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                  <text>nrormouon
und
Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America
37 B

22. September 1982

INHALT

DOKUMENTATION
Reagan: USA streben Fortschritte bei Rüstungskontrollgesprochen an
Erklärung des US-Präsidenten zum Libanon
- Multinationale Streitmacht kehrt nach Beirut zurück -

HINTERGRUNDMATERIAL
Die sowjetische Aufrüstung - ein historisches Problem
- Kommentar der Stimme Amerikas -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Private Raumfahrtvorhaben
- Eigene Trägerraketen für kommerzielle Satelliten Untergewicht bei Neugeborenen

Um Ubcf/cndung uon
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 22 40
Telex: 8-85432

�37

22. September 1982

REAGAN: USA STREBEN FORTSCHRITTE BEI ROSTUNGSKONTROLLGESPRÄCHEON

WASHINGTON'-TAD) - Präsident Ronald Reagan hat unterstrichen, daß
die USA kein höheres Ziel haben könnten, als Fortschritte auf dem Wege
zu einer sinnvollen Rüstungskontrolle zu erzielen, die den Weltfrieden sowie die internationale Sicherheit fördere.- \
Nach einer Konferenz mit den Botschaftern, die die amerikanischen
Delegationen bei den Verhandlungen über eine beiderseitige und ausgewogene Truppenreduzierung (MBFR) in Wien sowie bei den Verhandlungen
über nukleare Mittel Streckensysteme (INF) und eine Verminderung der
strategischen Waffen (START) in Genf leiten, sagte Reagan, der Verhandlungsstatus sowie die amerikanische Position auf fcgm dieser drei
Gebiete sei sorgfältig analysiert worden.
Die Erklärung des amerikanischen Präsidenten hat folgenden Wortlaut:
Bei unseren

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 22 40
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Bei unseren Bemühungen, eine stabilere und friedlichere Welt zu
schaffen, gibt es kein wichtigeres Ziel als eine Verteidigungs- und
Rüstungskontrollpolitik zu verfolgen, die die Sicherheit unserer Nation und unserer Verbündeten garantiert. Unmittelbar nach meiner Amtsübernajj^ h^jjgid^^in^ umfassende Analyse unserer Rüstungskontrollpolitik vornehmen lassen und Vorschläge für neue Initiativen gefordert. Dabei habekich die allgemeinen Grundsätze dargelegt, von denen
man sich bei derFormulierung unserer Rüstungspolitik leiten lassen
sollte:

~~

-JJ0flTH0)l2ÖMUT20fl I3a 3TTIHHD2Tfl03 M383flT2 A2U :HA3A3H

JUUf3HatiN238
- Die Rüstungskontrolle muß ein Instrument und nicht ein Ersatz
für eine einheitliche Sicherheitspolitik sein, die in erster Linie
auf die sowjetischen Vorteile auf dem Gebiet der destabilisierendsten

hinarbeiteB^adieijdie. Sicherheit.echt dadurch fördern, daß der Friede
^ g r m r g w rtgb 9rb .figiArS-o us eTioi^no^enuJaüH nsifovnnra ignrg us
durch Abschreckung gestärkt wird.. ... .. . , ._ . ..
. ., .
.
. .9i9bio^ Jr9rh9fbr2 grßnorjßrrolnr 9rb grwo2 ngb
ngb' rad ngnortßggrgü
ng{&gt;nurbnßrhgV ri9b rgd g'rwo2 ngrW nr (H38M) pnuigrsubgingqquiT gngßow
und Begrenz ^ q ^ a s ^ r e . ^

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tetb i929rb raahgt ^uß notittoS grb2*rnß&gt;lngmß grb grwo2 2u3B}22gnurbnßd
- Die Rüstungskontroi labkommen müssen wirksame Verifi.zierungsmaß.
.ngbiow Ji9r2Yißnß gmßTQic?! rea gterdgu
nahmen vorsehen.
-JtoW n9bn9Brot Jßri ngjrigbi^ßiq ngrbarnß^r-tgrnß agb gninßUiS grd
- Unsere Bemühungen werden von einer Ernsthaftigkeit der Zielsetzung
:iußf
geleitet werden,, die injunserer Bereitschaft zun Ausdruck kommt, Reduzierungen auf einen wesentlich niedrigeren Stand der nuklearen Streitkräfte anzustreben, und zwar auf der Grundlage gleicher, ausgewogener
Ebenen vergleichbarer Systeme.
Diese Prinzipien

