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                  <text>nrofffiacion
und
Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

17. November 1982

45
INHALT
DOKUMENTATION

Erklärung Präsident Reagans bei der Begrüßung von Bundeskanzler Kohl
Erklärung Präsident Reagans bei der Verabschiedung von Bundeskanzler Kohl
Reagan hebt Sanktionen gegen Bau der Erdgasleitung auf
- Rundfunkansprache des US-Präsidenten Reagan: USA weiterhin an Verbesserung der Beziehungen zur UdSSR
interessiert
- Pressekonferenz des US-Präsidenten Erklärung Ronald Reagans zum Jahrestag der Solidarität
- 10. November ein Meilenstein im Kampf um die Freiheit Erklärung der Internationalen Gewerkschaftsbewegung zu Polen
- Forderung nach Wiederherstellung der gewerkschaftlichen Rechte in Polen
HINTERGRUNDMATERIAL
Gemeinnützige Organisationen der USA:

Hilfe für das polnische Volk

- Von unserem Korrespondenten Elez Biberaj WISSENSCHAFT UND TECHNIK
COLUMBIA vom ersten kommerziellen Einsatz zurück
- Fremdaufträge ausgeführt - Reichhaltiges Arbeitsprogramm öl- und Gasexploration Schwerpunkt bei Investitionen
Schiffsfunk über INTELSAT V

Belegexemplaren
wird gebeten

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�17. November 1982

Nr. 45

ERKLÄRUNG PRÄSIDENT REAGANS BEI DER BEGRÜSSUNG VON
BUNDESKANZLER KOHL

WASHINGTON - (AD) - Präsident Ronald Reagan hat bei der Begrüßung von
Bundeskanzler Helmut Kohl bei dessen Ankunft im Weißen Haus am 15. November 1982 folgende Erklärung abgegeben:
Bundeskanzler Kohl, Frau Kohl, im Namen des amerikanischen Volkes
ist es für Nancy und mich eine Ehre und Freude, Sie in Washington willkommen zu heißen. Vor meinen Besuch in der Bundesrepublik Deutschland in
diesem Jahr half Bundeskanzler Kohl, der damals noch nicht das hohe Amt
bekleidete, das er heute innehat, mehrere Kundgebungen zu organisieren.
Er wollte uns wissen lassen, daß wir willkommen seien, und allen Amerikanern den ehrlichen, guten Willen des deutschen Volkes versichern.
Bundeskanzler Kohl, ich schätze diese wunderbare Geste sehr hoch. Wie
ich hörte, haben in Bonn rund 75 000 Menschen an der Kundgebung teilgenommen, und auf einem der Transparente war zu lesen: Sag etwas Gutes über
Amerika! Heute sind bestimmt alle Amerikaner glücklich, dieses Kompliment

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�dieses Kompliment zurückzugeben, denn es gibt sicherlich sehr viel Gutes
zu sagen über Sie, Herr Bundeskanzler, über das deutsche Volk und über
das starke Band, das uns verbindet.
Eine kürzliche Studie hat ergeben, daß heute mehr Amerikaner ihre
Herkunft in Ihr Land zurückverfolgen können als in irgendein anderes
Land. Deutsche Einwanderer brachten die harte Arbeit und Entschlossenheit auf, die einen großen Teil des Mittleren Westens besiedelte und
rauhes Land an den neuen Grenzen, wie das in den Dakotas, eroberte und
auf diesem Land wunderbare Ernten reifen ließ, die halfen, die Welt zu
ernähren. In anderen Industrien halfen deutsche Energie und deutscher
Einfallsreichtum, die Fabriken und Betriebe zu bauen, die unseren Lebensstandard hochschnellen ließen und das Schicksal des Mannes auf der
Straße von einem Leben der Schinderei zu neuem Fortschritt erhob im
Einklang mit der Würde und Achtung des Einzel menschen. Aber wie Sie
wissen, Herr Bundeskanzler, war es nicht nur einfach harte Arbeit, die
Amerika aufgebaut hat. Hier gab es Freiheit - Freiheit, zu der deutsche
Einwanderer viel beigetragen haben.
Einer der ersten Präzedenzfälle der Pressefreiheit beispielsweise
wurde geschaffen, als Peter Zenger, ein deutscher Einwanderer, in seiner Zeitung sich offen gegen den Mißbrauch der Macht durch einen öffentlichen Bediensteten aussprach. Als die Geschworenen Peter Zenger freisprachen, machten sie die Pressefreiheit zu einem Eckpfeiler unseres
demokratischen Systems. Mitte des neunzehnten Jahrhunderts, als sich
die Unruhe in ganz Westeuropa ausbreitete, waren wir das Aufnahmeland
vieler politischer Flüchtlinge, die große Beiträge zur Freiheit in
Amerika geleistet haben. Einer der bedeutsamsten, Carl Schurz, war eines
der Gründungsmitglieder der Republikanischen Partei. Hier sehen Sie,
Herr Bundeskanzler, einen Grund, warum ich persönlich so dankbar bin.
Zu Ihrer

�Zu Ihrer Begrüßung weilt unter uns heute eine Gruppe junger Menschen
aus Ihrem Lande, die die Herbstmonate bei amerikanischen Familien in
Virginia verbringen. Sie sind Teil unseres Jugendaustauschprojekts zwischen unseren beiden Ländern,und diese Art von Verbindungen läßt viel
für die Zukunft hoffen.
Die Zukunft unserer beiden Länder hängt so sehr von Freundschaft
und gemeinsamen Werten ab. In diesen unsicheren Zeiten, in denen eine
Macht im Osten eine massive Kriegsmaschine weit über alle legitimen
Verteidigungserfordernisse hinaus aufgebaut hat, müssen die westlichen
Demokratien zusammenstehen, wenn unsere Freiheit und der Frieden in der
Welt erhalten werden sollen.
Das deutsche Volk steht an der Frontlinie der Freiheit. Als ich vor
einigen Monaten in Ihrem Lande war, rief ich Ihren Bürgern zu, "Sie
sind nicht allein. Wir sind mit Ihnen". Heute, Herr Bundeskanzler, kann
ich Ihnen sagen, daß wir glücklich sind, daß das deutsche Volk mit uns
ist.
Die westlichen Demokratien und die künftige Freiheit der Menschheit und der Frieden der Welt wären weit weniger sicher, wenn dem nicht
so wäre. Ihr persönlicher Einsatz und der Ihrer Regierung für die
Erfordernisse unseres Bündnisses werden hier ebenso geschätzt wie die
Tiefe, die Sie der Bedeutung unseres Vertrages verleihen. In Wahrheit,
wie Sie kürzlich bemerkt haben, sind wir kein Militärbündnis. Die Waffengemeinschaft, so sagten Sie, ist da, um die Gemeinschaft der Ideen
zu verteidigen. Der wichtige Punkt ist, daß wir gemeinsame Ideen haben
bezüglich der Menschenrechte, der Bürgerrechte, unserer moralischen Werte,
unserer moralischen Gesetze.
Ich freue mich auf unsere heutigen Gespräche. Ich gehe davon aus,
daß es auf einem Treffen der Führer der zwei großen Nationen, deren
Interessen so ineinander verwoben sind, viele lebenswichtige Fragen zu

- 3 -

�Fragen zu erörtern gibt. Wie unter allen guten Freunden werden wir gelegentlich unterschiedlicher Meinung sein, aber in freien Gesellschaften sind wir Differenzen gewöhnt, wie auch eine friedliche Beilegung,
um unsere gemeinsamen Ziele zu erreichen.
Wenn wir heute hier stehen, dann bin ich sicher, daß unsere gemeinsamen Interessen, unsere gemeinsame ZukunftsVision und unsere gemeinsame
Verpflichtung zur menschlichen Freiheit alle Differenznn zwischen unseren
Ländern überwinden werden. Unsere Regierungen werden in engster Konsultation und in einem Geist der Freundschaft und Offenheit arbeiten.
Wir danken Ihnen, daß Sie gekommen sind,und 1m Namen
nischer, Volkes: Willkommen.
+ + + + +

- 4 -

des amerika-

�Nr. 45

17. Novemberi98Z

ERKLÄRUNG PRÄSIDENT REAGANS BEI DER VERABSCHIEDUNG VON
BUNDESKANZLER KOHL

WASHINGTON - (AD) - Präsident Ronald Reagan hat bei der Verabschiedung von Bundeskanzler Helmut Kohl am 15. November 1982 vor dem Weißen
Haus folgende Erklärung abgegeben:
Bundeskanzler Kohl und ich haben gerade eine Reihe von Gesprächen
abgeschlossen, die sich auf einen weiten Bereich politischer, sicherheitspolitischer und wirtschaftlicher Fragen von beiderseitigem Interesse für beide Länder erstreckten.
Wir waren uns einig, daß enge Konsultationen wie in der Vergangenheit notwendig sind, und wir haben die volle Absicht, im engen Kontakt
zu bleiben. Ich möchte diese Gelegenheit benutzen, um bekanntzugeben,
daß im Rahmen unserer Initiative zur Verstärkung der Kontakte zwischen
dem deutschen und dem amerikanischen Volk eine hochrangige Kommission
für die amerikanisch-deutschen Drei hundertjahrfeiern gebildet worden
ist. Diese Gruppe wird die vielen Aktivitäten anläßlich der Feier des
drei hundertsten Jahrestages der Ankunft der ersten deutschen Siedler

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�deutschen Siedler in Amerika in Germantown, Pennsylvanien, koordinieren.
Bundeskanzler Kohl und ich sind gerade mit mehreren Amerikanern zusammengetroffen, die jetzt hinter uns stehen und sich bereiterklärt haben,
diese Anstrengung zu unterstützen. Wir werden ihren Fortschritt genau
verfolgen.
Im Jahre 1983 werden wir der zahllosen Beiträge gedenken, die unsere
Mitbürger deutscher Abstammung zur amerikanischen Gesellschaft geleistet
haben - einschließlich der unseres Außenministers Shultz, dessen Vorfahren aus Südwestdeutschland kamen. In vielen Gemeinden in beiden Ländern
sind Veranstaltungen zur Feier des Jahrestages geplant. Die Kommission
wird mich während der ganzen Gedenkfeiern vertreten, und ihren Vorsitz
wird der frühere Leiter unseres nationalen Sicherheitsrates, Richard
Allen, innehaben; Charles Wick, der Direktor des amerikanischen Informationsamtes, Bundesrichter Warren Burger und andere prominente Amerikaner
haben sich zur Mitarbeit bereiterklärt.
Einer der Höhepunkte der Feierlichkeiten wird im Oktober 1983 in
Philadelphia mit einem Galabankett stattfinden, an dem Bundespräsident
Carstens und ich teilzunehmen hoffen. Auch der Kongreß der Vereinigten
Staaten gedenkt dieses Anlasses. Der Senat hat eine jetzt dem Repräsentantenhaus vorliegende gemeinsame Resolution verabschiedet, durch die
1983 zum deutsch-amerikanischen Drei hundertjahr-Gedenkjahr proklamiert
wi rd.
Ich bin sicher, daß die Feiern zum Gedenken der tiefen und dauerhaften Freundschaft zwischen unseren beiden Ländern ein großer Erfolg sein
werden. Und lassen Sie mich noch einmal sagen, daß es mir ein großes Vergnügen war, Bundeskanzler Kohl wieder in unserem Lande zu begrüßen.
+ + + + +

