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                  <text>Information
und

I

International Communication Agency

18. August 1982

32
INHALT

DOKUMENTATION
Reagan: Das Atlantische Bündnis ist stark
- Interview des amerikanischen Präsidenten mit "Le Figaro" Weinberger: Rüstungskontrolle und Bündnisbeziehungen Kern der
US-Verteidigungspolitik
- Rede vor der Anwaltskammer in San Franzisko Die Heimstatt Erde bewohnbar erhalten
NASA-Chef Beggs plädiert für weltweite Gemeinschaftsprogramme
HINTERGRUND
Persönliche Freiheiten und nationale Sicherheit
- Von William Clark WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Raumtransporter startet deutsches Forschungsgerät
für Röntgen-Astronomie

ßckgcHcmpIcwcn

�32

18. August

1982

REAGAN: DAS ATLANTISCHE BÜNDNIS IST STARK
- Interview des amerikanischen Präsidenten mit "Le Figaro" -

WASHINGTON - (AD) - Das Weiße Haus veröffentlichte am 10. August 1982
den Wortlaut eines Interviews, das Ronald Reagan dem Washingtoner Korrespondenten der französischen Zeitung "Le Figaro", Charles Lambroschini, am
6. August 1982 gegeben hatte.
In dem Interview betonte Reagan die Stärke des Atlantischen Bündnisses,
wobei Auffassungsunterschiede ein'Merkmal für Konsultationen zwischen freien
und souveränen Staaten" seien. Auch das Problem der sowjetischen Erdgasleitung "kann und wird gelöst werden."
Die wesentlichsten Auszüge des Interviews haben folgenden Wortlaut:
FRAGE: Während Ihrer Europareise im Juni haben Sie immer wieder betont,
daß die Beziehungen zwischen Europa und den Vereinigten Staaten nie besser
gewesen seien - ganz im Gegensatz zu der Verwirrung innerhalb des Atlantischen

�des Atlanisehen Bündnisses zur Zeit der Carter-Administration. Dann kam der
Streit über das Gasgeschäft. Wie lautet nunmehr Ihr Urteil über den Zustand
des Bündnisses?
ANTWORT: Ich glaube, die Allianz ist stark. Die grundlegenden Werte und
die von uns allen geteilten Interessen, die uns stets geeint haben, sind und
bleiben viel wichtiger und dauerhafter als die Fragen, bei denen wir von Zeit
zu Zeit unterschiedlicher Ansicht sind. Meinungsverschiedenheiten innerhalb
des Bündnisses sind nichts Neues. Sie sind ein Merkmal für Konsultationen zwischen freien und souveränen Staaten.
Die Probleme, die Europa in letzter Zeit bedrängen, sind hauptsächlich
wirtschaftlicher Natur; sie berühren nicht unmittelbar die grundlegenden Interessen - im Sicherheitsbereich und hinsichtlich ähnlicher Aspekte -, auf
denen sich die NATO gründet. Ich möchte nicht den Ernst dieser wirtschaftlichen Probleme unterschätzen, aber ich glaube auch, daß wir sie erfolgreich
lösen werden.
Vergessen wir doch nicht, daß wir in Versailles echten Fortschritt erzielt haben - und im Gefolge auch in einer ganzen Anzahl wichtiger wirtschaftlicher Bereiche. Wir haben einen neuen Prozeß der wirtschaftspolitischen Koordination ins Leben gerufen, eine gemeinsame Studie über die Wirksamkeit der
Intervention auf den Devisenmärkten erstellt, Einigung über ein neues Abkommen über Ausfuhrkredite im OECD-Rahmen erzielt, die die Exportkreditsubventionen
- einschließlich derjenigen für die Sowjetunion - verringert, und wir sind
uns bei unseren Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich wichtiger Nord-SüdFragen nähergekommen. Währenddessen hält auch der Konsens des Bündnisses hinsichtlich Sicherheit, Rüstungskontrolle und Verteidigung - ja, dieser Konsens
wurde auf dem Bonner Gipfel gestärkt und in unseren Gesprächen seither erneut
bekräftigt.
FRAGE: Wie beurteilen Sie in diesem Zusammenhang die Beziehungen zwischen
Ihrem Land und Frankreich? Zunächst schien es so, als habe Amerika keinen

�Amerika keinen treueren Partner als das sozialistische Frankreich. Jetzt aber
ist die französische Regierung wegen der Erdgasröhrenfrage zu ihrer vertrauten Rolle innerhalb des Bündnisses zurückgekehrt - zum Widerspruch.(Außenminister)Cheysson ist viel unverblümter als seine europäischen Kollegen, wenn
er vor einer drohenden "Scheidung" zwischen Washington und Europa warnt. Was
antworten Sie auf solchen Pessimismus?
ANTWORT: Ich denke nicht im entferntesten an den Scheidungsrichter. Im
Ernst: Ich bin auch weiterhin optimistisch, und ich glaube, es gibt solide,
historische Gründe für meinen Optimismus. Frankreich und Amerika haben enge
bilaterale Beziehungen, die in die Zeiten der Revolution in beiden Ländern
zurückreichen, und wir waren stets engste Verbündete.
Natürlich gab es in unseren Beziehungen Höhen und Tiefen. Aber die Vereinigten Staaten schätzen das Bündnis mit Frankreich hoch ein - genau wie ich
meine ausgezeichneten Beziehungen zu Präsident Mitterrand schätze. Es gab zwischen uns eine Reihe sehr nützlicher und produktiver Treffen, und ich habe gerade eine ganz außergewöhnlich herzliche Botschaft von ihm als Antwort auf
mein Glückwunschschreiben zum französischen Nationalfeiertag erhalten.
Hinsichtlich der Frage der Erdgasleitung stimme ich der Charakterisierung
von Bundeskanzler Schmidt zu, der dies einen "Familienstreit" genannt hat. Wie
bei anderen Fragen in einer Familie kann und wird auch diese hier gelöst werden. Es ist kein Grund für eine Scheidung. Schon enge, konstruktive und private Konsultationen sind in Ordnung, aber wir haben zudem noch den Vorteil,
daß das Zursprachebringen unserer Meinungsverschiedenheiten sich auf die tiefen Bande gemeinsamer Interessen und Werte stützen kann, die weit über Einzelprobleme hinausreichen.
FRAGE: Wie steht es um den offenkundigen Widerspruch zwischen Ihren diplomatischen Zielsetzungen? Einerseits heben Sie das Getreideembargo auf, das von
Ihrem Vorgänger verhängt worden war, und verkaufen den Sowjets Getreide. Andererseits stellen Sie sich gegen die Europäer, wenn diese die Rohrleitung
bauen.

ANTWORT:

�ANTWORT: Die amerikanische Politik in bezug auf die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Ost und West versucht, die wirtschaftlichen Bindungen in Einklang
zu bringen mit unseren Zielsetzungen im Sicherheitsbereich. Zu einer Zeit, da
wir uns einer massiven sowjetischen Aufrüstung gegenübersehen, ist es unangemessen, zu erhöhter Abhängigkeit von der Sowjetunion durch Energieimporte oder
subventionierte Kredite zu ermutigen. Neue Projekte wie die Erdgasleitung haben sowohl konkrete als auch psychologische Konsequenzen für unsere derzeitigen
Si cherhei tsi nteressen.
Die Gasleitung - gebaut mit subventionierten Krediten - würde die Abhängigkeit Westeuropas vom Osten erhöhen und die Fähigkeit der Sowjetunion zur
Beschaffung harter Währungen vergrößern. Im Gegensatz hierzu ergeben sich aus
dem amerikanisch-sowjetischen Getreidehandel keine Sicherheitsprobleme. Der
Getreideverkauf an die Sowjetunion trägt nicht zu den technologischen Kapazitäten der Sowjetunion bei und bietet für sie auch keine Quelle der so dringend benötigten harten Währungen, wie dies bei der Gasleitung der Fall ist ja, Getreideverkäufe vermindern die sowjetischen Devisenbestände.
Die Hauptfrage hinsichtlich der Sanktionen bei der Gasleitung ist jedoch
die Lage in Polen. Wir haben im Dezember 1981 Sanktionen gegenüber der Sowjetunion nicht wegen dieser ganz speziellen Sicherheitsbedenken hinsichtlich der
Erdgasleitung verhängt, sondern wegen unseres Bestrebens, die Wiederversöhnung in Polen zu fördern. Diese Sanktionen wurden nicht in der Absicht verhängt, ein allumfassender Versuch zur Einstellung jeglichen Handels zu sein.
Die Idee war vielmehr, dadurch eine eindeutige politische Erklärung abzugeben:
Wir lehnten das sowjetische Verhalten gegenüber Polen ab und wollten, daß die
Sowjetunion die Konsequenzen ihrer Unterdrückung Polens überdenken würde.
Ich verhängte im Dezember 1981 kein Embargo bei Weizen und habe auch
nicht die derzeitige einjährige Verlängerung des amerikanisch-sowjetischen
Getreideabkommens suspendiert. Ein solches Embargo bliebe wirkungslos, da
es Weizen auf allen Weltmärkten gibt. Aber ich habe die Verhandlungen über ein

