<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<item xmlns="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5" itemId="1765" public="1" featured="0" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xsi:schemaLocation="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5 http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5/omeka-xml-5-0.xsd" uri="https://www.amerikahaus-archiv.de/items/show/1765?output=omeka-xml" accessDate="2026-11-03T21:58:51+00:00">
  <fileContainer>
    <file fileId="1776">
      <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/e0e1d55f5548c3f64ac9bd255bb102c8.pdf</src>
      <authentication>f0393978c0c1cd12a91f8ebd0153a68c</authentication>
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="4">
          <name>PDF Text</name>
          <description/>
          <elementContainer>
            <element elementId="52">
              <name>Text</name>
              <description/>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="8985">
                  <text>in IC Kl
»

A

ri

iDlEl11!

k i ik 1

und
Dokumentation
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

25. August 1982

33
INHALT

DOKUMENTATION
Erklärung Präsident Reagans zur Einigung im Libanon
State Department:

Sowjetunion ignoriert Regeln des internationalen

Verhaltens
- Erklärung zum 14. Jahrestag der sowjetischen Invasion der
Tschechoslowakei INFORMATION
Shultz:

Amerikanische Haltung zum Erdgasröhrengeschäft bleibt fest

HINTERGRUNDMATERIAL
Rolle und Aufgabe der amerikanischen Streitkräfte in Beirut
- Darlegung des amerikanischen Außenministeriums Die START-Verhandlungen und das Problem der Verifizierung
- Von unserem Korrespondenten William H. Durham WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Künftige Schwerpunkte im US-Raumfahrtprogramm
- Startservice für In- und Ausland mit dem Raumtransporter -

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 22 40
D 5300 Bonn 2
Telex: 08-85432

�1 11
IEI

• 1 \fA k\

Er

Dokumentation
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

25. August 1982

33

ERKLÄRUNG PRÄSIDENT REAGANS ZUR EINIGUNG IM LIBANON

WASHINGTON - (AD) - Präsident Reagan hat am 20. August 1982 bekanntgegeben,
daß amerikanische Truppen als Teil einer multinationalen Streitkraft nach
Beirut entsandt werden, um den Abzug der Kämpfer der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) aus der libanesischen Hauptstadt zu überwachen. Der
Präsident sagte, die Entsendung des amerikanischen Kontingentes erfolge auf
Ersuchen der libanesischen Regierung.
Wörtlich führte der Präsident aus:
Botschafter Habib hat mich darüber unterrichtet, daß ein Plan zur Lösung
der Krise in Westbeirut von allen betroffenen Parteien angenommen worden ist.
Als Teil dieses Planes hat die libanesische Regierung darum ersucht - und ich
habe dem zugestimmt -, daß amerikanische Truppen als Bestandteil einer multinationalen Streitkraft nach Beirut entsandt werden.
Die Verhandlungen für das Zustandekommen dieses Planes waren überaus
kompliziert und wurden unter den schwierigsten Verhältnissen geführt. Zeitweilig
konnte man sich kaum vorstellen, wie es zu einer Einigung kommen könnte, und

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 22 40
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�könnte, und doch wurde sie erreicht. Das staatsmännische Verhalten und der Mut
von Präsident Sarkis und seinen Kollegen in der libanesischen Regierung verdienen besondere Anerkennung wie auch die hervorragende Arbeit von Botschafter
Habib. Er verlor niemals die Hoffnung, und am Ende waren seine Tatkraft und
seine Entschlossenheit erfolgreich; dafür gebührt ihm unser aller Dank.
Die Parteien, die diesen Plan ermöglicht haben, tragen eine besondere Verantwortung dafür, daß dieser Plan erfolgreich abgeschlossen oder verwirklicht wird.
Ich rechne damit, daß die Bestimmungen in gutem Glauben und in Obereinstimmung mit;,
dem vereinbarten Zeitplan durchgeführt werden. Dies erfordert eine peinlich genaue
Einhaltung der Waffenruhe. Verletzungen von irgendeiner Seite würden den Plan
gefährden und erneutes Blutvergießen sowie neue Tragödien für die Bevölkerung
Beiruts mit sich bringen. Es darf unter keinen Umständen zugelassen werden, daß
so etwas geschieht.
Wie Sie wissen, war meine Zustimmung zu der Einbeziehung amerikanischer
Streitkräfte in eine multinationale Streitmacht entscheidend für unseren Erfolg.
In den vor uns liegenden Tagen werden unsere Truppen sowie die Kontingente aus
Frankreich und Italien eine wichtige, aber sorgfältig begrenzte nicht-kombattante
Rolle spielen. Die am Plan beteiligten Parteien haben dieser Rolle zugestimmt,
und Garantien hinsichtlich der Sicherheit unserer Truppen abgegeben.
Unser Ziel wird es sein, die libanesischen Streitkräfte bei der Ausübung
ihrer Verantwortung zu unterstützen, den Abzug der PLO-Führer, Offiziere und
Kämpfer aus Beirut und von libanesischem Territorium unter sicheren und ordnungs- gemässen Bedingungen sicherzustellen. Die Anwesenheit amerikanischer Streitkräfte
wird auch die Wiederherstellung der Souveränität und der Autorität der libanesi- '
sehen Regierung über den Bereich von Beirut erleichtern. In keinem Fall werden
unsere Truppen länger als 30 Tage bleiben.
Die Beteiligung Frankreichs und Italiens an diesem Bemühen ist ein weiterer
Beweis für das Verantwortungsgefühl dieser guten Freunde der Vereinigten Staaten.
Eine erfolgreiche Lösung der Westbeirut-Krise durch die verantwortungsbewußte

