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                  <text>nrormation
und
Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

27. Oktober 1982

42

INHALT

WIRTSCHAFT
Malcolm Baldrige zum amerikanisch-europäischen Stahl abkommen
- Erklärung des amerikanischen Handelsministers US-Währungsexperte sieht keine Krise im internationalen Bankensystem

HINTERGRUNDMATERIAL
Rostow: Landgestützte Raketen bewirken politische Instabilität
USA drängen auf Stärkung der COCOM-Exportkontrollen
- Von unserem Korrespondenten Elez Biberaj 300 Jahre deutsche Siedlungsarbeit in Amerika
- Gemeinsame Resolution des US-Kongresses -

BEILAGE
SONDERDIENST
Mittelamerika: Der Weg zum Frieden
- Von Thomas 0. Enders -

Um Übcr/cndung von
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�42

27. Oktober 1982

MALCOLM BALDRIGE ZUM AMERIKANISCH-EUROPÄISCHEN STAHLABKOMMEN
- Erklärung des amerikanischen Handelsministers -

WASHINGTON - (AD) - Im Gegenzug zu freiwilligen Verminderungen der
europäischen Stahlexporte in die Vereinigten Staaten haben sich die amerikanischen Stahl firmen bereiterklärt, ihre Klage gegen 40 europäische Stahlwerke fallenzulassen.

Dies teilte Malcolm Baldrige, der Handelsminister

der Vereinigten Staaten, am 21. Oktober 1982 mit.
Die Erklärung hat folgenden Wortlaut:
Wie der Präsident heute morgen angekündigt hat, haben wir mit Erfolg
die Rücknahme der Ausgleichszoll- und Dumpingklage der amerikanischen Stahlindustrie gegen rund 40 europäische Firmen ausgehandelt.

Der Widerruf kam

nach schwierigen, monatelangen Verhandlungen, die als Resultat ein Abkommen
gemäß unserer Handelsgesetze für Stahl erbrachten, dem beide Parteien den
Vorzug vor einer Fortführung der Klage geben.

Die Vereinbarungen decken über

90 Prozent der europäischen Stahlexporte in die Vereinigten Staaten ab.
Diese Lösung hat viele Vorzüge.

Erstens wird sie eine Hilfe für die

Beschäftigungslage in der amerikanischen Stahlindustrie sein, die ernsthaft

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�die ernsthaft geschädigt worden war.

Zweitens wird sie die subventionierte

Ausfuhr der Arbeitslosigkeit bei der europäischen Stahlindustrie in unser
Land beenden.

Schließlich beseitigt sie die größten Reibungen zwischen den

Vereinigten Staaten und der Europäischen Gemeinschaft und zeigt, daß wir in
einer Atmosphäre der Zusammenarbeit, des gegenseitigen Verständnisses und
der Freundschaft gemeinsam auf eine gütliche Lösung schwieriger Streitfälle
hinarbeiten können.

Die europäische Einigkeit wurde durch die Beteiligung

der Bundesrepublik Deutschland, Luxemburgs und der Niederlande an dieser Vereinbarung gestärkt, da es in diesen Ländern nur wenig oder gar keine Subventionen gibt.
Die größten Produzenten der amerikanischen Stahlindustrie haben uns
alle darüber informiert, daß diese Regelung es ihnen erlaubt, ihre Klage zurückzuziehen.
Spezialstähle, die etwa fünf Prozent des Gesamtvolumens ausmachen, wurden in die Vereinbarungen nicht mit einbezogen, da die meisten dieser Firmen
ihre Klagen gemäß Abschnitt 310 des Handelsgesetzes von 1974 eingebracht haben, was bedeutet, daß separate Vereinbarungen erreicht werden müssen. Die
Administration ist tief besorgt über den bedrängten Zustand der amerikanischen
Industrie für SpezialStähle. Die von dieser Industrie eingebrachten Antidumping- und Ausgleichszollklagen und Klagen, die noch folgen mögen, werden
verfolgt werden, außer wenn diese Fälle zurückgezogen werden. Und ich weiß,
daß Botschafter William Brock (der amerikanische Sonderbeauftragte für Handel sverhandlungen) dasselbe bei dem gemäß Abschnitt 301 eingebrachten Petitionen der Industrie für Spezialstähle tut.
Die Regelungen, die heute verkündet wurden, werden der Stahlindustrie
helfen, auch wenn sie sicherlich nicht die Antwort auf alle Probleme dieser
Industrie sind. Anstiege der Produktivität haben nicht mit den Lohnerhöhungen Schritt gehalten und die Programme der Unternehmensmodernisierung müssen
fortgesetzt werden.
Dies war

�Dies war ein langer, beschwerlicher Weg. Alle Parteien haben hart dafür gearbeitet, daß dieses Abkommen erzielt wurde. Ober 70 Personen in diesem Ministerium allein haben sich zehn Monate lang nur mit diesen Fällen beschäftigt, und ich möchte diese Gelegenheit benutzen, ihnen für ihre Pflichterfüllung zu danken.