- 2-

�Diese Prinzipien stehen in voller Übereinstimmung mit dem grundlegenden Ziel der Sicherheitspolitik sowohl der Vereinigten Staaten als
auch der NATO, nämlich den Frieden durch die Abschreckung vor einer
Aggression zu sichern. Die Abschreckung vor einem atomaren oder konventionellen Angriff auf uns oder auf unsere Verbündeten muß unsere
Haltung hinsichtlich der Verteidigung und der Rüstungskontrolle leiten.
Diese Grundsätze bilden auch den Kern der umfassenden und neuen Vorstöße auf dem Gebiet der Rüstungskontrolle, die diese Administration
eingeleitet hat. Auf jedem dieser überaus wichtigen Bereiche der
Rüstungskontrolle - strategische Kernwaffen, nukleare Mittel Streckensysteme und konventionelle Streitkräfte in Europa - haben wir der
Sowjetunion kühne und gerechte Vorschläge unterbreitet - Vorschläge,
die in unserem beiderseitigen Interesse liegen und die Möglichkeit
bieten,

die Sicherheit der Welt sowie den Weltfrieden zu fördern, in-

dem die Arsenale auf beiden Seiten wesentlich verringert werden.
Bei jedem dieser drei Verhandlungsbereiche haben die Vereinigten
Staaten wohlerwogene und gerechte Vorschläge unterbreitet, die darauf
abzielen, ein militärisches Gleichgewicht auf niedrigeren Ebenen zu
schaffen, die destabilisierenden Faktoren bei dem gegenwärtigen militärischen Kräfteverhältnis zu beseitigen und die Sicherheit auf beiden
Seiten zu fördern. Wenn es um unsere nationale Sicherheit und die unserer Verbündeten geht, müssen wir realistisch an die Rüstungskontrolle
herangehen. Wir streben keine Abkommen um ihrer selbst willen an; wir
wollen, daß sie internationale Sicherheit und Stabilität schaffen.
Die Verminderungsvorschläge dieser Regierung für die strategischen Kernwaffen und die nuklearen Mittel Streckensysteme sowie für die konventionellen Streitkräfte spiegeln diese Haltung wider. Wir sind ermutigt über
den bisherigen ernsthaften und sachlichen Verlauf dieser Verhandlungen.
Obwohl noch viele harte Verhandlungen vor uns liegen, bin ich entschlossen, in gutem Glauben so lange zu verhandeln,bis unsere Ziele verwirklicht
werden können. Wir fordern unsere sowjetischen Verhandlungspartner auf,
eine gleiche Ernsthaftigkeit der Zielsetzung an den Tag zu legen.
Unsere Rüstungskontrollpolitik
- 3 -

�Unsere Rüstungskontrollpolitik wird auch weiterhin meine ganz persönliche Aufmerksamkeit erfahren. Die Botschafter Rowny, Nitze und
Staar hielten sich während der vorgesehenen Verhandlungsunterbrechung
in Washington auf. Wir haben auf jedem Gebiet sorgfältig den Stand der
Verhandlungen sowie unsere Positionen analysiert. In jedem Fall bleiben
die Verhandlungen auf Kurs, und unsere drei VerhandlungsfUhrer werden
in Kürze mit einem erneuerten Mandat zur Verfolgung unserer Ziele (nach
Europa) zurückkehren. Vor ihrer Abreise werden Botschafter Rowny und
Botschafter Nitze den Kongreß über den Stand der Verhandlungen unterrichten. Solche regelmäßigen Konsultationen sind ebenfalls ein wichtiger
Teil unseres Vorgehens. Für meine Regierung gibt es kein höheres Ziel
als Fortschritte auf dem Wege zu einer sinnvollen Rüstungskontrolle zu
erreichen, die den Weltfrieden sowie die internationale Sicherheit
fördert.

