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                  <text>26. Mai 1982

21
INHALT

INFORMATION
Präsident Reagan setzt sich für Jugendaustausch ein
- USICA-Direktor zum Beauftragten für Austauschprogramme ernannt
DOKUMENTATION
Clark: Umfassende Sicherheitsüberlegungen der USA
- Rede des Sicherheitsberaters des US-Präsidenten Der Sinn der Abschreckung
- Ansprache des Ständigen Vertreters der Vereinigten Staaten im Nordatlantikrat, Botschafter Tapley Bennett, am 24. Mai 1982 auf einer gemeinsamen Veranstaltung der Deutschen Atlantischen Gesellschaft und
des Amerika Hauses in Hannover Rede des AFL-CIO-Präsidenten auf dem DGB-Kongreß in Berlin
WIRTSCHAFT
Eine freie Weltwirtschaft:
4

Ziel der USA beim Weltwirtschaftsgipfel

- Von unserem Wirtschaftskorrespondenten Eugene Brake HINTERGRUNDMATERIAL
Internationale Studie:

Portrait amerikanischer Wertvorstellungen

Von Neuseeland ausgewiesener Sowjetbotschafter in New York aufgetaucht

Um Übcr/cndung von
ßckgcHcmplorcn
wird gebeten

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 22 40
D 5300 Bonn 2
Telex: 08-85432

�21

26. Mai 1982

PRÄSIDENT REAGAN SETZT SICH FÜR JUGENDAUSTAUSCH EIN
USICA-Direktor zum Beauftragten für Austauschprogramme ernannt

WASHINGTON - (AD) - Präsident Ronald Reagan hat sich nachdrücklich für
eine Verstärkung des Jugendaustausches zwischen den Vereinigten Staaten und
anderen Ländern der Welt eingesetzt.

In einer Ansprache vor leitenden Vertre-

tern der Wirtschaft, der Regierung» privater Stiftungen und mit dem Jugendaustausch befaßter Organisationen hob Reagan am 24. Mai 1982 hervor, "daß
einer der besten Wege, um richtigere Vorstellungen von anderen Ländern und
unserem eigenen Lande zu entwickeln,darin besteht, daß mehr Amerikaner eine
Zeitlang in einer Familie oder einer Gemeinde in einem anderen Lande leben."
Der Direktor des Amtes für Internationale Kommunikation (USICA), Charles
Z. Wick, der vom Präsidenten als sein persönlicher Beauftragter für die Austauschprogramme vorgestellt wurde, wies darauf hin, daß das Besucherprogramm
für Studenten den Vereinigten "Staaten helfe, "den widrigen Winden der politischen Feindseligkeiten" in der Welt zu begegnen. Wick teilte mit, daß allein 32 amtierende Staats- und Regierungschefs und 392 Parlamentarier aus
92 Ländern an Besucherprogrammen teilgenommen haben, die von der amerikanischen
Regierung unterstützt wurden.
Präsident Reagan

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 22 40
D 5300 Bonn 2
Telex: 08-85432

�Präsident Reagan führte in seiner Ansprache unter anderem aus:
Hinter den Schlagzeilen des Tages... steht eine weniger sensationelle
Dimension der Außenpolitik.

Es ist das Geflecht der menschlichen Beziehun-

gen zwischen unserem Lande und anderen Ländern in der ganzen Welt.

Dieses

Geflecht ist mehr als nur die Beziehungen von Regierung zu Regierung, Tourismus oder Handel. Es besteht auch aus den Erfahrungen junger Menschen, die
in anderen Ländern in Familien gelebt und dort Schulen oder Universitäten
besucht haben.
Ich bin überzeugt, daß einer der besten Wege, um richtigere Vorstellungen von anderen Ländern und unserem eigenen Lande zu entwickeln, darin
besteht, daß mehr Amerikaner eine Zeitlang in einer Familie oder Gemeinde
in einem anderen Land leben. Und wir können nicht hoffen, daß andere Völker unser Land schätzen, wenn nicht mehr ihrer kommenden Führer die gleiche
Chance gehabt haben, die Wärme der amerikanischen Familie, die Lebendigkeit
einer amerikanischen Gemeinde und die Vielfalt unseres Bildungssystems zu
erleben.
In uns allen schwelt ein Funke, der, wenn er im richtigen Alter angefacht wird, unser ganzes Leben erleuchten, unsere Ideale erheben, unsere Toleranz vertiefen und unseren Wissensdurst bezüglich der übrigen Welt verschärfen kann. Bildungs- und Kulturaustausch, vor allem unter unseren jungen Menschen, bieten eine perfekte Chance, diesen kostbaren Funken anzufachen,
uns einfühlsamer und klüger zu machen und uns in unserem ganzen Beruf zu Weltbürgern werden zu lassen.
Vor 21. Jahren erklärte Präsident Eisenhower, der Vater des People-toPeople-Programms (Volk-zu-Volk-Programms), daß der Anfangspunkt aller Zusammenarbeit zwischen Einzelpersonen,zwischen Gruppen, innerhalb einer Gesellschaft oder zwischen Völkern das echte menschliche Verständnis sei. Wir haben diesen lebenswichtigen Bestandteil des Friedens nie dringender gebraucht
als in der heutigen Zeit.
Seit dem
- 2 -