- 2 -

�die verantwortungsbewußte Verwirklichung des nunmehr vereinbarten Planes wird
die Grundlage für die dringende internationale Aktion schaffen, die notwendig
ist, um die volle Souveränität, Einheit und territoriale Integrität des Libanon
wiederherzustellen, den raschen Abzug aller fremden Truppen aus diesem Lande
zu erreichen und zur Gewährleistung der Sicherheit des nördlichen Israel beizutragen.
Wir müssen ebenfalls im Rahmen von Camp David rasch handeln, um die
Palästinenserfrage in all ihren Aspekten sowie die unerledigten Probleme des
arabisch-israelischen Konflikts zu lösen.
Nur wenn all diese Schritte erfolgt sind, können im Nahen Osten ein echter
und dauerhafter Friede sowie Sicherheit erreicht werden.
+++++

�mE

\

DlEl

33

n

1J

Dokumentation

International Communication Agency
Embassy of the United States of America
25. August 1982

STATE DEPARTMENT: SOWJETUNION IGNORIERT REGELN DES INTERNATIONALEN VERHALTENS
- Erklärung zum 14. Jahrestag der sowjetischen Invasion der Tschechoslowakei •

WASHINGTON - (AD) - In einer Erklärung zum 14. Jahrestag der sowjetischen
Invasion in der Tschechoslowakei im Jahr 1968 betonte das amerikanische Außenministerium am 21. August 1982, die Tschechoslowakei sowie Polen und Afghanistan
"stehen als schmerzliche Mahnung dafür, daß die Sowjetunion noch immer nicht
willens ist, sich an die Regeln des internationalen Verhaltens zu halten."
Die Erklärung hat folgenden Wortlaut:
Morgen begehen wir den 14. Jahrestag der sowjetischen Invasion der
Tschechoslowakei.
An diesem Tag vor 14 Jahren stellte Präsident Johnson fest, welch traurige
Erklärung es für die Weltsicht der Sowjetunion sei, daß "ein Zeichen der Freiheit
in der Tschechoslowakei als eine Bedrohung der Sicherheit des Sowjetsystems
erachtet wird." Diese Erklärung hat auch heute noch Gültigkeit.
Wir brauchen

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 22 40
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Wir brauchen nur zu sehen, wie das Kriegsrecht des Regimes in Polen unter
dem starken Druck der Sowjetunion versucht, die Bestrebungen des polnischen
Volkes zu unterdrücken, oder auf das Volk von Afghanistan zu blicken, das noch
immer unter der Last sowjetischer Armeen leidet.
Die Tschechoslowakei des Jahres 1968 sowie Polen und Afghanistan heute
stehen als schmerzliche Mahnung dafür, daß die Sowjetunion noch immer nicht
willens ist, sich an die Regeln des internationalen Verhaltens zu halten, wie
sie in der Charta der Vereinten Nationen und der Schlußakte von Helsinki festgelegt sind.
+++++

m

�25. August 1982

SHULTZ: AMERIKANISCHE HALTUNG ZUM ERDGASRÖHRENGESCHÄFT BLEIBT FEST

WASHINGTON - (AD) - Der amerikanische Außenminister George Shultz hat am
20. August 1982 betont, daß die Haltung Präsident Reagans zum Erdgasröhrengeschäft mit der Sowjetunion fest bleibe. Auf einer Pressekonferenz in Washington,
die sich in erster Linie mit den jüngsten Entwicklungen im Libanon befaßte, sagte
er auf eine entsprechende Frage:
"Wir erkennen nicht, daß irgend etwas, das sich kürzlich in Polen ereignet
hat, den Bedingungen gerecht wird, die nicht nur von uns, sondern auch von unseren
Verbündeten erhoben worden sind. Es besteht keine Absicht für eine Änderung, wir
wollen vielmehr mit den Sanktionen vorangehen, wie sie verfügt worden sind."
Präsident Reagan hatte im Dezember vergangenen Jahres nach Verhängung des
Kriegsrechtes in Polen den Verkauf amerikanischer Ausrüstung und hochwertiger
Technologie im Zusammenhang mit dem Erdgasröhrengeschäft verboten. Diese Sanktionen
waren dann im Juni dieses Jahres auf Ausrüstungen erweitert worden, die von
Tochtergesellschaften amerikanischer Firmen hergestellt und verkauft oder von
US-Gesellschaften an ausländische Firmen in Lizenz vergeben werden.
Außenminister Shultz

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 22 40
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Außenminister Shultz teilte weiter mit, daß er keine "unmittelbaren
Reisepläne" habe, als er gefragt wurde, ob er plane, zu Gesprächen mit Mitgliedern der Europäischen Gemeinschaft über das Pipeline-Projekt nach Brüssel
zu reisen. Der amerikanische Außenminister sagte, er rechne damit, Anfang Dezember
zur Winter-Tagung der NATO in die belgische Hauptstadt zu fliegen. Zu diesem
Zeitpunkt könnten auch andere Konsultationen stattfinden.
Außenminister Shultz unterstrich noch einmal, daß die von den USA verhängten Sanktionen "keine Maßnahmen gegen die Verbündeten" seien. Es seien
"Maßnahmen, die ergriffen wurden, um der polnischen Regierung und der Sowjetunion
zu verdeutlichen, daß das Verhalten, das wir sehen - besonders in Polen, aber
auch in anderen Ländern -, ein Verhalten ist, das wir bedauern". Shultz fügte
hinzu:
"Ich meine, man sollte erkennen, daß diese Sanktionen, wenngleich sie meiner
Meinung nach Probleme beim Bau dieser Erdgasleitung verursachen - und die
Probleme, die sie für unsere Verbündeten im Ausland hervorrufen, sind ja auch
immer wieder publiziert worden -, doch auch Probleme für unsere Firmen hier
in den Vereinigten Staaten verursachen. Wir wissen das. Aber in einem gewissen
Ausmaß zeigt dies doch nach meinem Dafürhalten die Tiefe der Überzeugung des
Präsidenten, daß das Verhalten, das wir in Polen und anderswo erleben, aufgezeigt werden muß, und eine Antwort darauf muß gegeben und aufrechterhalten
werden."
+++++