- 3 -

�Oktober 1982

US-WÄHRUNGSEXPERTE SIEHT KEINE KRISE IM INTERNATIONALEN BANKENSYSTEM

WASHINGTON - (AD) - Der Staatssekretär für Währungsfragen im amerikanischen Finanzministerium, Beryl Sprinkel, hat nachdrücklich bestritten, daß
das internationale Bankensystem in einer Krise stecke oder eine solche bevorstehe.

In einer Ansprache auf einer amerikanischen Börsenkonferenz in

Washington am 20. Oktober 1982 wandte sich Sprinkel ferner gegen eine zu große
Quotenerhöhung im Internationalen Währungsfonds (IWF) sowie gegen eine Politik
der aktiven Intervention auf den Devisenmärkten.
Nachfolgend die wesentlichen Auszüge aus der Ansprache des amerikanischen
Staatssekretärs:
Die marktorientierte Einstellung der Reagan-Administration zu internationalen Währungsfragen hat eine recht bemerkenswerte Abkehr von der früheren
amerikanischen Politik gebracht und hat sich gelegentlich von der derzeitigen
Politik einiger unserer Verbündeter unterschieden.

Eine solch tiefgreifende

Veränderung vorzunehmen ist in vieler Hinsicht schwierig - es erfordert Entschlossenheit, sie in die Tat umzusetzen; Glaubwürdigkeit, um sie durchführbar zu machen; und eine aufnahmebereite und kooperative Haltung seitens unserer Verbündeten, um Mißverständnisse hinsichtlich unserer Methoden und Ziele
zu vermeiden...
Glücklicherweise sind

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�Glücklicherweise sind jetzt zu unseren guten Absichten die entsprechende Beharrlichkeit und deutliche Leistung gekommen.

Die Inflation der Ver-

braucherpreise beläuft sich bisher in diesem Jahr nur auf eine Jahresrate
von 5,1 Prozent, und wir erwarten ohne weiteres, daß sich diese Leistung auch
im kommenden Jahr halten läßt.

Die Zinssätze für kurzfristiges Geld sind au-

genfällig von ihren Höchstsätzen heruntergekommen, und die Zinssätze für langfristiges Geld folgen jetzt diesem Abwärtstrend, da sich die längerfristigen
Inflationserwartungen von Verleihern und Leihern der Realität unserer Zusage
und unseres Erfolges anpassen.

Eine Arbeitslosenrate von über 10 Prozent

ist sicherlich ein hoher Preis dafür, wie man die Dinge auch betrachtet - im
Sinne verlorener Arbeitsplätze, verlorener Produktion und der Bedrängnis für
Familien und Unternehmen im ganzen Lande...
Wenn wir jetzt beginnen, eine Bilanz zu ziehen, was es uns gekostet
hat, die Inflation unter Kontrolle zu bekommen, dann dürfen wir nicht vergessen, warum wir das alles getan haben. Wir dürfen nicht vergessen, welche
Dringlichkeit das amerikanische Volk und unsere Verbündeten noch vor zwei Jahren der Aufgabe beimaßen, die Inflationsrate in den Vereinigten Staaten zu
senken. Wir haben alle die Stagflationären Folgen der früheren Wirtschaftspolitik erlebt. Die Sparrate war rückläufig, die Investitionstätigkeit stagnierte, der Produktivitätszuwachs verlangsamte sich und die Arbeitslosenrate
ging nach oben. Man erkannte in weiten Kreisen die Gefahr, die eine chronische Inflation für die amerikanische Wirtschaft darstellen würde, und man
war sich weithin darüber einig, daß die Kontrolle der Inflation die Kosten
wert wäre und die oberste Priorität erhalten sollte. Die Kosten waren hoch
- höher als notwendig - aber die Erfolge waren auch bedeutsam und werden im
Laufe der Zeit immer größer werden. Nachdem wir nun schon den Preis gezahlt
haben, wäre es eine Schande, wenn wir jetzt den Rückzug antreten würden und
das bereits gewonnene Gelände in Zukunft erneut erobern müßten.

Aber das ist genau das, was einige Beobachter jetzt vorschlagen - eine
Politik des rascheren Geldmengenwachstums, um den wirtschaftlichen Wiederaufschwung anzuregen.

In Erwiderung darauf kann ich nur wiederum auf den hohen

Preis hinweisen, den wir bereits bezahlt haben, um das Maß an Preisstabilität

�an Preisstabilitä't zu erreichen, das wir heute haben.

Wenn wir die Schleusen

der Inflation wieder öffnen würden, dann wäre die Glaubwürdigkeit der Antiinflationspolitik irreparabel angeschlagen, und die Kosten, die Inflation jemals wieder unter Kontrolle zu bringen, würden unsere jüngsten Erfahrungen
zu einem Kinderspiel machen...
Unser Erfolg bei der Senkung der Inflationsraten und Zinssätze bringt
bedeutsame Vorteile für die internationale Arena mit sich.

