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                  <text>f

mIER

Information
und
Dokumentation

1 1*1 ^

Dl EH

United States Information Service
Embassy of the United States of America

27. J u l i 1983

30
INHALT

DOKUMENTATION
Erklärung Reagans zur US-Wirtschaftsinitiative im Karibischen Becken
- Repräsentantenhaus verabschiedet Förderungs-Gesetze INFORMATION
Robert McFarlane neuer US-Sonderbotschafter für den Nahen Osten
WIRTSCHAFT
Verbesserte Wirtschaftslage und umfassende Zusammenarbeit halfen Chrysler
- Von unserem Korrespondenten Sam Burks HINTERGRUNDMATERIAL
Mittelamerika:

Eine amerikanische Krise

- Von Nestor Sanchez Hintergrundpapier des State Department

zu El Salvador

USA wollen Gesundheitswesen in El Salvador verbessern
WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Start und Landung bei Nacht
- Raumfähren-Astronauten sehen keine besonderen Probleme Solarkraftwerk mit Nachtspeicher
- Versuchsanlage SOLAR ONE bringt höhe Leistung -

Um Über/encJung von
Belegexemplaren
wird gebeten

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Telex: 8-85432

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Dokumentation

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30

United States Information Service
Embassy of the United States of America

' 27. Juli 1983

ERKLÄRUNG REAGANS ZUR US-WIRTSCHAFTSINITIATIVE IM KARIBISCHEN BECKEN
- Repräsentantenhaus verabschiedet Förderungs-Gesetze -

WASHINGTON - (AD) - In einer schriftlichen Erklärung an das Repräsentantenhaus unterstrich Präsident Reagan die positive Bedeutung der Gesetze,
die am 14. Juli 1983 im Rahmen einer Steuer- und Handelsinitiative für das
Karibische Becken verabschiedet wurden, und drängte gleichzeitig den Kongreß,
diesen gesetzgeberischen Prozeß rasch zu einem Abschluß zu bringen.
Die Erklärung des Präsidenten hat folgenden Wortlaut:
Ich bin erfreut über die heutigen Maßnahmen des Repräsentantenhauses
hinsichtlich der Handels- und Steuerbestimmungen der Initiative für das
Karibische Becken.

Obgleich die Verabschiedung länger dauerte, als ich ge-

hofft hatte, ist die heutige Abstimmung doch ein riesiger Schritt vorwärts.
Ich gratuliere dem Vorsitzenden des Ausschusses für Haushaltsfragen, Dan
Rostenkowski, sowie den Mitgliedern des Repräsentantenhauses für die überparteiliche Zusammenarbeit, die sie zeigten, als sie sich um die Stabilität
und den Fortschritt einiger unserer engsten Nachbarn bemühten.
Die Sicherheit

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Telex: 8-85432

�Die Sicherheit und das Wohlergehen der Menschen der Karibik liegen in
einem hohen Maß im Interesse der Vereinigten Staaten.

Die Region stellt in

der Tat die dritte Grenze unseres Landes dar, und ihr wurde allzu lange nicht
die Aufmerksamkeit zuteil, die ihr gebührt.

Die heutige Abstimmung des

Repräsentantenhauses ist ein Signal für all jene, die davon betroffen sind,
daß wir die vitale Bedeutung der Karibik erkennen und bereit sind, unserer
Verantwortung nachzukommen.
Seit der ersten Vorlage gab es bei diesen Gesetzesentwürfen eine Reihe
von Veränderungen, aber im Kern ist der Vorschlag intakt geblieben.

Mittels

Steuer- und Handelsanreizen werden Energie und Kreativität des privaten Sektors bei den wirtschaftlichen Herausforderungen ans Werk gehen, vor denen unsere Freunde und Nachbarn in der Karibik stehen.

Die Initiative für das

Karibische Becken wird als Katalysator des Fortschritts dienen und den Menschen dieser Region eine Fülle neuer Möglichkeiten bieten.
Ich hoffe, daß der Kongreß die verbleibenden gesetzgeberischen Schritte
nunmehr rasch hinter sich bringen wird, damit dieses so wichtige Stück Gesetzgebung in Kraft treten kann.

+ + + + +

�27. Juli 1983

30

ROBERT MCFARLANE NEUER US-SONDERBOTSCHAFTER FÜR DEN NAHEN OSTEN

WASHINGTON - (AD) - Präsident Reagan hat am 22. Juli 1983 Robert C.
McFarlane zum neuen Sonderbotschafter und zu seinem persönlichen Beauftragten für den Nahen Osten ernannt. Er tritt die Nachfolge von Philip Habib
an, der ins Privatleben zurückkehrt. McFarlane wird in etwa zehn Tagen in
den Nahen Osten fliegen.
McFarlane ist seit mehreren Jahren im Weißen Haus tätig.

Seit Januar

1982 war er stellvertretender Berater des Präsidenten für Fragen der nationalen Sicherheit.

Er wird diese Position auch neben seiner Tätigkeit als

persönlicher Beauftragter Reagans im Nahen Osten beibehalten.
McFarlane, der 46 Jahre alt ist, gehörte von 1979 bis 1981 dem Stab
des Streitkräfteausschusses des amerikanischen Senats an. Zuvor hatte er
an der National Defense University in Washington For§chungsaufgaben durchgeführt. Von 1972 bis 1975 war er Militärberater Kissingers im Weißen Haus.
McFarlane hat in der amerikanischen Marine gedient.

Er absolvierte

die amerikanische Marineakademie und studierte in Genf.
Präsident Reagan

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�Präsident Reagan gab die Neuernennung bekannt, als er den libanesischen
Präsidenten Amin Gemayel in Washington verabschiedete. Gleichzeitig würdigte er die hervorragenden Leistungen Habibs während der vergangenen acht Monate.

