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                  <text>9. März 1983

DIE SOWJETISCHE MILITÄRMACHT 1983
Neue Dokumentation des US-Verteidigungsministeriums

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 22 40
Telex: 08-85432

�WASHINGTON - (AD) - Das amerikanische Verteidigungsministerium hat am
9. März 1983 eine neue,107seitige Dokumentation über die sowjetische Militärmacht veröffentlicht, aus der die anhaltenden Rü'stungsanstrengungen der UdSSR
hervorgehen. Die Dokumentation stellt eine Ergänzung des am 29. September
1981 veröffentlichten Berichtes des Verteidigungsministeriums mit neuem Material dar.
Ein hoher Vertreter des Pentagon betonte bei der Vorstellung des Berichtes vor der Presse, die sowjetische Aufrüstung lasse das "Streben nach
Weltherrschaft" erkennen. Seit 1981 habe die Sowjetunion auf allen militärischen Bereichen die Modernisierung, Ausweitung und Vornedislozierung der
Kampftruppen weitergetrieben. Vergleiche zwischen den Entwicklungen in den
Vereinigten Staaten und der Sowjetunion sowie in der NATO und im Warschauer
Pakt ließen keinen Zweifel daran, daß die UdSSR nach militärischer Überlegenheit auf allen Gebieten strebe.
Die sowjetische Streitmacht wird heute mit 4,9 Millionen Mann angegeben, einschließlich der in 191 Divisionen gegliederten Landstreitkräfte.
In seinem Vorwort zu der Broschüre gibt der amerikanische Verteidigungsminister Caspar Weinberger einen Überblick über die sowjetische Aufrüstung
während der letzten Jahre:
Bezüglich der sowjetischen Militärmaschinerie gibt es nichts Hypothetisches. Ihre Ausweitung, Modernisierung und ihr Beitrag zur Darstellung
von Macht über die sowjetischen Grenzen hinaus liegen auf der Hand. Eine
klare Erkenntnis der sowjetischen Streitkräfte, ihrer Doktrin, ihrer Kapazität und ihrer Stärken und Schwächen ist wesentlich für die Gestaltung und
Aufrechterhaltung wirksamer Streitkräfte der Vereinigten Staaten und ihrer
Verbündeten.
Diese Formulierungen

�Diese Formulierungen aus dem im September 1981 veröffentlichten Bericht
über die sowjetische Militärmacht bieten einen geeigneten Ausgangspunkt für
diese auf den neuesten Stand gebrachte zweite Ausgabe.

Die Broschüre "Die

sowjetische Militärmacht 1983" berichtet über den zahlenmäßigen Umfang, die
Fähigkeit und die Dislozierung der sowjetischen Streitkräfte und dokumentiert
die Verbesserungen und die Forschung und Entwicklung, die zu den erhöhten
Kapazitäten der strategischen Raketenstreitmacht, der Luftabwehrkräfte, der
Landstreitkräfte, der Luftwaffe und der Marine der Sowjets beitragen - Streit- *
kräfte, die sich auf insgesamt über 4,9 Millionen Mann belaufen.
i

Seit Ende 1981:
- hat die UdSSR die Flugerprobung von zwei neuen landgestützten Interkontinentalraketen begonnen und gleichzeitig die Modernisierung der
dislozierten Interkontinentalraketen vom Typ SS-17, SS-18 und SS-19
fortgesetzt;
- hat die UdSSR die Flugerprobung einer neuen Generation von strategischen
bemannten Bombern begonnen - des Bombers mit der Bezeichnung Blackjack,
der größer ist als der amerikanische Bomber vom Typ B-l:
- hat
und
bei
tät

die UdSSR die Flugerprobung einer neuen Generation von land-, seeluftgest'ützten Marschflugkörpern (Cruise Missiles) begonnen, die
Reichweiten von über 1600 km nuklearfähig sind und die Flexibilider strategischen Optionen der Sowjets wesentlich steigern;

- hat das erste der strategischen Raketen-Unterseeboote der UdSSR der
Typhoon-Klasse mit 25 000 to seine unterseebootgestützten nuklearfähigen, mit Mehrfachgefechtsköpfen ausgestatteten Raketen erprobt;
ein zweites Boot der Typhoon-Klasse ist vom Stapel gelaufen;
- sind die Modernisierung und Vornedislozierung einer steigenden Zahl
nuklearer Mittel Streckensysteme der Sowjets - land-, see- und luftge-

�und luftgestutzt - mit beispiellosem Tempo vorangetrieben worden;
- sind über 330 mobile Abschußeinrichtungen für die SS-20 - eine weiterreichende Mittelstreckenrakete (LRINF) mit drei nuklearen Gefechtsköpfen und Nachladeraketen für jede Abschußeinrichtung - gegen Westeuropa, den Nahen Osten, Teile Afrikas und einen Großteil Asiens, einschließlich Chinas und Japans, gerichtet;
i,

