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inIEREIKft
Dl Ell tt*

Information
und
Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

13. J u l i 1983

28
INHALT

INFORMATION
Erste Jugendaustauschgruppen im Rahmen der Reagan-Initiative

HINTERGRUNDMATERIAL
State Department zur Politik der USA in Mittelamerika
Kirkpatrick:

USA unterstützen ein freies, demokratisches

Mittelamerika
Moskau verfolgt in Afghanistan langfristige Ziele

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Spitzentechnologie
- US-Industrie im internationalen Wettbewerb Neuer Flug des Raumtransporters in Vorbereitung
- Nachrichtensatellit TDRS für SPACELAB einsatzbereit

Um Übcr/cnJung von
ßckgcKcmplorcn
wird gebeten

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�13. Juli 1983

28

ERSTE JUGENDAUSTAUSCHGRUPPEN IM RAHMEN DER REAGAN-INITIATIVE

WASHINGTON - (AD) - Mitte Juli dieses Jahres werden die ersten Gruppen,
die im Rahmen der internationalen Jugendaustauschinitiative Präsident Reagans
andere Staaten kennenlernen sollen, in ihren Gastländern eintreffen.
Zu den ersten gehören sechs junge amerikanische Indianer, die drei
Wochen in der Bundesrepublik leben werden; außerdem 32 italienische Studenten, die sechs Monate an amerikanischen Universitäten verbringen sollen, und
34 Jugendliche aus der Bundesrepublik, Großbritannien, Frankreich, Italien,
Kanada und Japan, die im Rahmen eines Sommerprogramms des amerikanischen
Roten Kreuzes in die USA kommen.
Die Initiative zu einem internationalen Jugendaustausch, die von Präsident Reagan im Mai 1982 während des Versailler Wirtschaftsgipfels vorgeschlagen worden war, hat zum Ziel, im Lauf der nächsten drei Jahre die Zahl
der jungen Leute, die zwischen den sieben Gipfel Staaten ausgetauscht werden
sollen, beträchtlich zu erhöhen.

Die drei bevorstehenden Austauschaktionen

wurden teilweise auch durch das US-Informationsamt (USIA) finanziell ermög-

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�finanziell ermöglicht - der Bundesbehörde, die auch die Initiative des Präsidenten in den Vereinigten Staaten koordiniert.
"Die Ankunft dieser Gruppen stellt den Beginn einer wichtigen neuen internationalen Anstrengung dar," erklärte USIA-Direktor Charles Z. Wick,

"Die

Partnerstädten des Gipfeltreffens sind der Meinung, daß einer der besten
Wege zur Stärkung ihrer Bindungen darin besteht, mehr ihrer eigenen jungen
Menschen in die Partnerländer zu schicken, damit diese das Leben dort selbst
kennenlernen."
Bundeskanzler Kohl und der japanische Premierminister Nakasone bekräftigten erst kürzlich wieder ihre Unterstützung für Jugendaustauschprogramme.
In einer Rede in Krefeld anläßlich des 300. Jahrestages der Ankunft deutscher Siedler in Amerika rief Bundeskanzler Kohl die jungen Menschen in der
Bundesrepublik dazu auf, "das Gespräch mit den Altersgenossen in den USA zu
suchen, sich zu bemühen, die Unterschiede zwischen unseren Ländern zu verstehen und die Gemeinsamkeiten zu erkennen."
Die Bundesrepublik und die Vereinigten Staaten, so der Bundeskanzler,
"haben besondere Anstrengungen - auch finanzieller Art - unternommen, um
vor allem den Jugendaustausch auszuweiten."
"Wir wissen, daß die Erfahrungen des Kennenlernens nicht durch Unterricht und Medien ersetzt, höchstens ergänzt werden können," sagte Kohl und
fügte hinzu:

"Ich freue mich, daß der Leiter der amerikanischen Behörde,

die auf amerikanischer Seite den Jugendaustausch fördert, MrT Charles Wick,
heute hier unter uns ist.

Kein Land, keine Regierung ist heute noch stark

genug, die Zukunft allein zu meistern.

Aber gemeinsam haben Deutsche und

Amerikaner, Europäer und Amerikaner die Kraft, die Aufgaben unserer Zeit
zu bewältigen."
Nakasone sprach zu einer Gruppe von 100 amerikanischen SchUlern, die
gerade zu einem zweimonatigen Aufenthalt in Japan angekommen waren,und erklärte, der Jugendaustausch biete die Gelegenheit, aus erster Hand etwas
- 2 -

�Hand etwas über die Unterschiede der Kulturen zu erfahren.
"Sie haben viel Glück, eine solche Gelegenheit zu haben, die es Ihnen
ermöglichen wird, sich selbst aus neuer Perspektive zu sehen.

Es wird Ihre

Erfahrungen bereichern und sich als überaus hilfreich für Ihr ganzes Leben
erweisen."

Auf die Erfahrungen eingehend, die seine eigene Tochter im Rah-

men eines Austausches in den Vereinigten Staaten gemacht hatte, sagte
Nakasone, sie habe "die unschätzbare Möglichkeit gehabt, zu einer umfassenden Sicht eines anderen Teils der Welt zu gelangen und die gemeinsamen Bande
zwischen Völkern schätzen zu lernen."
Nakasone verwies auf die "äußerst engen und freundlichen" Beziehungen
zwischen den Vereinigten Staaten und Japan.

