<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<item xmlns="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5" itemId="1767" public="1" featured="0" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xsi:schemaLocation="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5 http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5/omeka-xml-5-0.xsd" uri="https://www.amerikahaus-archiv.de/items/show/1767?output=omeka-xml" accessDate="2026-11-03T23:14:09+00:00">
  <fileContainer>
    <file fileId="1778">
      <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/fc4da00e514ef0c5789a528aa7aa3a3b.pdf</src>
      <authentication>bd6819ef226af88980260f4b926f4446</authentication>
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="4">
          <name>PDF Text</name>
          <description/>
          <elementContainer>
            <element elementId="52">
              <name>Text</name>
              <description/>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="8993">
                  <text>nrormouon
und
Dokumentation

i\

TT

International Communication Agency
Embassy of the United States of America
8. September 1982

35
INHALT

4
DOKUMENTATION
Reagan fordert Neubeginn im Nahen Osten
- Fernsehrede des US-Präsidenten vom 1. September 1982

HINTERGRUNDMATERIAL
Erläuterungen des US-Außenministeriums zur Nahostpolitik
USA wollen Wettrüsten im Weltraum verhindern
Zwei Polen
- Kommentar der Stimme Amerikas -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Forschungszentrum für keramische Werkstoffe

Um Über/endung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 22 40
Telex: 08-85432

�Dokumentation
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

8. September 1982

35

REAGAN FORDERT NEUBEGINN IM NAHEN OSTEN
• Fernsehrede des US-Präsidenten vom 1. September 1982

BURBANK, KALIFORNIEN - (AD) - Präsident Ronald Reagan hat in einer vielbeachteten Fernsehansprache an das amerikanische Volk am 1. September 1982
einen "Neubeginn" im Nahen Osten gefordert, der in Weiterführung der Obereinkommen von Camp David zu einem umfassenden und dauerhaften Frieden in dieser
Region führen solle. Als Nahziel schlug der Präsident eine Obergangsperiode
vor, während der die Bewohner des Westjordanlandes (West Bank) und des Gazastreifens volle Autonomie erhalten sollten. Eine sofortige Einstellung der Besiedlungspolitik Israels, so betonte Reagan, könne das Vertrauen zu weiteren
Gesprächen und Verhandlungen schaffen.
Die Rede des amerikanischen Präsidenten hat folgenden Wortlaut:
Heute ist ein Tag, der uns alle mit Stolz erfüllen sollte. Er hat das
Ende der erfolgreichen Evakuierung der PLO aus dem Libanon gebracht. Dieser
friedliche Schritt hätte niemals vollzogen werden können ohne die guten Dienste
der Vereinigten Staaten und vor allem das wahrhaft heldenhafte Wirken eines

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 22 40
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Wirken eines großen amerikanischen Diplomaten: Philip Habib. Dank seiner Bemühungen bin ich in der glücklichen Lage, Ihnen bekanntzugeben, daß die Einheit des amerikanischen Marinekorps, das bei der Überwachung der Evakuierung
mitgeholfen hat, seine Aufgabe beendet hat.
Unsere jungen Männer dürften den Libanon innerhalb von zwei Wochen verlassen haben. Auch sie haben der Sache des Friedens mit Auszeichnung gedient,
und wir dürfen alle sehr stolz auf sie sein.
Aber die Situation im Libanon ist nur ein Teil des Gesamtproblems des
Konflikts im Nahen Osten. So hat sich Amerika während der letzten zwei Wochen, während die Ereignisse in Beirut die Schlagzeilen beherrschten, in
einer stillschweigenden Anstrengung hinter den Kulissen bemüht, die Grundlagen für einen weitergefaßten Frieden in der Region zu schaffen. Endlich gab
es einmal keine verfrühten undichten Stellen, wenn amerikanische Diplomaten
in Hauptstädte des Nahen Ostens reisten und ich hier zuhause mit einer Vielzahl von Experten zusammentraf, um eine amerikanische Friedensinitiative für
die schon so lange leidgeprüften Völker des Nahen Ostens - Israelis wie Araber - auszuarbeiten.
Es schien mir, daß sich uns mit dem Abkommen im Libanon eine Chance für
eine sehr viel weiter reichende Friedensanstrengung in der Region bot - und
ich war entschlossen, diese Chance zu ergreifen. Mit den Worten der Schrift
war die Zeit gekommen, "auf das bedacht zu sein, was dem Frieden dient".
Heute abend möchte ich Ihnen über die Schritte berichten, die wir ergriffen haben, und über die Aussichten, die sich für einen gerechten und
dauerhaften Frieden im Nahen Osten eröffnen können. Amerika hat sich seit langem verpflichtet, dieser geplagten Region den
Frieden zu bringen. Seit mehr als einer Generation haben amerikanische Regierungen in der Folge sich bemüht, einen fairen und durchführbaren Prozeß zu
entwickeln, der zu einem wahren und dauerhaften arabisch israelischen Frieden

�israelischen Frieden führen könnte. Unser Engagement in der Suche nach dem
Frieden im Nahen Osten ist keine Sache der freien Wahl, sondern ein moralisches Gebot. Die strategische Bedeutuqng der Region für die Vereinigten Staaten ist bekannt.
Aber unsere Politik wird durch mehr motiviert als nur strategische Interessen. Wir haben eine unumstößliche Verpflichtung für das überleben und
die territoriale Integrität befreundeter Staaten. Und wir können auch ebenso wenig die Tatsache außer acht lassen, daß das Wohlergehen eines großen
Teiles der Weltwirtschaft mit der Stabilität des von Streit heimgesuchten
Nahen Ostens verknüpft ist; Und schließlich verlangen unsere traditionellen
humanitären Anliegen eine anhaltende Anstrengung zur friedlichen Lösung von
Konflikten.
Als unsere Administration im Januar 1981 ihr Amt antrat, beschloß ich,
daß der allgemeine Rahmen für unsere Mittelost- und Nahostpolitik im großen
und ganzen den von meinen Vorgängern festgelegten Richtlinien folgen sollte.
Zwei grundlegende Probleme waren es, denen wir uns zuwenden mußten.
Erstens gab es die strategische Bedrohung der Region durch die Sowjetunion
und ihre Stellvertreter - wie sie am deutlichsten durch den brutalen Krieg
in Afghanistan zum Ausdruck kommt - und zweitens den Friedensprozeß zwischen
Israel und seinen arabischen Nachbarn. Was die Bedrohung durch die Sowjets
angeht, so haben wir unsere Anstrengungen verstärkt, um zusammen mit unseren
Freunden und Verbündeten eine gemeinsame Politik zu entwickeln, um die Sowjets
und ihre Stellvertreter von einer weiteren Expansion in der Region abzuhalten und, wenn notwendig, uns dagegen zu verteidigen. Was den arabisch-israelischen Konflikt anbetrifft, so haben wir den Rahmen von Camp David als den
einzigen Verfahrensweg benutzt. Wir haben jedoch erkannt, daß die Lösung
des arabisch-israelischen Konflikts

allein nicht den Frieden in einer gan-

zen Region sichern kann, die so groß ist wie der Nahe und Mittlere Osten.
Unser erstes Ziel im Rahmen des Prozesses von Camp David bestand darin,

- 3 -

�bestand darin, die erfolgreiche Erfüllung des ägyptisch-israelischen Friedensvertrages sicherzustellen.

