<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<item xmlns="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5" itemId="1778" public="1" featured="0" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xsi:schemaLocation="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5 http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5/omeka-xml-5-0.xsd" uri="https://www.amerikahaus-archiv.de/items/show/1778?output=omeka-xml" accessDate="2026-11-04T01:07:56+00:00">
  <fileContainer>
    <file fileId="1789">
      <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/bf322b8d53742c86a5e41ef2ef7c380a.pdf</src>
      <authentication>8f9b08c5cf29cfa0c8efa12a97a4fc95</authentication>
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="4">
          <name>PDF Text</name>
          <description/>
          <elementContainer>
            <element elementId="52">
              <name>Text</name>
              <description/>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="9039">
                  <text>^^^

nroffltciuon
und
Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

10. November 1982

44

INHALT

DOKUMENTATION
Reagan bekräftigt US-Unterstützung für Frieden in Lateinamerika
- Briefwechsel mit Bürgern Venezuelas Reagan und Shultz: Die Demokratie muß gefördert werden
- "Konferenz über freie Wahlen" in Washington -

WIRTSCHAFT
Das Welthandelssystem in der Krise: USA streben auf GATT-Konferenz
politische Lösungen an
- Von unseren Sonderkorrespondenten Robin Newman und Jon Schaffer •
USA schaffen Zusatzkapazitäten für Kohleexport

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Energiespartrend bleibt - aber mehr Strombedarf
- Leichtindustrie gewinnt immer mehr an Bedeutung -

Um Über/endung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 22 40
Telex: 8-85432

�44

10. November 1982

REAGAN BEKRÄFTIGT US-UNTERSTÜTZUNG FÜR FRIEDEN IN LATEINAMERIKA
- Briefwechsel mit Bürgern Venezuelas -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Ronald Reagan hat einer Gruppe venezolanischer
Bürger versichert, daß die Vereinigten Staaten die Bemühungen von Ländern in
Mittelamerika und der Karibik um die Verringerung von Spannungen unterstützen,
die den Frieden gefährden. Diese Erklärung ist in der Antwort auf ein Schreiben
enthalten, das etwa 200 venezolanische Bürger an den amerikanischen Präsidenten
gerichtet hatten und in dem deren Besorgnisse über die Situation in dieser
Region zum Ausdruck kommen.
Reagan verwies in seiner Antwort auf die wirtschaftliche, soziale und
politische Unterentwicklung dieses Gebietes sowie auf die Ausbeutung dieses
Zustandes durch Kuba, Nicaragua und die Sowjetunion. Dies seien die eigentlichen
Ursachen für den Konflikt in Mittelamerika.

Gleichzeitig hob er die Initiative

der USA für das karibische Becken sowie die Beteiligung Washingtons an der im
vergangenen Monat in Costa Rica abgehaltenen Konferenz über die Koordinierungsbemühungen für regionalen Frieden und Demokratie hervor.
Das Schreiben

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 22 40
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Das Schreiben der venezolanischen Bürger an Reagan hat folgenden Wortlaut:
Sehr geehrter Herr Präsident,
angesichts der Gefühle eines breiten Sektors der Bevölkerung von Venezuela
möchten wir Ihnen gegenüber unsere tiefe Sorge über die zunehmende Gefahr eines
weiteren Weltenbrandes zum Ausdruck bringen, der - wenn er eintreten sollte die Vernichtung der Menschheit mit sich bringen und jedem alle Chancen nehmen
würde, Sieger zu sein.
Im Rahmen dieser Besorgnisse erscheint uns als Lateinamerikaner die gegenwärtig in Mittelamerika und der Karibik bestehende Situation erfüllt zu sein
mit ernsthaften Bedrohungen, die letztlich sogar den Weltfrieden gefährden
könnten. Aus diesem Grunde lehnen wir jede Form von Intervention ab, die die
Selbstbestimmung der Menschen dieser Region bedroht und ihren Fortschritt sowie
die allgemeine und demokratische Entwicklung behindert.
Dies sind die Gründe, die uns bewegen, Sie angesichts der wichtigen
Position, die Sie innehaben, zu ersuchen, sorgfältig und entschlossen der Gefahr
eines weiteren Weltkrieges entgegenzuwirken und damit die Menschheit zu retten,
die Perspektiven für eine Welt frei von Spannungen zu erhalten und es einem
jeden zu ermöglichen, den sicheren Weg des Friedens und des sozialen Fortschrittes zu gehen.

Die Antwort Präsident Reagans hat, wie vom Weißen Haus veröffentlicht,
folgenden Wortlaut:

Ich habe

�Ich habe sorgfältig das kürzlich von zahlreichen venezolanischen
Intellektuellen, führenden Politikern und anderen Personen des öffentlichen
Lebens an mich gerichtete Schreiben bezüglich der Bedrohungen des Weltfriedens
und der gegenwärtigen Situation in Mittelamerika und der Karibik gelesen.
Die Bevölkerung und die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika
teilen diese Besorgnisse.
Das Hauptziel meiner Administration - wie auch jeder anderen amerikanischen
Administration seit dem Zweiten Weltkrieg - ist die Verhinderung eines Atomkrieges. Zweimal in meinem Leben habe ich mitansehen müssen, wie die Welt in
Kriege gestürzt wurde, die Millionen an Menschenleben kosteten. Diese Erfahrungen
haben mich davon überzeugt, daß es die größte Aufgabe Amerikas ist, die Welt
zu ermutigen, den Weg des Friedens zu gehen, und sicherzustellen, daß unser Land
sowie alle, die unser Streben nach Frieden und Freiheit teilen, in Sicherheit
leben können.
Seit meiner Amtsübernahme habe ich mich um praktische Maßnahmen bemüht,
um das Risiko eines solchen Krieges zu vermindern und das zerstörerische Potential
und den kostspieligen Wettlauf hinsichtlich der nuklearen Arsenale zu begrenzen.
Im vorigen Jahr habe ich Präsident Brechnew geschrieben und ihn dringlich aufgefordert, sich mir bei diesem Vorhaben anzuschließen, und vorgeschlagen, daß wir
mit Verhandlungen zur Verringerung der Kernwaffen und zur Stärkung des Friedens
beginnen.
Im November vorigen Jahres habe ich den Beginn von Gesprächen mit der
Sowjetunion angeboten, um einen Weg für die Beseitigung der landgestützten
nuklearen Mittel Streckensysteme zu finden. Wir verhandeln gegenwärtig in Genf
mit der Sowjetunion über diesen Vorschlag, der die Sowjets auffordert, ihre
mehr als 600 in Stellung gebrachten derartigen Systeme abzubauen, wofür die
Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten zusagen würden, keine ähnlichen Systeme
in Europa zu installieren.
Im Mai