*

�Seit dem Zweiten Weltkrieg haben die Vereinigten Staaten viele ausgezeichnete Programme für Studenten und Schüler, Wissenschaftler, Jugendliche oder landwirtschaftliche und Gewerkschaftsgruppen entwickelt.

Sie

hängen von der Mitarbeit Tausender amerikanischer Familien und Hunderten
von Schulen, Universitäten und Freiwilligenorganisationen ab. Viele von
diesen sind heute hier vertreten.

Und doch ist die Zahl der durch unsere

Regierung geförderten jungen Menschen noch relativ klein, vor allem verglichen mit geförderten Programmen der Sowjetunion und selbst unserer Verbündeten, der Bundesrepublik Deutschland und Frankreich.
Anfang nächsten Monats werde ich nach Versailles gehen, um mit unseren sechs Hauptverbündeten zusammenzutreffen. Bei den jungen Menschen in
ihren Ländern und in unsrem Lande werden die Werte, die wir gemeinsam haben,
vielleicht weniger geschätzt als vor 20 oder 30 Jahren. Die Nachfolgegeneration hat unsere bemerkenswerte Zusammenarbeit nach dem Kriege nicht erfahren,
und sie ist weniger vertraut mit den Idealen, die Amerika damals motiviert
haben und uns heute noch motivieren.
Ich bin der Überzeugung, daß wir heute eine große Chance haben, durch erweiterte Austauschprogramme für unsere Jugendlichen aus allen Schichten unserer Gesellschaft neue Bindungen zu schaffen.

Wenn wir damit Erfolg haben

wollen, wenn wir menschliche Brücken über die Meere hinweg und in die Zukunft
hinein als eine Investition in den Frieden bauen wollen, dann werden wir mehr
private Unterstützung und Mitarbeit brauchen als jemals zuvor.
Darum habe ich Sie, meine Damen und Herren, heute hierher eingeladen,
um mit mir zusammen eine neue Art der Zusammenarbeit zwischen Regierung
und Privatsektor, zwischen gemeinnützigen und nicht gemeinnützigen Organisationen, zwischen Familien in unserem ganzen Lande und jenen im Ausland
zu schaffen - für einen erregenden Austausch unserer jungen Menschen.
Auf der Basis eines erweiterten amerikanischen Programms möchte ich mit
unseren Verbündeten in Versailles darüber sprechen, daß all unsere Länder

- 3 -

�unsere Länder mehr Nachdruck auf diese Programme legen...
Ich möchte einen Präsidialausschuß ins Leben rufen, um mich zu beraten,
und Charles Wick, der mein persönlicher Beauftragter in dieser Angelegenheit ist, zu helfen - zu helfen, ein stärkeres privates Engagement im ganzen Lande anzuregen. Ich hoffe, daß die heutige Zusammenkunft ein neues
Kapitel in unseren Bemühungen aufschlagen wird, die breitestmögliche Grundlage für den Frieden zu schaffen.
Ich sehe dem Bericht von Charles Wick über die Konferenz und die anschließende Arbeit mit großem Interesse entgegen. Sie alle haben meine
nachhaltige Unterstützung und meine besten Wünsche für dieses neue Unterfangen.

+ + + + +

�Doku

olion

International Communication Agency
Embassy of the United States of America

26. Mai 1982

21

CLARK: UMFASSENDE SICHERHEITSÜBERLEGUNGEN DER USA
• Rede des Sicherheitsberaters des US-Präsidenten -

WASHINGTON - (AD) - Der Sicherheitsberater Präsident Reagans, William
P. Clark, hat am 21. Mai 1982 in einer Rede vor dem Zentrum für Strategische
und Internationale Studien an der Georgetown-Universität in Washington auf
die umfassenden Sicherheitsüberlegungen der Vereinigten Staaten hingewiesen.
Neben der Stärkung der konventionellen und einer Modernisierung der strategischen Streitkräfte komme es vor allem auch auf eine Unterstützung der Freunde und Verbündeten Amerikas an, so sagte Clark.
Die Rede des amerikanischen Sicherheitsberaters hat folgenden Wortlaut:
Das Tempo in Fragen der nationalen Sicherheit war kaum je rascher als
in den letzten anderthalb Jahren.