+ + + + +

�iMiiii.iW.lMlP
United States Information Service
Embassy of the United States of America

37

22. September 1982

ERKLÄRUNG DES US-PRÄSIDENTEN ZUM LIBANON
- Multinationale Streitmacht kehrt nach Beirut zurück -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Ronald Reagan hat in einer Fernsehansprache am 20. September angekündigt, daß die multinationale Streitmacht "für einen begrenzten Zeitraum" nach Beirut zurückkehren wird, um
die libanesische Regierung bei der Aufrechterhaltung der Regierungsgewalt zu unterstützen.
Die Ansprache des Präsidenten hat folgenden Wortlaut:
Die Szenen, die die ganze Welt am vergangenen.Wochenende erlebte,
gehören zu den herzzerreißendsten in dem langen Alptraum der Agonie des
Libanon. Millionen von uns haben Bilder von den palästinensischen Opfern
dieser Tragödie gesehen. Dazu fehlen einem die Worte. Aber es gibt Handlungen, die wir unternehmen können und müssen, um diesem Alptraum ein
Ende zu setzen.
Es genügt *

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Telex: 8-85432

�Es genügt nicht einfach, dies alles als ein fernes Ereignis zu betrachten, mit dem wir selbst nichts zu tun haben. Für unsere Freunde im
Libanon und in Israel, für unsere Freunde in Europa und anderswo im
Nahen Osten und für uns als Amerikaner ist diese Tragödie - so schrecklich sie ist - eine Erinnerung an die absolute Notwendigkeit, diesem geplagten Land und dieser geplagten Region den Frieden zu bringen. Wenn
wir für den Frieden im Nahen Osten arbeiten, dann arbeiten wir für den
Weltfrieden und die Zukunft der Menschheit.
Für die Verbrecher, die diese Tat begangen haben, ist keine Strafe
hoch genug, um die Schande ihres Verbrechens zu tilgen. Aber für die
übrigen von uns gibt es Dinge, die wir lernen können, und Dinge, die
wir tun müssen:
- Die Menschen im Libanon müssen gelernt haben, daß der Kreislauf
von Massakern nach Massakern enden muß. Kinder werden nicht dadurch gerächt, daß man andere Kinder umbringt.
- Israel muß gelernt haben, daß es nicht möglich ist, daß es seine
eigenen Lösungen auf einen Haß aufzwingen kann, der so tief ist wie
der, der durch diese Tragödie entsteht. Wenn es das versuchen sollte,
dann wird es nur noch tiefer in den Morast versinken, der sich vor ihm
auftut.
- Jene Außenstehenden, die die Flamme des Bürgerkriegs seit so vielen
Jahren genährt haben, müssen lernen, daß das Feuer auch sie verbrennen
wird, wenn es nicht gelöscht wird.
- Und wir alle müssen uns erneut der Sache des Friedens verschreiben.
Ich erneuere meine Forderung nach einem baldigen Fortschritt zur Lösung der Palästinenserfrage und wiederhole die amerikanischen Vorschläge, die heute noch dringlicher geworden sind.
Es ist

- 2 -

�Es ist jetzt nicht mehr an der Zeit, nur zu reden. Jetzt ist die
Zeit zum Handeln gekommen: gemeinsam zu handeln,um den Frieden in
Beirut wiederherzustellen, um mitzuhelfen, daß eine stabile Regierung
entsteht, die Frieden und Unabhängigkeit für den ganzen Libanon wiederherstellen kann; und eine gerechte und dauerhafte Lösung des Konflikts
zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn herbeizuführen - eine
Lösung, die die legitimen Rechte der Palästinenser befriedigt, die nur
zu oft die Opfer waren.
Unsere grundlegenden Ziele im Libanon haben sich nicht geändert,
denn sie sind Ziele der Regierung und der Bevölkerung des Libanon selbst.
Als erstes und oberstes Ziel streben wir die Wiederherstellung einer
starken und stabilen Zentralregierung in diesem Lande an, die durch ordnungsgemäße verfassungsmäßige Verfahren zustandegekommen ist. Der Libanon
hat erst vor zwei Wochen einen Präsidenten gewählt, um zu erleben, daß er
ermordet wurde, ehe er sein Amt antreten konnte. In dieser Woche wird
ein verzweifeltes Libanon erneut einen neuen Präsidenten wählen. Möge
Gott ihm die Sicherheit wie auch die Klugheit und den Mut geben, sein
Land in eine neue und glücklichere Ära zu führen.
Die internationale Gemeinschaft hat eine Verpflichtung, der Regierung
bei der Wiederherstellung der Regierungsgewalt über ihr ganzes Territorium
zu helfen. Ausländische Streitkräfte und bewaffnete Gruppen haben zu lange die rechtmäßige Rolle der Sicherheitskräfte der Regierung des Libanon
verhindert. Wir müssen den Weg für den Abzug ausländischer Streitkräfte
bereiten.
Der Ort, um mit dieser Aufgabe zu beginnen, ist Beirut. Es muß der
libanesischen Regierung ermöglicht werden, die innere Sicherheit in ihrer
Hauptstadt wiederherzustellen. Sie kann dies nicht, wenn ausländische
Streitkräfte in oder in der Nähe von Beirut verbleiben. Im Hinblick auf
dieses Ziel habe ich mich mit unseren französischen und italienischen