- 3 -

�Im Mai habe ich dann einen weitreichenden Ansatz in bezug auf die
nukleare Rüstungskontrolle vorgeschlagen - eine phasenweise Verminderung der
strategischen Waffen, beginnend mit denjenigen, die am gefährlichsten und am
destabilisierendsten sind, den Gefechtsköpfen auf ballistischen Raketen und insbesondere den ballistischen Interkontinentalraketen. In einer zweiten Phase
werden wir dann noch weitere Verminderungen im zerstörerischen Potential der
Nuklearstreitkräfte anstreben. Auch über diese Vorschläge verhandeln wir gegenwärtig mit der Sowjetunion in Genf.
Diese Verhandlungen sowie andere Gespräche, die entweder schon im Gange
sind oder noch von uns vorgeschlagen werden, bieten uns die historische Gelegenheit, das Rahmenwerk des Friedens zu stärken und die Kriegsgefahr zu vermindern. Mit der Unterstützung unserer Freunde und Verbündeten werden wir
alles in unserer Macht Stehende tun, um dieses Ziel zu erreichen.
Für den Konflikt in Mittelamerika gibt es zwei fundamentale Ursachen:
die wirtschaftliche, soziale und politische Unterentwicklung und die gewaltsame Ausbeutung dieser Unterentwicklung durch Kuba, Nicaragua und die Sowjetunion. Um dieser Region den Frieden zu bringen, müssen unserer Auffassung nach
beide Ursachen beseitigt werden.
Gemeinsam mit Venezuela, Kolumbien, Mexiko und Kanada versuchen wir, durch
die Initiative "Karibisches Becken" in Mittelamerika und der Karibik die wirtschaftliche Entwicklung zu fördern. Kein regionales Ziel hat eine größere
Priorität als die Verabschiedung dieser Gesetzgebung, um Handels- und Investitionsanreize für die wirtschaftliche Entwicklung zu bieten. Unser Kongreß hat
bereits die Bereitstellung von 350 Millionen Dollar an zusätzlichen Mitteln
für den Notfall gebilligt, und diese Gelder werden gegenwärtig den Empfängerregierungen zur Verfügung gestellt.
Die Entwicklung demokratischer Institutionen als Ergänzung des wirtschaftlichen Wachstums ist ein paralleles Ziel, dem wir uns in gleicher Weise verschrieben haben. Wir haben den augenfälligen Trend zur Demokratie in Mittel-

- 4 -

\

�in Mittelamerika und der Karibik unterstützt und sind durch ihn ermutigt.
Honduras und El Salvador haben im vergangenen Jahr freie und faire Wahlen abgehalten, wie auch die traditionell demokratischen Länder Costa Rica und Kolumbien.
Die Demokratie in Venezuela ist nach unserer Beurteilung ein wertvolles Modell,
das in seiner Resonanz einfach zwingend ist. Der Trend zur Demokratie auch in
anderen Teilen der westlichen Hemisphäre - wir begrüßen die Rückkehr Boliviens
zur demokratischen Herrschaft - hat unsere volle Unterstützung.
Wir sind auch bemüht, die demokratische politische Entwicklung dadurch zu
unterstützen, daß wir unsere Mittel und Möglichkeiten in den Dienst der
Schaffung von Kernzellen der Demokratie stellen. So findet beispielsweise in
dieser Woche hier eine Konferenz über freie Wahlen statt, zu der demokratische
Vertreter aus allen Teilen der Welt eingeladen worden sind.
Unsere Diplomatie hat die Bemühungen von Ländern in dieser Region unterstützt, die auf eine Verminderung der den Frieden bedrohenden Spannungen abzielen.
Wir sind

Teilnehmer der

Konferenz,

die Costa Rica am 4. Oktober einberufen

hat, um die Bemühungen um regionalen Frieden und Demokratie zu koordinieren. Wir
hoffen, daß diese Konferenz lur Entschärfung der Spannungen in der Region beitragen wird.
Ich glaube, daß zahlreiche Venezolaner unsere Besorgnisse in dieser Hinsicht
teilen. Die Initiative Ihres Präsidenten wie auch des mexikanischen Präsidenten
Lopez Portillo war ein konstruktiver Schritt in der gleichen Richtung. Wir sind
der Auffassung, daß die regionalen Anstrengungen, mit denen auf der Konferenz von
San Jose begonnen wurde, die Sache des Friedens, die wir beide unterstützen,
voranbringen werden.
Wenn wir uns mit der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung befassen,
dann können wir nicht die legitimen Sicherheitserfordernisse von Ländern
ignorieren, die durch Unterstützung des Aufruhrs im Innern vom Ausland her
bedroht sind. Die Vereinigten Staaten gewähren den Regierungen von El Salvador

- 5 -

�von El Salvador und Honduras ein geringes Maß an militärischer Ausrüstung und
Ausbildung; rund 85 Prozent unserer Hilfe für diese Länder sind jedoch wirtschaftlicher Natur.
Die Verpflichtung zur Demokratie, eine autarke Wirtschaftsentwicklung und
die Nichteinmischung, die wir an den Tag legen, ist jedoch nicht charakteristisch
für die Handlungen Nicaraguas, Kubas und der Sowjetunion. Unterstützt von der
Sowjetunion, haben Kuba und Nicaragua den Aufständischen in El Salvador ständig
Hilfe gewährt. Sowohl Costa Rica als auch Honduras sind von terroristischen
Angriffen heimgesucht worden, die von Nicaragua aus unterstützt wurden.
Nicaragua hat ein militärisches Potential aufgebaut, das in keinem Verhältnis
zu seinen objektiven Verteidigungserfordernissen steht. Die eigentliche Ursache
der so großen Besorgnisse hinsichtlich der Region ist die Aufrüstung Kubas;
diese Aufwendungen hätten besser für die wirtschaftliche Entwicklung statt
für die Beschaffung von Waffen eingesetzt werden sollen.
Unsere beiden Völker, die Blut und Anstrengung gegeben haben, um die
Demokratie zu erlangen, zu sichern und zu fördern, wissen sehr wohl um die
Bedeutung der Demokratie und des Rechts der freien Entscheidung. Venezolaner
und Amerikaner teilen gleichermaßen den Wunsch nach Frieden und Freiheit nicht nur in dieser Region der Welt, sondern in allen Teilen der Erde. Wenn
wir unsere Anstrengungen fortsetzen, dann können wir die Sache des Friedens
voranbringen.
+ + +