Die direkten Vor-

teile liegen auf der Hand - niedrigere Dollarkreditkosten für alle Kreditnehmer auf internationalen Finanzmärkten, einschließlich der Kreditnehmer aus
Entwicklungsländern, und Beseitigung einer der Ursachen für den Aufwärtsdruck
der Zinssätze in anderen Ländern.

Beides trägt zur Stärkung der Aussichten

der Weltwirtschaft bei.
Fallende amerikanische Zinssätze bringen aber auch noch einen wichtigen
indirekten Nutzen mit sich.

So wie unsere Zinssätze in den letzten Monaten

gesunken sind, so sind die ausländischen Zinssätze nicht annähernd so gesunken.

Gleichzeitig blieb der Kurs des amerikanischen Dollar an den Devisen-

märkten sehr stark, trotz der Bewegung der Zinssatzdifferenzen gegenüber
Dollarguthaben.

Diese Ereignisse bestätigen eine Botschaft, die wir schon

seit einiger Zeit begreiflich machen wollen.

Während hohe amerikanische Zins-

sätze eine ziemlich negative Auswirkung auf andere Länder gehabt und zu einer
ohnehin schwierigen Weltlage beigetragen haben, sind doch die Probleme einer
jeden unserer Volkswirtschaften in erster Linie ein Ergebnis unserer jeweiligen Strukturprobleme, der Wirtschaftspolitik und des Standes der Wirtschaftstätigkeit im eigenen Lande.

Wir bedauern die zusätzlichen Probleme, die der

Umstellungsprozeß in den Vereinigten Staaten unseren Verbündeten bereitet hat,
und wir haben alles in unseren Kräften Stehende getan, um diese Periode der
Anpassung so rasch wie möglich hinter uns zu bringen.

Aber wir waren schon

immer der Meinung, daß alle unsere Regierungen besser daran wären, wenn sie
die Antworten innerhalb und nicht außerhalb ihrer eigenen Volkswirtschaften
suchen würden...
Wechsel kurspolitik
- 3 -

�Wechsel kurspolitik
Wenn mein Name mit irgendeinem Problem im internationalen Bereich in
Verbindung gebracht wird, dann darf ich davon ausgehen, daß es sich um die
amerikanische Wechsel kurspolitik handelt.

Zum Zeitpunkt, als diese Administra-

tion ihr Amt übernahm, verfolgte die amerikanische Regierung eine Politik der
häufigen großangelegten Intervention auf den Devisenmärkten.

Während der

letzten sechs Monate der vorigen Administration kauften die Vereinigten Staaten den Gegenwert von fast acht Milliarden Dollar an ausländischen Währungen
an, und in den ersten Wochen der Reagan-Administration wurde für weitere 600
Millionen Dollar angekauft.
An diesem Punkt haben wir eine "Auszeit" gefordert, um unsere Interventionspolitik zu überprüfen.

Als Ergebnis dieser Überprüfung richteten

wir unsere gegenwärtige Politik der Minimalintervention ein - d.h. wir intervenieren nur, wenn es notwendig ist, um eine ernsthafte Unordnung der Devisenmärkte zu verhindern.

Die den amerikanischen Interventionsoperationen zu-

grunde liegende Maxime bleibt die gleiche

wie während der gesamten Periode

der floatenden Wechselkurse - d.h. wir stehen bereit, in Erfüllung von Artikel IV des IWF-Abkommens zu intervenieren, um unordentliche Marktverhältnisse zu verhindern.

Aber die Anwendung dieser Politik hat sich wesentlich

geändert.
Diese Änderung hat im Ausland Kontroversen ausgelöst, vor allem in den
ersten Stadien. Als sich ihre Währungen gegenüber dem Dollar abschwächten,
baten uns einige unserer Wirtschaftspartner, uns die Sache noch einmal zu
überlegen und sich ihnen in der Politik der massiven Intervention zum Schutz
ihrer Währungen anzuschließen. Ein sogar noch weitergehendes Argument basierte auf Befürchtungen hinsichtlich der Unbeständigkeit der Kurse. Man behauptete, daß eine aktivere Einstellung der Vereinigten Staaten zur Intervention
den Umfang und das Tempo kurzfristiger Wechselkursbewegungen verringern würde.
Unsere Antwort war, daß wir die Lehren aus den früheren Erfahrungen
mit der Intervention nicht in den Wind schlagen konnten.
- 4 -

Intervention kann

�Intervention kann gelegentlich eine Rolle spielen, wenn es um ernsthafte
Episoden der Marktunordnung geht.

Aber unsere Erkenntnisse aus der jüngsten

Entwicklung besagen, daß eine aktivere Interventionspolitik - eine Politik,
die auf die Fixierung oder Manipulation der Wechselkurse abzielt - wohl kaum
Erfolg hat.
Wir räumen ein, daß es noch immer Meinungsverschiedenheiten bezüglich
der Wirksamkeit der Intervention gibt.

Aus diesem Grunde haben wir auf dem

Wirtschaftsgipfel vorgeschlagen, daß eine gründliche internationale Studie
über die Auswirkungen der Intervention
genheit erstellt werden sollte.

auf den Devisenmärkten in der Vergan-

Diese Studie wird gegenwärtig unter den Auspi-

zien einer von den nationalen Regierungen ernannten Expertengruppe durchgeführt.

