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und
Dokumentation
International Communication Agency
Embassy of the United States of America
11. August 1982

31
INHALT
DOKUMENTATION

GRUSSADRESSE REAGANS AN DIE DELEGIERTEN DER UN-WELTRAUMKONFERENZ
INFORMATION
MARTIN S. FELDSTEIN ZUM NEUEN VORSITZENDEN DES WIRTSCHAFTSBEIRATES
DES PRÄSIDENTEN NOMINIERT
KOHLE - DIE BESTE ENERGIEQUELLE
- Ergebnis einer Studie des Wirtschaftskomitees im US-Kongreß HINTERGRUND
KONGRESS UNTERSTÜTZT REAGANS RÜSTUNGSKONTROLLPOLITIK
- Von unserer Korrespondentin Mary C. Smith DAS BEHARRLICHE STREBEN DER USA NACH NUKLEARER RÜSTUNGSKONTROLLE
- Ein Kommentar der Stimme Amerikas GETREIDE UND TECHNOLOGIE - EIN ENTSCHEIDENDER UNTERSCHIED
- Ein Kommentar der Stimme Amerikas WELTKULTURKONFERENZ DER UNESCO BETONT WERT DER PRESSEFREIHEIT
- Von unserer Korrespondentin Mildred Sola Neely WISSENSCHAFT UND TECHNIK
MELDEZENTRALEN IM WELTRAUM
- Satelliten als Relais- und Erderkundungsstationen -

Um Über/endun9 von
ßck&lt;)cxcmplorcn
wird gebeten

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�Dokumentation

i
31

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11. August 1982

GRUSSADRESSE AN DIE DELEGIERTEN DER UN-WELTRAUMKONFERENZ

WIEN

- (AD) - Im Verlauf eines von den Vereinigten Staaten getragenen

Gala-Abends wandte sich der amerikanische Präsident Ronald Reagan am 10.
August 1982 per Videofilm an die Delegierten der UN-Weltraumkonferenz, an
der vom 9.-21. August Repräsentanten von fast 150 Staaten teilnehmen und
die sich mit den Problemen der Erforschung und der friedlichen Nutzung des
Weltraums beschäftigt. Dabei hatten die Teilnehmerstaaten auch die Möglichkeit, im Rahmen eines Nationalabends als Gastgeber aufzutreten, wobei zu dem
amerikanischen Programm neben der Grußadresse Präsident Reagans auch eine
Lesung des Autors James Michener sowie Reden amerikanischer Astronauten
gehörten.
Die Grußadresse des Präsidenten hat folgenden Wortlaut:
Vor dreizehn Jahren setzten zwei amerikanische Astronauten - Neil
Armstrong und Edwin Aldrin - als erste Menschen ihren Fuß auf den Mond.
Dort stellten sie eine Plakette auf, die die folgenden Worte trug: "We
Came In Peace For All Mankind"
heit).

(Wir kamen in Frieden für die ganze Mensch-

Diese Plakette steht noch heute auf der Mondoberfläche, um den Geist

des amerikanischen Weltraumprogramms zu symbolisieren - jetzt und auch in Zu-

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�in Zukunft.
Wir sind stolz auf unsere Leistungen bei der Erforschung des Weltalls.
In nur einem Viertel Jahrhundert haben wir eine Menge an neuem Wissen über
unser Sonnensystem, über die Sterne, über das Universum und über unsere
eigene zerbrechliche Erde zusammengetragen. Wir sind dabei, herauszufinden, woher wir kommen und was die Zukunft für unseren Planeten und für uns
alle bereithält, die wir auf ihm leben. Die zahllosen Vorteile, die sich
aus unserem Raumfahrtprogramm ergeben haben, sind allen Völkern dieser Welt

„,

zuteil geworden. Kommunikationssatelliten verbinden weitentfernte Erdteile
miteinander. Die Untersuchung der Erdatmosphäre und der Erdoberfläche vom
Weltraum aus hilft dabei, die Rohstoffe dieser Erde zum Vorteil aller zu
nützen. Und Wettersatelliten geben uns auf weltweiter Basis Informationen,
die uns in die Lage versetzen, die Naturelemente

vorherzusagen, die unser

Leben gestalten, - und uns auf sie einzustellen.
Seit Beginn des amerikanischen Raumfahrtprogramms haben wir die internationale Zusammenarbeit betont. Ich bin sehr stolz darauf, daß die meisten
unserer großen Raumfahrtprojekte unter der Beteiligung anderer Staaten durchgeführt wurden. Ja, die internationale Zusammenarbeit ist elementarer Bestandteil von Form und Wesen unseres zivilen Raumfahrtprogramms.
Diese Zweite UN-Konferenz über die friedliche Nutzung des Weltraums
bietet den Führungspersonen in der ganzen Welt die noch nie dagewesene Möglichkeit, den Kurs für größere Zusammenarbeit zwischen den Staaten bei der
Erforschung der letzten und endlosen Grenze der Menschheit abzustecken.
Der Dichter Archibald MacLeish hat es bered : in diese Worte gefaßt:
"Die Erde - sie trägt uns alle... Brüder sind wir auf diesem strahlenden
Wunder in der ewigen Kälte".
Entschließen wir

- 2 -

*

�Entschließen wir uns zur Zusammenarbeit, um sicherzustellen, daß die
Wohltaten des Weltraums auch weiterhin zu einer leuchtenden und friedvollen
Zukunft auf Erden beitragen. Und stecken wir neue Wege zu den Sternen ab,
damit sie uns als Straßen der friedlichen Forschung und der Wagnisse für
unsere Generation wie auch für die kommenden Generationen dienen mögen.
Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche und fruchtbare Konferenz. Ich
danke Ihnen, und Gott schütze Sie alle.