- 2 -

4

�25. August 1982

33

ROLLE UND AUFGABE DER AMERIKANISCHEN STREITKRÄFTE IN BEIRUT
- Darlegung des amerikanischen Außenministeriums -

WASHINGTON - (AD) - In einer am 20. August 1982 vom amerikanischen Außenministerium veröffentlichten Darlegung werden Rolle und Aufgabe der amerikanischen
Streitkräfte verdeutlicht, die als Teil einer multinationalen Friedenstruppe
im Libanon disloziert werden.
Der Text der Veröffentlichung des State Department hat folgenden Wortlaut:
Rolle und Aufgabe der amerikanischen Streitkräfte in Beirut
Amerikanische Streitkräfte werden in Beirut als Teil der multinationalen
Streitmacht (MNF) disloziert, wie dies aus einem Abkommen zwischen der amerikanischen Regierung und der Regierung des Libanon hervorgeht.
Das amerikanische Kontingent der multinationalen Truppe wird den libanesischen Streitkräften angemessenen Beistand dabei bieten, ihrer Verantwortung
hinsichtlich des Abzuges der PLO-Angehörigen in Beirut von libanesischem

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 22 40
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�von libanesischem Territorium unter sicheren und ordnungsgemäßen Bedingungen
gerecht zu werden. Die Präsenz amerikanischer Truppen wird auch die Wiederherstellung der Souveränität und der Autorität der libanesischen Regierung über
das Stadtgebiet Beiruts erleichtern.
Die amerikanischen Truppen werden in Beirut erst nach Beginn der Evakuierung
(wahrscheinlich fünf oder sechs Tage danach) und gemeinsam mit dem italienischen
MNF-Kontingent und dem letzten Teil der französischen Streitmacht eintreffen. Es
werden annähernd 800 Marinekorpsangehörige von Einheiten der Sechsten Flotte

,

disloziert. Das Kommando über die Soldaten des Marinekorps wird von der National
Command Authority (NCA) über die normalen amerikanischen Militärkanäle (EUCOM)
ausgeübt.

Diese Truppen werden sich nicht an Kampfhandlungen beteiligen, könnten

jedoch das Recht auf Selbstverteidigung ausüben. Sie werden das Recht haben,
sich frei zu bewegen und die Maßnahmen zu ergreifen, die nötig sind, um ihre
Mission durchzuführen oder um ihr Personal zu unterstützen. Das amerikanische
Personal wird mit den normalen Infantriewaffen ausgerüstet sein.
Enge Koordination mit den libanesischen Streitkräften wird aufrechterhalten.
Zwischen der multilateralen Truppe und den libanesischen Streitkräften wird es
einen Austausch von Verbindungsoffizieren geben. Ein Verbindungs- und Koordinierungsausschuß, bestehend aus Vertretern der amerikanischen, französischen,
italienischen und libanesischen Truppe, wird bei diesem Prozeß behilflich sein.
Die Regierung des Libanon und die libanesischen Streitkräfte werden die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um den Schutz der amerikanischen Streitkräfte zu
garantieren, einschließlich der bereits erhaltenen Zusicherung anderer bewaffneter
Gruppierungen, daß sie sich an den Waffenstillstand und die Einstellung der
Feindseligkeiten halten werden.
Das amerikanische Kontingent wird nicht länger als 30 Tage in Beirut
bleiben.

War Powers

�War Powers Resolution
Die War Powers Resolution (Resolution hinsichtlich der Kriegsführungsvollmacht des Präsidenten) fordert einen Bericht an den Kongreß innerhalb von 48
Stunden nach Einsatz amerikanischer Streitkräfte
(1) auf ausländischem Territorium in Kampfausrüstung oder
(2) bei Feindseligkeiten oder in Situationen, wo eine bevorstehende
Verstrickung in Feindseligkeiten durch die Umstände eindeutig angezeigt wird.
Es besteht weder die Absicht noch die Aussicht, daß die amerikanischen Streitkräfte in Beirut in Feindseligkeiten verstrickt werden. Sie werden im Libanon
auf formelle Bitte der Regierung des Libanon sein; wir werden Zusicherungen
hinsichtlich der Sicherheit der multinationalen Streitmacht haben. Obwohl wir
isolierte Gewaltakte nicht ausschließen können, werden alle angemessenen Vorkehrungen getroffen, um die Sicherheit des amerikanischen Militärpersonals
während der kurzfristigen Abstellung in den Libanon zu gewährleisten.
Ungeachtet der Ereignisse wird die Lage ständig überprüft, und der Präsident
wird dem Kongreß in Einklang mit den Erfordernissen der War Powers Resolution
Bericht erstatten.