Sie ist beauftragt, die Beweise und die kollektiven Erfahrungen über

die negativen und positiven Auswirkungen der Intervention zusammenzutragen
und den Ministern einen Bericht vorzulegen.

Ihr Bericht soll nicht dazu die-

nen, zu diktieren oder zu verordnen, wie die künftigen Interventionspolitiken
der beteiligten Länder aussehen sollen - er ist vielmehr als ein Beitrag zu
den anhaltenden Diskussionen dieses Themas auf politischer Ebene gedacht.

Die gegenwärtige finanzielle Herausforderung
Während der letzten zwei Monate waren die Zeitungen voll von düsteren
und schrecklichen Berichten über die Aussichten des internationalen Bankensystems.

Sehr viel ist geschrieben und gesagt worden über die Möglichkeit

einer weitverbreiteten Rückzahlungsunfähigkeit von Krediten, die einen Zusammenbruch des Bankensystems auslösen würde.
Belastungen gegeben, und es besteht Anlaß zu

Es hat ohne Zweifel schwere
Besorgnis, aber nach meiner Mei-

nung wird in vielen Kommentaren die Gefahr übertrieben.

Wir stecken nicht

in einer Krise, und wir glauben auch nicht, daß eine Krise unmittelbar bevorsteht.

Das Bankensystem ist widerstandsfähig und in der Lage, mit solchen

Herausforderungen fertig zu werden.
Die Situation

�Die Situation in Mexiko ist zwar noch nicht beigelegt, aber die rasche
und wirksame Reaktion führender privater und amtlicher Kreise zeigt die Fähigkeit des Finanzsystems, mit sehr schwierigen Situationen fertig zu werden.
Allgemeiner gesprochen, die Kreditnehmerländer zeigen eine größere Bereitschaft,
Anpassungsmaßnahmen vorzunehmen.

Wenn man, wie ich, davon ausgeht, daß wir

all unsere gegenwärtigen Schwierigkeiten erfolgreich überwinden werden, dann
kann man daraus eine wertvolle Lehre ziehen.

Um ihre Kreditwürdigkeit zu

erhalten, müssen Kreditnehmerländer sicherstellen, daß sie in Zukunft größeren
Wert auf Zahlungsbilanzanpassungen legen und eine diszipliniertere Wirtschaftspolitik verfolgen.

Die Kreditgeber werden dazu beitragen, daß dies geschieht,

wenn sie bei ihren Kreditentscheidungen größere Vorsicht und Umsicht walten
lassen.
Auf der anderen Seite bin ich der Auffassung, daß es etwas Positives
ist, wenn die Kreditgeber sich der Gefahren stärker bewußt geworden sind, dem
"Herdentrieb" zu unterliegen, der leicht dazu führt, in guten Zeiten überoptimistische Verleihtätigkeit zu veranlassen und überschnelle Vorsicht, wenn
die Zeiten schlecht werden.

Verantwortungsbewußte Eigeninteresse setzt vor-

aus, daß Kreditgeber gut daran tun, in ihrer Kreditgewährung zu allen Zeiten
eine normale Vorsicht walten zu lassen und sicherzustellen, daß ihre Erträge
ein genaues Spiegelbild ihrer Risiken sind.

Der Internationale Währungsfonds
Irgendwie ist zu Anfang dieser Administration in der öfentlichkeit die
Vorstellung aufgetaucht, wir lehnten den Internationalen Währungsfonds (IWF)
ab.

Nichts könnte der Wahrheit ferner liegen.

Es ist richtig, daß wir be-

trächtliche Zeit und Mühe aufwandten, um Mittel und Wege zu prüfen, um den
IWF wirkungsvoller zu gestalten.

Aber der Grund dafür lag darin,daß wir der

grundsätzlichen Überzeugung sind, daß er eine wesentliche und erfolgreiche
Komponente des internationalen Währungssystems ist...
Angesichts des

�Angesichts des großen Finanzierungsbedarfs von Zahlungsbilanzdefiziten
vieler Länder und der vielen Belastungen des Finanzsystems werden die Mittel
des IWF ausgeweitet werden müssen. Eine zu große Erhöhung der Quoten würde
jedoch den Fonds unter Druck setzen, seine Konditionen abzuschwächen, und
drohen, den IWF von einer Währungseinrichtung in eine Entwicklungsbank zu
verwandeln - und damit möglicherweise in einen Motor der Weltinflation. Die
Vereinigten Staaten unterstützen eine angemessene Quotenerhöhung im IWF bei
den gegenwärtigen Verhandlungen: eine Erhöhung, die den Fonds in die Lage
versetzt, den derzeitigen Zahlungsbilanzfinanzierungsbedarf seiner Mitglieder
unter normalen Bedingungen zu decken...
Darüber hinaus haben wir, als eine Ergänzung zur Quotenerhöhung, den
Gedanken einer neuen ständigen Kreditvereinbarung im IWF ins Spiel gebracht,
die dazu dienen soll, den Fonds mit einer Bereitschaftskreditlinie auszustatten, um mit außergewöhnlichen Umständen fertig werden zu können, die das internationale Währungssystem ernsthaft bedrohen könnten. Es sind gewisse Befürchtungen aufgetaucht, daß wir diesen Vorschlag als Ablenkungstaktik benutzen könnten, um die vorgesehene Quotenerhöhung hinauszuzögern oder zu verringern. Deshalb möchte ich ganz klar machen, daß wir an eine Fazilität denken,
die, wenn sie eingeführt wird, eine zusätzliche Sache und kein Ersatz für eine
ausreichende Quotenerhöhung wäre...