�27. Juli 1983

30

VERBESSERTE WIRTSCHAFTSLAGE UND UMFASSENDE ZUSAMMENARBEIT HALFEN CHRYSLER
- Von unserem Korrespondenten Sam Burks -

WASHINGTON - (AD) - Eine verbesserte Wirtschaftslage, der Wandel auf
dem Weltölmarkt, eine drastische, doch wirksame Reorganisation, Hilfe der
amerikanischen Regierung, Zusammenarbeit zwischen Banken und Lieferfirmen,
Opfer der Beschäftigten - all dies trug dazu bei, daß Chrysler in wenig
mehr als drei Jahren auf eindrucksvolle Weise einen Bankrott verhinderte,
an dessen Rand die Firma gestanden hatte. Vertreter der Reagan-Administration verweisen insbesondere auf eine starke Wiederbelebung der amerikanischen
Wirtschaft, auf Zugeständnisse der Arbeitnehmerschaft und auf den Rückgang
der öl preise und der Zinsen.
In Reaktion auf die von Chrysler angekündigten Pläne, rund 800 Millionen Dollar an ausstehenden - und von der Regierung gedeckten - Darlehen
bis zum 30. September dieses Jahres zurückzuzahlen - sieben Jahre früher, als
die Firma dies dem Gesetz nach hätte tun müssen-, sagte Finanzminister
Donald T. Regan am 13. Juli vor Reportern:
"Dieses Ereignis

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�"Dieses Ereignis ist nicht nur ein Beweis für die einzigartigen und
außergewöhnlichen Ergebnisse des Umschwungs bei Chrysler, sondern ist zugleich greifbarer Beweis für den zunehmenden Schwung der Wiederbelebung
in der Automobilindustrie und damit in der Wirtschaft insgesamt.

Die Ar-

beitnehmer der Firma Chrysler verdienen großes Lob für ihre Hingabe und
Entschlossenheit, die Firma wieder auf die Beine zu stellen."
Während die Revolution im Iran 1979 und der darauffolgende Anstieg
der Weltölpreise dazu beitrugen, Chrysler auf einen Bankrott zuzutreiben,
halfen der derzeitige ölüberschuß, der Rückgang der ölpreise und der Zinsen,
daß es der drittgrößten Autofirma des Landes nun wieder besser geht.
Kenner der Autoindustrie führen einen Großteil des Wiederaufschwungs
der Firma auch auf Lee A. Iacocca, den Chrysler-Vorstandsvorsitzenden, zurück.

Wie Iacocca Chrysler über den Berg brachte, ist die Geschichte einer

offenkundig erfolgreichen Umwandlung einer der größten amerikanischen Gesellschaften, die vor gerade vier Jahren Verluste von 1,1 Milliarden Dollar
bekanntgeben mußte.
Zugleich ist es die Geschichte der größten Unterstützung, die eine Regierung der Vereinigten Staaten jemals für eine in Not geratene Privatfirma
zur Verfügung stellte.
1979 genehmigte der Kongreß angesichts eines voraussehbaren Verlusts
von rund 600 000 Arbeitsplätzen, die direkt oder indirekt mit Chrysler in
Verbindung standen, 1,5 Milliarden Dollar an Bundesdarlehen, um den zusammenbrechenden Autohersteller zu retten.

Aus dieser Gesamtsumme bediente sich

Chrysler mit insgesamt 1,2 Milliarden Dollar - und zahlte 400 Millionen davon
bereits im Juni dieses Jahres zurück.
Ganz oben auf der Rezeptliste Iacoccas für die Wiederbelebung Chryslers
stand eine drastische Beschneidung der Betriebskosten. Er brachte Gewerkschaftsvertreter und Arbeiter dazu, einer 1,1 Mi 11iarden-Dol1ar-Verringerung
- 2 -

�1,1 Mil 1 iarden-Dollar-Verringerung der Löhne und Vergünstigungen im Tausch
gegen Aktienoptionen und Preisnachlässe
stimmen.

beim Kauf von Chrysler-Autos zuzu-

Lieferfirmen akzeptierten verlängerte Zahlungsfristen, gewährten

Preisvergünstigungen und kauften Schuldverschreibungen von Chrysler in Höhe
von rund 73 Millionen Dollar.

Als Gegenleistung garantierte ihnen Chrysler

ein Jahresgeschäft von 6 Milliarden Dollar, und sie verhinderten dadurch
einen Verlust von rund 1 Milliarde Dollar an ausstehenden Rechnungen.
Iacocca brachte auch die Banken dazu, die Fälligkeitsdaten von Darlehen
zu verschieben, die Zinssätze zu senken und schließlich sogar 1,1 Milliarden
Dollar an Darlehen abzuschreiben.

Als Ausgleich erhielten sie 589 Millionen

Dollar an Chrysler-Stammaktien und sicherten damit auch rund 4 Milliarden
Dollar, die sie als Darlehen an Chryslers Finanzierungsgesellschaft gegeben
hatten (die Autokäufe von Kunden und Händlern finanziert).

Auch die Aktio-

näre halfen Chrysler, indem sie ein Einfrieren der Dividenden akzeptierten
- in Erwartung größerer finanzieller Rückläufe in der Zukunft.
Die Regierung des Bundesstaates Michigan und anderer Produktionszentren
von Chrysler konnten dazu gebracht werden, der Gesellschaft 200 Millionen
Dollar an Darlehen zu gewähren, die durch Vermögenswerte gesichert waren.
Dafür wurden Tausende von Arbeitsplätzen erhalten, die Zahlungsn von Arbeitslosengelder verringert und rund 95 Millionen Dollar an Zinsen verdient.
Die Reorganisation Iacoccas erbrachte eine Gesellschaft, die weit kleiner ist als vor vier Jahren:

Nunmehr sind es 68 000 Arbeitnehmer - im Ver-

gleich zu 131 000 im Jahr 1979; die Produktionskapazität sank von nahezu
2,4 Millionen Wagen im Jahr 1979 auf rund 1,7 Millionen; gegenüber den fünf
Basistypen des Jahres 1979 gibt es jetzt nur noch drei Basistypen; und die
Zahl der Händler ging von 5800 im Jahr 1979 auf nur noch derzeit 3700 zurück.
Um der wachsenden Nachfrage in den Vereinigten Staaten nach kleinen,
benzinsparenden Autos gerecht zu werden, führte Iacocca die neuen "K"-Typen
ein - Autos mit Frontantrieb, die beim gleichen Benzinverbrauch fast doppelt
so viele Kilometer fahren konnten wie die bisherigen Chrysler-Autos.
- 3 -

Außer-

�Außerdem gab es umfangreiche Verbesserungen bei der Qualität - wie sich
beispielsweise in Chryslers revolutionärer 5-Jahres-Garantie (oder 80 000
km-Garantie) auf alle Wagen zeigte.
Als dann die ölpreise zurückgingen, befriedigte Iacocca rasch die wachsende Nachfrage nach größeren, familiengerechten Autos.