"Damit dies andauert, ist es

wichtig, daß die Menschen unserer beiden Länder ihr gegenseitiges Verständnis stärken und die Freundschaft auf allen Ebenen ausweiten."
Die sechs jungen amerikanischen Indianer, die eine der ersten Gruppen
darstellen, die im Rahmen des Austauschprogramms teilnehmen werden, sollen
am 21. Juli in der Bundesrepublik ankommen.
Sie nehmen an einem dreiwöchigen Austauschprogramm teil, das von Arrow,
Inc. organisiert wurde, einer Privatorganisation, die sich der Förderung
und Wahrung der Kultur der amerikanischen Indianer verschrieben hat.
Die jungen Leute - aus den Navajo-, Lagua-, Komantschen-Osage und KiowaStämmen - werden in Frankfurt, Stuttgart, München, Bonn und Westberlin mit
Jugendlichen zusammentreffen.
Deanna Martinez, Direktor des Arrow-Projektes und selbst amerikanische
Indianerin, erklärte:

"Die internationale Jugendaustauschinitiative des

Präsidenten stellt den idealen Mechanismus dar, um junge amerikanische Indianer in eine einmalige kulturelle und erzieherische Lage zu versetzen den internationalen Austausch.

Die jungen Leute werden sich durch das Pro-

- 3 -

�das Programm nicht nur in erhöhtem Maß einer anderen Kultur bewußt werden,
sondern werden auch Bürgern anderer Staaten ein genaueres Bild der amerikanischen Indianer vermitteln."
Die 32 italienischen Studenten werden am 16. Juli in Washington, D.C.
eintreffen.

Nach sechs Wochen der Orientierung und eines Englischkurses

werden sie sich für ein Semester an verschiedenen amerikanischen Colleges
und Universitäten einschreiben. Als Studenten der politischen Wissenschaften, der Wirtschaft, der Geschichte und der Landwirtschaft wurden sie für
dieses Programm mittels eines landesweiten Wettbewerbs ausgewählt.
Zum Zweck einer ähnlichen Erfahrung wird eine Gruppe amerikanischer
Studenten im September in Italien eintreffen. Dieser Austausch wird sowohl
von der italienischen als auch der amerikanischen Regierung getragen.
Am 11. Juli kamen 34 junge Mitglieder von Gliederungen des Roten Kreuzes
in der Bundesrepublik, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan
in Washington, D . C , an, um als Gäste von 40 örtlichen Sektionen des Roten
Kreuzes eine sechswöchige Tour der Vereinigten Staaten zu unternehmen.

Die

Jugendlichen werden dabei Bürgermeister und andere städtische Repräsentanten
kennenlernen, in Krankenhäusern hospitieren,, beim Katastrophenschutz mitarbeiten, Blutspendeaktionen miterleben und an vielen anderen Aktivitäten
teilhaben.
In den Vereinigten Staaten bemüht sich der Rat des Präsidenten für internationalen Jugendaustausch darum, 10 Millionen Dollar an Spenden des Privatsektors zu bekommen, die zu den 10 Millionen Dollar hinzukommen sollen, die
die amerikanische Regierung für diese Anstrengung zur Verfügung stellen will.
Die Mittel werden jenen Austauschorganisationen zufließen, die sich dieser
Arbeit schon seit langem widmen und die ihre Programme dadurch so ausweiten
können, daß die neuen Zielsetzungen beim Austausch verwirklicht werden
können.
+ + + + +

- 4-

�28

13. Juli 1983

STATE DEPARTMENT ZUR POLITIK DER USA IN MITTELAMERIKA

WASHINGTON - (AD) - Das amerikanische Außenministerium hat dieser Tage
den folgenden zusammenfassenden überblick über die Politik der Vereinigten
Staaten in Mittelamerika veröffentlicht.

Mittelamerika: Die Politik der USA
Hintergrund:

Die Probleme der fünf Krisenstaaten in Mittelamerika

(Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras und Nicaragua) berühren direkt
die Sicherheit und das Wohlergehen der Vereinigten Staaten.

Diese Länder

bilden einen Teil der Region des Karibischen Beckens, dessen strategische Bedeutung durch die Tatsache deutlich wird, daß nahezu die Hälfte des amerikanischen Außenhandels, einschließlich des üls, durch den Panamakanal und die
Karibische See geht. Anfang 1942 versenkten Nazi-Unterseeboote in der Karibik
mehr Tonnage als im gesamten Atlantischen Ozean - und das, ohne einen Stützpunkt in diesem Gebiet zu haben.

Sollte heute in Europa eine Krise entstehen,

dann würde zumindest die Hälfte der Nachschubgüter für die NATO an Kuba vorbeigehen, wo eine sowjetische Kampfbrigade stationiert ist und wo sich militärische Luftstützpunkte befinden, die regelmäßig von sowjetischen Militär-

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�sowjetischen Militärmaschinen angeflogen werden, sowie ein U-Bootstützpunkt, der sowjetische Unterseeboote versorgen könnte.

DarUber hinaus kön-

nen wir moralisch gesehen unsere Nachbarn nicht einfach der militärischen
Machtübernahme durch eine totalitäre Minderheit aussetzen.
Die amerikanische Strategie!

Die Strategie der USA basiert auf zwei Vor-

stellungen:
- Die Demokratie kann in Mittelamerika nicht gedeihen, wenn es dort Ungerechtigkeiten im Hinblick auf den Erwerb von Land, die Ausnutzung der
Chancen oder das Rechtswesen

gibt;

- bestehende Ungerechtigkeiten werden von Guerilla-Bewegungen, die von
außen Unterstützung erhalten, für anti-demokratische Ziele ausgenutzt.
Demokratien dürften weit weniger als Diktaturen ihre Nachbarn bedrohen
oder ihre Bürger mißbrauchen. Die Kräfte der Demokratie sind in Costa Rica
tief verwurzelt - in einem Land, das sich seit 35 Jahren eines demokratischen
Systems erfreut. Honduras hat sich von einer Militärherrschaft zu einer demokratischen Regierungsform hinbewegt. Guatemala hat sich demselben Kurs
verpflichtet. Obwohl immer noch zerbrechlich, sind die demokratischen Kräfte
stetig gewachsen, während gleichzeitig die wirtschaftliche Entwicklung die
Mittelklasse gestärkt hat und Gewerkschaften wie Bauernorganisationen den
Pluralismus zu einer Realität machen. Die katholische Kirche hat ebenfalls
zur Demokratie und zu sozialem Fortschritt beigetragen. Die USA haben durch
ihr Beispiel und durch ihre diplomatische Unterstützung wie durch ihre Auslandshilfe ein Gleiches getan.
Die Formen der Diktatur in Mittelamerika sind zweifach - eine alte und
neue neue.

