<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<item xmlns="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5" itemId="1790" public="1" featured="0" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xsi:schemaLocation="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5 http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5/omeka-xml-5-0.xsd" uri="https://www.amerikahaus-archiv.de/items/show/1790?output=omeka-xml" accessDate="2026-11-04T00:50:21+00:00">
  <fileContainer>
    <file fileId="1801">
      <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/5bb05411d8f113bcfae86eeeb98d4e23.pdf</src>
      <authentication>a5cd60ea91b114e38b2f5565a1d877f2</authentication>
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="4">
          <name>PDF Text</name>
          <description/>
          <elementContainer>
            <element elementId="52">
              <name>Text</name>
              <description/>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="9090">
                  <text>A IYIr D 1kh
in II l .Q.1!

f

DlEln

&lt;

;ü

Soncleidien/t
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

PRÄSIDENT REAGANS BOTSCHAFT ÜBER DIE LAGE DER NATION
25. Januar 1983

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 22 40
D 5300 Bonn 2
Telex: 08-85432

�WASHINGTON - (AD) - Präsident Ronald Reagan hat am 25. Januar 1983
vor beiden Häusern des amerikanischen Kongresses seine durch die Verfassung
vorgeschriebene jährliche Botschaft über die Lage der Nation - State of the
Union Message - verlesen.

In seiner Botschaft, die vom Fernsehen in den Ver-

einigten Staaten übertragen wurde, forderte Präsident Reagan Einigkeit im
Bündnis als Voraussetzung für erfolgreiche Abrüstungsverhandlungen.

Im außen-

politischen Teil seiner weitgehend innenpolitischen Themen gewidmeten Botschaft hob der Präsident das Friedensstreben und die Friedensbemühungen Amerikas in der ganzen Welt hervor.
Die Botschaft hat folgenden Wortlaut:
Diese feierliche Gelegenheit bedeutet, daß zum 196. Male ein Präsident der Vereinigten Staaten über die Lage der Nation berichtet, seit George
Washington im Jahr 1790 dies zum erstenmal getan hat.

Das sind viele Berich-

te, aber es herrscht kein Mangel an Neuem, was über die Lage der Nation zu sagen wäre.

Der eigentliche Schlüssel zu unserem Erfolg ist unsere Fähigkeit -

an erster Stelle unter den Nationen - gewesen, unsere dauerhaften Werte zu
erhalten, indem wir dafür sorgten, daß der Wandel für uns und nicht gegen
uns gearbeitet hat.
Ich möchte heute abend zu Ihnen über das sprechen, was wir zusammen tun
können - nicht als Republikaner und Demokraten, sondern als Amerikaner -, um
das Amerika von morgen glücklich und blühend im eigenen Lande, stark und geachtet draußen und im Frieden mit der Welt zu machen.
Wenn wir heute abend hier zusammenkommen, dann ist die Lage unserer
Nation stark, aber unsere Wirtschaft ist in Schwierigkeiten.

Für zu viele

unserer Mitbürger - Farmer, Stahl- und Automobilarbeiter, Holzfäller, schwarze Jugendliche und arbeitende Mütter - ist dies eine schmerzliche Zeit.
- 1 -

Wir

�Zeit.

Wir müssen alle alles tun, um ihrem Leiden ein Ende zu bereiten.

Es

ist uns aufgegeben, in unserer Zeit Schaden zu beheben, der sich seit langem
abzeichnet, und mit der schweren aber notwendigen Aufgabe zu beginnen, eine
bessere Zukunft für uns und unsere Kinder aufzubauen.
Wir haben noch einen weiten Weg vor uns, aber dank des Mutes, der Geduld und der Stärke unseres Volkes ist Amerika auf dem Weg zur Besserung.
Lassen Sie mich nur einen wichtigen Grund angeben, warum das nach meiner Meinung so ist:

Es geht viele Mitglieder dieses Hauses an.

Rettung der Sozialversicherung
Gerade vor zehn Tagen hat die überparteiliche Kommission für die Sozialversicherung nach Monaten der Debatte und des Patts das scheinbar Unmögliche
geschafft.

Die Sozialversicherung stand, wie einige uns schon seit langem

gewarnt hatten, vor der Katastrophe.
von diesem Problem gesprochen.

Ich selbst habe seit fast 30 Jahren

Mit Anbruch des Jahres 1983 stand das System

am Rande des Bankrotts, ein zweifaches Opfer unserer wirtschaftlichen Malaise.
Erstens, ein Jahrzehnt galoppierender Inflation erschöpfte seine Reserven,
weil wir die Empfänger vor der ständigen Steigerung der Lebenshaltungskosten
schützen wollten.

Dann haben Rezession und das plötzliche Ende der Inflation

die expandierende Lohnbasis und die steigenden Einnahmen unterhöhlt, die das
System braucht, um die 36 Millionen Amerikaner zu unterstützen, die auf das
System angewiesen sind.
Als der Sprecher des Repräsentantenhauses, der Vorsitzende der Mehrheitsfraktion im Senat und ich die überparteiliche Kommission für die Sozialversicherung ins Leben riefen, sagten schlaue Leute und Fachleute voraus, daß Parteienstreit und widersprüchliche Interessen die Kommission daran hindern würden,
sich auf einen Plan zur Rettung der Sozialversicherung zu einigen.
Nun, manchmal

�Nun, manchmal haben selbst hier in Washington die Zyniker unrecht.
Durch Kompromiß und Kooperation haben die Mitglieder der Kommission ihre
Differenzen Überwunden und einen fairen und durchführbaren Plan ausgearbeitet.

Sie haben bewiesen, daß Amerikaner, wenn es um die nationale Wohl-

fahrt geht, noch immer zum gemeinsamen Guten zusammenstehen können.
Ich freue mich heute abend besonders, zusammen mit dem Sprecher und
dem Vorsitzenden der Mehrheitsfraktion im Senat an den Kongreß appellieren
zu können, diesen Plan innerhalb der nächsten 100 Tage zu verabschieden.
Natürlich enthält er Elemente, die keiner von uns besonders mag, aber
zusammengenommen stellt er ein Paket dar, für das alle von uns eintreten
können.

Er fordert von allen einige Opfer - von Selbständigen, Empfängern,

Arbeitern, neuen Regierungsangestellten und den Rentnern mit besserem Einkommen - aber er verlangt von niemandem etwas Ungebührliches.

Und wenn wir

den Plan unterstützen, dann halten wir ein wichtiges Versprechen an das
amerikanische Volk:

Die Integrität des Sozialversicherungssystems bleibt

erhalten - und niemand wird weniger bekommen.
Der Plan der Kommission wird seine Aufgabe erfüllen.
seine Aufgabe erfüllen.