- 2 -

�Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

17. November 1982

Nr. 45

REAGAN HEBT SANKTIONEN GEGEN BAU DER ERDGASLEITUNG AUF
- Rundfunkansprache des US-Prä'sidenten -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Ronald Reagan hat in einer Rundfunkansprache an das amerikanische Volk am 13. November 1982 die Sanktionen
gegen den Bau der sowjetischen Erdgasleitung nach Europa aufgehoben.
Diese seien nicht mehr notwendig, so erklärte der amerikanische Präsident, weil man sich unter den westlichen Verbündeten auf langfristige
Einschränkungen im strategischen Handel mit der Sowjetunion geeinigt
habe.
In Regierungskreisen in Washington wird betont, daß ein Übereinkommen zwischen den Vereinigten Staaten, den europäischen NATO-Ländern und
Japan erreicht worden sei, das striktere Kontrollen des Handels mit strategischen Gütern, einheitlichere Kreditkonditionen sowie eine Pause in
der Unterzeichnung neuer Lieferverträge für Erdgas während einer dringenden Studie über alternative Energiequellen im Westen vorsehe. All das
signalisiere der Sowjetunion, daß die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten sich in weitgehender Übereinstimmung über die fundamentalen

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�die fundamentalen Aspekte der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Ost
und West befänden.
Die Rundfunkansprache des amerikanischen Präsidenten hat folgenden
Wortlaut:
Während des Wahl kämpfes vor zwei Jahren habe ich von der Notwendigkeit gesprochen, daß die Vereinigten Staaten in ihrem Verhältnis zur
Sowjetunion wieder das Gleichgewicht herstellen. Zu viele Jahre lang
haben wir stillgehalten, während die Sowjets ihre militärische Stärke
erhöht und ihren Einfluß von Afghanistan bis Äthiopien und darüber hinaus erweitert haben.
Ich brachte die Überzeugung zum Ausdruck, die Sie offensichtlich geteilt haben, daß es für die Vereinigten Staaten an der Zeit war, einen
neuen Kurs abzustecken.
Seit jener Zeit haben wir uns an den Aufbau unserer Verteidigungsstreitkräfte gemacht, um unsere Sicherheit zu erhöhen und damit die Aussichten auf Frieden zu stärken. Wir haben noch einen weiten Weg zu gehen,
aber die Tatsache, daß wir einen neuen Kurs eingeschlagen haben, hat uns
in die Lage versetzt, das umfassendste Vorschlagspaket für Rüstungsverringerung und -kontrolle in über einem Vierteljahrhundert vorzulegen.
Ich war schon immer der Überzeugung, daß die Sowjets, wenn sie wissen,
daß es uns mit der Aufrechttrhaltung unserer Sicherheit ernst ist, eher
bereit wären, ernsthaft zu verhandeln. Ich werde in naher Zukunft mehr
im Detail zu Ihnen über diese Frage der Rüstungskontrolle und - was noch
wichtiger ist - Rüstungsverringerung sprechen.
Aber hier und heute habe ich Ihnen so etwas wie eine Nachricht mitzuteilen. Das Kräfteverhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und der
Sowjetunion kann nicht allein in Waffen und Bombern gemessen werden.
Die Stärke jeder Nation hängt in einem großen Maße auch von ihrer wirt-

- 2 -

�ihrer wirtschaftlichen Stärke ab.
Leider haben die Wirtschaftsbeziehungen des Westens zur UdSSR nicht
immer den nationalen Sicherheitszielen des Bündnisses gedient. Die Sowjetunion

steht

vor ernsten wirtschaftlichen Problemen. Aber wir, und da-

mit meine ich alle Länder der freien Welt, haben den Sowjets geholfen,
daß sie in mancher Hinsicht nicht vor eine harte wirtschaftliche Wahl gestellt wurden, indem wir ihnen Vorzugsbedingungen im Handel eingeräumt,
den Erwerb militärisch relevanter Technologie erlaubt und einen Markt
für ihre Energieressourcen geboten haben, selbst dann, wenn dies eine
übermäßige Abhängigkeit schuf.
Indem wir ihnen eine solche Vorzugsbehandlung eingeräumt haben, haben wir unsere eigenen Probleme verschärft und eine Situation geschaffen,
in der wir mehr Geld für unsere eigene Verteidigung ausgeben müssen, um
mit den sowjetischen Kapazitäten Schritt zu halten, deren Aufbau wir unterstützt haben.
Seit meiner Amtsübernahme habe ich gegenüber unseren Verbündeten immer wieder die Wichtigkeit unserer wirtschaftlichen und auch unserer politischen Beziehungen zur Sowjetunion hervorgehoben.
Auf dem Wirtschaftsgipfel in Ottawa im Juli 1981 habe ich gegenüber
den Staats- und Regierungschefs der anderen wichtigen Länder des Westens
und Japans meine Überzeugung zum Ausdruck gebracht, daß wir einfach nicht
so weitermachen könnten wie bisher. Ich schlug vor, einen neuen Satz von
Regeln für die wirtschaftlichen Beziehungen zur Sowjetunion aufzustellen,
der unsere Sicherheitsanliegen an die erste Stelle rücken würde. Es ist
mir damals nicht gelungen, ein übereinkommen über eine gemeinsame Politik
zu erreichen.
Dann verhängte im Dezember 1981 die polnische Regierung auf sowjetischen Druck hin das Kriegsrecht über das polnische Volk und verbannte die

- 3 -

�verbannte die Gewerkschaft Solidarität. Diese Maßnahmen zeigten ganz
deutlich, daß unsere Hoffnungen auf eine Mäßigung im sowjetischen Verhalten wohl kaum in Erfüllung gingen. Als Antwort auf jene Maßnahmen verhängte ich ein Embargo über bestimmtes ül- und Gasgerät, um unseren nachhaltigen Widerstand gegen solche Maßnahmen zu demonstrieren und den
Sektor der sowjetischen Wirtschaft zu bestrafen, der so stark von Hochtechnologie abhängt - von der viel aus dem Vereinigten Staaten kommt.
Im Juni dieses Jahres habe ich unser Embargo, das für amerikanische
Unternehmen und ihre Erzeugnisse galt, auch auf Tochtergesellschaften
amerikanischer Unternehmen im Ausland und auf ausländische Lizenznehmer
amerikanischer Unternehmen ausgedehnt. Es ist kein Geheimnis, daß unsere
Verbündeten dieser Maßnahme nicht zustimmten. Wir verstärkten unsere
Konsultationen mit ihnen in dem Bestreben, eine dauerhafte, realistische
und sicherheitsbewußte Wirtschaftspolitik gegenüber der Sowjetunion zustandezubringen. Diese Konsultationen haben sich über Monate hingezogen.
Ich freue mich, heute bekanntgeben zu können, daß die demokratischen
Industriestaaten heute vormittag ein sachliches Übereinkommen über einen
Aktionsplan erreicht haben. Das Übereinkommen, zu dem wir gelangt sind,
zeigt, daß das westliche Bündnis grundlegend einig ist und die Absicht
hat, strategische Fragen in Rechnung zu stellen, wenn Entscheidungen
über den Handel mit der UdSSR getroffen werden.
Wir sind als Ergebnis übereingekommen, keine Handelsvereinbarungen
einzugehen, die zum militärischen oder strategischen Vorteil der UdSSR
beitragen oder dazu dienen, der stark militärisch ausgerichteten sowjetischen Wirtschaft Vorzugshilfe zu gewähren. Wenn wir diese Prinzipien in
die Praxis umsetzen, werden wir den Handel mit hochtechnologischen Erzeugnissen, einschließlich jener, die für die öl- und Erdgasförderung
eingesetzt werden, höchste Aufmerksamkeit schenken. Wir werden ferner
eine dringliche Studie über westliche Energiealternativen sowie auch
über die Frage der Abhängigkeit von Energieeinfuhren aus der Sowjetunion
durchführen.
D a r U b e r hinaus

�Darüber hinaus haben wir uns auch auf folgende Sofortmaßnahmen
geeinigt:
- Erstens hat jeder Partner bekräftigt, daß keine neuen Kontrakte
für den Kauf von sowjetischem Erdgas unterzeichnet oder gebilligt
werden, solange unsere Studie alternativer westlicher Energiequellen läuft.
- Zweitens, wir und unsere Partner werden die bestehenden Kontrollen
für den Transfer strategischer Güter nach der Sowjetunion verschärfen.
- Drittens, wir werden ohne Verzug Verfahren für die Überprüfung der
Finanzbeziehungen zur Sowjetunion einführen und daran arbeiten, unsere Exportkreditpolitiken zu harmonisieren.
Das Übereinkommen, das wir und unsere Partner erreicht haben, und
die Maßnahmen, die wir ergreifen, spiegeln unsere allseitige Entschlossenheit wider, die Schwierigkeiten zu überwinden und unseren Zusammenhalt zu stärken. Ich bin der Überzeugung, daß dieses neue Übereinkommen
ein Sieg für alle Verbündeten ist. Es schafft eine vielbenötigte Politik auf wirtschaftlichem Gebiet, die unsere Politik auf dem Gebiet der
Sicherheit ergänzt.
Wie ich bereits erwähnt habe, haben die Vereinigten Staaten Sanktionen gegen die Sowjetunion verhängt, um zu demonstrieren, daß die sowjetische Politik der Unterdrückung einen hohen Preis fordern würde. Nachdem wir jetzt ein Abkommen mit unseren Verbündeten erreicht haben, das
stärkere und wirksamere Maßnahmen vorsieht, besteht keine weitere Notwendigkeit für diese Sanktionen mehr, und ich hebe sie heute auf.
Der Prozeß der Wiederherstellung eines angemessenen Gleichgewichtes
in den Beziehungen zur Sowjetunion ist noch nicht beendet. Es wird Zeit

- 5 -

�wird Zeit brauchen, um die Verluste der vergangenen Jahre aufzuholen.
Aber wenn wir zusammen handeln, dann machen wir und unsere Verbündeten
große Fortschritte, und ich bin glücklich, sagen zu können, daß die
Aussichten auf Frieden günstiger sind.
Ich bin gerade aus der Sowjetbotschaft, wo ich mich in das Kondolenzbuch für Präsident Breschnew eingetragen habe, zurückgekehrt. In
der Sowjetunion kommen neue Führer an die Macht. Wenn sie verantwortungsbewußt handeln, werden sie eine entgegenkommende und positive
Antwort aus dem Westen erhalten.

