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und
Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

5. Januar 1983

INHALT

DOKUMENTATION
Reagan bekräftigt Unterstützung für afghanische Freiheitskämpfer
- Erklärung zum dritten Jahrestag der sowjetischen Invasion Carstens und Burns unterstreichen Bedeutung des Jugendaustauschprogramms
- Dreitägiges Symposium in Bonn -

HINTERGRUNDMATERIAL
State Department veröffentlicht Bericht über Lage in Afghanistan
- Widerstandsbewegung wurde stärker USA leisten Hauptbeitrag für afghanische Flüchtlinge

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Erstflug der Raumfähre "CHALLENGER"
- Größter Nachrichtensatellit der Welt als Nutzlast

Um Über/endung von
Belegexemplaren
wird gebeten

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�Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

5. Januar 1983

REAGAN BEKRÄFTIGT UNTERSTÜTZUNG FÜR AFGHANISCHE FREIHEITSKÄMPFER
- Erklärung zum dritten Jahrestag der sowjetischen Invasion -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Reagan hat am 26. Dezember 1982
anläßlich des dritten Jahrestages des sowjetischen Einmarsches in
Afghanistan unterstrichen, daß die Vereinigten Staaten die afghanischen Freiheitskämpfer nicht vergessen werden, die der sowjetischen Invasion Widerstand leisteten. Gleichzeitig gab er der
Hoffnung Ausdruck, daß die neue sowjetische Führung, die sich
im neuen Jahre bietenden Möglichkeiten nützen werde, um eine
politische Lösung für Afghanistan zu erreichen.
Die Erklärung des amerikanischen Präsidenten hat folgenden
Wortlaut: Während dieser Feiertage, da die meisten Amerikaner sich
im Schöße ihrer Familien wohlfühlen und sich der Segnungen ihres
Landes erfreuen, kann man sich schwer vorstellen, daß in einem
weit entfernten Gebirgsland ein tapferes Volk einen Kampf um die
Freiheit führt, der uns alle angeht. Wie weit auch dies alles
von unserem täglichen Leben entfernt sein mag: In Afghanistan
findet eine Auseinandersetzung statt, die wir nicht vergessen
dürfen.
Afghanistan ist

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�Afghanistan ist wichtig für die Welt, weil das afghanische
Volk dem sowjetischen Imperialismus widersteht. Vor drei Jahren,
am 27. Dezember 1979, marschierte die Sowjetunion in Afghanistan
ein und etablierte einen neuen kommunistischen Führer für das
marxistische Regime, das 1978 die Macht ergriffen hatte. Zum
erstenmal seit dem Zweiten Weltkrieg setzten die Sowjets außerhalb
ihrer Grenzen und Osteuropas eine große militärische Streitmacht
ein in dem Versuch, anderen ihren Willen aufzuzwingen. Sollte
dieser Aggression Erfolg beschieden sein, wird sie gefährliche
Auswirkungen auf die Sicherheit freier Menschen überall haben.
Drei Jahre nach der Invasion ist die sowjetische Besetzung
Afghanistans immer noch erfolglos geblieben. Selbst mit der Aufstockung ihrer Streitkräfte auf nahezu 105 000 Mann in diesem Jahr
waren die Sowjets und ihr Karmal-Marionettenregime nicht in der
Lage, das weite Land zu kontrollieren oder zahlreiche Städte zu
sichern. Sie waren nicht in der Lage, die kommunistisch befehligte
afghanische Armee wiederaufzubauen und eine wirksame Regierung
einzusetzen.
Dies ist auf den Geist und den Willen der Mehrheit des afghanischen Volkes zurückzuführen sowie auf die Mujahedin, die Freiheitskämpfer, die den sowjetischen Invasoren auch weiterhin Widerstand
leisten. Sie konnten sich im Verlauf der immer wieder gegen sie
vorgetragenen Offensiven im Frühling und Sommer dieses Jahres
zurückziehen und dann ihre Positionen wiedererlangen, nachdem die
sowjetischen Streitkräfte abgezogen waren. Ihre Kräfte und ihr
Wille blieben intakt.
Wir müssen

