß sich Präsident Gemayel diesen Zielen verschrieben hat.
Die Regierung des Libanon wird bald die Gelegenheit haben, Stabilität
wiederherzustelen und den Prozeß des Wiederaufbaus und der Herbeiführung
eines Konsens auf die Distrikte Alayh und Shuf auszudehnen, wenn Israel
seine Streitkräfte aus diesen Gebieten zurückzieht. Dieser Schritt Israels
ist der erste in einem Prozeß des Abzuges, wie er in dem Abkommen vom 17. Mai
vorgesehen ist.
In den letzten Wochen gab es Leute, die die Motive in Frage stellten,
die dem Abzug Israels zugrundeliegen, und die erklärten, dies sei die Vorstufe für eine ständige Teilung des Libanon. Wir sind überzeugt, daß sich
die israelische Regierung zum Abzug all ihrer Truppen aus dem Libanon verpflichtet fühlt. In dieser Hinsicht ist es instruktiv, sich an amtliche
israelische Erklärungen zu halten, wie etwa die folgende:
"Es ist die Politik und die Absicht der Regierung Israels, sich aus
dem ganzen Libanon zurückzuziehen, und die Neudislozierung unserer Streitkräfte an der Awwali-Linie ist nur Teil des totalen Abzuges.
Es ist

�Es ist unser fester Wunsch, daß es soweit kommt, daß eine starke
Zentralregierung ihre Autorität über den ganzen Libanon ausdehnt und überall in den 10 452 Quadratkilometern des Landes die Sicherheit garantiert.
Alle Beschuldigungen bezüglich israelischer Absichten, eine Teilung oder
Trennung des Libanon herbeizuführen, entbehren jeder Grundlage."
Wir sind zuversichtlich, daß der israelische Abzug weitergeht, während die Bemühungen andauern, den gleichzeitigen Abzug der PLO und der
syrischen Streitkräfte herbeizuführen.
Die Vereinigten Staaten verpflichten sich, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um zur Schaffung von Verhältnissen beizutragen, die es zulassen, daß diese Abzüge zum baldmöglichsten Zeitpunkt stattfinden.
In diesem Zusammenhang werden die Regierungen Israels und des Libanon
die reibungslose und geordnete Rückgabe der Verantwortung in den Gebieten
Alayh und Shuf koordinieren.

Gleichzeitig werden die Bemühungen der Re-

gierung des Libanon weitergehen, den Konsens zu stärken, damit Stabilität
und Wiederaufbau vorangehen können.
Wir appellieren an Syrien und die PLO, einen entsprechenden Fortschritt
beim Abzug zu ermöglichen, damit der Libanon als geeintes, souveränes und
unabhängiges Land wieder},

; Mt

werden kann.

- 3 -

�24. August 1983

34

DIE AUSSICHTEN FÜR DEN AMERIKANISCHEN HANDEL

Dieser Artikel ist ein Nachdruck aus
"Business America", einer Publikation
des amerikanischen Handelsministeriums.
Er wurde verfaßt vom Amt für Handelsund Investitionsanalysen dieses Ministeriums.

- (AD) - Die Aussicht auf einen beträchtlichen Anstieg der amerikanischen Einfuhren dominiert die Voraussagen für den Handel der Vereinigten
Staaten zu Jahresmitte - und ist zugleich Anzeichen dafür, daß die Ausweitung des Handelsdefizits, die während der ersten sechs Monate zu verzeichnen war, auch in der zweiten Jahreshälfte 1983 anhalten wird.

Es wird

also sicherlich ein Rekordhandelsdefizit zu verzeichnen sein - möglicherweise doppelt so hoch wie die 31,8 Milliarden Dollar, die das Defizit von
1982 auswies.

Letztlich wird der genaue Umfang des Defizits von 1983 von

einer Vielzahl von Faktoren abhängen, die hinsichtlich Größe und zeitlichem
Erscheinen schwierig vorherzusagen sind.

Dennoch:

Wie die bereits vorhan-

denen Trendbewegungen zeigen, befinden sich die Importe in einer deutlichen
Aufwärtsbewegung, während die Exporte

noch aus einem Rückgang herauskommen

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�Rückgang herauskommen müssen, der nach dem ersten Quartal 1981 einsetzte.
Im ersten Halbjahr 1983 belief sich das Handelsdefizit auf Jahresbasis
umgerechnet auf 43,5 Milliarden Dollar und lag damit bereits beträchtlich
über dem Rekordumfang des vorigen Jahres.

Die Verschlechterung resultierte

aus dem weiteren starken Rückgang der Exporte in diesem Jahr, während die
Importe nur einen leichten Rückgang gegenüber 1982 auswiesen.

Angesichts

der relativ ungünstigen Aussichten für ein stärkeres Anwachsen der Exporte
für den Rest des Jahres und angesichts der Wahrscheinlichkeit einer noch
stärkeren Zunahme der Einfuhren im Zuge der starken Ausweitung der amerikanischen Wirtschaft, dürfte sich das Handelsdefizit auch in den kommenden Monaten erhöhen.
Die Importe dieses Jahres waren bislang charakterisiert durch eine
neuerliche Zunahme der Nichtölimporte, ausgeglichen durch einen weiterhin
anhaltenden und recht scharfen Rückgang der importierten ölmengen.

Die Nicht-

ölimporte verzeichneten - nach einem beträchtlichen Rückgang in der zweiten
Hälfte des vorigen Jahres - einen Anstieg von fünf Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Die Erwartungen auf einen weiterhin anhal-

tenden Anstieg stehen in Einklang mit dem starken Wachstum, das für die amerikanische Wirtschaft in diesem Jahr vorhergesagt wurde, sowie mit der Stärke
des Dollar, der die Wettbewerbsfähigkeit ausländischer Güter erhöht.

Die

öl einfuhren sind dieses Jahr bislang um 19 Prozent gefallen - annähernd die
gleiche Rückgangsrate wie 1982, was jedoch von der Tatsache ablenkt, daß
andere Importe in Reaktion auf die Erholung der amerikanischen Wirtschaft
schlagartig nach oben gingen.
Für die verbleibenden Monate des Jahres 1983 werden drei Faktoren den
Verlauf des Exportgeschehens wesentlich beeinflussen: Erstens, die Erholung
in den anderen Industriestaaten hat begonnen und das Maß der Beschleunigung
der Wirtschaftstätigkeit im Ausland wird eine wichtige Determinante des Ausfuhrumfangs sein. Allerdings würde sogar ein größerer Anstieg der Wachstumsraten der ausländischen Volkswirtschaften für dieses Jahr nur eine begrenzte

�eine begrenzte Wirkung haben, da sich eine stärkere Auslandsnachfrage nur
mit Verzögerungen in tatsächliche Ausfuhren übersetzen ließe.