+ + + + +

- 6 -

�17. November 1982

Nr. 45

REAGAN: USA WEITERHIN AN VERBESSERUNG DER BEZIEHUNGEN ZUR UDSSR
INTERESSIERT
- Pressekonferenz des US-Präsidenten -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Ronald Reagan hat auf seiner Pressekonferenz am 11. November 1982 betont, daß die Vereinigen Staaaten auch
nach dem Tode von Staats- und Parteichef Leonid Breschnew weiterhin an
einer Verbesserung der Beziehungen zur Sowjetunion interessiert seien.
Der Präsident nahm zu einer ganzen Reihe außen- und innenpolitischer
Fragen Stellung. Nachfolgend wesentliche Auszüge aus der Pressekonferenz:
Ehe ich Ihre Fragen beantworte, möchte ich Ihnen kurz mitteilen, was
ich über die wichtigen Ereignisse denke, von denen wir heute gehört haben.
Aus Moskau haben wir vom Tode Präsident Breschnews erfahren - eines Mannes, der über zwei Jahrzehnte lang eine wichtige Rolle in der Weltpolitik
gespielt hat. Hier im Weißen Haus bin ich mit Botschafter Habib zusammengetroffen und habe mit ihm über unsere Pläne gesprochen, zum Frieden im
Nahen Osten beizutragen, wo sich die Chancen für einen Frieden durch die
jüngsten Entwicklungen in der Region grundlegend verbessert haben. Und

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�haben. Und heute wurde ferner erfolgreich die Raumfähre gestartet.
Wieder einmal werden wir die Möglichkeiten der Menschheit erweitern,
die menschliche Erfahrung durch die friedliche Erforschung des Weltraums
zu vertiefen.
Diese Ereignisse könnten einen entscheidenden Einfluß auf unsere Zukunft haben - eine Zukunft, der wir mit Vertrauen und Entschlossenheit entgegensehen. Wenn wir daraus eine Lehre ziehen können, dann die, daß wir ein freies Volk - immer auf den Wandel gefaßt sein müssen, damit wir,
wenn er eintritt, bereit sind, neue Herausforderungen und Chancen zu
meistern. Unser Regierungssystem ist einzigartig und bestens in der Lage,
sich dem Wandel anzupassen und ohne Unterbrechung oder Bruch der Kontinuität der Zielsetzung voranzuschreiten.
Ich möchte meine Absicht unterstreichen, weiterhin an einer Verbesserung unserer Beziehungen zur Sowjetunion zu arbeiten. Unsere beiden Nationen tragen eine gewaltige Verantwortung, die wir nicht auf die leichte
Schulter nehmen. Vor einigen Monaten haben wir ernsthafte und weitreichende
Vorschläge unterbreitet, um den Stand der nuklearen und konventionellen
Streitkräfte zu verringern. Ich möchte erneut bekräftigen, daß wir weiterhin jeden Weg zum Fortschritt in diesen Bemühungen beschreiten werden.
Aber wir dürfen uns nicht selbst täuschen. Frieden ist das Produkt von
Stärke - und nicht von Schwäche -, des Realismus und nicht der falschen
Hoffnungen.
Heute gedenken wir der amerikanischen Veteranen - Männer und Frauen,
die durch ihren Mut und ihre Hingabe unsere Freiheit und Unabhängigkeit
geschützt haben. Im Gefolge der Ereignisse in der Sowjetunio; hoffen wir
weiterhin auf bessere Beziehungen. Im Bewußtsein unserer nationalen Interessen und entschlossen, ein freies Volk zu bleiben, kann ich mir keinen
besseren Tag denken als den Tag der Kriegsveteranen, um uns erneut dem

�erneut dem Frieden zu verschreiben und die Dinge zu tun, die notwendig
sind, um den Frieden und unsere Freiheit zu erhalten.
FRAGE: Herr Präsident, wer wird die amerikanische Delegation zur
Beisetzung von Leonid Breschnew leiten? Wenn Sie nicht gehen, wer dann?
Und abgesehen von Ihren persönlichen Friedenshoffnungen, haben Sie Grund
zu der Annahme, daß wir in den nächsten Monaten erleben könnten, daß die
neue sowjetische Führung ihre Muskeln spielen läßt und eine Periode erhöhter Spannungen eintreten wird?
ANTWORT: Lassen Sie mich Ihre letzte Frage zuerst beantworten. Nein,
ich erwarte in der Übergangsphase nichts Derartiges. Und wir können sicherlich hoffen, daß nichts Derartiges eintreten wird. Aber was die Beisetzung anbetrifft, so haben wir noch keine amtliche Mitteilung erhalten, obwohl wir in direkter Verbindung miteinander stehen. Es geht einfach darum, sich die Terminpläne anzusehen, und mein eigener Terminkalender sieht den Besuch eines Staatschefs in der nächsten Woche vor, und
man war der Meinung, daß es besser wäre, wenn George (Bush) die Delegation leiten würde. Aber es wird sich um eine angemessene und sehr hochstehende Delegation handeln.
FRAGE: Also wird der Vizeprädident die Delegation leiten?
ANTWORT: Daran denken wir heute. Aber es ist noch keine endgültige
Entscheidung getroffen worden, weil wir, wie gesagt, noch auf eine Mitteilung über die Beisetzung warten.
FRAGE: Wenn es eine Periode der Spannungen gibt, wie werden Sie
darauf reagieren?
ANTWORT: Wir haben schon früher Perioden der Spannung erlebt, und weder Sie noch ich können das im voraus sehen oder schon vorher sagen, wie
die Antwort ausfallen würde. Aber wir dürfen nie vergessen, daß unser Ziel

- 3 -

�, ,;T ä;\Vf...-'»'','-«

unser Ziel die Suche nach Frieden ist und bleibt und wir den besten Weg
finden müssen, um ihn zu erreichen. Im übrigen glaube ich, daß wir diese
Suche auch ohne meine Teilnahme an der Beisetzung fortsetzen können.
FRAGE: Herr Präsident, die polnische Regierung hat bekanntgegeben,
daß sie Lech Walesa freilassen wird. Und Sie haben davon gesprochen, daß
Breschnew tot ist und eine neue sowjetische Führung zur Macht kommt. Haben Sie irgendwie daran gedacht, daß dies ein gute Zeitpunkt für Sie sein
könnte, einen großen Schritt zu tun - und wenn auch nur einen symbolischen Schritt -, der zu einem Abbau der Spannungen zwischen Ost und West
führen würde. Und denken Sie daran, irgendeine Initiative zu ergreifen,
die der Welt ein Signal geben würde, daß Sie gerne so etwas täten?
ANTWORT: Wir haben das auf dem Gebiet der stillen Diplomatie versucht, wir haben"es auf der Gipfelkonferenz versucht, wir haben es auf
der NATO-Konferenz versucht. Wir sind willens und bereit - und das ist
Ihnen bekannt - alles zu versuchen, um zu einfem besseren Verhältnis zu
gelangen. Aber dazu bedarf es der Taten und nicht nur der Worte. Zehn
Jahre lang basierte die Entspannung auf ihren Worten, und es gab keine
Taten, um diese Worte zu untermauern. Wir brauchen Taten von ihnen - es
gehören immer zwei zum Tanzen - die zeigen, daß sie auch tanzen wollen.
FRAGE: Aber wären Sie in diesem Stadium, an diesem Scheidewege, bereit, den ersten Schritt zu tun?
ANTWORT: Es gibt Leute, die meinen, ich hätte mit der Aufhebung des
Getreideembargos den ersten Schritt getan. Was haben wir dafür bekommen?

V'
• • ~~
FRAGE: Herr Präsident, ich möchte auf die Fragendes Vfrteidigungs*•• :.-."*••-^,
haushaltes kommen. Eine Reihe von Republikanern, nicht nur die, die zu
der Politik der Vergangenheit zurückkehren möchten, haben vorgeschlagen,
•
daß bei den Ausgabenkürzungen, die im nächsten Haushalt notwendig-sein
werden, auch das amerikanische Verteidigungsministerium beteiligt sein
-..

- 4» • ,

in"

•/'"'" '" •••'.'"''

. . .