�über ein neues, langfristiges Abkommen mit der Sowjetunion zurückgestellt,
und diese Sanktion bleibt in Kraft.
Zudem habe ich stets klargestellt, daß die Sanktionen überprüft werden,
falls es deutlichen Fortschritt in Richtung auf echte Versöhnung in Polen geben sollte. Wirkliche Versöhnung erfordert ein Ende des Kriegsrechts, die Freilassung der politischen Gefangenen, einschließlich Lech Walesas, sowie eine
Wiederaufnahme des Dialogs zwischen der Solidarität, der Regierung und der
Kirche.
FRAGE: In Europa hat man den Eindruck, Sie hätten eine umfassende Offensive gegen die Europäer gestartet, nicht nur hinsichtlich dieses Gasgeschäfts,
sondern auch bei Stahl und bei den landwirtschaftlichen Exporten in die Vereinigten Staaten. Wie rechtfertigen Sie die Politik Ihrer Administration in
dieser Hinsicht?
ANTWORT: Das ganze Gerede von einem "Handelskrieg" ist schlicht und einfach falsch. Es verzerrt die Dimensionen dieses Problems ganz gewaltig - fast
genauso wie der Ausdruck "Wirtschaftskrieg", mit dem manche Leute die amerikanischen Sanktionen gegen die Sowjetunion beschreiben, die Tatsachen unserer
Ost-West-Politik verzerrt. Natürlich gibt es Meinungsverschiedenheiten zwischen den Vereinigten Staaten und Europa bei Handelsfragen. Aber wir versuchen, diese Probleme in einer für beide Seiten annehmbaren Weise zu lösen,
und bedienen uns dabei der angemessenen legalen Verfahren.
Stahl und Landwirtschaft sind sicherlich sehr wichtige Bereiche. Unsere
Maßnahmen beim Stahl wurden in völligem Einklang mit amerikanischem Recht ergriffen, und derzeit gibt es zwischen uns und den Unterhändlern der EG-Kommission intensive Gespräche in dem Versuch, zu einer Einigung über eine für
beide Seiten akzeptable Lösung zu kommen. Bei den Landwirtschaftsfragen bedienen wir uns der entsprechenden Verfahrensweisen zur Lösung von Streitfragen, wie sie das GATT (Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen) vorsieht, um
zu einem Ausgleich unserer Differenzen zu gelangen. Es besteht auf unserer
i:

•
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)\

- 5 i

�auf unserer Seite sicherlich nicht die Absicht, unsere so überaus bedeutsamen Wirtschaftsbeziehungen zu Europa zu stören oder zu schädigen. Dies zu
tun wäre in jedem Fall äußerst töricht, angesichts der Tatsache, daß Westeuropa

unser führender Handelspartner und der wichtigste ausländische Käu-

fer unserer Produkte ist.
FRAGE: Eine andere, immer wiederkehrende Klage ist die, daß Sie die Interessen des Bündnisses übersehen, daß Ihre wirtschaftliche Strategie Konsequenzen hat (hohe Defizite, hohe Zinsen, hoher Dollarkurs), die die Probleme
des Westens insgesamt nur verschlimmern. Wie ist Ihre Reaktion auf diesen angeblichen Egoismus seitens der Vereinigten Staaten? Denn Helmut Schmidts Argument lautet doch: Die beste Sicherheit für den Westen ist eine starke Wirtschaft.
ANTWORT: Ich bin mit Bundeskanzler Schmidt einer Meinung, daß eine starke Wirtschaft des Westens für unsere Verteidigung von entscheidender Bedeutung
ist. Ja, meine erste Priorität bei Amtsantritt war die Entwicklung eines Programms für die wirtschaftliche Wiedergenesung Amerikas. Das Wichtigste, das
Amerika zur Förderung der Gesundung der Wirtschaft des Westens tun kann, ist,
die Grundlagen für anhaltendes, nichtinflationäres Wachstum zu schaffen. Und
genau das ist es, was wir tun. Aber es wird ein langer und schwieriger Prozeß
sein, die Probleme von über zwanzig Jahren zu lösen.
Was die Zinsen angeht, so sind wir sehr empfänglich für die Probleme, die
sie sowohl in Europa als auch in den Vereinigten Staaten mit sich bringen. Wir
mögen sie nicht mehrals Sie. Es wurde damit begonnen, sie in den Vereinigten
Staaten zu senken, und wir werden dies auch weiterhin versuchen. Gerade diese Woche ist die Prinarateauf 15 Prozent gesunken. Dies ist immer noch zu
hoch, aber sicherlich eine beträchtliche Verbesserung gegenüber den mehr als
21 Prozent, die meine Administration übernommen hatte. Und auch die Inflation
liegt bei jährlich rund 6 Prozent - im Vergleich zu zwölf Prozent bei meiner
Amtsübernahme.
FRAGE:

�FRAGE: Wie sieht Ihr Konzept für das Bündnis aus? Sollte die NATO eine
Partnerschaft zwischen wirklich Gleichen sein, oder ist es so, daß sich die
Vereinigten Staaten als gleicher als die anderen sehen? Widerspricht sich
Schmidt nicht selbst, wenn er es begrüßt, daß die Vereinigten Staaten Führung ausüben, daß es aber zugleich auch unannehmbar sei, wenn sie Befehle erteilen? Wie stehen Sie zu Schmidts Einstellung?
ANTWORT: Erinnern wir uns zunächst einmal daran, daß die NATO eine Partnerschaft souveräner demokratischer Staaten ist, die sich auf den Prinzipien
der Konsultation und des Konsens gründet und die dazu entworfen wurde, ein
Ziel zu erreichen, nämlich Abschreckung und Verteidigung vor sowjetischer
Aggression - eine Aufgabe, die sie seit mehr als dreißig Jahren erfolgreich
erfüllt. In jeder freiwilligen Allianz stolzer, souveräner Staaten, zu deren
gemeinsamen Entscheidungen man durch freien Konsens und nicht durch die Art
von Zwang gelangt, wie man sie beim Warschauer Pakt sehen kann, muß es Meinungsverschiedenheiten und unterschiedliche Standpunkte geben. Ich glaube,
daß die Vereinigten Staaten innerhalb des Bündnisrahmens der Konsultationen
bisher eine nützliche, führende Rolle gespielt haben und dies auch weiterhin
tun werden.
Meine Administration hat sich zur Aufrechterhaltung und zur Verbesserung
des Konsultationsprozesses unter uns verpflichtet. Dies hat der Erfolg des
Bonner Gipfels gezeigt, und dies beweisen auch unsere anhaltenden Anstrengungen, dem Dialog zwischen den Verbündeten über das ganze Spektrum von Problemen, vor denen wir stehen, Breite und Tiefe zu geben. Natürlich respektieren wir voll und ganz das Recht unserer NATO-Partner, anderer Meinung zu
sein als wir - und es ist gerade der Konsultationsprozeß, durch den wir bisher immer wieder solche Differenzen beigelegt haben. Ein Bündnis wie das
unserige kann nur auf der Grundlage des gegenseitigen Respektes und der offenen Aussprache über unsere Meinungsverschiedenheiten funktionieren. In diesem Sinn

sehe ich in den Ansichten von Bundeskanzler Schmidt einen positiven

Beitrag zu dem anhaltenden NATO-Dialog.
FRAGE:

�FRAGE: Sind Sie immer noch besorgt über den neutralistischen Trend in
Europa, insbesondere in Deutschland?
ANTWORT: Diese Frage erinnert mich an eine andere, ältere Frage: Verprügeln Sie immer noch Ihre Frau? Nein, ich bin nicht immer noch über neutralistische Tendenzen in Europa besorgt - und war es auch niemals -, weil ich
immer Vertrauen zu der über allem stehenden Partnerschaft habe, die uns aneinanderbindet in dem Streben nach gemeinsamer Sicherheit gegen einen gemeinsamen Gegner. Diese Partnerschaft hat ihre festen Wurzeln in den westlichen
Werten - eine Tatsache, die besonders auf die Bundesrepublik zutrifft, deren
Verpflichtung zu unserer Verteidigung beträchtlich und unerschütterlich ist.
Wenn ich mir auch darüber im klaren bin, daß es innerhalb der deutschen
Öffentlichkeit eine ganze Bandbreite von Standpunkten gibt - wie dies genauso
auch in der amerikanischen Öffentlichkeit, ja, in der Öffentlichkeit aller
echten demokratischen Gesellschaften der Fall ist - so habe ich doch keinen
Zweifel hinsichtlich der Verpflichtung unseres Bündnisses zur Verteidigung
unserer Werte und Freiheiten.
FRAGE: Was ist Ihre Meinung zu folgenden in Europa vertretenen Ansichten:
Da die nukleare Verteidigung im Falle einer sowjetischen Invasion von den
Pazifisten als Selbstmord angesehen wird, sollte man da nicht konventionelle
Streitkräfte aufbauen? Weshalb ordnen Sie daher nicht die Rückkehr zur Wehrpflicht an? Und scheint es nicht wiederum so zu sein, daß Ihre Verbündeten
mehr Entschlossenheit und mehr Zusammenhalt zeigen, indem sie alle (mit Ausnahmen von Großbritannien) an irgendeiner Art von militärischer Dienstpflicht
festhalten?
ANTWORT: Die seit fast vier Jahrzehnten erfolgreiche Strategie der NATO
basierte auf dem Konzept der Abschreckung - die Verhütung eines Krieges durch
Aufrechterhaltung einer ausreichend glaubwürdigen Verteidigung, so daß die
Kosten eines jeden Angriffs jeden potentiellen Gewinn bei weitem überschreiten würden. Angesichts der Natur und des Grades der militärischen Bedrohung

�militärischen Bedrohung seitens des Warschauer Paktes bedeutet dies, daß die
militärische Position der NATO sowohl starke konventionelle Streitkräfte als
auch eine glaubwürdige nukleare Haltung im Europa der NATO und im Hinblick
auf unsere strategischen Nuklearstreitkräfte erforderlich macht.
Wenn die NATO die Fähigkeit aufrechterhält, wirksam auf jeder Angriffsebene zu antworten, sei sie nun konventionell oder nuklear, dann können wir
den Frieden bewahren. Wenn wir weniger tun, riskieren wir Krieg. Daher muß
unser Verteidigungsprogramm wie die Programme unserer Verbündeten - selbst
wenn wir uns um eine wirksame Rüstungsreduzierung auf gleiche und verifizierbare Ebenen bemühen - auf eine Verbesserung des ganzen Spektrums unserer militärischen Kapazität gerichtet sein.
Lassen Sie mich darauf hinweisen, daß unser Programm zur Verbesserung der
Position unserer konventionellen Streitkräfte eine besondere Erwähnung verdient. Aufgrund der Vernachlässigungen in der Vergangenheit ist es dringend
erforderlich, daß die Vereinigten Staaten und unsere NATO-Partner zusammenarbeiten, um die gegenwärtigen Mängel in unseren konventionellen Streitkräften zu beseitigen. Und genau darauf ist das amerikanische Verteidigungsprogramm abgestellt.
Was nun die nur aus Freiwilligen bestehenden Streitkräfte anbetrifft, so
ist es eine Tatsache, daß sie sich als uneingeschränkter Erfolg erweisen.
Unsere Truppenkommandeure sind überaus angetan von der Qualität ihrer Leute,
und sie sollten das auch. Im vergangenen Jahr hatten 80 Prozent aller Freiwilligen die High School abgeschlossen. In diesem Jahr werden die Zahlen
noch höher liegen. Es besteht kein Zweifel daran, daß die Streitkräfte junge
Leute von hoher Qualität rekrutieren, die stolz auf ihre Uniform sind. Sie
lernen ihr Handwerk, ihr Disziplinarverhalten ist gut, und sie verpflichten
sich in Rekordzahl weiter. Die Wehrpflicht ist im Amerika von heute einfach
nicht erforderlich.
FRAGE:

- 9 -

�FRAGE: Ist ein begrenzter Atomkrieg in Europa Teil Ihrer militärischen
Optionen?
ANTWORT: Unsere Strategie ist an der Abschreckung orientiert - Punktum!
Unsere Strategie ist die Wahrung des Friedens. Wir wollen die Sicherheit des
nordatlantischen Raumes durch eine überzeugende Abschreckungsposition erhalten sowie durch unsere Verpflichtung, nach militärisch wirksamen, gerechten
und verifizierbaren Abkommen über die Kontrolle und die Reduzierung solcher
Rüstungen zu streben, die die Sicherheit eines jeden bedrohen.
Von einem begrenzten Atomkrieg als militärischer Option zu sprechen,
geht am Kern des Ganzen vorbei. Das Bündnis glaubt, daß die wirksamste Weise,
einen Krieg zu verhüten, die ist, Aggression zu entmutigen. Und wir tun dies,
indem wir unsere gemeinsame Kapazität aufrechterhalten, auf angemessene Weise
auf jeden Grad von Aggression zu antworten. Gleichzeitig stehen wir in unserem Bemühen um einen Rüstungsabbau - und das haben wir durch unsere umfassenden und realistischen Rüstungsreduzierungsvorschläge, darunter ein mit fester
Unterstützung unserer Verbündeten auf dem Verhandlungstisch in Genf liegender
Vertragsentwurf für die nuklearen Mittel Streckensysteme (INF), bewiesen keinem anderen nach. Wir führen ernsthafte, auf gutem Glauben beruhende Gespräche mit den Sowjets über die Reduzierung der strategischen und der nuklearen Mittel Streckensysteme sowie der konventionellen Streitkräfte.
FRAGE: Wie beurteilen Sie die kürzliche Entlassung einiger politischer
Gefangener in Polen? Unter welchen Bedingungen wären Sie bereit, Ihre Haltung gegenüber der Regierung in Warschau zu ändern?
ANTWORT: Wir haben uns mit unseren NATO-Verbündeten über die am 21.Juli
von der polnischen Regierung verkündeten Schritte beraten. Wenn wir auch die
Ankündigung über die Freilassung einer Reihe von politischen Gefangenen begrüßen, so befindet sich doch immer noch eine große Anzahl von ihnen hinter
Gittern, und wir erneuern unseren Appell, sie zu entlassen. Das Andauern
des Kriegsrechts selbst ist schon beklagenswert. Wir bedauern zutiefst die

- 10 -

�zutiefst die offenkundige Weigerung der polnischen Behörden, mit der Solidarität einen Dialog zu führen oder ihr Recht auf Existenz anzuerkennen.
Wir sind uns mit unseren Verbündeten darin einig, daß die kürzlich von
der polnischen Führung verkündeten Schritte beträchtlich hinter der Erfüllung
der drei Kriterien zurückbleiben, die in der Erklärung der Verbündeten vom
11. Januar 1982 niedergelegt sind. Es hat einige ermutigende Hinweise auf
eine Lockerung des Kriegsrechts gegeben, aber im großen und ganzen waren die
kürz liehen Maßnahmen enttäuschend, und es gibt ganz gewiß keinen Grund in Polen zu feiern. Wir hoffen auch weiterhin, daß die polnischen Behörden erkennen werden, wie gefährlich es für Polen ist, den Kriegszustand zwischen der
Regierung und dem Volk aufrechtzuerhalten, und daß sie ihren Kurs ändern
werden.
Wir selbst werden weiterhin unsere Politik vor diesem Hintergrund prüfen.
FRAGE: Befinden Sie sich auf einem Kreuzzug gegen die Sowjetunion? Ist
Ihr wahres Ziel der Zusammenbruch des kommunistischen Regimes in Moskau oder
wollen Sie nur, daß die Eindämmung funktioniert?
ANTWORT: Nein, die Vereinigten Staaten befinden sich nicht auf einem
"Kreuzzug" gegen die Sowjetunion. Die amerikanische Regierung hat immer wieder ihr Interesse an einer kooperativeren Beziehung zur Sowjetunion als ein
Mittel zur Stärkung des Weltfriedens und der Stabilität erklärt. Die Vereinigten Staaten können jedoch nicht das sowjetische Abenteurertum - wie es
in Afghanistan und Polen zutage tritt - sowie die ungezügelte Aufrüstung
Moskaus akzeptieren. Meine Regierung verfolgt deshalb eine Politik, die
darauf abzielt, zur sowjetischen Zurückhaltung zu ermutigen.
Was nun die Innenpolitik anbetrifft, so muß unserer Ansicht nach das
sowjetische Volk selbst über die Regierungsform entscheiden, unter der es
zu leben wünscht. Gleichzeitig können die Vereinigten Staaten nicht einfach

- 11 -

�nicht einfach die schweren Verletzungen der Menschenrechte ignorieren, zu denen es regelmäßig in der Sowjetunion wie in anderen kommunistischen Staaten
kommt. Meine Regierung hat Moskau gegenüber klargemacht, daß diese Mißbräuche
wie aber auch das unverantwortliche sowjetische Verhalten im internationalen
Rahmen, ein ernsthaftes Hindernis für verbesserte amerikanisch-sowjetische
Beziehungen darstellen.
Es ist wichtig, daß wir im Westen die sowjetische Aufrüstung nicht durch
subventionierte Kredite, den Verkauf hochentwickelter Technologie sowie andere
Maßnahmen unterstützen, die es der sowjetischen Regierung praktisch ermöglichen, die harten Entscheidungen aufzuschieben, die sie bei der Zuteilung ihrer knappen Ressourcen treffen muß.

- 12 -

�Dokumentation
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

18. August 1982

32

WEINBERGER: RÜSTUNGSKONTROLLE UND BÜNDNISBEZIEHUNGEN KERN DER
US-VERTEIDIGUNGSPOLITIK
- Rede vor der Anwaltskammer in San Franzisko -

SAN FRANZISKO - (AD) - Der amerikanische Verteidigungsminister Caspar
Weinberger erklärte am 11. August 1982 in einer Rede vor der amerikanischen
Anwaltskammer in San Franzisko, daß im Mittelpunkt der Verteidigungspolitik
der Vereinigten Staaten neben der Zielsetzung einer stärkeren Verteidigung
vor allem auch das Verhältnis zu den Verbündeten und wirksame Rüstungskontrollabkommen stehen.
Die Rede Weinbergers hat in ihren wichtigsten Auszügen folgenden
Wortlaut:
Die Reagan-Administration bemüht sich heute um die Bewahrung eines Konsens im Bereich der nationalen Sicherheit. Dieser Konsens hat drei wichtige
Komponenten, die sich wechselseitig unterstützen:
Erstens: Wir wollen ein angemessenes Niveau der nationalen Stärke aufrechterhalten, und dies erfordert Zeit und Geld;
Zweitens: Wir wollen den Verpflichtungen gegenüber unseren Verbündeten

Postfach 20 03 00
D 5300 B o n n 2

Tel.: 0228-339 22 40
Telex: 8-85432

�unseren Verbündeten gerecht werden; und
Drittens: Wir wollen uns um wirksame Rüstungskontroi labkommen bemühen.
Da jede dieser drei Komponenten wichtig ist, möchte ich sie gern etwas
eingehender vorstellen.
I. Die Reagan-Administration ist der Wiedergewinnung und danach der Aufrechterhaltung eines Niveaus der Verteidigungsstä'rke verpflichtet, die ausreichend
ist, vor einem jeglichen Angriff auf uns abzuschrecken. In Zeiten schwieriger
Beschränkungen beim Haushalt ist dies eine schmerzliche Verpflichtung, die
schon oft genug Konflikte hervorgerufen hat.
Die für die Verteidigung verwandten Mittel würden - für anderes ausgegeben - im öffentlichen Bereich eine ganze Menge Gutes bewirken. Aber wir
dürfen nicht vergessen, daß "die wichtigste soziale Dienstleistung, die eine
Regierung für ihr Volk tun kann, darin besteht, es am Leben und in Freiheit
zu halten." Es ist dies eine Verpflichtung, die zu vernachlässigen wir auf
gefährliche Weise nahegekommen sind.
Vor 18 Monaten begann die Reagan-Administration mit ihrem Programm der
Erneuerung der amerikanischen Verteidigung - und schon haben wir beträchtliche Fortschritte gemacht. Diese Fortschritte zeigen sich sowohl in einem
verbesserten Umgang mit den Mitteln als auch in erhöhten Mitteln.
Und dennoch ist dies erst ein Anfang - wenn wir in der Lage sein wollen,
unseren Verpflichtungen gegenüber unseren Verbündeten gerecht zu werden und
vor einer sowjetischen Aggression abzuschrecken. Denjenigen, die behaupten,
wir könnten kein angemessenes Niveau der Verteidigung finanzieren, weil die
Mittel anderweitig gebraucht würden, kann ich nur sagen, daß sie eine falsche
Rechnung aufmachen. Die Ausgaben für Verteidigung können nicht durch das festgelegt werden, was von anderen Programmen übrigbleibt; vielmehr müssen sie
an der Bedrohung gemessen werden, vor der wir tatsächlich stehen. Und diese

- 2 -

�Und diese Bedrohung ist heute sehr real - und es ist eine zunehmende Bedrohung.
II.