Die alte stützte sich auf wirtschaftliche Oligarchie, politi-

schen Despotismus und militärische Unterdrückung.

Costa Rica ausgenommen,

trifft dies auf den größten Teil Mittelamerikas und auf die Art und Weise
der sozialen Organisation zu.

Die neue Form der Diktatur stellt sich als

- 2 -

�sich als eine mit Gewalt aufgezwungene

Wirtschaft und eine

elitäre

Avant-

garde dar, die sich selbst eingesetzt hat und auf den Guerillakrieg zurückgreift.

Nicaragua ist ihr Stützpunkt und Mittelamerika ihr Ziel.

Es ist

das Ziel der professionellen Guerillabewegungen, die gesamte Region vom
Panamakanal bis hin zu Mexiko zu destabilisieren.
Die Ziele der USA: Präsident Reagan hat am 27. April 1983 auf einer gemeinsamen Sitzung des US-Kongresses vier Grundziele der Vereinigten Staaten zur
Verhinderung eines kommunistischen Sieges und zur Bekämpfung der Armut in
Mittelamerika aufgezeigt.
Die USA wollen:
- die demokratischen Systeme, die bereits bestehen, unterstützen und
den Ländern in dieser Region helfen, die demokratischen Ziele rasch
zu erreichen. Wahlen müssen fair, sicher und für alle offen sein.
Die Vereinigten Staaten werden auch weiterhin die Menschenrechtsprobleme lösen helfen;
- die wirtschaftliche Entwicklung unterstützen.

Rund 77 Cent von jedem

Dollar, den die USA in diesem Jahr in Mittelamerika ausgeben, werden
für Nahrungsmittel, Düngemittel und andere wichtige Dinge für das
wirtschaftliche Wachstum und die Entwicklung ausgegeben.

Die Initia-

tive für das Karibische Becken sieht darüber hinaus große Handelsund Investitionsanreize vor.

Die gewaltige und wachsende Technologie

der USA soll sich auf die Gesundheitsfürsorge, die Landwirtschaft und
die Industrie in der Region konzentrieren;
- die Sicherheit der bedrohten Länder in dieser Region unterstützen.
Die Sicherheitsunterstützung ist ein Schutzschild für die Demokratisierung, die wirtschaftliche Entwicklung und die Diplomatie.

Noch so viele

Reformen werden keinen Frieden bringen, solange die Guerilla glaubt,
mit Gewalt siegen zu können;
- Dialog und
- 3 -

�- Dialog und Verhandlungen unterstützen - sowohl unter den Ländern der
Region als auch innerhalb eines jeden Landes. Die Vereinigten Staaten
werden auf politische Lösungen in Mittelamerika hinarbeiten, die den
Interessen des demokratischen Prozesses dienen.
Die amerikanische Zusagen:

Um diese diplomatischen Ziele zu unterstützen,

hat Präsident Reagan vier Zusagen angeboten.

Die USA wollen:

- jedes Abkommen unter mittel amerikanischen Ländern über den Abzug aller
ausländischen Militär- und Sicherheitsberater und Truppen - unter voll
verifizierbaren Bedingungen und auf der Basis der Gegenseitigkeit unterstützen;
- oppositionellen Gruppen helfen, sich in allen Ländern in den politischen
Prozeß einzureihen und mit Wahlzetteln statt mit Kugeln zu konkurrieren;
- jedes verifizierbare, auf der Basis der Gegenseitigkeit beruhende Abkommen unter mittelamerikanischen Staaten über den Verzicht der Unterstützung von Aufständischen auf Nachbarterritorien unterstützen;
- Mittelamerika dabei helfen, sein kostspieliges Wettrüsten zu beenden,
und jedes verifizierbare, auf der Basis der Gegenseitigkeit beruhende
Abkommen über die Nichteinführung offensiver Waffen unterstützen.
Präsident Reagan hat einen Sonderbotschafter für Mittelamerika eingesetzt, der die Anstrengungen der Regierungen in dieser Region, Frieden zu
schaffen, unterstützen und eng mit dem amerikanischen Kongreß hinsichtlich
einer überparteilichen Koordinierung der Politik zusammenarbeiten soll.
Reagan stellte ferner klar, daß nicht daran gedacht sei, amerikanische Kampftruppen nach Mittelamerika zu entsenden. "Sie werden dort nicht gebraucht,"
so sagte Präsident Reagan, "ja, sie sind auch nicht angefordert worden. Alles,
worum uns unsere Nachbarn bitten, ist Unterstützung für Ausbildung und Waffen,
um sich selbst zu schützen, während sie dabei sind, ein besseres und freieres Leben zu schaffen".
Der Präsident
- &amp; -

�Der Präsident erklärte ferner:

"Die nationale Sicherheit der beiden

Amerika steht in Mittelamerika auf dem Spiel. Wenn wir uns dort nicht
verteidigen können, dann können wir auch nicht damit rechnen, uns anderswo behaupten zu können.

Unsere Glaubwürdigkeit würde zusammenbrechen, un-

sere Blindnisse würden zerbröckeln, und die Sicherheit unseres Heimatlandes
wäre in Gefahr."

- 5 -

�28

13. Juli 1983

KIRKPATRICK: USA UNTERSTÜTZEN EIN FREIES, DEMOKRATISCHES MITTELAMERIKA

WASHINGTON - (AD) - Die amerikanische UN-Botschafterin Jeane Kirkpatrick
unterstrich am 8. Juli 1983 die Bedeutung der Entwicklung in Mittelamerika
für die Vereinigten Staaten und die Welt.
Vor Mitarbeitern der "Washington Times" betonte die ständige Vertreterin
der Vereinigten Staaten bei den Vereinten Nationen, daß es hierbei für jeden
Staat um die Verteidigung der grundlegendsten Prinzipien der beiden Amerika,
der UN-Charta, der amerikanischen Verfassung und der gesamten zivilisierten
Welt gehe.