Er muß sogar

Das schulden wir den älteren Amerikanern von heute

- und den jungen Arbeitern von heute.
Bevor wir fortfahren, möchte ich Sie bitten, zusammen mit mir die Mitglieder der Kommission, die heute abend unter uns sind, sowie den Vorsitzenden der Mehrheitsfraktion im Senat, Howard Baker, und Sprecher Tip O'Neill
zu ihrer guten Arbeit zu beglückwünschen.
Ich hoffe und bete, daß der überparteiliche Geist, der sie bei diesem
Bemühen geleitet hat, uns alle inspirieren wird, wenn wir vor den Aufgaben
der kommenden Jahre stehen.
Eine Zeit

�Eine Zeit des Übergangs und der Erneuerung
Vor fast einem halben Jahrhundert hat ein anderer amerikanischer Präsident, Franklin Delano Roosevelt, in seiner zweiten Botschaft über die Lage der Nation Amerika aufgerufen, in die Zukunft zu blicken - sich der Herausforderung des Wandels und der Notwendigkeit einer Führung zu stellen,
die vorwärts und nicht zurück blickt.
"In der ganzen Welt", so sagte er, "ist der Wandel an der Tagesordnung.

In jedem Lande haben seit langem anstehende Wirtschaftsprobleme Kri-

sen vieler Art herbeigeführt, auf die die Meister der alten Praxis und Theorie nicht vorbereitet waren."

Er erinnerte uns auch daran, daß "die Zukunft

jenen klugen politischen Führern gehört, die erkannt haben, daß die breite
Öffentlichkeit mehr an Regierung als an Parteipolitik interessiert ist."
So wollen wir uns - Männer und Frauen beider Parteien und jeder politischen Richtung - auf die langfristigen, überparteilichen Aufgaben der Regierung konzentrieren, und nicht auf die kurzfristigen Versuchungen der Parteipolitik.
Die Probleme, die wir ererbten, waren weit schlimmer, als die meisten
innerhalb oder außerhalb der Regierung erwartet hatten.

Die Rezession war

tiefer, als die meisten innerhalb oder außerhalb der Regierung vorausgesagt
hatten.

Die Behebung dieser Probleme hat mehr Zeit und einen höheren Preis

verlangt, als wir alle wollten.

Die Arbeitslosigkeit ist viel zu hoch.

Die

vorgesehenen Ausgaben der Bundesregierung werden - wenn die Regierung sich
weigert, ihren Gürtel enger zu schnallen -, bei weitem zu hoch sein und könnten den jetzt in Gang befindlichen wirtschaftlichen Wiederaufschwung schwächen
und verkürzen.
Dieser Wiederaufschwung wird eine Wiederbelebung des wirtschaftlichen
Vertrauens und der Ausgaben für Verbrauchsgüter und Kapital guter mit sich
bringen - den Anreiz, den wir brauchen, um die stillstehenden Triebwerke un- 4 -

�Triebwerke unserer Wirtschaft wieder zu starten. Das amerikanische Volk
hat bereits seine Spartätigkeit verstärkt und damit gewährleistet, daß die
notwendigen Mittel für die Modernisierung unserer Fabriken und die Verbesserung unserer Technologie wieder in Handel und Industrie fließen werden.
Die Inflationserwartungen, die noch vor zwei Jahren zu einer 21,5 prozentigen Primarate (Zinssatz für erste Adressen) und hochschnellenden Hypothekenzinsen führten, sind jetzt um fast die Hälfte zurückgegangen. Geldverleiher haben zu begreifen begonnen, daß eine zweistellige Inflationsrate
nicht mehr zur Gewohnheit gehört. Die Zinssätze sind gestürzt und haben den
Weg für den Wiederaufschwung in lebenswichtigen Industriezweigen wie Bauwirtschaft und Automobile bereitet.
Die ersten Anzeichen dieses Wiederaufschwungs beginnen einzutreten.
Die Neubaubeginne; sind im vierten Quartal 1982 gegenüber dem gleichen Zeitraum des vorangegangenen Jahres um 45 Prozent gestiegen. Und die Baugenehmigungen - ein sicherer Indikator für künftiges Wachstum - sind um kolossale
60 Prozent gestiegen.
Wir erleben einen Aufschwung der Produktivität und eindrucksvolle Beweise, daß die amerikanische Industrie auf den Binnen- und Auslandsmärkten
wieder wettbewerbsfähig werden wird - was mehr Arbeitsplätze und bessere
Einkommen für die Erwerbsbevölkerung unseres Landes garantiert.
Aber unser Vertrauen muß auch mit Realismus und Geduld vermischt sein.
Schnellkuren und künstliche Anreize, wie sie über Jahrzehnte immer wieder angewandt wurden, haben genau das inflationäre Durcheinander herbeigeführt, für
dessen Behebung wir jetzt einen so hohen Preis bezahlt haben.
Der dauerhafte Wiederaufschwung in Beschäftigung, Produktion und Investition wird nicht in einem scharfen, kurzen Spurt kommen. Er wird sich
in den kommenden Monaten und Jahren sorgfältig und stetig aufbauen. In der
Zwischenzeit ist es die Aufgabe der Regierung, die Dinge zu identifizieren,

�zu identifizieren, die wir jetzt tun können, um diesen massiven wirtschaftlichen Übergang für das amerikanische Volk zu erleichtern.

Der vierteilige Haushaltsentwurf für wirtschaftliches Wachstum
Der Bundeshaushalt ist sowohl ein Symptom als auch eine Ursache unserer
wirtschaftlichen Probleme. Wenn wir nicht die gefährliche Wachstumsrate der
Regierungsausgaben verringern, könnten wir auf unbegrenzte Zeit hinaus vor
der Aussicht auf ein träges wirtschaftliches Wachstum stehen. Wenn es uns
nicht gelingt, jetzt mit diesem Problem fertig zu werden, dann könnte dies
eine Erhöhung der Staatsschuld allein in den nächsten vier Jahren in einer
Größenordnung von einer Billion Dollar bedeuten.

Das würde eine zusätzliche

durchschnittliche Verschuldung jedes Mannes, jeder Frau und jedes Kindes unseres Landes um 4300 Dollar bedeuten.

Damit eine anhaltender Wiederaufschwung

gewährleistet wird, müssen wir weiterhin die davonlaufenden Ausgaben unter
Kontrolle bekommen, um diese Defizite zu senken. Wenn wir das nicht tun, dann
wird der Wiederaufschwung zu kurz sein, dann wird die Arbeitslosigkeit zu hoch
bleiben, und wir werden unseren Kindern eine unverantwortliche Last an Staatsschuld hinterlassen.