�Wir müssen uns darüber im klaren sein, daß die Kosten an
Menschenleben in diesem Kampf gewaltig sind. In den verstärkten
Kämpfen des Jahres 1982 stiegen die Verluste auf beiden Seiten an,
und die Zivilbevölkerung litt mehr denn je zuvor. Die Ernten
und die Felder wurden von den Sowjets zerstört, die damit versuchten,
den Freiheitskämpfern die Unterstützung der einheimischen Bevölkerung zu verwehren. Häuser und selbst ganze Dörfer wurden dem Erdboden gleichgemacht. Wir haben überzeugende Beweise für den Einsatz chemischer Waffen seitens der Sowjets gegen die Afghanen.
Der Flüchtlingsstrom nach Pakistan und in Afghanistan selbst ist
immer größer geworden, nachdem die Landbevölkerung vor der Zerstörung des Krieges flieht. Es ist eine traurige und bewegende
Geschichte.
Die Vereinigten Staaten werden dieses tapfere Volk und seinen
Kampf nicht vergessen. Wir haben wiederholt erklärt, daß wir eine
Lösung auf dem Verhandlungswege für Afghanistan auf der Grundlage
des völligen Abzugs der sowjetischen Truppen unterstützen. Wir
haben uns im November erneut der großen Mehrheit der Weltgemeinschaft angeschlossen in der Unterstützung einer Resolution, die
eine Regelung auf dieser Basis forderte. Erst vor einigen Wochen
habe ich mit dem pakistanischen Präsidenten Zia während seines
Besuches in den Vereinigten Staaten die Notwendigkeit für eine
Lösung des Afghanistan-Problems erörtert. Wir haben uns beide
einer Lösung auf dem Verhandlungswege verpflichtet, die Afghanistan
in die Reihen unabhängiger und blockfreier Nationen zurückkehren
läßt.
Wir in den Vereinigten Staaten hoffen inständig, daß die
neue Führung der Sowjetunion die Möglichkeiten nutzen wird, die
das neue Jahr ohne Frage für das Erreichen einer Lösung in

- 3 -

�Lösung in Afghanistan bringen wird. Die Vereinigten Staaten
möchten nicht, daß das Leiden und die Entbehrungen für das
afghanische Volk andauern;
aber wir werden weder in unserer
Unterstützung nachlassen noch dieses Volk und seine Sache der
Freiheit im Stich lassen.
Wir hoffen, daß im Jahre 1983 eine freie und unabhängige
afghanische Nation ihren Platz in der Weltgemeinschaft wieder
einnehmen kann. Wir werden nicht aufhören, die auf dieses Ziel
gerichteten afghanischen Anstrengungen zu unterstützen.

- 4 -

�Dokumentation

I

United States Information Service
Embassy of the United States of America

5. Januar 1983

CARSTENS UND BURNS UNTERSTREICHEN BEDEUTUNG DES JUGENDAUSTAUSCHPROGRAMMS
- Dreitägiges Symposium in Bonn -

BONN - (AD) - Bundespräsident Karl Carstens und der amerikanische Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland, Arthur F.
Burns, haben anläßlich eines dreitägigen deutsch-amerikanischen
Symposiums in Bonn, das vom 12. bis 15. Dezember 1982 stattfand,
die Bedeutung des Jugendaustausches zwischen beiden Ländern
unterstrichen. Carstens betonte, daß er im Jahre 1948 an der
Universität Yale studiert habe und ein sehr gutes Beispiel für
die Nützlichkeit des Jugendaustausches sei. Er sei überzeugt,
daß sein Leben anders verlaufen wäre, wenn er nicht diese Erfahrungen in den Vereinigten Staaten hätte machen können.
Botschafter Burns wies darauf hin, daß durch den Jugendaustausch Mißverständnisse zwischen den einzelnen Ländern beseitigt
werden könnten. Die Austauschprogramme förderten die internationale
Harmonie, den internationalen Frieden und die internationale
Prosperität.
Die Ausführungen

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�Die Ausführungen von Bundespräsident Carstens haben folgenden
Wortlaut:
Meine Damen und meine Herren, ich heiße Sie sehr herzlich
willkommen als die Teilnehmer an dem Deutsch-Amerikanischen
Symposium für den Jugendaustausch. Ich messe den deutsch-amerikanischen Beziehungen eine sehr große Bedeutung bei, und ich
messe eine ganz besonders große Bedeutung dem Jugendaustausch
zwischen unseren beiden Ländern bei. Und ich will das kurz begründen warum.
Ich denke, die deutsch-amerikanischen Beziehungen bestehen
nicht nur in unserer Zugehörigkeit zum gemeinsamen Bündnis, obwohl
das auch sehr wichtig ist, sondern sie haben lang in die Geschichte
zurückreichende Wurzeln. Unsere beiden Kulturen, unsere beiden
Zivilisationen ruhen auf gleichartigen Wertvorstellungen über
Demokratie und Freiheit und Recht und Menschenwürde. Unsere beiden Länder haben sich gegenseitig in ihrer Geschichte sehr befruchtet. Es sind viele meiner Landsleute in den zurückliegenden
Jahrhunderten nach Amerika ausgewandert. Nächstes Jahr wollen
wir den 300. Jahrestag der Ankunft der ersten Deutschen in Amerika,
nämlich in Philadelphia, feiern. Es waren, wenn ich das mit
einem bescheidenen Respekt sagen darf, mit die besten unserer
Landsleute, die uns in diesen Jahrhunderten verlassen haben und
nach Amerika gegangen sind. Es waren Landsleute, die hier verfolgt wurden wegen ihrer religiösen oder ihrer politischen Überzeugung - und später aus rassischen Gründen - und die in Amerika
Zuflucht gesucht und Freiheit gefunden haben. So haben Deutsche
einen Beitrag zur Entwicklung Amerikas geleistet. Aber umgekehrt
hat Amerika einen bedeutenden