- 7 -

�42

27. Oktober 1982

ROSTOW: LANDGESTÜTZTE RAKETEN BEWIRKEN POLITISCHE INSTABILITÄT

DEN HAAG - (AD) - Der Direktor des amerikanischen Amtes für Rüstungskontrolle und Abrüstung (ACDA), Eugene Rostow, der eine Reihe westeuropäischer
Länder, darunter auch die Bundesrepublik Deutschland, besuchte, erklärte am
20. Oktober 1982 vor der Presse in Den Haag, die Zusammensetzung des sowjetischen Waffenarsenals und der Stand des nuklearen Kräfteverhältnisses zwischen den USA und der Sowjetunion verursachten "eine tiefgreifende Änderung
in der Politik Westeuropas und Amerikas". Auf die schwebenden amerikanischsowjetischen Verhandlungen über nukleare Mittel Streckensysteme (INF) eingehend sagte Rostow: "Wir sind der Auffassung, und wir sind nach zehnmonatigen Erfahrungen bei den INF-Verhandlungen mehr denn je überzeugt, daß die
landgestützten Raketen wegen ihrer Zerstörungskraft, ihrer Geschwindigkeit,
ihrer Unverwundbarkeit durch die Abwehr und natürlich - im sowjetischen Falle ihrer großen Zahl ein besonderes Problem für die politische Instabilität darstellen."
Rostow fügte hinzu, daß gerade die Zahl der sowjetischen Raketen im Verhältnis zu irgendeiner

vergleichbaren amerikanischen Waffe die ersteren zu

einem "Instrument des politischen Zwangs und der politischen Drohung" mache.
Auf die Frage nach den Gründen für seine Besorgnis - nachdem die Europäer

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�die Europäer 20 Jahre mit Raketen vom Typ SS-4 und SS-5 gelebt hätten - wies
Rostow auf die große Mobilität der neuen SS-20, ihre große Zahl und auf ihre
sehr viel größere Zerstörungskraft hin.

"Es sind vor allem die Zahl wie auch

die technischen Eigenschaften der Waffe, die sie zu einer so schwerwiegenden
militärischen und politischen Macht werden lassen."
Auf die Frage, warum die britischen und französischen Raketen nicht in
die INF-Verhandlungen aufgenommen würden, erklärte Rostow, dies sei nicht möglich, da diese Raketen für einen völlig anderen Zweck vorgesehen seien und
letztlich Instrumente der nationalen Sicherheit dieser Länder seien.

Sie

unterstünden weder der NATO-Kontrolle noch der amerikanischen Kontrolle und
stellten Garanten der Souveränität Großbritanniens und Frankreichs dar.

"Sie

stellen", so fuhr Rostow fort, "in keiner Weise eine Bedrohung der Sowjetunion
dar".

Im übrigen habe die Sowjetunion kein Recht, für sich das Privileg zu

fordern, gleichstarke Streitkräfte zu besitzen, wie alle anderen Länder zusammen.

Wer dies fordere, "fordert das Recht, über alle anderen zu herrschen".

Das Ziel des amerikanisch-sowjetischen Gleichgewichts wäre nach Auffassung Rostows, wenn es erzielt wird, "ein gewaltiger Beitrag zur Stabilität
der Weltpolitik, und das ist unser Ziel bei den Verhandlungen", so betonte er.
Als der Direktor des Amtes für Rüstungskontrolle und Abrüstung nach den
Friedensbewegungen in Westeuropa gefragt wurde, erwiderte er, er teile die Besorgnisse Präsident Reagans. "Ich glaube, wir teilen die Prämissen dieser Bewegungen", so erklärte Rostow, "wenn es um den Schrecken eines Atomkrieges
und den ernsthaften Wunsch nach Verhütung eines Atomkrieges geht. Wir sind
jedoch der Meinung, daß die angewandten Methoden, die vorgeschlagenen Methoden - wie etwa einseitige Abrüstung und Einfrieren auf dem heutigen Stand nicht geeignet sind, um diese Ziele zu erreichen, sondern nur das sowjetische
Machtstreben weiter zu ermutigen und zu verewigen." Solche Demonstrationen
regten zwar die Debatte über diese unendlich wichtigen Probleme an, "aber wir
stimmen nicht mit den Heilmitteln überein, die da vorgeschlagen werden."
+ + + + +

- 2-

�27. Oktober 1982

42

USA DRÄNGEN AUF STÄRKUNG DER COCOM-EXPORTKONTROLLEN
Von unserem Korrespondenten Elez Biberaj

WASHINGTON - (AD) - In einem Versuch, das Problem des wachsenden Abflusses westlicher Technologie in den Griff zu bekommen, drängt die ReaganAdministration ihre Verbündeten, ihre Exportkontrollpolitik gegenüber der
Sowjetunion zu verstärken.

