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                  <text>Information
und
Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

31

3. August 1983
INHALT

DOKUMENTATION
Reagan: Probleme Mittelamerikas erfordern umfassende, regionale
Lösung
- Schreiben an die Präsidenten der CONTADORA-Staaten Bush umreißt Ziele der Mittelamerikapolitik der USA
- Rede des US-Vizepräsidenten vor Gouverneuren Reagan unterstreicht Bedeutung der Schlußakte von Helsinki
- Proklamation zum Tag der Menschenrechte WIRTSCHAFT
US-Handelsminister: Günstige Entwicklung der amerikanischen Wirtschaft
- Baldrige unterstreicht positive Auswirkung auf die Weltwirtschaft USA und Sowjetunion erzielen Einigung über neues Getreideabkommen
- Erklärung des Weißen Hauses HINTERGRUNDMATERIAL
US-Wirtschaftshilfe in El Salvador:

Worüber nicht berichtet wird

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- Von Peter McPherson, AID-Direktor Schwerwiegende Hungerprobleme in Afrika
- Nahrungsmittelversorgung in der übrigen Welt verbessert WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Neuartiger Beschleuniger für Stanford-Forschungszentrum
HauDtDroiekt: Erforschuna der "schwachen Kraft"
Um Über/endung von
Belegexemplaren
wird gebeten

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�3. August 1983

31

REAGAN: PROBLEME MITTELAMERIKAS ERFORDERN UMFASSENDE, REGIONALE LÖSUNG
- Schreiben an die Präsidenten der CONTADORA-Staaten -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Ronald Reagan hat erneut unterstrichen,
daß die Probleme Mittelamerikas "auf einer umfassenden, regionalen Grundlage" angegangen werden müssen.

In einem Schreiben an die vier Präsidenten

der CONTADORA-Staaten - Panama, Kolumbien, Mexiko und Venezuela - erklärte
Reagan am 26. Juli 1983, eine solche Lösung müsse die Anliegen aller Staaten, die von dem Konflikt in Mittelamerika betroffen seien, gleichzeitig
berücksichtigen.

Die CONTADORA-Gruppe ist so benannt, nachdem sich die

Präsidenten dieser vier Länder auf der gleichnamigen Pazifik-Insel vor der
Küste Panamas getroffen hatten, um eine Lösung des Konfliktes in Mittelamerika
zu finden.

Das Schreiben wurde den vier Präsidenten von dem Sonderbeauf-

tragten Präsident Reagans, Richard Stone, überbracht.
Das Schreiben Reagans hat folgenden Wortlaut:
Sehr geehrter Herr Präsident (de la Expriella),
ich danke Ihnen für das Schreiben, das Sie und die Präsidenten Kolumbiens,
Mexikos und Venezuelas mir haben zukommen lassen und in dem es um das Treffen

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�das Treffen geht, das am 17. Juli in Cancun stattfand, um die derzeitige
Lage in Mittelamerika einer Prüfung zu unterziehen.
Ich möchte Ihnen meinen Glückwunsch für die Anstrengungen zum Ausdruck
bringen, die die CONTADORA-Gruppe unternimmt, um den Dialog zwischen den
Staaten Mittelamerikas zu fördern. Meine Regierung hat durchweg ihre volle
Unterstützung für den CONTADORA-Prozeß zum Ausdruck gebracht. Die Erklärung
von Cancun ist durch ihre Formulierung der entscheidenden Fragestellungen,
die angegangen werden müssen, um eine wirksame und dauerhafte Lösung des
mittelamerikanischen Konfliktes zu erreichen, ein wichtiger Beitrag zur Förderung dieses Prozesses.
Ich bin auch weiterhin der Überzeugung, daß eine Lösung der Krise in
Mittelamerika vier grundlegende Prinzipien enthalten muß.
Erstens ist es von entscheidender Bedeutung, daß demokratische Institutionen als Mittel zur Lösung der politischen Meinungsverschiedenheiten
innerhalb der mittel amerikanischen Staaten errichtet und gestärkt werden
müssen.

Nur dadurch, daß eine freie und offene Beteiligung an dem demokra-

tischen Prozeß sichergestellt wird, können die Völker Mittelamerikas zu einer
Aussöhnung innerhalb ihrer Gesellschaften gelangen.
Zweitens muß es die Respektierung des Prinzips der Nichtintervention geben - einschließlich eines Verbots der Unterstützung subversiver Elemente,
die danach streben, andere Länder zu destabilisieren.
Drittens muß der Konflikt in Mittelamerika aus dem Kontext der OstWest-Konfrontation herausgenommen werden - und zwar durch solche Maßnahmen
wie den verifizierbaren Abzug aller ausländischen Militär- und Sicherheitsberater und ein bestätigtes Einfrieren der Beschaffung von Offensivwaffen.
Schließlich müssen die Länder Mittelamerikas untereinander und mit ihren
Nachbarn darauf hinarbeiten, ein Niveau des wirtschaftlichen Wachstums zu er-

- 2 -

�zu erreichen und aufrechtzuerhalten, das die Grundbedürfnisse ihrer Bevölkerungen garantieren wird.
Ich bin erfreut darüber, daß die Erklärung von Cancun die Bedeutung
dieser Grundprinzipien anerkennt.

Diese Fragen sind unlösbar miteinander

verbunden und müssen auf einer umfassenden, regionalen Grundlage angegangen
werden, die die Anliegen aller Staaten gleichzeitig behandelt, die von dem
Konflikt in Mittelamerika betroffen sind.

Ein Versuch, diese Probleme nach-

einander oder stückweise zu lösen, würde nicht das Ziel erreichen, das wir
alle wollen:

einen dauerhaften Frieden für ganz Mittelamerika.

Von gleicher Bedeutung ist die Notwendigkeit, sicherzustellen, daß
alle von den mittelamerikanischen Staaten unternommenen Schritte stets wechselseitig sind und einer umfassenden und angemessenen Verifizierbarkeit unterliegen.

Es ist offensichtlich, daß keine Initiative einen echten Frieden

für Mittelamerika bringen wird, wenn es einem Staat ermöglicht wird, sich
dadurch einen ungerechten Vorteil gegenüber seinen Nachbarn zu verschaffen,
daß er sich nicht an Friedensbedingungen hält, die die anderen binden.

Die

Charta der Organisation amerikanischer Staaten stellt klar, daß es der Zweck
der OAS sein sollte, entweder ungerechte Akte eines Staates gegen einen anderen zu verhindern oder im Fall von Schwierigkeiten gemeinsame Schritte seitens der Mitglieder zu unternehmen.