Derzeit

sieht es so aus, als würde es in der zweiten Jahreshälfte zu einem bescheidenen Anstieg der Exporte kommen, gestützt hauptsächlich auf die verbesserten Verkaufsaussichten in Industrieländern, OPEC-Ländern und in jener Ländern,
die landwirtschaftliche Exporte in größerem Umfang aufnehmen.

Während je-

doch der Aufschwung bei der Wirtschaftstätigkeit im Ausland ein günstiges
Omen für Exporte darstellt, so signalisieren die derzeitigen Beurteilungen
der Lage einen verhältnismäßig langsamen Gang der Wirtschaftsbelebung bei
unseren wichtigsten Handelspartnern, da man in einem Klima der wirtschaftlichen und politischen Ungewißheit allgemein Vorsicht walten läßt.
Zweitens, ein weiterer Aspekt, der hinsichtlich der Exporte zu berücksichtigen ist, ist die anhaltende Stärke des Dollar gegenüber den Währungen
der wichtigsten Handelspartner der Vereinigten Staaten, die den amerikanischen Handel für den Rest des Jahres 1983 und ins Jahr 1984 hinein beeinflussen wird. Der Dollar verzeichnete gegenüber den Währungen der wichtigsten Industriestaaten seit nahezu drei Jahren einen steigenden Trend und
war fast das ganze Jahr 1983 und in diesem Jahr auf einem ungewöhnlich hohen
Niveau. Erst kürzlich noch erreichte der Dollar gegenüber mehreren wichtigen europäischen Währungen seinen höchsten Stand in zehn Jahren. Der Anstieg
des Dollar wird kurzfristigen Determinanten des Wechselkurses zugeschrieben
- wie etwa den höheren Zinsen in den Vereinigten Staaten und politischer Unsicherheit im Ausland., Weil diese kurzfristigen Determinanten während der
verganenen Jahre dominierten, hatten relative Veränderungen des nationalen
Preisniveaus - die langfristige Determinante der Wechselkurse - weniger
Einfluß auf den Preis der amerikanischen Exporte und Importe. Als Ergebnis dessen wurde der Dollar stärker aufgewertet als eigentlich wegen der
relativ geringeren Inflationsrate in den Vereinigten Staaten erforderlich
gewesen wäre

Die erste unmittelbare Auswirkung dieser Aufwertung des Dollar war
natürlich eine geringere preisliche Wettbewerbsfäng&lt;eit der amerikanischen
- 3 -

�der amerikanischen Exporte, was zu einem Rückgang der Exporte führte.
Man weiß, daß diese Effekte eine Zeitlang anhalten, wobei die Nachfrage
nach bestimmten Produkten fast sofort reagiert, die nach anderen wiederum
etwa drei bis sechs Quartale später.

Daher wird der derzeitige hohe Stand

des Dollar auch weiterhin - und weit ins Jahr 1984 hinein - die Wettbewerbsfähigkeit unserer Ausfuhren beeinflussen*
Es gibt jedoch neben diesen direkten Auswirkungen noch eine weitere
Konsequenz der Aufwertung einer Währung.

Wenn - wie dies beim Dollar wäh-

rend der vergangenen zwei Jahre der Fall gewesen ist - die Wechselkurse
sich so deutlich verschieben und eine solche Höherbewertung einer Währung
andauert, werden neben dem kurzfristigen Kauf und Verkauf auch andere Überlegungen beeinflußt.

Besondere Besorgnis bereitet etwa die Möglichkeit,

daß manche Exporteure ihre Wettbewerbsposition auf den ausländischen Märkten
überprüfen werden und ihre Verkaufsanstrengungen in Bereichen einschränken,
wo die Wechselkursauswirkungen negativ gewesen sind.

Wenn erst einmal län-

gerfristige Entscheidungen wie diese getroffen worden sind, wird auch die
Schwierigkeit der Neuanpassung beträchtlich größer, wenn die Wechselkurse
wieder günstiger werden und die Wettbewerbsposition der Vereinigten Staaten
insgesamt sich wieder ändert.
Schließlich haben auch die Probleme, die durch die schweren Schuldenlasten der Entwicklungsländer verursacht werden, die amerikanischen Exporte
bereits beträchtlich berührt und werden auch in naher Zukunft den Exporten
massive Schwierigkeiten bereiten. Im Jahr 1981 hatte der Anteil der kein
Erdöl besitzenden Entwicklungsländer an den amerikanischen Exporten auf 29
Prozent zugenommen; eine Krise des Ausmaßes, wie sie viele dieser Länder erlebten, mußte daher auch ernste negative Auswirkungen auf unsere Handelsströme mit sich bringen. Im Jahr 1982 war daher auch ein Rückgang von 8
Milliarden Dollar für die amerikanischen Exporte in insgesamt 13 der stärker
von Schulden belasteten Entwicklungsländern zu verzeichnen, wobei sich der
Hauptteil dieses Rückgangs auf die zweite Jahreshälfte konzentrierte. Ein
weiterer Rückgang um 5 Milliarden Dollar war für die erste Hälfte dieses
Jahres zu verzeichnen. Obgleich ein großer Teil des unvermeidlichen Rück- 4 -

�unvermeidlichen Rückgangs an Lieferungen in diese Länder jetzt abgeschlossen sein dürfte, so werden doch die weiteren finanziellen und wirtschaftlichen Anpassungen, die diese Länder auch weiterhin wegen ihrer prekären
Schuldensituation vornehmen müssen, einen jeglichen weiteren umfangreicheren Anstieg der Exporte für einige Zeit wahrscheinlich ausschließen.
Die Handelsbilanz bei Fertigwaren wird 1983 für das dritte Jahr in
Folge eine weitere beträchtliche Verschlechterung aufweisen. Bis Juni wies
die Bilanz bei Fertigwaren auf Jahresbasis ein Defizit von 22,3 Milliarden
Dollar auf, im Vergleich zu einem Defizit von 4,3 Milliarden Dollar im ganzen Jahr 1982. Noch dramatischer ist der Gegensatz zu der Bilanz von 1980,
als ein Überschuß von 18,8 Millionen Dollar zu verzeichnen war. Mit der
für den Rest dieses Jahres abzusehenden weiteren Verschlechterung dürfte
die Verschiebung der Bilanz bei Fertigwaren seit 1980 bei weit über 40 Milliarden Dollar liegen.
Mehr als die Hälfte des Rückgangs der Exporte bei Fertigwaren war
bislang im Jahr 1983 bei Kapitalgütern zu verzeichnen - zweifelsohne der
Sektor, der sowohl durch den hohen Wechselkurs des Dollars als auch durch
die Schuldenprobleme der weniger entwickelten Staaten am meisten in Mitleidenschaft gezogen wird.