Er hielt Chryslers

anspruchsvolles "New Yorker"-Modell zurück und führte stattdessen

das erste

Band-Kabriolett der Branche ein.
Kenner der Autoindustrie waren erstaunt, wie rasch Chrysler schon 1932
in die Gewinnzone zurückkehrte.
1980 um 23 Prozent.

1983 wuchsen die Inlandsverkäufe gegenüber

Und dieser Trend hält unvermindert an.

Berichten von

Chrysler zufolge stiegen die Verkäufe zwischen dem 1. und 10. Juli dieses
Jahres um 51 Prozent an - der größte Anstieg unter den sogenannten "Großen
Drei" der amerikanischen Automobilindustrie.
Iacocca selbst führt Cryslers bemerkenswerten Wiederaufstieg auf "gleiche
Opfer" von Arbeitnehmern, Management, Regierung, Zulieferfirmen, Darlehensgebern und Aktionären zurück.
"Was oft vergessen wird", sagte er auf einem Essen im National Press
Club in Washington am 13. Juli 1983, "sind die 2,2 Milliarden Dollar, die
die übrigen (also nicht die Regierung) aufbrachten, um die Gesellschaft am
Leben zu erhalten.

Und das waren natürlich die Arbeiter und die Angestell-

ten, die Lohneinbußen akzeptierten; die Bundesstaaten, die uns Geld liehen;
sowie die Banken, die Zulieferer und die Händler - all jene also, für die es
wirklich um etwas ging.

Unser ganzes Programm gründete sich also auf eine

Gleichheit der Opfer, weil jedermann etwas anbot - etwas Wichtiges."
Und er meinte zum Schluß:

"Wir sind dabei, Chrysler wieder zu einer

erfolgreichen privaten Gesellschaft zu machen, die selbst zurechtkommt."

+ + + + +•'

- 4-

�27. Juli 1983

30

MITTELAMERIKA: EINE AMERIKANISCHE KRISE
- Von Nestor Sanchez -

Nestor Sanchez ist stellvertretender
Unterstaatssekretär für interamerikanische
Angelegenheiten im amerikanischen Verteidigungsministerium.
Der Artikel erschien am 15. Juli 1983 in
der "Washington Times."

Wir wissen alle ganz genau, daß die mittel amerikanischen und karibischen
Schiffahrtswege für die Sicherheit und das wirtschaftliche Wohlergehen der Vereinigten Staaten von entscheidender Bedeutung sind.

Fast die Hälfte des ame-

rikanischen Handels, zwei Drittel unseres importierten üls sowie viele strategische Materialien gehen durch den Panamakanal oder den Golf von Mexiko.
Während eines Krieges würden 50 Prozent unseres Nachschubs für die NATO aus
Häfen des Golfs kommen.
Woher stammt die Bedrohung der amerikanischen Interessen?

Sie rührt

aus der zunehmenden sowjetischen Präsenz und Einflußnahme sowie aus der ku-

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�der kubanischen und nicaraguanisehen Aufrüstung her.

In Kuba gibt es eine

sowjetische Brigade in der Nähe von Havanna mit 3000 Mann. Moskau hat 2500
militärische und 8000 zivile Berater in Kuba. Die sowjetische Wirtschaftshilfe für Kuba ist ständig gewachsen - es sind nunmehr gut über vier Milliarden Dollar, wahrscheinlich sogar an die fünf Milliarden Dollar im Jahr.
Die vielen modernen sowjetischen Flugzeuge, die in Kuba ankommen, die
Panzer, Schiffe, Unterseeboote - die ganze militärische Kapazität, die dort
aufgebaut wird, geht weit über alle Verteidigungserfordernisse dieser Insel
hinaus*.

In der Tat geben die Aufrüstung Kubas, seine Kampferfahrung und

seine umfassende Ausbildung - zu der jüngst auch amphibische Übungen kamen dem Land die Möglichkeit, seine Macht mit sowjetischer Hilfe in die Karibik
und anderwärts zu projizieren.
Was ist in Nicaragua geschehen? Auch die nicaraguanisehe Aufrüstung
hat innerhalb der vergangenen zwei Jahre stattgefunden. Die Sandinisten
haben bereits die größte Landstreitmacht in der Geschichte Mittelamerikas
aufgestellt. Dazu gehören derzeit 25 000 aktive Soldaten sowie 50 000 Reservisten und Milizangehörige. Ein Angehöriger der Sandinisten hat zugegeben, daß es dort derzeit bei den Streitkräften, bei der Reserve, bei Miliz,
Polizei und Sicherheitskräften 138 000 Mann gibt und daß geplant ist,
auf 250 000 Mann aufzustocken.
Auch die Sandinisten bekommen weiterhin beträchtliche Mengen an militärischer Aufrüstung, einschließlich Panzer. Kuba hat heute etwa 7500 Berater und Sicherheitsberater in Nicaragua. Zudem gibt es zahlreiche Berater
aus der Sowjetunion, Ostdeutschland, Bulgarien, Nordkorea, von der PL0 und
aus Libyen.
Welche Auswirkungen hat die wachsende sowjetisch-kubanisch-nicaraguanische Bedrohung?
Erstens würden

- 2 -

�Erstens würden dadurch der UdSSR Militärbasen und -anlagen in der Region ermöglicht, die den Sowjets beträchtliche militärische Vorteile einbrächten.