Durchlässige Stellen dieser Art könnten, wie aus

amerikanischen Regierungskreisen verlautet, die Verteidigungsindustrie und
die Militärkapazitäten der UdSSR verbessern und damit eine Bedrohung der
Weltsicherheit darstellen.
Das Thema multilateraler Exportkontrollen wurde auf einem Treffen des
Koordinierungskomitees für den Ost-West-Handel (COCOM) vom 4. bis 5. Oktober
1982 in Paris von den Delegationen der Vereinigten Staaten, Westeuropas und
Japans behandelt.

Das Treffen signalisierte den Beginn einer wahrscheinlich

einjährigen Überprüfung der COCOM-Liste für Produkte und Technologie, die
mit einem Embargo belegt sind.
COCOM ist eine informelle Organisation, der die NATO-Mitglieder - außer
Island - und Japan angehören.

Das Komitee wurde 1949 gegründet, um die natio-

nalen Exportkontrollen für strategische Güter in Staaten des Ostblocks zu

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�Ostblocks zu koordinieren.

Es basiert weder auf einem formellen Vertrag

noch einem Regierungsabkommen und hat auch keine formelle Beziehung zur NATO
oder zu anderen Organisationen.

Es arbeitet gemäß einer freiwilligen Absprache

der Mitgliedstaaten und Entscheidungen werden stets einstimmig getroffen.

Die

Liste der Güter wird alle drei Jahre einer Oberprüfung unterzogen.
Seit Amtsantritt der Reagan-Administration haben die Vereinigten Staaten
ihre Untersuchung der Problematik eines Technologietransfers in die Sowjetunion
und in die mit ihr verbündeten Staaten des Warschauer Paktes verstärkt und
ihre Besorgnis darüber zum Ausdruck gebracht, daß wegen der "gähnenden Löcher"
in der derzeitigen COCOM-Struktur durchlässige Stellen in großem Umfang vorhanden sind.

Auf dem Wirtschaftsgipfel in Ottawa im Juli 1981 forderte Prä-

sident Reagan eine Verstärkung der multilateralen Kontrollen bei kritischer
Technologie und Ausrüstung.

Es wurde ein Obereinkommen darüber erzielt, die

bestehenden Kontrollen zu überprüfen; außerdem wurde im Januar 1982 das erste
COCOM-Treffen auf Ministerebene seit Ende der fünfziger Jahre abgehalten.
"Wichtige Fortschritte sind gemacht worden.

Nunmehr gibt es seitens

unserer COCOM-Partner eine politische Verpflichtung, die als Grundlage dafür
dienen wird, die internationalen Kontrollanstrengungen zu stärken und auf kritische Technologien und Ausrüstung zu konzentrieren", erklärte Lawrence Brady,
Unterstaatssekretär im Handelsministerium.
Die Reagan-Administration bemüht sich um größere Anstrengungen der
COCOM-Mitgliedstaaten bei Exportkontrollen. Hauptziel der Vereinigten Staaten
bei der derzeitigen Überprüfung der COCOM-Liste ist es, wirklich sicherzustellen, daß militärisch wichtige Ausrüstungsgüter und Technologien auf die
Embargoliste gelangen, während umgekehrt Exportgüter von der Liste gestrichen
werden sollen, die nicht länger mehr als sensitiv angesehen werden. Dabei
wird der Hoffnung Ausdruck gegeben, es könne bereits in naher Zukunft bei
diesen Fragen ein Konsens zwischen den COCOM-Mitgliedern erzielt werden.
Zwar stellten amerikanische Regierungsstellen fest, daß die nationalen
Kontrollen bei diesen Gütern in den vergangenen Jahren "recht wirkungsvoll"
- 2 -