Der zweite Weg, auf dem wir die Nation schützen können, besteht darin,

den Verpflichtungen gegenüber unseren Verbündeten gerecht zu werden. Auch
dies ist eine Idee, die eine wechselvolle Geschichte hat. Von der Warnung
Washingtons vor erstickenden Allianzen bis hin zu heutigen Vorschlägen, die
sich für einen Abzug unserer Truppen aus Europa einsetzen, gab es in unserer
Nation immer einen starken Hang zum Isolationismus. Aber die Zeit, da dieser
Isolationismus durch die natürlichen Grenzen unserer Geographie gerechtfertigt wurde, ist lange vergangen. Wir können uns nicht mehr länger vormachen,
daß die Verpflichtungen gegenüber unseren Verbündeten lediglich einem altruistischen Wunsch nach der Bewahrung ihrer Freiheit entspringen. Tatsache
ist doch, daß die Verteidigung ihrer Freiheit lediglich die Vorneverteidigung unserer eigenen Freiheit darstellt.
Trotz dieser Realitäten gibt es heute immer noch einige, die unserer
Verpflichtung gegenüber unseren Verbündeten kritisch gegenüberstehen - vor
allem jene, die wünschen, daß diese Administration ihre tiefe Verpflichtung
gegenüber der NATO vermindern sollte. Die NATO hat als eines der erfolgreichsten Bündnisse der Weltgeschichte Europa

die längste Friedensperiode der mo-

dernen Geschichte gebracht. Und ihre Lebensfähigkeit wurde erst kürzlich wieder durch den Beitritt Spaniens unterstrichen. Aber gerade weil sie so wirkungsvoll ist, ist sie auch ein zentraler Punkt der sowjetischen Strategie
in dem Bestreben, das Bündnis zu zerstören. Zugleich auch besteht die Versuchung, die Vorzüge der NATO als selbstverständlich anzusehen, während andere
wiederum fragen, ob das Bündnis die Anstrengung wert sei. All dies führt zu
Gerede über unausgeglichene Verteilung der Lasten - insbesondere in Zeiten
der angespannten Haushalte.
Wir dürfen nicht zulassen, daß solche Spannungen die höchst konkreten
Beiträge in den Schatten stellen, die unsere Verbündeten für ihre eigene
Verteidigung und für die Verteidigung anderer Staaten geleistet haben.Während
- 3 -

�Während der siebziger Jahre - dem Jahrzehnt der Vernachlässigung auf unserer
Seite - haben viele unserer Verbündeten beträchtliche Beiträge geleistet, um
unsere geschwächte Position zu stärken. Und auch in den letzten Jahren zeigen
sich im NATO-Raum eine ganze Reihe vielversprechender Entwicklungen, die die
anhaltende Verpflichtung unserer Verbündeten signalisieren. Ein Beispiel hierfür ist der Host Nation Support, die Unterstützung durch das Gastland, wodurch die Verteilung der Lasten innerhalb des Bündnisses verbessert und ein
wirkungsvollerer Einsatz der amerikanischen Streitkräfte möglich wird. Es bedarf weiterer Anstrengungen. Ja, wir alle müssen mehr tun. Aber vor allem müssen wir die NATO stark und einig halten.
In Erkenntnis der Bedeutung anderer Regionen, insbesondere Südwestasiens,
für das wirtschaftliche Wohlergehen des Westens beschäftigt sich die NATO
auch mit Problemen, die über ihren unmittelbaren Bereich hinausgehen. Wir
arbeiten zusammen mit unseren NATO-Verbündeten an Oberflugrechten, En-RouteZugang und Unterstützung für den Fall, daß es für unsere eigene Sicherheit
oder die des Westens notwendig werden sollte, unsere Macht im Mittleren Osten
oder anderswo zu projizieren. Vor kurzem zeigte der Falkland-Krieg, wie entscheidend es ist, für unerwartete Notfälle genauso gerüstet zu sein wie für
wahrscheinlichere Krisen.
Man sollte ferner festhalten, daß unsere Verbündeten in Europa wertvolle
Hilfe auch dadurch geleistet haben, daß sie einer Beteiligung an der Sinaiund anderen friedenserhaltenden Operationen zustimmten. Die Bereitschaft
Großbritanniens, Frankreichs, Italiens, Norwegens und der Niederlande, bei
der Aufrechterhaltung des Friedens in der von jeher unbeständigen Region des
Nahen Ostens mitzuhelfen, stellt einer entscheidenden Beitrag zur kollektiven
Sicherheit des Westens selbst dar.
Trotz unserer umfassenden Verpflichtung gegenüber unseren Verbündeten
müssen wir uns gelegentlich für Positionen stark machen, die ihnen Sorge bereiten. Wir haben unsere Verbündeten dazu ermutigt, ihre Verteidigungsausgar
ben zu erhöhen - genauso wie wir unsere eigenen erhöhen. So etwas ist nie

- 4 -

�ist nie eine populäre Forderung, aber eine notwendige. Desgleichen haben
wir alles in unserer Macht Stehende getan, um zu vermeiden, daß die bereits
ungemein offensive militärische Stärke der Sowjetunion noch zunimmt. Diese
Einstellung zeigt sich in unserer Politik hinsichtlich des Technologietransfers, der vorgeschlagenen sowjetischen Erdgasleitung nach Westeuropa und
hinsichtlich der Kredite. Notwendigerweise bereitet diese Politik einigen
unserer Verbündeten Sorge.
III. Die letzte Komponente unseres Sicherheitskonsens ist der Verfolg wirksamer Rüstungskontroi labkommen. Gleich zu Beginn dieser Administration kamen wir zu der Überzeugung, daß der beste Weg zur Erzielung eines dauerhaften Friedens mit den Sowjets darin bestünde, sie davon zu überzeugen, umfassenden und verifizierbaren RüstungsVerminderungen zuzustimmen, die auf beiden Seiten Gleichheit auf einem weit geringeren Niveau brächten, als wir es
derzeit haben.
Die Vereinigten Staaten haben ein umfassendes Rüstungsverminderungsprogramm vorgelegt, das die Beseitigung der landgestützten Raketen mittlerer
Reichweite, eine Verringerung der Gefechtsköpfe von strategischen ballistischen Raketen um ein Drittel sowie eine beträchtliche Verringerung der Landund Luftstreitkräfte der NATO und des Warschauer Paktes und neue Sicherungsvorkehrungen zur Verminderung des Risikos eines Krieges durch Zufall vorsieht. Wir haben diesen Prozeß jedoch nicht blindlings verfolgt. Wir haben
vielmehr vier entscheidende Kriterien festgelegt, an denen wir jeglichen
Rüstungskontroll Vorschlag messen werden:
Erstens bestehen wir auf bedeutsamen Verringerungen. Wir haben uns zur
Verringerung der Anzahl und des Zerstörungspotentials der Waffen verpflichtet - nicht nur zum Einfrieren auf einem hohen Niveau oder zur Legitimierung
noch weit höherer Niveaus, wie dies bei den bisherigen SALT-Abkommen der
Fall war.
Zweitens

�Zweitens streben wir Gleichheit an - und nichts weniger. Wir wollen Vereinbarungen, die zu beiderseitigen Verringerungen der effektiven Streitkräfte
auf ein gleiches Niveau führen. Wir sind der Überzeugung, daß diese Gleichheit absolut notwendig ist, wenn wir unserem Land eine angemessene Sicherheit
bieten wollen. Zur

Bemessung dieser Gleichheit konzentrieren wir uns auf die

Zerstörungskraft der Waffen - nicht nur auf Überlegungen wie etwa die Anzahl
der Startgeräte. Ein Startgerät als solches hat keine Zerstörungskraft, und
doch war dies der Maßstab, der bei SALT II benutzt wurde. Dem hatten die Sowjets natürlich zugestimmt, ja, sie hatten es sogar vorgeschlagen, denn es
ermöglichte ihnen, wie sie es noch jetzt zu dieser Stunde tun, sich noch mehr,
noch schwerere und noch zielgenauere tödliche Waffen zu beschaffen.
Drittens werden wir auf Verifizierbarkeit bestehen. Die Vereinigten Staa
ten werden die Bestimmungen der Rüstungskontrollabkommen sorgfältig erarbeiten und auf Maßnahmen bestehen, die eine Einhaltung auf beiden Seiten sicherstellen. Ich bin sicher, daß Sie die absolute Notwendigkeit dieses Erfordernisses einsehen.
In der Tat haben wir sehr gute Beweise dafür, daß die Sowjetunion das
Abkommen über den Nichtersteinsatz von chemischen Waffen gebrochen hat. Zudem hatten bestimmte sowjetische Versuche ausreichende Ausmaße, um ernste
Fragen hinsichtlich der Einhaltung der 150-Kilotonnen-Beschränkung des Atomtest-Schwellenvertrages aufkommen zu lassen. Diese beiden Punkte zeigen bereits die Notwendigkeit verbesserter Verifizierungsverfahren. In diesem Zusammenhang ist auch von Bedeutung, daß wir immer umfassende Verifizierung
vor Ort angeboten haben und dies auch weiterhin tun.
Wir sind noch immer weit entfernt von Grenville Clarks Utopie, wo es
Weltfrieden durch Weltrecht gibt. In der Welt, in der wir jetzt leben, bieten RüstungsVerminderungsabkommen ohne Einigung über angemessene und wirksame Verifizierung keine Sicherheit.
Schließlich werden wir darauf bestehen, daß die Rüstungskontrollverein-

- 6 -

�die RüstungskontrollVereinbarungen die Sicherheit der Vereinigten Staaten
und ihrer Verbündeten auch wirklich erhöhen. Wir dürfen keine kosmetischen
Abkommen akzeptieren, die die Öffentlichkeit in einem falschen Gefühl der
Sicherheit wiegen. Manche von uns mögen der Meinung sein, daß einmal begonnene Verhandlungen zu einem Abkommen führen müssen - sogar dann, wenn es ein
für uns nicht gutes Abkommen ist. Ich fürchte, daß von dieser Argumentation
etwas in die SALT-Verhandlungen eingeflossen war.
Unser aller Furcht vor einem Atomkrieg hat einige dazu veranlaßt, sich
für Vorschläge einzusetzen, die.so gut sie auch gemeint sein mögen, eine
ernsthafte Bedrohung unserer Fähigkeit sind, wirkungsvolle Rüstungskontrollabkommen auszuhandeln. Zu jenen Vorschlägen zählen das "Nukleare Einfrieren"
und

der "Nichtersteinsatz".
Befürworter eines nuklearen Einfrierens glauben, daß Rüstungskontroll-

Verhandlungen eher erfolgreich wären, wenn wir vor dem erfolgreichen Abschluß dieser Verhandlungen die Bereitschaft erklärten, unsere nuklearen Kapazitäten auf dem gegenwärtigen Stand einzufrieren. Diese Haltung birgt verschiedene Gefahren in sich. Zunächst einmal legt sie der Sowjetunion, die
fast täglich ihre Nuklearkapazität verbessert und vergrößert, keine entsprechende Zurückhaltung auf...