�einen bedeutenden Beitrag zur geistigen Entwicklung unseres Landes
geleistet, und ich spreche hier insbesondere von dem Einfluß der
amerikanischen Freiheitsideen, so wie sie sich in der Erklärung
von Philadelphia und in der amerikanischen Verfassung niedergeschlagen haben auf Deutschland, auf die deutsche Geistesentwicklung und auf die deutschen Verfassungen.
Und wenn ich einen Augenblick die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg ins Auge fasse, dann möchte ich diese Gelegenheit benutzen,
um den Vereinigten Staaten von Amerika ein Wort herzlichen Dankes
zu sagen. Der Marshallplan hat die deutsche Wirtschaft ebenso
wie die europäische Wirtschaft nach den schweren Zerstörungen im
Zweiten Weltkrieg wieder in Gang gebracht. Die Luftbrücke nach
Berlin hat Berlin 1948/49 in einer lebensbedrohenden Krise gerettet. Seit Anfang der 50iger Jahre gehören wir dem gleichen
Bündnis an, seitdem stehen amerikanische Soldaten als unsere
Bundesgenossen in Deutschland. Ihnen gilt mein besonderer Dank,
und ich möchte diese Gelegenheit benutzen, um auf das schärfste
die Anschläge zu verurteilen, die in letzter Zeit gegen amerikanische Soldaten und amerikanische Einrichtungen verübt worden
sind.
Das sind alles Dinge, die uns miteinander verbinden, aber,
natürlich gibt es auch Unterschiede der Politik der Vereinigten
Staaten und unseres Landes. Diese Unterschiede hängen mit den
Interessen und den Verantwortlichkeiten jedes der beiden Länder
zusammen. Die amerikanische Verantwortung is weltweit. Sie
umfaßt Zentralamerika, Südamerika, Afrika, den Nahen Osten, den
Fernen Osten, Südostasien und die Ost-West-Beziehungen - die
Beziehungen zur Sowjetunion und den Partnern des Warschauer Paktes.
Unsere Politik wird sehr stark bestimmt durch die letzteren,

- 3 -

�t

die letzteren, durch die Ost-West Beziehungen, und die Politik
unseres Landes noch in besonderer Weise dadurch, daß unser Land
geteilt ist und ein Viertel der Deutschen zum Warschauer Pakt,
zum Herrschaftssystem der Kommunisten, gehören. Dies macht es
notwendig, daß Deutsche und Amerikaner sich regelmäßig miteinander unterhalten, sich aufeinander abstimmen und daß sie dort,
wo unterschiedliche Auffassungen vertreten werden, klären, warum
das so ist und wie man diese Auffassungsunterschiede überwinden
kann. Deswegen ist es so wichtig, daß Austausch stattfindet und
insbesondere daß Jugendaustausch stattfindet.
Ich selbst bin ein Beispiel für die Nützlichkeit des Jugendaustausches zwischen Amerika und Deutschland: Ich bin nämlich vor
34 Jahren, 1948, als Austauschstudent nach Amerika an die Universität Yale gegangen, und mein ganzes Leben wäre anders verlaufen;
ich wäre noch heute Rechtsanwalt in meiner Heimatstadt in Bremen,
wenn ich nicht diese Erfahrung damals in Amerika gemacht hätte.
Deswegen unterstütze ich und befürworte ich den Jugendaustausch, und ich danke Ihnen allen herzlich dafür, daß Sie daran
mitwirken, daß Sie diesen Austausch organisieren; und wir alle
wollen dazu beitragen, daß er noch stärker, noch intensiver wird
als bisher.
Die Erklärung des amerikanischen Botschafters hat folgenden
Wortlaut:
Herr Bundespräsident, Ihre Begeisterung für das Jugendaustauschprogramm und Ihre Unterstützung kann ich nur voll und ganz
teilen. Ich muß Ihnen sagen, daß ich, bevor ich als Botschafter
hierher kam, nur wenig darüber gewußt habe und mein Interesse daran
sehr gering war. Aber seit ich hier bin und meinen Posten als