�"recht wirkungsvoll" gewesen seien, es wurde jedoch gleichzeitig der Besorgnis
Ausdruck verliehen, daß die Sowjetunion und ihre Verbündeten im Warschauer
Pakt an Ausrüstung und Technologie von militärischer und strategischer Bedeutung herangekommen seien, indem Exportkontrollen verletzt wurden oder weil
derzeit manche dieser Güter überhaupt nicht kontrolliert werden.
Im Verlauf einer Anhörung vor einem Untersuchungsausschuß des Senats
erklärte Brady am 12. Mai 1982, daß aufgrund der "kurzsichtigen" Lizenzpolitik der Entspannungsära die Sowjetunion und ihre Verbündeten "Erfahrung in
den Bereichen Elektronik, Computerwissenschaft, Produktionstechniken, Luftfahrt und einer ganzen Reihe anderer Bereiche sammelten, die von unschätzbarem Wert für ihr Militär - und deshalb ein ungeheurer Schaden für unsere
eigenen Interessen sind..."
über drei Jahrzehnte lang haben die Vereinigten Staaten Exportkontrollen
gegenüber den kommunistischen Staaten durchgeführt, um sicherzustellen, daß
diese Exporte nicht die nationale Sicherheit und die außenpolitischen Interessen der Vereinigten Staaten beträchtlich schädigen oder den Preis und die
Verfügbarkeit von solchen Rohstoffen nicht negativ beeinflussen, die es nur
in geringer Menge gibt.
Ende der vierziger Jahre führten die Vereinigten Staaten zum erstenmal
Exportkontrollen gegen die Sowjetunion und andere kommunistische Staaten einim Anschluß an eine Periode sowjetischer Expansion im östlichen Mitteleuropa.
1949 verabschiedete der amerikanische Kongreß das Exportkontrollgesetz, das
die Ausfuhr aller Güter verbot, die eine Bedrohung der nationalen Sicherheit
darstellten.
Danach wurden die amerikanischen Exportkontrollen im dem Maß modifiziert, in dem sie gewandelte Vorstellungen von den Bedürfnissen der nationalen
Sicherheit widerspiegelten, wobei sie mehr oder minder restriktiv waren in dem
Maß, in dem die Beziehungen zum Sowjetblock Perioden der Konfrontation und
der verstärkten Zusammenarbeit erlebten.
Während der
- 3 -

�Während der siebziger Jahre gab es Erleichterungen bei den amerikanischen
Exportkontrollen für den nationalen Sicherheitsbereich sowie bei den C0C0MVerfahren, verfolgten doch die Vereinigten Staaten und ihre westlichen Verbündeten gegenüber der Sowjetunion eine Politik der Entspannung. Der Handel
mit der UdSSR belebte sich unter der Annahme, daß verstärkte Handelsbeziehungen die Sowjetunion dazu bringen könnten, ihr Verhalten sowohl auf internationaler als auch auf nationaler Ebene zu mäßigen.
Indessen brachten verstärkte Wirtschaftsbeziehungen zwischen Ost und
West die Sowjetunion nicht von ihrem Abenteurertum ab, wie dies durch den Einsatz kubanischer Truppen in Afrika durch Moskau und durch die sowjetische Invasion in Afghanistan bewiesen wurde. Zugleich wurde deutlich, daß die Sowjetunion den Handel mit dem Westen dazu nützte, ihre militärischen Kapazitäten
zu verstärken.
Im Gefolge der sowjetischen Invasion Afghanistans waren die Vereinigten
Staaten darum bemüht, Exportkontrollen bei Gütern, die für die nationale
Sicherheit von Bedeutung waren, zu verstärken und ihren Verkauf an die Sowjetunion einzuschränken.
Gemäß dem Exportgesetz von 1979 und der hierdurch dem Präsidenten zugewiesenen Vollmacht, kontrolliert das amerikanische Handelsministerium den
Export strategischer Güter und technischer Daten.
Dieses Exportgesetz sieht die Kontrolle für strategische Güter und Technologie vor, die "einen bedeutsamen Beitrag zum militärischen Potential eines
anderen Landes oder einer Vereinigung von Ländern leisten und die sich als
schädlich für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten erweisen würden."
Die vom Handelsministerium kontrollierten strategischen Güter sind auf
der "Commodity Control List" (CCL) zusammengefaßt. Die meisten der Produkte,
die rein militärische Anwendung haben oder speziell für den militärischen Einsatz entworfen sind, tauchen auf der "U.S.-Munitions List" auf, die vom Außen- 4 -

�vom Außenministerium geführt wird.
Die meisten Exporte laufen unter der "allgemeinen Lizenz-Vollmacht", die
eine Ausfuhr erlaubt, ohne daß vom Exporteur verlangt wird, einen Lizenzantrag
zu stellen.

Güter, die auf der CCL-Liste stehen und einer förmlichen Erlaubnis

bedürfen, welche den Export eines bestimmten Produktes an einen namentlich genannten Empfänger in einem bestimmten Land und zu eindeutigem Gebrauch freigibt, fallen unter drei Kategorien:
- Güter, die potentiell beträchtlich zu den militärischen Kapazitäten eines
möglichen Gegners beitragen. Die meisten dieser Güter werden multilateral
durch COCOM kontrolliert. Einige wenige Produkte werden unilateral kontrolliert, weil sie entweder einzig in den Vereinigten Staaten zu haben sind oder
weil sie als besonders sensitiv angesehen werden und dadurch einer strengeren
Kontrolle bedürfen, als COCOM dies angemessen scheint.
- Objekte, die aus außenpolitischen Gründen einer Kontrolle unterliegen
wie etwa Geräte und Einrichtungen auf dem Nuklearsektor, kriminaltechnisches
Gerät; außerdem Kontrollen im Zusammenhang mit Gesetzgebungsvorbehalten im
Bereich der Menschenrechte, des internationalen Terrorismus und anderen Problemkreisen.
- Erdöl- und erdölbezogene Produkte, die aufgrund ihrer Knappheit kontrolliert werden.
Das Exportgesetz gibt dem Präsidenten die Vollmacht, "den Export aller
Güter oder Technologien zu verbieten oder zu beschneiden, die der Gesetzgebung
der Vereinigten Staaten unterliegen oder von einer Person exportiert werden,
die der Gesetzgebung der Vereinigten Staaten unterliegt." Die Formulierung
"Person, die der Gesetzgebung der Vereinigten Staaten unterliegt" soll alle
ausländischen Zweigstellen oder Tochterfirmen inländischer Konzerne einschließen,
die von diesen kontrolliert werden.
Am 29. Oktober