Da die negative Auswirkung dieser Faktoren

auch weiter anhalten wird, sind die Aussichten für den Export von Kapitalgütern nicht eben rosig. Andererseits könnte der Rückgang beim Export von
Industrieerzeugnissen, wie Halbfertigmetallen, Papier und Textilien in der
zweiten Hälfte als Reaktion auf den allmählichen Anstieg der industriellen
Produktion in den wichtigsten Industrieländern umgekehrt werden.
Was den Import angeht, so dürfte es einen Anstieg bei Fertigwaren
geben; Autos und kurzfristige Verbrauchsgüter verzeichnen bereits Zunahmen,
die durch wachsende Importe von langfristigen Verbrauchsgütern und Industriestoffe ergänzt werden, für die es während der hiesigen Rezession nur einen
flauen Absatz gegeben hatte.
Der Abwärtstrend
- 5 -

�Der Abwärtstrend bei den ölimporten, der 1981 begann, setzte sich
auch in diesem Jahr fort und führte in der ersten Jahreshälte zu einem unerwartet niedrigem Volumen - und Preisniveau.

Der Rückgang der ölimporte

war hautpsächlich auf den anhaltenden Rückgang des amerikanischen Energieverbrauchs zurückzuführen.
gienachfrage aus.

Erdöl macht etwa 43 Prozent der gesamten Ener-

Der fallende Preis für importiertes Erdöl läßt sich auf

das weltweite Überangebot zurückführen.

Das OPEC-Abkommen vom März über

einen Mindestpreis von 29 Dollar pro Barrel sowie Fördereinschränkungen halfen, die Preise etwas zu stabilisieren, obgleich die OPEC seit 1982 weniger
als die Hälfte der amerikanischen öleinfuhren stellte.
die Vorräte in den USA etwas verringert.

Außerdem haben sich

Die amerikanischen Vorräte an

Erdöl und Erdölprodukten lagen seit März erheblich unter dem Durchschnitt.
Die öleinfuhren könnten in der zweiten Jahreshälfte zunehmen, da die amerikanische Industrie wieder in Schwung gerät und die ölvorräte wieder in gewissem Umfang ergänzt werden.
ben.

Es wird erwartet, daß die Preise stabil blei-

Der Wert der öleinfuhren wird beträchtlich unter dem Umfang des Jah-

res 1982 mit seinen 60,5 Milliarden Dollar liegen; auch die Mengen werden
etwas zurückgehen - wahrscheinlich auf 5,2 Millionen Barrel pro Tag, verglichen mit den 5,3 im Jahr 1982.

1984 dürfte die Nachfrage weiter anstei-

gen, wobei zumindest während der ersten Jahreshälfte die Preise stabil bleiben dürften.
Was die Aussichten für landwirtschaftliche Ausfuhren angeht, so
dürfte sich auch hier in diesem Jahr ein Wertrückgang ankündigen. Nach dem
Höhepunkt des Jahres 1981 gingen die landwirtschaftlichen Exporte sowohl
hinsichtlich Umfang als auch Preis zurück. Hinter diesem Rückgang stehen
mehrere Faktoren. Eine verstärkte landwirtschaftliche Produktion im Ausland führte zu erhöhter Wettbewerbsfähigkeit anderer Exportländer auf den
Märkten. Die Produktion hat auch in mehreren Einfuhrländern zugenommen, was
es einigen Ländern ermöglicht hat, ihre Einfuhren einzuschränken. Außerdem
haben einige Staaten, die erhebliche Schulden oder geringere Exporteinnahmen haben - wie etwa Polen, Venezuela und Nigeria -, Schritte unternommen,

�Schritte unternommen, um ihre landwirtschaftlichen Importe zu beschneiden.
Schließlich hat der amerikanische Anteil an den sowjetischen Weizenimporten
deutlich abgenommen - von 70 Prozent vor dem Embargo auf etwa 20 Prozent
in diesem Jahr.
Viele der Bedingungen, die die Exporte landwirtschaftlicher Erzeugnisse beschränken, werden auch 1984 vorhanden sein.

Mit vermehrter Wirt-

schaftstätigkeit im Ausland dürfte jedoch im nächsten Jahr ein gewisser Anstieg zu verzeichnen sein.

Außerdem dürfte ein kürzlich abgeschlossenes,

neues, langfristiges Handelsabkommen mit der UdSSR es den Vereinigten Staaten ermöglichen, einen größeren Anteil des sowjetischen Marktes zurückzugewinnen.

- 7 -

�24. August 1983

34

RÜSTUNGSKONTROLLE HAT HÖCHSTE PRIORITÄT
- Von David F. Emory Stellvertretender Direktor des US-Amtes für Rüstungskontrolle
und Abrüstung (ACDA)

- (AD) - Es gibt kein Ziel der Reagan-Administration, das eine höhere
Priorität verdient und erhalten hat, als die Förderung von Rüstungskontroi 1abkommen, die das Kriegsrisiko verringern und die Sicherheit der Vereinigten
Staaten und ihrer Verbündeten stärken.

Die Einstellung der Administration

zur Rüstungskontrolle beruht auf vier Grundprinzipien, die Präsident Reagan
1981 artikuliert hat.
Erstens, wir erstreben wesentliche Verringerungen.

Wir haben uns

der Verringerung der Zahl und der Zerstörungskraft von Waffen verschrieben,
nicht einfach einem Einfrieren auf dem gegenwärtigen hohen Stand.
Zweitens, wir erstreben Gleichheit.

Wir sind der Überzeugung, daß

eine Verringerung auf einen Gleichstand notwendig ist, um das entscheidend
wichtige Gleichgewicht wiederherzustellen, das unserem Lande und seinen
Verbündeten ausreichende Sicherheit bietet.
Drittens, wir

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�Drittens, wir erstreben ausreichende Verifizierung.
abkommen können nicht nur auf Vertrauen basieren.

Rüstungskontroi 1-

Die Vereinigten Staaten

werden sich daher um Rüstungskontroi labkommen bemühen, die auch wirksame Maßnahmen zur Sicherstellung der Einhaltung enthalten.
Viertens, wir erstreben Rüstungskontroi labkommen, die die Sicherheit
der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten wirklich fördern.