- sind Kampfflugzeuge für die Bodenunterstützung vom Typ SU-24 Fencer
in Ländern Osteuropas und Grenzstützpunkten in Asien vorwärts disloziert worden, wodurch der Einsatzradius dieser neuen nuklearfähigen
Kampfflugzeuge auf Japan und den größten Teil von NATO-Europa ausgedehnt wird;
- hat die UdSSR zusätzliche nuklearfähige Waffensysteme bei ihren vornedislozierten Divisionen in Osteuropa eingeführt; die neue mobile Kurzstreckenrakete SS-21 ist in Osteuropa ebenso einsatzbereit wie die
152 mm-Kanone auf Selbstfahrlafette, was die Optionen der Sowjets für
konventionelle, chemische und nukleare Kriegführung vermehrt;
- wird der sowjetische Kampfpanzer T-80, der 1981 noch in der Entwicklung war, an sowjetische Panzerdivisionen in der UdSSR und in Osteuropa
ausgeliefert, was die Kampfkraft der über 190 sowjetischen Heeresdivisionen weiter stärkt;
- sind jetzt drei sowjetische Flugzeugträger der KIEW-Klasse einsatzbereit - 1981 waren es zwei; eine vierte Einheit ist vom Stapel gelaufen:
die Entwicklung einer neueren, größeren Flugzeugträgerklasse geht weiter;
- geht auf den Werften der Ostsee und des Schwarzen Meeres die Serienproduktion von vier neuen Klassen von Oberwasserkriegschiffen weiter - einer
neuen Generation nuklear und konventionell angetriebener Kreuzer und
Lenkwaffen-Zerstörer, wodurch die Kapazität der sowjetischen Marine für

- 4 -

�Marine für die Luftverteidigung, die Unterseebootbekämpfung und den
Einsatz von Marschflugkörpern und den überwassergefechtseinsatz verstärkt wird;
- haben fünf sowjetische Werften weiterhin neue Angriffs-Unterseeboote
für die größte Unterseebootstreitmacht der Welt gebaut; im Jahr 1980
lief das erste der neuen außerordentlich großen Boote der Oscar-Klasse
der Lenkwaffen-Unterseeboote vom Stapel - ein Boot, das in der Lage
ist, in getauchtem Zustand bis zu 24 weitreichende Marschflugkörper
gegen Schiffsziele abzufeuern;
- hat das militärisch ausgerichtete Weltraumprogramm der UdSSR zugenommen an bemannten Raumfahrten, an Aufklärungs-, überwachungs- und Ziel leitsatelliten sowie an Antisatellitensystemen;
- hat sich der Kampfeinsatz der UdSSR in Afghanistan ausgeweitet und umfaßt heute über 105 000 sowjetische Soldaten und einige der modernsten
sowjetischen Waffen;
- hat die UdSSR weiterhin von Indochina bis in die Karibik ihre globale
militärische Präsenz ausgeweitet; so hat beispielsweise eine Einsatzgruppe der sowjetischen Marine von November 1982 bis Februar 1983 in
der Karibik und im Golf von Mexiko operiert;
- entsprach die Ausweitung der Technologie und der Basis der industriellen
Produktion der UdSSR dem Wachstum und der Dislozierung ihrer Streitkräfte, was eine oberste Priorität der Investitionen in die Verteidigungsproduktion erkenen läßt - unterstützt vom ständigen Erwerb westlicher
Technologie; und
- hat die UdSSR trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten schätzungsweise
15 Prozent ihres Bruttosozialproduktes in die Rüstung gesteckt, was
eine Steigerung gegenüber den 12 bis 14 Prozent bedeutet, die 1981 ge-

�die 1981 gemeldet wurden - aber wiederum eine Fortsetzung des Trends
der letzten 21 Jahre darstellt...
Wir leben in einer freien Gesellschaft; die Menschen in der Sowjetunion
nicht.

Die in diesem Bericht dargelegten und auf den neuesten Stand gebrach-

ten Tatsachen lassen keinen Zweifel daran, daß die UdSSP nach einer militärischen Überlegenheit auf allen Gebieten strebt.
Es ist unsere Pflicht, uns des Wachstums, der Modernisierung und der
Kapazitäten der sowjetischen Streitkräfte voll und ganz bewußt zu werden
und unsere Verteidigungsstreitkräfte und unsere Abschreckungskapazitäten dementsprechend zu gestalten. Wir dürfen nicht weniger tun, wenn wir voll und
ganz und klug für unsere Sicherheit und die unserer Verbündeten sorgen wollen. Wir stehen vor einer gewaltigen Aufgabe, die noch durch ein Jahrzehnt
eigener Versäumnisse gegenüber zwei Jahrzehnten massiver sowjetischer Aufrüstung erschwert wird. Aber wir und unsere Verbündeten können diese Aufgabe
lösen, wenn wir über den Willen, den Mut und die Entschlossenheit verfügen,
die unsere Vorgänger, die die Freiheit gewannen und sie für uns alle bewahrt
haben, in so großem Maße besaßen. Das ist unser kostbarstes Erbe und unsere
feierlichste Verpflichtung für die Nachwelt.
Kapitel I - Soviet Military Power - geht allgemein auf die anhaltende
Verstärkung und Modernisierung der sowjetischen Militärmacht ein, "die einen
kurzfristigen offensiven Einsatz erlauben". Gerade die ständige Aufrüstung
der Sowjetunion mache die volle Unterrichtung der Öffentlichkeit notwendiger
denn je.
Weiter heißt es:

"Im Atomzeitalter bauen die Sowjets weiterhin weit

größere Zahlen von Paketen und Gefechtsköpfen, als für eine glaubwürdige Abschreckungskapazität notwendig ist.