Vereinbarungen und Zusicherungen
Die amerikanischen Truppen werden sich an der multinationalen Streitmacht
in Beirut in Einklang mit einem Abkommen zwischen der amerikanischen und der
libanesischen Regierung beteiligen. Dieses Abkommen hat die Form eines Notenaustausches und wurde im Namen der amerikanischen Regierung von Botschafter
Di H o n und im Namen der libanesischen Regierung von Präsident Sarkis unterzeichnet.
Das Abkommen beschreibt die Aufgaben der libanesischen Streitkräfte, der
MNF und der amerikanischen Streitkräfte, die Teil der MNF sind. Es enthält Bestimmungen hinsichtlich der Kommandogewalt für die amerikanischen Streitkräfte,
der Koordination mit den libanesischen Streitkräften und der Immunität des
amerikanischen Personals. Der Zeitplan für den PLO-Abzug aus Beirut ist Anhang
des Abkommens.
In Übereinstimmung
- 3 -

�In Obereinstimmung mit dem Abkommen hat die Regierung des Libanon
Zusicherungen von allen bewaffneten Gruppierungen eingeholt, die sich derzeit
nicht unter der Autorität der libanesischen Regierung befinden, daß sie sich an
die Waffenruhe und die Beendigung der Feindseligkeiten halten werden. Die
Regierung Israels hat entsprechende Zusicherungen gegeben.
+++++

s

�33

25. August 1982

DIE START-VERHANDLUNGEN UND DAS PROBLEM DER VERIFIZIERUNG
- Von unserem Korrespondenten William H. Durham -

WASHINGTON - (AD) - Die Bedeutung der Verifizierung von Rüstungskontrollabkommen kann überhaupt nicht überschätzt werden.

Solange die Vereinigten Staa-

ten nicht sicher sein können, daß die Sowjetunion sich an ein Abkommen hält,
würde das ganze Konzept eines Vertrages zur Verringerung der Kernwaffen "bedeutungslos und sogar gefährlich", wie Regierungsvertreter in Washington betonen.
Die Ratifizierungsdebatte beim SALT II-Vertrag machte deutlich, daß der
amerikanische Senat keinerlei Abkommen über die Verringerung von Kernwaffen
zustimmen wird, solange die Bedingungen eines ausgehandelten Vertrages nicht
wirksam verifiziert werden können. Meinungsumfragen haben immer wieder gezeigt, daß die Haltung der amerikanischen Öffentlichkeit gegenüber Rüstungskontrolle und Verifizierung von zwei prinzipiellen Überlegungen bestimmt wird.
Die große Mehrheit der Amerikaner ist für ein Abkommen mit der Sowjetunion
über eine beträchtliche Verringerung der nuklearen Zerstörungskraft. Gleichzeitig traut aber auch eine große Mehrheit den Sowjets nicht.
Dieses Mißtrauen

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 22 40
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Dieses Mißtrauen entbehrt nicht der Grundlage. Das sowjetische Verhalten
in der Vergangenheit im Bereich der Rüstungskontrolle flößt nicht unbedingt
Vertrauen ein. Gerade auch die Beweise der jüngsten Zeit über die Produktion
und den Einsatz von chemischen und biologischen Waffen deuten darauf hin, daß
die Sowjets ihre vertraglichen Verpflichtungen in diesen Bereichen verletzen.
Die Schwierigkeiten bei der Verifizierung der sowjetischen Einhaltung
von RüstungskontrollVereinbarungen ergibt sich zum Teil aus den grundlegenden
Unterschieden zwischen der geschlossenen Natur der sowjetischen und der offenen
Natur der amerikanischen Gesellschaft.

Aber die Vereinigten Staaten können es

sich nicht leisten, zuzulassen, daß diese Unterschiede sie bei der Verifizierbarkeit von Verträgen benachteiligen.
Die Sowjets müssen sich der Verpflichtung bewußt werden, größere Verantwortung an den Tag zu legen, wenn es darum geht, den Zugang zu jenen Informationen zu garantieren, die notwendig sind, um die Abkommen zu verifizieren,
deren letzter Zweck darin besteht, das Risiko eines Atomkrieges zu vermindern.
Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Vereinigten Staaten noch immer
das Monopol bei den Atomwaffen hatten, schlugen sie den Baruch-Plan vor, der
die Atomkraft unter internationale Kontrolle gestellt hätte. Wäre dieser Plan
verwirklicht worden, so wäre die Welt heute weit freier von der Furcht vor einem
Ausbruch eines Atomkrieges.
Aber die Sowjetunion lehnte den Baruch-Plan ab, und dieser scheiterte zusammen mit anderen frühzeitigen amerikanischen Initiativen zur Verminderung
eines Kriegsrisikos - wie etwa der Vorschlag der "Offenen Himmel" von Präsident Eisenhower aus dem Jahr 1955.
Die eigentliche

Ursache für dieses Scheitern war die Weigerung der Sowjets,

Verifizierungsmaßnahmen zuzulassen, die für den Erfolg solcher Anstrengungen jedoch notwendig sind.
Die Entwicklung

�Die Entwicklung fortschrittlichster Technologie der Überwachung, wie etwa
Photosatelliten in den sechziger Jahren, ermöglichte es den Vereinigten Staaten wie auch der Sowjetunion, die strategischen Streitkräfte der Gegenseite
mit ihren eigenen technischen Mitteln zu überwachen.
Die SALT I- und SALT II-Abkommen legten Begrenzungen für die strategischnuklearen Transportmittel (Strategie Nuclear Delivery Vehicles, SNDV) auch
deshalb fest, weil sie durch die sogenannten nationalen technischen Mittel
(NTM) überwacht werden konnten.
Die Vereinigten Staaten kamen jedoch zu der Überzeugung, daß Begrenzungen
bei den SNDV - wie etwa den Startanlagen für ballistische Raketen und den strategischen Bombern - den Gesamtzuwachs der nuklearen Zerstörungskraft nicht einzuschränken vermochten.
Bei der Vorbereitung der Gespräche über eine Verringerung der strategischen
Waffen (START), die derzeit in Genf stattfinden, kamen amerikanische Regierungsvertreter zu dem Schluß, daß es darauf ankommt, die Anzahl der Waffen selbst zu
verringern - und nicht nur die SNDV, will man zu einem Abkommen gelangen, das
die nukleare Gesamtkapazität wirklich verringern würde.
Aufgrund dieser Bedeutung der Verifizierbarkeit - einschließlich der
Schwierigkeit der Verifizierbarkeit von Verminderungen bei Waffen, über die bei
den Gesprächen über die Nuklearen Mittel Streckensysteme (INF) und START gesprochen wird - haben die Vereinigten Staaten die Sowjets sowohl öffentlich als
auch auf diplomatischem Weg wissen lassen, daß, wo immer es notwendig sein wird,
auch Verifizierungsmaßnahmen ergriffen werden müssen, die über die nationalen
technischen Mittel hinausgehen, damit künftige Rüstungskontroi labkommen verifiziert werden können.
Dabei ist es wichtig, sich den Unterschied zwischen Überwachung und Verifizierung zu verdeutlichen.
Überwachung meint
- 3 -