?*

�beteiligt sein solle. Und einige haben sogar erklärt, daß auf lange
Sicht der Verteidigungshaushalt gesünder sein werde, wenn die Wirtschaft
gesünder sei. Haben Sie die Möglichkeit völlig ausgeschlossen, daß Sie
Ihre Forderungen nach einem erhöhten Verteidigungshaushalt etwas modifizieren könnten - vielleicht nur in diesem einen Jahr, wenn die Wirtschaft nicht so läuft, wie Sie es gerne hätten?
ANTWORT: Es handelt sich hier nicht um einen Haushalt, in dem man
nur für ein Jahr etwas tun könnte. Hier handelt es sich um Waffensysteme
usw., also um Dinge, die nicht von heute auf morgen kommen. Man kann nicht
einfach einen Lieferanten anrufen und sagen, ich möchte es in vier Wochen haben. Und wir dürfen nicht vergessen, daß der größte Anteil am Verteidigungshaushalt für die Menschen aufgebracht wird ...
Ich möchte sagen "Ja", wir suchen, ob Einsparungen gemacht werden können, ohne das zu verzögern oder zurückzuhalten, was wir als notwendige
Verbesserungen ansehen, die wir vornehmen müssen, um das Fenster der
Verwundbarkeit zu schließen, das wir übernommen haben. Das können wir
nicht tun. Die erste und wichtigste Funktion der Bundesregierung ist die
Gewährleistung der Sicherheit.
FRAGE: Herr Präsident, Israel ignoriert weiterhin Ihre Forderung nach
einer Einstellung der Siedlungstätigkeit im Westjordanland. Wie sehr
schadet es dem Friedensprozeß, daß Isreel diese Forderung einfach ignoriert, und was gedenken Sie dagegen zu tun?
ANTWORT: Ministerpräsident Begin kommt hierher, und ich bin sicher,
daß er und ich darüber, wie auch über andere Themen, sprechen werden.
Wir betrachten es als ein Hindernis für die Bemühungen um das Zustandekommen eines Friedens.
Es liegt auf der Hand, daß die Lösung-4m Nahen Osten auf der Linie
unserer früheren Vorschläge liegen muß. Das heißt, die arabischen Staaten

- 5 -

�arabischen Staaten und die arabischen Führer und die Israelis müssen am
Verhandlungstisch zusammengebracht werden, um die Differenzen unter ihnen
auszuräumen. Und das beginnt damit, daß das Existenzrecht Israels anerkannt wird. Ich bin noch immer optimistisch, und deswegen kehrt auch Botschafter Habib dorthin zurück.
FRAGE: Sind Sie bereit, mehr zu tun, als nur mit Ministerpräsident
Begin zu sprechen? Sind Sie bereit, Sanktionen in Erwägung zu ziehen,
um einen Wandel in der Politik Israels zu erzwingen?
ANTWORT: Ich glaube nicht, daß es eine gute Diplomatie wäre, Drohungen
auszusprechen oder so etwas, und ich glaube nicht, daß es nötig wäre.
Ich glaube, wir sind uns alle darüber im klaren, daß das oberste Ziel der
Frieden ist.
FRAGE: Sir, Sie bezeichnen sich gerne als Optimisten - als einen Mann,
der Chancen sieht statt Probleme. Ich hätte in diesem Zusammenhang gerne
gewußt, wie Sie die Chancen sehen, die die Vereinigten Staaten jetzt mit
dem Tode Breschnews haben?
ANTWORT: Ich glaube nicht, daß der Tod von Präsident Breschnew ein
Faktor bezüglich unserer Chancen ist. Ich bin schon seit langem der Ansicht, daß wir eine Chance haben, weil zwar die ganze Welt, einschließlich
der Sowjetunion und unserer selbst, sich in einer tiefen Rezession befindet und schwere wirtschaftliche Probleme hat, daß es mir aber scheint,
daß wir aus diesen Schwierigkeiten in einem kooperativen Sinne leichter
herauskommen könnten - daß wir viel besser daran wären, wenn wir uns entschließen würden, uns zu vertragen, statt daß der eine eine aggressive
Politik verfolgt und der andere dieser widerstehen muß.
Ich bin also optimistisch und werde weiterhin optimistisch sein, daß
wir zusammenkommen können.
FRAGE: Herr Präsident, Sie haben kürzlich erklärt, daß Ihrer Ansicht

�Ihrer Ansicht nach eine Reihe aufrichtiger Amerikaner, die ein Einfrieren nuklearer Waffen unterstützen, von jenen manipuliert würden, die eine
Schwächung Amerikas wollen. Können Sie uns das ein wenig näher erläutern?
Haben Sie Beweise für eine ausländische Einmischung in die amerikanische
Friedensbewegung?
ANTWORT: Ja, es gibt eine Menge Beweise. Dies ist sogar von einigen
Ihrer Kollegen veröffentlicht worden. Es ist keine Frage, daß die Sowjetunion Vorteile in ein^r Friedensbewegung erblickt, die sich um die Idee
eines nuklearen Einfrierens kristallisiert, da sie uns ja voraus sind.
Ich bin sicher, daß manche Leute, die hiermit zu tun haben, aufrichtig
und voller guter Absichten sind und praktisch das gleiche sagen wie ich,
daß wir nämlich eine Verminderung dieser Kernwaffen herbeiführen müssen.
Und darüber versuchen wir ja gegenwärtig in Genf zu verhandeln.

't
Aber zunächst ein Einfrieren vorzunehmen und dann doch zu glauben,

r
daß wir unsere Sache nicht geschwächt hätten, eine Verringerung zu erreichen, wo doch die andere Seite so weit voraus ist, ist doch so abwegig;
das macht doch wirklich keinen Sinn.
Was nun die Organisation einiger dieser großen Demonstrationen wie
in New York und anderswo anbetrifft, so gibt es keinen Zweifel, daß Leute aus dem Ausland entsandt wurden, die anheizen und dazu beitragen sollten, daß eine solche Bewegung entsteht und am Leben bleibt.
FRAGE: Ist das das ganze Ausmaß der Einmischung, soweit Sie es wissen, oder ging es dabei auch um Geld oder noch um andere Möglichkeiten,
wodurch sich eine sowjetische Einmischung manifestiert haben könnte?
ANTWORT: Ich kann über das, was ich gesagt habe, nicht hinausgehen,
weil ich keine Geheimdienstfragen erörtern möchte, und das wäre ja dann
der Fall.
FRAGE: Herr

�FRAGE: Herr Präsident, Sie erinnern sich sicherlich daran, daß Sie
im Juni in Berlin über die Gefahr eines Atomkrieges durch Zufall gesprochen und den Gedanken vorgetragen haben, daß dies vielleicht eine neue
Initiative sein könnte, die die Regierung im Hinblick auf die Rüstungskontrolle in Erwägung ziehen würde. Ich möchte gerne wissen, ob Sie in
Ihren Planungen für das nächste Jahr irgendwelche Rüstungskontroll initiativen in Arbeit haben?
ANTWORT: Alle diese Dinge laufen, und deshalb gibt es ja im Augenblick drei Verhandlungsgruppen: eine für die konventionelle Rüstung,
eine für die strategischen Raketen und eine dritte für die nuklearen Mittelstreckensysteme - für die Null-Lösunq, von der ich vor einem Jahr gesprochen habe. Haben Sie etwas Geduld: Demnächst werde ich in einer breitangelegten Rede erneut auf diesen Themenkreis eingehen.
FRAGE: Herr Präsident, im September haben Sie erklärt, Sie könnten
nicht genau sagen, wie lange die amerikanischen Marinesoldaten im Libanon
bleiben werden. Das war vor nunmehr, sechs-Wochen. Meinen Sie nicht, daß
es jetzt angebracht wäre, der amerikanischen Öffentlichkeit einen Hinweis
darauf zu geben, wie lange diese Soldaten noch dort bleiben werden?
ANTWORT: Ich wünschte, ich könnte dies. Dies ist einer der Gründe,
warum (Sonderbotschafter) Phil Habib dorthin zurückkehrt und die Verantwortung für das Geschehen übernimmt. Der vorgeschlager« Plan erfordert
natürlich von der neuen Regierung im Libanon eine Stabilisierung der Situation und die Fähigkeit, ihre eigenen Grenzen zu sichern. Dies macht
natürlich den schnellstmöglichen Abzug aller fremden Truppen aus dem Libanon erforderlich. Und deshalb befindet sich unsere multinationale
Streitmacht dort. Ich kann Ihnen kein genaues Datum angeben, aber ich
kann Ihnen sagen, daß wir bemüht sind, so schnell wie möglich die Dinge
voranzubringen, die getan werden müssen: die Wunden zu heilen, das libanesische Volk zusammenzubringen, damit es die Kontrolle hat, aber all
dies hängt natürlich auch davon ab, daß die drei ausländischen Gruppen die PLO, die Syrer und die Israelis - aus dem Libanon abziehen. Und
- 8 -

�abziehen. Und wir drängen darauf so schnell wie möglich.
FRAGE: Wenn ich diesen Gedanken weiterverfolgen darf: Gibt es irgendeinen Grund zu der Annahme, daß unsere Truppen bis Weihnachten wieder
zu Hause sind?
ANTWORT: Darüber kann ich keine Spekulationen anstellen. Ich kann
es Ihnen einfach nicht sagen. Aber das eine weiß ich: Wir glauben, daß
unser Plan funktioniert

Ob er nun so schnell funktioniert, wie wir uns

das wünschen, muß abgewartet werden. Aber wichtig ist meiner Meinung nach,
daß diese multinationale Streitmacht dort ist, um einen Beitrag zum Zustandekommen des Friedens zu leisten. Und ich glaube, es ist überaus
wichtig, dafür zu sorgen, daß diese Aufgabe vollbracht wird, und meiner
Meinung nach verstehen sie (die Soldaten) dies auch.
FRAGE: Ich möchte noch einmal auf Israel und mögliche Sanktionen zurückkommen. Ist es vorstellbar, daß die Vereinigten Staaten ihre Hilfe
für Israel zurückschrauben und zwar in einem direkten Verhältnis zu den
Kosten, die Israel zur Errichtung neuer Siedlungen im Westjordanland aufbringen muß - und all dies als ein Mittel, um jenes Einfrieren zu erreichen, um das Sie sich bemühen?
ANTWORT: Diese Frage so oder so zu beantworten, wäre nicht sehr nützlich in der gegenwärtigen Situation, wo ein so großer Fortschritt mit
den arabischen Staaten erreicht worden ist, wo das Ungewöhnliche, Einzigartige eingetreten ist, daß Vertreter der Arabischen Liga hier sind, um
mit mir zusammenzutreffen - wie vor einigen Tagen - und für Israel die
Notwendigkeit besteht, sich darüber klar zu werden, daß es auch eine Rolle
spielen muß, um Verhandlungen zu ermöglichen. Diese Rolle muß erkannt
werden als eines der Probleme Präsident Gemayels bei dem Vorhaben, die
Moslem-Gruppen in seinem Lande zu versöhnen. Ich glaube nicht, daß Drohungen der einen oder anderen Art überhaupt nützlich sein können.
FRAGE: Herr