Ich bin der Überzeugung, daß die OAS

als das regionale Forum dieser Hemisphäre der angemessene Mechanismus ist,
um sicherzustellen, daß diejenigen, die Verpflichtungen eingehen, sich auch
an sie halten.
Die Probleme Mittelamerikas sind von komplexer Natur, und ihre Lösung
erfordert unermüdliche Anstrengungen. Die Schritte, die Sie und Ihre Kollegen der CONTADORA-Gruppe unternommen haben, sind Beweis dafür, daß Sie sich
mit größtem Ernst dem Ziel eines echten und dauerhaften Friedens in der ganzen Region verpflichtet fühlen. Meine eigenen Anstrengungen in dieser Hinsicht bestehen in der Entsendung eines Sonderbeauftragten in die Region und

- 3 -

�Region und in der Einsetzung einer überparteilichen Kommission, die die
Probleme Mittelamerikas untersuchen und Lösungen vorschlagen soll.

Bei

der Fortsetzung Ihrer Arbeit sind meine Gebete und die meiner Landsleute
mit Ihnen.

- 4 -

�1I I I I T »
Dokumentation

• ll I J I

United States Information Service
Embassy of the United States of America

3. August 1983

31

BUSH UMREISST ZIELE DER MITTELAMERIKAPOLITIK DER USA
- Rede des US-Vizepräsidenten vor Gouverneuren -

PORTLAND, MAINE - (AD) - Der amerikanische Vizepräsident George Bush
hat in einer Ansprache auf der Jahrestagung der Gouverneure der Bundesstaaten der USA am 31. Juli das Wachstum demokratischer Prinzipien und Ideale,
die wirtschaftliche Entwicklung, den regionalen Dialog und einen Sicherheitsschild als Hauptziele der Mittelamerikapolitik der Reagan-Administration dargelegt.
Die Rede des amerikanischen Vizepräsidenten hat in wesentlichen Auszügen folgenden Wortlaut:
Präsident Reagan hat immer wieder unseren Wunsch nach Frieden und Wohlergehen in Mittelamerika zum Ausdruck gebracht.

Er hat jetzt vier grundle-

gende, vernünftige, moralische und humane Ziele unserer Mittelamerikapolitik
formuliert.
Erstens, wir haben uns der Förderung des Wachstums demokratischer Ziele,
Prinzipien und Ideen verschrieben.
Zweitens, wir

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�Zweitens, wir unterstützen nachdrücklich die wirtschaftliche Entwicklung in Mittelamerika, und drei von vier Dollar der Hilfe werden für wirtschaftliche und humanitäre Unterstützung verwandt.
Drittens, es ist unser Ziel, einen echten Dialog zwischen den Ländern
der Region und innerhalb der Nationen der Region zu erleichtern.

Wir glau-

ben an die Lösung regionaler Probleme durch Gespräch und Verhandlung.

Wir

sind vor allem von der Notwendigkeit eines Dialogs über generelle Fragen der
regionalen Sicherheit überzeugt.
Viertens, es ist unser Ziel, dem Gebiet einen Sicherheitsschild zu geben - vor allem für jene Länder, deren wirtschaftliche Infrastruktur durch
die Guerilla zerstört wurde - und den demokratischen Prozeß in diesen Ländern
zu stärken.
Wie wollen wir diese Ziele erreichen? Erstens, wir unterstützen die
demokratisch gewählten Regierungen in Costa Rica, Honduras und El Salvador.
Wir ermutigen die Regierung von Guatemala in ihren Bemühungen, im kommenden
Jahr Wahlen abzuhalten.
Wir hoffen, daß die Regierung von Nicaragua, die sich jetzt einer wachsenden Welle der Opposition gegenübersieht, ihre ursprünglichen Zusagen für
eine pluralistische demokratische Regierung erfüllen wird. Wir sind bereit,
und wir haben wirklich versucht, einen Dialog zwischen den salvadorianischen
Rebellen und der legitim gewählten Regierung zu erleichtern, um echte demokratische Wahlen herbeizuführen, an der alle Bewohner El Salvadors ohne Gefahr teilnehmen können.
Diesen Standpunkt teilt die Regierung von El Salvador.
In seiner Botschaft über die Lage der Nation am 1. Juli hat der Präsident von El Salvador, Magana, deutlich erklärt, daß seine Regierung bereit
sei, in einen Dialog mit den Rebellen über alle Fragen einzutreten, mit Aus- 2 -

�mit Ausnahme der einen - einer Teilung der Macht.

Wir unterstützen Prä-

sident Magana und den von ihm in dieser Frage eingenommenen Standpunkt.

Wir

erstreben nicht nur einen Dialog zwischen beiden Seiten, sondern wir fordern
die Rebellen auf, an freien

Wahlen teilzunehmen.

Freie Wahlen sollten be-

stimmen, wer regiert - freie Wahlen sollten bestimmen, wer die Macht teilt.
Zweitens, wir unterstützen voll und ganz die wirtschaftliche Entwicklung - Nahrung und Kleidung für die Hungrigen und Verzweifelten, Unterkunft
für die Obdachlosen, medizinische Versorgung für die Kranken, neue Straßen
und Brücken und Versorgung mit Trinkwasser.

Die Initiative des Präsidenten

für das Karibische Becken nähert sich jetzt nach allzu langer Verzögerung
der endgültigen gesetzlichen Verabschiedung im Kongreß. Sie ist ein weiterer
Beweis für unsere Unterstützung des regionalen wirtschaftlichen Fortschritts.
Drittens, wir treten für die Bemühungen aller Regierungen ein, die Ziele der Sicherheit, der wirtschaftlichen Entwicklung und der Freiheit und der
Menschenrechte durch regionalen Dialog zu fördern.

Wir begrüßen wärmstens

die Bemühungen Panamas, Mexikos, Kolumbiens und Venezuelas, die in diesen Anstrengungen führend sind.
Viertens, wir bilden örtliche Verteidigungsstreitkräfte aus, um die Aufständischenbewegungen zu bekämpfen, die von Nicaragua und Kuba unterstützt werden, die Waffen an die kommunistischen Revolutionäre in der ganzen Region weiterleiten.

Die Flottenübungen und die kombinierten Übungen mit Honduras, an

denen amerikanische Truppen teilnehmen werden, spielen eine Rolle für den
liicherheitsschild, den wir für die Region erstreben.
Wir versichern die demokratischen Regierungen Mittelamerikas unseres
Interesses, unserer Bereitschaft, sie zu unterstützen, und unserer Verpflichtung gegenüber der regionalen Sicherheit.