�44

11. November 1982

REAGAN UND SHULTZ: DIE DEMOKRATIE MUSS GEFÖRDERT WERDEN
- "Konferenz über freie Wahlen" in Washington -

WASHINGTON - (AD) - Der amerikanische Präsident Ronald Reagan und USAußenminister George Shultz haben sich mit Nachdruck für eine Förderung der
Demokratie in aller Welt eingesetzt. Beide Politiker sprachen anläßlich einer
"Konferenz über freie Wahlen", die vom 4. bis 6. November 1982 in Washington
stattfand.
Die Ansprache des amerikanischen Präsidenten hat in ihren wichtigsten Auszügen folgenden Wortlaut:
... Wir sind heute hier, um eine gemeinsame Vision zu feiern - die Vision
einer Welt, in der das Recht auf Selbstregierung offen anerkannt wird, in der
der Staat nicht als der Herr, sondern als der Diener des Menschen angesehen
wird. Insbesondere beschäftigt sich diese Konferenz mit freien Wahlen, der
eigentlichen Grundlage der Demokratie. Es gibt kein eindrucksvolleres Symbol
der Demokratie als das Bild des Bürgers, der seinen Stimmzettel abgibt, seinen
Kandidaten wählt und dabei mit über sein eigenes Geschick abstimmt. ...
Der freie

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 22 40
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Der freie Fluß der Gedanken und der offene Wettbewerb der Ideen sind die
Seele unserer freien Gesellschaften. Welch ein gewaltiger Unterschied ist dies
gegenüber jenen Staaten dieser Welt, wo das Volk keine eigene Rolle hat, sondern
in Schwäche darauf warten muß, bis eine kleine Gruppe von Menschen ihren Machtkampf hinter verschlossenen Türen beendet hat und dann herrscht, ohne auch nur
irgendjemandem verantwortlich zu sein.
*

Aber noch etwas anderes führt uns heute zusammen. Es ist die Freude, die
wir teilen über die Möglichkeiten für die Verbreitung der Demokratie, das Ge4

fühl der Hoffnung für die Zukunft. Einer meiner Vorgänger in diesem Amt hat
diese Freude geteilt. General Eisenhower schrieb in seinem Tagebuch weniger
als ein Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs: "Das Wirkungsvollste, was
wir für unsere Sicherheit tun können, besteht darin, in jedem Land, wo es eine
Möglichkeit dafür gibt, eine demokratische Regierungsform zu fördern. Wir
müssen aktiv dabei helfen, andere zur Demokratie zu führen, und mehr noch:
Wir müssen ein Beispiel für den Wert der Demokratie sein."
Nun, ich weiß nicht, wie man die Herausforderung besser in Worte fassen
könnte, vor der die Teilnehmer dieser Konferenz und die freien Menschen allerorts stehen, als dies in den Worten Dwight Eisenhowers gesagt wird.
Die Abhaltung dieser Konferenz ist ein Beweis für die wachsende Kraft
der demokratischen Ideale. Ihre Ausstrahlungskraft haben mich veranlaßt, im
Juni dieses Jahres vor dem britischen Parlament davon zu sprechen, daß wir
an einem Wendepunkt angelangt sind - daß wir jetzt den Augenblick erleben, wo .
die Zeit, die Umstände und der gesunde Instinkt aufrechter und anständiger
Menschen zusammenwirken können, um der Geschichte eine neue Richtung zu geben,,
um ein neues und hoffnungsvolleres Leben für künftige Generationen zu schaffen.
Einige mögen diese Prognose als allzu optimistisch ansehen. Ich unterschätze
keineswegs die Möglichkeiten der Unterdrückung seitens der Diktaturen von links
oder rechts oder die zerstörerischen Auswirkungen des Terrorismus. Aber die
unvergänglichen demokratischen Ideale und die demokratische Bewegung - sie
sind stärker. Jedes Land, das Sie hier vertreten, zeigt ein nicht auslöschbares

- 2 -

�nicht auslöschbares Streben, sein eigenes Schicksal zu gestalten. Es ist
einfach unsere Pflicht, gegen das Böse und gegen die Grausamkeit eines Mißbrauchs der staatlichen Macht aufzustehen. Wenn wir nicht mit Nachdruck dagegen angehen, wenn wir nicht die anständigen Impulse der Menschheit und unsere
eigenen tiefsten Überzeugungen unterstützen, dann würde eine Art Auszehrung
und Verkümmerung einsetzen, und auch wir könnten dann letztlich den Glauben
an die Ausstrahlungskraft und die Stärke unserer Überzeugungen verlieren.
Diese Konferenz ist ein weiterer Schritt hinsichtlich unserer Unterstützung
der demokratischen Bewegung. Sie bietet die Gelegenheit, gegenüber der Welt
darauf hinzuweisen, daß die Demokratie dem Volk eines jeden Landes die Chance
bietet, seinen eigenen Kurs zu verfolgen. Es ist eine Gelegenheit zu zeigen,
wie freie Wahlen einem Volk das Steuer des Staates fest in die Hand geben, wie
der freie Wettbewerb der Ideen an der Wahlurne die Stabilität und Flexibilität
fördern, die so notwendig für den wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt
sind, wie freie Wahlen in aller Welt den sicheren Weg zur Unterstützung von
Institutionen und der Politik des Volkes bilden, wie die Verläßlichkeit gewählter
Vertreter die sicherste Garantie dafür ist, daß der Wille des Volkes respektiert
wird und daß die Früchte des Wachstums nicht nur einigen wenigen zugute kommen.
Die Verwirklichung all dieser Dinge ist ein mächtiges Gegenmittel gegenüber
jenen, die argumentieren, daß die Macht des Staates sowie die bewaffnete Macht
die einzigen Mittel für sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt darstellen.
Immer wieder haben wir gesehen, daß die demokratischen Staaten, die sich auf
die Initiativen des eigenen Volkes stützen, ihre Volkswirtschaften und ihre
Gesellschaften viel weiter entwickeln als die zentralisierten Staaten. Wir
dürfen nicht die Aufgabe unterschätzen, der wir uns bei der Unterstützung des
Wachstums der Demokratie gegenübersehen.
Demokratie kann nicht von außen auferlegt werden, und sie entwickelt sich
häufig nur nach geduldigen und allmählichen Schritten. Sie muß das Produkt freier
Institutionen sein - der Kirchen, der Gewerkschaften, einer unabhängigen Justiz
sowie der Presse. Und dieser kraftspendende und lebensverjüngende Prozeß wird