Die Vereinigten Staaten könnten gezwungen werden, Ressourcen aus

anderen Teilen der Welt abzuziehen, um ihre südliche Grenze zu schützen.
Wir können auch nicht einfach das Problem der Flüchtlinge übersehen,
die wir aus diesem Teil der Welt erhalten könnten, sollten wir zulassen,
daß sich in diesen Ländern kommunistische Regime entwickeln.
Ich bin jedoch der Überzeugung, daß folgende Tatsache am bedeutsamsten
ist:

Sollten wir dabei versagen, angemessen auf diese Bedrohung zu reagie-

ren, so wäre die Glaubwürdigkeit der Vereinigten Staaten weit über Mittelamerika hinaus beeinträchtigt.
Angesichts dieser Bedrohung amerikanischer Interessen und der Folgerungen aus dieser Bedrohung
len.

muß die Frage gestellt werden, was wir tun sol-

Trotz der Kritik, daß diese Administration eine militärische Lösung

verfolgt bzw. den Versuch hierzu unternimmt, zeigen die Tatsachen deutlich,
daß die amerikanische Hilfe im Verhältnis von 3 : 1 wirtschaftlicher, nicht
militärischer Natur ist.
Wir sind jedoch der Meinung, daß Sicherheitshilfe absolut notwendig
ist, um einen Schutzschild zu bieten, damit unsere grundlegenden Ziele nämlich Demokratie, Reform, menschliche Freiheit und wirtschaftliche Entwicklung sowie Sicherheit für die bedrohten Nationen der Region - erreicht
werden können.
Die Sicherheitshilfe soll den einzelnen Ländern dabei helfen, sich
selbst mit Hilfe von Programmen zu verteidigen, die ihren Bedürfnissen angepaßt sind.

Wir versuchen nicht, umfangreiche Streitkräfte aufzustellen

wie jene in Kuba und Nicaragua, die die Region destabilisieren und umfangreiche und anhaltende Unterstützung von außen benötigen.

Es ist amerika-

nische Verteidigungspolitik, die amerikanische Militärpräsenz so niedrig

- 3 -

�so niedrig wie möglich zu halten.
Wie der Präsident zu wiederholter Gelegenheit festgestellt hat, brauchen
unsere Freunde in Mittelamerika keine amerikanischen Kampftruppen.

Sie brau-

chen unser Material, unsere Ressourcen und Hilfe, um ihre Streitkräfte auszubilden.
Unsere Sicherheitshilfe für El Salvador bestand bislang darin, während
des vergangenen Jahres drei Bataillone sowie eine Reihe anderer, kleinerer
Einheiten auszubilden.

Wir haben nicht so viel getan, wie wir geplant hat-

ten und gewünscht hätten.

Um dies zu tun, mangelte es uns an Ressourcen.

Wir haben etwa 10 Prozent der salvadorianischen Streitkräfte ausgebildet.
Mit dem Geld, um das wir den Kongreß für dieses Haushaltjahr ersucht haben ein Paket von unsgesamt 110 Millionen Dollar -, wären wir in der Lage, bis
zu 50 Prozent dieser Streitkräfte auszubilden.
Wir tun so viel, wie es uns die Ressourcen gestatten, um unseren Freunden in Mittelamerika zu helfen.

Unsere Sicherheitshilfe für ganz Latein-

amerika, lassen Sie mich dies unterstreichen, beträgt nur zwei Prozept dessen, was wir insgesamt weltweit ausgeben.

Die Beiträge der Sowjetunion an

Sicherheitshilfe für diese Region beträgt

acht Prozent ihrer weltweiten

Sicherheitshilfe.
Wir gewähren dieser Region nicht genug Beistand, und wir sind unseren
Freunden in Lateinamerika gegenüber auch nicht dieselbe langfristige Verpflichtung eingegangen, die die Sicherheit unserer Verbündeten in weit entfernter gelegenen Regionen aufrechterhält.

+ + + + +

�30

27. Juli 1983

HINTERGRUNDPAPIER DES STATE DEPARTMENT ZU EL SALVADOR

WASHINGTON - (AD) - Das Büro für öffentliche Angelegenheiten im amerikanischen
Außenministerium hat dieser Tage folgendes Papier zu El Salvador veröffentlicht,
das nicht als eine Erklärung der US-Regierung, sondern als Hintergrundmaterial
gedacht ist.

Hintergrund: Bei der Verabschiedung des Gesetzes über die internationale
Sicherheit und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Entwicklung aus dem Jahr
1981 hat der Kongreß festgestellt, daß eine "friedliche und demokratische
Entwicklung" in Mittelamerika im Interesse der Vereinigten Staaten liege und
daß "eine wesentliche Unterstützung El Salvadors" notwendig sei, um die Not
der dortigen Bevölkerung zu lindern und die wirtschaftliche Wiedergesundung
des Landes im Rahmen eines friedlichen und demokratischen Prozesses zu fördern.

Das Gesetz macht die Gewährung von Sicherheitshilfe an El Salvador in

den Haushaltsjahren 1982 und 1983 abhängig von der Bestätigung des Präsidenten, die in Abständen von 180 Tagen gegeben werden muß, daß die Regierung
El Salvadors:
- "gemeinsame und

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Telex: 8-85432

�- "gemeinsame und bedeutsame Anstrengungen macht, um den international
anerkannten Menschenrechten zu entsprechen";
- "eine wesentliche Kontrolle über...

ihre Streitkräfte ausübt";

- "kontinuierliche Fortschritte bei der Verwirklichung wichtiger wirtschaftlicher und politischer Reformen, einschließlich des Bodenreformprogramms, macht";
- "sich der Abhaltung von Wahlen zu einem frühen Datum verpflichtet hat."
Ferner wird durch Zusätze zu diesem Gesetz ein Bericht verlangt, der aufzeigen soll, welche Fortschritte erzielt wurden, um die Mörder mehrerer amerikanischer Bürger vor Gericht zu bringen.
Am 20. Juli 1983 unterbreitete der amerikanische Außenminister, dem der
Präsident diese Aufgabe übertragen hatte, dem Kongreß den vierten Bestätigungsbericht.

In seinem Begleitschreiben wies der Außenminister darauf hin,

daß die gesetzlichen Kriterien zwar erfüllt seien, daß aber die Gesamtbilanz
nicht die umfassenden Fortschritte aufzeige, die nach Ansicht des Kongresses
und der Regierung für die Entwicklung einer gerechten und demokratischen Gesellschaft in El Salvador notwendig seien.