- 3 -

�31

11. August 1982

MARTIN S. FELDSTEIN ZUM NEUEN VORSITZENDEN DES WIRTSCHAFTSBEIRATES
DES PRÄSIDENTEN NOMINIERT

WASHINGTON - (AD) - Martin S. Feldstein, der am 6. August 1982 von Präsident
Reagan zum neuen Vorsitzenden des Wirtschaftsbeirates des Präsidenten nominiert
worden ist, wird - sobald der Senat die Ernennung bestätigt hat - Murray
Weidenbaum ersetzen, der seine akademische Lehrtätigkeit wieder aufnehmen wird.
Bei Bekanntgabe der Nominierung erklärte Larry Speakes, der stellvertretende
Pressesprecher des Weißen Hauses: "Der Präsident ist überzeugt, daß er (Feldstein)
der beste Mann für diese Aufgabe ist." Diese Ansicht wird auch von Feldsteins
Kollegen geteilt: "Ich freue mich über die Berufung von Marty Feldstein sehr",
erklärte Walter W. Heller, Wirtschaftsprofessor an der University of Minnesota
und unter den Präsidenten Kennedy und Johnson ebenfalls Vorsitzender des Wirtschaftsbeirates des Präsidenten. Heller zufolge vertritt Feldstein eine angebotsorientierte Wirtschaftstheorie, die die Angebotskapazitäten der Wirtschaft vor
allem durch Investitionen und Spartätigkeit fördern möchte. Außerdem unterstütze
er selektive Steuerermäßigungen und habe klare Vorstellungen darüber, wie die
Haushaltsdefizite verringert werden könnten.
Auch Herbert

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�Auch Herbert Stein, Wirtschaftsprofessor an der University of Virginia
und während der Nixon-Administration ebenfalls Vorsitzender des Wirtschaftsbeirates des Präsidenten, bezeichnete Feldstein als einen Spezialisten, der "ungemein
qualifiziert" sei und den man in der Welt der Wirtschaftswissenschaft überaus
schätze: "Seine besondere Stärke ist die langfristige, empirische Analyse von
Wachstum, Produktivität und Effizienz. Daher glaube ich, daß er bestens für
die grundsätzlichen Interessen dieser Administration geeignet ist."
Der 42-jährige Feldstein gehört zu der einflußreichen Gruppe jüngerer
Wirtschaftswissenschaftler, die der Meinung sind, daß die Ideen und Rezepte von
John Maynard Keynes nicht mehr für die amerikanische Volkswirtschaft der achtziger
Jahre angemessen sind. Er verweist darauf, daß derzeit eine "umfassende Revolution
des wirtschaftlichen Denkens" stattfindet, die schließlich zu einer realistiscneren
Einstellung gegenüber Arbeitslosigkeit, höherer Spartätigkeit und der angemessenen
Rolle des Staates in der Volkswirtschaft führen werde.
Nach Bestätigung durch den Senat wird sich Feldstein von der Harvard-Universität beurlauben lassen, wo er seit 1967 als Professor für Wirtschaftswissenschaft tätig ist. Davor unterrichtete er von 1964 bis 1967 am Nuffield College
der Universität Oxford; derzeit ist er Präsident des "National Bureau of
Economic Research" - einer Privatorganisation für Wirtschaftsanalyse, die für
ihre Arbeit über die Untersuchung von Wirtschaftszyklen bekannt ist. Außerdem
ist er Mitglied zweier Regierungsinstitutionen, des nationalen Beratungsaussciusses
für Produktivität und eines Prüfungsausschusses, der die Lohn- und Preisentwicklung
des Privatsektors analysiert.
Im Jahr 1977 wurde Feldstein die John Bates Clark-Medaille der American
Economic Association verliehen - eine Ehre, die alle zwei Jahre einem Wirtschaftswissenschaftler zuteil wird, der jünger als vierzig Jahre ist und den jeweils bedeutsamsten Beitrag zur amerikanischen Wirtschaftswissenschaft geleistet hat..
Am 25. November 1939 in New York geboren, lebt Feldstein, der die HarvardUniversität absolviert und in Oxford promoviert hat, heute mit seiner Frau Kathleen,
ebenfalls eine Wirtschaftswissenschaftlerin, und zwei Kindern in Belmont im Staate
Massachusetts.

&gt;....:

�11. August 1982

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KOHLE - DIE BESTE ENERGIEQUELLE
- Ergebnis einer Studie des Wirtschaftskomitees im US-Kongreß

WASHINGTON - (AD) - "Kohle ist die ergiebigste und sicherste Energiequelle, auf die für das künftige Wirtschaftswachstum der Vereinigten Staaten
zurückgegriffen werden kann." Dies ist das Fazit der jüngsten Studie des von
Mitgliedern des Senats und Repräsentantenhauses gemeinsam besetzten Wirtschaftskomitees im US-Kongreß, das sich in einer Serie von Untersuchungen
mit den Möglichkeiten der Wirtschaftsentwicklung auf längere Sicht befaßt.
Die Studie trägt den Titel: "Case Studies in Public/Private Cooperation to
Revitalize America: Coal" (Fallstudien für die Zusammenarbeit zwischen dem
öffentlichen und privaten Sektor zur Wiederbelebung Amerikas - Beispiel
Kohle).
Das sinkende Angebot an Importöl in den nächsten zwanzig Jahren erfordere, so wird in der Studie geschätzt, die Verdoppelung des Weltverbrauchs
an Kohle bis zum Jahr 1990 und sogar die Verdreifachung bis zum Jahr 2000.
Es wird darauf verwiesen, daß die Vereinigten Staaten gegenwärtig 787 Millio-

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�787 Millionen Tonnen Kohle pro Jahr fördern. Eine Steigerung der Fördermenge
auf maximal 1,575 Milliarden Tonnen bis zur Jahrhundertwende sei denkbar.
"Wenn wir dieses Niveau erreichen", so der Ausschußvorsitzende Henry Reuss,
"könnten die USA um das Jahr 2000 bis zu 315 Millionen Tonnen jährlich exportieren". Europäische und ostasiatische Länder dürften zur Steigerung ihres Wirtschaftswachstums in den kommenden Jahrzehnten erheblichen Bedarf an
Importkohle haben.
Die Studie empfiehlt, Über gesetzliche Regelungen die Voraussetzungen
für den Bau von Kohleschlamm-Pipelines zu schaffen, um den Transport von
Kohle zu erleichtern. Außerdem solle die Bundesregierung zum weiteren Ausbau von Hafenanlagen für den Kohleexport ermutigen. Alles in allem fordert
die Studie für die Ausweitung der Kohleproduktion ein Programm, das den intensiven Anstrengungen der Vereinigten Staaten in den sechziger Jahren für
die Durchführung der Landung von Menschen auf dem Mond vergleichbar sei.