Die Veröffentlichung unserer Vorschläge

für eine Verringerung der strategischen Streitkräfte, die Falkland-Krise
und die kommenden Gipfeltreffen in Versailles und Bonn sind nur die jüngsten
einer Reihe von geplanten und nicht geplanten Ereignisse, die die Aufmerksam-

Postfach 20 03 00
D 5300 B o n n 2

Tel.: 0228-339 22 40
Telex: 08-85432

�die Aufmerksamkeit der mit Fragen der nationalen Sicherheit Betreuten erfordern.
Wir haben die Rückgabe des Sinai an Ägypten und die planmäßigen Starts
und Landungen der Raumfähre Enterprise erlebt.
Wir haben mit Trauer die brutale Ermordung von Anwar Sadat, die Entführung von General Dozier in Europa, Krieg im Mittleren Osten und Guerillaaufstände in der Karibik erlebt.
Wir haben in Genf Verhandlungen über nukleare Mittel Streckensysteme
(INF) begonnen, an den Gipfeltreffen von Ottawa und Cancun teilgenommen und
in Washington viele Staats- und Regierungschefs begrüßt.
Wir haben das Funktionieren der Demokratie in El Salvador und Jamaika
beobachtet und Tyrannei in Afghanistan und Polen erlebt.
Es ist eine komplexe, interdependente Welt, in der wir leben, in der
die Chancen oft als Herausforderungen verkleidet sind.

Das Tempo wird sicher-

lich nicht nachlassen, und in diesen sich überstürzenden Ereignissen sieht
man oft vor lauter Bäumenden Wald nicht mehr, der sich zu bewegen scheint
wie Birnam Wood in Macbeth.
Aus diesen Gründen hat der Präsident Anfang Februar dieses Jahres eine
Oberprüfung unserer nationalen Sicherheitsstrategie angeordnet.

Damals be-

stand unsere Strategie in einer Kollektion der Politiken der Ministerien, die
während des ersten Amtsjahres dieser Administration entwickelt wurden.

Der

Präsident verlangte eine Oberprüfung der Ergebnisse dieses ersten Jahres, um
zu sehen, wo wir standen, um sicherzugehen, daß diese verschiedenen Politiken
miteinander übereinstimmten, und um den Kurs für die Zukunft abzustecken.
Vor allem wollten wir sichergehen, daß alle Erörterungen mit den führenden Kongreßvertretern über eine Kürzung des Verteidigungshaushalts und alle
Gespräche mit der Führung der Sowjetunion über Rüstungsverminderungen auf
- 2 -

�Rüstungsverminderungen auf einer wohldurchdachten, integrierten Strategie
der Erhaltung der nationalen Sicherheit beruhten.
Das Engagement des Präsidenten'in dieser Überprüfung ist ein gutes
Beispiel dafür, wie er sich selbst in Fragen der nationalen Sicherheit einsetzt.

Die Erfahrungen Präsident Reagans liegen - als früherer Gouverneur

eines Bundesstaates - eindeutig eher bei der Wirtschafts- und Innenpolitik.
Aber ein lebenlanges Interesse an der und Sorgen um die Debatte über Fragen
der nationalen Sicherheit haben dezidierte Vorstellungen geschaffen, die
Ronald Reagan dem amerikanischen Volke darlegte und die dieses vor anderthalb Jahren für richtig befand.
Die Umsetzung dieser Vorstellungen in Politik ist eine der Hauptanstrengungen des Präsidenten in diesem Jahr gewesen. Er betrachtet die nationale
Sicherheit als seine zwingendste Verantwortung und behandelt sie dementsprechend.
In diesem Jahr widmete der Präsident etwa ein Drittel seiner Arbeitszeit der nationalen Sicherheit - mehr als für irgendeine andere Aufgabe.
Er hat bereits 32 Erlasse auf dem Gebiet der nationalen Sicherheit unterzeichnet - allein in diesem Jahr 19 - ein Arbeitstempo, das sich gegenüber
seinen Vorgängern sehen lassen kann.

Es haben während der Amtszeit dieser Ad-

ministration 57 Sitzungen des Nationalen Sicherheitsrates stattgefunden - fast
eine wöchentlich.

Der Präsident hat bei allen den Vorsitz geführt.