Die konventionellen Streitkräfte der

Sowjets haben ihre Offensivkapazität erhöht, und die Sowjets haben detaillierte Pläne für einen offensiven Einsatz dieser Streitkräfte erkennen lassen.
Die taktischen Luftstreitkräfte und die Paketenstreitkrfäte der Sowjets

- 6 -

�der Sowjets beschaffen weiterhin moderne Waffensysteme und Unterstützungssysteme, die für die Durchführung großangelegter Luftoffensiven geeignet
sind.

Die Modernisierung, Dislozierung und Ausbildung der sowjetischen

Landstreitkräfte

erlauben einen raschen und anhaltenden Vormarsch von

Friedensstandorten aus nach Zielen, die weit jenseits der Grenzen der Sowjetunion und des Warschauer Paktes liegen.

Gleichzeitig lassen die strate-

gischen Planungen und Operationen der Sowjetunion erkennen, daß die Schiffe
und Flugzeuge der Marine die Aufgabe haben, gegnerische"! Flotten das Befahren
angrenzender Meere zu verwehren und Angriffe gegen gegnerische Landziele zu
führen...
Zwei grundlegende wichtige Überlegungen haben jetzt zu diesem aktualisierten Bericht "Die sowjetische Militärmacht 1P83" geführt: Erstens, die
UdSSR hat während des vergangenen Jahres die Modernisierung, Vergrößerung
und Vornedislozierung ihrer Streitkräfte in noch größerem Maße vorangetrieben als bisher. Zweitens, das amerikanische Volk und die freien Völker überall auf der Welt sind weiterhin an neuesten Informationen über die militärischen
Entwicklungen in der Sowjetunion sowie an Informationen interessiert,, die
einen Vergleich zwischen den Streitkräften des Warschauer Paktes und den Streitkräften der Vereinigten Staaten und anderen NATO-Ländern erlauben, um den ganzen Umfang der sowjetischen Aufrüstung begreifen zu können...
Die Waffenproduktion ist beispielsweise ein Indikator für die Änderung
des Kräfteverhältnisses während des letzten Jahrzehnts. Die Sowjets haben
etwa 2000 Interkontinentalraketen, 54 000 Panzer und Panzerfahrzeuge, 6000
taktische Kampfflugzeuge, 85 Öbirwasserkriegsschiffe und 61 Angriffsunterseeboote hergestellt - wobei der größte Teil dieses Geräts in der Qualität
mit entsprechenden amerikanischen Systemen vergleichbar ist. Die amerikanische
Produktion im gleichen Zeitraum ist wesentlich geringer: etwa 350 Interkontinentalraketen, 11 000 Panzer und Panzerfahrzeuge, 3000 taktische Kampfflugzeuge, 72 Oberwasserkriegsschiffe und 27 Angriffsunterseeboote."
In dem Bericht wird auf den "Kräftevergleich MAT0 und Warschauer Pakt"
verwiesen, den die NATO am 4. Mai 1982 veröffentlicht hat und aus dem hervor-

�dem hervorgeht, wie sich das Kräfteverhältnis während der letzten 20 Jahre
ständig zu Ungunsten des Westens verändert hat.
Kapitel II beschreibt den anhaltenden Ausbau der "Strategischen Streitkräfte", der seit Chruschtschow unaufhaltsam vorgenommen wurde.

"Das Haupt-

ziel dieser Streitkräfte", so heißt es in dem Bericht, "ist es, in Friedenszeiten Kapital aus der Hebelwirkung starker Nuklearstreitkräfte zu schlagen
und in den freien Gesellschaften Lähmung hervorzurufen und Verwirrung zu
schaffen.

In Kriegszeiten betrachten die Sowjets den Einsatz dieser Streit-

kräfte als den Schlüssel für ihr Oberleben und ihren Sieg...
Die Streitkräfte und Programme, die bestehen oder in aktiver Entwicklung sind, um diese Aufgaben zu erfüllen, sind unter anderem:
- Verbunkerung brechende

Interkontinentalraketen und weiterreichender

nuklearer Mittel Streckensysteme (LRINF);
- Bomber, die in der Lage sind, amerikanische Verteidigungssysteme zu
durchdringen, und unterseebootgestützte Raketen, die auf kurzen Flugzeiten herangebracht werden können;
- Unterseebootbekämpfungskräfte, die in der Lage sind, amerikanische Raketen-Unterseeboote anzugreifen;
- Luft- und Raketenabwehreinrichtungen, darunter Frühwarnsatelliten und
-radar, Abfangjäger, Boden-Luft-Raketen, ABM-Radar und Abfangraketen
sowie Flugabwehrkanonen;
- passive Verteidigungsstreitkräfte, einschließlich der Zivilverteidigung sowie Truppen und Gerät zur Täuschung anfliegender Maschinen; und
- verbunkerte Anlagen, die in die Tausende gehen, Befehlsfahrzeuge sowie
Evakuierungspläne zum Schutz der Spitzen von Partei, Militär, Regierung