+ + + + +

�T

Hintergrundmateriell
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11. August 1982

KONGRESS UNTERSTÜTZT REAGANS RÜSTUNGSKONTROLLPOLITIK
- Von unserer Korrespondentin Mary C. Smith -

WASHINGTON - (AD) - Die Abstimmung des amerikanischen Repräsentantenhauses,
durch die die Rüstungskontroll politik der amerikanischen Regierung im Bereich
der Kernwaffen bekräftigt wird, stellt nach den Worten des amerikanischen Präsidenten "eine wichtige Unterstützung" für die amerikanischen Unterhändler dar,
die in Genf mit den Sowjets Rüstungskontrollgespräche führen.
Mit einem Abstimmungsergebnis von 204 zu 202 stellte sich das Repräsentantenhaus am Abend des 5. August 1982 hinter die Rüstungskontrollpolitik der Regierung
- und gegen diejenigen, die sich für ein sofortiges Einfrieren der Kernwaffen
eingesetzt hatten.
Die vom Repräsentantenhaus verabschiedete Resolution fordert die Vereinigten
Staaten und die Sowjetunion auf, ihre Kernwaffen zu reduzieren und ein ausgewogenes und verifizierbares Abkommen zu beschließen, das die strategischen Kernwaffen auf gleichem und beträchtlich vermindertem Niveau einfriert. Die

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�einfriert. Die Resolution ist jedoch nicht bindend und erfordert seitens des
Präsidenten keine zwingenden Maßnahmen.
In einer vom Weißen Haus kurz nach der Abstimmung veröffentlichten Erklärung
sagte Präsident Reagan:
•

"Ich beglückwünsche das Repräsentantenhaus zu seiner heutigen Bestätigung
einer Resolution zur Rüstungskontrolle, die der Sowjetunion die Entschlossenheit des amerikanischen Volkes signalisiert, Frieden durch solche Rüstungskontrolle
abkommen zu erreichen, die die nuklearen Arsenale auf beiden Seiten wirkungsvoll
vermindern. Die Verringerungsvorschläge der Vereinigten Staaten sind derzeit Teil
ernsthafter Verhandlungen mit den Sowjets in Genf. Die heutige Abstimmung stellt
eine wichtige Unterstützung für unsere Unterhändler, angeführt von Botschafter
Edward Rowny und Botschafter Paul Nitze, dar."
Die Abstimmung des Repräsentantenhauses kam nach achtstündiger Debatte
zwischen denjenigen, die sich für die Resolution einsetzten, die letztlich angenommen wurde, und den Befürwortern alternativer Maßnahmen, die ein rasches Einfrieren der Produktion und der Dislozierung der neuen amerikanischen und sowjetischen Kernwaffen forderten.
Clement Zablocki, der der demokratischen Fraktion angehörende Vorsitzende des
außenpolitischen Ausschusses des Repräsentantenhauses, erklärte bei der Einbringung der "Einfrierungs-Resolution", daß dieser Vorschlag "voll und ganz den
besten nationalen Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten dient. ... Der
Wähler vor Ort hat gesprochen. Er möchte ein Ende dieser nuklearen Aufrüstung."
Der republikanische Kongreßabgeordnete William Broomfield, der sich für die
letztlich erfolgreiche Resolution eingesetzt hatte, konterte Zablockis Argument,
indem er die Resolution für ein Einfrieren der Kernwaffen "zeitlich äußerst
schlecht gewählt" nannte, da sie so rasch nach Eröffnung der Gespräche über eine
Verminderung der strategischen Rüstungen in Genf vorgelegt worden sei. "Ihre

�sei. "Ihre Verabschiedung würde die Position unseres Chefunterhändlers,
General Edward Rowny, untergraben - genau zu dem Zeitpunkt, da er unsere
Unterstützung und unsere Ermutigung erhalten sollte. ... Sollte sich die
Sowjetunion wirklich hinsetzen und in Genf ernsthaft mit einer Administration
verhandeln, deren Position vom Kongreß zurückgewiesen wurde?"
Der Außenpolitische Ausschuß des Senats hatte bereits zuvor eine Resolution
verabschiedet, die lediglich ihre Unterstützung des Präsidenten bei seinem
Kampf um die Verminderung der Kernwaffen zum Ausdruck bringt. Hierzu muß sich
jedoch noch das Plenum des Senats äußern.
Die vom Repräsentantenhaus verabschiedete Resolution hat folgenden Wortlaut:
Gemeinsame Resolution, um die Unterstützung des Kongresses für die Vereinigten
Staaten und die Sowjetunion zum Ausdruck zu bringen, damit diese sich zu beträchtlichen, verifizierbaren, ausgewogenen und militärisch bedeutsamen Verringerungen
ihrer Kernwaffen mit dem Resultat gleicher und wesentlich verringerter Streitkräfteniveaus verpflichten, wodurch ein Beitrag zu Frieden und Stabilität erbracht
würde.
Da die ernsthaftesten Herausforderungen, vor denen das amerikanische Volk,
welches ein friedliebendes Volk ist, steht, die Bewahrung der Freiheit und die
Verhinderung eines Krieges - insbesondere eines Atomkrieges durch Zufall, Fehleinschätzung oder Absicht - sind;
da die Folgen eines anhaltenden Wettrüstens und das damit in Zusammenhang
stehende erhöhte Risiko eines Atomkrieges unannehmbar sind und es von zwingender
Notwendigkeit ist, daß der erfolgreichen und baldmöglichen Beendigung der STARTVerhandlungen höchste Priorität eingeräumt wird;
da das amerikanische Volk das Verlangen der Völker dieser Welt nach einer
Verringerung der nuklearen Arsenale teilt;
da die Sowjetunion