- 3 -

�und italienischen Verbündeten beraten. Wir sind übereingekommen, eine
neue multinationale Streitmacht aufzustellen - ähnlich jener, die im
vergangenen Monat so hervorragende Dienste geleistet hat - mit der
Aufgabe, die libanesische Regierung in die Lage zu versetzen, wieder die
volle Souveränität über ihre Hauptstadt zu übernehmen, was die Vorbedingung für die Ausweitung ihrer Kontrolle über das ganze Land ist. Die
libanesische Regierung hat - gestützt auf die Bevölkerung - um diese
Hilfe ersucht. Wenn diese multinationale Streitmacht ihre Rolle erfolgreich erfüllen soll, dann ist es wesentlich, daß sich Israel aus Beirut
zurückzieht. Mit der zu erwartenden Kooperation aller Beteiligten wird
die multinationale Streitmacht für einen begrenzten Zeitraum nach Beirut
zurückkehren. Sie hat nicht die Aufgabe, als Polizei zu fungieren, sondern es den gesetzlichen Behörden des Libanon zu ermöglichen, diese
Pflichten selbst auszuüben.
Außenminister Shultz hat in meinem Auftrag auch der Regierung von
Israel durch dessen Botschafter in Washington unsere Auffassung dargelegt. Wenn Israel nicht rasch und mutig handelt und sich zurückzieht,
dann wird es sich immer stärker in Probleme verwickelt finden, die nicht
seine eigenen sind und die es nicht lösen kann.
Die Beteiligung amerikanischer Streitkräfte in Beirut wird wiederum
nur für eine begrenzte Zeit andauern. Aber ich bin zu dem Schluß gekommen, daß es keine Alternative zu ihrer Rückkehr nach dem Libanon gibt, wenn
dieses Land eine Chance haben soll, auf eigenen Füßen zu stehen.
Der Frieden in Beirut ist nur ein erster Schritt. Zusammen mit der Bevölkerung des Libanon streben wir nach dem Abzug aller ausländischen
Streitkräfte aus diesem Lande. Der Abzug aller ausländischen Streitkräfte
auf Ersuchen der libanesischen Behörden ist von arabischen und anderen
Staaten weitgehend unterstützt worden. Sowohl Israel als auch Syrien haben zu erkennen gegeben, daß sie keine territorialen Ambitionen im
Libanon haben und zum Abzug bereit sind. Es ist jetzt dringend erforderlich,