- 8 -

�Militär, Regierung und Industrie, wichtiger Arbeitskräfte und - soweit möglich - der Bevölkerung...
Trotz umfassender Ziele der Kriegführung und ehrgeiziger Entwicklungsund Dislozierungsprogramme in all den Jahren setzen die Sowjets die Modernisierung aller Aspekte ihrer strategischen Streitkräfte fort.
Viel von dem, was sie seit September 1981 getan haben, betrifft die
Durchführung von Programmen, die in den siebziger Jahren begonnen wurden,
und läßt Anzeichen neuer Programme erkennen, die dazu dienen sollen, noch
verbliebene Schwächen zu beheben, und die es ihnen ermöglichen sollen, angesichts zu erwartender westlicher Programme ihre eigenen Ziele zu erreichen.
Zu den ältesten Programmen gehören:
- Ersatz alter Raketen durch Interkontinentalraketen der Typen SS-19
Modell 3 und SS-18 Modell 4 mit Mehrfachgefechtsköpfen - die tödlichsten
Interkontinentalraketen der Welt;
- Bau von Raketen-Unterseebooten der Klasse DELTA III mit je 16 unterseebootgesteuerten Raketen des Typs SS-N-18 mit Mehrfachgefechtsköpfen,
wobei Raketen-Unterseeboote der Klasse YANKEE und HOTEL mit der Zeit
außer Dienst gestellt werden;
- Fortsetzung des Erprobungsprogramms der unterseebootgestützten Rakete
vom Typ SS-NX-20 mit Mehrfachgefechtsköpfen; (das Waffensystem
TYPHOON/SS-NX-20 wird 1983 einsatzbereit);
- Fortsetzung der Produktion des BACKFIRE-Bombers;
- Fortsetzung der Dislozierung der Tieffliegerabwehrrakete des Typs
SA-10 um Moskau und überall in der UdSSR;

�- Erstproduktion des fliegenden Frühwarn- und -kontrollSystems
II-76/MAINSTAY;
- Fortsetzung der Dislozierung einer Hochgeschwindigkeits-Raketen-Abwehrrakete (ABM) und einer veränderten Version der älteren Abwehrrakete (GALOSH);
- Bau weiterer großer Weitwinkelradaranlagen um die ganze UdSSR herum;
- Fortsetzung des Baus verbunkerter Anlagen und Befehlsstellen für die
passive Verteidigung.
Zu den neuen Programmen seit 1981 gehören:
- erste Versuche mit einer neuen Interkontinentalrakete mit Feststoffantrieb, die in Größe und Wurfgewicht der amerikanischen MX-Rakete
ähnelt;
- Ersterprobung einer neuen kleinen Interkontinentalrakete mit Feststoffantrieb, die auf mobilen Abschußeinrichtungen disloziert werden kann;
- Vorbereitung der Erprobung weiterer neuer Interkontinentalraketen voraussichtlich im Jahr 1983;
- Entwicklung einer Reihe von weitreichenden Marschflugkörpern, die land-,
luft- und seegestützt eingesetzt werden können;
- Vorbereitungen für die Erprobung einer weiteren neuen unterseebootgestützten Rakete voraussichtlich 1983;
- erste Flugerprobungen des neuen strategischen Bombers vom Typ BLACKJACK;
- Dislozierung neuer Raketen-Abwehrraketeneinrichtungen (ABM) um Moskau
herum, einschließlich neuer überweitwinkel-Radaranlagen und neuer Ra- 10 -

�neuer Raketen-Abfangraketen;
- Erprobung eines neuen Hochenergie-Lasersystems für land- und seegestützte Luftabwehr;
- Erprobung einer mobilen Version der Luftabwehrrakete SA-10;
- Erstdislozierung des FOXHOUND-Abfangsystems, das sehr viel tiefer
fliegende Ziele orten und erfassen und Luft-Luft-Paketen gegen solche
Ziele abfeuern kann; und
- Erprobung zweier weiterer neuer Abfangjäger für die Luftverteidigung.
Während all diese Anstrengungen fortgesetzt werden, hat die sowjetische Führung eine Kampagne aktiver Maßnahmen zur Beeinflussung in Gang
gesetzt, um die bestehenden Antiatombewegungen im Westen zu unterstützen
und zu vergrößern und damit die Entwicklung von Nuklearprogrammen im Westen
zu beeinflussen, zu verzögern oder zu verhindern.

Indem Moskau auf diesen

beiden Wegen vorgeht, versucht es, einen neuen Vorteil im relativen Kräfteverhältnis zu gewinnen - trotz der Anstrengungen westlicher Regierungen,das
während der letzten zehn Jahre entstandene Ungleichgewicht zu beheben...
Neue Interkontinentalraketen (ICBM) in der Entwicklung:

Bei den sowje-

tischen ICBM stehen weiterhin die Verbesserungen im Vordergrund, die seit
Anfang der sechziger Jahre zu beobachten waren: Treffsicherheit, Mehrfachgefechtsköpfe, Zuverlässigkeit, Überlebensfähigkeit. Gegenwärtig werden
zwei neue ICBM mit Feststoffantrieb entwickelt; eine davon hat etwa die
Größe der amerikanischen MX-Rakete und ist für verbunkerte Silos vorgesehen;
die andere ist eine kleinere Pakete, die wahrscheinlich für die Dislozierung
auf mobilen Abschußeinrichtungen vorgesehen ist, ähnlich wie die für die SS20-Raketen verwendeten... Erprobungsprogramme für ein oder zwei weitere ICBM,
wahrscheinlich auf der Basis der SS-18 und SS-19, dürften im Jahr 1983 beginnen. .."
Die Streitkräfte