Dies wurde durch die friedliche Rückgabe des Sinai

an Ägypten im April 1982 erreicht. Um das herbeizuführen, haben wir mit unseren
ägyptischen und israelischen Freunden und schließlich mit uns befreundeten Staaten hart gearbeitet, um die multinationale Streitmacht zu schaffen, die jetzt
im Sinai tätig ist.
Während dieses ganzen Zeitraums schwieriger und langwieriger Verhandlungen
haben wir niemals den nächsten Schritt von Camp David aus dem Auge verloren Autonomiegespräche, um den Weg zu ebnen, dem palästinensischen Volk die Ausübung seiner legitimen Rechte zu erlauben. Aufgrund der tragischen Ermordnung
von Präsident £adat und anderer Krisen in dem Gebiet dauerte es bis Januar 1982,
bevor wir in der Lage waren, eine große Anstrengung zu unternehmen, um diese
Gespräche wieder aufzunehmen. Außenminister Haig und Botschafter Fairbanks haben in diesem Jahr drei Besuche in Israel und Ägypten gemacht, um das Ziel der
Autonomiegespräche zu verfolgen. Es wurden beträchtliche Fortschritte bei der
Ausarbeitung des Grundkonzepts der amerikanischen Position hierzu erzielt, die
Ägypten und Israel nach dem April dargelegt werden sollte.
Der erfolgreiche Abschluß des Abzugs Israels vom Sinai und der bei dieser
Gelegenheit von Ministerpräsident Begin und Präsident Mubarak an den Tag gelegte
Mut bei der Erfüllung ihrer Abkommen brachte mich zu der Überzeugung, daß die
Zeit für eine neue amerikanische Politik gekommen sei, um zu versuchen, die verbliebenen Differenzen zwischen Ägypten und Israel bezüglich des Autonomieprozesses zu überbrücken. Daher forderte ich im Mai spezifische Maßnahmen und einen
Zeitplan für Konsultationen mit den Regierungen Ägyptens und Israels über die
nächsten Schritte des Friedensprozesses. Bevor diese Bemühung jedoch eingeleitet werden konnte, kam der Konflikt im Libanon unseren Anstrengungen zuvor. Die
Autonomiegespräche wurden praktisch auf Eis gelegt, während wir versuchten, die
Parteien im Libanon auseinander zu bekommen und die Geschütze zum Schweigen zu
bringen.
Der Krieg

�Der Krieg im Libanon hat uns - so tragisch er war - eine neue Chance
für den Frieden im Nahen Osten gebracht. Wir müssen diese Chance jetzt ergreifen und diesem geplagten Gebiet, das so entscheidend wichtig ist für
die Stabilität in der Welt, Frieden zu bringen, solange noch Zeit ist. Es
war diese nachhaltige Überzeugung, die mich vor über einem Monat - noch bevor die gegenwärtigen Verhandlungen in Beirut abgeschlossen waren - dazu
veranlaßten, Außenminister Shultz anzuweisen, unsere Politik erneut zu überprüfen und eine große Zahl hervorragender amerikanischer Bürger über die besten Mittel und Wege zur Stärkung der Chancen für den Frieden im Nahen Osten
zu konsultieren. Wir haben viele der Amtspersonen konsultiert, die im Laufe
der Geschichte mit dem Prozeß zu tun hatten, mit Mitgliedern des Kongresses
und mit privaten Bürgern - und hatten intensive Gespräche mit meinen eigenen
Beratern über die Prinzipien, die ich Ihnen heute abend darlegen möchte.
Der Abzug der PLO aus Beirut ist jetzt abgeschlossen. Und wir können
jetzt den Libanesen helfen, ihr vom Krieg heimgesuchtes Land wieder aufzubauen. Wir sind es uns und unserer Nachwelt schuldig, rasch an diesen Wiederaufbau zu gehen. Ein stabiler und neubelebter Libanon ist von entscheidender Bedeutung für all unsere Hoffnungen auf Frieden in der Region. Die
Bevölkerung des Libanon verdient die größten Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft, um die Alpträume der letzten Jahre in eine neue Morgenröte
der Hoffnung zu verwandeln.
Aber die Möglichkeiten für einen Frieden im Nahen Osten erschöpfen sich
nicht im Libanon. Neben unserer Hilfe für den Wiederaufbau des Libanon müssen wir auch darangehen, die tieferliegenden Ursachen des Konfliktes zwischen
den Arabern und den Israelis in den Griff zu bekommen.
Der Krieg im Libanon hat vieles aufgezeigt, aber für den Friedensprozeß sind zwei Folgerungen von grundlegender Bedeutung:
Erstens: Die militärischen Verluste der PLO haben das Verlangen des

�Verlangen des palästinensischen Volkes nach einer gerechten Befriedigung
seiner Ansprüche nicht vermindert.

Zweitens: Während die militärischen Er-

folge Israels im Libanon demonstriert haben, daß seine Streitkräfte in dieser Region wirklich niemandem nachstehen, können sie allein doch keinen gerechten und dauerhaften Frieden für Israel und seine Nachbarn herbeiführen.
Die Frage ist nunmehr, wie die legitimen Sicherheitsanliegen Israels
mit den legitimen Rechten der Palästinenser versöhnt werden können. Und diese Antwort kann nur am Verhandlungstisch gefunden werden. Jede Partei muß
einsehen, daß das Ergebnis für alle annehmbar sein muß, und daß ein wirklicher Frieden Kompromisse von allen erforderlich macht.
Daher rufe ich heute abend zu einem Neubeginn auf. Dies ist der Augenblick für all jene, die unmittelbar betroffen sind, sich an einer funktionierenden Grundlage für den Frieden zu beteiligen - oder ihr Unterstützung
zu gewähren. Das Camp-David-Abkommen bleibt die Grundlage unserer Politik.
Sein Text bietet allen Parteien die Bewegungsfreiheit, die sie für erfolgreiche Verhandlungen brauchen.
Ich rufe Israel dazu auf, klarzustellen, daß die Sicherheit, die es fordert, nur durch einen echten Frieden erreicht werden kann, durch einen Frieden, der Großmut, Weitblick und Mut erfordert.
Ich rufe das palästinensische Volk dazu auf, einzusehen, daß seine eigenen politischen Hoffnungen unlösbar mit der Anerkennung von Israels Recht auf
eine sichere Zukunft verbunden sind.
Und ich rufe die arabischen Staaten dazu auf, die Realität Israels zu
akzeptieren - sowie die Tatsache, daß Frieden und Gerechtigkeit nur durch
harte, faire und direkte Verhandlungen erreicht werden können.
Wenn ich andere zu all dem aufrufe, so tue ich das in der Erkenntnis, daß
die Vereinigten Staaten eine besondere Verantwortung tragen. Kein anderes Land

- 6 -

�anderes Land ist in der Position, sich mit den entscheidenden Parteien des
Konflikts auf der Grundlage von Vertrauen und Verläßlichkeit auseinanderzusetzen.
Die Zeit für einen neuen Realismus seitens aller Völker im Nahen Osten
ist gekommen. Der Staat Israel ist eine vollendete Tatsache; er verdient
innerhalb der Staatengemeinschaft unangefochtene Legitimität. Aber Israels
Legitimität ist bisher von noch zu wenigen Staaten anerkannt worden und
wurde Israel von allen arabischen Staaten mit der Ausnahme von Ägypten verwehrt. Israel existiert; es hat ein Recht, in Frieden hinter sicheren und
zu verteidigenden Grenzen zu existieren, und es hat ein Recht, von seinen
Nachbarn zu verlangen, daß sie diese Tatsachen anerkennen.
Der Krieg im Libanon hat eine weitere Realität der Region aufgezeigt.
Der Abzug der Palästinenser aus Beirut hat auf dramatischere Weise denn je
die Heimatlosigkeit des palästinensischen Volkes deutlich gemacht. Die Palästinenser fühlen zutiefst, daß ihre Sache mehr ist als eine Flüchtlingsfrage. Ich stimme dem zu. Das Camp-David-Abkommen war sich dieser Tatsache
bewußt, als es von den legitimen Rechten des palästinensischen Volkes und
seinen rechtmäßigen Forderungen sprach. Damit es zu einem dauerhaften Frieden kommt, müssen all jene einbezogen werden, die von dem Konflikt am unmittelbarsten betroffen sind. Nur durch eine breitere Beteiligung am Friedensprozeß - zu allererst durch die Beteiligung Jordaniens und der Palästinenser - wird Israel in der Lage sein, Zuversicht aus dem Wissen zu gewinnen,
daß seine Sicherheit und Integrität von seinen Nachbarn respektiert werden.
Nur durch den Verhandlungsprozeß können alle die Nationen des Nahen Ostens
einen sicheren Frieden verwirklichen.
Dies also sind unsere allgemeinen Ziele. Welche sind die speziellen,
neuen amerikanischen Positionen und warum beziehen wir sie?
Im Verlauf der Camp-David-Gespräche haben sich bislang sowohl Israel
als auch Ägypten die Freiheit genommen, ihre Ansichten hinsichtlich des