�Überwachung meint die Fähigkeit, zu beobachten oder auf andere Weise in
Erfahrung zu bringen, was hinsichtlich der WaffenSysteme vor sich geht, die
in einen Vertrag einbezogen sind.
Verifizierung ist jener Prozeß, durch den man zu einem Urteil darüber gelangt, ob die per Überwachung in Erfahrung gebrachten Aktivitäten in Einklang
mit den Buchstaben eines $&gt;ezieilen Vertrags stehen.
Die nationalen technischen Mittel, die bisher die hauptsächlichen Instrumente zur Überwachung von Vereinbarungen gewesen sind, hängen von einer Vielzahl von photographischen und anderen Sensoren ab, die der jeweiligen Seite
gehören - die jedoch nicht auf dem Territorium der anderen Seite stehen.
Sie sind zum größten Teil Satelliten und bieten die Möglichkeit, Aspekte
wie Anzahl von Startanlagen für ballistische Raketen und Bomber, die Anzahl
von Gefechtsköpfen auf einer Rakete oder die Größe und das Wurfgewicht von Raketen zu kontrollieren.
Sowohl bei den INF- als auch bei den START-Gesprächen ergibt sich die
amerikanische Haltung hinsichtlich der Verifizierbarkeit aus zwei grundlegenden
Aspekten.
Erstens wollen die Vereinigten Staaten die Wirksamkeit der nationalen
technischen Mittel verbessern. Diese nationalen technischen Mittel werden auch
weiterhin das grundlegende Element der Oberwachungskapazitäten sein. Diese
Mittel sind hochmodern und werden mit der Einführung neuer Technologien immer
weiter verbessert. Die Vereinigten Staaten müssen sicherstellen, daß die verbesserten amerikanischen Überwachungssysteme den Ansprüchen der kommenden Jahre
gerecht werden und ihre Kapazitäten voll ausgelastet sind.
Das zweite Element der amerikanischen Position hinsichtlich der Verifizierung betrifft die Notwendigkeit, etwa durch einen erweiterten Datenaustausch
über diese natioanlen technischen Mittel hinauszugehen.
Während der

�Während der gesamten RüstungskontrollVerhandlungen haben die Vereinigten
Staaten den größten Teil der Informationen beigebracht - nicht nur über ihre
eigenen Waffensysteme, sondern auch über sowjetische Systeme.
Während das SALT II-Abkommen bei dem Austausch entscheidender Daten einen
Anfang machte, sind amerikanische Regierungsvertreter der Ansicht, daß ein
umfassender Austausch von Informationen zwischen den beiden Seiten stattfinden
muß, um eine vollständigere Datenbasis hinsichtlich der Anzahl und der Eigenschaften der strategischen Kernwaffensysteme zu erarbeiten.
Im Verlauf der Verhandlungen werden auch andere kooperative Maßnahmen erörtert werden, die keinen unmittelbaren Zugang zu den Anlagen erforderlich
machen. Man nennt hier möglicherweise die Bedingung, daß Atomraketen oder
nukleare Gefechtsköpfe offen gelagert oder transportiert werden, um eine Überwachung durch die nationalen technischen Mittel zu erleichtern.
Demonstrationsflüge von Bombern und Schiffsdemonstrationen in internationalen Gewässern
zu vorher festgelegten Zeiten könnten ebenfalls in Erwägung gezogen werden, um
eine Verifizierung gewisser überprüfbarer Eigenschaften zu ermöglichen.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist es schwierig, vorauszusagen, wie die
Sowjetunion auf die neue amerikanische Haltung hinsichtlich der Verifizierungsmaßnahmen reagieren wird.

Die Sowjets haben immer auf dem Primat der natio-

nalen technischen Mittel bestanden.

Dieses Prinzip fand auch Eingang in den

ABM-Vertrag und in das SALT I-Interimsabkommen.

Das SALT II-Abkommen begann

damit, über die natioanlen technischen Mittel hinauszugehen, indem einige
kollaterale Maßnahmen einbezogen wurden, die bei der Verifizierung behilflich
sein sollten - wie etwa vorherige Benachrichtigung bei bestimmten Raketenabschüssen, Regeln der Zählung und Vereinbarungen zur Bereitstellung von überprüfbaren Unterschieden bei einigen Systemen, die sich auf deren Funktionsfähigkeit beziehen.