- 3 -

�da die Sowjetunion durch ihre Maßnahmen in Polen und Afghanistan sowie
durch ihre Weigerung, sich an die internationalen Vereinbarungen über chemische
Waffen zu halten, Bedrohungen des Weltfriedens hervorgerufen hat;
da umfangreiche und verifizierbare beiderseitige Verringerungen der
sowjetischen und amerikanischen Kernwaffen auf ein gleichmäßiges und weit geringeres Niveau die Stabilität und die Erhaltung des Friedens fördern würden;
da der Kongreß in dem Gesetz 92-448 sein Mandat zum Ausdruck gebracht hat,
daß die Vereinigten Staaten kein Atomwaffenabkommen abschließen sollten, das einen
Streitkräfteumfang vorsehen würde, der unter dem der Sowjetunion liegen würde;
da es erklärte Politik der amerikanischen Regierung ist, verifizierbare Verringerungen der Nukleararsenale sowohl der Vereinigten Staaten als auch der
Sowjetunion auf einen gleichen Umfang auszuhandeln;
da die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion 1981 in Genf mit formellen
Verhandlungen über die Begrenzung und Verringerung der nuklearen Mittel Streckensysteme begonnen haben;
da im Mai 1982 die Außenminister der Nordatlantischen Verteidigungsgemeinschaft den Vorschlag des Präsidenten, die Bestände an Atomraketen großer Reichweite zu beschneiden, als "ein weitreichendes aber realistisches Angebof'willkommen geheißen haben, das zu "fairen und wirksamen Abkommen" führen könnte;
da die Vereinigten Staaten Und die Sowjetunion am 29. Juni 1982 in Genf mit
formellen Verhandlungen über die Begrenzung und Verminderung der strategischen
Atomwaffen begonnen haben,
wird deshalb vom Senat und vom Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten
von Amerika, im Kongreß versammelt, beschlossen, daß
H l der Kongreß

�(1) der Kongreß die Aufnahme der Gespräche über eine Verringerung der
strategischen Rüstung unterstützt und die Sowjetunion darauf drängt, sich den
Vereinigten Staaten beim Abschluß eines ausgewogenen und verifizierbaren Abkommens anzuschließen, das die strategischen Kernwaffen auf gleichem und beträchtlich vermindertem Niveau einfriert;
(2) der Kongreß erneut seine Unterstützung für das Gesetz 92-448 bekräftigt,
das besagt, daß die Vereinigten Staaten kein Rüstungsabkommen abschließen dürfen,
das einen Umfang ihrer Streitkräfte vorsieht, der unter dem der Sowjetunion liegt.
(3) die Vereinigten Staaten zur Förderung der Zurückhaltung und der Stabilität bei der Rüstung der Sowjetunion und anderen Staaten praktische Maßnahmen vorschlagen, um
(A) die Gefahr eines Atomkrieges durch Zufall oder Fehleinschätzung
zu verringern;
(B) den Einsatz von Kernwaffen durch Drittparteien, einschließlich
Terroristen, zu verhindern; und
(C) der weltweiten Proliferation von Kernwaffen Einhalt zu gebieten.
(4) der Kongreß darauf besteht, daß ein jegliches zentrales Rüstungsabkommen
in vollem Umfang verifizierbar sein muß, da unsere nationale Sicherheit nicht
auf Vertrauen allein gegründet werden kann.
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- 5 -

�Hintergrund
materiell
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11. August 1982

DAS BEHARRLICHE STREBEN DER USA NACH NUKLEARER RÜSTUNGSKONTROLLE
- Ein Kommentar der Stimme Amerikas -

WASHINGTON - (AD) •• Freitag, der 6. August, war der 37. Jahrestag des
ersten Einsatzes einer nuklearen Waffe - abgeworfen von einem amerikanischen
Bomber in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges auf die japanische Stadt
Hiroshima.
Es dient keinem nützlichen Zweck, die tragischen Einzelheiten jenes Tages
zu wiederholen. Was jetzt wichtig ist, ist die unübersehbare Notwendigkeit, ein
verläßliches und verifizierbares Rüstungskontrollsystem für Nuklearwaffen zu entwerfen, das die Welt vor zukünftigen Katastrophen schützt.
Für die Vereinigten Staaten hatte diese Suche vom ersten Tag des Nuklearzeitalters an die höchste Priorität. Jene, die fälschlicherweise anderer Ansicht
sein mögen, sollten sich noch einmal die Höhepunkte der jahrzehntelangen Bemühungen der Vereinigten Staaten ins Gedächtnis zurückrufen, ein System nuklearer
Kontrollen zustandezubringen.
Wer sich