- 4 -

�dringend erforderlich, daß eine Einigung über spezifische Abmachungen
für den Abzug aller ausländischen Streitkräfte erzielt wird. Das muß
sehr bald geschehen. Die legitimen Sicherheitsansprüche der benachbarten Staaten, vor allem die Sicherheit der Bevölkerung von Nordisrael,
müssen gewährleistet sein, aber das ist keine schwierige Aufgabe, wenn
der politische Wille dazu vorhanden ist. Dem libanesischen Volk muß es
ermöglicht werden, seine eigene Zukunft zu bestimmen; es muß sich nur
auf libanesische Streitkräfte verlassen dürfen, die willens und in der
Lage sind, ihrem Lande Sicherheit zu bringen.
Es muß die Möglichkeit erhalten, das zu tun - und je eher je besser.
Botschafter Draper, der in enger Konsultation mit den Parteien im
Libanon stand, wird in dem Gebiet bleiben, um an der vollen Verwirklichung unseres Vorschlages zu arbeiten. Botschafter Habib wird sich ihm
anschließen, wird mich bei der Amtseinsetzung des neuen libanesischen
Präsidenten vertreten und wird auch mit den Führern des Gebietes Bespre, chungen führen. Er wird dann sofort nach Washington zurückkehren, um
mir Bericht zu erstatten.
Anfang des Sommers hat unsere Regierung ihre Verantwortung erfüllt
und dazu beigetragen, eine schwere Krise zu lösen und dem libanesischen
Volk eine erdrückende Last abzunehmen. Das war uns gelungen. Die jüngsten Ereignisse haben neue Probleme geschaffen, und wir müssen erneut
unsere Verantwortung übernehmen.
Ich bin besonders daran interessiert, die Agonie des Libanon zu beenden, weil das recht ist und in unserem nationalen Interesse liegt.
Aber ich bin ebenso entschlossen, in der weitergefaßten Bemühung voranzudrängen, einen Frieden zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn
zu erreichen. Die Ereignisse in Beirut in der vorigen Woche haben nur
dazu beigetragen, meine Überzeugung zu bestärken, daß ein solcher Frieden unbedingt notwendig ist und daß die Initiativen, die wir am 1. Sep-

- 5 -

�1. September ergriffen haben, der richtige Weg sind. Wir werden uns in
unseren Anstrengungen, Frieden im Libanon und einen gerechten und dauerhaften Frieden im ganzen Nahen Osten zu erreichen, nicht entmutigen
oder uns abschrecken lassen. Wir alle müssen aus dieser Tragödie die
angemessenen Lehren ziehen und die Verantwortung übernehmen, die uns
durch sie auferlegt wird. Das sind wir uns und unseren Kindern schuldig.
Die ganze Welt wird ein sichererer Ort werden, wenn diese Region, die
so viel Unheil erfahren hat, wieder beginnt, den Frieden zu erfahren.
Unser Ziel und unsere Maßnahmen sind anf_Hgn_jHpripn ausgerichtet, _*
und wir unternehmen diese Maßnahmen in einem Geist der internationalen
Zusammenarbeit. Ich bitte Sie heute abend um Ihr Gebet und Ihre Unterstützung, wenn Ihr Land eine lebenswichtige Rolle als führende Macht
im Dienste des Weltfriedens übernimmt - eine Rolle, auf die wir alle
als Amerikaner stolz sein dürfen.

+ + + + +

�22. September 1982

37

DIE SOWJETISCHE AUFRÜSTUNG - EIN HISTORISCHES PROBLEM
- Kommentar der Stimme Amerikas -

- (AD) - Ober die Frage, wie es zum Wettrüsten zwischen Ost und
West kam, kann man sich natürlich streiten. Es kann jedoch kein Zweifel
daran bestehen, daß die sowjetischen Führer in den sechziger Jahren die
Aufrüstung planten und ausführten, während sie von friedlicher Koexistenz
und Entspannung redeten.
Das Ergebnis ist jetzt für alle sichtbar: Gewaltige Nuklearraketen
vom Typ SS-20, nahezu 5 Millionen Soldaten unter Waffen, Flugzeugträger
auf hoher See, die größte Unterseeboot-Flotte der Welt, die größten
Panzerfabriken der Welt.
Diese massive Anhäufung von Waffen ist kein Zufall, sie ist auch
keine sinnvolle Reaktion auf eine Bedrohung von außen. Seit Ende des
Zweiten Weltkrieges hat keine westliche Nation - auch keine Gruppierung
westlicher Nationen - die Westgrenze der Sowjetunion bedroht.
Die Allianz