�Die Streitkräfte nach Schauplätzen aufgeteilt
In Kapitel III der Broschüre werden die sowjetischen Streitkräfte nach
Schauplätzen aufgeteilt dargestellt - während die erste Dokumentation 1981
eine Übersicht nach Waffengattungen gab. Die Sowjets haben Eurasien militärisch in drei Schauplätze oder Regionen aufgeteilt: Westen, Süden und
Fernost.
In der Broschüre heißt es weiter: "Die für den Einsatz gegen die NATO
aufgestellten Streitkräfte haben weiterhin höchsten Vorrang, was die Ausrüstung mit neuesten und fähigsten Systemen angeht. So haben die Sowjets
beispielsweise seit 1981 allein 4500 Panzer, darunter T-80, bei den der NATO
gegenüberstehenden Streitkräften disloziert. Während der gleichen Zeit haben sie neue Erdkampfflugzeuge und gepanzerte Kampffahrzeuge in Afghanistan
eingeführt und modernisieren ihre Streitkräfte im Fernen Osten...
Der westliche Schauplatz schließt ganz Europa ein. Da dort jene Länder
liegen, die einen wesentlichen Teil des Wohlstandes, der Technologie, der
Industriekapazität und der Militärmacht der Welt besitzen, ist er der zentrale Punkt der strategischen Planung der Sowjets. Das sowjetische Ziel auf
dem westlichen Schauplatz besteht darin, das Atlantische Bündnis bis zu dem
Punkt zu schwächen, an dem es keine lebensfähige militärische Ganzheit mehr
darstellt. Im Kriegsfalle bestünde das Hauptziel der Sowjets darin, rasch
die Initiative zu ergreifen und die NATO-Streitkräfte zu besiegen, bevor
diese umfassend mobilisiert und verstärkt werden könnten...
Der südliche Schauplatz umfaßt Südwestasien, einschließlich der Arabischen Halbinsel. Auf diesem Schauplatz sind von besonderem Interesse Syrien,
der Irak, der Iran und Afghanistan, da sie nahe der sowjetischen Grenze und
nahe den Erdölreserven im Persischen Golf liegen...
Zum Fernostschauplatz gehören China, Japan, Korea und Südostasien.

Das

politische Ziel der Sowjets dort ist, die Beziehungen zur Volksrepublik China

- 12 -

�Volksrepublik China auf Kosten der amerikanisch-chinesischen Beziehungen
zu verbessern; eine Erhöhung des Beitrags Japans zur westlichen Sicherheit
zu verhindern; Korea unter kommunistischer Herrschaft wieder zu vereinen
und den sowjetischen Einfluß in Sü'dostasien auszudehnen.

Im Kriegsfälle

würden die Sowjets die Kontrolle des westlichen und nordöstlichen China anstreben; eine Beteiligung Japans an einem Krieg in Asien zu verhindern und
die amerikanischen und koreanischen Streitkräfte in Südkorea zu besiegen
suchen.
i

Der westliche Schauplatz
Die sowjetischen Streitkräfte auf dem westlichen Schauplatz

sind jene,

die die direkteste Bedrohung der NATO darstellen und zu denen alle Streitkräfte gehören, die im Westen der UdSSR und in Osteuropa stationiert sind.
Sowjetische Streitkräfte aus anderen Gebieten der UdSSR können selbstverständlich zum Einsatz gegen die NATO verlegt werden.
Die nachfolgende Darstellung des Modernisierungsprogramms der sowjetischen Streitkräfte für den westlichen Schauplatz zeigt, daß die Sowjets
ihre konventionellen und nuklearen Streitkräfte auswiegen, um in einem ganzen
Bereich von Konflikten kämpfen zu können.
Sowjetische nukleare Mittelstreckensysteme (INF): Die Sowjets werden
diese Systeme einsetzen, um strategische Ziele auf dem Schauplatz zu erreichen. Seit Ende 1977 hat sich die Feuerkraft der weiterreichenden INFRaketen (LRINF) der Sowjets mehr als verdoppelt, obwohl die Gesamtzahl der
Abschußeinrichtungen zurückgegangen ist. Diese ausgesprochene Erhöhung der
Feuerkraft ist auf die Dislozierung der SS-20-Rakete zurückzuführen mit
ihren drei unabhängig ziel geplanten Gefechtsköpfen (MIRV). Die heute vorhandenen sowjetischen LRINF-Raketen - bestehend aus 248 älteren Abschußeinrichtungen für SS-4 und SS-5 sowie über 330 mobilen Abschußeinrichtungen für
die SS-20 - können eine erste Salve von rund 1250 Nukleargefechtsköpfen ab-

- 13 -

i.

�Nukleargefechtsköpfen abfeuern.

Von der Gesamtzahl der Abschußeinrichtungen

sind derzeit über zwei Drittel in NATO-Reichweite disloziert und fast ein
Viertel davon seit 1981. Die Treffsicherheit und Reaktionszeit der SS-20
stellen eine einschneidende Verbesserung gegenüber den älteren Systemen dar.
Darüber hinaus erhöht die Mobilität der SS-20 ihre Überlebensfähigkeit ganz
wesentlich.

Ferner sind für jede SS-20-Einheit Nachladeraketen - eine pro

Abschußeinrichtung - vorgesehen, und jede Nachladerakete hat drei Gefechtsköpfe.
Landstreitkräfte:

Die ganze Auswirkung der Verbesserung der der NATO

gegenüberstehenden sowjetischen Landstreitkräfte muß im Zusammenhang mit den
zur Verfügung stehenden Gesamtlandstreitkräften gesehen werden.