Die strategische Bedeutung des salvadorianischen Konflikts für

die Menschen in Nord- und Südamerika könne "moralisch, militärisch und wirtschaftlich... kaum überschätzt werden", erklärte sie. Die Vereinigten Staaten, so die Botschafterin, "unterstützen heute die gleichen Prinzipien, die
uns über Jahrhunderte hinweg inspiriert haben".
"Wir unterstützen den Gedanken zweier Amerika, die frei sind von Einmischung durch ausländische Mächte, welche von außen in diese Hemisphäre
drängen",und "wir unterstützen die Grundsätze der nationalen Unabhängigkeit,
der Selbstbestimmung... der Freiheit, der Gleichheit, der Verfassungsmäßigkeit, der Herrschaft des Gesetzes und der Demokratie."
In ihrer

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�In ihrer Eröffnungserklärung ging Frau Kirkpatrick auf die Entwicklung
in Nicaragua unter dem sandinistischen Regime ein, das nicht in der Lage gewesen sei, seinen Versprechungen gerecht zu werden, die Menschenrechte zu
achten und bürgerliche Gerechtigkeit walten zu lassen.

Sie sprach auch über

Nicaraguas Beziehungen zur Sowjetunion und wies auf die Kontrollen hin, unter
denen die Kirche und die Presse in Nicaragua stünden.
nahmen gegen die Kirche sei

Der Gipfel dieser Maß-

mit dem Verhalten der nicaraguanischen Regierung

während des Papst-Besuches erreicht worden.

Die Behandlung der Miskito-In-

dianer und der Indianer an der Atlantikküste durch die nicaraguanische Regierung sei "in ihrer Brutalität einzigartig".

Die Miskitos "stellten sich

konsequent gegen die Sandinisten - und sie litten schrecklich."
Bezugnehmend auf die militärische Aufrüstung in Nicaragua sagte Frau
Kirkpatrick, es befänden sich derzeit mehr Ausländer in Nicaragua, als man
zu denken wage.

Es gebe dort Waffen und Munition aus"praktisch allen Ländern

des Ostblocks."

Nicaraguas Stärke bringe dessen Nachbarn in eine "sehr un-

angenehme Lage", und es sei "nicht mehr länger möglich..., an dem politischen,
militärischen Charakter der Regierung Nicaraguas zu zweifeln."
Auf die amerikanische Position hinsichtlich der Frage der Ablehnung
einer "Machtaufteilung" in El Salvador angesprochen, sagte Frau Kirkpatrick,
die Vereinigten Staaten glaubten an "die breiteste Machtaufteilung durch
freie demokratische Wahlen; und mit freien demokratischen Wahlen meinen wir
Wahlen mit der breitesten Beteiligung, mit der Freiheit für alle Beteiligten
und offenkundig auch die Sicherheit, die notwendig ist, um an dieser Macht
teilzuhaben."
Sie unterstrich zugleich, daß die Vereinigten Staaten nicht der Meinung
seien, daß "kleine Gruppen - Nordamerikaner oder Mittelamerikaner - sich
zusammentun und darüber entscheiden sollten, wer in El Salvador herrschen
sollte."
"Wir sind

�"Wir sind der Ansicht, daß die El Salvadorianer dies selbst durch freie,
demokratische Prozesse entscheiden sollten."
Zur Frage der Machtbeteiligung der salvadorianischen Guerilla erklärte
Frau Kirkpatrick:

"Wir sind der Meinung, daß die Guerilla auf dem Schlacht-

feld nicht das gewinnen darf, was sie an der Wahlurne nicht gewinnen kann...
Wir sind der Meinung, daß ihr erlaubt werden sollte, an der Wahlurne so viel
zu gewinnen, wie sie nur kann."
Die Vereinigten Staaten, so fügte sie hinzu, glauben an Verhandlungen,
um die Demokratie zu fördern, und an Verhandlungen unter den betroffenen
Parteien. "Dies sind die Salvadorianer", erklärte sie.
Die UN-Botschafterin unterstrich auch die Notwendigkeit langfristiger
Hilfsprogramme fü&gt; Mittelamerika im humanitären, sozialen, wirtschaftlichen
und sicherheitspolitischen Bereich, um die Armut und Not der Menschen in
dieser Region zu lindern.

- 3 -

�13. Juli 1983

28

MOSKAU VERFOLGT IN AFGHANISTAN LANGFRISTIGE ZIELE

WASHINGTON - (AD) - Die afghanischen Widerstandskämpfer haben die
sowjetischen Besatzungstruppen wie auch die Streitkräfte des Regimes in
Kabul nun schon über ein Jahr lang in "ein sehr dauerhaftes militärisches
Patt" gedrängt, ohne daß es zu einem massiven Aufmarsch sowjetischer Verstärkungen gekommen wäre. Wie aber sieht dann Moskaus Strategie aus?
Einem Afghanistan-Spezialisten im amerikanischen Außenministerium zufolge lautet die Antwort so:
"Ich glaube, die sowjetischen und die Kabul-Machthaber verlassen sich
auf eine langfristige Situation, in der sie sich allmählich installieren
und eine neue Generation von Afghanen heranbilden, die in der Lage ist,
die Situation Stück für Stück zu meistern und das Land zu kontrollieren."
Der Vertreter des Außenministeriums

wies

auf mehrere Aspekte hin, die

diese Analyse untermauern und die am 8. Juli 1983 in Washington im "Foreign
Press Center" den Journalisten dargelegt wurden.
Einer dieser

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�Einer dieser Aspekte ist die Indoktrinierung und die Ausbildung dieser
"neuen Generation Afghanen".

Zwischen 10 000 und 20 000 Afghanen wurden als

Studenten in die Sowjetunion geschickt. Außerdem werden alle drei Monate
Gruppen von 800 jungen Afghanen zur Information durch die Kommunistische Partei abgestellt.