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Telex: 8-85432

�Die Allianz der westlichen Nationen, bekannt als NATO, war, ist und
bleibt ein absolutes Verteidigungsbündnis. Sie schlitzt den Westen an
Grenzen, die Hunderte von Kilometern von der Sowjetunion entfernt liegen,
und in Asien kann wohl kaum angenommen werden, daß Peking - wie groß auch
immer die sowjetisch-chinesischen Meinungsverschiedenheiten sein mögen einen Angriff auf seinen schwerbewaffneten Nachbarn beginnen könnte.
Die Sowjetunion hat also keinen vernünftigen Grund, Bedrohungen von
außen zu fürchten. Deshalb ist es ja so alarmierend, daß Moskau einen so
großen Teil seiner Ressourcen in die Rüstung steckt. Westliche Experten
schätzen diese Ausgaben auf etwa ein Siebtel der gesamten sowjetischen
Produktion, d.h., daß etwa 12 bis 14 Prozent des Bruttosozialproduktes
über einen Zeitraum von 20 Jahren dafür aufgewendet werden - rund zweimal
soviel,wie die Vereinigten Staaten im gleichen Zeitraum für militärische
Ausgaben aufgewendet haben. Während dieser Zeit, und das haben sowjetische
Regierungsvertreter selbst zugegeben, wurden die industriellen Investitionen gekürzt und die Produktion an Verbrauchsgütern beschnitten, um
eben die militärischen Aufwendungen hochzuhalten.
Die westlichen Nationen haben darauf nur zögernd und langsam reagiert.
Aber im Jahre 1979 traf die NATO feste Entscheidungen, um im Rahmen des
Doppelbeschlusses die Verteidigungskapazität zu stärken, während gleichzeitig der Weg zu Verhandlungen offengehalten wurde. Dies bildet die
Grundlage für kleine jährliche Steigerungen der Verteidigungshaushalte
der NATO-Mitgliedstaaten bei gleichzeitiger Unterstützung der amerikanischsowjetischen Verhandlungen über Kernwaffen.
Präsident Reagan hat seinerseits weitreichende Vorschläge für eine
Verringerung der Rüstungen unterbreitet, während zur gleichen Zeit wirksame Schritte zur Stärkung und Modernisierung der Land-, See- und Raketenstreitkräfte der Vereinigten Staaten ergriffen wurden.
Der Herausforderung

- 2 -

�Der Herausforderung, die durch die massive sowjetische Aufrüstung
gegeben ist, wird so oder so begegnet werden - entweder durch irgendeine
Form der Rüstungskontrolle oder durch einen militärischen Wettstreit,
der wahrscheinlich für beide Seiten schwierig und kostspielig sein wird.
Man sollte sich keinem Zweifel hinsichtlich der amerikanischen Entschlossenheit hingeben, weitere Lasten zu akzeptieren, wenn diese nötig sein
sollten.
Trotzdem gibt es weiterhin unangenehme Fragen. Welche Absichten verfolgt der Kreml? Welche Konsequenzen könnten sich aus dem systematischen
Ausbau der immer größer werdenden sowjetischen Arsenale ergeben?
In der Vergangenheit war es immer ein Anlaß für beängstigende Sorgen und Schwierigkeiten überall auf der Welt, wenn eine Großmacht einen
solchen Kurs einschlug. Die Militarisierung von Nazi-Deutschland durch
Hitler kommt einem hier in den Sinn, wie auch der Krieg, den Hitler begann und in dem dann rund 40 Millionen Menschet getötet wurden. Niemand
wünscht eine Wiederholung dieser Episode der Geschichte - aber es besteht
die reale Gefahr, daß Fehleinschätzungen des Kreml in diese Richtung
weisen könnten.
+ + + + +

- 3 -

�Ui//en/chaft
und Technik

•

International Communication Agency
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22. September 1982

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PRIVATE RAUMFAHRTVORHABEN
- Eigene Trägerraketen für kommerzielle Satelliten

- (AD) - Die am 9. September 1982 erstmals erprobte Rakete CONESTOGA 1
ist ein privat finanziertes Trä'gertnerät, mit dem etwa ab 1984 kleine kommerzielle Satelliten in niedrige Erdumlaufbahnen gebracht werden könnten.
Bei dem ersten,zehneinhalb Minuten währenden Probeflug waren sowohl Oberstufen als auch Nutzlast nur Atrappen. Die 11 m lange Rakete, die von der
kleinen Insel Matagorda vor der texanisehen Küste aus gestartet wurde, erreichte 307 km Höhe.
Das Projekt steht unter der Regie der in Houston ansässigen Firma
"Space Services Incorporated of America", die 57 Geldgeber aus der Wirtschaft dafür interessieren konnte. Für die bisherigen Entwicklungen
wurden sechs Millionen Dollar aufgebracht, für den Start standen 1,5 Millionen Dollar zur Verfügung. Lee Scherer, ehemaliger Direktor des NASARaumflugzentrums "Kennedy Space Center" in Florida und jetzt Berater
von Space Services, erklärte nach dem erfolgreichen Probeflug, daß beispielsweise für die Mineralölindustrie die Suche nach neuen Dlfeldern