Das dürfen wir nicht.

Wollen wir uns darüber klar werden, woher das Defizit kommt!

Entgegen

dem Trommel klang, den wir in den letzten Monaten gehört haben, stammen die
Defizite nicht von den Verteidigungsausgaben.

Als Prozentsatz unseres Brutto-

sozialprodukts betragen unsere Verteidigungsausgaben nämlich nicht mehr als
etwa vier Fünftel dessen, was sie im Jahr 1970 betrugen.

Und ebenso wenig

rührt das Defizit, wie manche Leute meinen, aus den Steuersenkungen her. Selbst
nach unseren Steuersenkungen sind die Steuern als Prozentsatz unseres Bruttosozialprodukts etwa die gleichen geblieben wie im Jahr 1970.
Tatsache ist, daß unsere Defizite aus dem unkontrollierten Anwachsen
der Haushaltmittel für

Staatsausgaben herrühren.

erhöhte sich der Anteil dieser

Während der siebziger Jahre

Staatsausgaben an unserem Nationaleinkommen

um mehr als 60 Prozent - von 10 Cent eines jeden Dollar, der vom amerikanischen
- 6 -

�vom amerikanischen Volk hervorgebracht wurde, auf 16 Cent.

Trotz all unserer

Einsparungen und Leistungssteigerungen und ohne Hinzufügung irgendeines
neuen Programms werden die notwendigen

Staatsausgaben, die im Haushalt die-

ses Jahres vorgesehen sind, während der nächsten fünf Jahre um fast eine Billion Dollar steigen.
Das Defizitproblem ist eine deutliche und präsente Gefahr für die Gesundheit unserer Republik selbst. Wir brauchen einen Plan, um diese Gefahr zu
überwinden - einen Plan, der auf folgenden Prinzipien beruht:
- Er muß überparteilich sein. Um die Defizite zu bewältigen und das
Haus der Regierung in Ordnung zu bringen, bedarf es der höchsten Anstrengungen von uns allen.
- Er muß fair sein.

So wie alle an den Vorzügen teilhaben, die sich

aus dem Wiederaufschwung ergeben, so sollen auch alle in fairer Weise an den
Lasten des Übergangs teilhaben.
- Er muß klug sein.

Die Stärke unserer nationalen Verteidigung muß

wiederhergestellt werden, damit wir die Prosperität in Frieden und Freiheit
erleben können, während wir unsere Verpflichtung gegenüber den wirklich Bedürftigen aufrechterhalten.
- Und er muß realistisch sein.

Wir dürfen uns nicht auf die Hoffnung

allein verlassen.
Mit diesen richtungweisenden Prinzipien im Auge möchte ich einen vierteiligen Plan zur Steigerung des wirtschaftlichen Wachstums und zum Abbau
der Defizite aufzeigen.
Erstens, in meiner Haushaltsbotschaft werde ich ein Einfrieren der Bundesausgaben empfehlen.

Ich weiß, daß das eine bittere Medizin ist, aber bisher

haben wir nur die Wachstumsrate der Bundesausgaben verringert.

- 7 -

Die Regierung

�Die Regierung hat weiterhin jedes Jahr mehr Geld ausgegeben, wenn auch nicht
so viel mehr als in der Vergangenheit.

Alles in allem wird das Budget, das

ich für das nächste Haushaltsjahr veranschlage, um nicht mehr zunehmen als
die Inflationsrate - mit anderen Worten, die Bundesregierung wird am realen
Stand der Ausgaben festhalten.
Familien

Das ist weit weniger, als viele amerikanische

in diesem schweren Zeiten vollbringen mußten.

Ich werde beantragen, daß das vorgeschlagene sechsmonatige Einfrieren
des Lebenshaltungskostenausgleichs, das von der überparteilichen Kommission
für die Sozialversicherung empfohlen wurde, auf andere im Zusammenhang mit
der Regierung stehende Pensionsprogramme ausgedehnt wird.
ein einjähriges Einfrieren für einen weiten Bereich von

Ich werde ferner
Staatsausgabenpro-

grammen und für die zivilen und militärischen Bediensteten der Bundesregierung und für Pensionsprogramme vorschlagen.

Lassen Sie mich hier hinzufügen,

daß es mir hinsichtlich der Soldaten leid tut, das von ihnen fordern zu müssen,
denn sie waren so viele Jahre lang im Rückstand und wurden so niedrig entlohnt
für das, was Männer und Frauen in Uniform leisten.

Aber ich bin sicher, daß

sie begreifen werden, daß dies für alle ohne Ausnahme gelten muß.
Zweitens, ich werde den Kongreß ersuchen, spezifische Maßnahmen zur
Kontrolle des Wachstums der sogenannten "unkontrollierbaren" Ausgabenprogramme
zu verabschieden.

Das sind die automatischen Ausgabenprogramme, wie etwa für

Lebensmittelgutscheine, die nicht einfach eingefroren werden können - und die
seit 1970 um über 400 Prozent angewachsen sind.

Sie sind die größten, ein-

fach wegen des eingebauten oder "strukturellen" Defizitproblems.

Unsere Norm

wird hier Fairness sein - Gewährleistung, daß die hart verdienten Dollar des
Steuerzahlers nur den wirklich Bedürftigen zugutekommen; daß keiner von diesen zurückgewiesen wird; aber daß es keinen Betrug und keine Verschwendung
mehr gibt.

Und ich muß leider sagen, daß davon eine ganze Menge vorkommt.

Allein in dem Lebensmittelgutscheinprogramm haben wir im vorigen Jahr eine
Überzahlung von fast 1,1 Milliarden Dollar festgestellt.
sind nicht die einzigen Opfer dieser Art von Mißbrauch.

Die Steuerzahler
Die wahrhaft Bedürf-

tigen leiden darunter, daß ihnen Mittel, die für sie vorgesehen sind, von den

- 8 -

�von den Habgierigen weggenommen werden.

Zum Wohle aller müssen wir solcher

Verschwendung und Korruption ein Ende setzen.
Drittens, ich werde unser Programm zur Erneuerung der Verteidigung
Amerikas durch den Vorschlag, über die nächsten fünf Jahre hinweg 55 Milliarden Dollar beim Verteidigungshaushalt einzusparen, einer Anpassung unterziehen.

Es handelt sich hierbei um Einsparungen, die mir der Verteidigungsmi-

nister empfohlen hat, der mir zugleich versichert hat, daß sie ohne Schwierigkeiten erzielt werden können und weder unsere Fähigkeit einschränken,
Rüstungsverminderungen auszuhandeln, noch Amerikas Sicherheit gefährden.