Von den ins-

gesamt über 190 aktiven sowjetischen Divisionen sind 94 gegenüber der Mittelund Nordregion der NATO stationiert.

Weitere 20 sind in den Militärdistrik-

ten Transkaukasus und Nordkaukasus stationiert.

Diese Divisionen könnten

gegen die Türkei oder Südwestasien eingesetzt werden.

Etwa 16 weitere Di-

visionen, die für Kampfeinsätze in Europa herangezogen werden könnten, stellen die strategische Reserve dar, die zentral disloziert ist.

Die sechs

Verbündeten der Sowjetunion im Warschauer Pakt unterhalten insgesamt 55 aktive Divisionen.

Im Jahr 1982 haben die NATO-Verbündeten in ihrem Kräftever-

gleich insgesamt 173 Divisionen der Sowjetunion und des Warschauer Paktes gezählt, die gegen die NATO mobilisiert werden können.

Diese Zahl ist weiter

gestiegen.
Die Sowjets haben seit 1978 große quantitative und qualitative Verbesserungen ihrer Landstreitkräfte vorgenommen. Die technologischen Verbesserungen des Geräts dauern zwar bei den gesamten sowjetischen Streitkräften unvermindert an, doch wird den Streitkräften gegenüber der N/&gt;T0 höchste Priorität
eingeräumt, um sie in die Lage zu versetzen, rasche Offensivoperationen durchzuführen, die durch Überraschungsangriff, massive Feuerkraft und hohe Mobilität gekennzeichnet wären. Die jüngsten Verbesserungen der Landstreitkräfte
auf dem westlichen Schauplatz werden besonders deutlich auf den Gebieten der
Boden-Luft-Raketen, der Boden-Boden-Raketen, der Panzer, Artillerie und Hub-

- 14 -

�In der Dokumentation wird angeführt, daß bei den Boden-Boden-Raketen
die SS-21 mit einer Reichweite von 120 km und größerer Treffsicherheit an
die Stelle der FR0G-7 (mit einer Reichweite von 70 km) tritt; die SS-23 mit
einer Reichweite von 500 km an die Stelle der SCUD mit einer Reichweite von
300 km und die SS-22 mit größerer Treffsicherheit an die Stelle der SS-12/
SCALEBOARD - beide mit rund 900 km Reichweite.

Die taktische Luftverteidi-

gung wurde durch eine ganze Reihe neuer Abwehrraketen (SAM), elektronische
Abwehreinrichtungen, Flugabwehrkanonen, entsprechende
sentlich verbessert.

Padaranlagen usw. we-

Auf dem Gebiet der Panzer hat seit Mitte der sechziger

Jahre - seit dem T-64 - eine stetige Modernisierung stattgefunden, die in
dem neuesten Modell - T-80 - gipfelt.

Dieser Panzer, von dem bereits einige

hundert an die sowjetische Streitkkrä'ftegruppe

Osteuropa ausgeliefert wur-

den, hat besondere Schutzeinrichtungen gegen nukleare, biologische und chemische Kriegführung und verstärkte Feuerkraft und Überlebensfähigkeit.
Die Sowjets verfolgen ferner ein massives Programm der Verbesserung und
Verstärkung der Artillerie.

Einige Geschütze, darunter zwei neue 152 mm-

Kanonen, sind nuklearfähig, und auch ein neuer Paketenwerfer - 220 mm-Mehrfachwerfer - wurde eingeführt.
Was die Flugzeuge für den Erdkampf angeht, so haben die Maschinen der
Typen FENCER A/C, FL0GGEP J und FITTER H die Offensivkapazität besonders erhöht. Das gegenwärtig in Afghanistan eingesetzte Erdkampfflugzeug SU-25/
FR0GF00T dürfte auch auf dem westlichen Schauplatz disloziert werden. Die
Kampfflugzeuge MIG-29/FULCRUM und SU-27/FLANKEP - zweistrahlige Düsenmaschinen befinden sich gegenwärtig in der Erprobung. Während die Zahl der Kampf- und
Erdkampfflugzeuge der NATO und des Warschauer Paktes mit 1950 als gleich angeben wird, ist das Verhältnis bei Abfangjägern mit 740 bei der NATO und
4370 beim Warschauer Pakt wesentlich ungünstiger. Bei Aufklärern ist das
Verhältnis 285 (NATO) zu 600 (Warschauer Pakt), während die NATO den 350
Bombern (BACKFIPE) des Warschauer Paktes nichts entgegenzusetzen hat.
Ein eigenes Kapitel der Dokumentation (IV) befaßt sich mit den sowjetischen Weltraumsystemen. "Das sowjetische Streben nach militärischer Ober- 15 -

�militärischer Überlegenheit ", so heißt es in dem Bericht, "hat sich in den
Weltraum ausgedehnt.

Mit der Entwicklung und dem Einsatz einer orbitalen

Antisatellitenwaffe (ASAT) (in der Umgangssprache als "Killersatellit" bezeichnet, Anm. der Redaktion) vor über einem Jahrzehnt hat die Sowjetunion
klar signalisiert, daß sie den Weltraum als einen Bereich der möglichen
Kriegführung betrachtet.
In den letzten zehn Jahren hat die UdSSR mehr als 75 Weltraumflugkörper
pro Jahr gestartet, eine Rate von vier- bis fünfmal so viel wie die Vereinigten Staaten.
erhöht.