- 9 -

�FRAGE: Herr Präsident, in zwei Wochen werden die Vereinigten Staaten
ihren Thanksgiving n ay feiern. Angesichts des Ablebens von Breschnew werden unwillkürlich Vergleiche zwischen den beiden Systemen angestellt.
Könnten Sie sich eine Minute Zeit nehmen und den Amerikanern sagen, warum
sie zu diesem Zeitpunkt für ihre Segnungen und ihr Glück besonders dankbar
sein sollten, und würden Sie auch einen Vergleich zwischen den beiden
Systemen ziehen?
ANTWORT: Ja, weil ich glaube, daß dieser Vergleich so offenkundig ist "ian braucht nicht einmal das eigene Land dafür heranzuziehen. Nehmen Sie
doch einfach einige der jüngeren Länder und der Entwicklungsländer. Diejenigen, die unsere Lebensart gewählt haben, die freie Lebensart, den freien
Handel, die Demokratie, sind hinsichtlich des Lebensstandards, des Glückes
ihrer Menschen den Ländern so überaus weit voraus, die sich für das andere
System entschieden haben - für die kontrollierte, autoritäre Lebensart.
Und ich glaube - Lincoln hat dies schon einmal gesagt, und es gilt heute
mehr denn je -, dies ist die letzte und zugleich beste Hoffnung der Menschen
auf Erden. Wir sind freier als jedes andere Volk, wir haben mehr als alle
anderen erreicht. Als ich kürzlich hier in diesem Raum umherblickte, als
die Repräsentanten aus aller Welt versammelt waren, um unsere Wahlen zu
beobachten, um zu erfahren, wie sie in ihren eigenen Ländern auf anderen
Kontinenten über diese Art von Freiheit berichten könnten, da dachte ich
an die Vielfalt des ethnischen Erbes der Amerikaner: Wir alle leben hier
heute voller Stolz als Amerikaner zusammen trotz aller Unterschiede der
Geburt. Das ist wirklich unvergleichlich, und dafür müssen wir dankbar
sein.
+ + + + +

- 10 -

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Nr. 45

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United States Information Service
Embassy of the United States of America

17. November 1982

ERKLÄRUNG RONALD REAGANS ZUM JAHRESTAG DER SOLIDARITÄT
10. November ein Meilenstein im Kampf um die Freiheit -

WASHINGTON - (AD) - In einer Erklärung zum zweiten Jahrestag der formellen Anerkennung der Gewerkschaft Solidarität durch die polnischen Behörden wandte sich der amerikanische Präsident am 10. November 1982 gegen
die Meinung, die polnische Regierung habe diese Bewegung zerstören können.
Vielmehr, so Reagan, würden die "selbsternannten Vertreter der Arbeiter
nie mehr vorgeben können, sie repräsentierten jemend anderen als lediglich
sich selbst."
Die Erklärung des Präsidenten hat folgenden Wortlaut:
Heute ist der zweite Jahrestag eines wichtigen Meilensteins in dem
langen Kampf der Menschheit um die Freiheit. Zum ersten Mal seit 1971
wurde im November 1980 eine kommunistische Regierung dazu gezwungen, eine
freie Gewerkschaft, die So!idaritäj^formel 1 anzuerkennen. Zu diesem noch
nie dagewesenen Schritt kam es durch eine gewaltlose Revolution von Millionen polnischer Arbeiter, die nicht länger mehr den Zwang und die Mißwirtschaft tolerieren konnten.
Viele hofften

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�Viele hofften, daß dieses Ereignis ein neues Kapitel in der Entwicklung kommunistischer Regime sein würde, daß es zeigte, daß sie letztlich
die Grenzer erkannten, die es für die Anwendung von Gewalt gegen das
eigene Volk

gibt und daß Zusammenarbeit der Unterdrückung vorzuziehen

ist. Unglücklicherweise war - wie wir jetzt sehen - die offizielle Anerkennung der Solidarität vor zwei Jahren lediglich ein taktischer Zug
seitens der in Panik geratenen kommunistischen Führung, um Zeit zu gewinnen.
Die polnische Regierung weigert^sich in enger Zusammenarbeit mit
Moskau hartnäckig, die Vereinbarungen vom 10. November 1980 in die Tat
umzusetzen. Stattdessen tat sie alles in ihrer Macht Stehende, um die
Gewerkschaft durch eine Verleumdungs- und Provokationskampagne zu diskreditieren. Diese Kampagne erreichte ihr Ziel nicht. Schließlich ging
die polnische

Führung in Verzweiflung und unter intensivem sowjetischen

Druck dazu über, die Solidarität zu liquidieren, deren Vorstellung von
der Selbstbestimmung des Arbeiters alle kommunistischen Regime in Gefahr
brachte.
Man sagt, daß die polnische Regierung durch ihre Kriegserklärung
gegenüber ihrem eigenen Volk die Solidarität zerstört habe. Dem ist
nicht so. Man kann die Protestierenden einsperren, man kann Demonstranten niederknüppeln oder mit Tränengas und Wasserwerfern auseinandertreiben, aber das Gespenst bleibt: Nie wieder werden die selbsternannten
Vertreter der Arbeiter mehr vorgeben können, sie repräsentierten jemand
anderen als lediglich sich selbst.
Unser Herz schlägt mit dem tapferen polnischen Volk. Durch seinen
Kampf für Freiheit und soziale Gerechtigkeit gegen einen übermächtigen
Gegner kämpft es für eine Sache, die die ganze Menschheit mit ihm teilt.
+ + + + +

- 2 -

�Nr. 45

17. November 1982

ERKLÄRUNG DER INTERNATIONALEN GEWERKSCHAFTSBEWEGUNG ZU POLEN
- Forderung nach Wiederherstellung der gewerkschaftlichen Rechte in Polen -

BRÜSSEL - (AD) - Die internationale Gewerkschaftsbewegung hat erneut ihre "tiefe Überzeugung" zum Ausdruck gebracht, daß die ernste
politische und wirtschaftliche Krise, vor der der polnische Staat steht,
erst dann überwunden werden kann, wenn die gewerkschaftlichen Rechte in
Polen wiederhergestellt worden sind.
In einer gemeinsamen, am 10. November 1982 in Brüssel veröffentlichten Erklärung forderten der Internationale Bund Freier Gewerkschaften
(ICFTU), die World Confederation of Labor (WCL) und die European Trade
Union Confederation (ETUC) zugleich die Wiederaufnahme des Dialogs zwischen der polnischen Regierung und der Gewerkschaft Solidarität, die im
vergangenen Monat in Polen verboten worden war.
Die Erklärung wiederholte die "Forderung der internationalen Gewerkschaftsbewegung nach sofortiger Aufhebung des Kriegsrechts, der sofortigen und bedingungslosen Freilassung aller internierter und verhafteter

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D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�und verhafteter Gewerkschaftler, nach einer umfassenden Amnestie für
jene, die wegen ihrer gewerkschaftlichen Tätigkeit verurteilt wurden,
sowie Maßnahmen, die den Zugang des polnischen Volkes zu freier und
pluralistischer Information sicherstellen."
Die Erklärung hat folgenden Wortlaut:
::

Am 10. November 1982 wurde in Brüssel ein Sondertreffen zum Thema
Solidarität gemeinsam vom ICFTU, der WCL und der ETUC organisiert, um
darüber zu sprechen, wie die internationale Gewerkschaftsbewegung am
angemessensten und wirksamsten etwas gegen die anhaltende Verletzung
der Menschenrechte und der Gewerkschaftsrechte in Polen unternehmen
kann.
Das Treffen, das auf den Tag genau zwei Jahre nach dem Moment stattfand, da die Solidarität gegenüber den polnischen Autoritäten ihre Anerkennung erkämpfte, wurde von den Führungspersonen der den oben erwähnten internationalen Verbänden angeschlossenen Organisationen sowie von
Vertretern der internationalen Gewerkschaftssekretariate, der internationalen Gewerkschaftsföderationen und der europäischen Gewerkschaftsausschüsse besucht.
Das Treffen brachte seine volle Unterstützung für die Maßnahmen zum
Ausdruck, die heute in Polen und überall auf der Welt ergriffen werden,
um die Unterstützung der Arbeiterschaft für die Solidarität zu demonstrieren. Es unterstützte den Aufruf des Koordinierungsbüros der Solidarität
im Ausland nach weiterer Hilfe und nach weiteren Aktionen, besonders am
13. Dezember 1982. Das Treffen verurteilte auf das Schärfste das Kriegsrecht in jenem Land, wo demokratisch gewählte Gewerkschaftsführer noch
immer interniert sind und wo die staatlichen Stellen zu ständiger Repression und Drohung gegenüber jenen greifen, die die Grundprinzipien verteidigen, die sowohl in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der
Vereinten Nationen und in den Konventionen der Internationalen Arbeits-

- 2 -

�Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) enthalten sind.
Auf dem Treffen wurden nachdrücklich die jüngsten Angriffe auf die
Rechte der polnischen Arbeiter verurteilt - vor allem die Verabschiedung
der neuen Gewerkschaftsgesetzgebung, die neben anderen Verletzungen der
Menschen- und Gewerkschaftsrechte die Auflösung ihrer unabhängigen und
selbstregierten Organisation, der Solidarität,- vorsieht.
Außerdem wurde auf das Schärfste die Zustimmung des polnischen Parlamentes (Sejm) zu einem Gesetz über "soziales Parasitentum" verurteilt,
das im Widerspruch zur ILO-Konvention 105 erlaubt, Arbeitslose zu Zwangsarbeit abzustellen, einschließlich derjenigen, die wegen ihrer Gewerkschaftstätigkeit den Arbeitsplatz verloren hatten.
Die internationale Gewerkschaftsbewegung möchte erneut ihre tiefe
Überzeugung zum Ausdruck bringen, daß die ernste politische und wirtschaftliche Krise, vor der der polnische Staat steht, erst, dann überwunden werden kann, wenn die in den ILO-Konventionen niedergelegten Gewerkschaftsrechte, die auch von der polnischen Regierung ratifiziere wurden,
wiederhergestellt sind und der Dialog mit der Solidarität wieder aufgenommen wird.
Das Treffen wiederholte aus diesem Grunde die Forderung der internationalen Gewerkschaftsbewegung nach sofortiger Aufhebung des Kriegsrechts,
der sofortigen und bedingungslosen Freilassung aller Internierten und
verhafteten Gewerkschaftler, nach einer allgemeinen Amnestie für jene,
die wegen ihrer gewerkschaftlichen Tätigkeit verurteilt wurden, sowie
Maßnahmen, die den Zugang des polnischen Volkes zu freier und pluralistischer Information sicherstellen.
Die internationale Gewerkschaftsbewegung besteht erneut darauf, daß
die Verhandlungen zwischen den polnischen Autoritäten und den demokratisch