Wir dürfen

keine Abkommen akzeptieren, die nur kosmetische Wirkung haben und ein falsches Gefühl der Sicherheit hervorrufen, aber keinen realen Nutzen und keine
reale Auswirkung haben.
Diese Prinzipien haben zwei große Rüstungskontrollanstrengungen der
Administration geleitet:
Bei den Verhandlungen über eine Verringerung der strategischen
Rüstungen (START) strebt die Administration nach einem Abkommen, das weit
über die früheren amerikanisch-sowjetischen Bemühungen hinausgeht, Waffen
mit interkontinentaler Reichweite unter Kontrolle zu bringen. Das Kernstück unseres START-Vorschlages ist eine Höchstgrenze von 500 Gefechtsköpfen
für Raketen, was für beide Seiten eine Verringerung um ein Drittel bei dieser am meisten destabilisierenden Kategorie strategischer Waffen bedeuten
würde. Am 8. Juni dieses Jahres gab Präsident Reagan Modifizierungen der
ursprünglichen amerikanischen Position bekannt, die dazu dienen sollen, den
von der UdSSR zum Ausdruck gebrachten Befürchtungen entgegenzukommen und unseren Verhandlungsführern zusätzlichen Spielraum zu geben, um einen Fortschritt in Genf zu erreichen.
Bei den Verhandlungen über nukleare Mittel Streckensysteme (INF) haben
die Vereinigten Staaten ihr Ziel nicht kürzer gesteckt - und ihre Einstellung
ist nicht weniger vernünftig oder flexibel. Im November 1981 bot Präsident
Reagan den Verzicht auf die Dislozierung von PERSHING II-Raketen und landgestützten Marschflugkörpern in Westeuropa an, wenn die Sowjetunion vergleichbare eigene Raketen, vor allem die SS-20, beseitigen würde. Dieses Angebot,

�Dieses Angebot, eine ganze Klasse von Kernwaffen zu eliminieren - bekannt
als Null-Null-Vorschlag - wurde von der sowjetischen Seite abgelehnt.

Da-

her haben die Vereinigten Staaten nach Absprache mit ihren Verbündeten und unter Beibehaltung der Null-Null-Lösung als letztliches Ziel - im März
dieses Jahres einen Interimsvorschlag unterbreitet, der gleiche, globale
Begrenzungen für Gefechtsköpfe auf weiterreichenden nuklearen Mittel Streckensystemen (LRINF) fordert.
Bisher ist die amerikanische Flexibilität in Genf nicht mit einer entsprechenden Haltung der Sowjets erwidert worden.

Was sie vorschlagen, ist

in der Praxis ein Null-Vorschlag für die eine Seite - d.h. keine amerikanischen Dislozierungen und ein völliges sowjetisches Monopol bei diesen
Waffen in Europa.
Während wir solche Verhandlungen mit der Sowjetunion führen, müssen
wir gleichzeitig an die Notwendigkeit denken, eine weitere Ausbreitung von
Nuklearwaffen auf der Erde zu verhüten.

Es liegt auf der Hand, daß eine

weitere Ausbreitung solcher Waffen höchst destabilisierend wirken würde.

Es

dient sicherlich nicht der internationalen Ordnung unter Nationen, wenn sich
ein Land entschließen sollte, Kernwaffen

anzuschaffen.

Die Anschaffung von Kernwaffen gereicht einer Nation keineswegs zur
Ehre, noch hebt es das nationale Prestige.. Die Verletzung der internationalen Normen der Nonproliferation sollte der Gemeinschaft der Völker Anlaß
sein, das verletzende

Land in Acht und Bann zu schlagen,.

Das muß so sein,

denn wir müssen alle erkennen, daß die Proliferation von Kernwaffen niemanden Interessen dienen kann und wird.
Wenn es darum geht, die Proliferation von Kernwaffen in der Welt zu
verhindern, dann hat die Reagan-Administration eine wirksame und feste Politik eingeschlagen.

Wir betrachten dies als ein grundlegendes Ziel der na-

tionalen Sicherheit und der Außenpolitik der Vereinigten Staaten, und Präsident Reagan hat sich persönlich engagiert, um dieses Ziel zu erreichen.
Nachfolgend eine
- 3 -

�Nachfolgend eine kurze Zusammenfassung einer Reihe entscheidender Maßnahmen, die die Reagan-Administration ergriffen hat und die ausdrücklich
dazu dienen soll, diesem Ziel rasch näherzukommen.
Erstens, wir müssen die Exportkontrollen, die Regeln für den Handel
mit Nuklearmaterial, verschärfen und umfassende Sicherheitsmaßnahmen einführen.
Zweitens, wir müssen die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA)
stärken.
Drittens, wir müssen die Motivation zum Erwerb von Kernwaffen abbauen.
Viertens, wir müssen die Bedeutung des Atomwaffensperrvertrages
(Nonproliferationsvertrages) stärken.
Warum sollten wir, d.h. alle Lieferanten von Nuklearmaterial, die
Exportkontrollen verschärfen? Viele Leute behaupten, daß die Vorenthaltung von Technik einfach nicht funktionieren wird, weil Wissen und Technologie im Zusammenhang mit Kernwaffen sich in zunehmendem Maße verbreiten.
Es besteht kein Zweifel, daß nicht die ganze Menschheit kollektiv vergessen wird, was sie über Nukleartechnologie, und vor allem über Nuklearwaffen,
erfahren hat.
Aber das ist meiner Meinung nach genau der Grund, warum die Exportkontrollen verschärft werden müssen. Wir müssen einfach Zeit gewinnen.
Wir brauchen Zeit, um einen Konsens über Kontrollen herbeizuführen. Wir
brauchen Zeit, um die Anreize zu verringern und hoffentlich die angenommene Notwendigkeit für die Anschaffung einer Kernwaffen in weiteren Ländern
- aus welchen Gründen auch immer - zu beseitigen. Wir brauchen Zeit, um
andere Länder überzeugen zu können, daß die Anschaffung von Kernwaffen
nicht der Weg zu größerer Sicherheit ist.
Präsident Reagan
- 4 -

�Präsident Reagan hat alle Nuklearlieferstaaten aufgefordert, zu
einem Abkommen zu gelangen, das für alle weiteren Lieferverpflichtungen
größeren Umfangs umfassende Sicherheitsbestimmungen erfordert.

Diese

Initiative zielt nicht auf eine Politik der Verweigerung der Nuklearunterst'ützung ab, sondern hat vielmehr zum Ziel, für eine solche Unterstützung
Bedingungen zu stellen, durch die glaubwürdig nachgewiesen wird, daß das
gesamte Programm eines Staates, der über keine Kernwaffen verfügt, der friedlichen Verwendung der Kernenergie gewidmet ist, Hierzu haben sich bereits
jene 116 Nichtkernwaffenstaaten verpflichtet, die den Nonproliferationsvertrag unterzeichnet haben. Zusätzliche Vereinbarungen über umfassende
Sicherheitsvorkehrungen würden nur der Stärkung des internationalen Nonproüferationssystems dienen, indem die Möglichkeit jener Staaten, die
Nuklearunterstützung suchen, beseitigt würde,einen Lieferstaat gegen den
anderen auszuspielen,,
Ich möchte mich nunmehr der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)
zuwenden, Die Vereinigten Staaten haben zusammen mit vielen anderen Staaten hart daran gearbeitet, 1957 die Internationale Atomenergiebehörde zu
schaffen, und wir unterstützen auch weiterhin deren Aktivitäten, Wir müssen zudem wachsam bleiben, damit die Wirksamkeit der Behörde nicht durch
die Beschäftigung mit solchen politischen Themen untergraben wird, die nicht
in ihren Bereich gehören. Wie Ihnen bekannt ist, führten die Ereignisse
im Rahmen der Hauptversammlung de&gt;* Internationalen Atomenergiebehörde im
Jahr 1982 dazu, daß die Vereinigten Staaten ihre Beteiligung an dieser Organisation einstellten. In der Zeit, da wir die Situation einer Neubewertung unterzogen, konsultierten wir uns intensiv mit anderen Mitgliedern,
und ich habe nunmehr den Eindruck, daß sich eine neue Verpflichtung gegenüber den Prinzipien, auf denen sich die IAEA gründet, entwickelt hat. Wir
haben nunmehr im Februar unsere Arbeit in der Behörde wieder mit neuer Tatkraft aufgenommen und freuen uns darauf, wieder Teil dieser so bedeutsamen
Organisation zu sem„