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�neuen ölfeldern oder die Überwachung Tausender von Pumpanlagen in abgelegenen Regionen mit dem Einsatz kleiner, privater Satelliten vereinfacht würde. Die für Raumfahrt zuständigen Behörden könnten auf Grund
der Erfahrungen mit dem jetzt laufenden Projekt wichtige Grundlagen für
künftige Richtlinien, Genehmigungsverfahren und Betriebsvorschriften zu
privatwirtschaftlichen Raumfahrtmissionen erarbeiten.
Für Entwicklung und Start eines kleinen kommerziellen Satelliten
seien weitere 15 bis 20 Millionen Dollar erforderlich, meinte Scherer.
Da sich die Insel Matagorda für Satellitenstarts nicht eigne, bemühe man
sich z.Zt. um ein Gelände auf Hawaii. Mit der NASA werden außerdem Verhandlungen über den Ankauf einer großen Rakete vom Typ ATLAS-CENTAUR
und die Verpachtung eines größeren Startkomplexes am Bereich des KennedyRaumfahrtzentrums geführt. Mit Hilfe der ATLAS-CENTAUR könnten beispielsweise private Nachrichtensatelliten in eine sehr hohe (geostationäre)
Umlaufbahn gebracht werden.
Die Firma Space Services, der eine Anzahl ehemaliger Mitarbeiter der
NASA angehört, beauftragte das kalifornische Unternehmen "Space Vector
Corporation" mit der Montage und dem Start der Versuchsrakete. Für den
Aufgabenbereich "Flugüberwachung und Telemetrie" wurden Experten von der
Deutschen Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt e.V.
(DFVLR) in Köln-Porz gewonnen. Die Startmannschaft bestand nur aus 31
Mann.
"Ich bin sehr optimistisch", erklärte Scherer. "Meines Erachtens
ist es an der Zeit, daß sich die Wirtschaft viel stärker als bisher in
der Raumfahrt engagiert. Hunderte kommerzieller Nachrichtensatelliten
sind ja bereits vom amerikanischen Amt für Luft- und Raumfahrt (NASA) mit
NASA-Trägerraketen gestartet worden. Trägerraketen und kleinere Satelliten in Privathand sind nun der nächste Schritt."

+ + + + +

- 2 -

�Wi//en/chcift
und Technik
International Communication Agency
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22. September 1982

37

UNTERGEWICHT BEI NEUGEBORENEN

(AD) - Mit ziemlicher Sicherheit sind Ernährungsstörungen beim
Fötus die Ursache für Untergewicht und zu geringer Größe von Babys,
die zum normalen Termin, also nach der 40. Schwangerschaftswoche,
geboren werden. Ihr Gewicht liegt unter 2 500 Gramm. In den Industrieländern machen sie ca. 30 Prozent, in Entwicklungsländern fast 80 Prozent der Babys aus, die ein zu niedriges Geburtsgewicht haben. Bei den
übrigen untergewichtigen und zu kleinen Babys handelt es sich um
Frühgeburten.
Was zu einer vorzeitigen Geburt (vor der 37. Schwangerschaftswoche)
führt, ist ungewiß. Jedoch scheint Rauchen der Mutter während der
Schwangerschaft einer der auslösenden Faktoren zu sein, wie Dr. Frank
J. Falkner, Professor für Kinderheilkunde an der Universität Kalifornien in San Francisco, kürzlich berichtete. Dennoch hätten reife Neugeborene mit intrauteriner Wachstumshemmung - entgegen früheren Annahmen auf Grund statistischer Erhebungen - die Chance, sich körperlich
und geistig normal zu entwickeln. Professor Falkners Bericht liegen
eigene Untersuchungen und die Ergebnisse einer Reihe in jüngerer Zeit