�hinsichtlich des Ergebnisses offen zur Sprache zu bringen. Verständlicherweise unterschieden sich ihre Ansichten in vielen Punkten voneinander.
Die Vereinigten Staaten haben bisher versucht, die Rolle eines Mittlers
zu spielen. Wir haben öffentliche Kommentare zu den entscheidenden Fragen vermieden. Wir waren stets der Ansicht - und sind dies auch weiterhin -, daß nur
eine freiwillige Vereinbarung zwischen den unmittelbar in den Konflikt verstrickten Parteien eine dauerhafte Lösung bieten kann. Aber es ist für mich
offenkundig geworden, daß eine etwas klarere Darstellung der Haltung Amerikas
zu den entscheidenden Fragen notwendig ist, um zu größerer Unterstützung des
Friedensprozesses zu ermutigen.
Erstens: Wie in den Camp-David-Vereinbarungen dargelegt, muß es einen
Zeitraum geben, innerhalb dessen die palästinensischen Einwohner des Westjordanlandes und des Gazastreifens volle Autonomie über ihre eigenen Angelegenheiten haben. Dabei müssen das Prinzip der Selbstverwaltung durch die Einwohner dieser Gebiete und die legitimen Sicherheitsanliegen der betroffenen
Parteien in angemessener Weise berücksichtigt werden.
Zweck der fünfjährigen Übergangsperiode, die nach freien Wahlen zu
einer autonomen palästinensischen Regierung einsetzen würde, ist es, den
Palästinensern zu beweisen, daß sie sich um ihre Angelegenheiten selbst kümmern können und daß eine solche palästinensische Autonomie keine Bedrohung
der Sicherheit Israels darstellt.
Während der Übergangsperiode werden die Vereinigten Staaten die Verwendung weiterer Landstriche zum Zweck der Besiedlung nicht unterstützen. Ja,
die unverzügliche Einstellung der Besiedlung durch Israel könnte - mehr als
jede andere Maßnahme - das Vertrauen schaffen, das für eine breiter angelegte
Beteiligung an diesen Gesprächen notwendig ist. Eine weitere Siedlungstätigkeit ist für die Sicherheit Israels in keinster Weise notwendig und verringert
nur das Vertrauen der Araber darauf, daß ein endgültiges Ergebnis frei und
fair ausgehandelt werden kann.

T h mxrhtp

�Ich möchte, daß die amerikanische Position klar verstanden wird: der Zweck
dieser Übergangsperiode ist die friedliche und geordnete Übertragung der einheimischen Verwaltung von Israel auf die palästinensischen Einwohner des Westjordanlandes und des Gazastreifens. Gleichzeitig darf eine solche Übertragung
nicht die Sicherheitserfordernisse Israels beeinträchtigen.
Beim Blick über die Übergangsperiode hinaus in die Zukunft des Westjordanlandes und des Gazastreifens scheint mir klar, daß es einen Frieden nicht
durch die Bildung eines unabhängigen palästinensischen Staates auf diesen
Territorien geben kann. Es kann aber auch kein Frieden auf der Grundlage israelischer Souveränität oder permanenter Kontrolle über das Westjordanland
und den Gazastreifen erreicht werden.
Daher werden die Vereinigten Staaten nicht die Errichtung eines unabhängigen palästinensischen Staates im Westjordanland und im Gazastreifen unterstützen - und wir werden nicht die Annexion oder die permanente Kontrolle
durch Israel unterstützen.
Es gibt jedoch einen anderen Weg zum Frieden. Der letztendliche Status
dieser Gebiete muß natürlich durch das Geben und Nehmen bei Verhandlungen
erreicht werden. Es ist jedoch die feste Überzeugung der Vereinigten Staaten,
daß Selbstverwaltung der Palästinenser im Westjordanland und im Gazastreifen
in Assoziation mit Jordanien

die beste Möglichkeit für einen dauerhaften,

gerechten und beständigen Frieden bildet.
Wir gründen unsere Haltung voll und ganz auf dem Prinzip, daß der arabisch-israelische Konflikt durch Verhandlungen gelöst werden sollte, die den
Austausch von Territorium gegen Frieden beinhalten. Dieser Austausch ist in '
der Resolution 242 des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen enthalten, die
wiederum in allen ihren Bestandteilen Eingang in die Camp-David-Vereinbarungen
gefunden hat. Die UN-Resolution 242 behält als Grundstein der amerikanischen
Friedensbemühungen im Nahen Osten ihre volle Gültigkeit.
Es ist

�Es ist die Position der Vereinigten Staaten, daß - im Austausch für einen
Frieden - die Rückzugsbestimmungen der Resolution 242 für alle Fronten gelten einschließlich des Westjordanlandes und des Gazastreifens.
Wenn es zu Verhandlungen über die Grenze zwischen Jordanien und Israel
kommt, so wird unserer Ansicht nach das Ausmaß, in welchem Israel aufgefordert
werden sollte, Territorium aufzugeben, in starkem Umfang von dem Maß an echtem Frieden, Normalisierung und Sicherheitsvereinbarungen abhängen, die im
Gegenzug angeboten werden.
Schließlich sind wir weiterhin davon überzeugt, daß Jerusalem ungeteilt
bleiben muß, aber sein endgültiger Status sollte durch Verhandlungen entschieden werden.
Im Zuge der künftigen Verhandlungen werden die Vereinigten Staaten Positionen unterstützen, die uns als faire und vernünftige Kompromisse erscheinen
und ein sinnvolles Abkommen fördern dürften. Wir werden ebenfalls eigene detaillierte Vorschläge unterbreiten, wenn dies nach unserer Ansicht nützlich
sein kann. Und, damit keine Mißverständnisse entstehen, die Vereinigten Staaten werden jeden Vorschlag ablehnen - von welcher Seite und zu welchem Punkt
im Laufe des Verhandlungsprozesses er auch kommen mag -, der die Sicherheit
Israels bedroht. Amerikas Verpflichtung für die Sicherheit Israels ist unverbrüchlich. Und ich möchte hinzufügen, auch die meine.
Während der letzten Tage haben unsere Botschafter in Israel, Ägypten,
Jordanien und Saudi-Arabien den Regierungen, bei denen sie akkreditiert sind,
die Vorschläge umfassend dargelegt, die ich hier heute abend umrissen habe.
Ich bin überzeugt, daß diese Vorschläge einem arabisch-israelischen Frieden Gerechtigkeit und Sicherheit bringen und Dauerhaftigkeit verleihen können.
Die Vereinigten Staaten werden mit voller Hingabe zu diesen Grundsätzen
stehen. Sie stehen voll und ganz in Obereinstimmung mit den Sicherheitserfor-

�den Sicherheitserfordernissen Israels und den Bestrebungen der Palästinenser. Wir werden hart daran arbeiten, die Beteiligung am Verhandlungstisch
zu erweitern, wie dies in den Abkommen von Camp David vorgesehen ist. Und
ich hoffe zutiefst, daß die Palästinenser und Jordanien, mit Unterstützung
ihrer arabischen Kollegen, diese Chance aufgreifen werden.
Die tragische Unruhe im Nahen Osten geht bis auf den Beginn unserer Geschichte zurück. In unserer Zeit hat ein Konflikt nach dem anderen seinen
brutalen Blutzoll gefordert. In einem Zeitalter der nuklearen Bedrohung und
der wirtschaftlichen Interdependenz sind solche Konflikte eine Bedrohung der
gesamten Menschheit, nicht nur des Nahen Ostens selbst. Es ist für uns alle
- im Nahen Osten und überall auf der Welt - an der Zeit, dem Konflikt, dem
Haß und dem Vorurteil Einhalt zu gebieten; es ist für uns alle an der Zeit,
eine gemeinsame Anstrengung für den Wiederaufbau, den Frieden und den Fortschritt zu beginnen.
Es ist schon oft gesagt worden - und bedauerlicherweise ist es schon zu
oft wahr gewesen -, daß die Geschichte der Suche nach Frieden und Gerechtigkeit im Nahen Osten eine Tragödie der unterlassenen Möglichkeiten und Chancen ist. Im Gefolge der Regelung im Libanon stehen wir nunmehr vor der Möglichkeit eines breiteren Friedens. Dieses Mal dürfen wir diese Chance unseren Händen nicht entgleiten .lassen. Wir müssen über die Schwierigkeiten
und Hindernisse der Gegenwart hinausblicken und mit Fairness und Entschlossenheit in eine hellere Zukunft gehen. Nichts weniger als dies sind wir uns
selbst wie auch der Nachwelt schuldig. Denn wenn wir diese Gelegenheit zu
einem Neubeginn nicht ergreifen, dann schauen wir vielleicht später bei der
Suche nach einem neuen Ausgangspunkt auf diesen Augenblick zurück und erkennen,
wieviel unser Versagen uns alle gekostet hat.
Dies sind also die Grundsätze, auf die sich die amerikanische Politik
in der Frage des arabisch-israelischen Konfliktes stützen wird. Ich habe

- 11 -

�Ich habe mich persönlich verpflichtet, dafür zu sorgen, daß sie von Dauer
sind und daß sie mit Gottes Willen einmal von allen vernünftigen, von Mitgefühl erfüllten Menschen als fair, erreichbar und im Interesse aller liegend erkannt werden, die Frieden im Nahen Osten wünschen.
Heute abend, am Beginn dessen, was eine neue Hoffnung für die Menschen
im geplagten Nahen Osten und für alle in der Welt werden kann, die von
einer gerechten und friedvollen Zukunft träumen, bitte ich Sie, meine
amerikanischen Mitbürger, um Ihre Unterstützung und Ihre Gebete für dieses große Vorhaben.