"Dies ist ein wesentliches Element der sowjetischen Strate-

gie", erklärte der Vertreter des Außenministeriums.
Ein weiterer Aspekt bezieht sich auf selektive, doch intensive Luftund Bodenoffensiven gegen größere Orte und Bereiche des Widerstandes. Dadurch wurde der Widerstand in manchen Gebieten ausgeräumt, wo die Widerstandskämpfer auf die Unterstützung der Dorfbewohner angewiesen waren. Als Beispiele nannte der Beamte des Außenministeriums das Panschir-Tal und die
Schomali-Region nördlich von Kabul. Unter den Tausenden von Afghanen, die
über Afghanistans Grenzen flohen, war die "westlich orientierte Mittelklasse",
insbesondere von Kabul und anderen Städten.
Trotz der Strafen, der die Städte und Dörfer unterzogen werden, kommt
der afghanische Widerstand in die Gebiete zurück, aus denen er mit Gewalt
vertrieben wurde. Erwähnt wurde in diesem Zusammenhang Kandahar, die zweitgrößte Stadt des Landes, die von den Sowjets schwer bombardiert wurde. Die
Widerstandskämpfer kamen dieses Jahr zurück und wurden von der dortigen Bevölkerung "willkommen geheißen", obgleich die Aktivitäten der Widerstandsbewegung weitere grausame Vergeltungsmaßnahmen gegen die Stadt hervorrufen
dürften. Dem Vertreter des Außenministeriums zufolge ist auch der Widerstand in der Schomali-Region, die in diesem Jahr unter heftigsten Angriffen
zu leiden hatte, wieder "aktiv und zahlreich".
"Ober die letzten zwei Jahre hinweg war ich beeindruckt von dem sehr
dauerhaften Patt in Afghanistan.

Und ich war vor sechs Monaten noch nicht

so beeindruckt, wie ich es heute bin."
Die sowjetische Strategie scheint zu sein, militärisch die Linie zu
halten, während gleichzeitig verschiedene langfristige Kräfte am Werk sind,

- 2 -

�Werk sind, die zu Moskaus Vorteil wirken.

Derzeit ist der sowjetische Ein-

satz in militärischer Hinsicht begrenzt.

Die sowjetischen Streitkräfte, der-

zeit rund 105 000 Mann, wurden seit über einem Jahr nicht verstärkt.
Der Beamte des Außenministeriums bezog sich dabei auf eine Erklärung,
die - wie er sagte - verläßlich einem hohen sowjetischen Offizier in Afghanistan zugeschrieben wird.

Der Russe erklärte, Aufgabe des sowjetischen

Militärs sei es, die Kommunikationslinien zwischen den wichtigsten Punkten
des Landes freizuhalten und gegenüber der Widerstandsbewegung nur dann zuzuschlagen, wenn dieses Ziel gefährdet sei.
Die schweren Bombardierungen von Städten und Dörfern könnten sich jedoch als im Widerspruch zu jenen langfristigen Kräften erweisen, die sowjetischer Ansicht nach in Afghanistan am Werk sind, wie der Vertreter des
Außenministeriums meinte.

"Die Entfremdung der afghanischen Bevölkerung

durch diese selektiven, aber intensiven militärischen Schläge ist nicht abzuwägen," erklärte er.

+ + + + +

- 3 -

�13. Juli 1983

28

SPITZENTECHNOLOGIE
US-Industrie im internationalen Wettbewerb -

- (AD) - Die Aufwendungen der Vereinigten Staaten für Forschung und Entwicklung sind höher als die Japans, Großbritanniens.. Frankreichs und der Bundesrepublik zusammengenommen.

Dies erklärte kürzlich Edward Harper, Referent im

Beraterstab Präsident Reagans für politische Entwicklungen, in einem Interview
mit Jim Füller vom US-Informationsamt (USIA) in Washington.

Jedoch sei es Sache

der Privatwirtschaft, ob Firmen oder Industriebranchen auch künftig die wachsende
Herausforderung aus dem Ausland annehmen.
Wir bringen im folgenden den zweiten Teil des Interviews (der erste Teil
erschien in unserer Ausgabe vom 6. Juli 1983]:
FRAGE: Wie stehen Sie zu der Studie des Handelsministeriums aus jüngster
Zeit, die besagt, daß die führende Position Amerikas in der Spitzentechnologie
durch die Auslandskonkurrenz ernsthaft attackiert wird?
ANTWORT: Ich meine, daß Herausforderung und Wettbewerb niemals etwas
Negatives sind.

Es hält uns in Schwung.

Andererseits vergißt man leicht, wenn

von relativen Statistiken bei Forschung und Entwicklung (F &amp; E) die Rede ist,

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�die Rede ist, daß die Vereinigten Staaten tatsächlich mehr für F &amp; E ausgeben als
Japan, England, Frankreich und Deutschland zusammengenommen.

Man fordert uns

heraus, und wir pumpen eine Menge Geld in Forschung und Entwicklung.
Was mir vielleicht mehr Sorgen macht, ist die Tatsache, daß unsere Konkurrenten im Ausland auf einigen Wirtschaftssektoren mehr für F &amp; E ausgeben als wir.
Ich glaube, das sollte uns schon ein bißchen zu denken geben.

Denn es könnte

bedeuten, daß wir künftig weniger neue Ideen hervorbringen, die ja bisher eine
unserer Stärken waren.

Und das wäre meines Erachtens nicht gut.

So gehen

beispielsweise bei japanischen Elektrofirmen - wenn ich mich recht erinnere mehr als 5,5 Prozent des Umsatzertrages in Forschung und Entwicklung.
sind es im Durchschnitt weniger als 2,5 Prozent.

Bei uns

Ich meine, es liegt an uns,

der Herausforderung zu begegnen, und ich meine, wir können dies auch.