Die Eindrierungsvorschläge könnten durchaus die

Stärke der Vereinigten Staaten beschränken und uns in eine Position der permanenten Unterlegenheit gegenüber den Sowjets bringen, ohne daß die Expansion der sowjetischen Stärke begrenzt würde.
Aber mit dem Einfrierungsvorschlag ist noch eine weitere Gefahr verbunden: Durch die Schwächung unserer Entschlossenheit, unsere nukleare Verteidigung zu stärken, würden die Befürworter des Einfrierens praktisch unsere
Fähigkeit zerstören, echte Rüstungsreduzierungen auszuhandeln...
Wir müssen weiterhin unsere Entschlossenheit zeigen, unsere nukleare Kapazität zu modernisieren, obwohl wir natürlich zutiefst hoffen, wichtige und
wirksame RüstungsreGuzierungsabkommen auszuhandeln. Nur durch die Aufrechter-

- 7 -

�die Aufrechterhaltung unserer Stärke können wir den erforderlichen Druck erzeugen, um die sowjetische Zustimmung zu vorteilhaften Rüstungsreduzierungsabkommen zu erlangen.
Darüber hinaus werden wir nur durch die anhaltende Modernisierung unserer
Kapazitäten bei gleichzeitigem Bemühen um faire Rüstungsreduzierungsabkommen
angemessen geschützt sein, sollten die Verhandlungen nicht zum Erfolg führen.
Nukleare Abschreckung mag eine unpopuläre Vorstellung sein, aber man kanndoch die Tatsache nicht widerlegen, daß sie funktioniert hat. Und denken Sie
doch nur einmal an die Alternative: eine militärische Stärke, die zu schwach
ist, um abzuschrecken. Es hat doch keinen großen Sinn, immer nur das banale
Klischee zu bringen, daß die beiden Supermächte über genügend Waffen verfügen, um sich gegenseitig in die Luft zu jagen. Wir müssen eine sorgfältigere
Analyse durchführen und werden dann sehen, daß die Sowjets die Treffgenauigkeit und Reichweite ihrer Raketen sowie ihre Fähigkeit gewaltig erhöht haben,
Vergeltungsschlägen standzuhalten - wir aber nicht. Wir hatten in der Vergangenheit genügend Abschreckungskraft - genug zur Verhinderung eines Atomkrieges und auch zur Verhinderung eines konventionellen Krieges zwischen den Supermächten. Wir können dieses entscheidende Element unserer Sicherheit nicht
aufgeben, solange es nicht durch wirkungsvolle und verifizierbare Rüstungskontrollabkommen ersetzt und die Irrtumsmarge hierbei nicht noch wesentlich
geringer wird.
Der Vorschlag eines "Nichtersteinsatzes" stellt eine andersartige Bedrohung unserer Sicherheit dar, indem er ein wichtiges Element beseitigt,
das nötig ist, um die Sowjetunion vor dem Einsatz ihrer ungeheuren konventionellen Kapazität abzuschrecken. Ich habe bereits auf den erstaunlichen
Zuwachs der konventionellen Kapazität der Sowjetunion hingewiesen, die ihre
Verteidigungserfordernisse bei weitem übersteigt und in der Tat ein gewal-....
tiges Offensivpotential darstellt. Diejenigen, die von den Vereinigten Staaten eine Erklärung des "Nichtersteinsatzes von Kernwaffen" fordern, vergessen, daß wir bereits eine Politik des Nichtersteinsatzes betreiben, die alle
unsere Waffen umfaßt - konventionelle wie nukleare. Unsere Waffen sind allein

- 8 -

�sind allein zur Verteidigung vorgesehen, und wir werden sie nicht einsetzen,
solange dies nicht notwendig ist, um unseren Frieden und unsere Sicherheit
zu gewährleisten. Aber die Erklärung einer Politik des Nichtersteinsatzes
von Kernwaffen ist eine offene Einladung an die Sowjetunion zum Einsatz ihrer konventionellen Stärke, um uns und unsere Verbündeten zu bedrohen. Denken wir doch nur daran, daß - so schrecklich die Vernichtungskraft von Kernwaffen ist - auch die konventionellen Waffen die Kapazität haben, uns einzuschüchtern und das zu zerstören, was wir wertschätzen. Bis wir echte RUstungsverminderungsabkommen ausgehandelt haben und auf unsere Fähigkeit vertrauen
können, eine glaubwürdige konventionelle Abschreckung zu erhalten, dürfen wir
uns unserer Fähigkeit nicht berauben, einer Aggression eine flexible Antwort
entgegenzusetzen.
Dies also sind die entscheidenden Elemente einer starken Verteidigung,
die die Reagan-Administration zu unterhalten anstrebt: angemessene und rechtzeitige Nachrüstung (und dies wird viele Jahre brauchen und wird sehr teuer
sein); feste Verpflichtung gegenüber unseren Verbündeten; und tatkräftiger
Verfolg wirksamer Rüstungsverminderung. All diese Elemente unterstützen sich
wechselseitig. Wir müssen über mehrere Jahre hinweg ein angemessenes Niveau
der Verteidigungsausgaben aufrechterhalten, um uns in die Lage zu versetzen,
unseren Verpflichtungen gegenüber unseren Verbündeten nachzukommen und Anreize für eine Rüstungsverminderung zu bieten.
Unsere Verpflichtungen gegenüber unseren Verbündeten erhöhen den wirksamen Einsatz unserer eigenen Mittel und bieten zusätzliche Anreize für Rüstungsabbau.
Sinnvolle, verifizierbare Rüstungsverminderungen können zu wesentlichen
Verringerungen bei den Verteidigungsausgaben führen und ebenfalls unsere Fähigkeit zur Erfüllung unserer Verpflichtungen gegenüber unseren Verbündeten
erhöhen.
+ + + + +

- 9 -

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II

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LV

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Dokumentation
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

32

18. August 1982

DIE HEIMSTATT ERDE BEWOHNBAR ERHALTEN
NASA-Chef Beggs plädiert für weltweite Gemeinschaftsprogramme

WIEN - (AD) - Auf der zweiten UN-Konferenz über die Erforschung und friedliche
Nutzung des Weltraums (UNISPACE '82, 9.-21. August 1982 in Wien) umriß James M.
Beggs, der Leiter des US-Amtes für Luft- und Raumfahrt (NASA) und Chef der amerikanischen Delegation, die Vorstellungen seiner Regierung von der Anwendung der Raumfahrttechnik zugunsten der Menschheit in einer programmatischen Rede.
Wir geben im folgenden die Ansprache Beggs vom 10. August 1982 auszugsweise
wieder:
"Fünfundzwanzig Jahre nach Beginn des Zeitalters der Raumfahrt und 14 Jahre
nach unserer ersten UN-Weltraumkonferenz kommen wir erneut in Wien zusammen, um
uns über den gegenwärtigen Stand und die künftigen Wege der friedlichen Nutzung
des Weltraums klar zu werden. Die vergangenen 25 Jahre waren von außergewöhnlichen
Errungenschaften in weltraumgestützten Aktivitäten gekennzeichnet - nicht nur
seitens der Vereinigten Staaten, sondern einer wachsenden Zahl von Ländern in aller
Welt. Die letzten Jahrzehnte waren auch von der führenden Rolle der Vereinigten Staaten

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 22 40
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Vereinigten Staaten in den Wissenschaften vom Weltraum und der Anwendung der Raumfahrttechnik, häufig in enger Zusammenarbeit mit anderen Ländern, gekennzeichnet.
Mehr als 1 OOO Abkommen schlössen die USA bisher mit mehr als 100 Ländern,
um sie an den Vorteilen und dem Abenteuer der Raumfahrt teilhaben zu lassen. Ich
möchte hier sehr deutlich feststellen, daß die Vereinigten Staaten beabsichtigen,
ihre führende Rolle in der friedlichen Nutzung des Weltraums zu behalten und ihr
aktives und offenes Programm internationaler Zusammenarbeit fortzusetzen. In dieser
Sache spreche ich hier für Präsident Reagan, der das amerikanische Raumfahrtprogramm und seine Anwendung zur Verbesserung der Lebensbedingungen auf der Erde sehr
unterstützt.
Im Jahr 1968, zur Zeit der ersten UN-Weltraumkonferenz, gab es zwei bedeutende
Raumfahrtmächte, ein paar weitere Länder bemühten sich um Raumfahrtprogramme. Die
Vereinigten Staaten hatten gerade die Vorbereitungen für ihr dramatisches AP0LL0Projekt abgeschlossen, in dessen Verlauf zwölf Amerikaner auf dem Mond landeten
und sicher zur Erde zurückgebracht wurden. Zusammen mit dem SKYLAB-Programm eröffnete es die Möglichkeit, daß sich Menschen längere Zeit im Weltraum aufhalten.
Außerdem erfuhren unsere wissenschaftlichen Kenntnisse eine enorme Ausweitung.
Inzwischen haben wir in Amerika die Erprobung des Raumtransporters abgeschlossen,
den wir noch in diesem Jahr routinemäßig einsetzen wollen. Er erlaubt den zuverlässigen und kostengünstigen Transport in den Weltraum und eröffnet auch für die Zukunft neue und größere Gebiete für internationale Zusammenarbeit. Die meisten Planeten
in unserem Sonnensystem wurden bereits sondiert, und bis zum Ende dieses Jahrzehnts
werden unsere unbemannten Sonden mit Ausnahme des fernen Pluto alle Planeten besucht
haben. Wir haben Nachrichten-, Wetter-, Navigations- und Erderkundungssatelliten
gebaut und eingesetzt, die allen Völkern der Erde ungezählte Vorteile bringen.
Drei Entwicklungen in den vergangenen 14 Jahren sollten wir besonders beachten,
wenn wir unseren künftigen Weg planen:
- Zum Ersten