"Die Entwicklung einer Demokratie

ist ein langwieriger und schwieriger Prozeß, insbesondere, wenn es konzertierte Anstrengungen gibt, um dies zum Scheitern zu bringen", heißt es in dem
Schreiben des amerikanischen Außenministers.

"Unsere Enttäuschung über das

Tempo des Wandels sollte aber nicht den Blick dafür trüben, daß es tatsächlich einen solchen Wandel gibt."
Amerikanische Politik: Es ist amerikanische Politik, zu einem Prozeß
der Aussöhnung zu ermutigen, der sich auf sich entwickelnde demokratische
Institutionen und auf wirtschaftliche Reform gründet, während gleichzeitig
die Anstrengungen El Salvadors gefördert werden, sich gegen eine von außen
unterstützte Guerilla zu schützen. Präsident Reagan verwies während seines

- 2 -

�während seines Mittelamerika-Besuches im Jahr 1982, in seiner Rede vor beiden
Häusern des Kongresses am 27. April sowie in seiner Rede am 18. Juli vor der
Internationalen Hafenarbeitervereinigung auf diese Politik - einschließlich
einer nachhaltigen Unterstützung der Menschenrechte.

Im Haushaltsjahr 1982

betrug die amerikanische Wirtschaftshilfe 189 Millionen Dollar, die Sicherheitshilfe 82 Millionen Dollar.
Bestätigungsbericht vom Juli 1983: Während der vergangenen sechs Monate
faßte der Demokratisierungsprozeß in El Salvador Fuß, indem die größten historischen Hindernisse der Unterentwicklung, der Mißherrschaft durch militärische
und wirtschaftliche Eliten sowie - in jüngerer Zeit - des kommunistisch unterstützten Aufruhrs überwunden wurden.

Der Fortschritt in Richtung auf eine

Beendigung der Gewalt gegen Zivilisten und auf eine Kontrolle aller Elemente
der Streitkräfte war weniger evident.

Die salvadorianische Regierung inten-

siviert ihre Schritte zu einer größeren Respektierung der Menschenrechte und
zur Beseitigung von Mißbräuchen - insbesondere von Elementen der Streitkräfte
und der Sicherheitskräfte -, aber ihre Fähigkeit zur Kontrolle dieser Instituionen ist noch nicht umfassend.

Die Fortschritte in den Fällen ermordeter

amerikanischer Bürger waren enttäuschend - in großem Maß aufgrund der eben
genannten Probleme.
Menschenrechte und Streitkräfte:
denen ermordeten Zivilisten,

Die Zahl der der Presse bekanntgewor-

deren Tod auf politische Gewalt zurückgeführt

werden kann, stieg gegenüber dem zweiten Halbjahr 1982 - mit 160 Toten im
Monat - auf 177 Tote im Monat während des ersten Halbjahres 1983. Diese Zahlen stehen jedoch im Gegensatz zu den über 300 monatlichen Toten gegen Ende
des Jahres 1981 und Anfang 1982. Das Verschwinden von Zivilisten - soweit
es der Presse bekannt wurde - lag gegenüber dem letzten Bestätigungsbericht
etwa auf gleicher Höhe - allerdings weit unter dem vorausgegangenen Umfang.
Die Verfassungsgebende Versammlung verabschiedete einstimmig ein Amnestieprogramm - und verlängerte es über das ursprünglich vorgesehene Datum, den 16.
Juli 1983, hinaus -, demzufolge über. 500 der annähernd 730 Gefangenen, die im
Rahmen des Gesetzes Nr. 507 verhaftet waren, freigelassen wurden.

- 3 -

Die Menschen-

�Die Menschenrechtskommission begann mit ihrer Arbeit und weitete ihre Tätigkeiten aus. Anweisungen der Regierung betonen ein korrektes Verhalten gegenüber den nicht an den Kämpfen Beteiligten sowie gegenüber Gefangenen und
betonen, daß Verletzungen der Menschenrechte untersucht und die sie übertretenden bestraft werden.

Die salvadorianische Regierung hat allerdings

ihre positiven Anstrengungen nicht mit einem eindeutigen Programm verbunden,
durch das jene ausfindig gemacht und bestraft werden können, die für Mißbräuche verantwortlich sind, die noch immer stattfinden.

Erbitterte Unruhen

und ein Zusammenbruch der Strafgerichtsbarkeit haben dieses Problem nur noch
verstärkt.

Mit amerikanischer Hilfe hat El Salvador mit einer umfassenden

Justizreform begonnen, die darauf abzielt, viele der überbrachten Probleme,
des Systems anzugehen.
Agrarreform:

Die Agrarreform von El Salvador - eine der umfassendsten,

die je in Lateinamerika versucht wurden - macht weitere Fortschritte.

Der

Zuteilungsprozeß beschleunigt sich,und die Wiedereinsetzung jener, die ungesetzlicher Weise von ihrem Besitz vertrieben wurden, wurde verstärkt betrieben.

Einschließlich der Familienmitglieder wurden über 500 000 Salvadorianer

- 18 Prozent der ländlichen Bevölkerung - entweder direkt oder als Mitglieder
von Kooperativen - Eigentümer/Betreiber des Bodens, auf dem sie einmal für
andere arbeiteten.
Politische Reformen:

Während der vergangenen sechs Monate hat El

Salvador Fortschritte bei der Stärkung demokratischer Institutionen gemacht.
Die Verfassungsgebende Versammlung war Hauptforum politischer Entscheidung
und Debatte und hat einen Entwurf für eine neue nationale Verfassung erar*beitet.

Die formelle Debatte über diesen Entwurf soll bald in der Versamm-

lung beginnen, die auch weiterhin als gesetzgeberische Körperschaft funktioniert, bis gemäß der neuen Verfassung eine neue gewählt werden kann.

Ein

weiterer wichtiger Meilenstein sollte noch in diesem Jahr erreicht werden die direkten Wahlen eines konstitutionellen Präsidenten.