All diese

�All diese Maßnahmen - Exportkontrollen, umfassende Sicherheitsvorkehrungen und Stärkung der Internationalen Atomenergiebehörde - sind auf
meinen dritten Punkt ausgerichtet:
sich Kernwaffen zu beschaffen.

Auf eine Verringerung der Motivation,

Eine Sichtweise, die nur das eigene Land

einbezieht, würde nicht ausreichen, unsere Ziele der Nichtweiterverbreitung
zu erreichen;

und sie würde auch die Motivationen zur Erlangung von Kern-

waffen nicht herabsetzen.

Die Vorstellung, daß die Entwicklung von Kern-

waffen dadurch verhindert werden könnte, daß lediglich die entsprechende
Technologie verwehrt wird, vernachlässigt sowohl die Struktur als auch die
Inhalte der Sicherheitsbeziehungen, vor denen die anderen Staaten stehen.
Es müssen Wege gefunden werden, um die Spannungen zwischen den Ländern zu
vermindern, aufgrund derer es zu gegenseitigem Mißtrauen kommt und durch
die der Wunsch nach dem Besitz von Kernwaffen genährt wird.

Das endgültige

Inkrafttreten des Vertrages über das Verbot von Kernwaffen in Lateinamerika
würde zu diesem Ziel beitragen.
Wie Sie wissen, sind dieser Vertrag sowie der Antarktis-Vertrag die
ersten Verträge, durch die überhaupt irgendwo in der Welt atomwaffenfreie
Zonen geschaffen werden. Die Vertragsparteien des Lateinamerika-Vertrages
verpflichten sich, die Kernenergie ausschließlich zu friedlichen Zwecken
zu verwenden. Seit der Vertrag 1967 zur Unterzeichnung ansteht, haben
22 Staaten Lateinamerikas und der Karibik ihn unterzeichnet, ratifiziert
und den Vertrag in Kraft gesetzt.
Wenn ich mich schließlich dem Nonproliferationsvertrag zuwende, so
möchte ich zunächst feststellen, daß er in den 15 Jahren seit seiner Erstunterzeichnung in der Geschichte zu dem Rüstungskontroll vertrag wurde, der
von der größten Anzahl von Staaten eingehalten wird. Die Reagan-Administration setzte und setzt sich auf diplomatischem Weg dafür ein, daß jene Länder,
die noch nicht Vertragspartei sind, dieses zentrale Instrument des internationalen Nonproliferationssystems ratifizieren. Im Jahr 1981 wurde
Ägypten Vertragspartei. Im Verlauf des Jahres 1982 wurden weitere vier
Staaten Vertragsparteien - Papua-Neuguinea, Nauru, die Sozialistische Re- 6 -

�Sozialistische Republik Vietnam und Uganda.

Derzeit sind 119 Staaten

Vertragsparteien,und andere, wie etwa Frankreich, halten sich in ihrer
praktischen Politik an den Vertragstext.
Die Vereinigten Staaten haben diesen Vertrag und sein Sicherungssystem immer wieder als eines der wichtigsten Elemente zur Verhinderung
der weiteren Proliferation von Kernwaffen betrachtet.

Der Vertrag sieht

angemessene Sicherheitsvorkehrungen vor und fördert diese, wobei er auf
diese Weise sicherstellt, daß eine derartige Zusammenarbeit nicht für
kriegerische Zwecke genützt werden kann.
Der Vertrag baut Mißverständnisse ab und verringert den Verdacht
hinsichtlich der friedlichen Nuklearabsichten von Staaten in der ganzen
Welt. Dies wiederum fördert die regionale Stabilität und verringert
Spannungen - Ziele, für die wir uns alle einsetzen.
Zum Abschluß möchte ich aus einer Erklärung Präsident Reagans zitieren, die er zum 15. Jahrestag der Unterzeichnung des Nonproliferationsvertrags abgegeben hatte. In jener Erklärung unterstrich der Präsident
erneut die Anstrengungen der Vereinigten Staaten, sich dafür einzusetzen,
daß eine Weiterverbreitung der Kernwaffen verhindert wird. Er sagte zum
Schluß: Alle Staaten sollten sich erneut dazu verpflichten, daß die Ziele
dieses wichtigen Vertrags erreicht werden und seine bleibende Wirkungskraft
gesichert wird. Das ist sowohl unser aller Verantwortung als auch ein Beitrag zum Frieden für die kommenden Generationen.

- 7 -

�34

24. August 1983

DER DEUTSCHE BEITRAG ZUR FREIHEIT IN AMERIKA
Ein deutschstämmiger Amerikaner wurde zum Vater
der Pressefreiheit -

Dies ist der erste von sechs Artikeln
über Deutsche in Amerika, den wir im Zusammenhang mit den Feierlichkeiten anläßlich des 300. Jahrestages deutscher Einwanderung in Amerika veröffentlichen. Die
Beiträge zu diesem Thema werden in der
Zeit vom 20. August (dem 300. Jahrestag
der Ankunft von Franz Daniel Pastorius,
dem Führer der ersten deutschen Siedlergruppe, in Amerika) bis zum 6. Oktober
(dem 300. Jahrestag der Ankunft der 13
Auswandererfamilien aus Krefeld, die
Germantown gründeten) erscheinen.
- (AD) - Am 20. August 1683 traf der 1651 in Sommerhausen geborene
Franz Daniel Pastorius in Philadelphia ein,um die letzten Vorbereitungen für
die Besiedlung von Germantown durch die erste Gruppe deutscher Einwanderer
in der Neuen Welt zu treffen. Die 13 Familien aus Krefeld leiteten die Einwanderung von über sieben Millionen Deutschen während der nächsten drei Jahrhunderte ein, die somit zur größten Einwanderergruppe wurden, die in die
Neue Welt kam. Der 300. Jahrestag deutscher Einwanderung in Amerika ist auf

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 22 40
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�ist auf beiden Seiten des Atlantik Anlaß, dieses Jahr festlich zu begehen.
Dazu gehörte auch der Besuch des amerikanischen Vizepräsidenten George R. Bush,
der am 25. Juni nach Krefeld, dem Herkunftsort der ersten deutschen Auswanderer^am, um ihrer Abfahrt vor 300 Jahren zu gedenken, sowie der zur Erinnerung an die Ankunft jener Krefelder Gruppe in Amerika geplante Besuch von
Bundespräsident Karl Carstens in Germantown am 6. Oktober dieses Jahres.
Die 13 Familien, die im Jahre 1683 vom Rheinland nach Amerika zogen,
taten dies in der Hoffnung, Freiheit und Toleranz in Glaubensfragen zu finden.