�den demokratisch gewählten Repräsentanten der polnischen Arbeiter auf
der Basis der Abkommen von Danzig, Jasztrzebie und Stettin wiederaufgenommen werden.
Angesichts der fortlaufenden Weigerung der polnischen Autoritäten,
diesen grundlegenden Forderungen zu entsprechen, rief das Treffen seine
Mitgliedsorganisationen dazu auf, ihre Aktionen zu intensivieren, die
darauf abzielen, in Polen den vollen Respekt für die Menschen- und Gewerkschaftsrechte zu erhalten. Hierzu gehört insbesondere:
- der anhaltende und verstärkte Protest zur Unterstützung der Sache
der polnischen Arbeiterschaft und ihrer Gewerkschaftsorganisation
Solidarität;
- Intervention bei den jeweiligen Regierungsstellen mit der Forderung
nach Maßnahmen hinsichtlich der Menschenrechtslage und der Situation
der Gewerkschaftsrechte in Polen bei Umgang und diplomatischen Beziehungen mit der polnischen Regierung;
- Bestehen darauf, daß jede Wirtschaftshilfe und jeder Kredit für die
polnische Regierung im Lichte des vollen Respekts vor den Menschenrechten, den bürgerlichen und den gewerkschaftlichen Rechten neu
verhandelt wird;
- Verstärkung der Anstrengungen, dem polnischen Volk humanitäre Hilfe zu gewähren, und Sicherstellung, daß diese Hilfe auch tatsächlich jenen Teil der Bevölkerung erreicht, der ihrer wirklich
bedarf;
- umfassende Unterstützung der von den Repräsentanten der Solidarität
auperhalb Polens unternommenen Anstrengungen, die durch das in
Brüssel ansässige "Auslandsbüro Solidarätt" in Übereinkunft mit
dem vorläufigen Koordinierungsausschuß in Polen koordiniert werden

- 4 -

�koordiniert werden und die darauf abzielen, den Aktivitäten der
Solidarität in Polen zu helfen und die internationale öffentliche
Meinung auf die Lage in diesem Land zu lenken;
- dauerndes Vorsprechen bei polnischen Botschaften in de* jeweiligen
Ländern, Protest gegen die Verletzung der Menschen- und Gewerkschaftsrechte und Forderung nach Information Über das Verbleiben
von verhafteten, internierten oder verschwundenen Gewerkschaftlern;
- weitere Anstrengungen hinsichtlich einer Rechtshilfe für diejenigen,
die wegen ihrer gewerkschaftlichen Tätigkeit vor Gericht gestellt
wurden, wobei diese Hilfe die Entsendung von internationalen Beobachtern zu solchen Gerichtsverhandlungen einschließt;
- Ansuchen bei den entsprechenden UNO-Behörden zur Entsendung einer
Expertenkommission zwecks Untersuchung des Gesundheitszustandes
und der allgemeinen Internierungsbedingungen von polnischen Gewerkschaftsangehörigen, einschließlich Lech Walesas.
Dei weiteren wurde auf dem Treffen vorgeschlagen:
- Verurteilung der Positionen und Haltung, die hinsichtlich der Entwicklung der Freiheiten der Gewerkschaften und der Autonomie der
Gewerkschaftsbewegung in Polen vom Weltgewerkschaftsbund (WFTU)
und den ihm angeschlossenen Organisationen eingenommen wurde;
- Überprüfung der - falls vorhandenen - Beziehungen zu Organisationen, die noch nicht eindeutig zugunsten der Solidarität und gegen
die Verletzung der Menschenrechte und der Gewerkschaftsfreiheiten
in Polen Stellung bezogen haben; Verwendung bestehender Kontakte
um die Anerkennung der Solidarität und ihre Unterstützung als repräsentative Gewerkschaftsorganisation in Polen;
- ständige Klarstellung

- 5 -

�- ständige Klarstellung, daß jegliche Entwicklung der Beziehungen
durch bilaterale oder multilaterale regionale Treffen von Fortschritten in Richtung auf die Freilassung aller verhafteten Solidaritäts-Angehörigen und von der Entwicklung eines Dialogs zwischen den Vertretern der Solidarität und den polnischen Autoritäten
abhängt;
- Einfrieren der Vorbereitungen für die nächste europäische Regionalkonferenz, die im Rahmen der ILO organisiert würde, bis die in dieser Erklärung niedergelegten Bedingungen erfüllt sind.
Schließlich brachte das Brüsseler Treffen die Überzeugung zum Ausdruck,
daß ein jegliches Nachlassen des Druckes der internationalen Gewerkschaften von den polnischen Behörden in ihrer Unterdrückungskampagne gegen die
polnischen Arbeiter nur ausgenützt würde.
Die internationale Gewerkschaftsorganisation wird deshalb ihre Aktionen auf der Ebene der zwischenstaatlichen Organisationen fortsetzen und
weiter verstärken, in der Absicht, die Grundrechte und -freiheiten der
polnischen Arbeiterschaft zu verteidigen und zu fördern. Besondere Betonung wurde auf die wichtige Arbeit gelegt, die die ILO in ihrer Eigenschaft als weltweiter Schützer der gewerkschaftlichen Rechte und Freiheiten leistet, sowie auf die Schritte, die von den internationalen Gewerkschaftsorgani.sationen ergriffen werden, damit sie in die Lage versetzt
werden, in dieser Hinsicht eine gleichfalls entscheidende Rolle zu spielen.
Die Sekretariate von ICFTU, WCL und ETUC werden auch weiterhin die
Lage in Polen genau beobachten und sich hinsichtlich der weiteren Entwicklung konsultieren, sobald dies erforderlich sein sollte.

+ + + + +

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�I

United States Information Service
Embassy of the United States of America

17. November 1982

Nr. 45

GEMEINNÜTZIGE ORGANISATIONEN DER USA: HILFE FÜR DAS POLNISCHE VOLK
- Von unserem Korrespondenten Elez Biberaj -

WASHINGTON - (AD) - Angesichts der sich immer weiter verschärfenden
wirtschaftliche,! Krise in Polen unternehmen die Hilfs- und Wohlfahrtsorganisationen in den Vereinigten Staaten alles, um der polnischen Bevölkerung zu helfen.
Die Reagan-Administration, die die staatliche Hilfe an Polen wegen
der Unterdrückung des polnischen Volkes unterbrochen hat, stellte klar,
daß sie nichts gegen solcherlei private Hilfe einzuwenden hat, solange
diese auch wirklich die Menschen erreicht und nicht in staatlichen Lagerhallen Polens endet.
Die amerikanischen Gruppen haben bereits jetzt beträchtliche Hilfe
geleistet; zu den wichtigsten gehören CARE, Katholisches Hilfswerk,
Polnisch-Amerikanischer Kongreß (PAC), Projekt Hoffnung und das amerikanische Rote Kreuz.
CARE begann

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Telex: 8-85432

�CARE begann sein Hilfsprogramm für Polen im Juli 1981 in Reaktion
auf die sich immer rascher verschlechternde Lebensmittel läge und auf
die Unfähigkeit der polnischen Regierung, die notwendigen Nahrungsmittel
zu transportieren.

und
ein
für
und

Nach Gesprächen mit polnischen Regierungsvertretern schlössen CARE
das polnische Gesundheits- und Sozialministerium am 12. Juni 1981
verlängerbares Einjahresabkommen, das zusätzliche Nahrungsmittel
die älteren Menschen, für Schwangere, für Mütter mit Kleinkindern
für Kinder bis zum Schul eintritt vorsah.

Im Haushaltsjahr 1982 genehmigte der Kongreß 70 Millionen Dollar an
Hilfsgeldern für das polnische Volk, die über CARE und andere Hilfsorganisationen weitergeleitet wurden. Der Anteil für CARE belief sich auf
etwa 25 Millionen Dollar.
CARE-Vertretern zufolge lagen bis zum 23^April 1982 die Privatmittel,
die in den Vereinigten Staaten und anderen westlichen Staaten bereitgestellt—/
wurden, bei Über 4,1 Millionen Dollar.
Bis Dezember 1981 hatte CARE etwa 100 000 Lebensmittelpakete nach Polen geschickt. Vom Januar bis zum Oktober 1982 wurden pro Monat rund
50 000 Pakete nach Polen versandt.
Ende 1981 stellte die amerikanische Regierung 28,6 Millionen Kilo
Getreide und Gemüse aus dem Programm "Nahrungsmittel für den Frieden"
zur Verfügung, die von CARE nach Polen gebracht wurden.
Zwischen Juli 1981 und April 1982 schickte CARE über
mittelpakete im Wert von 1,7 Millionen Dollar in über 35
Städte. -Jedes dieser Pakete wiegt etwa 11 kg und ehthält
Trockenmilch, Speiseöl, Dosenrindfleisch, Zucker, Linsen

140 000 Lebenspolnische
Reis, Mehl,
und Erbsen.

CARE verteilte

�CARE verteilte außerdem 40 Tonnen Weizenproteinkonzentrat, 28 000 Kisten
Babynahrung und eine beträchtliche Menge an gängigen Arzneimitteln.
Das amerikanische Landwirtschaftsministerium stellte etwa 30 Millionen Kilo überschüssiger Milchprodukte für Polen zur Verfügung, die im Rahmen eines öffentlichen Vorschulspeisungsprogramms verteilt wurden. CARE,
überwacher dieses Programms, hat inzwischen bereits rund 28 000 Tonnen
Butter, Käse und Milchpulver verteilt. Diese Produkte haben einen Wert
von fast 32 Millionen Dollar.
Eine andere Hilfsorganisation, das Katholische Hilfswerk

mit Sitz in

New York, hat zwischen Juli 1981 und Oktober 1982 etwa 78 Millionen Kilo
Nahrungsmittel und andere Hilfsgüter für rund 47 Millionen Dollar geschickt.
Die von den katholischen Hilfsdiensten weitergeleiteten Hilfssendungen kommen aus drei Quellen: Privatspenden von Nahrungsmittel Produzenten,
Käufe der US-Commodity Credit Corporation - die überschüssige Produkte
zu reduzierten Preisen ver' auft - und Spenden der amerikanischen Regierung
im Rahmen ihres Programms "Nahrungsmittel für den Frieden".
Bis zum 14. April 1982 beliefen sich die privaten Geldspenden auf
6 Millionen Dollar.
Eine weitere Organisation, die amerikanische Privathilfe kanalisiert,
ist der Polnisch-Amerikanische Kongreß (PAC). PAC-Sprechern zufolge wurden
zwischen April 1981 und Oktober 1982 3,4 Millionen Kilo Nahrungsmittel
im Werte von 7,1 Millionen Dollar nach Polen gesandt. PAC schickte außerdem 70 000 Kilo Kleider im Wert von 4,1 Millionen Dollar und Medikamente
für über 10 Millionen Dollar. Dazu gehören Kleider, Schuhe, Antibiotika,
Insulin, Aspirin, bis hin zu Einrichtungsgegenständen für Krankenhäuser.
Auch "Projekt Hoffnung" arbeitet eng mit dem PAC zusammen: Zwischen
Juni 1981 und Dezember 1981 wurden in diesem Rahmen Medikamente für über