- 4 -

�Posten als Botschafter angetreten habe und mich ganz und gar mit
den politischen Beziehungen meines Landes zu Ihrem Lande beschäftige - und damit auch in einem gewissen Maße zu ganz Europa habe ich erfahren, daß oft Mißverständnisse bestehen. Und sie
bestehen nicht nur zwischen unseren Geschäftsleuten und unseren
Landwirten und unseren Fabrikarbeitern und unseren Universitätslehrern und Studenten, sondern auch zwischen hohen Regierungsvertretern. Ich habe herausgefunden, daß sie oft schlecht uebereinander informiert sind, über ihre Motive, und daß es nur einen Weg
gibt, um dieses Problem zu überwinden, nämlich daß sie mehr miteinander zusammenkommen und immer ehrlich und gründlich miteinander reden.
Eines habe ich jedoch jetzt gelernt: Das Jugendaustauschprogramm ist außerordentlich wichtig. Es versetzt junge Menschen
in dem Alter, in dem sie die entscheidenden Eindrücke bekommen,
in die Lage, einander kennenzulernen, ein anderes Land kennenzulernen, zu lernen, wie andere Menschen leben, was sie denken,
was sie lesen und was ihnen wichtig ist; mit anderen Worten, mit
einer anderen als der eigenen Kultur vertraut zu werden.
Herr Bundespräsident, Sie werden im nächsten Jahr nach den
Vereinigten Staaten kommen, um an der Feier des 300. Jahrestages
der deutschen Einwanderung nach Amerika teilzunehmen. Ich muß
Ihnen sagen, daß das deutsche Volk viel geleistet hat, um Amerika
aufzubauen und es zu dem zu machen, was es heute ist; und wir sind
zutiefst dankbar dafür. Ich bin sicher, daß Sie die Gefühle, die
Sie heute zum Ausdruck gebracht haben, ebenso beredt, ja noch
beredter zum Ausdruck bringen werden, wenn Sie nach den Vereinigten Staaten kommen. Ihr Englisch ist ausgezeichnet; sie mögen
Amerika; die Amerikaner mögen Sie, und Sie werden ein herzliches
Willkommen erleben, wenn Sie in unser Land kommen. über welches

- 5 -

�über welches Thema Sie dann sprechen werden, ist eine Sache, die
Sie zur rechten Zeit entscheiden werden, und es wäre völlig unangebracht, wenn ich als Botschafter Ihnen etwas vorschlagen würde.
Ich kann mir also nicht anmaßen, Vorschläge zu machen, aber ich
darf eine Hoffnung, oder einen Wunsch, zum Ausdruck bringen. So
hoffe ich also sehr, daß Sie es angebracht finden werden, wenn
Sie in unser Land kommen, Ihre Gefühle zum Jugendaustauschprogramm
zum Ausdruck zu bringen und vielleicht auch, wie Sie das heute
getan haben, über die Rolle zu sprechen, die das Jugendaustauschprogramm in Ihrem eigenen Leben gespielt hat.
Sie alle, die Sie mit dem Jugendaustauschprogramm zu tun haben«
dienen nicht nur den Interessen guter Beziehungen zwischen der
Bundesrepublik Deutschland und den Vereinigten Staaten, sondern
Sie dienen darüber hinaus der fundamentalen Zielsetzung der internationalen Harmonie, des internationalen Friedens und der internationalen Prosperität. Ich möchte Ihnen allen im Namen meines
Landes danken, und ich möchte Ihnen, Herr Bundespräsident, noch
einmal besonders dafür danken, daß Sie diese Zusammenkunft ermöglicht und mich zu Ihnen eingeladen haben.

+ + +

- 6 -

�5. Januar 1983

STATE DEPARTMENT VERÖFFENTLICHT BERICHT ÜBER LAGE IN AFGHANISTAN
- Widerstandsbewegung wurde stärker -

WASHINGTON - (AD) - Die Widerstandsbewegung in Afghanistan
wurde im Jahre 1982 trotz der militärischen Operationen der Sowjets
in vielen Teilen des Landes stärker und besser organisiert. Zu
dieser Beurteilung kommt ein Bericht des amerikanischen Außenministeriums, der jetzt unter dem Titel: "Afghanistan - Drei Jahre
Besetzung" veröffentlicht worden ist.
In dem
gegenwärtig
Afghanistan
Afghanistan
der Grenze,

Bericht wird darauf hingewiesen, daß die Sowjetunion
rund 135 000 Mann im Zusammenhang mit dem Krieg in
eingesetzt hat - schätzungsweise 105 000 Soldaten in
selbst sowie 30 000 Mann auf der sowjetischen Seite
die mit Nachhut- und Nachschubaufgaben betraut sind.

Der Bericht stellt ferner fest, daß die militärischen Operationen der Sowjets im Jahre 1982 massiver und sorgfältiger vorbereitet gewesen seien als 1981. Sie seien offensichtlich darauf
abgestellt gewesen, nicht nur die Stützpunkte der Freiheitskämpfer
zu zerstören, sondern auch die Zivilbevölkerung einzuschüchtern
und sie von einer Unterstützung der Mujahedin abzuhalten. Trotzdem
sei es den Sowjets im allgemeinen nicht gelungen, "die Widerstands-