Viele der über sieben Millionen Deutschen, die ihnen folgten, bewegte

das gleiche Motiv; Freiheit - sei sie religiöser, wirtschaftlicher, politischer oder sozialer Art.

Doch suchten die Deutschen in Amerika dort nicht

nur die Freiheit; ihre Anwesenheit trug, gerade auch aufgrund ihrer Weltanschauung, ihrer Erfahrungen in der Alten Welt und der Verpflichtung zu einem
neuen Lebensstil in

großem

Maße zur Förderung der Freiheit in der amerika-

nischen Gesellschaft bei, deren Teil sie wurden.

Der Anführer der Krefelder

Auswanderer, Franz Daniel Pastorius selbst, ist ein bemerkenswertes Beispiel
für das Wirken deutscher Einwanderer in Amerika.

1688 verfaßte Pastorius

zusammen mit einer Reihe anderer Siedler aus Germantown die erste Protesterklärung, die in den englischen Kolonien gegen die Sklaverei abgegeben
wurde.
Die Initiative dieser Gruppe Deutsch-Amerikaner aus Germantown gegen
das System der Sklaverei hatte zwar keine unmittelbare Wirkung, leitete jedoch eine Tradition ein, die ihren Höhepunkt fast 200 Jahre später erreichte,
als sich auch eine Vielzahl von Deutsch-Amerikanern erfolgreich dafür einsetzte, diesen Menschen die Gleichberechtigung zu bringen.
Zu den Deutsch-Amerikanern, die bei dieser Entwicklung eine entscheidende Rolle spielten, gehörte auch Francis Lieber, Staatswissenschaftler und
Erzieher, in Berlin geboren, der 1829 die Encyclopaedia Americana begründete (ein Werk, das sich auf das Brockhaus Conversations Lexikon stutzte).
Liebers energische Haltung zur Unterstützung des Gedankens der Sklavenbefrei- 2 -

�der Sklavenbefreiung, die er Anfang des 19. Jahrhunderts einnahm und die
er aufgrund seiner Stellung auf einen großen Teil der geistigen Elite Amerikas ausübte, mit der er durch seine Arbeit an der Enzyclopaedia in Berührung gekommen war, gab der Bewegung neuen Anstoß, die Sklaverei in Amerika zu verbieten.

Die wichtigste Gruppe von Deutsch-Amerikanern dieser

Bewegung waren jedoch die sogenannten "48er", jene Deutschen, die Mitte des
19. Jahrhunderts auswanderten, um die politische Freiheit zu finden, die
ihnen nach der Unterdrückung der Revolution von 1848 in den deutschen Fürstentümern in ihrer Heimat verweigert worden war.

Einer dieser "48er" war Carl

Schurz, der einer der berühmtesten Deutsch-Amerikaner überhaupt und ein
geistiger Führer des Gedankens der Sklavenbefreiung werden sollte.
Geboren in der Nähe von Köln im Jahre 1829, war Schurz einer der Helden der fehlgeschlagenen Revolution in Deutschland.

1852 verließ er Europa,

um nach Amerika zu gehen, wo er in der neugegründeten Republikanischen Partei aktiv wurde und mit dem Politiker Abraham Lincoln aus Illinois Freundschaft schloß. Als glühender Gegner der Sklaverei (es war die Einstellung
dieser Partei gegen die Sklaverei, die Schurz anzog) kehrte Schurz im Jahre
1862 von seinem Posten als amerikanischer Gesandter in Spanien zurück, um
seinen Standpunkt Präsident Lincoln zu unterbreiten.

Da es ihm nicht ge-

lang, die sofortige Gleichberechtigung aller Sklaven durchzusetzen, versuchte Schurz,die öffentliche Meinung zu einer positiven Haltung gegenüber
der Sklavenbefreiung zu bewegen,und hielt (mit Zustimmung Präsident Lincolns)
im März 1862 eine bahnbrechende Rede, in der er die Sklaverei verurteilte.
Die Bemühungen von Schurz beeinflußten schließlich Präsident Lincolns Entscheidung, am 1. Januar 1863 die Aufhebung der Sklaverei auszurufen.
Der Beitrag der Deutsch-Amerikaner zur Stärkung und Sicherung der Freiheiten, derer die Amerikaner sich heute erfreuen, war jedoch nicht auf die
Sklavenfrage beschränkt.

Denn noch während der Kolonialzeit wurde ein wei-

terer Amerikaner deutscher Herkunft der erste und bis zu diesem Tage bemerkenswerteste Verfechter einer der am höchsten geachteten Freiheiten der Amerikaner - der Pressefreiheit:

der 1697 in Rheinland-Pfalz geborene John

- 3 -

�geborene John Peter Zenger.

Zenger war Herausgeber des New York Weekly

Journal, einer Tageszeitung, die 1733 als Gegenstimme zur regierungsabhängigen ]JavJfojrk_Ga^e_tte, gegründet wurde.

Nach Veröffentlichung einer Reihe

von Artikeln, die den Gouverneur der Kolonie kritisierten, wurde Zenger
1734 verhaftet und wegen Verleumdung angeklagt.

Bei seiner Verhandlung er-

öffnete Zengers Verteidiger, Andrew Hamilton aus Philadelphia, seine Verteidigung auf eine Weise, die bis dahin unbekannt war:

Er gab zu, daß die

Zeitung die angeblich verleumderischen Artikel veröffentlicht hatte, bestand aber darauf, daß die Anklagen, die in den Artikeln erhoben worden waren,
"von der Wahrheit unterstützt seien".