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�Wer sich an die unmittelbare Situation nach dem Zweiten Weltkrieg erinnert,
wird daran denken, daß es die Vereinigten Staaten - obwohl als einziges Land im
Besitz von Nuklearwaffen - waren, die auf die Schaffung einer internationalen
Atomenergiebehörde drängten, die das Monopol für die nukleare Forschung und Entwicklung gehabt hätte.
Es handelte sich um den sogenannten Baruch-Plan. Er wurde von einer argwöhnischen Sowjetunion zurückgewiesen, die bestrebt war, ihr eigenes atomares
Arsenal aufzubauen. Eine historische Gelegenheit war ungenutzt vorübergegangen.
Die Vereinigten Staaten waren zu diesem Augenblick der Geschichte die
stärkste Macht auf Erden. Ihr Territorium war praktisch vom Krieg unberührt geblieben. Sie demobilisierte in raschem Tempo ihre Streitkräfte. Sie war bereit,
ihre nukleare Kapazität an die damals neugegründeten Veralten Nationen abzutreten.
Selbst angesichts der Ablehnung des Baruch-Plans durch die Sowjetunion
setzten die Vereinigten Staaten ihre Suche nach einem Weg, der aus diesem
Dilemma herausführen konnte, unbeirrt fort.
Im Laufe der folgenden Jahre legten die USA einen Vorschlag nach dem anderen
vor. Präsident Eisenhowers Plan der "offenen Himmel", an die Sowjetunion gerichtet,
war ein augenfälliges Beispiel hierfür. Im Rahmen dieses Planes hätten die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion dem Austausch militärischer Informationen
zugestimmt und eine Beobachtung ihres Territoriums aus der Luft gestattet, um
Überraschungsangriffe zu verhüten. Die Antwort des Sowjetunion lautete: Nein.
Später drängten die Vereinigten Staaten gemeinsam mit Großbritannien Moskau,
einem umfassenden nuklearen Versuchsverbot zuzustimmen. Das allerdings hätte die
Zustimmung zur Anwesenheit von Inspektoren auf sowjetischem Territiorium erforderlich gemacht, und die Sowjetunion sagte wiederum: Nein. Moskau wollte lediglich
einen Vertrag für ein Verbot von Tests in der Atmosphäre akzeptieren - überwacht
durch weitentfernte wissenschaftliche Apparaturen.
Die Liste

- 2 l

�Die Liste der amerikanischen Initiativen ist lang. Die meisten wurden von
der Sowjetunion zurückgewiesen. Und trotzdem haben die Vereinigten Staaten bis
auf den heutigen Tag ihre Bemühungen um sinnvolle Abkommen mit der Sowjetunion
fortgesetzt.
Wenn man auf diese historische Bilanz zurückblickt, dann ist es wichtig, darauf hinzuweisen, daß - beim Baruch-Plan für eine internationale Kontrolle der
Kernenergie angefangen - die strategischen Rüstungsbegrenzungen und -reduzierungen
eine amerikanische Idee waren - und ein amerikanisches Ziel.
Ja, es waren amerikanische Befürworter der Idee einer Rüstungskontrolle und
-reduzierung - und zwar innerhalb wie außerhalb der Regierung -, die in den
sechziger Jahren die sowjetische Führung davon überzeugen konnten, daß es sich
zumindest lohne, einmal über diese Idee zu sprechen.
Der Grundgedanke der amerikanischen Argumentation ist heute noch so gültig
wie zu Anfang: Beide Supermächte können aus durchsetzbaren Abkommen Nutzen ziehen.
Die heutige amerikanische Position, dargelegt von Präsident Reagan, ist genauso klar: Verifizierbare Verringerungen der Anzahl der Nuklearwaffen auf beiden
Seiten sind von lebenswichtiger Bedeutung.
Der Grund dafür liegt auf der Hand: Wenn man sich beiderseits auf Reduzierungen, Hand in Hand mit einer wirksamen Verifizierung, einigen kann, dann
könnte der seit so langer Zeit schon blockierte Weg zum letztlichen Ziel der Beseitigung der Nuklearwaffen - endlich frei werden.
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- 3 -

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Hintergrund
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11. August 1982

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GETREIDE UND TECHNOLOGIE - EIN ENTSCHEIDENDER UNTERSCHIED
- Ein Kommentar der Stimme Amerikas -

WASHINGTON - (AD) - Bei aller Heftigkeit der Argumentationen sollte der
entscheidende Unterschied zwischen den beiden Geschäften - Getreideverkauf
und Technologietransfer - klar im Auge behalten werden.
Die Getreideverkäufe sind Handel - schlicht und einfach Handel. Moskau
erhält amerikanischen Mais und Weizen, dort dringend benötigt, und bezahlt
dafür mit Gold oder aus seinen begrenzten Vorräten an harter Währung "cash on the barrel head" sagt der Amerikaner dafür. Würde Moskau kein amerikanisches Getreide kaufen, so könnte es seine Einkäufe in Argentinien, Kanada
und bei anderen Anbietern erhöhen. Getreide ist kein knapper Rohstoff - und
der Getreidehandel bringt für Käufer wie Verkäufer gleichen Vorteil.
Das sowjetische Röhrengeschäft hingegen umfaßt große Mengen westeuropäischer Kredite. Ja, die Unterhändler des Kreml haben ein Geschäft vorgeschlagen, bei dem die künftigen Abnehmer des sibirischen Erdgases die gewaltigen