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�"die Widerstandskräfte zu entmutigen oder sie aus ihren Stützpunkten zu vertreiben". Die Aktivität der Freiheitskämpfer, so
heißt es weiter, habe sich in den letzten Monaten selbst in der
Hauptstadt Kabul trotz aller sowjetischer Maßnahmen innerhalb
und außerhalb der Stadt in dramatischer Weise verstärkt.
Das amerikanische Hintergrundpapier gibt einen umfaßenden
Überblick über die militärische, politische und wirtschaftliche
Situation in Afghanistan drei Jahre nach der sowjetischen Invasion.
Dabei werden in der Analyse folgende Hauptpunkte herausgestellt:
- Die Sowjetunion hat im Jahre 1982 weiterhin tödliche chemische
Waffen gegen die afghanischen Freiheitskämpfer eingesetzt. Dies
geschah selektiv - im allgemeinen gegen die Mujahedin in relativ
unzugänglichen Bereichen. So wurden chemische Kampfstoffe gegen
Freiheitskämpfer eingesetzt, die sich in Höhlen oder unterirdischen
Kanälen verbargen. Eine genaue Untersuchung zweier sowjetischer
Gasmasken, die kürzlich erbeutet wurden, hat den bereits früher
gehegten Verdacht bestätigt, daß die Sowjets tödliche Trichothecen Mykotoxine - als "Gelber Regen" bekannt - angewendet haben.
- Ein Haupthindernis für militärische Erfolge der Sowjets ist
die Unfähigkeit Moskaus, die afghanische Armee wieder aufzubauen.
Es gibt nicht nur zu wenige Rekruten, sondern auch die Loyalität
des Offizierskorps muß in Zweifel gezogen werden. Das Regime in
Kabul war nicht in der Lage, eine Armee von 30 000 - 40 000 Mann
aufzustellen; durch Desertationen gehen im Jahr etwa 10 000 Soldaten
verloren, die Ausfälle betragen rund 5 000 Mann.
- Gerüchte über einen Plan der Regierung, ein ziviles Verteidigungskorps von Jugendlichen (16-18 Jahre alt) und älteren Männern
(40-45 Jahre alt) für Bewachungsaufgaben aufzustellen, haben große
Unruhe in der Bevölkerung ausgelöst. Kinder im Alter von 10-15
Jahren sollen in der Schule eine militärische Ausbildung erhalten,

- 2 -

�Ausbildung erhalten, um auf diese späteren Aufgaben vorbereitet
zu werden. Damit soll ein Teil der Polizeitruppe für Kampfeinsätze freigestellt werden. Der Plan soll angeblich im März 1983
in Kraft gesetzt werden.
- Aufgrund der Schwerpunktverlagerung auf große Militäreinsätze
im Jahre 1982 haben die sowjetischen Verluste zugenommen. Um diese
wieder herabzuschrauben, haben die Sowjets in großem Maße zu
Luftangriffen Zuflucht genommen und die afghanischen Einheiten zu
Bodeneinsätzen gezwungen.
- Der von den Sowjets eingesetzte Babrak Karmal weist immer wieder
darauf hin, daß der Zusammenbruch der afghanischen Wirtschaft ein
politisches Problem sei, das die Parteimitglieder lösen müßten.
Das Regime hofft auf bessere wirtschaftliche Verhältnisse, um
Unterstützung für die Regierung zu gewinnen; die Wirtschaft kann
jedoch keinen Aufschwung erleben, solange sich ein so großer Teil
des Landes unter der Kontrolle der Freiheitskämpfer befindet.
- Die afghanische Erdgasindustrie ist der einzige Sektor der
Wirtschaft, der mehr oder weniger normal funktioniert. Fast das
gesamte Erdgas, das aus Lagerstätten nahe der sowjetischen Grenze
stammt - von den Sowjets Anfang der sechziger Jahre entwickelt wird in die Sowjetunion exportiert. Nur die nominellen Preiserhöhungen, die seit der Besetzung ausgehandelt wurden, sorgen dafür,
daß die Wirtschaftsstatistiken Afghanistans nicht noch schlechter
aussehen, als dies ohnehin schon der Fall ist.
- Wenn auch der Hauptnachdruck Moskaus im Jahre 1982 auf der
Verfolgung seiner militärischen Ziele lag, ist die Sowjetunion

- 3 -

�die Sowjetunion ebenfalls um eine langfristige Politik der Stimulierung eines günstigeren politischen Klimas für sich und seine
Schützlinge bemüht. Dabei spielt eine besondere Rolle die Schaffung
eines loyalen Kaders junger Menschen und zwar durch die Sowjetisierung des afghanischen Erziehungssystems sowie durch umfangreiche
Ausbildungsprogramme für junge Afghanen in der Sowjetunion.
- Moskau schafft eine Infrastruktur nach sowjetischem Muster in
Afghanistan, um die Menschen nach sowjetischen Vorstellungen zu
'
formen. Dabei sollen solche Organisationen wie die nationale
vaterländische Front allmählich unter der Bevölkerung Fuß fassen.
- Die Mission der Vereinten Nationen zur Förderung einer politischen Lösung der Afghanistan-Krise hat in Verfahrensfragen
gewisse Fortschritte erzielt. Die von der Weltorganisation geför- ,
derten indirekten Gespräche in Genf begannen im Juni damit, sich
mit Sachfragen zu befassen; die entscheidende Phase der Verhandlungen liegt jedoch noch in der Zukunft. Der Vertreter der Vereinten Nationen, Diego Cordovez, wird in Kürze seine Bemühungen
um eine Ausweitung dessen, was er als ein Gebiet der Übereinstimmung zwischen den Parteien ansieht, wieder aufnehmen. Der
Erfolg oder der Fehlschlag dieser Verhandlungen wird jedoch
letztlich davon abhängen, ob die Sowjetunion zu einem Abzug ihrer
Truppen aus Afghanistan bereit ist.
+ + +