- 3 -

�Prozeß wird durch den Bürger verkörpert, der an der Wahlurne seine Stimme
abgibt - das ist das Thema dieser Konferenz. ...
Der amerikanische Außenminister führte aus:
... Präsident Reagan kündigte die Pläne für diese Konferenz in seiner
Rede vor dem britischen Parlament im vorigen Juni an. In dieser Rede bot der
Präsident an, sich allen Staaten anzuschließen, die sich in einer weltweiten
Kampagne für einen friedlichen, demokratischen Wandel einsetzen.
Heute sind hier viele Mitglieder der "Kampagne für die Demokratie" versammelt, von der der Präsident sprach - Männer und Frauen, die dazu beigetragen
haben, in ihren eigenen Ländern demokratische Institutionen zu schaffen, und
die dabei helfen wollen, daß auch andere Völker die Grundlagen für ihre
politische Freiheit legen können. Diese Konferenz wird das Erreichte begutachten
und Überlegungen darüber anstellen, was wir gemeinsam tun können, um die Ausbreitung der Demokratie zu unterstützen.
Wir sind nicht hier, um andere Länder herauszufordern, sondern um erneut
ein Angebot zu machen, unsere Erfahrungen zu teilen, die wir darin haben, wie
Freiheit funktioniert. Unser Ziel ist nicht die Kritik, sondern die Überlegung
darüber, was wir tun können, um anderen Nationen bei der Verwirklichung ihrer
demokratischen Hoffnungen zu helfen.
Betrachten wir in diesem Zusammenhang drei Aktionsbereiche: Wir sollten
jenen Ländern konkrete Hilfe geben, die an der Abhaltung freier Wahlen
interessiert sind. Wir können anderen dabei helfen, aus unseren Erfahrungen zu
lernen und die anfänglichen Hindernisse bei der Schaffung einer Demokratie
auf der Grundlage von Wahlen zu überwinden. Mehrere Regierungen und Privatorganisationen sind bereits intensiv dabei, technische Hilfe bei der Verbesserung des Wahlprozesses zu bieten. Und weitere stellen sich nunmehr der
Herausforderung.
Vor einem

�Vor einem Monat beschlossen acht Länder Mittelamerikas, der Karibik und
der Anden in San Jose, ein regionales Wahlinstitut als Teil ihres Programmes
für Frieden und Demokratie in Mittelamerika einzurichten. Andere Staaten und
andere Regionen könnten diesem Beispiel folgen. Diese Konferenz könnte Überlegungen darüber anstellen, welche zusätzlichen Programme am wirkungsvollsten
wären und wie die verschiedenen Anstrengungen zur Unterstützung der Verbreitung
freier Wahlen zu besserer wechselseitiger Wirkung gebracht werden könnten.
Zweitens müssen wir uns aktiver für das Recht auf freie Wahlen einsetzen
und immer wieder betonen, daß politische Freiheit ein Thema der Menschenrechte
ist.
Der Einzelmensch hat ein Recht darauf, am Regierungsprozeß teilzuhaben genau wie er ein Recht auf Schutz vor staatlicher Willkür hat.
Dabei geht es nicht um die Frage, wie dieses Recht gesetzt werden könnte,
denn es existiert bereits. Frage ist, wie es in der Praxis in größtmöglichem
Umfang verwirklicht werden kann.
Wir müssen die Diskussionen und die Aktivitäten im Bereich der Menschenrechte so ausweiten, daß positive Schritte zur Förderung freier Institutionen
eingeschlossen werden. Nur die freien, demokratischen Institutionen - einschließlich freier Wahlen, der Presse und der Gewerkschaften - können die
immer wiederkehrenden Menschenrechtsverletzungen überwinden, die individuelle
Freiheit sicherstellen

und das Recht auf Selbstregierung gewährleisten.

Drittens können wir mehr dabei tun, den Erfolg der Demokratie in die
Öffentlichkeit zu tragen und die Aufmerksamkeit auf den Vergleich zwischen den
Leistungen demokratischer und nichtdemokratischer Länder zu lenken.
Die Demokratien erfreuen sich - von wenigen Ausnahmen abgesehen - größeren
Friedens, größeren Wohlstands und größerer Stabilität als die Staaten, in
denen es keine Demokratie gibt. Vor allem die jungen Demokratien können eine

- 5 -

�können eine besondere Rolle dabei spielen, die anderen erkennen zu lassen,
daß eine demokratische Regierung sowohl wünschenswert als auch funktionsfähig
ist. Die Erfahrungen und der Erfolg der jungen Demokratien kann lehrreich
und ermutigend für jene sein, die noch nicht solcher politischer Freiheit
teilhaftig sind.
Meine Damen und Herren, vor Ihnen liegt eine große Herausforderung. Sie
sollen sich darüber Gedanken machen, wie die Menschen der demokratischen Welt
dazu beitragen können, die Freiheit jenen Millionen zu bringen, denen noch
nicht erlaubt ist, ihre eigene Führung selbst zu wählen. Wir hoffen auf Ihre
frischen, kreativen und konkreten Ideen, die unsere Überzeugungen in Verpflichtungen und Taten umsetzen.
+ + +