+ + + + +

12 -

�8. September 1982

35

ERLÄUTERUNGEN DES US-AUSSENMINISTERIUMS ZUR NAHOSTPOLITIK

WASHINGTON - (AD) - Ein leitender Vertreter des amerikanischen Außenministeriums hat vor Journalisten die Nahostpolitik der Vereinigten Staaten
erläutert, die Präsident Reagan in seiner Rede am 1. September 1982 dargelegt
hat. Reagan hatte in seiner Rede einen "Neubeginn" gefordert.
Die wesentlichen Passagen dieser Erläuterungen haben folgenden Wortlaut:
Ich möchte die Hauptziele aufzeigen, an die der Präsident in seiner Rede
dachte.
Das erste Ziel ist der Frieden - Frieden überall, aber vor allem Frieden
im Nahen Osten, wo wir in der Geschichte und vor allem kürzlich im Libanon so
viel Konflikt erlebt haben. Wir haben eine Lehre bekommen, was passiert, wenn
der Friedensprozeß zusammenbricht. Oberstes Ziel also ist der Frieden.
Das zweite Ziel, das für uns alle von außerordentlicher Bedeutung ist, und
für den Präsidenten ganz besonders, ist die Sicherheit Israels ...
Das dritte

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 22 40
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Das dritte Ziel - das damit in Übereinstimmung steht und das dazu beiträgt ist die Wichtigkeit, angemessen und gerecht die Ansprüche des palästinensischen
Volkes zu erfüllen. Und wenn das erreicht werden kann und eine Reihe von Abkommen
mit den Nachbarn Israels ausgearbeitet werden kann, damit die Bedingungen des
Friedens in der Nachbarschaft Israels die Oberhand gewinnen können, dann sind
das nach meiner Ansicht die wesentlichen Bestandteile einer echten und dauerhaften Sicherheit.
Wenn der Präsident in seiner Rede einen Neubeginn fordert in einem eindeutig alten und schwierigen Prozeß, dann denkt er genau an das. Er ist der
Auffassung, daß die Zeit gekommen sei, in der es wesentlich ist, wieder die
Initiative zu ergreifen und etwas für den Frieden im Nahen Osten zu tun, für
die Sicherheit Israels und für die legitimen Rechte des palästinensischen Volkes.
Frage: Ich frage mich, ob Sie uns sagen können, was der nächste Schritt
in dem Friedensprozeß sein wird? Wir haben unsere Ideen dargelegt. Die Israelis
haben bereits negativ reagiert...
Wie wollen wir es erreichen, daß die verschiedenen Parteien sich zusammensetzen und ernsthaft über diese Ideen verhandeln?
Antwort: Vor allem geht es jetzt darum, diese Ideen vorzutragen, damit die
Menschen sie kennenlernen und erfassen.
Wie die Reaktion der Parteien im einzelnen aussehen wird, bleibt abzuwarten.
Wir appellieren an sie, die Vorschläge des Präsidenten zu prüfen und seine Rede
anzuhören und sorgfältig darüber nachzudenken, denn sie müssen, ebenso wie wir,
ein sehr großes Interesse an einem erfolgreichen Ausgang haben.
Wir werden sie also ersuchen, das zu tun, und wenn sie es tun

und wenn es

uns gelingt, das zu erklären, was wir uns vorstellen, und wir ihnen zuhören, dann
hoffen wir, daß mehr Mitspieler am Tisch sitzen werden, und das wird uns in die
Lage versetzen, einen Friedensprozeß zu erleben, der vorankommt.
Frage: Während
- 2 -

�Frage: Während der letzten Jahre ist gewöhnlich König Hussein als der
entscheidend wichtige Mann angesehen worden, und er hat wiederholt, gerade
letzten Sonntag, erklärt, daß er mehr oder weniger darauf wartet, ersucht zu
werden, wieder die Macht oder die Kontrolle auszuüben oder als Sprecher der
Palästinenser im Westjordanland aufzutreten. Haben Sie irgendein Verfahren,
das König Hussein wieder in diesen Prozeß einschalten würde?
Antwort: Ich glaube, daß der Präsident bei der Darlegung und Ausarbeitung
seiner Vorschläge sehr stark daran gedacht hat, wie wichtig es ist, eindeutige
Erklärungen bezüglich seiner Haltung gegenüber dem Palästinenserproblem zum
Ausdruck zu bringen. Bei der Übermittlung seiner Vorschläge an König Hussein
hat er seine Überzeugung und seine Hoffnung unterstrichen, daß König Hussein
diese Vorschläge als einen ernsthaften und wichtigen Schritt dazu betrachten
wird, bei den Palästinenserproblemen wirklich hilfreich zu sein. Das könnte
König Hussein veranlassen, in den Prozeß einzutreten. Das bleibt abzuwarten.
König Hussein selbst hat keinerlei solche Zusicherungen gegeben.
Frage: Aber es gibt keinen genauen Plan, wie etwa die Abhaltung einer
Volksabstimmung im Westjordanland, um herauszufinden, ob die Leute wollen,
daß König Hussein sie vertritt?
Antwort: Der Präsident hat in seiner Rede das Wesentliche dessen niedergelegt, was er zu diesem Zeitpunkt für wichtig erachtet. Offensichtlich geht es
hier um Verhandlungen,und Verhandlungen bedeuten immer ein Wechselspiel zwischen
Sache und Verfahren. Es ist also jetzt ein wichtiges Sachelement hinsichtlich
der Haltung der Vereinigten Staaten dargelegt worden, und wir werden sehen, zu
was für eine Art von Prozeß das führen kann.
Frage: Wenn der Präsident in seiner Rede von dem Verhältnis zwischen
Israel und Jordanien spricht, dann sagt er, daß es die feste Überzeugung der
Vereinigten Staaten sei, daß die Selbstverwaltung der Palästinenser im Westjordanland und im Gazastreifen in Assoziation mit Jordanien die beste Chance
für einen dauerhaften gerechten Frieden bietet. Können Sie uns etwas genauer

- 3 -

�etwas genauer sagen, an welche Art von Assoziation hier gedacht wird?
Antwort: Ich glaube, es gibt alle Arten von Möglichkeiten, und ich möchte
es dem Verhandlungsprozeß überlassen, sie zu bestimmen. Nach meiner Beobachtung
ist es bei Verhandlungen so, daß die Leute, wenn sie erst an dem Punkt angekommen sind, wo es um etwas geht, was ihnen wichtig ist und was sehr stark in
ihrem Interesse liegt, auch den Einfallsreichem entwickeln, um einen Weg zur
Verwirklichung der Ziele zu finden, um die es geht. Ich glaube daher, daß es
viele verschiedene Möglichkeiten gibt, wie dies Zustandekommen könnte. Und der
Präsident hat hier, wie ich meine, klar dargelegt, was er nicht unterstützen
wird, und dann ein Beispiel dessen aufgezeigt, was er unterstützen würde.
Frage: Rechnen Sie im einzelnen damit, daß das Westjordanland ein Teil des
Staates von Jordanien sein würde?
Antwort: Ich glaube, Sie müssen, wenn Sie sagen "Westjordanland", sehr
vorsichtig sein, denn offensichtlich geht es bei dem Stück Land, von dem wir
sprechen, geographisch um etwas, was Thema der Verhandlungen ist. Und in
diesen Verhandlungen werden die Sicherheitsinteressen Israels notwendigerweise
stark in Rechnung gestellt werden müssen. Der Präsident hat dies festgestellt,
wenn er erklärt, daß die Natur dessen, worauf man sich einigen wird, wesentlich
das zum Ausdruck bringen wird, wie diese Sicherheitsinteressen erfüllt werden.
Wenn Sie also von "Westjordanland" sprechen, dann wird es wahrscheinlich Verhandlungen über die genauen Grenzen und Sicherheitsabmachungen der einen oder anderen
Art geben, die möglicherweise am Ende dann für dauernd festgelegt würden.
Frage: Einer der Punkte, der hier herausgehoben wird, ist der, daß die Vereinigten Staaten nicht die Errichtung eines unabhängigen palästinensischen Staates
unterstützen würden, und dann wird dazu erklärt, daß wir eine Annexion oder ständige
Kontrolle nicht unterstützen würden. Gibt es irgendwas in dem Meinungsaustausch
zwischen Ihnen und Verteidigungsminister Sharon oder anderen israelischen
Regierungsvertretern während der letzten Wochen, das die Befürchtung erhöht
hätte, daß es zu einer solchen Annektion durch Israel kommen könnte?
Antwort: Die