Wir

werden mit unserem nationalen Oberleben kein leichtfertiges Spiel treiben.
Viertens, ich werde - da wir eine Verminderung und schließlich eine Beseitigung der Defizite über die nächsten Jahre sicherstellen müssen - eine
Bedarfsfall Steuer vorschlagen, die im Haushaltsjahr 1986 einsetzen soll und
die auf nicht mehr als 1 Prozent des Bruttosozialprodukts begrenzt sein wird.
Sie würde sich über einen Zeitraum von nicht mehr als drei Jahren erstrecken
und nur dann eingeführt werden, wenn der Kongreß zunächst unserem Einfrieren
der Ausgaben und unserem Programm zur Kontrolle des Haushalts zugestimmt hat.
Zudem müßte

eine Reihe weiterer Bedingungen erfüllt werden, damit dieses

Programm anlaufen könnte.

Man könnte sagen, es handelt sich um eine Art

Vorsorgepolitik für die Zukunft - ein Mittel, das für den Bedarfsfall zur
Verfügung steht, zu dem man aber nur greift, wenn es absolut nötig ist.
Zwischenzeitlich werden wir auch weiterhin nach Wegen suchen, um die
Steuergesetzgebung zu vereinfachen und gerechter für alle Amerikaner zu machen.
Das ist ein Ziel, das jeder Amerikaner versteht, der sich je mit einem Steuerformular herumgeschlagen hat.
Gleichzeitig werde ich mich jedoch allen Anstrengungen entgegenstellen,
die grundlegenden Steuerreformen rückgängig zu machen, die wir bereits verwirklicht haben - einschließlich der zehnprozentigen Senkung, die diesen Juli
für die Steuerzahler kommen soll, und der Steuerindexierung, die alle Amerikaner in den kommenden Jahren vor inflationsbedingten Steuerklassenverschiebungen schützen wird.
Ich bin

�Ich bin mir bewußt, daß dieser Vierpunkteplan leichter zu beschreiben
als durchzusetzen ist.

Aber die drohenden Defizite, die über uns - und über

der Zukunft Amerikas - hängen, müssen verringert werden.

Der Weg, den ich

vorgezeichnet habe, ist gerecht, ausgewogen und realistisch.

Seine Verwirk-

lichung wird einen ständigen Rückgang der Defizite sicherstellen und auf einen
ausgewogenen Haushalt zum Ende des Jahrzehnts abzielen.

Dies ist der einzige

Weg, der zu einem starken, anhaltenden Wiederaufschwung führt.
Lassen Sie uns diesen Weg gemeinsam gehen.

Wachsende Beschäftigungsmöglichkeiten
Keine innenpolitische Herausforderung ist entscheidender als die, stabile, dauerhafte Arbeitsplätze für alle Amerikaner zu schaffen, die arbeiten
wollen. Der Wiederaufschwung wird Arbeitsplätze für die meisten bringen, aber
andere wiederum werden der besonderen Hilfe bedürfen und der Ausbildung in
neuen Sparten. Kurz, ich werde dem Kongreß das Beschäftigungsgesetz von 1983
vorlegen, das dazu dient, sich der besonderen Probleme der langfristig Arbeitslosen sowie der jungen Leute anzunehmen, die den Versuch unternehmen, in
den Arbeitsmarkt einzutreten. Ich werde vorschlagen, die Leistungen für Arbeitslose auszuweiten, einschließlich besonderer Anreize für Arbeitgeber,
die längerfristige Arbeitslose einstellen; Programme für entlassene Arbeitnehmer vorzusehen sowie Programme der Arbeitslosenversicherung zu unterstützen,
die Gelder vom Bund erhalten und von den Einzelstaaten verwaltet werden und
Arbeitnehmern Ausbildung und Umstellungshilfe gewähren. Schließlich wird unser Vorschlag neue Anreize für die Beschäftigung von Jugendlichen in den Sommermonaten bieten, damit den jungen Menschen bei ihrem Start in den Arbeitsmarkt geholfen wird.

Wir müssen unseren Arbeitslosen sowohl kurzfristige Hilfe als auch langfristige Hoffnung bieten.

Ich hoffe, wir können hierbei zusammenarbeiten, wie

wir dies im vergangenen Jahr bei der Einführung des Gesetzes über Partnerschaft bei der Berufsausbildung taten.

Die Gesetzgebung zur Verordnungsreform,

- 10 -

�zur Verordnungsreform,ein verantwortungsvolles Gesetz über die Reinhaltung
der Luft und die Verabschiedung der Gesetze über Unternehmenszonen werden
enbenfalls neue Anreize und Möglichkeiten für Arbeitsplätze schaffen.

Neuer Vorrang für den Handel
Jeder fünfte Arbeitsplatz in unserem Land hängt vom Handel ab. Daher
werde ich auf dem Gebiet des internationalen Handels eine breiterangelegte
Strategie vorschlagen - eine, die die Offenheit unseres Handelssystems erhöht und die auf dem Weltmarkt gerechter ist gegenüber den Farmern und den
Arbeitern Amerikas. Wir brauchen eine angemessene Exportfinanzierung, um die
amerikanischen Güter im Ausland zu verkaufen. Ich werde um neue Verhandlungsvollmachten ersuchen, um Schranken zu beseitigen und mehr unserer Produkte
auf die ausländischen Märkte zu bringen. Wir müssen die Organisation unserer
Handelsvertretungen stärken und Änderungen unserer Inlandsgesetze sowie der
internationalen Handelspolitik vornehmen, um den freien Handel und den erhöhten Fluß amerikanischer Güter, Dienstleistungen und Investitionen zu fördern.
Unsere Position im Handel kann auch dadurch verbessert werden, daß wir
unser Hafensystem effizienter gestalten.

Bessere, aktivere Häfen bedeuten

auch stabilere Arbeitsplätze in unseren Kohlebergwerken, bei den Eisenbahnen,
und im Speditionsgewerbe.

Nach zwei Jahren der Debatte ist es an der Zeit,

daß wir uns zusammensetzen und das Gesetz zur Modernisierung der Häfen verabschieden.
Erziehung, Ausbildung und Fortbildung sind für unseren Erfolg genauso
grundlegend wichtig wie Forschung, Entwicklung und Produktivität.

Gewerk-

schaften, Management und Regierung können und müssen sich auf allen Ebenen
an der Verbesserung dieser Instrumente des Wachstums beteiligen.

Die Steuer-

politik, die Anwendung von Verordnungen und die Regierungsprogramme bedürfen
ständiger Überprüfung hinsichtlich unserer Wettbewerbsfähigkeit.
Amerikaner

Jeder

spielt im internationalen Handel eine Rolle.und auf jeden kommt

- 11 -

�jeden kommt es an.