Aber die

Entscheidung muß auf der Ebene der Privatwirtschaft getroffen werden.
FRAGE: Welche Schritte müssen nach Ihrer Ansicht unternommen werden, um die
Probleme zu lösen, die sich durch Schwerpunkt-Industriepolitik ergeben?
ANTWORT: Das ist ein großes und kontroverses Problem. Ich glaube, es muß
auf die Frage zurückgeführt werden: "Können wir eine Gruppe von Leuten zusammenbringen, die besser als der Wettbewerb auf dem Markt herausfinden könnten, wer
die Gewinner, wer die Verlierer sein sollen?" Die Idee, bestimmte Industrien
herauszupicken und zu sagen: ''Okay - ihr seid die Verlierer", ist mit einer marktorientierten Grundeinstellung überhaupt nicht zu vereinbaren. Zwar spricht
manches dafür, daß die Industriepolitik Japans sehr erfolgreich war. Aber es
gibt auch Anzeichen dafür, daß die Industriepolitik an realen Entwicklungen
vorbeigeht.
So gilt beispielsweise der Computerchip 64 K-RAM als das eindrucksvolle
Beispiel, wie erfolgreich die Japaner Schwerpunktpolitik in der Industrie betreiben.

Ob das nun tatsächlich das besondere Ergebnis industrieller Schwerpunkt-

- 2 -

�industrieller Schwerpunktpolitik ist oder möglicherweise auf das Gespür japanischer Firmen und Geschäftsleute für künftige Entwicklungen zurückzuführen ist,
auf die man sich konzentrieren sollte, ist eine offene Frage.
Betrachten wir einmal ein anderes Schwerpu

ojekt, bei dem die Industrie

der Verlierer war: MITI (das japanische Ministerium für Außenhandel und Industrie)
erklärte den japanischen Autoherstellern: "Seht her, ihr solltet das amerikanische
Beispiel kopieren.

Es gibt in Japan sieben Herstellerfirmen für Kraftfahrzeuge.

Zu viele. Reduziert sie auf zwei.

Konzentriert euch auf den Binnenmarkt.

Vergeßt die Möglichkeit, nach Amerika zu verkaufen, denn wir wissen ja, die
Amerikaner haben gerne große und sichere Wagen, über den Kraftstoffverbrauch
machen sie sich wenig Gedanken, und sie mögen nun einmal den amerikanischen Stil."
Natürlich hat die Bezinkrise das alles verändert.

Die Position der japa-

nischen Autohersteller auf dem amerikanischen Markt ist nicht das Ergebnis von
Industriepolitik.

Sie entwickelte sich trotz der in Japan betriebenen Industrie-

politik.
Sie sehen das auch bei anderen Ländern, in denen Industriepolitik betrieben
wird. In England war eines der zugunsten der Industrie gesetzten Ziele - ebenso
in Frankreich -, das Passagierflugzeug CONCORDE zu bauen. Nicht viele behaupten,
daß dies eine überwältigend erfolgreiche Industriepolitik war.
uich versuchte viele Jahre lang, die Mikroelektronik- und Computerfirmen zu unterstützen,
indem ihr Gebiet als besonders zukunftsträchtig bezeichnet wurde. Heute gilt
das Programm nicht als eines, das neue Fortschritte oder dramatische neue Produkte
oder Verfahren in der Mikroelektronik- und Computertechnik hervorgebracht hat.
Ich meine, dieses Setzen von Schwerpunkten in der Industrie dürfte kein Beispiel
für ein erfolgreiches Vorgehen sein.
Wenn wir uns also in der Welt umsehen und alle die anderen Beispiele für
die Schaffung von Industrieschwerpunkten betrachten, so ist ihr Erfolg doch recht
begrenzt. Und den Vereinigten Staaten ist es in der Tat gelungen, sich ihre
Wettbewerbsstärke zu erhalten.
FRAGE: Könnten Sie
- 3 -

�FRAGE: Könnten Sie die Idee der begrenzten Partnerschaft bei Forschung und
Entwicklung noch etwas ausführlicher behandeln - d.h. privatwirtschaftliche
Vereinbarungen, welche Firmen eine Zusammenarbeit in F &amp; E erlauben?
ANTWORT: Nun, dabei gibt es zwei Aspekte.

Bei der begrenzten F &amp; E-Partner-

schaft handelt es sich um eine steuerrechtliche Vereinbarung im Hinblick auf
die Investitionskosten für F &amp; E; außerdem verringert sie dank der Kooperation
die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung.

Der Präsident hält es für

wichtig, daß amerikanische Firmen grundsätzlich die gleiche Basis haben wie
ausländische Firmen, denen in einigen Fällen in Bezug auf F &amp; E gemeinsame
Unternehmungen erlaubt sind.

Bill Baxter, stellvertretender Justizminister

und zuständig für Anti-Trust-Fragen, hat unsere Pläne für eine gewisse gesetzliche Abklärung durchgearbeitet, so daß amerikanischen Firmen die Bildung von
Gemeinschaftsunternehmen für F &amp; E, die von gemeinsamem Interesse für die
Beteiligten sind, erlaubt wird.
Die Grundregeln solcher Aktivitäten besagen, daß Firmen, die ein Gemeinschaftsunternehmen schaffen, in bezug auf ein bestimmtes Produktgebiet nicht
mehr als die Hälfte des Marktanteils besitzen dürfen und daß es zum mindesten
vier weitere Konkurrenten auf dem Markt gibt. Wichtig ist, mutwillig inszenierte,
auf Schädigungen abzielende Klagen bei Gericht gegen solche Vereinbarungen durch
Leute zu unterbinden, die sich daran (d.h. an einem Gemeinschaftsunternehmen)
beteiligen wollten, dies aber nicht konnten.
FRAGE: Trifft die Regierung noch andere spezielle Maßnahmen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Vereinigten Staaten im Geschäft mit Produkten der Spitzentechnologie zu stärken?
ANTWORT: Die Regierung hat beispielsweise unseren F &amp; E-Etat um etwa
17 Prozent erhöht. Unser Etat für Grundlagenforschung liegt ca. zehn Prozent
höher. Das bedeutet, daß unser Gesamtbudget für Forschung und Entwicklung jetzt
rund 37 Milliarden Dollar und das Budget für Grundlagenforschung 6,6 Milliarden
Dollar beträgt.
Wir versuchen

�Wir versuchen außerdem, die Verwendung der Ausgaben für F &amp; E effektiver
zu machen.