- 3 -

�für über drei Millionen Dollar verschifft. Seit Verhängung des Kriegsrechtes erhielten 20 polnische Krankenhäuser durch "Projekt Hoffnung"
medizinische Geräte und Medikamente im Wert von über 2 Millionen Dollar.
Zur Unterstützung dieser Arbeiten gab auch die amerikanische Regierung
noch 5 Millionen Dollar. Im kommenden Jahr sollen einem Sprecher dieser
Organisation zufolge rund 18 Millionen Dollar an Material nach Polen
gehen.
Das amerikanische Rote Kreuz erbrachte für das polnische Volk allein
zwischen Dezember 1981 und Juli 1982 rund 700 000 Dollar an Barmitteln,
Kleidungsstücke und Medikamente für fast 100 000 Dollar. Ober das Rote
Kreuz hat auch hier die amerikanische Regierung noch einmal 200 000 Dollar
- für Polen gegeben.
1

+ + + + +

- 4 -

�17. November 1982

COLUMBIA VOM ERSTEN KOMMERZIELLEN EINSATZ ZUROCK
- Fremdaufträge ausgeführt - Reichhaltiges Arbeitsprogramm -

- (AD) - "Scharfe Bremsung"

war der letzte Programmpunkt für Vance

Brand, als die COLUMBIA am 16. November 1982 um 15.34 Uhr MEZ auf einer Hartpiste des Edwards-Flugplatzes der US-Luftstreitkräfte in der Mojave-Wüste von
Kalifornien aufgesetzt

hatte.

Nach fünf Tagen, zwei Stunden und 14 Minuten

Weltraumflug war der Raumtransporter mit seiner vierköpfigen Besatzung vom
fünften Einsatz zurückgekehrt.

In Kalifornien ging gerade die Sonne auf.

So erlebten, anders als beim Start am 11. November am Kap Canaveral, nur vereinzelt

Zuschauer die Landung mit.

Ober die Landetechnik sollen noch mehr Erfahrungen gesammelt werden.
Auf das ursprünglich vorgesehene Verfahren, nämlich vollautomatische Landung
auf einem Salzseebett in Kalifornien, war schon kurz vor dem Start verzichtet
worden. Das Sicherheitsrisiko war zu groß, weil in den Trainingssimulatoren
die Mikrowellensysteme der Autolander unterschiedliche Werte anzeigten, die
nicht in Übereinstimmung zu bringen waren. So kam der Raumtransporter vom
ersten "kommerziellen" Flug wiederum manuell und nur in der allerletzten
Phase von Instrumenten gesteuert zur Erde zurück.
Chefpilot Vance

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�Chefpilot Vance Brand (51), Kopilot Bob Overmyer (46) ebenso wie die
beiden Nutzlastspezialisten Joseph P. Allen (45) und William B. Lenoir (43)
sind begeistert von den Eigenschaften des Fluggeräts und den Möglichkeiten,
die es für wissenschaftliche und technische Aktivitäten im Weltraum bietet.
Die Liste der zu erledigenden Arbeiten war lange genug, und an Bequemlichkeiten für die Besatzung mangelte es offensichtlich.

Aber:

"Wir wußten ja,

daß wir eine Art Camping-Tour vor uns hatten", meinte Bob Overmyer.

Denn

erst der zweite Raumtransporter, CHALLENGER, der im Januar 1983 zum ersten
Flug starten soll, ist für mehr als zwei Mann Besatzung ausgelegt.

In der

COLUMBIA mußten sich die beiden Wissenschaftler, der Physiker Allen und
Elektrotechnikspezialist Leonir, tagsüber mit zusammenklappbaren Notsitzen
begnügen.

Für die von allen vier Astronauten gleichzeitig eingehaltenen

Ruhepausen hatte man nur zwei Schlafsäcke an Bord.

Deshalb machten es sich

Chefpilot und Kopilot in der "Nacht" auf ihren Cockpitsitzen bequem.

Weltraumkrankheit
Ein wichtiges Experiment, das Arbeiten in der offenen Ladebucht im
neuen Weltraumanzug, mußte gestrichen werden.

Die Ausrüstung hat offenbar ei-

nige technische Mängel, was Allen und Leonir während des mehrstündigen Aufenthalts in der Luftschleuse, bei dem der Körper vor dem Ausstieg von Raumluft- auf reine Sauerstoffatmung umgestellt wird, noch rechtzeitig feststellten.

Die Aktion war bereits um 24 Stunden verschoben worden, weil Lenoir

zum ursprünglich vorgesehenen Termin an der berüchtigten "Weltraumkrankheit"
litt.
Diese Attacke stand nicht im Programm. Alle vier hatten zu Beginn des
Fluges Medikamente genommen, die möglicherweise auftretende Symptome von
"Reisekrankheit" mildern oder überhaupt unterdrücken sollen. Nach den bisherigen Erfahrungen der NASA kommt es bei 30 bis 50 Prozent der Astronauten
in der ersten Flugphase unter Schwerelosigkeit zu Unpäßlichkeit bis Übelkeit-Symptomen der "Weltraumkrankheit". Nach der Anpassung des Organismus

- 2 -

�des Organismus an die veränderten Schwerebedingungen ist normalerweise
nichts mehr davon zu bemerken.

Mediziner und Physiologen der NASA wollen

aber jetzt mit Hilfe von Experimenten genauer herausfinden, wodurch und wann
sie ausgelöst werden.

Gerade bei den relativ kurzen Raumtransporterflügen

- vorläufig sind nur fünf bis sieben Tage dafür angesetzt - spielen die auslösenden Faktoren eine wichtige Rolle, weil naturgemäß die Leistungsfähigkeit durch die Erkrankung beeinträchtigt wird.
Die von Dr. Gerald A. Soffen, dem NASA-Direktor für medizinische und
biologische Wissenschaften, und einigen Kollegen ausgearbeiteten Experimente
begannen mit dem soeben beendeten Flug STS-5.

Im Mitteldeck des ORBITER

hatte Joe Allen bei Eintritt des schwerelosen Zustandes seine Augenbewegungen durch speziell dafür angelegte Elektroden zu registrieren.

Denn die

Augenbewegungen erlauben vermutlich einige Rückschlüsse auf Anpassungsreaktionen des Nervensystems auf Schwerkraftbedingungen, die anders sind als die
gewohnten an der Erdoberfläche.

Nach dem Ende der Anpassungsphase sollten

sowohl Allen als auch Lenoir die Elektroden anlegen, während des Rückkehrmanövers bis zur Landung war nur noch Lenoir beauftragt, das Experiment
fortzusetzen.

Dr. Soffen will wissen, wie sich das Anwachsen der Gravitation

von nahezu Null im Orbit auf 1 g (1 g entspricht der Schwerkraft an der Erdoberfläche) auf die Augenbewegungen auswirkt.
Auf diese Weise hoffen die Forscher zumindest einige Indikatoren dafür
zu bekommen, welche Faktoren an der Weltraumkrankheit beteiligt sind und
welche nicht.

Die Messungen werden systematisch weitergeführt.

Nur durch

Tests im Weltraum, nicht auf der Erde, im Labor oder in Flugzeugen, sei es
möglich, ausreichende Erkenntnisse zu gewinnen, um die Krankheit besser zu
beherrschen.meint Soffen.

Amerikanische wie sowjetische Raumfahrer haben

z. B. die Erfahrung gemacht, daß durch mögliches Einschränken von Kopfbewegungen zu Beginn des Fluges die Schwere der Symptome gemildert oder ihr Auftreten überhaupt verhindert werden könne.

Seit Jahren gibt es eine Anzahl

von Theorien zu der Frage, was denn die Weltraumkrankheit eigentlich auslöst
und wann sie auftritt.

Aber wie widersprechen einander, wie Soffen erklärt,

und niemand habe bisher einen Beweis für die Richtigkeit der einen oder der
- 3 -

�oder der anderen Theorie erbringen können.

Es sei an der Zeit, den Dingen

auf den Grund zu kommen.

Leuchteffekt
Die Beobachtungen des Verhaltens von Material und Gesamtkonstruktion
bei viel und wenig Sonneneinstrahlung durch Flugmanöver, die schon bei den
Testflügen eine wichtige Rolle spielten, wurden weitergeführt, ebenso eine
Anzahl wissenschaftlicher Experimente.

Eines davon galt der Aufklärung des

Leuchteffekts am Raumtransporter, den zum ersten Mal Lousma und Fullerton
während des dritten Fluges im März 1982 bei Dunkelheit bemerkten.

Inwieweit

man der rätselhaften Erscheinung durch die Auswertung der nun mit Spezialkameras gemachten Fotos und durch die Untersuchung von Proben bestimmter Materialien auf die Spur kam, wird sich erst herausstellen.

Eine der Hypothesen

geht dahin, daß es sich um ein Phänomen sog. Chemolumineszenz handeln könne:
Auf den Raumgleiter aufprallende Sauerstoffatome vereinigen sich zu Sauerstoffmolekülen.

Sobald sie sich wieder von dessen Oberfläche lösen, kommt

es zu einem Verlust an kinetischer Energie unter Abgabe von Photonen - d.h.
von Licht.

Es wird u.a. vermutet, daß aus bestimmten Isoliermaterialien

am Raumtransporter infolge leichter Zersetzungsprozesse in der kosmischen
Umwelt Sauerstoff aussickert.

Start von kommerziellen Satelliten
Die wichtigste Aufgabe für die Besatzung beim Unternehmen STS-5 war
allerdings das Absetzen zweier kommerzieller Nachrichtensatelliten. Zum
ersten Mal in der Geschichte der Raumfahrt wurde ein bemanntes Fluggerät als
Basis in der Erdumlaufbahn für den Start unbemannter Satelliten verwendet.
Bereits acht Stunden nach dem Eintritt der COLUMBIA in den Orbit in 296 km
Höhe, der einer perfekten Kreisbahn um die Erde entsprechen mußte, wurde
während der fünften Erdumkreisung SBS-3 abgesetzt. Es kam darauf an, daß
dies an einem ganz bestimmten Punkt über dem Indischen Ozean geschah und
- 4 -

�geschah und daß seine Triebwerke - die COLUMBIA hatte sich inzwischen in 26 km
Sicherheitsabstand begeben - zu einem bestimmten Zeitpunkt gezündet wurden.
Rund 57 Stunden später erreichte der Satellit, der von dem privaten amerikanischen Unternehmen "Satellite Business Systems" (SBS) betrieben wird, seinen
"Standort" in der 36 000 km-Bahn.