Sie unterstreichen unsere anhal-

tende Verpflichtung zur kollektiven Verteidigung zusammen mit den Nationen
der westlichen Hemisphäre, die durch Angriffe von außen bedroht werden könnte.

Diese Übungen dienen ferner der Absicht, die im Gange befindlichen diplo- 3 -

�befindlichen diplomatischen Bemühungen zu ermutigen und zu stärken.
Und lassen Sie mich schließlich sagen, für was die Reagan-Administration nicht eintritt.
- Wir entsenden keine amerikanischen Truppen in den Kampf in Mittelamerika.
- Wir versuchen nicht, die Regierung von Nicaragua zu stürzen.
- Andere versuchen, Regierungen in Mittelamerika mit Waffengewalt zu
stürzen.
bauen.

Wir versuchen, Regierungen mit Hilfe von Stimmzetteln aufzuWir sind nicht der Meinung, daß gewählte Führer zugunsten jener

aufgegeben werden sollten, die die Macht durch Gewalt an sich reißen
wollen.
Trotz des Propa^andakrieges gibt es einige ermutigende Zeichen.

Der

nicaraguanische Außenminister Daniel Ortega hat kürzlich einen regionalen
Sechspunkte-Vorschlag unterbreitet, der nach unserer Ansicht einige Flexibilität erkennen läßt.

Selbst Fidel Castro hat in seinen jüngsten Reden einen

weniger kriegerischen Ton erkennen lassen und regionale Zusammenarbeit unterstützt - vor allem die CONTADORA-Initiative.
Ich bin zuversichtlich, daß in der Region ein Fortschritt erzielt werden kann und die Prinzipien der Demokratie gefördert werden können.

Die

Vereinigten Staaten besitzen ein stolzes Erbe der Unterstützung der weniger
vom Glück Begünstigten in der ganzen Welt. Als Volk

erden wir der groß-

zügigste Spender für die weniger Bemittelten bleiben - was Gesundheitsfürsorge, Wohnung, Nahrung, Bildung und andere grundsätzliche Ansprüche auf
Verbesserung der Lebensqualität in der Region angeht.
Gleichzeitig werden wir den Menschenrechten verpflichtet bleiben. Wir
werden unseren Einfluß nutzen, um zur Verbesserung der Menschenrechtslage in

- 4 -

�Menschenrechtslage in allen totalitären Ländern beizutragen - seien sie
marxistisch-leninistische Diktaturen der Linken oder totalitäre Staaten der
Rechten.
Wir bleiben der Pressefreiheit verpflichtet, der Religionsfreiheit,
der Freiheit der Wahl - prinzipiell bleiben wir also der Demokratie verpflichtet.

- 5 -

�'HM

I7TT97

Dokumcnlolion
United States Information Service
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31

3. August 1983

REAGAN UNTERSTREICHT BEDEUTUNG DER SCHLUSSAKTE VON HELSINKI
- Proklamation zum Tag der Menschenrechte -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Reagan hat erneut auf die Bedeutung der
Schlußakte von Helsinki für die Menschenrechte hingewiesen.

In einer vom

Weißen Haus veröffentlichten Erklärung, mit der der 1. August in den USA zum
"Helsinki-Tag der Menschenrechte" proklamiert wurde, heißt es, die Absprachen
von Helsinki seien ein "machtvolles politisches Instrument zur Förderung der
Sache der menschlichen Würde und Freiheit."
Die Erklärung des amerikanischen Präsidenten hat in ihren wesentlichen
Teilen folgenden Wortlaut:
Als die Schlußakte der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit
in Europa (KSZE) - weithin bekannt als die Absprachen von Helsinki - am 1.
August 1975 in Helsinki unterzeichnet wurde, verpflichteten sich 33 Regierungen in Ost- und Westeuropa sowie die Vereinigten Staaten und Kanada, "die
Menschenrechte und die grundlegenden Freiheiten, einschließlich der Freiheit
des Denkens, des Gewissens, der Religion oder des Glaubens, zu respektieren

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�zu respektieren und zwar für alle und unterschiedslos im Hinblick auf Rasse,
Geschlecht, Sprache oder Religion."
Die Teilnehmerländer verpflichteten sich ferner, größere Bewegungsfreiheit und Kontakte, einen verbesserten Zugang zu Informationen sowie einen
kulturellen und wissenschaftlichen Austausch zu fördern.
Die Absprachen von Helsinki sind ein wichtiger Erfolg im Hinblick auf
die Entwicklung weltweiter Normen des internationalen Verhaltens und der
grundlegenden Menschenrechte«

Diese Normen gehen zurück auf die frühesten

Tage der amerikanischen Republik.

In einem Brief, den im Jahre 1787 Thomas

Jefferson aus Paris an James Madison schrieb, heißt es, daß "das Volk gegenüber jeder Regierung auf Erden einen Anspruch hat auf eine Akte der Menschenrechte,"

Die Absprachen von Helsinki sind in der Tat für alle Menschen in

Europa eine solche Akte.
Die Regierung der Vereinigten Staaten hat sich mit Nachdruck verpflichtet, die menschenrechtlichen und humanitären Bestimmungen der Absprachen von
Helsinki voll und ganz zu erfüllen.

Das amerikanische Volk hat sich uner-

schütterlich der Wahrung und Förderung der grundlegenden Menschenrechte überall in der Welt verschrieben,,

Die Absprachen von Helsinki sind ein macht-

volles politisches Instrument zur Förderung der Sache der menschlichen

Würde

und Freiheit.
Auf der KSZE-Folgekonferenz in Madrid haben die Vereinigten Staaten gemeinsam mit anderen westlichen Ländern darauf hingewiesen, daß die Sowjetunion sowie die osteuropäischen Staaten sich nicht an die in Helsinki eingegangenen Verpflichtungen hinsichtlich der humanitären und menschenrechtlichen
Bestimmungen halten,
Durch die Unterdrückung der Gewerkschaft Solidarität in Polen, die anhaltenden Unterdrückungsmaßnahmen gegen die Helsinki-Überwachungsgruppen,
die drastische Verringerung der Auswanderung aus der Sowjetunion und die Be-

�die Behinderung und Verfolgung von Bürgern in der Sowjetunion und Osteuropas, die ihre religiösen und politischen Freiheiten zum Ausdruck zu bringen
versuchen, werden die Prinzipien von Helsinki verneint, denen die jeweiligen Regierungen damals zugestimmt haben.
Diese repressiven Maßnahmen gefährden nicht nur die Erreichung einer
echten Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, sondern sie haben auch eine
entmutigende Wirkung auf den Geist der tapferen Völker, die diese Tyrannei
erdulden.
Der Kongreß hat mit der gemeinsamen Senatsresolution 96 den 1. August
1983 zum "Helsinki-Tag der Menschenrechte" bestimmt und den Präsidenten bevollmächtigt und ersucht, eine Proklamation zur Begehung dieses Tages zu erlassen.