Eine der Befürchtungen, die wir in der Vergangenheit hatten, war

die, daß Regierungsgelder manchmal zur Entwicklung marktfähiger Produkte verwendet
werden, die jemand anders kommerziell nutzt und damit Gewinne macht.

Statt dessen

sollten unseres Erachtens jene Projekte mit Bundesmitteln gefördert werden, von
denen die Gesellschaft deutlich protitieren würde, bei denen aber die Risiken so
groß sind

und die Aussichten auf Rentabilität so weit in der Zukunft liegen,

daß keine privatwirtschaftliche Organisation sich an solche Forschungen heranwagt.
Das ist die Definition für Grundlagenforschung - Forschung, die die wissenschaftlichen Erkenntnisse erweitert. Mit dem vom Präsidenten initiierten Steuergesetz
von 1981 zugunsten einer Erholung der Wirtschaft konnten wir außerdem den Kongreß
dazu bringen, einer Steuerentlastung von 25 Prozent für zusätzliche Forschungsund Entwicklungsvorhaben des privaten

Sektors zuzustimmen.

FRAGE: Was erwarten Sie auf weite Sicht von Spitzentechnologie?
ANTWORT: Ich glaube nicht, daß wir genau vorhersagen können, wie sie sich
weiterentwickeln wird.

Aber es wird Entwicklungen geben, die unsere Industrie

produktiver machen, als sie je zuvor war.

Und ich meine auch, daß der Faktor,

der unser Wirtschaftswachstum, der die vor uns liegenden faszinierenden Ereignisse in der Spitzentechnologie mehr als irgendein anderer verzögern könnte,
Protektionismus in seinen verschiedenen Erscheinungsformen wäre.

Protektionismus

würde nicht nur bedeuten, daß unsere Ressourcen im La"de weniger wirksam
genutzt würden, daß unsere Verbraucher höhere Preise zahlen, daß unsere Steuerzahler auf die eine oder andere Weise Industrien subventionieren müßten. Er würde
auch bedeuten, daß die weniger entwickelten Nationen,die die amerikanischen
Märkte brauchen und tatsächlich die größten Abnehmer für viele unserer Produkte
sind, - daß diese nicht nur nicht in der Lage wären, von uns zu kaufen, sondern
daß sie auch nicht in der Lage wären, die Kredite zurückzuzahlen, die wir ihnen
schon in der Vergangenheit einräumten, damit sie von den Vereinigten Staaten
Waren kaufen konnten.
Und so ist es

- 5 -

�Un so ist es wichtig, daß wir für die Zukunft freie Märkte beibehalten.
Eine richtige Industriepolitik für die Vereinigten Staaten besteht, wie wir es
sehen, darin, eine feste

Basis zu schaffen, eine gute, solide Geld- und Steuer-

politik zur Durchführung solcher Investitionen zu haben •- für die Ausbildung
unserer Schüler in den Grund- und höheren Schulen, für die Ausbildung unserer
Collegeprofessoren, die Fortbildung stellenloser Arbeiter, die Ausbildung in
der Privatwirtschaft und für Investitionen auf dem Gebiet der Forschung.

Dies

sind Dinge, die die Bundesregierung tun kann, die einzelstaatliche und kommunale
Regierungen auch im Bildungsbereich leisten können. Und es sind die Dinge, die
eine feste Grundlage für ein beständiges und langfristiges Wirtschaftswachstum
schaffen, welches allen Amerikanern ein

besseres Leben beschert.

Es schafft

auch die Voraussetzungen für eine gesünoere Weltwirtschaft - und damit für eine
friedlichere Welt.

.+rf-+ + +

�7

Uli/zen/chofl
und Technik
United States Information Service
Embassy of the United States of America

28

13. Juli 1983

NEUER FLUG DES RAUMTRANSPORTERS IN VORBEREITUNG
Nachrichtensatellit TDRS für SPACELAB einsatzbereit -

- (AD) - Die Raumfähre CHALLENGER ist wieder im Weltraumbahnhof Kap
Canaveral angelangt und wird gegenwärtig auf ihre nächste Reise ins All vorbereitet.
gesehen.

Der Start für den Flug STS-8 ist jetzt für Mitte August 1983 vorDa wegen schlechten Wetters bei der Rückkehr vom Flug STS-7 (18.

bis 24. Juni 1983) die Landung in Florida nicht möglich war, sondern wie zuvor in Kalifornien erfolgte, verschob sich der neue Starttermin um ca. eine
Woche.
Nach der Landung an der amerikanischen Westküste unternahmen die Ingenieure und Techniker sofort eine erste Überprüfung der Bordsysteme. Die
gründliche Inspektion aller Triebwerke sowie der gesamten Bordelektronik geschieht jedoch im Kennedy-Raumflugzentrum von Florida.

Ungefähr 100 Kacheln

des Hitzeschildes sind beschädigt und müssen entweder ausgetauscht oder repariert werden.

Die beiden mächtigen Feststoffraketen, die den Raumtransporter

beim Start von der Erde abheben, und der Außentank, der die flüssigen Treibstoffe (Wasserstoff und Sauerstoff) für den Aufstieg zur Erdumlaufbahn aufnimmt, erwarten bereits den Orbiter in der Montagehalle am Kap.
Die wichtigste

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 22 40
Telex: 8-85432

�Die wichtigste Nutzlast beim nächsten Flug ist INSAT 1-B, ein Nachrichten- und Wetterbeobachtungssatellit für Indien.
vor dem Start in der Ladebucht des Orbiters verstaut.