Ausweitung des Bildungswesens
Wir Amerikaner sind noch immer auf den meisten Gebieten der Technologie
in der Welt führend.

Wir müssen diesen Vorsprung halten - und deswegen müs-

sen wir damit anfangen, die Grundlagen zu erneuern, wobei wir mit unserem
Bildungssystem beginnen müssen.

Während wir selbstgefällig wurden, haben

andere gehandelt. Japan, mit einer nur halb so großen Bevölkerung wie wir,
bringt aus seinen Universitäten mehr Ingenieure hervor als wir.

Wenn ein

Kind bis zum Alter von 16 Jahren noch keinen angemessenen Mathematik- und
naturwissenschaftlichen Unterricht erhalten hat, hat es die Chance verpaßt,
ein Wissenschaftler oder Ingenieur zu werden.
Wir müssen uns zusammentun - Eltern, Lehrer, private Gruppen, Gewerkschaften und Geschäftswelt, um die Ausbildung in Amerika dadurch neuzubeleben,
daß wir höchste Maßstäbe anlegen.
Im Jahr 1983 streben wir vier große Ziele im Bildungswesen an:
- Eine Initiative bei der Qualität der Ausbildung,um eine beträchtliche
Verbesserung des Unterrichts in Mathematik und Naturwissenschaften zu fördern,
indem wir den Einzel Staaten zweckgebundene Mittel gewähren.
- Die Einrichtung von Sparkonten für die Ausbildung, durch die Familien
mit mittlerem und geringerem Einkommen einen Anreiz erhalten, für die CollegeAusbildung ihrer Kinder zu sparen, wobei gleichzeitig zu einem echten Anstieg der Spareinlagen für das Wirtschaftswachstum ermutigt wird.
- Gewährung von Steuererleichterungen für Eltern, die ihre Kinder in
private oder kirchlich geführte Schulen schicken wollen.
- Einen Verfassungs- 12 -

�- Einen Verfassungszusatz, der das freiwillige Schulgebet erlaubt;
Gott hätte nie aus den Klassenzimmern Amerikas vertrieben werden dürfen.

Sicherung einer gerechten Gesellschaft
Unsere Verpflichtung zur Fairness bedeutet, daß wir die rechtliche und
wirtschaftliche Gleichheit für die Frau sichern und ein für allemal alle
Spuren der ungerechten Diskriminierung von Frauen aus der amerikanischen Gesetzgebung beseitigen müssen.

Wir werden keine Lohndiskriminierung aufgrund

des Geschlechts zulassen,und wir beabsichtigen die verstärkte Durchsetzung
von Gesetzen zur Regelung der Unterhaltszahlung, um sicherzustellen, daß alleinstehende Elternteile, wovon die meisten Frauen sind, keinen ungerechten
finanziellen Härten ausgesetzt sind.

Wir werden auch Schritte unternehmen,

um Unbilligkeiten bei Pensionen zu beseitigen.

Diesen Initiativen werden sich

andere anschließen, um damit unsere Anstrengungen zur Förderung der Gleichheit der Frau fortzusetzen.
Im Bereich der Fairness und Billigkeit werden wir auch den Fortbestand
der Bürgerrechtskommission fordern, die in diesem Jahr ihre Arbeit einstellen
sollte.

Die Kommission ist ein bedeutsamer Teil des andauernden Kampfes um

Gerechtigkeit in Amerika,und wir unterstützen mit Nachdruck ihre erneute Bestallung.

Eine wirksame Durchsetzung der fairen Wohngesetze unseres Landes

ist für die Chancengleichheit ebenso wichtig.

Im kommenden Jahr werden wir

an der verstärkten Durchsetzung der Wohngesetze für alle Amerikaner arbeiten.

Schutz der Menschen vor Verbrechen
Die Zeit ist auch reif für eine umfassende Reform der Bestimmungen der
Strafgerichtsbarkeit und für schärfere Maßnahmen im Kampf gegen das organisierte Verbrechen und den Drogenhandel.
Städte wieder sicher machen.

Es ist höchste Zeit, daß wir unsere

Diese Administration erklärt hiermit einen totalen

Krieg gegen das organisierte Verbrechertum und den Drogenhandel, die unsere
- 13 -

�die unsere jungen Menschen vergiften.

Wir werden außerdem die Empfehlungen

unserer Arbeitsgruppe für Verbrechensopfer, die mir diese Woche Bericht erstatten wird, in die Tat umsetzen.

Hilfe für Amerikas Farmer
Die amerikanische Landwirtschaft, auf die die Welt mit Neid blickt,
ist Opfer ihrer eigenen Erfolge geworden.

Da nunmehr ein Farmer genug Nah-

rungsmittel produziert, um sich und 77 weitere Menschen zu ernähren, steht
Amerika vor Rekordüberschußernten

und vor Preisen für die Erzeugnisse, die

unter den Produktionskosten liegen. Wir müssen uns darum bemühen, durch Neuerungen, wie der Methode der Zahlung in Naturalien - einer Art Tauschhandel,
und einer aggressiven Exportpolitik, die Gesundheit und Lebenskraft des ländlichen Amerika wiederherzustellen.

Inzwischen habe ich das Landwirtschafts-

ministerium angewiesen, auf individueller Basis mit Farmern die Schuldenprobleme haben, zusammenzuarbeiten, um sie so durch diese schwierigen Zeiten zu
bringen.

Mobilisierung des Privatsektors
Während des vergangenen Jahres hat unsere Arbeitsgruppe für Initiativen
des Privatsektors erfolgreich eine Arbeitspartnerschaft zusammengefügt, der
führende Persönlichkeiten der Wirtschaft, der Gewerkschaften, des Bildungswesens und der Regierung angehören, die sich um die Ausbildungserfordernisse der
amerikanischen Arbeitnehmer bemühen.

Dank dieser Arbeitsgruppe werden nunmehr

in allen 50 Bundesstaaten Initiativen auf dem Privatsektor ergriffen,und Tausenden von Arbeitnehmern wurde bereits dabei geholfen, den Übergang von aussichtslosen Berufen und kaum gefragten Fähigkeiten in Wachstumsbereiche der
Hochtechnologie und des Dienstleistungswesens zu schaffen.

Außerdem kon-

zentriert sich eine weitere große Anstrengung darauf, die Ausweitung der
Kinderfürsorge privater Gemeinschaften anzuregen.

Der neue Beirat für Ini-

tiativen des Privatsektors wird diese wichtige Aufgabe der Ermutigung der
- 14 -

�Ermutigung der Privatinitiative auch 1983 fortführen.