All diese Maßnahmen waren jedoch, wie amerikanische Regie-

rungsvertreter sagen, unzureichend.
In einer

�In einer gemeinsamen Erklärung über die Prinzipien, die bei SALT II-Verhandlungen hätten zum Tragen kommen sollen, hatten die Sowjets zugestimmt,
"die jeweils angemessenen kooperativen Maßnahmen, die zur Wirksamkeit der Verifizierung mittels nationaler technischer Maßnahmen nötig sind", zu ergreifen.
Das Interview des sowjetischen Staats- und Parteichefs Breschnew mit
dem SPIEGEL vom November 1981 könnte das Tor bei dem Dialog über dieses Problem
etwas geöffnet haben, als er sagte, daß,"Vertrauen vorausgesetzt, einige andere Formen der Verifizierung ausgearbeitet werden müssen", auch wenn die nationalen technischen Mittel weiter Vorrang haben sollten.
Die entsprechenden Verifizierungsmaßnahmen, für die man sich schließlich
entscheiden wird, werden, wie amerikanische Regierungsvertreter sagen, in gewissem Umfang von der Art von Begrenzung abhängen, die der Vertrag anstrebt;
aber ein jeder Vertrag muß wirksam verifizierbar sein. Und sie fügen hinzu:
"Würden die Vereinigten Staaten weniger akzeptieren, so würden sie damit ihr
Hauptziel bei den START-Verhandlungen untergraben."

+ + + + +

�25. August 1982

33

KÜNFTIGE SCHWERPUNKTE IM US-RAUMFAHRTPROGRAMM
Startservice für In- und Ausland mit dem Raumtransporter

- (AD) - Unbemannte Erdsatelliten und interplanetare Sonden, dazu
systematische Beobachtungen der Astronauten aus der Erdumlaufbahn und bei
Flügen zum Mond, brachten der Wissenschaft eine Fülle neuer Erkenntnisse.
Diese schufen eine solide, überaus breite Basis für die weitere Erforschung
unserer Sonne und ihrer Planeten mit Nahbeobachtungen von Merkur bis Saturn
und direkten Untersuchungen auf Mars und Venus, aber ebenso für die weitere
Erforschung von weit entfernten Objekten und von Materie, Kraftfeldern, Strahlung
und Partikel strömen im kosmischen Raum. Forschungsgeräte wie jene der amerikanischen EXPLORER-Serie registrierten den "Sonnenwind" und seine Wechselwirkungen sowie die von Sonneneruptionen mit der irdischen Umwelt. Sie gaben Aufschluß
über die Struktur der Lufthülle unserer Erde, ihrer Ionosphäre und Magnetosphäre,
dazu über die Ursachen und die Art und Weise von Zustandsveränderungen in diesen
auf Naturkräfte so empfindlich reagierenden Bereichen. Sonnenobservatorien in
Erdumlaufbahnen identifizierten die nuklearen Reaktionen, die häufig mit
Sonneneruptionen einhergehen, und analysierten im Detail die von der Sonne ausgesandten energiereichen Partikel und Strahlungen. Der Astronomie erschloß sich

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 22 40
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�erschloß sich durch Beobachtungssatelliten für das Ultraviolett-, Röntgen- und
Gammastrahlen-Spektrum ein völlig neues Forschungsfeld.
Kaum abschätzbar ist heute der Nutzen der Satelliten für die weltweite
Wetterbeobachtung, zur Erkundung irdischer Rohstoffquellen aus dem Weltraum,
für die Bestandsaufnahme der Vegetation, die Überwachung von Kulturland oder
die Klassifizierung der Böden. Die Ausweitung der Fernsprech-, Funk- und Fernsehverbindungen über Meere und Kontinente hinweg war die erste Aufgabe der Nachrichtensatelliten. Zunehmend spielen diese jetzt auch als elektronische Informationszentren bei Entwicklungsprojekten in der Dritten Welt und für die Telekommunikation in speziellen Fällen eine wichtige Rolle. So wurde während der
UN-Weltraumkonferenz (UNISPACE '82) in Wien (9.-21. August 1982) ein bestens
funktionierender medizinischer Bereitschaftsdienst via Satellit demonstriert.
Die Zentrale von "Medical Alert Systems, Inc. (MAS)" in der kleinen Stadt
Owings im amerikanischen Bundesstaat Maryland ist rund um die Uhr mit einem
Arzt besetzt, um Notrufe der kommerziellen Schiffahrt und von Freizeitkapitänen
auf See über Funk, Telefon und via Satellit entgegenzunehmen. Entsprechend der
vom Unfall oder der Erkrankung gegebenen Beschreibung werden Anweisungen für
die Notbehandlung erteilt und, wenn erforderlich, die nächsterreichbaren
Rettungsstellen - Schiffe oder Krankenhäuser an Land - alamiert.
An der Nutzbarmachung ihrer raumfahrttechnischen Pionierarbeit ließen die
Vereinigten Staaten die übrige Welt von Anfang an teilhaben. Wie James M. Beggs,
der Leiter des US-Amtes für Luft- und Raumfahrt (NASA), kürzlich berichtete,
wendete die NASA im Lauf der Jahre Summen in der Größenordnung von 70 bis 80
Milliarden Dollar für technologische Entwicklungen auf, von denen ein großer
Teil auch den anderen Ländern zu äußerst geringen Kosten zugänglich geworden
ist.
Boten zu fernen Planeten
Von dem amerikanischen Forschungsgerät VOYAGER 2, das im August 1981, neun
Monate nach VOYAGER 1, den Planeten Saturn mit seinem komplexen Ringsystem und
seinen mehr als 20 Monden sondierte, erwartet die NASA im Januar 1986 erste

- 2 -

�f

1986 erste Nahbeobachtungen vom Planeten Uranus. Dieser umkreist die Sonne in
ca. drei Milliarden Kilometern Abstand (Entfernung der Erde zur Sonne: ca.
149 Millionen km) und benötigt für einen einzigen Umlauf 84 Jahre. Vielleicht
vermag das Roboter-Meßgerät Informationen über die Ende der siebziger Jahre entdeckten Ringe des Uranus und die Besonderheiten seiner Rotation zu geben. Im
Gegensatz zu den anderen Planeten bewegt er sich nämlich nicht wie ein Kreisel was mit unterschiedlicher Achsenneigung und Rotationsgeschwindigkeit geschieht -,
sondern er "rollt" seitlich auf seiner Bahn. VOYAGER wird sogar, wenn die Bordinstrumente intakt bleiben, im Jahr 1989 auch den fernen Planeten Neptun ins
Visier nehmen. Der äußerste der bisher bekannten neun