- 6 -

�^^^

4 III

1

DI

i

w

rm

&gt;ij

Wirt/chcift
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

10, November 1982

44

DAS WELTHANDELSSYSTEM IN DER KRISE: USA STREBEN
AUF GATT-KONFERENZ POLITISCHE LÖSUNGEN AN
Von unseren Sonderkorrespondenten Robin Newman und Jon Schaffer

WASHINGTON - (AD) - Die Vereinigten Staaten erwarten, daß auf der Ministertagung des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens (GATT), die vom 24. bis 26
November in Genf stattfindet, ein entscheidender politischer Beschluß gegen
den Protektionismus im Handel getroffen und ein Arbeitsprogramm für die achtziger
Jahre verabschiedet wird, um die Handelsliberalisierung weiter zu fördern. In
amtlichen amerikanischen Kreisen rechnet man mit einer Ministererklärung zum
Abschluß der GATT-Konferenz.
Die Delegation der Vereinigten Staaten wird von dem amerikanischen Sonderbeauftragten für HandelsVerhandlungen, William E. Brock, geleitet werden. Es
handelt sich um die erste GATT-Ministertagung seit 1973. Im Laufe der Handelsverhandlungen im Rahmen des GATT - Kennedy-Runde und Tokio-Runde - kam es zu Abkommen über Zoll Senkungen und einen Abbau der nicht-tarifä'ren Handelsschranken.
Viele Länder schützen jedoch weiterhin ihre Binnenmärkte" gegen internationale

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 22 40
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�gegen internationale Konkurrenz, indem sie protektionistische Maßnahmen ergreifen,
die außerhalb des GATT-Rahmens fallen oder außerhalb von GATT-Verpflichtungen
Hegen.
Nach Auffassung der amerikanischen Regierung müssen die Minister hier eine
eindeutige und nachhaltige Erklärung

abgeben, die klarstellt, daß Unternehmer

und Geschäftsleute gegen Protektionismus geschützt werden. Die Vereinigten
Staaten hoffen, daß die Minister vor allem zur Lösung der Probleme auf den
Gebieten der Sicherheitsbestimmungen,derLandwirtschaft, der Regelung von Streitfällen und der Beziehungen zwischen Industriestaaten und Entwicklungsländern
beitragen werden. Hier haben sich in der Vergangenheit die größten Schwierigkeiten
ergeben.
Das GATT hat bereits Regeln über die Anwendungen von Sicherheitsbestimmungen
aufgestellt, aber, so heißt es in Washington, Regierungen haben diese Regeln
nach Belieben angewandt, um Exportbeschränkungen zu verhängen. "Wir hoffen", so
erklärte ein amerikanischer Regierungsvertreter, "daß die Minister diesen Maßnahmen ein Ende bereiten und auch einen Prozeß einleiten werden, sie einer
internationalen Disziplin zu unterwerfen."
Die GATT-Regelungen bezüglich der Landwirtschaft haben sich schon immer
von denen für den industriellen Handel unterschieden, vor allem was die Exportsubvention landwirtschaftlicher Erzeugnisse anbetrifft. Hier hoffen die Vereinigten Staaten, daß es den Ministern gelingen wird, "die Regeln für die Landwirtschaft in stärkere Übereinstimmung mit den Regeln zu bringen, die für den
Handel mit industriellen Erzeugnissen gelten".
In amtlichen Kreisen in Washington ist man ferner besorgt, daß die Verfahren
und Möglichkeiten für die Beilegung von Streitfragen im GATT nicht gut funktionieren und eine Reihe von Fällen seit Jahren ansteht. "Die Minister müssen die
Anwendung der Verfahren des GATT für die Beilegung von Streitfällen verbessern
und klarmachen, daß Länder nicht einfach Berichte von Untersuchungsausschüssen
blockieren können, weil ihnen die Ergebnisse nicht gefallen", heißt es dazu in
Washington.
Sehr viel
- 2 -

�Sehr viel liegt den Vereinigten Staaten daran, die Handelsbeziehungen
zwischen Industrieländern und Entwicklungsländern zu verbessern - vor allem
durch eine Nord-Süd-Verhandlungsrunde über Marktzugang. Den Entwicklungsländern
müsse ein bevorzugter Zugang zu den Märkten in den Industriestaaten geboten
werden, und die Entwicklungsländer müßten die Schranken gegen Einfuhren aus
Industriestaaten abbauen. "Die Vereinigten Staaten hoffen, daß sich die Minister
auf ein Datum für den Beginn solcher Verhandlungen über Handelsliberalisierung
einigen werden", heißt es dazu in Washington.
In Washington hofft man ferner, daß die Ministertagung eine Tagesordnung
für die künftige Arbeit des GATT aufstellen wird, wobei vor allem an drei Gebiete gedacht ist: Dienstleistungen für den Handel (Versicherungen usw.);
handelsbezogene Leistungserfordernisse und Handel mit hochtechnologischen Gütern.
"Das oberste Ziel der Vereinigten Staaten auf der kommenden Ministertagung
ist es, das multilaterale Handelssystem zu liberalisieren, indem das GATT gestärkt und gleichzeitig sichergestellt wird, daß es den Erfordernissen der Handelswelt mindestens für den Rest der achtziger Jahre entspricht", erklärte ein
Regierungsvertreter in Washington.
Im Zusammenhang mit einer Gesetzesvorläge im amerikanischen Kongreß, nach
der kein ausländisches Kraftfahrzeug in den Vereinigten Staaten verkauft werden
dürfte, wenn nicht die meisten seiner Teile und Arbeitsanteile in den USA erbracht worden sind, werden die amerikanischen Delegierten dieses Problem auf
der GATT-Konferenz zur Sprache bringen. Die Reagan-Administration hat sich entschieden gegen diese Gesetzesvorlage gewandt. Ähnliche protektionistische Versuche werden jedoch auch in anderen Ländern beobachtet. Es gibt nach einer
kürzlichen Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mindestens 13 Arten von handelsbezogenen Investitionsbedingungen,
doch werden die Vereinigten Staaten auf der kommenden GATT-Konferenz nur zwei
von ihnen, die Bestimmungen über den "einheimischen Anteil" und die "Exporterfordernisse", ansprechen.
In amerikanischen