- 4 -

�5. Januar 1983

USA LEISTEN HAUPTBEITRAG FÜR AFGHANISCHE FLÜCHTLINGE

WASHINGTON - (AD) - Die amtliche und private Hilfe aus den
Vereinigten Staaten für die afghanischen Flüchtlinge stellt den
Hauptbeitrag zur Linderung der Not der Opfer der sowjetischen
Invasion dar. Seit die Sowjets vor drei Jahren im Dezember 1979
in das unabhängige und blockfreie Land einmarschierten, sind
schätzungsweise 2,7 Millionen Afghanen nach Pakistan geflüchtet;
weitere 1,5 Millionen halten sich an der iranischen Grenze auf.
Zusammen stellen sie die größte Flüchtlingsgruppe der Welt dar.
Mit Unterstützung durch die Vereinten Nationen, die Vereinigten Staaten und andere Länder, darunter die Bundesrepublik Deutschland, stellen die Pakistanis den Flüchtlingen große Mengen an
Lebensmitteln, Medikamenten und anderen Hilfsgütern zur Verfügung.
Den weitaus größten Beitrag leisten die Vereinigten Staaten, die
allein 40 Prozent des Lebensmittelprogramms der Vereinten Nationen
seit 1979 rund 217 Millionen Dollar - aufbringen.
In dem andauernden

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�In dem andauernden Zermürbungskrieg, durch den rund ein
Fünftel der afghanischen Bevölkerung ihre Heimat verloren hat,
haben sich die Afghanen gut gehalten. Nach ihren Angaben
kontrollieren die Sowjets nur 20 Prozent des Landes, einschließlich
der großen Städte und der Hauptstadt Kabul.
Im November 1982 hat der amerikanische Justizminister William
French Smith afghanische Flüchtlingslager in Peschawar besucht
und den dort lebenden Afghanen die feste Unterstützung der Vereinigten Staaten zugesichert.
Nach Angaben des amerikanischen Außenministeriums haben die
Vereinigten Staaten 1982 rund 27,15 Millionen Dollar - 30 Prozent
der Mittel des Flüchtlingshochkommissars der Vereinten Nationen
für das Afghanistan-Flüchtlingshilfeprogramm - bereitgestellt.
Für das Haushaltsjahr 1983 sind weitere 27,15 Millionen Dollar
zugesagt - eine Zahl, die noch erhöht werden dürfte.
Die Vereinigten Staaten haben ferner dem Welternährungsprogramm über 70 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt und dem
Internationalen Komitee des Roten Kreuzes 3 Millionen Dollar.
Alle mit der Betreuung von afghanischen Flüchtlingen befaßten Organisationen berichteten übereinstimmend, daß diese
Flüchtlinge in ihre Heimat zurückkehren wollen, daß dies jedoch
nicht vor dem Abzug der sowjetischen Truppen und einer annehmbaren politischen Lösung möglich sei.
Eine wichtige

- 2 -

�Eine wichtige Rolle bei der Flüchtlingsbetreuung spielt
unter anderem das Internationale Rettungskomitee in New York,
eine gemeinnützige Organisation, die mit privaten Spenden
arbeitet. Das Komitee legt den Hauptnachdruck auf Hilfe zur
Selbsthilfe. Eine ähnliche Aufgabe hat sich das ebenfalls
gemeinnützige Afghanistan-Hilfskomitee in New York gesetzt.
Der Erfolg der Hilfstätigkeit ist vor allem auf die Werbung
im amerikanischen Fernsehen zurückzuführen, darunter auch
durch eine Kabelfernsehorganisation, die 18 Millionen amerikanische Haushalte erreicht.
Allein der Afghanistan-Hilfsfonds konnte im Jahre 1982
den Flüchtlingen Medikamente im Werte von 175 000 Dollar zur
Verfügung stellen; weitere Medikamente im Werte von 300 000
Dollar durch die Internationale Direkthilfe in Santa Barbara
in Kalifornien sind auf dem Wege.

+ +

+

- 3 -

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1J

SB

Wi//en/chaft
vnd Technik
United States Information Service
Embassy of the United States of America

5. Januar 1983

ERSTFLUG DER RAUMFÄHRE "CHALLENGER"
Größter Nachrichtensatellit der Welt als Nutzlast
Von G. Weiss