- 2 -

�- Zum Ersten ist das Tempo des Fortschritts in der Ausweitung wissenschaftlicher Erkenntnisse und in der Anwendung der Raumfahrttechnik einfach erstaunlich.
Man denke nur an die kleine Kapsel, in der John Glenn, der erste amerikanische
Astronaut, die Erde umrundete, und an den 20 Jahre später gestarteten Raumtransporter!
Er ist ein Wunderwerk der Technik und verspricht, bis zum Ende dieses Jahrhunderts
das wichtigste Weltraumtransportsystem zu bleiben.
- Zum Zweiten gibt es heute weitaus mehr Nationen, die Weltraumprogramme verfolgen. Wissenschaftliche, wirtschaftliche und technische Anreize haben eine
wachsende Zahl von Ländern veranlaßt, auf die eine oder andere Weise und in mehr
oder weniger großem Umfang sich auf dem Gebiet der Raumfahrttechnologie und deren Anwendungen zu engagieren. Die Vereinigten Staaten begrüßen diese Entwicklung, das
daraus erwachsende Wissen und Anregungen für das noch immer verheißungsvolle Neuland menschlichen Strebens.
- Zum Dritten wird es immer wichtiger, Aktivitäten im Weltraum mit unseren
irdischen Erfordernissen in Beziehung zu setzen. Der Raumfahrt entspringende Neuerungen finden dank der Bemühungen auf dem privaten Sektor Eingang in zahllose Gebiete
menschlicher Tätigkeit.
Es ist zu erwarten, daß sich diese Tendenzen fortsetzen. Deshalb müssen zu
unseren vordringlichen Zukunftsaufgaben jene gehören, die uns helfen, unseren
Heimatplaneten Erde besser zu verstehen, die nationalen wirtschaftlichen Entwicklungen zu fördern und die Verbreitung von Fachkönnen zu unterstützen. Die
Vereinigten Staaten sind bereit, ihr Teil zur Erlangung dieser Ziele beizutragen.

Mehr Verständnis für die Gegebenheiten auf der Erde
Das Vordringen in den Weltraum eröffnet nicht nur Einblicke in andere Welten,
sondern hilft uns auch, die Bedingungen für das Leben hier auf der Erde besser zu
erkennen, zu verstehen und entsprechend zu berücksichtigen. So sind sich die Vereinigten Staaten beispielsweise klar darüber, daß eine umfassendere Erforschung
von Umweltproblemen und verbesserte wissenschaftliche Vorhersagemethoden notwendig

- 3 -

�Vorhersagemethoden notwendig sind, um Probleme in bezug auf die generelle Bewohnbarkeit der Erde überhaupt wirksam anpacken zu können. Wir leben auf einem von
ständiger Veränderung geprägten Planeten, und es hat sich gezeigt, daß Beobachtungen
aus dem Weltraum von unschätzbarem Wert sind, Veränderungen zu erfassen, von denen
die Erde betroffen wird. Die Vereinigten Staaten führen heute eine Anzahl von Weltraumaktivitäten durch, die auf dieses Ziel gerichtet sind, und wir sehen, daß auch
andere Regierungen und internationale Institutionen sich in dieser Hinsicht bemühen. .
Unseres Erachtens ist es wichtig, daß man beginnt, über weltweite Bedingungen
in größeren Dimensionen nachzudenken. Im Besonderen stellen wir uns ständige und langfristige Forschungsanstrengungen im Rahmen internationaler Zusammenarbeit vor, um die
Grundlage von Daten und Wissen auszuweiten, von der aus hinsichtlich der Umwelt vernünftige Entscheidungen getroffen werden können. Durch besser organisierte Anstrengungen können wir den Wert und die Zuverlässigkeit verfügbarer Informationen verbessern
und systematischer eine Basis für die Bewertung und für Maßnahmen in bezug auf langfristige Prozesse in den weltweiten Veränderungen schaffen. Die Raumfahrttechnik
wird zu einem noch wertvolleren Instrument, wenn sich die Aufmerksamkeit auf Entwicklungen konzentriert, die die Bewohnbarkeit unserer Erde beeinflussen.
Hier auf der Konferenz und in den kommenden Monaten werden die Vereinigten
Staaten mit anderen Regierungen und internationalen Institutionen ein globales
Konzept über die Bewohnbarkeit unserer Erde erörtern. Wir sähen gerne die Frage entschieden, ob wirksamere, gemeinsame langfristige Anstrengungen auf weltweiter Basis
durchführbar sind. Meine Regierung ist überzeugt, daß ein solches Gemeinschaftsunternehmen allen Ländern der Welt, Industrieländern wie Entwicklungsländern, zugutekommen'
wUrde.
»

Darüber hinaus können Raumfahrttechnologien allen Ländern, insbesondere Entwicklungsländern, helfen, bevorstehende Naturkatastrophen eher zu erkennen und sich
besser darauf einzustellen. Um dies zu erreichen, schlagen wir zwei Projekte vor:

- Schaffung einer

�- Schaffung einer Arbeitsgruppe für das Nachrichtenwesen in der Katastrophenhilfe mit Unterstützung der UN-Weltraumabteilung, um die Möglichkeit zur Einrichtung eines globalen Nothilfe-Satellitennachrichtensystems bei Katastrophenfällen zu untersuchen.
- Um herauszufinden, wie Raumfahrttechnologien am besten für Maßnahmen bei
Naturkatastrophen eingesetzt werden können, soll im Frühjahr 1984 unter der Schirmherrschaft des US-Amtes für Internationale Entwicklung (AID) eine fünftägige
Konferenz in Washington abgehalten werden. Auf dieser Konferenz würde man die gegenwärtigen operationellen Systeme, in der Entwicklung befindliche regionale Systeme
und künftige Technologien prüfen, die für den Aufbau eines weltweiten Katastrophenmelde- und Frühwarnnetzes eingesetzt werden könnten.
Um zu einem besseren Verständnis der Erde beizutragen, machen die Vereinigten
Staaten den Teilnehmern der UNISPACE-Konferenz außerdem einen speziellen Index von
LANDSAT-Aufnahmen mit den besten Fotos zugänglich, die in den letzten zehn Jahren
von LANDSAT 1, 2 und 3 gemacht wurden. Die Kataloge enthalten Querverweise auf die
neuen, vom Geologischen Bundesamt der Vereinigten Staaten erstellten Karten. Die
durch das LANDSAT-Programm erlangten Daten sind jedem Land zugänglich und unerläßlich, um auf unserer Erde Ressourcen zu erkennen und zum Wohl der Menschheit
einzusetzen.

Hilfe bei der Wirtschaftsentwicklung
Viel wurde schon über die verheißungsvollen Möglichkeiten der Raumfahrttechnik
für die nationale Wirtschaftsentwicklung geschrieben und gesprochen. Nur zu leicht
wird dabei die Tatsache übersehen, daß bei der Anwendung der Raumfahrttechnik drei
Dinge wesentlich sind: Es müssen Prioritäten gesetzt, knappe Ressourcen nach einem
Schlüssel verteilt werden, und die Verwaltung muß nach wissenschaftlichen Grundsätzen sorgfältig arbeiten. Die Raumfahrttechnik ist verheißungsvoll, und mit ihrer
Anwendung ist in Zusammenarbeit mit anderen Regierungen und dem privaten Sektor
vieles zu erreichen. Der Prozeß der Technologie-Anwendung läuft jedoch nicht zum
Nulltarif, und er sollte nur nach sorgfältig getroffenen Entscheidungen seitens

- 5 -

�Entscheidungen seitens der Regierungen in Angriff genommen werden. Die Vereinigten
Staaten sind bereit, bei diesem Prozeß durch mehrere Programme, die sich als erfolgreich erwiesen haben, Hilfestellung zu leisten:
- Die Vereinigten Staaten haben über das AID-Satellitenprogramm für ländliche
Gebiete gemeinsam mit Entwicklungsländern begonnen, die Anwendung von Nachrichtensatelliten für Entwicklungsaufgaben zu fördern. Wir führen Pilotprogramme für Tele- •
fonnetze und Konferenzschaltungen, für Unterricht, Forschung und Entwicklung sowie
für Informationszwecke und für Beratungen durch. Um die Ergebnisse dieser Bemühungen •
einem größeren Kreis zur Kenntnis zu bringen, werden die USA im Jahr 1985 eine
internationale Konferenz über Satellitenkommunikation in Landregionen abhalten.
- In Kürze beginnt die praktische Erprobung einer billigen Satellitenempfangsstation mit solarer Energiequelle. (Diese betreibt außerdem eine Wasserpumpe, eine
Getreidemühle und einen medizinischen Kühlschrank, in dem Impfstoffe und Medikamente
aufbewahrt werden.) Das Ganze ist speziell für Entwicklungsländer konstruiert und auf
deren Bedürfnisse ausgerichtet. Die Resultate und technischen Daten der Erprobung
macht AID über sein Satellitenprogramm für ländliche Gebiete verfügbar. Die
Kombination, in Zusammenarbeit zwischen amerikanischen Regierungstellen und
Industrie geschaffen, soll für Entwicklungsländer die Kosten für Bodenstationen
senken und ihnen eine zuverlässige regenerative Energiequelle an die Hand geben.