- 3 -

�In amerikanischen Regierungskreisen räumt man ein, daß man kein rechtes
Verständnis für die weltweiten HandelsVerzerrungen habe, die aus diesen
Praktiken entstehe. Amerikanische RegierungsVertreter rechnen mit zwei ernsten
langfristigen Auswirkungen, wenn diese Art von Investitions- oder Verhaltensweisen weiter ungehindert andauert.
Wenn, erstens, Länder Leistungserfordernisse verlangen, um einheimische Hersteller zu fördern, gleichgültig, ob sie diese Erzeugnisse aus dem Ausland
billiger einführen könnten, dann bedeutet dies letztlich ein verringertes
Wachstum des Welthandels und der Welterzeugung, wobei die am wenigsten entwickelten Länder den höchsten Preis bezahlen.
Zweitens, alle Entwicklungsländer werden darunter leiden, wenn alle
Industrieländer mit ähnlichen Forderungen zurückschlagen. In diesem Falle würden
die Investitionen der Industrieländer von den Niedrigkosten-Ländern in die
Verbraucherländer umgelenkt werden.
In amtlichen Kreisen in Washington wird erklärt, daß die Vereinigten Staaten
möglicherweise ein Arbeitsprogramm in drei Phasen vorschlagen werden. Als erstes
würden die GATT-Mitglieder gebeten, das Sekretariat über die Anwendung von
Leistungserfordernissen in Kenntnis zu setzen, damit eine Liste aller Arten
von Maßnahmen und des Umfangs der Maßnahmen aufgestellt werden könnte.
In der zweiten Phase würde untersucht, welche Verzerrungen des Handels durch
solche Maßnahmen hervorgerufen werden.
In der Abschlußphase würde man das gegenwärtige GATT-System daraufhin über- •
prüfen, ob es bereits Werkzeuge gibt, um mit den Fragen der handelsbezogenen
Investitionen fertigzuwerden, und ob es neuer Instrumente bedarf.
Die Verhandlungen in Genf werden nach amerikanischer Auffassung nicht ganz
leicht werden; die Vereinigten Staaten werden jedoch versuchen, zu Lösungen beizutragen, die einer Liberalisierung des Welthandels dienen.
+ + +

�^

^
&amp;

r^

4 III IC K 1

DIEl11s[J

44

Wirt/choft
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

10. November 1982

USA SCHAFFEN ZUSATZKAPAZITÄTEN FÜR KOHLEEXPORT

- (AD) - Angesichts der Preissteigerungen beim Bezug von öl und Gas und
der zeitweiligen Unsicherheit» insbesondere in der Verfügbarkeit von Ol, griff
die Industrie weltweit wieder mehr auf Kohle als Energieträger zurück. Die
Vereinigten Staaten als ein Land mit überaus reichen Kohlevorkommen erwiesen
sich in dieser Situation als der zuverlässigste Kohlelieferant. Die ReaganAdministration ist bemüht, gemeinsam mit der Privatwirtschaft, den Verwaltungen
der Bundesstaaten und Kommunen für eine weitere Verbesserung der Infrastruktur
zu sorgen, um den Kohletransport im Lande zu erleichtern und die Hafenkapazitäten für die Kohleverfrachtung zu erweitern. Die Vereinigten Staaten sollen
ein führendes Kohleexportland werden - ein Land mit Reserven, die bei der
gegenwärtigen Abbauaktivität etwa 500 Jahre reichen dürften.
Für den Weltmarkt ist Kohle aus den USA schon seit langem ein wichtiger
Faktor, insbesondere für die Versorgung mit Hüttenkohle. Inzwischen konzentriert
sich aber, international gesehen, das Interesse immer mehr auf Heizkohle für
Kraftwerke und Kesselanlagen der Industrie. Der Absatz solcher Heizkohle nahm
infolge der politischen Unsicherheit in Mittelost und der Verdoppelung der

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 22 40
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Verdoppelung der Weltölpreise im Jahr 1979 rapide zu. Obgleich auch in den
Vereinigten Staaten die Produktionskosten für Kohle in den letzten 15 Jahren
merklich anstiegen, haben sie sich jetzt stabilisiert. Gemessen an der
produzierten Wärme kostet amerikanische Kohle als "Rohstoff" nur ein Drittel
dessen, was für öl aufgewendet werden muß.
Die weltweite Rezession hat die Nachfrage nach Kohle etwas gedämpft.
Dies dürfte sich aber deutlich ändern, wenn die wirtschaftliche Erholung
erst einmal in Gang gekommen ist. Das Absacken der Kohleförderung in Polen
könnte in Verbindung mit Arbeiterproblemen bei den australischen und südafrikanischen Bergwerksunternehmen viele Länder veranlassen, ihre Kohle künftig
aus den Vereinigten Staaten als dem zuverlässigsten Lieferanten für hochwertige
Kohle zu beziehen. Dort befinden sich ca. 25 Prozent der Weltvorkommen - mit
abbauwürdigen Reserven von schätzungsweise 430 Milliarden Tonnen in den Ostund Mittelweststaaten sowie in einigen westlichen Regionen.
Daß die Privatwirtschaft mit Hunderten von Unternehmen im Kohlebergbau
auf Bedarf im Ausland rasch reagieren kann, bewies sie 1980, als die Exporte
plötzlich auf 85 Millionen Tonnen Kohle (gegenüber 62 Millionen Tonnen im Jahr
davor) anstiegen. Den Hauptanteil hatte übrigens Heizkohle - ein Anzeichen
dafür, daß Kohle Erdöl ersetzen soll. Gegenwärtig exportieren die USA etwa
12 Prozent ihrer Jahresförderung.
Für eine beträchtliche Expansion gibt es genügend Spielraum. Die Marktforschungsfirma "Predicasts, Inc." in Cleveland, Ohio, bezeichnete kürzlich
eine jährliche Wachstumsrate der amerikanischen Kohleförderung von fünf
Prozent in den Jahren von 1983 bis 1995 als realistische Erwartung. Danach
dürfte den Schätzungen des Unternehmens zufolge der Jahresausstoß fast 1,5
Milliarden Tonnen Kohle erreichen - mehr als das Doppelte als die gegenwärtige
Förderleistung im Jahr. Obgleich der Inlandsverbrauch etwa im gleichen Ausmaß
steige und 1995 bei 1,3 Milliarden Tonnen liegen dürfte, stünden bis dahin pro
Jahr 225 Millionen Tonnen Kohle für den Export zur Verfügung. Dies ist mehr als
die doppelte Menge der Kohle, die im Jahr 1981 (110 Millionen Tonnen) von den