- (AD) - CHALLENGER, die amerikanische Raumfähre Nr. 2, soll Ende Januar in Kap Canaveral zum ersten Flug starten. STS-6 (Kurzbezeichnung für
den sechsten Einsatz des Raumtransporters) steht unter dem Kommando von Paul
J. Weitz (50), der im Jahr 1973 an Bord von SKYLAB bereits 28 Tage im Weltraum verbrachte und u.a. auch Außenbordarbeiten durchführte. Für seinen Kopiloten Karol J. Bobko (45) sowie für die beiden Wissenschaftsastronauten
Donald H. Peterson (50) und Story Musgrave (47) wird es der erste Raumflug
sein. Ursprünglich waren nur drei Tage dafür angesetzt. Das Unternehmen
dürfte jedoch um zwei Tage verlängert werden, damit das Ausstiegsmanöver nachgeholt werden kann, auf das beim fünften Flug der COLUMBIA (11. bis 16. November 1982) wegen technischer Mängel an den neuen Schutzanzügen verzichtet
werden mußte.
COLUMBIA wird gegenwärtig umgerüstet, um das in Bremen gebaute Weltraumlabor (SPACELAB) aufnehmen und einer mindestens vierköpfigen Besatzung mehr
Bewegungsfreiheit geben zu können.

Der Zugangstunnel zwischen der Mannschafts-

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�der Mannschaftskabine der Raumfähre und dem im Frachtraum installierten Weltraumlabor wird derzeit in einer Serie rigoroser Tests erprobt.

Im September

1983 steht COLUMBIA wieder zur Verfügung, um zum ersten Mal mit SPACELAB an
Bord zu starten.

Bis dahin wird CHALLENGER von Januar bis Juli im Dreimonats-

rhythmus eingesetzt.
Die neue Raumfähre wurde kürzlich aus der Montagehalle des KennedyRaumflugzentrums zur Startrampe gebracht, wo Probezündungen zur Oberprüfung
ihrer drei Haupttriebwerke vorgenommen werden.

Die Leistung der modifizier-

ten Triebwerke ist um jeweils 6800 kp größer als die der COLUMBIA-Triebwerke
und liegt jetzt bei 177 058 kp (am Boden in Seehöhe).

Durch Gewichtseinspa-

rungen sowohl am großen Außentank, der die flüssigen Treibstoffe transportiert,
als auch an den beiden riesigen Feststoffraketen, deren Innenvolumen und damit
Aufnahmefähigkeit für Festtreibstoffe gleichzeitig vergrößert wurde, erhöht
sich die Ladekapazität des Raumtransporters um 2,7 Tonnen.

Größter Nachrichtensatellit für 36 000-km-Bahn
Das wichtigste und mit Abstand bisher größte und schwerste Frachtgut
einer Raumfähre wird ein neuartiger Nachrichtensatellit des US-Amtes für Luftund Raumfahrt (NASA) sein.

Es handelt sich um den TDR-Satelliten ("Tracking

and Data Relay Satellite" - Satellit zur Bahnbeobachtung und Datenübermittlung),
der nach dem Absetzen in der Erdumlaufbahn in 270 km Höhe in einem sog. erdsynchronen Orbit in 36 000 km Höhe stationiert werden soll.
Ein Direktstart mit einer der üblichen Trägerraketen für Nachrichtensatelliten von der Erde aus wäre wegen des hohen Gewichts von TDRS gar nicht
möglich.

Er wiegt 18 Tonnen, wovon allerdings der größte Teil auf sein eigenes

Antriebssystem entfällt.

Das Gerät hat 3 m Durchmesser und ist 5,77 m hoch;

bei der Stationierung an seinem "Betriebsort" hat TDRS immerhin noch 2,5 Tonnen Gewicht und wird somit der größte Nachrichtensatellit der Welt in einer
geostationären Bahn sein.

Er ist mit Kollektoren für Sonnenenergie ausge-

�Sonnenenergie ausgerüstet.

Mit ausgefahrenen Solarzellenflügeln beträgt der

Durchmesser 17 m.
Bei Ausnutzung seiner vollen Kapazität wird TDRS in der Lage sein, zu
28 anderen Satelliten zu "sprechen", die von staatlichen Stellen oder kommerziellen Organisationen betrieben werden.

Die dabei erfaßten Daten werden

nicht verarbeitet, sondern direkt zur Bodenstation übermittelt.

Auch der

Funksprechverkehr mit der Raumfähre wird künftig über TDRS laufen.

Bisher

war die NASA auf 13 über die ganze Erde verstreute Bodenstationen angewiesen,
um mit einem Raumtransporter bzw. dessen Besatzung Verbindung zu halten.

Den-

noch gab es immer wieder Lücken in der Kommunikation, d.h. Zeitspannen, fn
denen sich das Fluggerät außerhalb der Reichweite der nächstgelegenen Boden•,s£ationen für den Empfang seiner Funksignale befand.
Im Juli 1983 soll von CHALLENGER aus ein zweiter Satellit dieses Typs
gestartet werden.

Jeder ist in der Lage, pro Sekunde 37 Millionen Informa-

tionseinheiten aufzunehmen und zu übermitteln,

über eine einzige Bodensta-

tion in New Mexico kann dann die NASA ständige Funkverbindung zu den Raumfähren und zu zahlreichen anderen Satelliten halten.