Die politischen

Parteien wählen bereits Kandidaten aus, diskutieren über Parteiprogramme
und versuchen, die entsprechende Unterstützung zu erhalten.
Die Fälle
- 4 -

�Die Fälle amerikanischer Bürger:

Die salvadorianische Regierung unter-

nimmt ehrliche Anstrengungen, um jene vor Gericht zu bringen, die für den Tod
amerikanischer Bürger verantwortlich sind, wurde jedoch durch nachteilige Gerichtsentscheidungen dabei gehemmt.

Die Strafverfolgung von Angehörigen der

Sicherheitskräfte, die angeklagt sind, im Dezember 1980 vier amerikanische
Nonnen ermordet zu haben, dauert an, wenngleich langsam.

Keinen Fortschritt

gab es bilang in dem Verfahren gegen Leutnant Lopez Sibrian für seine Verwicklung in die Ermordung zweier amerikanischer Gewerkschaftler im Januar 1981,
wohingegen das Verfahren gegen zwei angeklagte Mitglieder der Nationalgarde
bis zur Hauptverhandlung gediehen ist. Zwei weitere Fälle, der Tod von John
Sullivan und das Verschwinden von Patricia Cuellar, werden noch immer untersucht.

Drei Angehörige der salvadorianischen Armee stehen noch immer unter

Arrest wegen der Ermordung von Michael Kl ine, und das Verfahren ist vor Gericht anhängig.

Die salvadorianische Regierung verfolgt alle Spuren im

Fall der Ermordung von Korvettenkapitän Albert A. Schauffei berger durch die
Volksbefreiungskräfte (FPL), eine

Fraktion der FDR-FMLN-Guerillabewegung in

El Salvador.

+ + + + +

- 5 -

�27. Juli 1983

30

USA WOLLEN GESUNDHEITSWESEN IN EL SALVADOR VERBESSERN

WASHINGTON - (AD) - Dem amerikanischen Kongreß liegt gegenwärtig ein
Vorschlag des US-Amtes für Internationale Entwicklung (AID) vor, mit dessen
Hilfe das Gesundheitswesen in El Salvador verbessert werden soll. Dieses
Projekt in Höhe von 25 Millionen Dollar ist ein neuer Abschnitt in der Wirtschaftshilfe, die die Vereinigten Staaten dem vom Bürgerkrieg heimgesuchten
El Salvador gewähren.
Bisher wurden die meisten Mittel des Amtes für Internationale Entwicklung für Projekte wie Bodenreform und wirtschaftliche Stabilisierung in El
Salvador zur Verfügung gestellt.

Nur etwa ein bis zwei Millionen Dollar

jährlich flössen Projekten des Gesundheitswesens in diesem Lande zu.
Der Vertreter des AID in El Salvador, John Massey, wies in diesem Zusammenhang darauf hin, daß sich die soziale Infrastruktur El Salvadors während der letzten Jahre verschlechtert habe.

Das Land habe zwar ein gutes

Gesundheitssystem, es fehle jedoch an den notwendigen Arzneimitteln und
vielerorts auch an den erforderlichen medizinischen Geräten und Instrumenten.
Daher könne die Bevölkerung in einigen Gebieten ärztlich kaum versorgt werden.
Die Mittel

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�Die Mittel für dieses neue amerikanische Projekt sollen nach der Bewilligung durch den US-Kongreß dem salvadorianischen Gesundheitsministerium
zur Verfügung gestellt werden.

Wie Massey sagte, sollen mit Hilfe dieser

Gelder die erforderlichen Arzneimittel beschafft, dem salvadorianischen Gesundheitsministerium Unterstützung bei der Erfassung und Verteilung gewährt
sowie ein Kontroll-Laboratorium eingerichtet werden, das sicherstellt, daß
die im Lande beschafften Arzneimittel den Erfordernissen entsprechen.

Fer-

ner soll ein Teil dieser Mittel dem Malaria-Programm in El Salvador zugute
kommen.

Malaria, so sagte Massey, sei in den Küstengebieten des Landes eine

weit verbreitete Krankheit, und die Salvadorianer verfügten gegenwärtig
über keine wirksamen Insektenvertilgungsmittel und hätten auch nur einen niedrigen Bestand an Medikamenten zur Verhütung und Behandlung dieser Krankheit.
Ferner will man im Rahmen dieses Projektes ein Computer-System einrichten,
das Aufschluß über den Verbleib der Arzneimittel gibt. Darüber hinaus sollen etwa 1200 Männer und Frauen eine weitere Ausbildung erhalten, die
Opfer des Bürgerkrieges betreuen.

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27.Juli 1983

START UND LANDUNG BEI NACHT
- Raumfähren-Astronauten sehen keine besonderen Probleme -

- (AD) - Ob die amerikanische Raumfähre CHALLENGER zu ihrem nächsten
Flug, der am 20. August 1983 beginnen und fünf Tage dauern soll, tatsächlich
bei Nacht starten wird, ist noch nicht endgültig entschieden, jedoch geplant.
Kommandant Richard H. Truly rechnet aber fest damit, daß die Landung auf der
neuen Hartpiste des Kennedy-Raumflugzentrums nachts erfolgt.

"Wir haben

uns ausgiebig darauf vorbereitet", sagte er auf einer kürzlich abgehaltenen
Pressekonferenz.

"Die Beleuchtung am Kap Canaveral ist ausgezeichnet, ganz

ähnlich wie auf jedem Großstadtflughafen.

Wir haben genügend Scheinwerfer-

licht - hier wie auf allen Ausweichlandeplätzen."
Das Ausweichen auf den Edwards-Luftstützpunkt in Kalifornien für.die
Landung der CHALLENGER am Morgen des 24. Juni 1983 demonstrierte die Anpassungsfähigkeit der Astronauten wie die Flexiblität des Programms bei besonderen Gegebenheiten.

Nebelfelder am Boden und Wolkenschichten in 550, 4000

und 8000 m höhe ließen die zum ersten Mal in Florida am Kap Canaveral vorgesehene Landung als zu riskant erscheinen.