- 2 -

�von den USA exportiert wurde. Die US-Regierung verpflichtete sich im vergangenen Jahr, "die vertraglichen Abmachungen im Kohlehandel nicht zu unterbrechen, wenn sie nicht durch einen ernsten nationalen Notstand dazu gezwungen wird". .
Vom Kohlereichtum der USA und der Leistungsfähigkeit der privaten Bergwerksunternehmen einmal abgesehen, sind das relativ gute Klima zwischen den
Sozialpartnern sowie die guten Möglichkeiten für den Transport der Kohle von
den Bergwerken und ihre Verladung auf Schiffe mitbestimmend für den guten
Ruf der Vereinigten Staaten als zuverlässiges Lieferland, Per Bahn und auf
Wasserwegen wird die Kohle in erster Linie zu den Häfen Baltimore (Maryland)
und Hampton Roads (Virginia) an der Ostküste, nach Mobile (Alabama)und New
Orleans (Louisiana) an der Golfküste sowie nach Long Beach-Los Angeles in
Kalifornien und zu anderen Häfen im Westen gebracht. Zwar seien manche Schleusenanlagen an Flüssen und Kanälen veraltet, und einige Eisenbahngesellschaften
konnten bisher wegen finanzieller Schwierigkeiten noch keine technischen Verbesserungen vornehmen, wie ein Regierungsbeamter einräumt. Jedoch seien eine
ganze Anzahl von Eisenbahngesellschaften "in aggressiver Weise" dabei,
ihre Anlagen und ihren Betrieb zu verbessern. Beim Transportwesen im Inland
ergeben sich ohnehin keine größeren Hindernisse für das Kohleexportprogramm.
Die amerikanischen Häfen werden ausgebaut. Jedoch wurde das Tempo infolge
der hohen Kosten für diese Projekte und gleichzeitig der schwächeren Kohlenachfrage aus dem Ausland vorübergehend gebremst. Von 1980 bis 1982 wurden in
wichtigen Häfen der Atlantik-, Golf- und Westküste mehr als 50 Projekte zur
Verladung oder Lagerung von Kohle angekündigt und vorgeschlagen. Im US-Schifffahrtsamt errechnete man die gegenwärtige Kapazität für die Kohleverladung auf
146 Millionen Tonnen; das US-Handelsministerium gab die Prognose, daß sich
diese Zahl bis 1985 auf mehr als 450 Millionen Tonnen erhöhen werde. Dem erwarteten Auslandsbedarf könnte damit leicht Rechnung getragen werden.

Ein Engpaß

- 3 -

�^

Ein Engpaß ergebe sich noch, wie ein Regierungssprecher erklärte, aus dem
Fehlen von Tiefwasserhäfen an der Ost- und Westküste für Kohle-Großtransportschiffe. Auch seien viele Kanäle nicht tief genug angelegt. Akut ist das Problem
vor allem im Bereich Hampton Roads-Norfolk, von wo aus die Hälfte der amerikanischen Exportkohle verschifft wird - auch die für Asien bestimmten Lieferungen.
Je stärker Japan und andere ostasiatische Importländer Kohle aus dem
Westen der Vereinigten Staaten in Anspruch nehmen, desto weniger dürfte das
Kanalproblem noch Bedeutung haben. Denn der Hafenkomplex Los Angeles-Long Beach, (
von wo aus die größten Mengen Exportkohle an der amerikanischen Westküste verschifft werden, verfügt über einen natürlichen Kanal, der auch größere Kohlenschiffe aufnehmen kann. In den nächsten fünf bis sieben Jahren dürften zumindest
einige der Ostküstenhäfen genügend große Tiefen für Großtransportschiffe erhalten. Sowohl die Regierung als auch der Kongreß suchen nach Mitteln und Wegen,
um ausreichend tiefe Schiffahrtswege für die großen Seefahrzeuge zu schaffen,
die in zunehmendem Maß im Welthandel mit Kohle eingesetzt werden. In der
Zwischenzeit wollen die Vereinigten Staaten die Kohleverladung von der Bahn
aufs Schiff vereinfachen und durch Innovationen in der Schiffskonstruktion den
Mangel an Tiefwasserhäfen vorläufig überbrücken.
Während die amerikanischen Kohleexportstellen darauf bedacht sind, mehr
Kohle schneller umzusetzen, schließt die Reagan-Administration jegliche Art von
Subventionen aus. Vielmehr werden die Kohlepreise auch weiterhin vom Wettbewerb
unter den Hunderten von Firmen bestimmt, die in der "National Coal Association"
(NCA) zusammengeschlossen sind. Carl Bagge, der Präsident der NCA, riet vor
kurzem den Partnerfirmen, ihre Exportpreise niedrig zu halten. Bruce C. Wilson
vom Verband der Kohleexporteure faßte die wichtigsten Beweggründe für den Kauf »
amerikanischer Kohle durch die Kunden in Obersee folgendermaßen zusammen: "Die
Vereinigten Staaten verfügen über die Reservebasis, über eine wettbewerbsfähige
Kohleindustrie mit der erforderlichen Technologie und den notwendigen geschulten
Arbeitskräften, die unterstützt wird von einem angemessenen Transportsystem und
vom politischen Klima - alles notwendige Dinge, um dem Weltbedarf an Kohle nachzukommen."
+ + +

- 4-

�Wi//en/chcift
und Technik

i

United States Information Service
Embassy of the United States of America

10. November 1982

44

ENERGIESPARTREND BLEIBT - ABER MEHR STROMBEDARF
Leichtindustrie gewinnt immer mehr an Bedeutung

- (AD) - Nach Meinung von Dr. James Edwards, dem bisherigen Energieminister der Vereinigten Staaten, dürfte sich das Sparverhalten auf dem Energiesektor in Amerika erst dann ändern, wenn die Wirtschaft deutliche Zeichen einer
Verbesserung der Lage erkennen läßt. Vorläufig sei auch kaum mit einer Änderung der öl preise zu rechnen.
Vor dem Nationalen Presseclub erklärte Edwards am 28. Oktober 1982,
daß die USA "noch nicht begonnen haben, auf energie-effizientere Technologien
überzugehen.