Nur

wenige Präsidenten - und keiner in Friedenszeiten - haben unseren Sicherheitsproblemen so viel Aufmerksamkeit geschenkt.
Bei dieser besonderen Überprüfung der Sicherheit hat der Präsident eine
außerordentlich aktive Rolle gespielt.

Er hat nacheinander alle neun inter-

ministeriellen Entwürfe geprüft und begutachtet, die erarbeitet wurden.

Gele-

gentlich verwies er die Entwürfe an die zuständigen Ausschüsse zurück, und
manchmal schärfte er unsere etwas vagen Formulierungen ganz persönlich.

Der

Stab des Nationalen Sicherheitsrates hat diese Bemühungen als fairer Vermittler von Ideen unterstützt.

Die 1982 entwickelte Verteidigungspolitik von
- 3 -

�Verteidigungspolitik von Minister Weinberger bot eine ausgezeichnete Grundlage für die militärische Seite dieser Überprüfung.

Die leitenden Beamten

im Verteidigungsministerium", Außenministerium, dem Zentralamt für Nachrichten und Abwehr (CIA) sowie iranderen interessierten Behörden stellten sich
total in den Dienst der Sache.

Der Gemeinsame Sicherheitsausschuß traf sich

zwölf mal, um die verschiedener Teile der Überprüfung zu erörtern. Aber als
das abgeschlossen war, waren Überprüfung und Entscheidungen Sache des Präsidenten.
•

Nun, da die Arbeit abgeschlossen ist, sind wir zu einer Reihe von Schlußfolgerungen gekommen.
Erstens, Ziel und Zweck unserer Strategien muß die Erhaltung unserer
Institutionen der Freiheit und der Demokratie, der Schutz unserer Bürger,
die Förderung ihres wirtschaftlichen Wohlergehens und die Förderung einer
internationalen Ordnung sein, die diese Institutionen und Prinzipien begünstigt.
Zweitens, wir sind überzeugt, daß die Politiken unseres ersten Amtsjahres innerlich miteinander übereingestimmt haben und die Grundlage für eine
Strategie bilden, die die Sicherheit der Vereinigten Staaten gewährleistet.
Drittens, eine erfolgreiche Strategie muß diplomatische, politische,
wirtschaftliche und medienpolitische Komponenten haben, die auf der Grundlage
mi1itärischer Stärke ruhen.
Viertens, unsere Strategie muß in die Zukunft gerichtet und aktiv sein.
Wie müssen Hoffnung bieten. Wie der Präsident im vorigen Jahr in Notre Dame
sagte: "Kollektivismus und die Unterordnung des einzelnen unter den Staat
werden heute in der ganzen Welt als eine bizarre und üble Episode der Geschichte betrachtet, deren letzte Seiten gerade heute noch geschrieben werden."
Wir haben etwas Besseres zu bieten: Freiheit. Um das Amerika zu gewährleisten, das wir alle wünschen, und die globale Stabilität und Prosperität,
die wir alle anstreben, können wir uns nicht einfach zurücklehnen und hoffen,
- 4 -

�und hoffen, daß irgend etwas geschehen wird.
wir tun.

Wir sind überzeugt von dem, was

Das erfordert Initiative, Geduld und Ausdauer. Wir müssen bereit

sein, mit Nachdruck auf die Chancen zu reagieren, so wie sie sich bieten, und
Chancen zu schaffen, wo es vorher keine gegeben hat. Und wir müssen in unseren Anstrengungen ausdauernd sein.
Fünftens, wir müssen eine Koalitionsstrategie verfolgen. Wir müssen
uns mit unseren Freunden und Verbündeten enger zusammenschließen. Es gibt
keinen anderen Weg. Wir müssen eine noch engere Bindung mit regionalen Verbündeten und Freunden" erreichen.
Der NATO-Gipfel im nächsten Monat ist ein typisches Beispiel. Es mag
eine lautstarke Minderheit geben, die die Grundvoraussetzungen des Atlantischen Bündnisses in Frage stellt. Das ist nicht das erstemal und wird
auch nicht das letztemal sein. Aber wenn Präsident Reagan und die anderen
Staats- und Regierungschefs der NATO inr kommenden Monat in Bonn zusammenkommen, dann dürfte es eine nachhaltige Bekräftigung der Einigkeit, Lebenskraft
und Entschlossenheit des Bündnisses geben. Eine starke, einige NATO bleibt
für den Schutz der westlichen Interessen unerläßlich. Bei den Differenzen
unter NATO-Staaten geht es um die Gestaltung des Bündnisses, nicht um seine
Existenz. In Bonn werden wir eine grundsätzliche Obereinstimmung über die
Notwendigkeit der Stärkung der Abschreckungsposition erleben. Wir werden eine
ausgewogene Einstellung zur Rüstungskontrolle sehen. Die NATO bleibt der gemeinsamen Aufgabe der Erhaltung der Demokratie verschrieben.
Sechstens, die wirtschaftliche Komponente unserer Strategie ist von besonderer Bedeutung. Wir müssen ein gut funktionierendes internationales Wirtschaftssystem mit möglichst geringen Verzerrungen im Handel und vereinbarten
Regeln für die Beilegung von Meinungsverschiedenheiten fordern.
Die Gipfeltreffen in Ottawa und Cancun spielten eine positive Rolle
in der Suche nach einer kooperativen Strategie für ein weltweites Wirtschaftswachstum.