Wissen und Können mit anderen teilen
Alle solche Programme funktionieren aber nur, wenn das technische Können für
ihre Durchführung Verbreitung findet. Der vorläufige Konferenzbericht betont zu
Recht, daß es notwendig sei, Ausbildungsprogramme vor allem für Techniker und
Wissenschaftler von Entwicklungsländern auszuweiten. Auch die Vereinigten Staaten sind
dieser Überzeugung und werden im Rahmen dieser Konferenz sowie während des bevorstehenden, von der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) geförderten WeltJahres für
Kommunikation wesentlich zu Ausbildungsprogrammen und deren Verbesserung beitragen.
Ich bin

�Ich bin sicher, daß künftige Entwicklungen im Weltraum nicht weniger dramatisch
sein werden als jene, die sich seit 1968 ergaben. Denn ich glaube, daß wir über
die dafür notwendigen menschlichen Ressourcen, die Phantasie und das technische
Können verfügen und entschlossen sind, die Entwicklungen in der friedlichen
Nutzung des Weltraums zu beschleunigen. Der Weltraum wurde als "Grenze ohne Ende"
bezeichnet. Und wenn wir an das kommende Vierteljahrhundert und an die Zeit danach
denken, so ist das Potential zur Erforschung und Nutzbarmachung des Weltraums zum
Wohle aller Menschen grenzenlos wie der Raum selbst. Ich bin sicher, daß die
Menschenfamilie diesem Potential gerecht werden wird. Neue Herausforderungen,
neue Abenteuer, die Ressourcen neuer Welten sind für uns in Reichweite gelangt.
Es liegt an uns, nach ihnen zu.greifen. Der Drang, das Unbekannte zu entdecken,
ist ein Grundzug des Pioniergeistes, der für die Welt so viel bedeutet. In diesem
nie endenden Forschen wollen die Vereinigten Staaten mit allen Nationen zusammenarbeiten, um unserer Generation und künftigen Generationen auf unserem Planeten
Frieden und Wohlstand zu bringen.
+++++

- 7 -

�32

18. August 1982

PERSÖNLICHE FREIHEITEN UND NATIONALE SICHERHEIT
- Von William Clark -

William Clark ist Sicherheitsberater des
amerikanischen Präsidenten. Diesem Artikel
liegt eine Rede Clarks vor der Amerikanischen
Anwaltskammer in San Franzisko zugrunde.
- (AD) - Die Prinzipien der persönlichen Freiheit sind einfach - und offenkundig: Mord ist unrecht. Folter ist unrecht. Zensur ist unrecht. Totalitäre
Diktaturen sind unrecht; Demokratie und die Ausbreitung von Demokratie sind das
beste Mittel, um weltweit die persönliche Freiheit zu garantieren.
Aber die Umwandlung dieser Grundsätze in Politik ist eine komplexe, schwierige
Aufgabe. Und sie wirft eine Diskussion über die Methoden auf - nicht über die Grundsätze selbst.
Ein entscheidender Teil dieser Debatte ist das komplexe Verhältnis zwischen
der Förderung der Sache der persönlichen Freiheit und den Erfordernissen der
nationalen Sicherheit - insbesondere hinsichtlich jener Länder, bei denen es so
offensichtlich um unsere eigenen nationalen Sicherheitsinteressen geht.
Ungeachtet der

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Telex: 8-85432

�Ungeachtet der Behauptungen mancher Leute, daß die miteinander in Widerspruch
stehenden Forderungen nach persönlicher Freiheit und nationaler Sicherheit einander
unversöhnlich gegenüberstehen, ist dies nur in einem oberflächlichen Sinn der Fall.
Die Reagan-Administration ist der Überzeugung, daß ein starkes Amerika - ein
Amerika, dessen nationale Sicherheit gewährleistet ist - auch gut für die persönlichen Freiheiten in der ganzen Welt ist. Keine Nation wird bei ihrem Bemühen
um persönliche Freiheiten Erfolg haben, wenn sie selbst als schwach angesehen wird, '
wenn der Eindruck besteht, sie befände sich auf dem Rückzug und sei ihrer selbst
nicht sicher.
Von den beiden Großmächten der heutigen Zeit bemühen sich lediglich die
Vereinigten Staaten um die persönliche Freiheit auf eine mehr als oberflächliche
Weise. Die gewaltige Macht der Sowjetunion wird eingesetzt, um die persönlichen
Freiheiten zu unterdrücken, nicht aber zu fördern. Diese Tatsache - so scheint mir -,
ist der Beginn geopolitischer Weisheit in unserem Zeitalter. Sie ist durch Befragen
verifizierbar - fragen wir doch die Polen, die Afghanen, die Kambodschaner.
Würden sich die Vereinigten Staaten für Optionen einsetzen - wie dies manche
gern von uns erwarten -, die unsere nationale Stärke mindern würden, dann würde die
Sowjetunion weltweit noch stärkeren Einfluß erlangen, und die Sache der Freiheit würde
in der ganzen Welt leiden.
Die Vereinigten Staaten haben den positiven Wandel in Richtung auf Demokratie
in Spanien und in Portugal unterstützt. Die Vereinigten Staaten haben sich intensiv
für die im vergangenen Jahr in Honduras, El Salvador, Costa Rica und der Dominikanischen Republik abgehaltenen Wahlen eingesetzt. Die Vereinigten Staaten unterstützen
intensiv die Regierung der Türkei bei deren Plänen zur Wiederherstellung der
konstitutionellen Demokratie im kommenden Jahr.
Wir sind auch bestrebt, unserer traditionellen Verpflichtung gegenüber den
persönlichen Freiheiten in jenen Weltgegenden gerecht zu werden, wo unser Einfluß
notwendigerweise weniger direkt zum Tragen kommt. Osteuropa liegt weit von uns -

- 2 -

�von uns - sowohl was die Entfernung, als auch die politische Philosophie anbelangt.
Da gab es Leute, die dachten, wir würden dem Kampf um Freiheit in diesem Raum unbeteiligt gegenüberstehen.
Nach vier Jahrzehnten des Krieges, der Besetzung und des Totalitarismus war
Polen gerade dabei, die frische Luft der Freiheit zu spüren; diese Bewegung in
Richtung auf die Freiheit brachte die Sowjetunion nicht nur zu der Befürchtung,
daß ihr Griff um Polen sich lockern, sondern daß ihr gesamtes Imperium angesteckt
werden könnte. Wir reagierten tatkräftig auf die Kriegserklärung der polnischen
Regierung gegenüber ihrem eigenen Volk. Wir haben gegen die polnische Regierung
Sanktionen verhängt, aber auch gegen die sowjetische Regierung, deren Einschüchterung in großem Maß für die Ereignisse des 13. Dezember verantwortlich war.
Allerdings gab es unsere Sanktionen, wie kostspielig sie auch für jene sind,
die die Gewalttaten in Polen verüben, nicht umsonst: Das Embargo bei wichtigen
Industriegütern kostet unserer Industrie Hunderte von Millionen Dollar - und dies
in einer Zeit großer Arbeitslosigkeit in diesem Land. Auch unser Beharren auf
strikter Einhaltung der Sanktionen verursachte Reibungen mit unseren Verbündeten etwas, das wir zu allen Zeiten unbedingt zu vermeiden wünschen.
Am 29. Dezember hatten wir den Eindruck, keine andere Wahl zu haben: Es ging
um die höchsten Prinzipien. Die Freiheiten der Polen schützen auf indirekte, aber
greifbare Weise unsere eigenen Freiheiten; ihr Schaden ist unser Schaden. Würden
wir unsere Verpflichtung gegenüber der Freiheit kurzfristigen wirtschaftlichen oder
auch politischen Vorteilen opfern, so würde dies uns von genau dem Erbe entfernen,
das uns zu einem starken und bewunderten Volk gemacht hat.
Die amerikanische Stärke kann genauso viel für die Menschlichkeit und die
persönlichen Freiheiten wie für die nationale Sicherheit erreichen. Aber diese
Leistungen können nur dann erbracht werden, wenn erstens Amerika stark ist - militärisch, moralisch, politisch und wirtschaftlich - und wenn zweitens auch die
anderen Staaten unsere Verpflichtung gegenüber der Verteidigung unserer Grundsätze,
einschließlich der Verteidigung der persönlichen Freiheiten

- 3 -

JJTI

internationalen

�im internationalen Rahmen, als fest ansehen. Die bisherigen Leistungen dieser
Administration sind genügend Beweis für die Erfüllung jener Verpflichtung.
Unsere aktive Unterstützung der persönlichen Freiheiten im internationalen
Rahmen sind auch für unsere nationale Sicherheit gut. Unsere wichtigsten Verbündeten sind alle Demokratien, während kein einziger Verbündeter der Sowjetunion eine
Demokratie ist. Eine demokratischere Welt wird eine Welt sein, in der gerade wir
noch mehr Freunde und noch mehr nationale Sicherheit haben werden.
Wir erkennen die Tatsache an, daß die verschiedenen Vorstellungen von Freiheit
normalerweise tief in der Geschichte und der Politik einer Gesellschaft verwurzelt
sind und schon aus diesem Grund Probleme, die mit der persönlichen Freiheit zusammenhängen, nicht rasch gelöst werden können. Versuche zu einem abrupten Obergang
oder gewaltsamer politischer und sozialer Veränderung führen oft nur zu noch größerer
Verletzung der Menschenrechte.
Der erstmalige Aufbau einer Demokratie in einem sich entwickelnden Land bedarf
der umfassenden Umwandlung und politischen Reform. Aber wenn es auch eine Aufgabe
ist, die Geduld und Hingabe erfordert, so ist es doch letztlich die sicherste
Garantie für die persönlichen Freiheiten. So entfaltete sich die Demokratie in
Spanien allmählich, aber erfolgreich - und sie wurde erreicht trotz der Hindernisse,
von denen man den Eindruck hatte, sie seien zu groß, um von den Befürwortern der
Demokratie überwunden zu werden.
Amerikas Verpflichtung zur Ausübung seiner Macht im Namen der persönlichen
Freiheiten bringt besondere Verantwortlichkeiten mit sich, die manche kleineren
Länder sicherlich zu vermeiden in der Lage sind. Um es offen zu sagen: Es ist für
Staaten leicht, eine kleinere Rolle in der Weltpolitik zu spielen und kompromißlosen
Perfektionismus in Situationen zu fordern, bei denen sie nicht unmittelbar betroffen
sind. Diese Länder können - und tun dies manchmal - auf absoluter moralischer Reinheit in der Türkei, in El Salvador oder in anderen Ländern bestehen, wo es um unsere
Sicherheitsinteressen geht. Diesen Ländern kostet ihre Rhetorik praktisch nichts.
Als die