�Antwort: Die Antwort ist, daß wir in dieser Erklärung nicht auf irgendetwas
Bestimmtes eingehen, sondern es handelt sich mehr um eine Beobachtung, die viele
Beobachter gemacht haben, und der Präsident bringt also ganz einfach zum Ausdruck, welchen Standpunkt er in dieser Frage einnimmt.
Frage: Der Präsident äußert sich sehr eindeutig bezüglich weiterer israelischer Siedlungen im Westjordanland. Gibt es irgendwelche Hinweise, daß Israel
bereit wäre, seine Politik in dieser Hinsicht aufzugeben?
Antwort: Es hat zu Zeiten verschiedene Standpunkte gegeben, die Angehörige
der israelischen Regierung eingenommen haben, wenn sie erklärten, daß ihrer
Meinung nach der Siedlungsprozeß so weit wie nötig gediehen sei, aber ich gehe
nicht davon aus, daß es hier zum jetzigen Zeitpunkt irgendwelche Zusicherungen
gibt. Der Präsident bringt seine Meinung zum Ausdruck, und ich muß sagen, daß
ich sie teile, daß nämlich die weitere Ausdehnung der Siedlungen kein konstruktives Element in diesem Prozeß ist, denn dadurch wird immer mehr Land besetzt,
und die Ausdehnung der Siedlungen ist, wie ich weiß, eines der Dinge, die viele
in der arabischen Gemeinschaft zu der Ansicht gebracht hat, daß Israel am Ende
sein Territorium nicht aufgeben wird. Ich bin also der Meinung, daß eine Erklärung
seitens Israels in der Siedlungsfrage ein sehr positiver Schritt in dieser
ganzen Frage wäre.
Frage: Könnte dieser Prozeß, wie Sie ihn sich vorstellen, weitergehen,
während israelische Truppen im Libanon stehen?
Antwort: Ja, aber wir rechnen mit dem Abzug nicht nur der israelischen
Truppen, sondern auch der syrischen Truppen und der verbleibenden PLO-Kräfte
aus dem Libanon und haben diesen Abzug gefordert.
Frage: Haben Sie irgendwelche Zusicherungen beispielsweise seitens der
Ägypter, daß sie über diese Punkte mit den Israelis zu sprechen bereit sind,
solange israelische Truppen noch im Libanon stehen?
Antwort: Wir haben

- 5 -

�Antwort: Wir haben unsere Botschafter in jedem der vier Länder, die im
einzelnen besucht wurden, nämlich Israel, Ägypten, Jordanien und Saudi-Arabien und sie haben diese Vorschläge dargelegt, und wir haben die Leute dort ersucht,
sie sorgfältig zu prüfen. Wir rechnen, daß die entscheidenden Leute antworten
werden. Bis jetzt haben wir noch

keine direkte Antwort von ihnen.

Frage: Was wird Ihrer Meinung nach der nächste Schritt sein?
Antwort: Wir werden unsere Vorschläge in diesem Land erläutern, damit die
Menschen hier eine klare Vorstellung davon bekommen, welchen Standpunkt der
Präsident einnimmt.
Wir erwarten Reaktionen von anderen, und wir sind bereit, in einen Dialog
einzutreten

oder an allgemeinen Verhandlungen teilzunehmen, wenn sich solche

mit den entscheidenden Parteien im Nahen Osten ergeben. Darüber hinaus müssen wir,
wie ich meine, abwarten, wie die Reaktionen sein werden, vor allem die wohlüberlegten Reaktionen, nachdem die Leute die Rede des Präsidenten gelesen und sorgfältig geprüft haben.
Frage: Können Sie uns irgendeine Zusicherung geben, daß dies mehr ist als
nur eine vage Hoffnung? Denn schließlich verlangen Sie ja von den Israelis etwas
- das Westjordanland und den Gazastreifen aufzugeben -, von dem sie ganz offen
gesagt haben, daß sie es nicht tun werden.
Antwort: Aus meiner Sicht ist die Haupttriebkraft aller Parteien hierbei die
Möglichkeit für einen Frieden. Frieden ist für alle Menschen allerorts wichtig.
Und ich glaube, er ist ganz besonders wichtig für die Menschen in diesem Gebiet,
jetzt, da sie unmittelbar vor den Verwüstungen stehen, die der Konflikt mit sich
brachte.
Dies ist das Entscheidende, und es könnte sehr wohl die Menschen dort motivieren. Wenn es gelänge, könnte das arabische Interesse an einer Mitarbeit an dieser
Frage und an einer Einigung mit den Israelis schließlich eine großartige Möglichkeit sein. Die arabische Welt brauchte nur mitzumachen.
Frage: Noch

�Frage: Noch etwas hierzu: Haben Sie konkrete israelische Hinweise darauf,
daß Israel bereit ist, seine seit langem gültige Position zu ändern?
Antwort: Wir haben all dies Israel vorgelegt, und wir warten noch auf die
Antwort durch Ministerpräsident Begin.
Frage: Der Präsident fordert eine breiter angelegte Beteiligung an dem
Friedensprozeß - zuvörderst durch Jordanien und die Palästinenser. Welche
Palästinenser wären Ihrer Meinung nach politisch frei genug und zu einer sofortigen
Beteiligung bereit?
Antwort: Da ist zunächst die Frage, ob Jordanien in der Lage ist, sich zu
beteiligen. Dann ist da die Frage der Menschen, die im Westjordanland und im
Gazastreifen leben. Wie ich und auch andere oft genug betont haben: Man braucht
Menschen, die von den Palästinensern selbst als legitim angesehen werden.
Ich will hier nicht irgendein sofortiges Plebiszit oder dergleichen, aber ich
bin sicher, daß die Zeit kommen wird, da diese Art von Ernennung das Angemessene
sein wird.
Frage: In dem Abschnitt über die Siedlungen heißt es, die Vereinigten Staaten
werden die Verwendung weiteren Landes zum Zweck der Besiedlung während der Übergangsperiode nicht unterstützen. Diese aber beginnt erst nach jener Art von Wahl,
von der der vorausgehende Paragraph spricht. Bedeutet dies, daß die Vereinigten
Staaten nicht daran denken, konkrete Schritte hinsichtlich der derzeitigen Besiedlungsaktivitäten zu unternehmen?
Antwort: In der Rede des Präsidenten heißt es, daß bei der Besiedlung ein
Einfrieren gefordert wird, aber kein Abriß. Dies bedeutet, daß man die Besiedlung
nicht auf weiteres Territorium ausdehnt oder neue Siedlungen errichtet.
Frage: Von wann ab?
Antwort: Von jetzt an.
Frage: In welchem
- 7 -