Die bei der kalifor-

nischen Firma TRW, Inc. gebauten TDRS-Geräte werden von dem Unternehmen "Space
Communications" betrieben, einer Tochtergesellschaft von Western Union,
Fairchild Industries und Continental Telephones.
TDRS-System für zehn Jahre gemietet.

Von ihr hat die NASA das

Wenn im September 1983 zum ersten Mal

SPACELAB - betreut von dem deutschen Wissenschaftsastronauten Ulf Merbold •JJD-Raumtransporter zum Einsatz kommt, wird das neue Nachrichtensystem voll
betriebsfähig sein.

Experimente
An Bord der CHALLENGER befinden sich wieder einige Experimentierausrüstungen in sog. "Getaway"-Kanistern, in denen die Versuche wartungsfrei
ablaufen.

Die Kanister gibt es in drei verschiedene Größen.

Jedermann bzw.

jedes Unternehmen oder Forschungsinstitut kann die Dienste der NASA zur Durch- 3 -

�zur Durchführung bestimmter Experimente in Nikrogravitation (in der Erdumlaufbahn ist im Vergleich zur Erdoberfläche nur ein winziger Bruchteil von Schwerkraft wirksam) in Anspruch nehmen.

Je nach Größe des Kanisters oder Inan-

spruchnahme von Raum an Bord werden Gebühren in verschiedener Höhe an die NASA
entrichtet.

So bezahlt die japanische Zeitung Asahi Shimbun für die Mitnahme

eines von ihr geförderten Experiments 10 000 Dollar.

Der Kanister enthält eine

90 kg schwere Apparatur zur Produktion von Schneeflocken.

Man will herausfin-

den, ob in der Schwerelosigkeit gleichmäßig große und einheitlichere Eiskristalle als auf der Erde zu erzeugen sind.
Ein ähnliches, von amerikanischen Studenten ausgearbeitetes Experiment
wurde bereits beim COLUMBIA-Flug STS-5 mitgeführt; die Kristalle wuchsen in
einer chemischen Lösung.

Für die Elektronik- und Computer-Industrie können

solche Versuche sehr wichtig sein, wenn es darum geht, mit besseren Kristallen
aus verschiedenen Materialien leistungsfähigere und langlebigere Bauelemente
für Schaltkreise zu entwickeln.
Kadetten der Luftwaffenakademie in Colorado Springs zahlten ebenfalls
10 000 Dollar für die Mitnahme einer wartungsfrei arbeitenden Versuchsausrüstung, in der man unter Schwerelosigkeit Metalle, die sich auf der Erde
nicht mischen lassen, verbinden will. Im Auftrag des Bundesforschungsministeriums in Bonn war im November 1982 ein Experiment dieser Art mit an Bord
der COLUMBIA genommen worden. Die Bundesrepublik hat insgesamt 25 "Getaway
Special Canisters" zur Mitnahme bei Raumtränsporterflügen gebucht.
Die amerikanische Firma Park Seed Company in Greenwood, Südkarolina,
entrichtet eine Gebühr von 3000 Dollar für einen Kleinkanister, der 46 Arten
von Blumen-, Gemüse- und Kräutersamen enthält.

Das Experiment soll Aufschluß

darüber bringen, ob bestimmte Methoden des Ansetzens der Samen ihr Keimen
und das Wachsen der jungen Pflänzchen fördern.

Solche Informationen könnten

wichtig sein, wenn bei späteren bemannten Raumflügen bzw. in einer Raumstation
zusätzliche Nahrungsquellen oder Möglichkeiten für die Produktion von Frischkost erschlossen werden sollen.

Einem Bericht von NASA-Direktor James M.

Beggs zufolge hat die NASA mit acht Konsortien aus der Industrie und von Uni- 4 -

�von Universitäten Studien über die Notwendigkeit und Nützlichkeit von Raumstationen vereinbart. Die Ergebnisse sollen Anfang 1983 vorgelegt werden.
Eine Reihe anderer wissenschaftlicher und technischer Experimente,
die in früheren Raumfähren-Flügen begonnen wurden, laufen an Bord der
CHALLENGER weiter. Dazu gehört z.B. die Beobachtung von Blitzen auf der
Tag- und Nachtseite der Erde, ferner der Betrieb eines kleinen Reaktors zur
Produktion winziger Latex-Kügelchen einheitlicher Größe, die als Träger für
Medikamente dienen können, sowie einer Elektrophorese-Apparatur.

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              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Reagan bekräftigt Unterstützung für afghanische Freiheitskämpfer&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Erklärung zum dritten Jahrestag der sowjetischen Invasion -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Carstens und Burns unterstreichen Bedeutung des Jugendaustauschprogramms&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Dreitätiges Symposium in Bonn -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;State Department veröffentlicht Bericht über Lage in Afghanistan&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Widerstandsbewegung wurde stärker -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;USA leisten Hauptbeitrag für afghanische Flüchtlinge&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Erstflug der Raumfähre "CHALLENGER"&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Größter Nachrichtensatellit der Welt als Nutzlast -&lt;/em&gt;</text>
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