�Am 29. Oktober 1981 verhängte die Reagan-Administration Sanktionen
für den Export von Erdöl- und Erdgasausrüstung und entsprechender, fortschrittlicher Technologie in die Sowjetunion - in Reaktion auf die Rolle,
die die UdSSR bei der Verhä'ngung des Kriegsrechts in Polen gespielt hatte.
Zudem wurde die Lizenzerteilung bei kontrollierten Exporten in die Sowjetunion suspendiert.
Angesichts mangelnder echter Verbesserung der internen Lage Polens
weiteten die Vereinigten Staaten im Juni 1982 die Sanktionen aus und schlössen den Export von Ausrüstung und Technologien ein, die zwar ausländischen
Ursprungs sind, aber von Auslandsfirmen kommen, die amerikanischen Firmen ge
hören oder von ihnen kontrolliert werden, sowie ausländische Produkte, die
auf amerikanischer Technologie basieren, die einem Lizenz- oder Patentabkommen unterworfen sind. Die Reagan-Administration erklärte, daß diese Exportkontrollmaßnahmen notwendig seien, um die außenpolitischen Interessen der
Vereinigten Staaten zu fördern.

+ + + + +

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27. Oktober 1982

300 JAHRE DEUTSCHE SIEDLUNGSARBEIT IN AMERIKA
- Gemeinsame Resolution des US-Kongresses -

WASHINGTON - (AD) - Der amerikanische Kongreß hat eine gemeinsame Resolution verabschiedet, in der der Beginn deutscher Siedlungsarbeit in Amerika
vor 300 Jahren gewürdigt und das kommende Jahr zum Jahr des Gedenkens an dieses Ereignis proklamiert wird.
Die von beiden Häusern des Kongresses verabschiedete Resolution hat folgenden Wortlaut:

Gemeinsame Resolution
zur Proklamierung des Zeitraums 1. Januar 1983 - 31. Dezember 1983 zum Gedenkjahr des Beginns deutscher Siedlungsarbeit in Amerika vor 300 Jahren.
In Anbetracht der Tatsache, daß sich am 6. Oktober 1983 der Beginn deutscher Siedlungsarbeit in Amerika - und zwar in Philadelphia, Pennsylvania zum 300. Male jährt;
angesichts des'sen,

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 22 40
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�angesichts dessen, daß mit diesem Datum die unschätzbaren menschlichen,
wirtschaftlichen, politischen, sozialen und kulturellen Beiträge für dieses
Land seitens Millionen deutscher Einwanderer im Laufe der letzten drei Jahrhunderte begannen;
nachdem die Vereinigten Staaten von Amerika und die Bundesrepublik
Deutschland heute ihre enge Freundschaft fortführen, die auf den gemeinsamen
Werten der Demokratie, der garantierten Freiheit des Einzel menschen, der Duldung persönlicher Meinungsunterschiede und der Ablehnung des Totalitarismus
gründet, und
nachdem es angebracht ist, dieses historische Ereignis in einer Weise
zu begehen, die die deutsch-amerikanische Freundschaft würdigt und die demokratischen Werte, die uns verbinden, in den Mittelpunkt stellt, sei es vom
Senat und Repräsentantenhaus des hier versammelten Kongresses der Vereinigten
Staaten von Amerika beschlossen, daß der Zeitraum, der am 1. Januar 1983
beginnt und am 31. Dezember 1983 endet, hiermit zum Gedenkjahr des Beginns
deutscher Siedlungsarbeit in Amerika bestimmt wird und daß der Präsident ermächtigt und ersucht wird, eine Proklamation zu erlassen, in der die Bevölkerung der Vereinigten Staaten aufgefordert wird, dieses Jahr mit angemessenen
Feiern und Aktivitäten zu begehen.
Als konkreten Beweis unserer Verpflichtung für ein dauerhaftes deutschamerikanisches Verhältnis und als feierlichen Auftakt dieses Gedenkjahres
unterstützen wir nachhaltig die Initiative des Präsidenten für den Jugendaustausch und insbesondere das Konzept eines deutsch-amerikanischen Schüleraustausches, wie er von den Mitgliedern des Kongresses der Vereinigten Staaten
und des Deutschen Bundestages gefördert wird, und sprechen uns mit Nachdruck
für einen Aufenthalt in Gastfamilien des jeweiligen Landes aus.

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