�Frage: In welchem Maß sind die dargelegten amerikanischen Positionen
flexibel? Erwägt die Administration den Einsatz ihrer Wirtschafts- und Militärhilfsprogramme an diese Länder als eine Art Hebel, um den Prozeß zu fördern?
Antwort: Hinsichtlich der Flexibilität: Der Präsident hat etwas dargelegt,
was man "prinzipielle Richtlinien" nennen könnte - und er beabsichtigt nicht, sie
zu ändern. Sie sind offensichtlich Erklärungen dessen, was die Haltung der Vereinigten Staaten ist und wovon der Präsident überzeugt ist. Andere Parteien
können sehr wohl andere Positionen einnehmen. Im Diskussions- und Verhandlungsverlauf werden wir sehen müssen, was dabei herauskommt. Aber der Präsident hatte
den Eindruck, es sei wichtig, den Menschen eine Vorstellung davon zu geben, in
welche Richtung unsere Konzeption weist und was er davon denkt. Es schien ihm
wichtig, den Palästinensern und den arabischen Staaten zu sagen, daß wir nicht
plötzlich einen Palästinenserstaat im Westjordanland unterstützen werden. Wir
werden nicht letztlich eine Selbstverwaltung unterstützen, die so definiert wird,
daß sie als ein Palästinenserstaat im Westjordanland verstanden werden kann obgleich das grundlegende Prinzip der Selbstverwaltung, demzufolge Menschen über
ihre eigene Regierung bestimmen können, offenkundig ist und auch von den Vereinigten Staaten hochgeschätzt wird.
Er hat in dieser Hinsicht, wenn Sie so wollen, versucht, ein Signal zu setzen.
Und andererseits auch, daß wir nicht die Annexion des Westjordanlandes durch
Israel unterstützen würden. Es wurden hier also bestimmte Dinge festgelegt, von
denen ich nicht glaube, daß der Präsident sie ändern würde. Aber der Verhandlungsprozeß umfaßt auch andere Leute, die unmittelbarer in diesem Gebiet präsent sind.
So werden wir dann sehen, was sie sagen und was sich aus all dem entwickelt.
Was die Möglichkeit einer Hebelwirkung angeht, so scheint mir der wichtigste,
und auch sehr kraftvolle Hebel in der Möglichkeit eines Friedens zu bestehen. Dies
wollen wir betont herausstellen.
Ich hatte Gelegenheit, kurz nach Präsident Sadats erstem Besuch in
Jerusalem in Israel zu sein, und ich war wirklich beeindruckt. Ich werde nie

�werde nie das Gefühl vergessen, das die Möglichkeit eines Friedens - noch nicht
einmal die Wahrscheinlichkeit eines Friedens - bei den Menschen hervorrief, die
ich damals traf. Es war diese ungeheuer erregende Möglichkeit für Menschen, die
doch in einer Welt lebten, wo ein Krieg früher oder später mehr oder minder Gewissheit war. Deshalb sollte die Möglichkeit eines Friedens nicht nur für die
Israelis, sondern auch für die Menschen in den arabischen Ländern ein gewaltiger
Anreiz sein. Das ist es, was wir den Menschen dort immer wieder klarmachen müssen.
Frage: Schließen Sie also den Einsatz von Wirtschafts- oder Militärhilfe als
Form des Druckes aus?
Antwort: Ich schließe nichts aus und nichts ein - ich glaube, so sollte man
nicht vorgehen. Die Vereinigten Staaten haben zum Beispiel eine feierliche und
dauerhafte Verpflichtung zur Sicherheit Israels. Teil dieser Verpflichtung zur
Sicherheit ist eine militärische Verpflichtung. Ich glaube nicht, daß es angemessen wäre, diese auch nur in irgendeiner Weise zu verletzen. Wir müssen uns hier
immer wieder an den Gedanken der Sicherheit für Israel halten. Wenn ich dies
sage, so muß ich aber noch einmal auf die Bedeutung des Friedens und der Macht
des Friedensgedankens überall, besonders aber in diesem Gebiet zurückkommen.
Frage: Der Präsident hat in seiner Rede die PLO nicht ausdrücklich genannt abgesehen von der Tatsache der Abnahme ihrer militärischen Macht. Würden sich
die Vereinigten Staaten mit ihr als Vertreterin der Palästinenser des Westjordanlandes beschäftigen?
Antwort: Die Position des Präsidenten und der Vereinigten Staaten hinsichtlich
Gespräche mit der PLO ist bereits sehr deutlich gemacht worden - gerade wieder in
der jüngsten Pressekonferenz des Präsidenten. Dies ist unser Standpunkt in bezug
auf die PLO.
Was ihr Auftreten an einem Verhandlungstisch unter anderen Umständen anbelangt,
so müssen das andere genauso wie wir entscheiden - und ich habe nicht den Eindruck,
daß die Israelis zu diesem Zeitpunkt die Arme ausbreiten und die PLO umarmen wollen.

- 9 -

�umarmen wollen.inHinblick auf Gespräche

zwischen den Vereinigten Staaten und

der PLO sind die Erklärungen des Präsidenten Position der Vereinigten Staaten.
Frage: Da die Rede des Präsidenten so kurz nach dem Abzug der PLO erfolgte,
würde ich gern wissen, ob es irgendwelche Absprachen bei den Verhandlungen in
Beirut darüber gab, daß so etwas folgen würde, daß die USA eine neue Initiative
vorlegen würden?
Antwort: Nein. So etwas war nicht ausdrücklich Teil dieses Plans, auch wenn
verschiedene amerikanische Stimmen, insbesondere der Präsident während all unserer
Bemühungen in Beirut immer wieder auf die Bedeutung des zugrundeliegenden
palästinensischen Problems und auf die Notwendigkeit hinwiesen, es so rasch wie
möglich in den Griff zu bekommen, damit es zu keinem weiteren Zyklus der erlebten
Art kommen würde. Sicher haben alle dortigen Besucher dies in vielen öffentlichen
Erklärungen unterstrichen - und auch Leute in dem Gebiet dort haben es unterstrichen. Während der schlimmsten Tage in Beirut wurde oft von der Notwendigkeit
gesprochen, das palästinensische Problem anzugehen - auf eine Weise, die einem
das Gefühl gab, es gebe einen Wendepunkt, an dem die Leute dort spüren, sie
müßten sich jetzt zusammensetzen und den Versuch machen, eine Lösung zu finden.
Frage: Die Leute, die hier gewesen sind, um über diese Frage zu sprechen,
waren an dem Palästinenserproblem interessiert, aber Verteidigungsminister Sharon
sieht das Problem doch sicherlich anders. Und nachdem Israel doch einer der
wesentlichen Sieger im Libanon zu sein scheint, möchte ich fragen, wie beabsichtigen Sie Israel zu einer Sinneswandlung in all diesen Punkten zu bewegen?
Antwort: Die Tatsache der Stärke angesichts der Kriegsdrohung und der Bedrohung der Sicherheit Israels und auch die Notwendigkeit größerer Bereitstellungen und Abzweigungen von Ressourcen für militärische Mittel können vielleicht
ein Faktor sein, der Leute dazu veranlaßt, an eine Änderung zu denken. Ich meine,
es ist nicht unbekannt in der Geschichte der Menschheit, daß einem Sieg oft
Großmut und Kompromiß folgen. Ich will damit nicht sagen, daß dies so sein wird,
aber manchmal ist es doch so.
Frage: Könnten Sie
- 10 -

�Frage: Könnten Sie etwas näher erläutern, welche Schwierigkeiten Sie darin
sehen, daß sich Jordanien in irgendeiner Weise der Palästinenser annimmt und die
Israelis entsprechend einen Teil des Grenzgebietes aufgeben?
Antwort: Es gibt alle nur möglichen administrativen Fragen, denen man
sich dann gegenübersieht, und diese werfen Probleme der einen oder anderen Art
auf. Aber es handelt sich im wesentlichen um lösbare Probleme. Und ich glaube,
es gibt auch eine Menge an Vorteilen.
Ich kann mir nicht vorstellen, daß die Rolle einer Besatzungsmacht im
Westjordanland oder im Gazastreifen sehr erfreulich ist, und ganz ohne Frage
sind damit bestimmte Kosten verbunden genauso wie für Jordanien hinsichtlich
des unsicheren Status des Westjordanlandes. Es gibt sehr starke wirtschaftliche
und persönliche Verbindungen zwischen den Menschen in Jordanien und im Westjordanland und im Gazastreifen. Ich denke also, daß es eine Menge von Vorteilen gibt,
wenn dies geregelt wird.
Frage: Sie sagten, Sie hätten mit den vier Ländern Israel, Jordanien, SaudiArabien und Ägypten gesprochen. Sprachen die Amerikaner auch mit den Palästinensern?
Antwort: Nein, aber wir rechnen damit, daß andere mit den Palästinensern gesprochen haben.
Frage: Auch auf die Gefahr hin, daß ich Ihre Geduld zu sehr strapaziere,
könnten Sie etwas dazu sagen, was heute abend aus Israel durchgesickert ist;
es gibt Berichte aus Israel, wonach Sie gewisse Abweichungen von den Camp-DavidAbkommen vorgeschlagen haben; beispielsweise, daß die arabischen Einwohner
Jerusalems für die Autonomie stimmen sollten und daß die Sicherheit für das
Westjordanland den arabischen Stellen übertragen werden sollte. Stimmen diese
Berichte, und sind Sie schon in diese Detailfragen eingetreten?
Antwort: Mit den Berichten, die da aus Israel oder aus anderen Orten
durchsickern, bin ich im Augenblick nicht vertraut. Aber über die Frage, wer