In den letzten Jahren hat sich die Rate auf fast 100 jährlich

Die jährlich in eine

Umlaufbahn gebrachte Nutzlast der Sowjets ist

noch eindrucksvoller - 660 000 Pfund - d.h. zehnmal so viel wie die Vereinigten Staaten...
Die Einführung, Anwendung und bekannte künftige Entwicklung von Weltraumwaffensystemen durch die UdSSR läßt ein koordiniertes Programm erkennen,
zu dem gehören:
- die gegenwärtige Generation von Antisatelliten-Flugkörpern (ASAT), die
im Betrieb sind und dazu dienen sollen, Satelliten mit einer niedrigen Umlaufbahn zu zerstören;
- ein sehr großes, gezieltes Energieforschungsprogramm, einschließlich
der Entwicklung von Laserstrahl-Waffensystemen, die entweder in der UdSSR,
an Bord der nächsten Generation sowjetischer ASAT oder an Bord der nächsten
Generation sowjetischer bemannter^Kaumschiffe stationiert werden könnten.
Das ASAT-System, das jetzt einsatzfähig ist, hat die Fähigkeit, amerikanische Weltraumsysteme in erdnaher Umlaufbahn aufzuspüren und zu zerstören.
Die Sowjets führen jedes Jahr Versuche durch, um das Abfangen von Satelliten
zu praktizieren und das ASAT-System zu verfeinern..."
Kapitel V,

- 16 -

�Kapitel V, Ressourcen und Technologie, geht auf die wichtige Rolle
des sowjetischen politischen Geheimdienstes KGB und des militärischen Geheimdienstes GRU bei der Beschaffung westlicher Technologie ein.

Dazu heißt es:

"Zu dem sowjetischen Ziel der Weltf'uhrung in Wissenschaft und Technologie gehört ein hoher Einsatz von Ressourcen, der im wesentlichen auf die
Integration zweier Ansätze hinausläuft:
- Die Schaffung und Ausweitung einer großen einheimischen Basis für
Technologie und Produktion, um die industriellen und militärischen Entwicklungsprogramme zu fördern.
- Die Beschaffung und Anpassung westlicher Technologien, um Zeit, Kosten
und Risiko bei der Förderung eigener industrieller und militärischer Programme zu verringern. Die sowjetischen politischen und militärischen Geheimdienste - KGB und GRU r bilden seit Jahren Wissenschaftler und Techniker aus,
um moderne, militärisch nutzbare Technologie in den Vereinigten Staaten,
Westeuropa, Japan und anderswo auszumachen und zu beschaffen. Auf diese
Weise haben die Sowjets Technologie im Werte von vielen Milliarden Dollar beschafft - einiges durch legalen oder illegalen Kauf oder durch Diebstahl,
Spionage, Bestechung, wissenschaftlichen Austausch und durch Auswertung
offen zugänglicher amerikanischer Literatur. Die UdSSR ist dadurch in der
Lage, neue sowjetische Waffen zu entwickeln und zu produzieren, viel Zeit,
Mühe und Ressourcen für die Entwicklung zu sparen...
Das Ergebnis war eine starke Einengung der Technologielücke zwischen
den USA und der UdSSR."
In dem Bericht werden vor allem hochtechnologische Gebiete wie Radar
und Antriebssysteme als Beispiele für die illegale sowjetische Beschaffungstätigkeit genannt.
Ein eigenes

- 17 -

j

�Ein eigenes Kapitel (VI) ist der "Darstellung der Macht" gewidmet.
Darin heißt es:

"Die Entwicklung zunehmend starker sowjetischer Streit-

kräfte hat die Fähigkeit Moskaus erhöht, westliche Interessen an fast allen
Ecken der Erde herauszufordern...

Das langfristige Ziel der Sowjets ist

relativ konsequent geblieben - überragenden Einfluß auf die Weltpolitik zu
gewinnen.

Um dieses Ziel zu erreichen, haben die Sowjets mit allen Mitteln

versucht, das westliche Bündnissystem zu untergraben, in der Dritten Welt
Instabilität zu schaffen und die Ausbreitung kommunistischer Gesellschaften
zu beschleunigen.

Die sowjetischen Techniken zur Verwirklichung dieser Ge-

samtstrategie sind zahlreicher und immer flexibler, ausgefeilter und pragmatischer geworden.
Die Dritte Welt hat sich zu einem vitalen Gebiet der Verwirklichung
der Globalstrategie der Sowjets entwickelt, da sie gute Chancen für die Expansion mit weniger Hemmnissen und geringerem Risiko der Konfrontation der
Supermächte bietet...
Die Sowjets betrachten Machtdarstellung (power projection) als dynamische Anwendung verschiedener Mittel, einschließlich militärischer Gewalt, Diplomatie, Militärberater und Militärhilfe, Verträge und rechtlicher
Bindungen, Wirtschaftshilfe sowie Kultur-, Medien und Bildungsaustausch."
Auch hier wird auf die Rolle des Zentralkomitees der KPdSU, des politischen Geheimdienstes KGB und des militärischen Geheimdienstes GRU bei der
direkten und indirekten Unterstützung terroristischer und antiwestlicher
Gruppen in aller Welt hingewiesen. Auch die sogenannten "aktiven Maßnahmen",
d.h. Versuche der politischen Einflußnahme durch Frontorganisationen, Falschinformationen, Fälschungen, Manipulationen der Medien und Einflußagenten als
Mittel der sowjetischen Außenpolitik, werden hervorgehoben. Eine besondere
Unterstützung bei den sowjetischen Bemühungen in Lateinamerika leistet das
kommunistische Kuba.
In dem abschließenden Kapitel VII, "Die Herausforderung" heißt es unter
anderem:
"Als Ergebnis
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�"Als Ergebnis der 20jährigen Aufrüstung der Streitkräfte der UdSSR
hat sich das weltweite militärische Kräfteverhältnis stetig zuungunsten
der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten verschoben.