Sorgen bereiteten vor allem die

Altostratus-Wolken im 4000-m-Bereich, die besonders hohe Feuchtigkeitswerte

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�hohe Feuchtigkeitswerte aufwiesen und leichten Regen verursachten.

General-

leutnant James A. Abrahamson, der Direktor des Raumtransporterprogramms, befürchtete, daß der Regen womöglich wie ein Steinbombardement auf das Fluggerä't wirken könne. Allerdings gibt es in dieser Hinsicht noch keine Erfahrungswerte.
Die Flugdauer hätte, wäre ausschließlich das Wetter in Betracht zu
ziehen gewesen, um ein bis zwei Tage ausgedehnt werden können, um bessere
Bedingungen am Kap abzuwarten.

Jedoch hatte es bei einem Test an Bord Pro-

bleme mit einem Hilfsstromaggregat und einem hydraulischen System am Landefahrwerk gegeben.

Das bewog die Flugleitung, CHALLEN6ER termingemäß, aber

in Kalifornien anstatt in Kap Canaveral zur Erde zurückzubringen.

Sobald

das vollautomatische Landesystem einsatzbereit ist (damit gibt es z. Zt. noch
einige Software-Probleme) stünde einer Landung in Kap Canaveral auch bei ungünstigem Wetter nichts mehr im Wege. Abrahamson schätzt, daß CHALLENGER im
Januar 1984, beim Flug STS-11, vollautomatisch landen kann.
Truly, seit 14 Jahren im Dienst der NASA, war Kopilot beim zweiten
COLUMBIA-Flug und führte bereits mit dem kürzlich in der Bundesrepublik zu
besichtigenden Testfluggerät ENTERPRISE Anflug- und Landeoperationen durch.
Alle übrigen vier Astronauten beim bevorstehenden Unternehmen STS-8 sind
Neulinge im Weltraum - Daniel C. Brandenstein als Kopilot sowie die drei
Missionsspezialisten Dale A. Gardner, William E. Stornton und Guion S.
Bluford, Jr. Nach den Erfahrungen des Orbiter-Teams beim Unternehmen STS-7
(18. - 24. Juni 1983) ist an Bord Raum genug für fünf Personen. Es wurde
sogar als Vorteil empfunden. "Zu keiner Zeit kamen wir einander ins Gehege",
sagte Dr. Sally Ride nach der Rückkehr. Zum Absetzen der Nachrichtensatelliten und deren Start sowie während der Rendezvous-Manöver mit dem
deutschen wiederverwendbaren Satelliten SPAS-01 hätten sich sogar alle fünf
gleichzeitig im Cockpit aufgehalten, ohne daß es Probleme gab. Bei der Erörterung dieser Frage mit dem NASA-Direktorium wiesen Kommandant Robert
Crippen und sein Team bereits darauf hin, daß man nicht sagen könne, so und
so viele Personen an Bord seien das Maximum. "Fünf sind jedenfalls kein

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�jedenfalls kein Problem", so Crippen, "sondern eher ein Plus."

Experimente
Das Absetzen des indischen Nachrichtensatelliten (INSAT 1-B) ist für
den zweiten Flugtag beim Unternehmen STS-8 vorgesehen.

Als wichtig gilt die

Fortsetzung der Experimente mit dem in Kanada gebauten, vom Cockpit aus
fernsteuerbaren Roboterarm zum Um- und Absetzen sperriger Nutzlasten an
Bord sowie zum Einholen von Objekten aus dem Weltraum.
Auch das Elektrophorese-Experiment, das bereits bei drei Orbiterflügen
mitgef'ührt wurde, wird fortgesetzt.

Dabei handelt es sich um eine Studie

zur Erprobung von Gewebereinigungs- bzw. Zell trennverfahren bei Schwerelosigkeit, die von der School of Medicine der Washington-Universität von St. Louis
(Missouri) und der McDonnell Douglas Astronautics Company in St. Louis geminsam durchgeführt werden.

McDonnell Douglas entwickelte eine Elektrophorese-

Apparatur, in der biologische Materialien in einer Lösung unter der Einwirkung eines elektrischen Feldes kontinuierlich getrennt werden.

Eine Puffer-

lösung, in die ständig Material injiziert wird, strömt durch eine schmale,
rechteckige Kammer.

Wenn das elektrische Feld angelegt wird, trennen sich

z.B. Zellen unterschiedlichen Typs in verschiedene Ströme, die sich einzeln
abnehmen lassen.
Während des bevorstehenden Fünf-Tage-Fluges will man si-h auf die Trennung von Beta-Zellen aus der Bauchspeicheldrüse, die Insulin produzieren, vom
übrigen Pankreas-Gewebe konzentrieren.

Es sind Experimente, die zu einer Ver-

besserung des an Versuchstieren bereits erprobten Verfahrens zur Transplantation von sog. Langerhansschen Inseln beitragen sollen.

Mit der Überpflanzung

solcher Zellen wird der Diabetes-Therapie ein neuer Weg eröffnet.

Das gemein-

same Forschungsprojekt des Universitätsinstituts und des Industrieunternehmens
ist auf ca. 15 Jahre angelegt.

Wie Dr. Paul Lacy, Professor für Pathologie

und Leiter des Pathologie-Departments der Washington-Universität, erklärte,

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�erklärte, "vereint es die Stärke und die bisherigen Erfolge beider Institutionen zur Perfektionierung einer Technologie, die die klinische Transplantation von Beta-Zellen auf Diabetes-Patienten erleichtert".
Die bisher bei Schwerelosigkeit durchgeführte Erprobung des kontinuierlichen Elektrophorese-Verfahrens hat gezeigt, daß 700 Mal mehr Material durchgesetzt und ein um das Vierfache höherer Reinheitsgrad als bei ähnlichen
Trennungsversuchen auf der Erde erzielt werden kann. Dr. David Sharp. Professor für Chirurgie

an der Washington-Universtität in St. Louis, ist über-

zeugt, daß mit Hilfe dieses Trennverfahrens Beta-Zellen-Transplantationen auf
Diabetes-Patienten wesentlich früher als bisher angenommen erwartet werden
können.