- 11 -

�Frage, wer im Falle einer Abstimmung über die Selbstverwaltungsautorität für
das Westjordanland seine Stimme abgeben würde, ist schon viel gesprochen worden.
Das ist also meiner Meinung nach nichts Außergewöhnliches im Rahmen von Camp
David.
Wir betrachten die Abkommen von Camp David und die Resolution 242, auf die
in den Abkommen Bezug genommen wird, als den grundsätzlichen Rahmen, innerhalb
dessen diese Vorschläge oder Ideen vorgebracht werden, und es ist unsere Ansicht
sowie die Ansicht derjenigen, die sich hiermit schon seit einiger Zeit beschäftigt
haben, daß wir in Obereinstimmung mit Camp David handeln. Und selbstverständlich
werden diejenigen, die hiervon betroffen werden, ihre Stellungnahmen abgeben.
Aber ich bin der Meinung, daß sich diese Vorschläge absolut im Rahmen von Camp
David halten.
+++++

- 12 -

�8. September 1982

USA WOLLEN WETTRÜSTEN IM WELTRAUM VERHINDERN

GENF - (AD) - Die Vereinigten Staaten messen der Verhinderung eines Wettrüstens im Weltraum höchste Bedeutung bei. Dies betonte der amerikanische
Botschafter Louis Fields am 2. September vor dem Abrüstungsausschuß der Vereinten Nationen in Genf. "Als wichtige Weltraum-Macht betrachten die Vereinigten Staaten die Frage von Rüstungskontrolle und Abrüstungsvereinbarungen
im Weltraum als eine bedeutsame und ernste Angelegenheit... und messen der
weiteren Erhaltung des Weltraums für friedliche Zwecke größte Bedeutung bei",
so erklärte der Leiter der amerikanischen Delegation in einer Rede vor dem
Ausschuß.
Der Abrüstungsausschuß der Vereinten Nationen, dem 40 Nationen angehören ,
ist von der Vollversammlung der Auftrag erteilt worden, über Abrüstungsmaßnahmen im Weltraum zu verhandeln.
Die Vereinigten Staaten unterstützen die Behandlung dieses Themas im
Ausschuß voll und ganz, so unterstrich Fields, da eine hemmungslose Konkurrenz
in der Entwicklung und Dislozierung von Waffen für den Weltraum dem größeren
Ziel einer friedlichen Welt widersprechen würde.

"Und es gibt noch eine ein-

fache Tatsache, die nicht zu bestreiten ist", so fuhr Botschafter Fields fort,
"und zwar die, daß die Sowjetunion - aus welchen Gründen auch immer - seit

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 22 40
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�immer - seit einer Reihe von Jahren aktiv mit der Entwicklung und Erprobung
von Anti-SatellitenwaffenSystemen befaßt ist.
für die Satelliten aller Nationen dar.

Dieses System stellt ein Risiko

Angesichts dieser Tatsache ist meine

Regierung zu dem Schluß gekommen, daß sie gar keine andere vernünftige Wahl
hat, als ein eigenes Programm fortzusetzen, um eine ähnliche Kapazität zu entwickeln."
Der amerikanische Chefdelegierte unterstrich, daß die Vereinigten Staaten jedoch weiterhin bereit seien, weitere Maßnahmen zu prüfen, um zu zusätzlichen Rüstungskontrollabkommen für den Weltraum zu gelangen.

Fields erinner-

te an die Erklärung von Präsident Reagan am 4. Juli, in der dieser die Prüfung
weiterer Optionen für Rüstungskontroi labkommen für den Weltraum zugesagt hatte.
Fields erinnerte daran, daß der Weltraumvertrag von 1967 das bisher umfassendste Rüstungskontroi labkommen für diesen Bereich sei. "Er verbietet es,
Kernwaffen oder andere Massenvernichtungswaffen in eine Umlaufbahn um die Erde
zu bringen", so erklärte der Botschafter. Ferner sei die Stationierung solcher
Waffen auf Himmelskörpern verboten. Der Vertrag trage der Tatsache Rechnung,
daß der Weltraum eine wichtige Rolle bei der Erhaltung von Frieden und Sicherheit auf der Welt spiele.
Die wirksame Überwachung durch Satelliten, so führte Fields weiter aus,
trage zur Einhaltung jener Rüstungskontroi labkommen bei, die im wesentlichen
von der Verifizierung durch "nationale technische Mittel" abhingen und deren
Verifizierung sonst unmöglich wäre.
Der Botschafter verwies ferner auf den Vertrag über ein begrenztes Versuchsverbot, der nukleare Explosionen im Weltraum verbietet, sowie auf die
Konvention über das Verbot feindseliger Veränderungen der Umwelt von 1964,
die jedwede nachteilige Veränderung der Umwelt, einschließlich des Weltraums,
ächtet.
Diese Abkommen,

�Diese Abkommen, so hob der amerikanische Botschafter hervor, müßten unbedingt eingehalten werden, denn das würde sich positiv auf die Rüstungskontrolle im Weltraum auswirken. Wenn man die Bestimmungen dieser Abkommen
betrachte, dann rücke die weitverbreitete Vorstellung, daß ein Wettrüsten
im Weltall eine unmittelbare Bedrohung darstelle, in eine etwas realistischere
Perspektive. Die Vereinigten Staaten, so betonte Fields, hätten seit langem
die Führung übernommen, wenn es gelte, der Welt die Technologie und Vorteile
ihres Weltraumprogramms zur Verfügung zu stellen.

+ + + + +

- 3 -

�35

8. September 1982

ZWEI POLEN
Kommentar der Stimme Amerikas

- (AD) - Winston Churchill hat einmal gesagt: Es gab stets zwei Polen:
Das eine im Kampf um die Verkündung der Wahrheit, das andere in Schurkerei
am Boden kriechend. Das gilt auch heute noch. Das eine Polen kämpft um die
Freiheit; das andere Polen - die Militärregierung - kriecht vor einer äußeren
Macht, die die Unterdrückung der Freiheit in Polen fordert.
Beide Polen konnte man sehr deutlich am 31. August sehen, als die dortige
Militärregierung versuchte, die Demonstrationen zu unterdrücken, die den zweiten Jahrestag der Reformbewegung "Solidarität" markierten.
Und das Polen, das so viele Menschen in der ganzen Welt während der
letzten zwei Jahre bewundert haben, sah man in der Entschlossenheit so vieler
einfacher Polen, die den Jahrestag begingen - trotz der angedrohten Vergeltung
durch die Regierung und trotz solcher Ablenkungsmanöver wie den Höhepunkten
der jüngsten FußballWeltmeisterschaft im Fernsehen just zum Zeitpunkt der Demonstrationen.
Aber da

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 22 40
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Aber da gab es unzweifelhaft auch das andere Polen - nämlich die Sicherheitskräfte, die den Versuch unternahmen, die Wünsche Moskaus, denen Jaruzelskis
Militärregime nachkommt, zu verwirklichen und darauf zu achten, daß die Gewerkschaftsbewegung "Solidarität" nicht wieder ihre Stimme erhebt. Die offenkundige Eskalation bei den gegen die Demonstranten eingesetzten Waffen, zu denen nunmehr Blendgranaten und Wasserwerfer, Tränengas und Schlagstöcke gehören,
erinnerte daran, wie weit das Regime in Warschau offensichtlich zu gehen bereit ist.
Trotz der Anstrengungen der Militärjunta, der polnischen Nation zu diktieren, wird deutlich, daß das polnische Volk und die Regierung nunmehr einen
Dialog auf der Straße austragen. Aber natürlich ist dies kein Ersatz für jene
Art von politischem Dialog, der in Polen zwischen Staat und Volk stattfinden
sollte. Es war vielmehr ein gefährliches Potential für weitere Gewalt. Die
Folge könnte eine weitere Polarisierung zwischen dem Volk und der Regierung
sein, aber keine Schlichtung, die das Land so bitter nötig hat. Es reicht jedoch, um den Geist der "Solidarität" am Leben zu erhalten.
Die unabhängige Gewerkschaftsbewegung wurde unterdrückt. Aber die Hoffnung auf Freiheit und ein besseres Leben, die ihr Antrieb ist, ist ungebrochen.
Wir wünschen der "Solidarität" und dem wirklichen Polen, das sie repräsentiert,
ein langes Leben - dem Polen, das im Kampf um die Verkündung der Wahrheit liegt.