Bei dieser Gelegenheit bietet sich der amerikanischen Bevölkerung

die Möglichkeit, ihre Verpflichtung für die Prinzipien der Menschenrechte
zu bekräftigen, die in der Schlußakte der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa niedergelegt sind, und ihre Solidarität mit den Völkern der Sowjetunion und Osteuropas zum Ausdruck zu bringen, deren grundlegende Menschenrechte durch die jeweiligen Regierungen ständig und regelmäßig
verletzt werden.

- 3 -

�31

3. August 1983

US-HANDELSMINISTER: GÜNSTIGE ENTWICKLUNG DER AMERIKANISCHEN WIRTSCHAFT
- Baldrige unterstreicht positive Auswirkung auf die Weltwirtschaft -

WASHINGTON - (AD) - In einem Gespräch mit Reportern im "Foreign Press
Center" des US-Informationsamtes (USIA) betonte der amerikanische Handelsminister Malcolm Baldrige am 27. Juli 1983 in Washington, daß Industriestaaten wie die sich entwickelnden Länder von der Belebung der amerikanischen
Wirtschaft profitieren können.
Die wesentlichen Auszüge aus seiner Erklärung sowie aus der anschließenden Befragung haben folgenden Wortlaut:
Die Wirtschaft der Vereinigten Staaten befindet sich zweifelsfrei in
einer Periode des Wiederaufschwungs. An dieser speziellen Erholung ist
nichts Ungewöhnliches; sie ist vielmehr hinsichtlich fast aller Aspekte,
mit denen wir eine solche Erholung messen, völlig normal.

Im ersten Quar-

tal 1983 hatten wir einen Anstieg unseres Bruttosozialproduktes um 2,6 Prozent.

Im zweiten Quartal stieg es um 8,7 Prozent.

Der weitere Anstieg wird

wahrscheinlich niedriger sein, da ein Drittel dieses 8,7 prozentigen Aufschwungs auf Unterschiede bei den Verringerungen der Lagerbestände gegenüber

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�Lagerbestände gegenüber dem ersten Quartal zurückzuführen war.

Im Lauf des

Jahres wird hier eine Nivellierungstendenz zu erkennen sein, daher wird der
Faktor dann nicht mehr so hoch sein.
Die Verbraucherausgaben stiegen gegenüber einer Erhöhung von 2,9 Prozent im ersten Quartal 1983 auf zehn Prozent im zweiten Quartal an.

Der

Verbraucher in den Vereinigten Staaten fängt also an, wieder Geld auszugeben - und dies spiegelt sich bei Immobilien, bei Autos und bei längerlebigen Gebrauchsgütern wider.

Die Ausweitung zeigt, daß es sich um einen Auf-

schwung handelt, der eine breite Grundlage hat.
Wir erwarten, daß diese Erholung sicherlich bis 1984 und darüber hinaus
andauern wird und - besonders wenn wir die Haushaltsdefizite abbauen können in die Jahre 1985 bis 1988 hinaus.
Die Arbeitslosigkeit, die bei 10,7 Prozent lag, ist auf 9,8 Prozent zurückgegangen.

Dies ist etwas über dem durchschnittlichen Rückgang der Ar-

beitslosigkeit während der ersten sechs Monate eines Wiederaufschwungs, wenn
wir es mit den anderen Rezessionen und Erholungen vergleichen, die wir in
diesem Land seit dem Koreakrieg erlebt haben.
Alles in allem haben wir also eine normale, kräftige Wiederbelebung.
Und wir können sehen, daß es dabei keinen Anstieg der Inflation gibt. Dies
scheint mir einer der wichtigsten Aspekte zu sein, denn bei unseren letzten
Aufschwüngen nach einer Rezession hatten wir solche, die von einer Inflation
- einer zunehmenden Inflation - gestützt wurden, was bedeutete, daß der Samen für die nächste Rezession gleich darin enthalten war. Wenn wir also
den Kurs einer moderaten Erholung ohne einen Anstieg der Inflation beibehalten können, so werden wir den besten Interessen dieses Landes - und auch
denen der Welt - dienen...
FRAGE:

Herr

�FRAGE:

Herr Minister, wie beurteilen Sie die Auswirkungen des ameri-

kanischen Wiederaufschwungs auf das Ausland - auf die anderen Industriestaaten und natürlich auch auf die weniger entwickelten Länder?
ANTWORT:

Dieses Jahr wird unser Bruttosozialprodukt - sagen wir vom

vierten Quartal 1982 bis ins vierte Quartal 1983 - um etwa 5,5 Prozent wachsen.

Es könnte sogar etwas darüber liegen. Ähnliche Voraussagen gibt es

auch für die Industriestaaten der Europäischen Gemeinschaft - im Durchschnitt
etwa um 0,5 Prozent bis etwa 0,75 Prozent - bei einigen etwas mehr, bei anderen etwas weniger.
Es ist sehr wichtig, daß der Aul schwung in den Vereinigten Staaten ohne
Steigerung der Inflation anhält, denn das hilft diesen Staaten.

Es hilft

ihnen ganz besonders beispielsweise in ihrer Fähigkeit, nach den Vereinigten
Staaten zu exportieren.

Die USA werden in diesem Jahr ein Warenhandelsdefi-

zit von etwa 70 Milliarden Dollar haben.

Für das nächste Jahr könnten wir

sogar mit rund 100 Milliarden Dollar rechnen.

Aber das bedeutet, daß wir

als Land die Tatsache akzeptieren, daß wir für

70 Milliarden Dollar mehr

importieren als wir exportieren.

Und das schafft in den anderen Ländern

Arbeitsplätze.
Der Grund, warum das so abläuft, besteht darin, daß unsere Wirtschaft
als erste diesen Wiederaufschwung erlebt. Wir nehmen eine große Menge Importe auf wegen dieses Aufschwungs. Unsere Exporte gehen nicht annähernd
so schnell in die Höhe, weil die anderen Länder, mit denen wir Handel treiben, keinen so raschen Wiederaufschwung erleben. Das ist also ein starker
Anstoß, den die Vereinigten Staaten den anderen Industrieländern der Welt geben können und auch geben...
FRAGE: Herr Minister, wie ist die Situation bei Quoten und Zöllen für
Spezialstähle? Wie ich glaube, sind sie bereits in Kraft und Gesetz. Verhandeln Sie mit anderen Ländern über Quoten?
ANTWORT:

Die

�ANTWORT:

Die Stahlindustrie produziert weltweit etwa 90 Prozent Normal -

stahl und 10 Prozent Spezialstahl.
Die Normalererzeuger brachten Anträge auf Ausgleichszölle gegen die
Europäer vor, weil sie die Europäer beschuldigten, ihre Stahlexporte zu
subventionieren.