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�die gewaltigen Kosten eines gewaltigen Projektes bezahlen werden. Die Westeuropäer stellen durch ihre jetzigen Kredite praktisch die Röhren, die Turbinen
und andere Ausrüstung; dann, nach Fertigstellung der Gasleitung, kaufen die
Europäer als Abnehmer das Erdgas und stellen damit die Devisen zur Verfügung,
die Moskau zur Bezahlung seiner Schulden braucht.
Dann nämlich wird das sibirische Gas Moskau pro Jahr etwa 7 Milliarden
Dollar Devisen einbringen. Dieses Geld wird dem Kreml dabei helfen, seine Militärmaschinerie noch weiter auszubauen - und ihn bei jeder künftigen politischen oder militärischen Konfrontation in die Lage versetzen, an einem kalten
Wintertag den Hahn zuzudrehen.
Welche ökonomischen Vorteile das Röhrenprojekt also auch immer haben mag,
es hat ernste strategische Aspekte, die durch den Druck des Kreml auf Polen so
überaus deutlich geworden sind. Die schlimme Lage des polnischen Volkes heute nach dreieinhalb Jahrzehnten unter einem von der Sowjetunion sanktionierten System - ist keine Werbung für engere Bindungen an Moskau.
Und es ist Präsident Reagans Entschluß, daß der Bau der Leitung, wenn es
denn dazu kommen sollte, ohne die Vorteile amerikanischer Technologie erfolgen
sollte, solange kein Ende des Kriegsrechtes in Polen in Sicht ist. Diese Technologie aber, für die großen Rotoren etwa, die bei den Turbinen verwendet werden, die das Gas durch die Rohre transportieren, hat nicht ihresgleichen.
Die amerikanischen Gesetze für Exportkontrolle existieren, um Strafen
für solche ausländischen Firmen zu erzwingen, die Lizenzvereinbarungen brechen
und sich dem Exportverbot widersetzen. Reagan hat sich lediglich aus berechtigtem Grund auf diese Gesetze berufen - in einer Situation, die völlig anders ist als jene, die die amerikanischen Getreideverkäufe an die Sowjetunion
betrifft. Irgendwie gleicht dies dem Unterschied, der darin besteht, ob man
den Bären durchs Gitter hindurch füttert oder gleich in seinen Käfig steigt.
+ + + + +

- 2 -

�11. August 1982

WELTKULTURKONFERENZ DER UNESCO BETONT WERT DER PRESSEFREIHEIT
- Von unserer Korrespondentin Mildred Sola Neely -

MEXIKO CITY - (AD) - Die Weltkulturkonferenz der UNESCO bekräftigte in einer
bei Konferenzende veröffentlichten "Erklärung von Mexiko City" am 6. August 1982
ihr Eintreten für Rechte und Freiheiten im kulturellen Bereich, einschließlich des
Rechtes auf einen ungehinderten Informationsfluß.
Die meisten der amerikanischen Vorschläge über eine Anerkennung der
Freiheit des einzelnen, des gleichen Wertes aller Kulturen, des kulturellen
Pluralismus und der Dezentralisierung des kulturellen Lebens sind in dieser
Deklaration enthalten. Ursprünglich von Mexiko und Venezuela entworfen, soll
dieses Dokument als Grundlage für die künftige Kulturpolitik der UNESCO dienen.
Aufgrund des immer stärker bedrohten Friedens unterstreicht die Erklärung,
es sei von höchster Dringlichkeit, "eine engere Zusammenarbeit zwischen den
Nationen herzustellen, die Achtung vor den Rechten anderer zu garantieren und
sicherzustellen, daß die Grundrechte des einzelnen und der Staaten sowie ihr
Recht auf Selbstbestimmung ausgeübt werden können."
Die Erklärung

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�Die Erklärung stellt außerdem fest:
- Alle Kulturen bilden Teil des gemeinsamen Erbes der Menschheit;
- Kulturelle Identität und kulturelle Vielfalt sind unteilbar;
- Die Anerkennung des Vorhandenseins einer Vielfalt kultureller Identität
- wo immer unterschiedliche Traditionen nebeneinander bestehen - ist
Wesensmerkmal und -kern eines kulturellen Pluralismus;
- Die Tatsache muß anerkannt werden, daß allen Kulturen die gleiche Würde
eigen ist;

i

- Die Kultur stellt eine fundamentale Dimension des Entwicklungsprozesses dar;
- Es ist notwendig, eine geographische und administrative Dezentralisierung
des kulturellen Lebens herbeizuführen;
- Artikel 27 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte fordert das Recht
eines jeden einzelnen, ungehindert am kulturellen Leben der Gemeinschaft
teilzunehmen;
- Das Gedeihen der Kultur ist untrennbar verbunden mit der Unabhängigkeit
der Völker und mit den Freiheiten des Einzelmenschen.
Die Erklärung betont außerdem: "Der ungehinderte Fluß und die möglichst
ausgewogene Verbreitung von Informationen, Ideen und Wissen - die beide zu den
Grundsätzen einer neuen Weltordnung im Informations- und Kommunikationsbereich
gehören - beinhalten für alle Nationen das Recht, kulturelle, erzieherische,
wissenschaftliche und technische Informationen nicht nur zu empfangen, sondern
auch selbst zu verbreiten."
Mehrere amerikanische Resolutionen wurden einstimmig von allen Delegierten
angenommen, einschließlich einer über Glaubensfreiheit.
i

Eine von den Vereinigten Staaten unterstützte Resolution zur Freiheit der
Presse, der sich die Staaten des Sowjetblocks widersetzten, wurde durch eine

�durch eine amerikanische Resolution über Kommunikation und Massenmedien ersetzt,
die einstimmig angenommen wurde.
Diese Resolution appelliert an die Mitgliedstaaten der UNESCO, diejenigen,
die im Bereich der kulturellen Entwicklung tätig sind, dazu zu ermutigen, "sich
bei ihrer Arbeit in vollem Umfang der zur Verfügung stehenden Kommunikationsmittel
&lt;•
1

zu bedienen, seien sie moderner oder traditioneller Art."
Sie fordert zudem eine engere Zusammenarbeit zwischen Industriestaaten und
Entwicklungsländern, um Kommunikationssysteme und -technologien auszubauen.
Die Resolution unterstreicht, daß "die Freiheit zur Schaffung und zur Verbreitung von Kulturgütern, Informationen und Ideen sowie die Teilhabe an und der
Zugang zu ihnen innerhalb und zwischen den Staaten allen Menschen gewährleistet
sein muß."
Die Mitglieder der amerikanischen Delegation zeigten sich "befriedigt" über
die abschließenden Positionen, wie sie von den Delegierten der Weltkonferenz
übernommen wurden, und brachten ihre Befriedigung darüber zum Ausdruck, daß die
Konferenz sich nicht von ihren kulturellen Zielsetzungen hatte abbringen lassen.
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Wi//en/chcift
und Technik
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