Erst im nächsten Jahrzehnt und in der Folgezeit werden wir den

Nutzeffekt zunehmend steigern.

Und je weiter die Wirtschaft ihren Verlagerungs-

prozeß von der Schwer- zur Leichtindustrie voranbringt, desto weniger Energie
benötigt die Industrie künftig zum Produzieren.

Die alte Zeit ist vorbei -

ein für allemal... Der Spartrend bleibt."
Einsparung von Energie sei der Hauptgrund dafür, daß die Energiepreise
in den Vereinigten Staaten zurückgehen, obgleich natürlich internationale Entwicklungen nicht ohne Einfluß seien.

Aber "in dem einen Jahr 1978-79 stiegen

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 22 40
Telex: 8-85432

�1978-79 stiegen die Energiepreise um 130 Prozent - und dieser Umstand zwang
die Amerikaner, Energie zu sparen".
Edwards zitierte aus einem am 28. Oktober 1982 vom US-Energieministerium
veröffentlichten neuen Bericht, demzufolge die USA von der im Jahr 1981 verbrauchten Energie 88 Prozent selbst produzierten.

Die restlichen 12 Prozent

wurden importiert; im Jahr 1977 waren es noch 24 Prozent.
Die Studie verweist auf den Rückgang des Inlandsverbrauchs und den Anstieg der inländischen Energieproduktion.

Sie gibt eine Übersicht zur gegen-

wärtigen Energiesituation sowie zur voraussichtlichen Entwicklung bis zum
Jahr 2000:

Während in den kommenden 18 Jahren der Energieverbrauch in Amerika

um weniger als 30 Prozent steigen dürfte, sei im gleichen Zeitraum mit einer
Zunahme der inländischen Energieproduktion um etwa 35 Prozent zu rechnen.
"Stabile ölpreise haben geholfen, die Inflation zurückzuschrauben",
erklärte Edwards.

"Die Aufhebung der Preisbindung hat den amerikanischen

Glauben an den freien Markt erneuert.

Sofern es im Mittleren Osten

nicht zu

unvorhergesehenen Ereignissen kommt, dürfte in den nächsten paar Jahren der
ölpreis stabil bleiben."

Die Menge strategischer Erdölreserven sei unter der

Reagan-Administration mehr als verdreifacht worden - von 90 Millionen Barrel
im Dezember 1980 auf gegenwärtig 289 Millionen Barrel.

Diese Reserven seien

eine enorme Hilfe, den Schock einer unerwarteten künftigen Versorgungskrise
zu mildern.

Wenn es nicht zu einer solchen Unterbrechung komme, reichten die

amerikanischen und weltweiten Reserven in Verbindung mit den sich entwickelnden
Technologien aus, um auch längerfristig den geschätzten Energiebedarf zu dekken - "vorausgesetzt, daß marktbedingte Behinderungen ihre Anwendung nicht
einschränken".
Ein weiterer bedeutsamer Fortschritt sei die Öffnung der Schelfgebiete
und des Landbesitzes der öffentlichen Hand für die öl- und Gasexploration.
Das Santa-Maria-Becken vor der kalifornischen Küste besitze ein enormes Reservepotential, das bereits mit dem der Prudhoe-Bucht in Alaska verglichen werde.

- 2 -

�verglichen werde.

An Pachtgebühren für die Erschließung des Schelfgebiets

der "New Beaufort Sea" (Alaska) seien zwei Milliarden Dollar als Einnahmen
für das US-Finanzministerium zu erwarten - weitaus mehr, als zuvor angenommen.
Als wichtige Zukunftsaufgaben nannte Edwards die Preisfreigabe bei Erdgas und den Bau von mehr Kernkraftwerken.

"Je weiter die Verlagerung von der

Schwerindustrie auf hochwertige Verfahrens- und Feintecznik voranschreitet,
desto mehr wird Elektrizität als Primä'renergie gebraucht", meinte Edward.
"Wir müssen sehr leistungsfähig sein,und es gibt keine Technologie, die so
leistungsfähig oder so sauber oder so sicher wie Kernenergie ist."
Dr. James Edwards trat am 5. November sein neues Amt als Präsident der
Medizinischen Universität von Südkarolina an.

- 3 -

�</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </file>
  </fileContainer>
  <collection collectionId="4">
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="6534">
                <text>Dokumente</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </collection>
  <itemType itemTypeId="19">
    <name>Digitalisat</name>
    <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
  </itemType>
  <elementSetContainer>
    <elementSet elementSetId="1">
      <name>Dublin Core</name>
      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
      <elementContainer>
        <element elementId="40">
          <name>Date</name>
          <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="9036">
              <text>10.11.1982</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="51">
          <name>Type</name>
          <description>The nature or genre of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="9037">
              <text>Digitalisat</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="39">
          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="9038">
              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="50">
          <name>Title</name>
          <description>A name given to the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="13853">
              <text>Amerikadienst 10.11.1982</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="41">
          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="13854">
              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Reagan bekräftigt US-Unterstützung für Frieden in Lateinamerika&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Briefwechsel mit Bürgern Venezuelas -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Reagan und Shultz: Die Demokratie muss gefördert werden&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- "Konferenz über freie Wahlen" in Washington -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Das Welthandelssystem in der Krise: USA streben auf GATT-Konferenz politische Lösungen an&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Von unseren Sonderkorrespondenten Robin Newman und Jon Schaffer -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;USA schaffen Zusatzkapazitäten für Kohleexport&amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Energiespartrend bleibt - aber mehr Strombedarf&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Leichtindustrie gewinnt immer mehr an Bedeutung -&lt;/em&gt;</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
      </elementContainer>
    </elementSet>
  </elementSetContainer>
</item>