Wie der NATO-Ge-

neralsekretär in seinem Vorwort zu der amtlichen NATO-Publikation von 1982
'Kräftevergleich NATO und Warschauer Pakt1 betonte, ist die Abschreckungsmacht des Atlantischen Bündnisses zunehmend gefährdet.

Darüber hinaus sind

Regionen, die bisher frei waren von der Bedrohung durch sowjetische Streitkräfte, jetzt unter deren gefährlichen Schatten geraten.

I
Generalsekretär Andropow hat in seiner ersten Erklärung vor einer Versammlung der obersten Führungsspitze der UdSSR nach seiner Wahl zum Nachfolger Breschnews die Kontinuität der grundlegenden militärischen Ziele der
Sowjets bekräftigt...
- Ihre ICBM-Streitmacht wird weiterhin durch die Dislozierung der SS-18
Modell 4 und SS-18 Modell 3 in

supergehärteten Silos modernisiert; die Flug-

erprobung zweier neuer ICBM mit Feststoffantrieb hat begonnen.
- Ihre Raketen-Unterseebootstreitmacht wird durch den Bau weiterer
Einheiten der TYPHOON-Klasse mit 20 Nuklearraketen mit Mehrfachgefechtsköpfen des Typs SS-NX-20 pro Boot weiter modernisiert.
- Ihre Bomberstreitmacht wird durch die Entwicklung des neuen strategischen Langstreckenbombers BLACKJACK und die weitere Produktion des BACKFIREBombers modernisiert.
- Ihre strategische Verteidigung wird durch Verbesserung des RaketenAbwehrraketenkomplexes (ABM), Boden- Luft-Raketen, Weitwinkel-Radarnetze,
neue Abfangjäger und den Bau gehärteter unterirdischer Bunker für Befehlsstellen modernisiert.
Die Sowjets setzen die Dislozierung der SS-20 mit drei Gefechtsköpfen
auf dem westlichen und dem fernöstlichen Schauplatz fort und werden wahrscheinlich noch zusätzliche Komplexe über die bereits im Bau befindlichen
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»

�'

Bau befindlichen hinaus errichten.
- Ihre Landstreitkräfte werden durch den Panzer T-80, die nuklearfähige
Kanone SP-152 auf Selbstfahrlafette, verbesserte gepanzerte Mannschaftswagen
und Angriffshubschrauber der Typen HIND und HIP sowie besseres Fernmeldegerät
und Gerät für elektronische Kriegführung gestärkt.
- Ihre Luftwaffe wird in zunehmendem Maße schlagkräftiger durch die anhaltende Dislozierung der Maschinen vom Typ FLOGGER und FENCER, die Produktion des Erdkampfflugzeuges FR0GF00T sowie die Flugerprobung der Hochleistungsabfangjäger FLANKER und FULCRUM.
- Ihre Marine wird verbessert und zahlenmäßig verstärkt durch weitere
Einheiten der Flugzeugträger der KIEW-Klasse, der Kreuzer der KIROW-Klasse
und der KRASINA-Klasse sowie der Zerstörer der SOWREMENNYY-Klasse und der
UDALOY-Klasse. Die Flotte ihrer modernen Angriffsunterseeboote wächst
weiterhin mit der Indienststellung von Marschflugkörper-Einheiten der OSCARund VIDTOR-Klasse. Darüber hinaus geht die Entwicklung eines größeren,
kampfstärkeren Flugzeugträgers weiter.
- Mit einem bereits einsatzfähigen Antisatellitensystem (ASAT) geht
die Entwicklung noch modernerer Anwendungen der sowjetischen Militärmacht
im Weltraum weiter.

Die Antwort
Die Tatsachen liegen auf der Hand.
der Hand.

Was sie bedeuten, liegt ebenso auf

Militärische Macht wird weiterhin das Hauptinstrument der sowjetischen
Expansionspolitik sein...
Die Verteidigungsprogramme,
- 20 -

�Die Verteidigungsprogramme, die wir in Gang gesetzt haben, werden dazu
beitragen, die negativen Trends im militärischen Kräfteverhältnis umzukehren
und sicherzustellen, daß die Sowjetunion aus der Macht ihrer Streitkräfte
kein Kapital für politische Vorteile schlagen kann.

Unsere Programme fördern

daher die Sicherheit und Stabilität der Weltgemeinschaft...
Wir müssen eine Kontinuität unserer eigenen Programme demonstrieren.
Und was ebenso wichtig ist, wir müssen die Entschlossenheit besitzen, unermüdlich an der Sicherheit aller freien Nationen zu arbeiten.

Nur dann wer-

den die Sowjets überzeugt sein, daß ihre militärische Aufrüstung nutzlos ist,
und der Weg für die Wiederherstellung des Friedens auf dem niedrigsten Stand
der Rüstungen wird geebnet werden."

+ + + ++

- 21 -

�</text>
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