11. August 1982

MELDEZENTRALEN IM WELTRAUM
- Satelliten als Relais- und Erderkundungsstationen

- (AD) - Nachrichtentechnik, Wetterbeobachtung und Fernerkundung der Erde
haben in den 25 Jahren seit Bs-ginn des Raumfahrtzeitalters am meisten profitiert.
Auf keinem anderen Gebiet warer, die Anwendungsmöglichkeiten der neuen Technik
so zahlreich und so vielfältig, ?uf der "UN-Konferenz über die Erforschung und
friedliche Nutzung des Weltraums - UNISPACE '82" vom 9. bis 21. August in Wien
sind diesem Themenkreis zahlreiche Beiträge gewidmet.
Mehr als hundert Nachrichtensatelliten umkreisen gegenwärtig unsere Erde.
Bis Ende 1981 wurden vom US-Amt für Luft- und Raumfahrt (NASA) allein 48 kommerzielle Nachrichtensatelliten im Auftrag der amerikanischen halbstaatlichen Gesellschaft COMSAT sowie amerikanischer Unternehmen wie AT&amp;T, Western Union, RCA
und Standard Business gestartet. Im November 1982 wird der Raumtransporter
COLUMBIA bei seinem fünften Flug zwei kommerzielle Satelliten im Weltraum absetzen - einen für "Satellite Business Systems", den zweiten für "Telecast
Canada Ltd.".
Von 1958

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 22 40
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Von 1958 bis 1981 startete die NASA außerdem 44 Nachrichten-, Wetterbeobachtungs- und Navigationssatelliten für amerikanische Behörden sowie 62 künstliche Erdtrabanten im Rahmen internationaler Abkommen. Inzwischen ist auch das
Trägergerät ARIANE der Europäischen Weltraumbehörde (ESA) einsatzbereit. Im
vergangenen Jahr wurden für die ESA ein Wetterbeobachtungssatellit und ein Satellit
für die Schiffahrt, für Indien ein Nachrichtensatellit in den Weltraum transportiert. Drei amerikanische Unternehmen - GTE, Southern Pacific, Western Union haben bei der zuständigen Organisation

ARIANESPACE, die Nutzlastplätze ver-

kauft, bereits Satellitenstarts gebucht.
Da bei den benutzten Frequenzen (Mikrowellen) die Funksignale keine Ablenkung durch die Erdatmosphäre erfahren, kann ein Satellit in seiner Funktion
als "Relaisstation am Himmel" Funksignale praktisch interferenzfrei empfangen
und weiterleiten. Zur überbrückung von Entfernungen von mehr als 800 bis 1 000 km
auf der Erde sind Satelliten, so Joseph Harcarufka von der Fernmeldekommission
der USA (die "Federal Communications Commission" - FCC - ist u.a. für das Inlandsfernmeldewesen mit Satelliten zuständig), wirtschaftlicher als andere Systeme
zur Funk- und Fernsehübertragung. Sie machen ein umfangreiches Kabel netz überflüssig.
Der 1965 für COMSAT gestartete erste kommerzielle Nachrichtensatellit
EARLY BIRD (er wird heute als INTELSAT I bezeichnet) hatte eine Kapazität von
240 Schaltkreisen für Telefongespräche oder für die Datenübertragung und nur
einen Fernsehkanal. Wurde dieser benutzt, waren die Sprechkreise blockiert. Sein "'
Gewicht betrug 60 kg, die aktive Lebensdauer drei Jahre. Wachsende Startkapazitäten der Trägerraketen in Verbindung mit enormen technischen Verbesserungen der
Satelliten haben jedoch deren Leistungen ganz wesentlich ausgeweitet: INTELSAT V
(das erste Gerät dieser Serie wurde im Dezember 1980 gestartet) wiegt 1870 kg, hat
eine aktive Lebensdauer von mindestens sieben Jahren und besitzt neben zwei
TV-Kanälen 12 000 Sprechkreise.

COMSAT (Gesellschaft

�COMSAT (Gesellschaft für Nachrichtensatelliten) wurde 1963 gegründet. Die
Organisation leistete Pionierarbeit für den Aufbau eines internationalen Satelliten-Fernmeldenetzes und die Schaffung des Internationalen Konsortiums für Nachrichtensatelliten (INTELSAT - International Telecommunications Satellite Consortium).
Heute gehören INTELSAT 106 Staaten als Mitglieder an, 150 Länder und
Territorien sind Nutznießer der Dienstleistungen dieser Organisation. Zwei
Drittel aller transozeanischen Nachrichtenverbindungen der Vereinigten Staaten
laufen über die INTELSAT-Systeme unter Einschaltung von acht Bodenstationen der
USA. Während COMSAT vor allem für die Kommunikation via Satelliten mit dem
Ausland zuständig ist, erbringen für den amerikanischen Inlandsverkehr acht verschiedene Satellitennetze solche Dienstleistungen: AMSAT (American Satellite
Company), COMSTAR (American Telephone and Telegraph), GALAXY (Hughes Communications),
G-STAR (GTE Satellite Corporation), SATCOM (RCA American Communications), SBS
(Satellite Business Systems), SPACENET (Southern Pacific Communications) und
WESTAR (Western Union). Alle diese Systeme bieten Fernseh- und Sprechübertragungen.
Nur "Standard Business Satellite Systems" übermittelt ausschließlich Digitalinformationen. Die Herstellung von Verbindungen mit dem Ausland ist diesen
Organisationen untersagt.
Für Nachrichtensatelliten ist ein Orbit in 36 000 km Abstand von der Erdoberfläche am besten geeignet. Denn dort ist ihre Umlaufgeschwindigkeit ebenso
groß wie die Rotationsgeschwindigkeit der Erde, so daß der Satellit für den Beobachter auf der Erdoberfläche "stillzustehen" scheint. Drei solcher geostationären "Relaisstationen am Himmel", über dem Äquator gleichmäßig verteilt, würden
theoretisch ausreichen, um jeden Punkt auf der Erde erreichen zu können. In der
Praxis aber muß dieser Orbit weitaus dichter besetzt werden, um den Anforderungen
an den Satellitenfunk gerecht zu werden.
Allein für den amerikanischen Inlandsverkehr sind gegenwärtig 12 Satelliten
im Einsatz. Sie "stehen" jeweils vier Längengrade weit auseinander. Da dieses
Stationierungsverfahren die Verwendung von Satelliten im Bereich der USA (für
eine viel benutzte Frequenz zwischen dem 57. und 147. Grad westlicher Länge)