Hamiltons neuartige Form der Verteidi-

gung und Zengers Freispruch setzten einen Präzedenzfall für die Pressefreiheit
in Amerika, die bis zum heutigen Tage besteht.
Das Engagement der Deutsch-Amerikaner für die Erhaltung und Erweiterung der Freiheit in Amerika setzte sich bis ins 20. Jahrhundert fort.
seinem kürzlich erschienenen Buch

Ethnic America

In

schreibt der amerikanische

Historiker Thomas Sowell über die deutschen Auswanderer in den dreißiger
Jahren:

"Genau wie die deutschen Flüchtlinge nach der fehlgeschlagenen Re-

volution von 1848 waren auch die Flüchtlinge der dreißiger Jahre von einer
freiheitlichen und demokratischen Oberzeugung, die ihren Einfluß auf die
deutsch-amerikanische wie auf die amerikanische Gesellschaft im allgemeinen
ausübte."
Dieser Einfluß der Deutsch-Amerikaner auf die Freiheit in Amerika wird
durch einen Vorgang im Jahre 1791 besonders deutlich: Als Sprecher des
Repräsentantenhauses des ersten Kongresses der Vereinigten Staaten von Amerika
war der Deutsch-Amerikaner Friedrich Augustus Conrad Mulenberg aus Pennsylvanien einer der beiden Unterzeichner der "Bill of Rights", der ersten
zehn Zusatzartikel zur neuangenommenen Verfassung der USA. Dieses Schriftstück, das bis zum heutigen Tag unveränderte Gültigkeit besitzt, garantiert
allen Amerikanern Grundfreiheiten wie Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und Versammlungsfreiheit. Diese Bürgerrechte, die zur
damaligen Zeit als revolutionär angesehen wurden, sind heute fundamentale

�heute fundamentale Freiheiten, die den Grundstein der demokratischen Ordnung in den Vereinigten Staaten von Amerika wie auch der Bundesrepublik
Deutschland bilden.

- 5 -

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1 1ElI TT[TT1

Erg l

Wi//en/choft
und Technik
United States Information Service
Embassy of the United States of America

34

24. August 1983

NACHTLANDETESTS SERIENWEISE
Langwierige Vorbereitungen für den nächsten CHALLENGER-Flug -

- (AD) - Noch vor zwei oder drei Jahren habe er sich eine Nachtlandung
des "Weltraumgleiters" nicht gut vorstellen können, gestand Richard H. Truly
kürzlich auf einer von der NASA (US-Amt für Luft- und Raumfahrt) veranstalteten Pressekonferenz.

Die Flugleitung hat inzwischen entschieden, daß nicht

nur der Start der CHALLENGER zum Flug STS-8 am 30. August in Kap Canaveral,
sondern auch die Landung am 5. September 1983 in der Mojave-Wüste in Kalifornien in den Nachtstunden erfolgen soll.

Truly, Kommandant der Raumfähre, und sein Kopilot Daniel C. Brandenstein
haben in den vergangenen Wochen serienweise Nachtlandetests in Kalifornien
durchgeführt.

Verwendet wurden dazu Shuttle-Trainingsflugzeuge der NASA.

Es ging vor allem darum, herauszufinden, ob die Nachtlandung auf der Hartpiste des Edwards-Flugplatzes der amerikanischen Luftstreitkräfte möglich
ist

oder ob aus Sicherheitsgründen für die erste Nachtlandung einer Raum-

fähre die wesentlich breitere und längere Piste auf einem ausgetrockneten
Salzsee im Gelände vorzuziehen sei.

Die Staubmassen, die von der Salzpiste

beim Anflug aufgewirbelt wurden, bereiteten Kopfzerbrechen, denn durch sie
wurde die Ausleuchtung der Piste beeinträchtigt.

Außerdem erschwerten sie

Postfach 20 03 00 Tel.:0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�erschwerten sie die Beobachtung des Fluggeräts in der letzten Phase seines
Landemanövers.

Durch Veränderung des Beleuchtungssystems und des Arrange-

ments der Lampen ließen sich wesentliche Verbesserungen erzielen. Auch die
Befeuerung der Hartpiste wurde von den beiden Astronauten im Nachttraining
gründlich getestet, Orientierungs- und Sichtmä'ngel durch Installierung zusätzlicher Signallampen beseitigt.
Truly ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

"Ich hielt es einmal für

sehr schwierig, eine Möglichkeit zu finden, nachts nicht nur zu landen, sondern auch nachts zu trainieren.

Heute kann ich nur sagen:

Großer Irrtum.

Nach unserem Training meine ich, daß wir ein gutes, sicheres System entwikkelt haben und dies jetzt auch demonstrieren werden."
Richard Truly ist mit der Raumfähre als Fluggerät längst vertraut.
Er war Kopilot Joe Engles beim zweiten Einsatz des Raumtransporters COLUMBIA
im November 1981 und hatte zuvor schon eine ganze Anzahl von Flügen mit der
ENTERPRISE, dem Testfluggerät im amerikanischen "Space Shuttle"-Programm,
absolviert. Seit 1969 gehört Truly dem Astronautenteam der NASA an, nachdem das Projekt MOL (Bemanntes Orbital-Labor) der US-Flugstreitkräfte eingestellt worden war. Der heute 45jährige studierte Flugzeugbau am Georgia
Institute of Technology. Beim SKYLAB-Projekt der NASA (1973/74) und während
des APOLLO-SOJUS-Fluges (1975) war er u.a. zuständig für den Funkkontakt mit
den Astronauten im Orbit. Vom Johnson-Raumflugzentrum und wissenschaftlichtechnischen Gesellschaften der USA erhielt er hohe Auszeichnungen. Truly
stammt aus Fayette im US-Bundesstaat Mississippi.
*

Kopilot Daniel C. Brandenstein (40) gehört seit 1978 zum Astronautenteam der NASA.

Bei den ersten beiden COLUMBIA-Einsätzen war er mitverant-

wortlich für die Funkverbindung mit den Astronauten an Bord des °iumtransporters.

Er kommt aus Watertown (US-Bundesstaat Wisconsin), studierte an der

Universität von Wisconsin Mathematik und Physik und ging dann zur Testpilotenschule der US-Marine.

Er hat Flugzeuge 19 verschiedener Typen geflogen und

Erfahrungen in mehr als 3600 Flugstunden nesammelt.
Auch zwei
- 2 -

�Auch zwei der drei Missionsspezialisten für STS-8 - Guion ("Guy")
S. Bluford (40) und Dale A. Gardner (34) - sind erst 1978 zur NASA gekommen.
Der Umstand, der erste Schwarze unter den NASA-Astronauten zu sein, hat
Bluford viel - unerwünschte - Publicity gebracht. Aber inzwischen sei, so
sagte er, durch den Flug von Dr. Sally Ride als der ersten amerikanischen
Astronautin der "Druck" aus der Öffentlichkeit, der sich nun einmal aus dem
Neuen ergebe, wesentlich geringer geworden.

Drei weitere schwarze Astro-

nauten hoffen, ebenfalls bald an Bord des Raumtransporters arbeiten zu können.

Es sind Fred Gregory, Ronald McNair und Charles Bolden.
Bluford wurde in Philadelphia (Pennsalvanien) geboren

und studierte

Flugzeugbau zunächst an der Staatsuniversitä't von Pennsylvanien, dann am
"Institut of Technology" der US-Luftstreitkräfte, wo er auch promovierte.
Er steht im Rang eines Oberstleutnants. Als Pilot von Düsenmaschinen verfügt er mit mehr als 3000 Flugstunden über viel Erfahrung.