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�jüngerer Zeit durchgeführte Studien zugrunde.
Bei allen Neugeborenen mit Untergewicht bestand in den ersten Lebensmonaten ein größeres Risiko für Erkrankungen oder Tod als bei voll
entwickelten Babys - insbesondere in Ländern ohne gute ärztliche Versorgung. Bis vor nicht allzu langer Zeit war man der Ansicht, daß es
für die überlebenden Babys auch bei gleich guter Pflege kaum die Möglichkeit gebe, sich gleich gut weiterzuentwickeln: während die Frühgeborenen in ihrer Entwicklung die von der Anlage her zu erwartende Größe
am Ende des zweiten Lebensjahres erreichen würden, könnten Babys, bei
denen eine intrauterine Wachtumshemmung bestanden hatte, weder die körperliche noch die geistige Entwicklung voll aufholen.
Angesichts der Resultate von Studien, die im letzten Jahrzehnt in
den Vereinigten Staaten, in Deutschland und Uruguay durchgeführt wurden,
sei man aber laut Falkner zu neuen Theorien über die Entwicklung untergewichtiger Babys gekommen. In Montevideo hätten beispielsweise Beobachtungen an 24 Kindern gezeigt, daß sie im Größenwachstum die Vergleichsgruppen (Frühgeborene und normalgewichtige Babys) einholen konnten. In
Deutschland habe man herausgefunden, daß ein Teil der vor der Geburt
Wachstums'
Babys in den ersten zwei Lebensjahren hinsichtlich
ihrer geistigen Entwicklung zurückblieben, andere dagegen schon in dieser Zeit den Anschluß an die normale Entwicklung bekommen. Dies wurde
in entsprechenden Untersuchungen in den Vereinigten Staaten bestätigt.
"Wir vermuten jetzt", so Professor Falkner, "daß es mindestens zwei
Arten von intrauteriner Wachtumshemmung gibt. Vermutlich hängt die Entwicklung nach der Geburt teilweise davon ab, welcher Art die Ernährungsstörung des Fötus war, wie lange sie anhielt und zu welchem Zeitpunkt
der Schwangerschaft sie einsetzte". Hier seien neue Forschungen notwendig. Größenmessungen des Fötus mittels Ultraschall (z.B. durch Bestimmung der Scheitel-Steiß-Länge vor de; 18. Schwangerschaftswoche
und des Produkts von Scheitel-Steiß-Länge und Körperoberfläche in der
34. bis 36. Schwangerschaftswoche) geben zu wenig Anhaltspunkte.
Die Forscher
- 2 -

�Die Forscher seien, wie Falkner meinte, auch der Ansicht, daß bestimmte Merkmale der Plazenta eine Aussage über die Entwicklung wachtumsgehemmter Neugeborener zuließen. Er verwies u.a. auf eine Studie im Zusammenhang mit Zwillingsgeburten. Es zeigte sich, daß das Gewichtsverhä'ltnis zwischen den Teilen der Plazenta, von denen jedes Baby versorgt
worden war, weitgehend dem Verhältnis des Geburtsgewichts der Zwillinge
entsprach. Obgleich beide Plazentateile alle für die Ernährung notwendigen Stoffe enthielten, sei es denkbar, daß es für die Plazenta insgesamt oder einen Teil davon eine spezielle "kritische Größe" gebe, die,
werde sie unterschritten, ein Faktor dafür sein könne, daß eine fötale
Wachstumshemmung in der späteren Entwicklung nicht mehr zu kompensieren
sei.
Gegenwärtig

werden, wie Professor Falkner berichtete, in San Fran-

cisco und an anderen Zentren detaillierte Daten über intrauterine Wachstumshemmung sowohl durch Ultraschall-Screening als auch durch direkte
Plazentauntersuchungen gesammelt. Die_ Ultraschall Untersuchungen seien
bisher nur zur Kontrolle der fötalen EntwicklungTnicht aber für Forschungszwecke eingesetzt worden.

- 3 -

�</text>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Reagan: USA streben Fortschritte bei Rüstungskontrollgesprächen an&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erklärung des US-Präsidenten zum Libanon&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Multinationale Streichtmacht kehrt nach Beirut zurück -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die sowjetische Aufrüstung - ein historisches Problem&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Kommentar der Stimme Amerikas -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Private Raumfahrtvorhaben&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Eigene Trägerraketen für kommerzielle Satelliten -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Untergewicht bei Neugeborenen&amp;nbsp;</text>
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