Planeten unseres Sonnen-

systems, Pluto, ist dagegen zu weit entfernt, um von heute verfügbaren Raumsonden in einer vernünftigen Zeitspanne erreicht und aus der Nähe beobachtet
werden zu können.
Aus Kostengründen haben die Vereinigten Staaten das interplanetare Forschungsprogramm mit Satelliten eingeschränkt, aber keineswegs eingestellt. Eines der
nächsten NASA-Projekte ist GALILEO. In Zusammenarbeit mit der Bundesrepublik
Deutschland und anderen europäischen Ländern werden Instrumente für zwei neue
Jupiter-Sonden entwickelt, von denen eine in eine Umlaufbahn um den größten
Planeten unseres Sonnensystems gebracht wird, während die andere in seine
Atmosphäre eindringen und Messungen durchführen soll, soweit dies der gewaltige
Druck in tieferen Schichten noch zuläßt. Die Orbitersonde fotografiert die
farbenprächtigen und so dynamischen Wolkenformationen, mißt das Magnetfeld und
setzt die Beobachtungen der amerikanischen PIONIER- und VOYAGER-Sonden von
Jupiter-Monden in den siebziger Jahren fort. Die großen Monde weisen auffällige
Unterschiede in ihrer Oberflächenbeschaffenheit auf. Und einer von ihnen, Io, bot
den VOYAGER-Robotern bei ihrem Vorbeiflug sogar das Schauspiel von mehreren
Vulkanausbrüchen.
Himmelsdurchmusterung aus der Erdumlaufbahn
Im Jahr 1984 hofft NASA-Chef Beggs.ein Programm unter Dach und Fach zu
bringen, das die Entsendung eines Satelliten in den 90er Jahren zur Venus für
die kartographische Aufnahme der Oberfläche unseres "Schwesterplaneten" zum Ziel

- 3 -

�zum Ziel hat. Für dieses Projekt sowie für eine mögliche Rückkehr zum Saturn
im nächsten Jahrzehnt mit einem Satellitenpaar, das ebenfalls aus einem Orbiter
und einer Sonde zur direkten Untersuchung der Atmosphäre besteht, dürften sich
auch europäische Länder interessieren.
Ein wichtiges Gemeinschaftsprojekt mit Europa ist der Start des Weltraumteleskops (ST) in Verbindung mit einem zehn Tonnen schweren Satelliten, der im
Jahr 1985 von einem amerikanischen Raumtransporter aus in eine Erdumlaufbahn
von etwa 500 km Höhe gebracht wird. Mindestens zehn Jahre lang soll es - mit untere
schiedlichen Nutzlasten für astronomische Beobachtungen bestückt - der Forschung
dienen. Da es sich jenseits der störenden Erdatmosphäre befindet, können die
hochempfindlichen Instrumente u.a. ultraviolette Strahlungen von Himmelskörpern
erfassen und Objekte beobachten, die bis zu siebenmal weiter entfernt und fünfzigmal lichtschwächer sind als jene, die von stationären Observatorien aus untersucht werden. Der Primärspiegel des ST hat 2,4 m Durchmesser, ist also schon halb
so groß wie die Spiegel der leistungsfähigsten erdgebundenen Teleskope. Deshalb
vermag das ST beispielsweise von der Oberfläche des Planeten Merkur Aufnahmen von
der Qualität zu machen, die die amerikanische interplanetare Sonde MARINER 10
bei ihrer größten Annäherung an den sonnennächsten Planeten im Jahr 1974 zur Erde
übermittelte.
Im Jahr 1987 steht der Start eines in der Bundesrepublik gebauten,
zwei Tonnen schweren Forschungssatelliten auf dem Programm. Es ist ROSAT, ausgerüstet mit dem größten Röntgenteleskop (Öffnung 83 cm), das der Astronomie
zur Verfügung steht. Eine amerikanische Raumfähre setzt das Gerät im Orbit von
ca. 280 km Höhe ab, von wo aus es zu einer Umlaufbahn in 500 km Höhe katapultiert
wird. Im Verlauf einiger Jahre wird ROSAT das gesamte Firmament systematisch
•
nach Quellen von Röntgenstrahlen absuchen. Die Wissenschaftler des Max-PlanckInstituts für extraterrestrische Physik in Garching bei München schätzen, daß
etwa 100 000 kosmische Röntgen-Strahler aufgefunden werden. Bisher sind etwa
5 000 solcher Quellen bekannt. Oberreste von Supernova-Explosionen, Galaxienhaufen, Quasare gelten als besonders interessante Untersuchungsobjekte.
- SPACELAB - internationales