Sein Training

bei der NASA konzentrierte sich in letzter Zeit immer mehr auf den "Robotarm", jenes mehrgliedrige, 15 m lange Greif- und Hebegerät, mit dem Nutzlasten im Orbiter-Laderaum bewegt, in den Weltraum expediert oder Objekte
von draußen an Bord geholt werden.
Dale Gardner aus Fairmont in Minnesota, mit seinen 34 Jahren der
Benjamin des Teams, wird Bluford bei den zahlreichen Experimenten mit dem
Robotarm unterstützen.

Er studierte technische Physik an der Universität

von Illinois und gehörte von 1976 bis 1978 einer Fliegereinheit der amerikanischen Marine an, die Jagdflugzeuge erprobte. Während des vierten
COLUMBIA-Fluges im Juni 1982 hatte er wichtige Funktionen im Kontakt mit
den Astronauten.

Jetzt werden er und Bluford aufeinander angewiesen sein,

wenn der indische Nachrichtensatellit am zweiten Flugtag abgesetzt wird.
"Dabei kann uns die Bodenstation nicht helfen - wir müssen vom Cockpit aus
die Geräte in Funktion setzen, durchprüfen und sicherstellen, daß alles
klappt", meint Gardner.
Dr. William Thornton

�Dr. William Thornton ist mit 54 Jahren der Senior unter den von der
NASA bisher zu einem Weltraumflug bestimmten Astronauten.

Seine Hauptauf-

gabe beim bevorstehenden Unternehmen wird es sein, sich mit den Auswirkungen
von Schwerelosigkeit auf den menschlichen Körper samt den Anpassungsprozessen und Adaptionsschwierigkeiten (z.B. Raumkrankheit) zu befassen.

Er werde,

wie er erklärte, vor allem an sich selbst beobachten und mit sich experimentieren.

Aber die anderen vier seien bis zu einem gewissen Grade bereit,

dabei mitzumachen.
Thornton war Physiker, ehe er sich mit 30 Jahren zum Medizinstudium
entschloß.
zum Dr. med.

Im Jahr 1963 promovierte er an der Universität von North Carolina
Er bewarb sich bei der NASA als Wissenschaftsastronaut und wur-

de 1967 angenommen.
Er war der Arzt in einer Gruppe, die im Rahmen der Studien für das
SKYLAB-Programm 56 Tage in einer Simulatorkammer zubrachte. Während der
drei bemannten SKYLAB-Flüge (der letzte dauerte 84 Tage) gehörte er dem
Experten- und Beraterteam der Flugleitzentrale an. Thornton entwickelte
die "Tretmühle",die die Astronauten an Bord des Raumtransporters zum Körpertraining benutzen, und befaßte sich seit Beginn der Shuttle-Flüge mit Analysen von Gehirn-, Herz- und Muskeltätigkeit während des Raumflugs.
Der Nachtstart der CHALLENGER am 30. August ist für den Zeitpunkt
zum Absetzen von INSAT-IB von großer Bedeutung. Denn dieser Satellit muß
24 Stunden nach Eintritt der Raumfähre in die Umlaufbahn den Laderaum verlassen, um in die vorgesehene Umlaufbahn in 36 000 km Höhe aufzusteigen und
dort den Standort zu erreichen, der für sein Arbeitsprogramm am günstigsten
ist. Dieses umfaßt u.a. Telefon- und Fernsehübertragungen in Indien sowie
Beobachtungen für den indischen Wetterdienst. Rundfunksendungen über den
Satelliten können außerdem mit kleinen Bodenantennen direkt empfangen werden,
die in abgelegenen oder isolierten Teieln des weiten Landes installiert
wurden.
Der dritte

�Der dritte und vierte Flugtag wird ausgefüllt sein mit der Erprobung
des Robotarms zum Um- und Absetzen sowie Einholen eines "Testobjekts" mit
einer Masse von 3855 kg.

Es ist ca. zweieinhalb Mal schwerer als SPAS-Ol,

der beim letzten CHALLENGER-Flug erprobte deutsche wiederverwendbare Satellit.
Der geübte Umgang mit dem Weltraumkran, der über Fernsteuerungsmechanismen
auch diffizile Feinarbeit leisten kann, wird besonders wichtig sein, wenn
Satelliten zur Reparatur an Bord geholt werden sollen.
Eine Anzahl von Experimenten, u.a. das von Wissenschaftlern in St. Louis
entwickelte Elektrophorese-Experiment zur Gewinnung hochreiner biologischer
Präparate, laufen weiter. Auch befinden sich kleine Experimentierausrüstungen
in Kanistern an Bord, die im Auftrag verschiedener Institute aus dem In- und
Ausland mitgenommen werden. Es sind 12 an der Zahl - eines davon gilt der
Untersuchung der Auswirkungen von Weltraumstrahlung auf die Speicherkapazität
des Materials, das für integrierte Schaltkreise verwendet wird. Für künftige Tierexperimente zu Studien aus dem Gebiet der Biologie wird ein Spezialkäfig getestet; sechs Ratten werden darin mit auf die Reise gehen.
Die Voraussetzungen zur Erprobung von TDRS-1, dem größten bisher gestarteten Nachrichtensatelliten, sind jetzt gegeben. Am 7. August empfing
er an seinem Standort 36 000 km über der Nordostspitze Brasiliens zum ersten
Mal Signale von einem anderen Satelliten, gab sie zur Bodenstation weiter
und übermittelte deren Funkbotschaften an Satelliten auf Erdumlaufbahnen.
Er hat beim Unternehmen STS-9 im Oktober wichtige Funktionen zu übernehmen.
Denn TDRS dient als Relaisstation für die Flut wissenschaftlicher Daten aus
dem europäischen Weltraumlabor SPACELAB, das im Frachtraum der Fähre COLUMBIA
installiert sein wird. Die CHALLENGER-Astronauten werden von der TDRSStation ausgiebig Gebrauch machen. Für spezielle Tests wurde sogar die
Mission STS-8 um einen Tag verlängert.

+ + + + +

- 5 -

�</text>
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              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
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          <name>Title</name>
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              <text>Amerikadienst 24.08.1983</text>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Weinberger: USA müssen Verteidigungsverpflichtungen einhalten&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Pressekonferenz vom 18. August 1983 -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erklärung des Weißen Hauses zum Truppenabzug aus dem Libanon&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Wirtschaft&amp;nbsp;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Aussichten für den amerikanischen Handel&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Rüstungskontrolle hat höchste Priorität&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Von David F. Emory, Stellvertretender Direktor des US-Amtes für Rüstungskontrolle und Abrüstung (ACDA) -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der deutsche Beitrag zur Freiheit in Amerika&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Ein deutschstämmiger Amerikaner wurde zum Vater der Pressefreiheit -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Nachtlandetests serienweise&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Langwierige Vorbereitungen für den nächsten CHALLENGER-Flug -&lt;/em&gt;</text>
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