Finanziell tragbare Gesundheitsfürsorge
Im kommenden Jahr werden wir auch Schritte zur weiteren Verbesserung
der Lebensqualität der Amerikaner unternehmen, indem wir den schwindelnden
Anstieg der Kosten der Gesundheitsfürsorge beschneiden, die für so viele eine
unerträgliche finanzielle Last geworden ist.

Außerdem werden wir Gesetze vor-

legen, die für ältere Amerikaner eine Versicherung für schwerste Erkrankungen
abdecken.

Stärkung des Föderalismus
In Kürze werde ich einen umfassenden Plan zum Thema Föderalismus vorlegen, der unsere Anstrengungen fortsetzen wird, den Regierungen der Einzel Staaten und der Kommunen ihre Rolle als dynamische Arbeitsstätten des Wandels
in einer schöpferischen Demokratie zurückzugeben.
Während der nächsten Wochen werde ich dem Kongreß eine Reihe detaillierter Vorschläge zu diesem und zu anderen Themen vorlegen und freue mich auf
eine Zusammenarbeit bei der Verwirklichung dieser Initiativen.

Vertrauen in die Zukunft
Bislang habe ich mich hauptsächlich auf die Probleme konzentriert, die
die Zukunft mit sich bringt.

Aber in fast jedem Heim und an fast jedem Ar-

beitsplatz in Amerika werden wir bereits Zeuge dessen, daß es auch Grund für
große Hoffnungen gibt - die erste Verwirklichung der vom Menschen geschaffenen
Wunder der Hochtechnologie - einem Feld, auf dem unser Land der Pionier war und
auf dem es noch immer führend ist.
Für viele
- 15 -

�Für viele von uns jetzt sind Computer, Silikon-Chips, Datenverarbeitung,
Kybernetik und all die anderen Neuerungen des anbrechenden Zeitalters der Hochtechnologie genauso geheimnisvoll, wie es das Funktionieren des Verbrennungsmotors gewesen sein muß, als das erste Automobil die amerikanischen Hauptstraßen entlangratterte.
Aber genauso wie der Pioniergeist Amerikas es war, der uns zum industriellen Giganten des 20. Jahrhunderts gemacht hat, so eröffnet uns derselbe Pioniergeist heute einen anderen, weiten Bereich neuer Möglichkeiten - das Neuland
der Hochtechnologie. Bei der Eroberung dieser neuen Räume dürfen wir unsere
überlieferten Industriezweige nicht abschreiben, sondern müssen die Fähigkeiten und Wirtschaftsweise entwickeln, die uns zu einem Pionier des Morgen
machen werden. Diese Administration steht zu der Verpflichtung, daß Amerika
der technologische Führer der Welt bleibt - jetzt und in das 21. Jahrhundert
hinein.

Amerika und die Welt
Wenden wir uns kurz der internationalen Arena zu.

Amerika kam zu seiner

Führungsrolle wegen unserer eigenen Stärke und wegen der Werte, die uns als Gesellschaft leiten:

Freie Wahlen, eine freie Presse, Freiheit des religiösen

Bekenntnisses, freie Gewerkschaften und - vor allem - Freiheit für den einzelnen und Ablehnung der willkürlichen Macht des Staates.
das Fundament unserer Stärke.

Diese Werte sind

Sie vereinen uns in einem Hüteramt für Frieden

und Freiheit mit unseren Verbündeten und Freunden in der NATO, in Asien, in
Lateinamerika und andernorts.

Es sind zugleich die Werte, die manche unter

uns in der jüngsten Vergangenheit in Zweifel zu ziehen begonnen hatten und die
von ihnen mit zynischem Blick betrachtet wurden.
Glücklicherweise haben wir und unsere Verbündeten die Kraft unserer gemeinsamen demokratischen Werte wiederentdeckt.

Und wir verwenden sie als den

Eckstein einer umfassenden Strategie für Frieden mit Freiheit.

- 16 -

Ich habe in

�habe in London im vergangenen Jahr die Verpflichtung der Vereinigten Staaten
zur Entwicklung der demokratischen Infrastruktur in der ganzen Welt angekündigt.

Wir beabsichtigen, diese demokratische Initiative tatkräftig zu ver-

folgen.

Die Zukunft gehört nicht den Regierungen und Ideologien, die ihre

Völker unterdrücken, sondern den demokratischen Systemen der Selbstregierung,
die die Initiative des einzelnen ermutigen und seine persönliche Freiheit garantieren.

Die Stärkung der Weltwirtschaft
Unsere Strategie für den Frieden muß jedoch auch auf Stärke - wirtschaftlicher und militärischer Stärke - basieren.

Eine starke amerikanische

Wirtschaft ist von entscheidender Bedetung für das Wohlergehen und die Sicherheit unserer Freunde und Verbündeten.

Die Wiederherstellung einer starken

und gesunden amerikanischen Wirtschaft ist und bleibt eine der zentralen Säulen unserer Außenpolitik.

Der Fortschritt, über den ich Ihnen heute abend

berichten konnte, wird - das weiß ich - von der übrigen freien Welt genauso
herzlich begrüßt

wie vom amerikanischen Volk.

Wir müssen uns auch darüber im klaren sein, daß unser eigenes wirtschaftliches Wohlergehen unauflösbar mit der Weltwirtschaft verbunden ist.
Wir exportieren mehr als 20 Prozent unserer Industrieproduktion, und auf 40
Prozent unseres Ackerlandes werden Güter für den Export produziert.

Wir wer-

den auch weiterhin eng mit den demokratischen Industriestaaten Europas und
mit Japan sowie mit dem Weltwährungsfonds zusammenarbeiten, um sicherzustellen,
daß dieser über die angemessenen Mittel verfügt, um dazu beizutragen, daß die
Welt wieder zu einem starken nichtinflationären Wachstum zurückkehrt.

Als

Führer der westlichen Welt und als ein Land, das aufgrund seiner wirtschaftlichen Freiheit groß und reich geworden ist, muß Amerika ein unverbrüchlicher
Verfechter des freien

Handels sein.

Wenn einige Länder versucht sind, sich

dem Protektionismus zuzuwenden, dann darf es nicht unsere Strategie sein,
ihnen auf diesem Wege zu folgen, sondern wir müssen den Weg zu einem freieren
Handel weisen.

Zu diesem Zweck wird Amerika im Mai dieses Jahres der Gast- 17 -

�der Gastgeber eines Wirtschaftsgipfeltreffens in Williamsburg

im Staate

Virginia sein.

Die Wiederherstellung der Verteidigung Amerikas
Wenn wir jetzt in unser drittes Regierungsjahr eintreten, haben wir
ein Verteidigungsprogramm erstellt, das die Vernachlässigung des letzten Jahrzehnts aufhebt.