Wir haben das geregelt - wir haben durch Verhandlungen

und Vereinbarungen Regelungen erreicht, die für Europäer und Amerikaner befriedigend sind.

Dieser Teil ist also erledigt.

Was nun die restlichen zehn Prozent angeht, die Erzeuger von Spezialstählen, so haben diese nur ein oder zwei Anträge auf Ausgleichszölle gestellt.

Sie haben um Abhilfe gebeten im Rahmen unseres Handelsgesetzes 201,

in dem es heißt, daß die Regierung andere Quoten oder Zölle festlegen kann,
wenn ein Industriezweig geschädigt wird.

Aber es ist wirklich die Frage,

ob ein Ausgleich bezahlt werden soll, denn es gab keine Anschuldigungen der
Subvention.

Es ging nur um unfaire Handelspraktiken.

Dieses Problem wird

von Botschafter Brock und seinem Büro des Vertreters für Handelsverhandlungen
behandelt. Was wir jedoch erreichen möchten, sind so viele normale, geregelte Marktvereinbarungen wie möglich mit den Ländern, um die es geht...
Ich meine, geregelte Marktvereinbarungen wären wahrscheinlich die beste
Lösung für die Europäer wie auch für uns...
FRAGE:

Sie sagten, der Aufschwung in den Vereinigten Staaten schaffe

Arbeitsplätze in anderen Ländern. Auf der anderen Seite fügt der höhere
Kurswert des Dollar anderen Ländern Schaden zu. Werden Sie Maßnahmen ergreifen, um den hohen Dollarkurs zu senken?
ANTWORT:

Der hohe Wert des Dollar schadet anderen Ländern nicht so

sehr wie den Vereinigten Staaten selbst.

Der hohe Kurs des Dollar erhöht die

Kosten amerikanischer Exporte sehr stark, so daß wir in vielen Kategorien
von Erzeugnissen Schwierigkeiten haben, mit anderen zu konkurrieren.

Es be-

deutet, daß ausländische Lieferanten konkurrenzfähiger sind und mehr Arbeits- 4 -

�mehr Arbeitsplätze haben.

Darüber hinaus bedeutet der hohe Dollarwert, daß

Einfuhren nach den Vereinigten Staaten billiger werden.

Damit steigen die

Importe...
Natürlich hat der hohe Dollarkurs auch in einigen anderen Ländern Nachteile.

Aber man kann sagen, daß wir in den Vereinigten Staaten mehr unter

einem überbewerteten Dollar leiden als andere Länder darunter leiden, daß
der Dollar überbewertet wird.
FRAGE:

Ich möchte eine Zusatzfrage stellen.

Viele Industrieländer

zahlen ihren Treibstoff, ihr Benzin und ihre Energie in Dollar, und darum
leiden sie darunter, wenn der Dollar überbewertet wird.
der Dollar sei überbewertet.
ANTWORT:

Sie sagten selbst,

Warum bringen Sie ihn nicht herunter?

Ich weiß wirklich nicht, wie Sie mit Sicherheit feststellen

können, daß der Dollar überbewertet sei.

Es gibt heute in den Vereinigten

Staaten sehr viele Leute, die behaupten, er sei überbewertet.

Ich persön-

lich glaube das auch.
ABer wenn genug Leute im Devisengeschäft in der ganzen Welt glaubten,
er sei überbewertet und müsse heruntergehen, dann würde es auf den Finanzmärkten lebhafter zugehen.

Stattdessen sind sie recht stark.

Immer mehr

Leute wollen in den Vereinigten Staaten investieren wegen unserer hohen
Zinssätze.

Den einzigen Weg, den ich kenne, um den Wert des Dollar zu sen-

ken, besteht praktisch darin, unsere Zinssätze zu senken.

Und der einzige

Weg, den ich kenne, um das zu erreichen, besteht darin, unsere Haushaltsdefizite abzubauen.

Ich glaube, sehr viele Leute in der Welt werden diesen

Feststellungen zustimmen.
Unser Problem ist, daß der Präsident, der fest daran glaubt und deshalb gewählt wurde, daß die Staatsausgaben gesenkt werden müssen, das Defizit senken will. Aber er möchte es dadurch tun, daß die Staatsausgaben gesenkt werden, die in den letzten 15 oder 20 Jahren ins Unermeßliche gestie-

- 5 -

�Unermeßliche gestiegen sind.
Der Kongreß mcöhte es mehr durch Steuererhöhungen erreichen.

Und

wenn Sie sich erinnern, so hat der Präsident in seinem Haushalt 1982 die
Steuern erhöht.

Der Kongreß hat dem Präsidenten damals versprochen, daß

für jeden Dollar an Steuererhöhungen drei Dollar an Ausgaben eingespart
würden - ein Verhältnis von drei zu eins.

Diese Ausgabenkürzungen haben

sich verflüchtigt, weil sich der Kongreß nicht auf das Problem konzentrieren konnte und zu viel Kirchtumpolitik im Spiel war und schließlich keine
Senkungen der Staatsausgaben vorgenommen wurden.
Der Präsident ist der Überzeugung, daß der einzige Weg zu einer künftigen Steuererhöhung

nur über noch einschneidendere Ausgabenkürzungen führen

könne, und solange er keine Ausgabenkürzungen sieht, wird die Administration
kaum etwas tun, um die Steuern zu erhöhen.

Damit ist also vor den Wahlen

1984 kaum zu rechnen.

Wahrscheinlich wird er wieder mit dem Programm in

den Wahl kämpf ziehen:

"Wollt Ihr Steuererhöhungen oder Senkungen der Staats-

ausgaben, um das Problem des Haushaltsdefizits zu lösen?"
Wirtschaftsproblem, das wir heute haben.