Er wird schon Wochen
Wie bei vorangegan-

genen Unternehmen, wo im Auftrag Kanadas, Indonesiens und amerikanischer
Firmen Nachrichtensatelliten abgesetzt wurden, wird auch INSAT 1-B in die
Umlaufbahn in 296 km Höhe mitgenommen und ausgeladen, um anschließend mit
eigenem Antrieb bis in die geostationä're Bahn in 36 000 km Höhe aufzusteigen.
Da dort die Umlaufgeschwindigkeit ebenso groß ist wie die Rotationsgeschwindigkeit der Erde, scheint der Satellit in seiner Position über der Erdoberfläche "verankert" zu sein und steht für den Nachrichtenverkehr in der betreffenden Region ständig zur Verfügung.
Beim nächsten CHALLENGER-Flug sind außerdem Versuche mit einer Satelliten-Attrappe von 2250 kg Masse vorgesehen.

Sie dient als Testobjekt für den

Einsatz des mehrgliedrigen, 15 m langen Roboterarms, den Kanada zum amerikanischen Raumtransporterprojekt beigesteuert hat.

Er macht es möglich, Lasten

verschiedenster Größe und Form im Orbiter-Frachtraum umzusetzen oder in den
Weltraum zu expedieren sowie Objekte aus dem Weltraum an Bord der Raumfähre
zu holen, sobald diese sich ihnen durch entsprechende Rendezvousmanöver weit
genug genährt hat.

Im Gegensatz zu dem deutschen Satelliten SPAS-01, der

beim Flug STS-7 mehrmals abgesetzt und wieder eingeholt wurde, enthält das
bei STS-8 verwendete Testobjekt keine Ausrüstungen für die Durchführung von
Forschungsaufgaben.
Im Rahmen der wissenschaftlichen Experimente während des nächsten
CHALLENGER-Fluges soll u.a. die Wechselwirkung von Sauerstoff mit den verschiedensten Materialien untersucht werden. Dies dient der Erforschung der
Auswirkungen von Korrosionserscheinungen unter Weltraumbedingungen.
Die Missionsspezialisten Dale A. Gardner, William E. Thornton und
Guion S. Bluford, Jr., werden die zahlreichen Experimente betreuen und den
indischen Nachrichtensatelliten absetzen.

Das Kommando bei STS-8 hat Richard

H. Truly, Kopilot ist Daniel C. Brandenstein.

- 2 -

Mit Guion Bluford schickt das

�schickt das US-Amt für Luft- und Raumfahrt (NASA) den ersten schwarzen Astronauten auf eine Weltraumreise.
Nach dem Unternehmen STS-8 wird CHALLENGER erst wieder für die Flüge
10 und 11 benutzt.

Flug 9, der am 30. September 1983 beginnen soll und des-

sen Hauptprojekt die Erprobung des europäischen Weltraumlabors SPACELAB ist,
wird wieder mit COLUMBIA, dem ersten Raumtransporter der Welt, durchgeführt.
Das Fluggerät wurde eigens umgebaut, um SPACELAB aufnehmen zu können. An dem
neuntägigen Flug nimmt u.a. der deutsche Physiker Ulf Merbold als Wissenschaftsastronaut teil.
Mit der Mission 12, die für März 1984 vorgesehen ist, wird der Orbiter
DISCOVERY seinen Jungfernflug unternehmen.

Die amerikanische Raumtransporter-

flotte besteht dann aus drei Fluggeräten.
TDRS, der größte Nachrichtensatellit der Welt, steht nunmehr für

seine

vorgesehenen Aufgaben auch im Zusammenhang mit bemannten Flügen zur Verfügung.
In z.T. sehr komplizierten Manövern, die sich über Wochen hinzogen, ist es
nun doch gelungen, ihn auf die vorgesehene Bahnhöhe von 36 000 km zu bringen
und über Brasilien zu stationieren.
abgesetzt worden.

Er war im April 1983 aus der CHALLENGER

Die erste Stufe des eigenen Antriebssystem für den 2,2

Tonnen schweren Koloß zündete ordnungsgemäß, die zweite Stufe versagte jedoch, so daß TDRS-1 in eine zu niedrige und stark elliptische Umlaufbahn gelangte.

Mit Computerhilfe arbeiteten daraufhin Wissenschaftler der Hersteller-

firma TRW Systems in Kalifornien einen Plan aus, um möglicherweise durch Aktivierung der mehr als 20 Lageregelungsdüsen am Satellitenkörper die Fehler
wettmachen zu können.

Der Versuch gelang.

sich TRDS-1 in der vorgesehenen Position.

Seit dem 29. Juni 1983 befindet
Normalerweise sind die kleinen

Triebwerke mit 0,45 kg Schubleistung nur für Positionskorrekturen im Verlauf
der zehn Betriebsjahre auf der geostationären Bahn gedacht.

Der noch ver-

bliebene Treibstoff dürfte jedoch auch dafür noch ausreichen.
TDRS macht es möglich, Verbindung zu 26 anderen Satelliten auf Erdumlaufbahnen und zu deren Bodenstationen zu halten, sowie diese Satelliten auch
- 3 -

�Satelliten auch miteinander über Funk zu verbinden.

Bei der Erprobung des

SPACELAB im September/Oktober 1983, bei der Meßdaten in bisher nie dagewesener Menge anfallen, spielt er eine sehr wichtige Rolle.

Sobald ein zweiter

gestartet und über dem Pazifik stationiert sein wird, ist ständiger Sprechkontakt zu den Besatzungen der Raumfähren gewährleistet.

Zur Zeit ist die

Verbindung unterbrochen, sobald der Orbiter den Empfangsbereich der einen
Bodenstation verläßt und den der nächsten noch nicht erreicht hat.

Die TDRS-

Satelliten sind nichts anderes als Relaisstationen im Weltraum mit sehr hoher
Arbeitsgeschwindigkeit; für Aufgaben der Informationsverarbeitung sind sie
nicht ausgerüstet.

Sie sind Eigentum der Firma "Space Communication Company"

und werden an die NASA vermietet.

+ + + + +

- 4-

�</text>
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