Wir haben eine realistische Militärstrategie entwickelt,

um vor Bedrohungen des Friedens abzuschrecken und unsere Freiheit zu schützen,
falls die Abschreckung versagen sollte.

Unsere Streitkräfte werden endlich

angemessen besoldet, nachdem dies über Jahre hinweg vernachlässigt wurde; sie
sind gut ausgebildet, werden besser ausgerüstet und versorgt»und die amerikanische Uniform wird wieder mit Stolz getragen.

Der größte Teil der für die

Modernisierung unserer Verteidigung benötigten wichtigen Systeme sind bereits
im Kommen, und wir werden uns in einigen Monaten in Konsultation mit dem
Kongreß einem entscheidend wichtigen Element - der MX-Rakete - zuwenden.

Eine überparteiliche Friedenspolitik
Die Außenpolitik Amerikas gründet sich erneut auf Überparteilichkeit
- auf Realismus, Stärke, volle Partnerschaft und Konsultation mit unseren Verbündeten sowie auf konstruktive Verhandlungen mit potentiellen Gegnern.

Vom

Nahen Osten bis nach Südafrika und Genf ergreifen amerikanische Diplomaten die
Initiative, um Frieden auf einem niedrigeren Rüstungsniveau zu schaffen.

Wir

sollten auf unsere Rolle als Friedensstifter stolz sein.
Im Nahen Osten haben die Vereinigten Staaten im vergangenen Jahr bei
der Beendigung der tragischen Kämpfe im Libanon die wesentliche Rolle gespielt
und über den Abzug der PLO aus Beirut verhandelt.

Im September vorigen Jahres

habe ich die Grundsätze für die Weiterführung des Friedensprozesses dargelegt,
der so verheißungsvoll in Camp David begonnen hat.

Alle Menschen im Nahen

Osten sollten wissen, daß wir in dem vor uns liegenden Jahr in unserem An- 18 -

�unseren Anstrengungen, auf dieser Grundlage weiterzubauen, nicht nachlassen
werden, um ihnen die Segnungen des Friedens zu bringen.
In Mittelamerika und im Karibischen Becken sind wir in gleicher Weise
in einer Partnerschaft für Frieden, Wohlstand und Demokratie engagiert.

Die

endgültige Verabschiedung der noch verbleibenden Teile unserer Initiative
für das Karibische Becken, die das Repräsentantenhaus im vergangenen Jahr
guthieß, ist eine der höchsten gesetzgeberischen Prioritäten meiner Administration im Jahr 1983.
Die Sicherheits- und Wirtschaftshilfepolitik dieser Administration in
Lateinamerika und anderswo in der Welt basiert auf Realismus und stellt eine
entscheidend wichtige Investition in die Zukunft der Menschheit dar.

Dieses

Vorhaben fällt unter die gemeinsame Verantwortung der Exekutive und Legislative, und ich rechne auf die Zusammenarbeit und die staatsmännische Klugheit
des Kongresses, um mitzuhelfen, daß wir dieses wichtige außenpolitische Ziel
erreichen.

Die amerikanisch-sowjetischen Beziehungen und die Rüstungsverminderung
Den Kernpunkt unserer Strategie für den Frieden bildet unser Verhältnis
zur Sowjetunion.
Das letzte Jahr hat eine Änderung in der sowjetischen Führung gebracht.
Wir sind zu einer positiven Änderung in den sowjetisch-amerikanischen Beziehungen bereit.

Aber die Sowjetunion muß mit Taten und nicht nur mit Worten

zeigen, daß sie sich aufrichtig verpflichtet fühlt, die Rechte und die Souveränität der Völkerfamilie zu respektieren.

Verantwortungsbewußte Mitglieder

der Weltgemeinschaft bedrohen oder besetzen nicht ihre Nachbarländer, und sie
halten ihre Verbündeten von der Aggression zurück.
Wir unsererseits

- 19 -

�Wir unsererseits führen mit Nachdruck Rüstungsverminderungsverhandlungen
mit der Sowjetunion.

Unterstützt von unseren Verbündeten haben wir jetzt

Entwürfe für Abkommen vorgelegt, in denen bedeutsame RüstungsVerminderungen
auf gleiche und verifizierbare niedrigere Ebenen vorgeschlagen werden.
bestehen auf einem gerechten Gleichgewicht der Kräfte.

Wir

Und angesichts der

überwältigenden Beweise sowjetischer Verletzungen internationaler Verträge
bezüglich der chemischen und biologischen Waffen

bestehen wir weiter darauf,

daß jedes von uns unterzeichnete Abkommen verifiziert werden kann und wird.
Im Falle der nuklearen Mittel Streckensysteme haben wir die völlige Beseitigung einer gesamten Kategorie landgestützter Raketen vorgeschlagen. Wir
sind ferner bereit, ernsthafte sowjetische Vorschläge sorgfältig zu prüfen.
Gleichzeitig lassen Sie mich unterstreichen, daß die Standfestigkeit der Verbündeten weiterhin ein Schlüssel zur Erreichung von Rüstungsverminderungen
ist.
Wir werden weiterhin mit Festigkeit und Hingabe verhandeln.

In ihrem

tiefsten Innern müssen die Sowjets wissen, daß es in ihrem wie in unserem
Interesse liegt, ein kostspieliges Wettrüsten zu verhindern.

Und wenn sie

sich erst einmal über unsere unerschütterliche Entschlossenheit im klaren
sind, eine angemessene Abschreckung aufrechtzuerhalten, dann werden sie allen
Grund haben, um sich uns bei der Suche nach größerer Sicherheit und wesentlichen Rüstungsverringerungen anzuschließen.

Wenn dieser Augenblick eintritt

- und ich bin überzeugt, daß er kommen wird -, dann werden wir einen wichtigen Schritt auf dem Wege zu einer friedlicheren Zukunft für alle Menschen
in der Welt getan haben.

Eine Vision der Hoffnung
Ein sehr kluger Mann, Bernard Baruch, hat einmal gesagt, daß Amerika
niemals die nobeleren Dinge vergessen hat, die zu seiner Entstehung führten
und ihm den Weg weisen.

Unser Land ist ein besonderer Ort, weil wir Amerika-

ner immer - in guten wie in schlechten Zeiten - durch eine noble Vision ge- 20 -

�Vision gestärkt wurden - eine Vision nicht nur dessen, was die Welt heute
ist, sondern auch dessen, was wir als ein freies Volk morgen aus ihr machen
können.
Wir sind Realisten.