+ + + + +

- 6-

Das ist das größte

�Wift/choft
United States Information Service
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3. August 1983

31

USA UND SOWJETUNION ERZIELEN EINIGUNG OBER NEUES GETREIDEABKOMMEN
- Erklärung des Weißen Hauses -

WASHINGTON - (AD) - Die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion haben
sich "im Prinzip" über ein neues langfristiges Getreideabkommen geeinigt.
Die offizielle Unterzeichnung des Abkommens, das über fünf Jahre läuft, ist
für Ende August vorgesehen.
Die Erklärung des Weißen Hauses, die am 28. Juli 1983 vom Stellvertretenden Pressesprecher Larry Speakes im Beisein von Landwirtschaftsminister
John Block und dem amerikanischen Sonderbeauftragten für Handelsverhandlungen,
William Brock, verlesen wurde, hat folgenden Wortlaut:
Botschafter William E. Brock, der Sonderbeauftragte für Handelsverhandlungen, und Landwirtschaftsminister John R. Block gaben heute bekannt,
daß die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion im Prinzip Einigung über ein
neues langfristiges Getreideabkommen erzielt haben.

Das Abkommen wird am

1. Oktober 1983 in Kraft treten und eine Laufzeit von fünf Jahren haben.
Aufgrund dieses

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�Aufgrund dieses Abkommens wird die Sowjetunion jährlich von den Vereinigten Staaten neun Millionen Tonnen Weizen und Mais in etwa gleichen Mengen kaufen.

Bis zu einer Million Tonnen der Mindestmenge an Getreide kön-

nen durch sowjetische Käufe von 500 000 Tonnen Sojabohnen und/oder Sojamehl
ersetzt werden.

Wenn in irgendeinem Jahr auf diese Sojabohnen/Soja-

mehl-Option zurückgegriffen wird, wird die Mindestmenge an Weizen und Mais
in dem betreffenden Jahr acht Millionen Tonnen betragen.

Während eines je-

den Jahres der Laufzeit des Abkommens kann die Sowjetunion ohne vorherige
Konsultationen drei Millionen Tonnen Weizen und Mais zusätzlich zu den neun
Millionen Tonnen kaufen.
Der allgemeine Rahmen des neuen Abkommens entspricht dem des im Jahre
1975 unterzeichneten.
Die Einigung wurde am 28. Juli während der dritten Verhandlungsrunde
über das neue Abkommen in Wien erzielt.

Das amerikanische Verhandlungsteam

wurde von Botschafter Robert E. Lighthizer, dem Stellvertretenden Sonderbeauftragten für Handelsverhandlungen, geleitet.

Der Staatssekretär im ameri-

kanischen Landwirtschaftsministerium, Daniel G. Amsturz, vertrat sein Ministerium im Verhanndlungsteam.

Die offizielle Unterzeichnung des Abkommens

findet Ende August statt.
Das gegenwärtige Abkommen, das am 30. September 1983 ausläuft, sah jährlich den Kauf einer Mindestmenge von sechs Millionen Tonnen Weizen und Mais
seitens der Sowjetunion vor und räumte der Sowjetunion die Option ein, zusätzliche zwei Millionen Tonnen pro Jahr zu kaufen. Das ursprüngliche Abkommen lief über fünf Jahre, beginnend 1975. Es wurde zweimal um jeweils
ein Jahr verlängert.

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3. August 1983

US-WIRTSCHAFTSHILFE IN EL SALVADOR: WORÜBER NICHT BERICHTET WIRD
- Von Peter McPherson, AID-Direktor -

Nachdruck mit freundlicher Genehmigung
des "Christian Science Monitor".

Auch wenn Fragen der Militärhilfe für El Salvador immer wieder in den
Mittelpunkt der Diskussion gerückt werden, so sind es doch die Wirtschaftshilfe und die humanitäre Unterstützung der USA, die das Leben von Tausenden
in El Salvador direkt und positiv berühren.

Mit dieser Hilfe wurden nämlich

eine massive Lebensmittelknappheit und eine Unterernährung der Bevölkerung
verhindert.
So haben die Vereinigten Staaten beispielsweise im Rahmen des Programms
"Lebensmittel-für-den-Frieden" El Salvador 560 000 Tonnen an Weizen, Mais,
Reis, Trockenmilch und anderen Nahrungsmitteln zur Verfügung gestellt, damit
die dortige Bevökerung ernährt werden kann. Andere Wirtschaftshilfe hat dazu beigetragen, daß Arbeitsplätze geschaffen wurden, wodurch Tausende von
armen Familien überleben konnten.
Das Amt

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 22 40
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Das Amt für Internationale Entwicklung (AID), die Behörde der amerikanischen Regierung, die für Wirtschaftshilfe und humanitäre Unterstützung armer Länder verantwortlich ist, hat für eine halbe Million vertriebener Personen in El Salvador Unterkünfte, Medikamente, Arbeitsplätze und Lebensmittel
beschafft.

Im Rahmen eines AID-Gesundheitsprogramms erhielten 160 000 Per-

sonen dieser Gruppe 370 000 Impfungen gegen übertragbare Krankheiten.
Ferner wurden zahlreiche Straßen und Brücken, die von der Guerilla zerstört wurden, wieder hergerichtet, damit Produktion und Handel, Beschäftigung und Dienstleistungen weitergehen können.

Eine reparierte Brücke bedeu-

tet häufig, daß ein Kleinbauer seine Erzeugnisse auf den Markt bringen kann.
Diese Art der Hilfe für El Salvador machte den Unterschied aus zwischen wirtschaftlichem überleben und wirtschaftlichem Zusammenbruch.
Die wirtschaftliche und humanitäre Hilfe der USA für dieses mittelamerikanische Land ist unter der Reagan-Administration dreimal so groß wie die
Militärhilfe. Das Wirtschaftshilfe-Programm zielt darauf ab, den starken
wirtschaftlichen Verfall und die daraus resultierende Arbeitslosigkeit zu
bremsen, unter denen das Land während der letzten drei Jahre gelitten hat.
Ein weiteres Ziel dieser Unterstützung ist der Wiederaufbau und das Funktionieren der von der Guerilla zerstörten oder beschädigten öffentlichen
Dienste. Mit der Wirtschaftshilfe soll auch die Agrarreform fortgesetzt
werden, durch die zum ersten Mal in der Geschichte salvadorianische Kleinbauern zu Eigentümern des Landes werden, das sie bebauen. Ferner trägt diese Hilfe dazu bei, daß für Tausende die schlimmsten Leiden, verursacht durch
Gewalt, wirtschaftliche Härten und Vertreibung, gemildert werden.
Dies alles ist keine leichte Aufgabe.

Die Guerilleros waren erfolg-

reich bei der Zerstörung von Transformatorenhäusern

und anderen Anlagen

des Stromverteilungsnetzes, was immer wieder zu Stromausfallen - vor allem
im Osten des Landes - führte. Teile dieses Gesetzes waren während der letzten
zwei Jahre acht Monate lang ohne Strom.

Und dies bedeutet:

tät für Fabriken, Schulen, Krankenhäusern, Geschäfte.