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�westlicher Länge) zahlenmäßig begrenzt, die Kommunikation über Satelliten jedoch
ständig umfangreicher wird, sucht man jetzt nach neuen Wegen, um Engpässe zu
vermeiden. Die FCC empfiehlt, den Abstand der Satelliten für den inneramerikanischen Verkehr auf drei Längengrade oder noch weniger zu verringern. Weitere
technische Verbesserungen hinsichtlich der Ausrüstung der Satelliten sowie ihre
Gruppierung entsprechend den jeweiligen Übertragungsaufgaben würden eine optimale
Nutzung des verfügbaren "Raums" ermöglichen.
Für die Stationierung internationaler Satelliten gibt es allerdings noch
keine Regelung. Wenn ein Land einen Satelliten starten will, braucht es dies
nur über die Internationale Fernmelde-Union (ITU) bekanntzugeben. Technische Erfordernisse, Parameter für die Übertragungen und die Gefahr von Störungen durch
Überlagerung mit anderen Sendebereichen sind Fragen, die die betreffenden Länder
oder Parteien untereinander zu lösen versuchen. Sam Fordyce, Chefingenieur der
Abteilung Fernmeldetechnik der NASA, verweist darauf, daß u.a. Technologien untersucht werden, durch die die Anzahl der Transponder (kombinierte Umsetzer und Verstärker) in Nachrichtensatelliten von gegenwärtig 24 auf ca. 60 erhöht werden
könnte. Damit ließe sich die Kapazität eines Satelliten für Sprech-, Fernseh- und
andere Übertragungen ganz erheblich steigern. Außerdem prüfe die NASA die Möglichkeiten für Direktverbindungen zwischen Satelliten als eine der Voraussetzungen
für den Aufbau von "Clusters", d.h. Satellitengruppen in einem Bereich, der derzeit
nur die Stationierung eines einzigen Satelliten zuläßt. Da bereits mit polarisierten Funkstrahlen gearbeitet wird, kann schon jetzt ein Satellit die gleiche
Frequenz viele Male immer wieder verwenden.
Eine Zukunftsaufgabe ist die Schaffung der technischen Voraussetzungen für
den Satelliten-Direktempfang über eine kleine Antennenstation am Haus zu annehmbaren Kosten. Sie macht den Empfänger von den bisher üblichen großen Bodenstationen
unabhängig. Diese Technik erfordert jedoch auch leistungsstärkere Nachrichtensatelliten mit anderen Sendefrequenzen. Laut Harcarufka hat bisher noch kein
Unternehmen die Entwicklung eines solchen Direkt-Sendesystems in Angriff genommen .
Seit 1962

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�Seit 1962 startete die NASA 15 eigene Nachrichtensatelliten. Auch die ATSSerie zählt dazu, die in Verbindung mit entsprechenden Bodenanlagen über das USAmt für Internationale Entwicklung (AID) in Entwicklungsländern zur Unterrichtung
der Landbevölkerung in abgelegenen Regionen benutzt wurden. Was generell der
Satellitenfunk für die Dritte Welt bedeutet, erläuterte kürzlich in Washington
Rashmir Mayur, stellvertretender Vorsitzender der Repräsentanten der Dritten
Welt auf der UNISPACE-Konferenz in Wien: Noch vor 12 Jahren war ein Telefongespräch
von den USA nach Bombay erst nach einer Anmeldefrist von 26 bis 28 Stunden möglich.
Heute kommt die Verbindung meist innerhalb von Sekunden zustande.
Das NASA-Programm für die Erdbeobachtung, das 1960 mit den TIROS-Wettersatelliten begann, umfaßte mehr als 30 Starts von Geräten für die Wetterbeobachtung sowie für den Mehrzweckeinsatz (großräumige Wetterbeobachtung und Nachrichtenübermittlung), was z.B. mit ATS-Satelliten wahrgenommen wurde. Inzwischen ist
auch die Fernerkundung der Erde aus dem Weltraum in bezug auf Vegetation und Böden,
Schneebedeckung, Wasser- und Mineralienvorräte durch verfeinerte Techniken immer
weiter verbessert worden. Der im Juli 1982 gestartete amerikanische Satellit
LANDSAT D, das vierte Gerät der 1972 begonnenen LANDSAT-Serie, vermag z.B. sogar
zwischen Pflanzenarten zu unterscheiden, die eng miteinander verwandt sind. Erste
Auswertungen der zur Erde gefunkten Aufnahmen des "thematic mapper" zeigten, wie
ein NASA-Mitarbeiter erklärte, daß die Leistungsfähigkeit dieses neuen Instrumentes
alle Erwartungen übertreffe. So seien auf einer Aufnahme vom Gebiet Detroit sowohl
markante Gebäudekomplexe in der Stadt, Kleinflughäfen mit ihren Rollbahnen, kleine
Schiffe vor und auf dem Detroit-River als auch ganz deutlich Wassertrübungen
im St. Clair-See und Erie-See nahe dem Detroit-Fluß zu erkennen. Der Satellit
umkreist die Erde in 705 km Höhe.

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