- 4 -

i

�- SPACELAB - internationales Labor im Weltraum Beim neunten Einsatz eines wiederverwendbaren amerikanischen Raumtransporters
im Oktober 1983 wird sich zum ersten Mal das ebenfalls wiederverwendbare Weltraumlabor SPACELAB an Bord befinden. Es wurde von der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA für die NASA gebaut und wird von beiden Organisationen gemeinsam
betrieben. Ein amerikanischer und ein europäischer Wissenschaftlerastronaut werden
entsprechend den jeweiligen Aufgabenstellungen in ihrem Fachgebiet an Bord arbeiten. Neben der Druckkammer sind auch offene Plattformen Teil des SPACELAB, die
Ausrüstungen für Messungen und Beobachtungen im freien Weltraum aufnehmen. Physik
der Hochatmosphäre, Plasmaphysik, Astronomie, Biologie, Medizin und Fernerkundung
der Erde, Werkstofforschung mit dem Ziel der Produktion neuer Materialien mit
besonderen Eigenschaften und Experimente zur Gewinnung hochreiner pharmazeutischer
Präparate unter Nutzbarmachung des nahezu schwerelosen Zustandes im Orbit bestimmen vorerst die Arbeitsprogramme. Da der Raumtransporter mit dem SPACELAB in
der Ladebucht bis zu zwei Wochen in der Erdumlaufbahn verbleiben kann, sind auf
zahlreichen Forschungsgebieten Ergebnisse zu erwarten, die Planungen für den
Einsatz permanenter Plattformen für wissenschaftliche Aufgaben und als Produktionsstätten im Weltraum erlauben.
Raumfähre und Weltraumstationen
Als Transportmittel in den Weltraum konzentrieren sich die Vereinigten Staaten
auf die wiederverwendbare Raumfähre, für die nach vier Testflügen (1981 und 1982)
im November 1982 der Routineeinsatz beginnt. Neben der COLUMBIA steht für den
sechsten Flug im Januar 1983 das zweite Gerät, CHALLENGER, zur Verfügung, zwei
weitere Raumflugzeuge befinden sich noch in Bau. Möglicherweise wird die
Transporterflotte noch um einen fünften Weltraumpendler verstärkt. Jeder von ihnen
kann knapp 30 Tonnen Nutzlast aufnehmen. Und dazu gehören in nächster Zeit zahlreiche Nachrichtensatelliten, die z. T. im Auftrag privater Organisationen oder
anderer Länder im Weltraum abgesetzt und vom Raumtransporter-Orbit aus in die für
sie vorgesehenen wesentlich höheren Umlaufbahnen weiterbefördert werden. James
Beggs bezeichnete Telekommunikation via Satellit als einen sehr aktiven Markt.
"Die Satelliten zur Nachrichten- und Datenübermittlung sind der Markt mit der

- 5 -

�mit der höchsten Wachstumsrate - sie beträgt etwa 20 Prozent im Jahr."
Im Jahr 1983 sind fünf bis sechs, für 1984 zehn bis zwölf Raumtransporterflüge vorgesehen. Im Jahr 1985 könnten es laut NASA-Chef Beggs schon 18 oder 20
sein, und diese Startfrequenz soll in den beiden folgenden Jahren auf je 24 gesteigert werden. Dann steht eine gründliche Bedarfsprüfung an. Sollte die schon
jetzt sehr große Nachfrage nach dem Service für den Transport von Nutzlasten in
den Weltraum noch zunehmen, würden bis zu 40 Starts pro Jahr ins Auge gefaßt.
Dies wäre allerdings das Äußerste, was mit vier Raumpendlern zu bewältigen ist.
Etwa 20 Prozent der Flüge werden für Nutzlasten zu militärischen Aufgaben reserviert sein.
Die Mitarbeit anderer Länder bei der Entwicklung einer bemannten Raumstation,
die ja von der Weltraumfähre gut angeflogen werden kann, würden die Vereinigten
Staaten begrüßen. Wie Beggs erklärte, bestehe in Europa wie in Japan beachtliches
Interesse daran herauszufinden, was Europa bzw. Japan zur Entwicklung ständig
besetzter Raumstationen beitragen könnten. Anläßlich des erfolgreichen Abschlusses des vierten COLUMBIA-Testflugs am 4. Juli 1982 setzte sich Präsident
Reagan dafür ein, den möglichen Nutzen künftiger Raumstationen und die dafür
erforderlichen Technologien zu untersuchen. Entsprechende Studien werden in den
nächsten beiden Jahren durchgeführt, denen vielleicht 1985 und 1986 erste
technische Entwicklungen folgen. Stimmt der Kongreß dem Bau zu, könnte Anfang
der neunziger Jahre die erste bemannte Raumstation der Vereinigten Staaten in
eine Erdumlaufbahn gebracht werden.
+++++

�</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </file>
  </fileContainer>
  <collection collectionId="4">
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="6534">
                <text>Dokumente</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </collection>
  <itemType itemTypeId="19">
    <name>Digitalisat</name>
    <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
  </itemType>
  <elementSetContainer>
    <elementSet elementSetId="1">
      <name>Dublin Core</name>
      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
      <elementContainer>
        <element elementId="40">
          <name>Date</name>
          <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="8982">
              <text>25.08.1982</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="51">
          <name>Type</name>
          <description>The nature or genre of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="8983">
              <text>Digitalisat</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="39">
          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="8984">
              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="50">
          <name>Title</name>
          <description>A name given to the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="13877">
              <text>Amerikadienst 25.08.1982</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="41">
          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="13878">
              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Erklärung Präsident Reagans zur Einigung im Libanon&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;State Department: Sowjetunion ignoriert Regeln des internationalen Verhaltens&amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Erklärung zum 14. Jahrestag der sowjetischen Invasion der Tschechoslowakei -&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Shultz: Amerikanische Haltung zum Erdgasröhrengeschäft bleibt fest&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Rolle und Aufgabe der amerikanischen Streitkräfte in Beirut&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Darlegung des amerikanischen Außenministeriums -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die START-Verhandlungen und das Problem der Verifizierung&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Von unserem Korrespondenten William H. Durham -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Künftige Schwerpunkte im US-Raumfahrtprogramm&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Startservice für In- und Ausland mit dem Raumtransporter -&lt;/em&gt;</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
      </elementContainer>
    </elementSet>
  </elementSetContainer>
</item>