Schon seit über zehn Jahren bemühen sich Forschergruppen der Univer-

sität um verbesserte Möglichkeiten zur Isolierung und Reinigung der insulinproduzierenden Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse.
Ein weiterer Programmpunkt für die CHALLENGER-Besatzung ist das Durchprüfen und Erproben von TDRS-1, dem größten Nachrichtensatelliten der Welt.
Ende Juni ist es endlich gelungen, den beim Jungfernflug von CHALLENGER im
April 1983 aus dem Laderaum des Orbiter abgesetzten Koloß, dessen Antreibsstufen anschließend von einer Bodenstation aus gezündet wurden, in der vorgesehenen Kreisbahn in 36 000 km Höhe zu stationieren.

Da die zweite Antriebs-

stufe versagt hatte, erreichte er nur eine elliptische Bahn mit Scheitelhöhen zwischen 36 000 und 21 000 km.

So blieb nichts anderes übrig, als zu

versuchen, mit Hilfe der kleinen Lageregelungstriebwerke die Umlaufbahn anzuheben und zu korrigieren.
Ein Simulartorprogramm mit Computern wurde bei der kalifornischen
Firma TRW ausgearbeitet, um zunächst einmal die richtige "Strategie" für
den Einsatz der Borddüsen samt ihrem Hydrazin-Treibstoff zu finden.

Einer

der technischen Direktoren von TRW verglich dies mit dem Versuch, "einen Flugzeugträger mit Hilfe eines Außenbordmotors zu bewegen". Aber das Experiment
gelang.

Mit insgesamt 39 minutiös geplanten und exakt dosierten Feuerstößen

wurde TDRS aus seiner schiefen Bahn geholt und in eine gleichmäßige 36 000 km-

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�36 000 km-Kreisbahn gehievt. Von ursprünglich 600 kg Flüssigtreibstoff
sind ca. 230 kg übriggeblieben - noch immer genug, um in der vorgesehenen
"Lebenszeit" von zehn Jahren Lage- und Bahnkorrekturen vorzunehmen.
Die Erforschung der Raumkrankheit, die bei etwa der Hälfte der Astronauten mehr oder weniger stark in Erscheinung tritt, geht auch dieses Mal
weiter.

Zwar scheine es nicht zu schwerwiegenden Folgen für den Betroffenen

zu kommen, wie es in einem jetzt veröffentlichten ersten umfassenden NASABericht heißt, jedoch könne das Flugprogramm und möglicherweise sogar die
Landung dadurch gefährdet werden.

Sofern sie bisher auftrat, waren dem

Bericht zufolge die Symptome nach 36 bis 72 Stunden wieder überwunden.

Nachtlandung
Eine Neuerung bei der nunmehr geplanten ersten Nachtlandung wird sein,
daß es keine Begleitflugzeuge gibt.

Sie wurden bisher vor allem für tech-

nische Daten und zur Gegenkontrolle der Instrumenten-Anzeigewerte im Orbiter
benutzt.

Aber nach Meinung von Kopilot Brandenstein sind sie nicht mehr er-

forderlich.

Außerdem sei ihr Nachteinsatz zu gefährlich, weil der Orbiter

keine Bordlampen besitzt.

Die auf die Mitte der Landepiste zentrierten star-

ken Scheinwerfer am Boden werden durch Farbscheinwerfer ergänzt.

Ort und

Richtung der Piste sind von der Raumfähre aus gut erkennbar, wenn sie den
letzten Anflugbogen nimmt.

In Verbindung mit einem neuartigen Monitor im

Cockpit mache das Befeuerungssystem eine Nachtlandung zur "Routinesache",
erklärte Kommandant Truly.

Pivat- oder Linienflugzeuge dürften für eine

Nachtlandung am Kap keine Gefahr darstellen.

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�Wi//en/chaft
und Technik
United States Information Service
Embassy of the United States of America

27. Juli 1983

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SOLARKRAFTWERK MIT NACHTSPEICHER
- Versuchsanlage SOLAR ONE bringt hohe Leistung

- (AD) - "Solar One" in der Mqjave-WUste (Kalifornien), das bisher
größte Solarversuchskraftwerk der Welt, übertrifft alle Erwartungen.

Ende

Juni wurden im Dauerbetrieb über den Zeitraum von 33,6 Stunden insgesamt
127 Megawattstunden Strom erzeugt.

Der Strom wurde in das Versorgungsnetz

der Southern California Edison Company eingespeist.

Der Betrieb des Systems

begann am 27. Juni 1983 bei Sonnenaufgang, als 1800 Heliostate (riesige, der
Sonne nachgeführte Spiegel) das aufgefangene Sonnenlicht zu dem auf einem
hohen Turm montierten zentralen Empfänger reflektierten.

Bei Sonnenunter-

gang wurde bis zum nächsten Morgen die Stromerzeugung auf Speicherenergie
umgestellt.

Kurz vor Sonnenuntergang am zweiten Tag wurde der Test beendet.

Bereits am 21. Juni war mit der von der Fa. McDonnell Douglas Corp.
im Auftrag des US-Energieministeriums, von Southern California Edison, der
Stadt Los Angeles und der Energiekommission von Kalifornien errichteten Anlage in 15 Stunden die Rekordproduktion von 104 300 Kilowattstunden (bei
12,1 Megawatt Nettoleistung) erzielt worden. Die normale Kraftwerkskapazität von SOLAR ONE deckt den Bedarf einer Stadt mit ca. 7000 Einwohnern.
Nach Angaben

Postfach 20 03 00
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Tel.: 0228-339 22 40
Telex: 8-85432

�Nach Angaben der McDonnell Douglas Corporation hat SOLAR ONE seit Aufnahme des Testbetriebs im April 1982 die Leistungsanforderungen nicht nur
erreicht, sondern meist deutlich übertroffen.

Es ist ein Prototyp für Solar-

kraftwerke mit Kapazitäten von 1000 bis 100 000 Kilowatt. Mit dem Versuchskraftwerk will man Erfahrungen und Informationen über die Kosten von Konstruktion, Wartung und Betrieb sammeln und Möglichkeiten zur Reduzierung der Kosten
finden.

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