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keine Elektrizi-

Und oft bedeutet es

�bedeutet es auch: keine Wasserversorgung.

Diese Guerilla-Aktionen verlieren

aber auch jeden romantischen Schimmer, wenn dadurch Ärzte nicht mehr operieren oder ihre Patienten richtig behandeln können oder wenn ganze Gemeinden
über lange Zeiträume hinweg kein Trinkwasser mehr haben oder wenn Arbeitsplätze und Einkünfte verloren gehen, weil Industrieanlagen und Geschäfte wegen Mangels an Elektrizität geschlossen bleiben.
Um diesen Mißständen soweit wie möglich abzuhelfen, wurden im Rahmen
der amerikanischen Wirtschaftshilfe Generatoren in etwa 50 Orten in El Salvador
installiert - vor allem in Krankenhäusern, Schulen und kleinen Gemeinden, die
von diesen Angriffen am meisten betroffen wurden, damit die für das Leben notwendigen Einrichtungen auch weiterhin funktionieren können.
Langfristig zielen diese Programme auf ein sich selbst tragendes, auf
breiter Grundlage stehendes und gerechtes Wachstum innerhalb eines demokratischen Rahmens ab. Kurzfristig jedoch tragen die wirtschaftlichen und humanitären Unterstützungsprogramme der Vereinigten Staaten dazu bei, daß die
Bevölkerung El Salvadors überleben kann.

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3. August 1983

SCHWERWIEGENDE HUNGERPROBLEME IN AFRIKA
Nahrungsmittel Versorgung in der übrigen Welt verbessert -

WASHINGTON - (AD) - Der Verbrauch von Nahrungsmitteln ist in Asien,
Lateinamerika und in den Nahostländern merklich angestiegen.
nehmen die Hungerprobleme immer ernstere Formen an.

Aber in Afrika

Dies erklärten der ame-

rikanische Landwirtschaftsminister John Block und der Direktor des US-Amtes
für Internationale Entwicklung (AID), M. Peter McPherson, vor dem außenpolitischen Ausschuß des amerikanischen Repräsentantenhauses.

Die Weltbevöl-

kerung habe in den vergangenen zehn Jahren stark zugenommen; dennoch betrage die Zahl der Menschen, die unter Hunger leiden, nach wie vor etwa 500
Millionen.
Die Anzahl der Einwohner Asiens, die unzureichend versorgt sind, sei,
so McPherson, dreieinhalbmal größer als in der übrigen Welt.

Insgesamt ge-

sehen aber sei der Prozentsatz der Bevölkerung, der zu wenig zu essen habe,
in diesem Erdteil kleiner als anderswo.

"Unsere Anstrengungen im Kampf gegen

den Hunger konnten mit dem Bevölkerungszuwachs mehr als Schritt halten, so
daß in Asien ein Fortschritt zu verzeichnen ist", meinte er.

Dagegen be-

stünden in Afrika jetzt schwerwiegende Hungerprobleme; dort sei ein großer
Anteil der Bevölkerung infolge der Kombination von Trockenheit, Unruhen und

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D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Unruhen und niedriger Produktion von Nahrungsmitteln ständig unter- bzw.
fehl ernährt. Außerdem sei der Bevölkerungszuwachs in diesem Jahr fast doppelt so groß wie in Asien.
In allen von der AID unterstützten Ländern in Lateinamerika, in fünf
der acht asiatischen Länder und in sieben der acht Länder im Nahen Osten
sei der Kalorienverbrauch pro Kopf gestiegen.

"Nur in Afrika ist die Ten-

denz entgegengesetzt; der Kalorienverbrauch pro Kopf ging dort in einer Reihe

von Ländern zurück". Angesichts der Schwere und des Fortbestehens der

Dürre in Äthiopien werde die Regierung Reagan im Rahmen des Programms "Lebensmittel für den Frieden" im Haushaltjahr 1984 etwa drei Millionen Dollar
für Nahrungsmittelhilfe zusätzlich zur Lieferung von Nahrungsmitteln in Katastrophenfällen, die dem Bedarf entsprechend fortgesetzt werde, bereitstellen.

Im Jahr 1983 beläuft sich die Unterstützung Äthiopiens aus beiden Pro-

grammen auf 6,7 Millionen Dollar, berichtete ein Vertreter des AID.
Auch werden dem Katholischen Hilfsfonds 700 000 Dollar für den Transport
der Nahrungsmittel in jene äthiopischen Gebiete zur Verfügung gestellt, wo
die Hungersnot am größten ist. McPherson bemerkte, daß beträchtliche Nahrungsmittelmengen in äthiopischen Häfen festlägen und wegen der sehr mangelhaften Infrastruktur ihre Bestimmungsorte nicht erreichen könnten. Laut Angaben eines anderen AID-Beamten habe die äthiopische Regierung darum ersucht,
mindestens zwei Monate lang keine Nahrungsmittel lieferungen zu ihren Häfen
zu schicken.
AID-Direktor McPherson schlug vor, daß die Internationale Entwicklungsgesellschaft - eine Tochtergesellschaft der Weltbank, die armen Ländern Hilfe zu sehr günstigen Bedingungen gewährt - das Gebiet südlich der Sahara
mehr unterstützt und gleichzeitig Kredite für
höhere Entwicklungsstufe erreicht haben.

Länder kürzt, die bereits eine

Landwirtschaftsminister Block

äußerte sich dahingehend, daß das Hauptproblem bei der Bekämpfung des Hungers in der Welt in der Verteilung der Nahrungsmittel und der Fähigkeit der
Länder liege, für Nahrungsmittel bezahlen zu können; im Grunde existiere je-

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�existiere jedoch keine Nahrungsmittelknappheit.
"In der unmittelbaren Zukunft muß unsere Hilfe für diese (mit Nahrungsmitteln unterversorgten) Nationen auch Nahrungsmittelhilfe umfassen, bis sie
ihre eigene Produktion steigern oder andere Quellen zur Deckung ihres Bedarfs
nutzen können", erklärte Block,

"Wie in der Vergangenheit sind wir auch

künftig bereit, auf diese Notstände entsprechend zu reagieren."

Jedoch sei

es ein Kernpunkt der amerikanischen Politik, die Produktion und die Verteilungsmöglichkeiten in anderen Ländern zu verbessern, indem man diese Länder
an der amerikanischen Agrartechnologie teilhaben lasse.

Im Jahr 1982 hatten

die Vereinigten Staaten in 77 Ländern technische Hilfsprogramme laufen, mit
denen 800 Fachleute beschäftigt waren - davon 200 allein in Afrika.