"Standort" deshalb, weil in dieser Erdent-

fernung die Umlaufzeit genau der Zeit für eine Umdrehung der Erde um die eigene
Achse entspricht.

Der Satellit scheint also für den Beobachter auf der Erde

stillzustehen und steht als Relaisstation einem Tausende von Kilometern großen
Bereich Tag und Nacht zur Verfügung.
Genau 24 Stunden später folgte - nach dem gleichen Verfahren gestartet ANIK-C.

ein kommerzieller Nachrichtensatellit von TELESAT Canada.

Auch er

"steht" jetzt in 36 000 km Höhe und ist für den innerkanadischen Fernmeldeverkehr bestimmt.

Bei voller Auslastung kann er 21 504 Telefongespräche oder

32 Fernsehprogramme gleichzeitig übertragen.
SBS bezahlte acht Millionen Dollar an die NASA als Startgebühr, TELESAT
Canada - wegen des höheren Gewichts von ANIK-C - fast neun Millionen.

Eldon

Thompson, der Präsident von TELESAT Canada , nennt knapp 34 Millionen Dollar
an Gesamtkosten, einschließlich Versicherung, Zusatzausrüstungen und Verpakkung.

Dies sei aber nur etwas mehr als die Hälfte dessen, was im August 1982

für den Start eines anderen ANIK-Satelliten mit einer DELTA-Rakete an die NASA
zu zahlen war.

die DELTA-Rakete ist, wie alle Satellitenträger vor dem Raum-

transporter, ein sog. Verlustgerät und nicht wiederverwendbar.

Die Start-

gebühren im August beliefen sich auf 66 Millionen Dollar - ein Preis, der
laut Thompson etwa dem vergleichbar sei, den ein Start mit der

Europa-Rakete

ARIANE ksoten würde.
Die Aufträge zum Absetzen der beiden Nachrichtensatelliten bestimmten
sogar die Startzeit der COLUMBIA.
nur für 33 Minuten geöffnet.

Das sog. Startfenster war am 11. November

Wäre durch Schwierigkeiten während des Count-

down diese Frist überschritten worden, hätte sich erst 24 Stunden später wieder
eine Startmöglichkeit ergeben.

Aufträge für das Absetzen weiterer Nachrichten-

satelliten im Weltraum vom Raumtransporter aus liegen bereits vor:
- 5 -

Im Januar

�Im Januar 1983 nimmt die Raumfähre CHALLENGER einen Nachrichtensatelliten
der NASA mit, der zusätzliche Funkkontakte zwischen den Bodenstationen des
US-Bundesamtes für Luft- und Raumfahrt (NASA) und bemannten wie unbemannten
Satelliten auf Erdumlaufbahnen ermöglicht. Im April 1983 ist - wiederum
von CHALLENGER aus - der Start eines weiteren ANIK-Satelliten sowie des Nachrichtensatelliten PALAPA-1 für die Republik Indonesien vorgesehen. Und
beim dritten Einsatz der CHALLENGER im Juli 1983 werden sich ein zweiter
Nachrichtensatellit der NASA sowie INSAT-1B, ein Fernmelde- und Wetterbeobachtungssatellit für Indien, an Bord befinden.

- 6 -

�T

Wi//en/chcift
und Technik
United States Information Service
Embassy of the United States of America

17. November 1982

Nr. 45

ÖL- UND GASEXPLORATION SCHWERPUNKT BEI INVESTITIONEN

- (AD) - Das Gros der Investitionen von den 26 größten amerikanischen
Mineral öl firmen in den Jahren 1974 - 1980 wurde zur Exploration neuer ölund Gasvorkommen eingesetzt. Dies geht aus einer Studie hervor, die von
der Abteilung Energie-Informationen (EIA) des US-Energieministeriums veröffentlicht wurde.
Die Aktivitäten erreichten im Jahr 1980 mit 12 000 Explorationsbohrungen zum ersten Mal in 20 Jahren wieder den Stand von 1960, nachdem von
1956 ab ein Abwärtstrend eingesetzt hatte, der bis zum ölpreisschock im
Jahr 1973 unverändert anhielt.
Im Jahr 1980 wandten die 26 Unternehmen mehr als 37 Milliarden Dollar
für Explorationen auf. Davon wurden 26 Milliarden Dollar in die Sondierung
auf amerikanischem Territorium gesteckt (gegenüber 11 Milliarden Dollar im
Jahr 1974), die restlichen Summen waren für entsprechende Aktivitäten in
zahlreichen Gebieten im Ausland bestimmt.
Der zweibändige

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 22 40
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Der zweibändige Bericht mit Finanzstatistiken trägt den Titel "Energy
Company Development Patterns in the Postembargo Era" (Erschließungsaktivitäten von Energie-Unternehmen in der Zeit nach dem Embargo). Aus ihm geht
u.a. hervor, daß die 26 größten amerikanischen Unternehmen auf dem Energie-sektor eine wichtige Rolle dabei spielten, durch Steigerung ihrer Uran- und
Kohleproduktion zu einer vermehrten und die Versorgungssicherheit verbessern
den Diversifizierung der Erzeugung von Primärenergie beizutragen.
Die Auslandsinvestitionen dieser Unternehmen machten zwischen 197*
und 1980 ungefähr ein Drittel aller Investitionen auf dem Erdölsektor aus.
Der größte Anteil entfiel auf Explorations- und Erschließungskosten in Kanada und im Nordseegebiet. Bei der Auslandsförderung und dem Import von
Rohöl lösten sie sich weitgehend von der Abhängigkeit von Versorgungsquellen in Mittelost.

+ + + + +

- 2 -

�Wi//enschaft
und Technik
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

Nr .

45

17. November 1982

SCHIFFSFUNK OBER INTELSAT V
novsb ti •
.

- (AD) - Der jüngste Nachrichtensatellit der INTELSAT V-Serie, der
Ende September 1982 von der NASA in Kap Canaveral gestartet wurde, dient
als erstes Intelsat-Gerät auch der Schiffahrt als Relaisstation für den
Sprech- und Funkverkehr mit dem Festland. Allein für diesen Zweck stehen
an Bord des Satelliten 50 Watt Nutzleistung zur Verfügung - zusätzlich zu
der Energie, die für die Übertragung von Farbfernsehprogrammen auf zwei
Kanälen und für 12 000 Telefonsprechkreise gebraucht wird.
•

Das private Konsortium INTELSAT, dem 100 Länder angeschlossen sind,
betreibt gegenwärtig 17 Satelliten für den internationalen Fernmeldeverkehr einschließlich Datenübermittlung, Fernseh- und Rundfunkübertragungen. Die vier nächsten INTELSAT V-Satelliten (sie werden alle von der
Firma Ford Aerospace and Communications Corporation gebaut) sind ebenfalls
für den Schiffsnachrichtenverkehr ausgerüstet, der im L-Band-Frequenzbereich erfolgt. Die entsprechender

Bordsysteme werden an INMARSAT (Inter-

national Maritime Satellite Organization) vermietet. Sie ermöglichen einem
Schiff von fast jeder Position aus, mit nahezu jedem gewünschtem Partner

Postfach 20 03 00
D 5300 B o n n 2

Tel.: 0228-339 22 40
Telex: 8-85432

�über Telefon, Fernschreiber oder Faksimile-Bildübertragung in Verbindung
zu treten. Auf diese Weise soll das Nachrichtenwesen auf See einschneidend
verbessert werden.
Die Organisation INMARSAT wurde im Jahr 1979 gegründet und nahm im
Februar die Tätigkeit auf. Derzeit gehören ihr 37 Länder als Mitgliedstaaten an. Durch die Einbeziehung von Satelliten sollen auch das Meldewesen
für Seenotfälle, die Möglichkeiten zur Hilfeleistung bei Katastrophen
sowie für Sturm- und Eiswarnungen verbessert werden. Außerdem dürfte das
Management in der Handelsschiffahrt und bei Meeresbergbauunternehmen davon
profitieren. Denn der Kontakt mit ölbohrinseln, die Wettervorhersage, die
Übermittlung von Telefongesprächen, Fernschreiben und von Daten zwischen
Schiffen bzw. Bohrstationen auf See und mit Kommunikationspartnern an Land
wird nun sehr viel einfacher und sicherer. Gegenwärtig sind ca. 1 300 Schiffe mit INMARSAT-Systemen ausgerüstet.
Der neue INTELSAT V-Satellit wurde zunächst über Fucino (Italien) im
erdsynchronen Orbit stationiert, weil diese Bodenstation die notwendigen
Tests durchführt. Sobald sie beendet sind, erfolgt die "Versetzung" über
den Indischen Ozean auf eine Position am 63. Längengrad. Die kommerzielle
Nutzung soll Anfang Dezember 1982 beginnen.

+ + + + +

�</text>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Erklärung Präsident Reagans bei der Begrüßung von Bundeskanzler Kohl&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erklärung Präsident Reagans bei der Verabschiedung von Bundeskanzler Kohl&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Reagan hebt Sanktionen gegen Bau der Erdgasleitung auf&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Rundfunkansprache des US-Präsidenten -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Reagan: USA weiterhin an Verbesserung der Beziehungen zur UdSSR interessiert&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Pressekonferenz des US-Präsidenten -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erklärung Ronald Reagans zum Jahrestag der Solidarität&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- 10. November ein Meilenstein im Kampf um die Freiheit -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erklärung der Internationalen Gewerkschaftsbewegung zu Polen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Forderung nach Wiederherstellung der gewerkschaftlichen Rechte in Polen -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Gemeinnützige Organisation der USA: Hilfe für das polnische Volk&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Von unserem Korrespondenten Elez Biberaj -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;COLUMBIA vom ersten kommerziellen Einsatz zurück&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Fremdaufträge ausgeführt - Reichhaltiges Arbeitsprogramm -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Öl- und Gasexploration Schwerpunkt bei Investitionen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schiffsfunk über INTELSAT V</text>
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