Wir lösen unsere Probleme, statt sie zu ignorie-

ren - ganz gleich, wie laut der Chor der Verzweiflung um uns herum ist.
Aber wir sind auch Idealisten, denn es war ein Ideal, das unsere Vorfahren aus allen Ecken der Welt an diese Ufer brachte.
Heute benötigen wir sowohl Realismus als auch Idealismus.
unserer Nachbarn sind ohne Arbeit.
nicht ohne Hoffnung bleiben.

Millionen

Es liegt an uns, dafür zu sorgen, daß sie

Das ist eine Aufgabe für uns alle.

Und ich darf

sagen, daß die Amerikaner sich für diese Sache einsetzen und damit wieder einmal beweisen, daß wir das großherzigste Volk auf Erden sind.
Wir, die wir in der Regierungsverantwortung stehen, müssen die Führung
beim Wiederaufschwung unserer Wirtschaft übernehmen.

Was die Räder der In-

dustrie wieder in Bewegung setzen kann, ist eine weitere Senkung der Zinssätze.

Weitere ein oder zwei Punkte können hier Zehntausende von Arbeits-

plätzen bedeuten.

Nachdem die Inflationsrate jetzt so niedrig ist -3,9 Pro-

zent -gibt es genug Spielraum für eine Senkung der Zinssätze.
Es ist nur Angst, die eine Senkung verhindert.

Ein Geldverleiher muß

- wie wir alle wissen - einen Zinssatz erheben, der die Wertminderung des
verliehenen Dollar wieder ausgleicht.
Höhe der Inflation.

Diese Wertminderung ist natürlich die

Die Zinssätze basieren heute auf der Befürchtung, daß die

Regierung - wie in der Vergangenheit - auf Maßnahmen zurückgreifen könnte,
die die Inflation wieder in die Höhe schnellen lassen.
Wir, die wir hier in der Hauptstadt unsere Pflicht tun, müssen diese
Furcht dadurch beseitigen, daß wir unmißverständlich klarstellen, daß wir
den Kampf gegen die Inflation nicht aufgeben werden; daß wir gemeinsam nur
diejenigen Dinge tun werden, die zu einem dauerhaften wirtschaftlichen Wachstum
- 21 -

�wirtschaftlichen Wachstum führen.
Sicher, die Probleme, denen wir uns gegenübersehen, sind groß und bedrohlich.

Und ganz gewiß kann und sollte keiner die Not von Millionen unserer

Freunde und Nachbarn bagatellisieren, die in der öden Leere der Arbeitslosigkeit leben. Wir müssen und können ihnen vielmehr Grund zur Hoffnung geben.
Im Laufe der vielen Jahre haben sich Bürger wie wir hier in diesen
Mauern versammelt, wenn unser Land bedroht war, manchmal wenn seine Existenz
auf dem Spiele stand. Und immer haben diese Bürger mit Mut und Vernunft die
Krisen ihrer Zeit gemeistert und für ein stärkeres, besseres und glücklicheres
Land gesorgt. Die gegenwärtige Situation ist nicht schlimmer, ja, sie ist
nicht so schlimm wie manche jener Situationen, vor denen sie damals standen.
Immer wieder haben sie bewiesen, daß es nichts gibt, was wir als freie Männer
und Frauen nicht erreichen könnten.
Ja, wir haben immer noch Probleme - und zwar viele. Aber es ist einfach
falsch - und ungerecht gegenüber unserem Lande und auch ungerecht gegenüber
unserem Volk -, wenn wir diese Probleme der wichtigsten Wahrheit von allen
in den Weg stellen würden:

Amerika ist auf dem Weg der Besserung.

Wir sind es den Unglücklichen schuldig, uns ihrer Not bewußt zu sein
und ihnen auf jede nur mögliche Weise zu helfen. Keiner kann etwas dagegen
sagen. Wir müssen Mitgefühl für alle Opfer dieser wirtschaftlichen Krise
haben, und haben dies auch. Aber was heute im Hinblick auf Amerika einfach
großartig ist, ist die Art und Weise, wie Millionen vertrauensvoller und
mitfühlender Menschen - jene überaus "einfachen" Amerikaner, die niemals in
die Schlagzeilen der Zeitungen geraten, und die niemals interviewt werden die Grundlage nicht nur für eine Wiedergesundung von unseren gegenwärtigen
Problemen, sondern für ein besseres Morgen für all unsere Bürger schaffen.
Von Küste zu Küste, am Arbeitsplatz, in Schulen und in Laboratorien,
auf neuen Baustellen und ebenso in Kirchen und kommunalen Gruppen helfen
Nachbarn ihren Nachbarn.

Und sie haben bereits mit dem Aufbau, der Forschung,
- 22 -

�der Forschung, der Arbeit und dem Geben begonnen - Dinge, die unser Land
wieder groß machen werden.
Ich bin davon überzeugt, weil ich an diese Menschen glaube - an die
Stärke ihrer Herzen und ihres Geistes v an die Verpflichtung, die jeder von
ihnen für die täglichen Dinge des Lebens mitbringt, seien sie nun groß oder
einfach.

Die Herausforderung für uns in der Regierung ist es, daß wir uns

ihrer wert erweisen, daß wir die Regierung in den große

Anforderung

stellen-

den,aber verheißungsvollen Tagen, die vor uns liegen, zu einer Hilfe und
nicht zu einem Hindernis für unser Volk machen.
Wenn wir das tun, und wenn es uns wichtig ist, was unsere Kinder und
Kindeskinder einmal von uns sagen werden, wenn wir wollen, daß sie eines
Tages dankbar sind für unser Tun hier in diesem Hort der Freiheit, dann
werden wir zusammenarbeiten, um Amerika besser für unser Erdenleben zu machen
- nicht nur in diesem Jahr oder in diesem Jahrzehnt, sondern auch im nächsten
Jahrhundert und darüber hinaus.

- 23 -

�</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </file>
  </fileContainer>
  <collection collectionId="4">
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="6534">
                <text>Dokumente</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </collection>
  <itemType itemTypeId="19">
    <name>Digitalisat</name>
    <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
  </itemType>
  <elementSetContainer>
    <elementSet elementSetId="1">
      <name>Dublin Core</name>
      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
      <elementContainer>
        <element elementId="40">
          <name>Date</name>
          <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="9086">
              <text>25.01.1983</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="50">
          <name>Title</name>
          <description>A name given to the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="9087">
              <text>Amerikadienst 25.01.1983 - Sonderdienst</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="51">
          <name>Type</name>
          <description>The nature or genre of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="9088">
              <text>Digitalisat</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="39">
          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="9089">
              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="41">
          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="13832">
              <text>Präsident Reagans Botschaft über die Lage der Nation&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- 25. Januar 1983 -&lt;/em&gt;</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
      </elementContainer>
    </elementSet>
  </elementSetContainer>
</item>