�Als die Reagan-Administration ihre Arbeit in Washington aufnahm, herrschten
hinsichtlich der Menschenrechte extreme Vorstellungen. Ein Extrem besagte, daß die
in anderen Staaten praktizierten Menschenrechte keinerlei Auswirkungen auf unsere
Beziehungen mit diesen Staaten haben sollten. Das andere Extrem besagte: Unsere
Verurteilung der Menschenrechtsverletzungen in diesen anderen Staaten sollte keine
Rücksicht auf unsere nationale Sicherheit nehmen. Die beiden extremen Sichtweisen
hatten dennoch etwas gemein: Sie waren sich darin einig, daß die menschlichen Freiheiten und die nationale Sicherheit unvereinbarliche Forderungen stellen und daß
wir genötigt wären, uns unter Ausschluß der jeweils anderen für eine zu entscheiden.
Diese Administration ist anderer Meinung. Wir müssen versuchen - und wir versuchen -, unsere nationale Sicherheit sogar in jenen Regionen der Welt zu schützen,
wo es bedauernswerte Verletzungen der persönlichen Freiheit geben mag. Warum? Weil
unsere eigene nationale Sicherheit davon abhängt, Freiheit und persönliche Freiheiten
in der ganzen Welt zu sichern.
Lassen Sie mich, gestützt auf umfassende Beobachtungen bezüglich der persönlichen Freiheit und der nationalen Sicherheit, auf sieben Richtlinien hinweisen,
die diese Administration in ihrem Versuch befolgt, die Freiheit des einzelnen zu
fördern, während gleichzeitig an nationalen Sicherheitserfordernissen festgehalten
wird. Es sind dies:
2. Die Verpflichtung zur Effektivität - Gutes zu leisten, statt nur gut auszusehen. Ankündigungen und Reden allein bewirken noch keine effektive Politik.
2. Unsere Effektivität basiert auf einem größeren Einsatz der traditionellen
Politik, statt auf öffentlicher Verurteilung.
3. Die Verpflichtung, daß die Vereinigten Staaten eine beständige und verläßliche Kraft in internationalen Angelegenheiten bleiben werden. Andere Regierungen
müssen wissen, daß die USA ein verläßlicher Freund und - wenn nötig - ein entschlossener Gegner sein werden.
4. Eine positive

- 5 -

�4. Eine positive Einstellung zur Natur des Menschen, um Ziele zu erreichen,
die mit unseren Idealen in Einklang stehen. Im Herbst vergangenen Jahres erklärte
ich in einer Rede: "Wir sind bemüht, gerade auf jenen Grundzügen des internationalen
Lebens aufzubauen, die einige Kreise abschaffen wollen - nationale Unterschiede,
nationale Interessen und nationaler Stolz. Wenn sie in die richtige Bahn gelenkt
werden, dann können diese Strömungen des internationalen Lebens genutzt werden, um
eine gerechte und friedliche Weltordnung zu schaffen. Gerade auf einer solchen
konstruktiven Nutzung der Natur des Menschen, nicht auf ihrer Zurückweisung, basierten die friedlichen Abschnitte in der Geschichte der Welt."
Wir wollen den Menschen nicht ummodeln und die Elemente des menschlichen Zusammenlebens nicht neu bestimmen; wir wollen uns auf die grundlegenden menschlichen
Erfordernisse berufen und anderen Nationen die Richtung zum Frieden, zur Demokratie
und zur persönlichen Freiheit weisen.
5. Die Besorgnis über die Verletzung der persönlichen Freiheiten von jeder
nur möglichen Seite - von Seiten der Regierung oder von anderer Seite. Eine zur
Regierung in Opposition stehende Gruppe, die sich des Terrorismus, des Mordes, der
Folter, der Unterdrückung einer freien Presse oder der Einmischung in die Gerichtsbarkeit bedient, ist für die Betroffenen genau so schrecklich wie die Unterdrückung
von offizieller Seite.
6. Die Verpflichtung, sich der Ausweitung der Diktatur zu widersetzen. Direkte
Aggression, Guerrillakrieg und Terrorismus werden von der Sowjetunion und von
Libyen angewandt, um Demokratien zu unterminieren und Diktaturen dieser Machart
zu unterstützen.
7. Die Verpflichtung zu einer weltweiten Kampagne für die Demokratie, die der
Präsident in seiner kürzlichen Rede vor dem britischen Parlament aufgezeigt hat.
Wir müssen dazu beitragen, daß die demokratischen Institutionen wie eine freie
Presse, unabhängige Rechtssysteme, demokratische politische Parteien, freie Kirchen
und freie Universitäten gestärkt werden.
Die Demokratie

- 6 -

�Die Demokratie ist auf freien Institutionen aufgebaut: Dies ist die Lehre
unserer eigenen Geschichte. Eine Politik der persönlichen Freiheit kann nicht
nur eine Angelegenheit von Kritik und Sanktionen sein; ihr Kern muß die Förderung
und Unterstützung derjenigen sein, die überall in der Welt Demokratien praktisch
schaffen.
Das Recht eines Volkes, sich selbst zu regieren, ist wohl die höchste der persönlichen Freiheiten. Solange es keine Selbstregierung gibt, ist die Verwirklichung
der persönlichen Freiheiten niemals gewährleistet.
Die Stärke und der Wille Amerikas sind für die Verbreitung der persönlichen
Freiheit auf der ganzen Welt von wesentlicher Bedeutung. Beide sind Vorbedingungen
dafür, die Sache der persönlichen Freiheiten zu einem Zentralpunkt unserer Außenpolitik zu machen. All dem liegt eine Tatsache zugrunde: Jeder, der sich wirkungsvoll fUr die persönlichen Freiheiten einsetzen will, muß dies in klarer Erkenntnis
der größten Bedrohung dieser Freiheiten tun - dem Anwachsen totalitärer Macht und
dem Ansturm einer Ideologie, die eine jegliche Verletzung der persönlichen Freiheit
rechtfertigt, solange sie im Namen des Staates geschieht.
Es ist ein Widerspruch in sich, von einer "übermäßigen Furcht vor dem
Kommunismus" zu sprechen und gleichzeitig die Sache der persönlichen Freiheit
fördern zu wollen. Die Marxisten-Leninisten glauben der Definition ihrer Sache nach
nicht an die Menschenrechte, die persönlichen Freiheiten oder das Gewissen des
einzelnen. Sie glauben an die Anhäufung staatlicher Macht und letztlich an die
Ausdehnung dieser Macht auf jede Nation, die auf dieser Erde lebt.
Wie Präsident Reagan kürzlich erklärte, ist dieser Versuch einer weltweiten
Unterdrückung der Freiheit die Tragödie unserer Zeit und das bedeutsamste neue Ereignis unserer Generation.
+++++

- 7 -

�Wi//en/chcift
und Technik
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

18. August 1982

32

RAUMTRANSPORTER STARTET DEUTSCHES FORSCHUNGSGERÄT
FÜR RÖNTGEN-ASTRONOMIE

WIEN - (AD) - Eine Vereinbarung zwischen den Vereinigten Staaten und
der Bundesrepublik Deutschland über den Start eines deutschen Forschungssatelliten für die Röntgenastronomie wurde von NASA-Administrator James M.
Beggs und Staatssekretär Hans-Hilger Haunschild vom Bundesministerium für
Forschung und Technologie (BMFT) am 8. August 1982 in Wien unterzeichnet.
Das zwei Tonnen schwere Gerät (Röntgensatellit - ROSAT) soll im Jahr 1987
mit dem amerikanischen Raumtransporter gestartet und auf eine Umlaufbahn in
500 km Höhe gebracht werden.
Der Forschungssatellit wird mit einer Anzahl hochempfindlicher Instrumente ausgerüstet. Er gibt Wissenschaftlern die Möglichkeit, neue Informationen über Größe, Ort und Zusammensetzung von Himmelskörpern zu erlangen.
Ein sogenanntes Röntgenteleskop an Bord soll die erste umfassende Durchmusterung des Firmaments nach Quellen von Röntgenstrahlung im All und die eingehende Beobachtung einzelner Objekte erlauben, die Röntgen!icht aussenden.

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 22 40
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�Röntgenlicht aussenden. Dieses kann an der Erdoberfläche nicht registriert
werden, weil die Erdatmosphäre kosmische Röntgenstrahlen absorbiert. Ein Teleskop, ein Bilddetektor sowTe eine Kamera (letztere trägt der britische Forschungsrat für Wissenschaft und Technik zu dem Projekt bei) registrieren die
Objekte auf einem Film. Bisher sind vor allem durch amerikanische Forschungssatelliten ca. 1500 Quellen von Röntgenstrahlung im All erfaßt worden.

+ + + + +

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              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Reagan: Das Atlantische Bündnis ist stark&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Interview des amerikanischen Präsidenten mit "Le Figaro" -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weinberger: Rüstungskontrolle und Bündnisbeziehungen Kern der US-Verteidigungspolitik&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Rede vor der Anwaltskammer in San Franzisko -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Heimstatt Erde bewohnbar erhalten&lt;br /&gt;NASA-Chef Beggs plädiert für weltweite Gemeinschaftsprogramme&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Hintergrund&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Persönliche Freiheiten und nationale Sicherheit&amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Von William Clark -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Raumtransporter startet deutsches Forschungsgerät für Röntgen-Astronomie</text>
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