�Wis/en/chaft
vnd Technik
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

8. September 1982

35

FORSCHUNGSZENTRUM FÜR KERAMISCHE WERKSTOFFE

(AD) - Keramikmassen gewinnen immer größere Bedeutung als Werkstoffe für
die Elektrotechnik im weitersten Sinn sowie für Bauteile, von denen hohe
Festigkeit unter Beanspruchung bei hohen Temperaturen verlangt wird. Die
Herstellung keramischer Produkte schlägt bei der amerikanischen Industrie
zur Zeit mit ca. 50 Milliarden Dollar zu Buche. Welche Bedeutung den Keramikmaterialien und ihrer ständig sich ausweitenden Anwendung beigemessen wird,
zeigt die Einrichtung eines Nationalen Forschungszentrums für keramische Werkstoffe an der Rutgers-Universität im US-Bundesstaat New Jersey. Es wird in den
ersten fünf Jahren mit einem Beitrag der Nationalen Forschungsstiftung (NSF National Science Foundation) in Höhe von 750 000 Dollar sowie jährlichen Beiträgen von zunächst sechs großen US-Firmen finanziert und soll danach von der
Industrie unterhalten werden. Das Zentrum ist dem "Department of Ceramics"
des Rutgers College für Technik in Piscataway angegliedert und untersteht dem
Leiter des Departments, Dr. Mal comb G. McLaren.
Wie Dr. McLaren

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 22 40
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Wie Dr. McLaren erklärte, soll durch Grundlagenforschung und angewandte
Forschung dazu beigetragen werden, die zur Herstellung hochwertiger Industrieprodukte so wichtigen keramischen Stoffe weiter zu verbessern und neue Anwendungsmöglichkeiten für sie zu erschließen. In den ersten Jahren stehen Dr.
McLaren zufolge acht Forschungsprojekte im Vordergrund: Die sogenannte Sol-GelTechnologie, das Sintern von keramischem Pulver, Festigkeit - Zähigkeit Mikrogefüge, Korrosion von Keramikmassen, Materialen für die Elektronik, Oberflächenforschung, oxydfreie Keramikmassen (z.B. Karbide) und Fragen der
Rheologie (d.h. der Fließeigenschaften und Verformbarkeit) keramischer Stoffe.
Keramische Materialien spielen beispielsweise in der Festkörper-Elektronik,
als Träger für elektronische Schaltkreise in Computern oder als direkter Bestandteil von Schaltkreiselementen eine wichtige Rolle. Andere Keramikwerkstoffe
werden beim Bau von Turbinen und Dieselmotoren für Autos, Flugzeuge und Generatoren (Maschinen mit hoher Wärmebelastung) sowie für die Herstellung von
Isoliermaterial verwendet, mit dem z.B. der Raumtransporter verkleidet werden
muß. Die Verfeinerung des Sol-Gel-Verfahrens zur Gewinnung hochreiner Keramikmassen stehe, wie Dr. McLaren berichtete, obenan. Denn bei dieser Methode werde
weitaus weniger Wärmeenergie als bei den bisher üblichen Herstellungsverfahren
benötigt. Auch die Verbesserung der Festigkeit und Steigerung der Lebensdauer
keramischer Massen seien ganz wichtige Punkte.
Bei dem Keramikzentrum an der Rutgers-Universität handelt es sich um das
achte Institut, das mit Förderung der Nationalen Forschungsstiftung eingerichtet
wurde, um zwischen Universitäten und der Industrie die Zusammenarbeit in der
Forschung zu verbessern. Am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in
Cambridge z.B. gibt es schon seit längerem ein Zentrum für die Verarbeitung von
Polymeren, das sich seit 1978 selbst trägt. Ferner existiert ein Zentrum für
Computergraphik am Rensselaer Polytechnic Institute (Bundesstaat New York),
ein Forschungszentrum für Polymere an der Universität Massachusetts (Boston),
ein Zentrum für Schweißtechnik an der Staatsuniversität von Ohio, ein Zentrum
für die Anwendung von Polymeren an der Case Western Reserve University
(Cleveland, Ohio), ein Zentrum für Robotertechnik an der Staatsuniversität von

- 2 -

�Staatsuniversität von Rhode Island

und ein Zentrum für Kommunikationstechnik

und Signal Verarbeitung an der Staatsuniversitä't North Carolina. Sie alle
sollen helfen, den Informationsfluß zwischen akademischen Forschungsstätten
und industriellen Zentren für die Produktion hochwertiger Technik zu intensivieren.
Dieses Thema wurde kürzlich von George A. Keyworth, dem Wissenschaftsberater
Präsident Reagans, in einem Vortrag an der Stanford-Universität (Kalifornien)
ausführlich behandelt. "Wir haben uns der Forderung zu stellen - und beginnen
dies jetzt zu tun -, uns mit den Möglichkeiten und Bedürfnissen unserer Nation
in den achtziger Jahren und danach zu befassen", erklärte Keyworth. Es komme
nun darauf an, "wie wir unser Wissen mobilisieren und die Industrie, die
technisch hochwertige Produkte herstellt, motivieren, unsere Wirtschaft - und
die Wirtschaft großer Teile der übrigen Welt - aus dem stagnierenden Zustand
herauszubringen, in den sie in den letzten Jahren geraten ist". Die Vereinigten
Staaten verfügten über die stärkste Kapazität für Grundlagenforschung, die die
Welt kenne. Dies sei ein überaus bedeutsamer Aktivposten, der geschützt und erhalten werden müsse, um zu verhindern., daß die USA die Führung auf diesem Gebiet
verlieren.
Die Annäherung zwischen Forschung und Industrie mit einem regen Austausch
von Ideen und Erfahrungen sei deshalb ein ganz wichtiger Punkt. Und es sei zu
begrüßen, daß Wissenschaftler ihre Zurückhaltung, ja selbstgeschaffene Abschirmung gegen "Profitanreize" aufgeben und daß die amerikanische Industrie
von der Konzentration auf kurzfristig gesteckte Ziele abrücke. Dadurch seien
in der Vergangenheit Forschungsmöglichkeiten, die sich nicht innerhalb von
zwei bis drei Jahren amortisierten, vernachlässigt worden, was die Wettbewerbssituation vieler technologieabhängiger Industrien gegenüber dem Ansland beeinträchtige.Jedoch sei die Industrie jetzt entschlossen aufzuholen, was ihre um
15 Prozent erhöhten Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im vergangenen
Jahr zeigten. Im laufenden Jahr seien vergleichbare Aufwendungen zu erwarten.
Ein Schulbeispiel für die so nützliche Symbiose von Universität und Industrie

- 3 -

�und Industrie seien die engen Beziehungen zwischen der Stanford-Universität
und dem "Silicon-Valley" in Kalifornien, wo sich zahlreiche, meist kleinere
Elektronikfirmen angesiedelt haben, die Produkte höchster Qualität liefern.
Alles in allem gesehen sei der Technologietransfer innerhalb des Landes, d.h.
von den Forschungsstätten der Universitäten zur amerikanischen Industrie, ein
weitaus schwerwiegenderes und wichtigeres Problem als der Transfer von den
Vereinigten Staaten ins Ausland, meinte Keyworth.
+++++

�</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </file>
  </fileContainer>
  <collection collectionId="4">
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="6534">
                <text>Dokumente</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </collection>
  <itemType itemTypeId="19">
    <name>Digitalisat</name>
    <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
  </itemType>
  <elementSetContainer>
    <elementSet elementSetId="1">
      <name>Dublin Core</name>
      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
      <elementContainer>
        <element elementId="40">
          <name>Date</name>
          <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="8990">
              <text>08.09.1982</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="51">
          <name>Type</name>
          <description>The nature or genre of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="8991">
              <text>Digitalisat</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="39">
          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="8992">
              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="50">
          <name>Title</name>
          <description>A name given to the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="13873">
              <text>Amerikadienst 08.09.1982</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="41">
          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="13874">
              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Reagan fordert Neubeginn im Nahen Osten&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Fernsehrede des US-Präsidenten vom 1. September 1982 -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Erläuterungen des US-Außenministeriums zur Nahostpolitik&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;USA wollen Wettrüsten im Weltraum verhindern&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zwei Polen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Kommentar der Stimme Amerikas -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Forschungszentrum für keramische Werkstoffe</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
      </elementContainer>
    </elementSet>
  </elementSetContainer>
</item>