In die-

ser Aufstellung sind nur Angestellte des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums berücksichtigt, jedoch nicht Personen, die für AID tätig sind.
Außerdem seien, wie Block weiter berichtete, im vergangenen Jahr 1800 ausländische Agrarfachleute in den Vereinigten Staaten ausgebildet worden.

Er rech-

ne zumindest in den nächsten 20 bis 30 Jahren nicht mit einer Nahrungsmittel Verknappung.

+ + + + +

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�»

T

Wi//en/chaft
und Technik
United States Information Service
Embassy of the United States of America

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3. August 1983

NEUARTIGER BESCHLEUNIGER FÜR STANFORD-FORSCHUNGSZENTRUM
- Hauptprojekt: Erforschung der "schwachen Kraft" -

- (AD) - Für den Bau eines neuartigen Teilchenbeschleunigers am kernphysikalischen Forschungszentrum der Stanford-Universität (Kalifornien)
stellt die US-Regierung zunächst 32 Millionen Dollar zur Verfügung. Die
Gesamtkosten werden auf 112 Millionen Dollar veranschlagt.

Prof. W.

Panofsky, der Direktor des "Stanford Linear Accelerator Center" (SLAC Linearbeschleuniger-Institut der Stanford-Universität), schätzt, daß der
Beschleuniger 1986 in Betrieb genommen werden kann.

Die neue Maschine trägt

die Bezeichnung "SLAC Linear Collider" (abgekürzt SLC).
Sie soll u.a. dem Studium der sog. schwachen Kraft dienen, deren elektrisch neutraler Träger, Z-Boson genannt, vor ein paar Wochen am CERN-Forschungszentrum in Genf erstmals nachgewiesen werden konnte. Während jedoch
bei den Experimenten in Genf Protonen mit Antiprotonen zur Kollision gebracht
wurden, sollen im SLC stark fokussierte Strahlen von Elektronen und Positronen
aufeinanderprallen.

Dieses Prinzip zur Sondierung nuklearer Kräfte und

subatomarer Teilchen ist nicht neu.

Seine Anwendung erwies sich in den

letzten zehn Jahren als eine der erfolgreichsten Methoden für Experimente
in der Teilchenphysik.

Jedoch wird SLC diese Kollisionen mit der größten

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D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�der größten Energie erzeugen, die es bisher auf der Welt gibt.

Und ebenso

bemerkenswert ist die neue Technik, die für die Kollisionsphase angewandt
wird.
Zur Zeit ist es üblich, diese Kollisionen über Speicherringe zu erreichen.

Magnete halten die beiden Strahlen (Elektronen und Positronen als

deren Gegenstück aus der Welt der sog. Antimaterie) in der kreisförmigen
"Rennbahn", wobei sie einander jede Minute mehrere Millionen Mal durchdringen.

Die dabei entstehenden Reaktionen werden erfaßt und ausgeweitet.
Der neue Teilchenbeschleuniger arbeitet nach dem Prinzip, energiereiche

Strahlen von Elektronen und Positronen aus der 3200 m langen Bahn des Elektronenbeschleunigers zu einer Ringbahn zu "biegen" und sie auf einem mikroskopisch kleinen Punkt zu konzentrieren.

Wenn diese Teilchen gegensätzlicher

Ladung aufeinanderprallen, werden sie in einer ungeheuer energiereichen Reaktion vernichtet, aus der neue Kombinationen subatomarer Teilchen hervorgehen.

Beim "Linear Collider" entspricht die Häufigkeit der Kollisionen nur

etwa einem Tausendstel jener in den Ringbeschleunigern.

Jedoch wird dieser

Nachteil mehr als aufgewogen durch die Tatsache, daß die Strahlen durch
einen Kollisionspunkt gehen, der viele Tausend Mal kleiner ist,als es im
Speicherring möglich wäre.
Nach wie vor sind Speicherringe für kollidierende Partikel strahlen bei
niedrigeren Energien am ergiebigsten. Geht es jedoch um höhere Energien,
müßten die Ringe sehr viel größer konstruiert werden, um die Energieverluste
auszugleichen, die sich beim Umlenken der Strahlen in eine kreisförmige Bahn
ergeben. Ein Speicherring für die Größenordnung der im SLC-Beschleuniger
erzeugten Energie müßte einen Umfang von ca. 24 000 m haben und würde mehr
als 500 Millionen Dollar kosten. Die SLC-Maschine dagegen ist sehr viel
billiger u-nd hat auf dem derzeit verfügbaren Gelände Platz.
Zur Erzielung der höheren Energien, die man von der nächsten Generation
der Elektronen-Positronen-Maschinen erwartet, dürfte das dem "Linear Collider"
zugrunde liegende Arbeitsprinzip eine wichtige Rolle spielen.

Es wurde von

�Es würde von Nobelpreisträger Burton Richter, dem technischen Direktor von
SLAC, entwickelt, der auch das SLC-Projekt in die Wege leitete. Zum experimentellen Programm für SLC wird ein besonders interessantes Kapitel der
Hochenergiephysik gehören.

Denn bei Kollisionen in diesem Energiebereich

wird die sogenannte schwache Kraft auffälliger sein als die elektromagnetische Kraft, die bei niedrigeren Energien dominiert. Z-Teilchen, die kürzlich entdeckten Träger der schwachen Kraft, werden in solchen Kollisionen
direkt erzeugt. Täglich könnten Tausende erfaßt werden, was ein genaues
Studium ihrer Natur ermöglichte.
Mit der Realisierung des neuen Projekts sind erhebliche Umbauten am
SLAC-Linearbeschleuniger verbunden, damit dessen Energieleistung um etwa
60 Prozent gesteigert werden kann. Neue Computeranlagen werden den Partikelstrahl präzise steuern. Zwei kleine Dämpfungsringe, die im Anfangsbereich
des Linearbeschleunigers unterirdisch installiert werden, sollen den Querschnitt des Strahls schon vor der Beschleunigung verringern. Zu den größten neuen Anlagen zählen unterirdische, bogenförmig angelegte Magnete, die
die Elektronen- und Positronenstrahlen zum Kollisionspunkt am Ende der Anlage dirigieren.
Im Verlauf der letzten zwei Jahre wurden sorgfältige Untersuchungen
über mögliche Einflüsse des neuen SLC-Beschleunigers auf die Umgebung durchgeführt.

An den Erörterungen nahmen auch Vertreter benachbarter Gemeinden

sowie von Umweltschutz-Organisationen teil.

Entgegen den ursprünglichen

Plänen wurde, zum großen Teil wegen der von diesen Gruppen vorgebrachten
Bedenken, der für die neue Experimentierhalle vorgesehene Standort geändert.

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