Die Initiative für das Karibische Becken ist ein weiterer Beitrag,

der eine konstruktive" langfristige Zusage an Länder unserer Hemisphäre bietet.
- 5 -

�Hemisphäre bietet.

Das Gipfeltreffen in Versailles im kommenden Monat wird

ein weiterer Schritt sein.
des Realismus.

Wir rechnen in Versailles mit einer Atmosphäre

Wir hoffen, daß es zu neuem Denken beflügeln wird, wenn alte

Konzepte brüchig werden.
Wir müssen auch unseren Hauptgegner, die Sowjetunion, zwingen, die Last
seiner wirtschaftlichen" Mängel selbst zu tragen.
Siebtens, die Aufrechterhaltung des'Friedens erfordert ein starkes,
flexibles und einsatzbereites" Militär.

Der Neuaufbau der Verteidigung un-

serer Nation ist heute eine dringende Aufgabe.
Aus naheliegenden Gründen kann ich den Teil meines Überblicks, der die
Verteidigung anbelangt, nicht in all den Einzelheiten besprechen, wie Sie
es sich vielleicht wünschen.

Aber ich werde versuchen, auf einige der Haupt-

gesichtspunkte einzugehen, und dabei auch, soweit mir dies möglich ist, recht
speziell sein.
Unsere Interessen sind"globaler Natur, und sie geraten mit denjenigen
der Sowjetunion in Konflikt - einem Staat, der weltweit eine Politik verfolgt,
die der unseren feindlich gegenübersteht. Die Sowjetunion unterhält ein Militär, das so schwerbewaffnet ist,'Wie"es dies in der Geschichte noch nicht
gegeben hat, und sie verfügt über eine Kapazität, die es ihr ermöglicht, ihre
militärische Macht weit jenseits ihrer eigenen Grenzen darzustellen. Rund um
dia Welt haben wir lebenswichtige Interessen, einschließlich der Seeverbindungen. Es ist eine harte Tatsache, daß die militärische Macht der Sowjetunion nunmehr in der Lage ist, diese lebenswichtigen Interessen zu bedrohen.
Zudem ergänzt sie ihre unmittelbaren militärischen Kapazitäten durch Stellvertreter, durch umfangreiche Waffenverkäufe und Kredite hierfür, durch Manipulation terroristischer und subversiver Organisationen sowie durch Unterstützung von Aufständen und separatistischen Bewegungen, indem Waffen, Beratung, militärische Ausbildung und politische Unterstützung gewährt werden.
Unsere eigenen

�Unsere eigenen Streitkräfte und die unserer Verbündeten müssen unsere
gemeinsamen Interessen in einem: zunehmend turbulenteren Umfeld schützen.
Wir müssen bereit sein, vor einem Angriff abzuschrecken und einen solchen Angriff zurückzuschlagen, sollte die Abschreckung versagen.
In dieser Hinsicht erhält die Modernisierung unserer strategischen Kernwaffen oberste Priorität bei unseren Anstrengungen, die militärischen Kapazitäten der Vereinigten Staaten wiederherzustellen. Die nukleare Abschreckung
kann nur dann erreicht werden, wenn unsere Haltung bei den strategischen Kernwaffen die Sowjets zu der Beurteilung bringt, daß die Risiken eines Krieges
in jedwedem Fall zu groß sind, als daß es einen Anreiz zur Einleitung eines
Angriffs geben könnte.
Die Entscheidungen hinsichtlich unserer strategischen Kernwaffen, vom
Präsidenten im vergangenen Herbst angekündigt, bleiben die Grundlage unserer
Politik.
Oberste Priorität sollte dabei den Uberlebensfähigen strategischen Kommunikationssystemen gegeben werden.
Außerdem planen wir, die bemannten Bomberverbände zu modernisieren, die
Treffgenauigkeit und die Nutzlast unserer von U-Booten abgeschossenen ballistischen Raketen zu erhöhen, die seegestützten Marschflugkörper hinzuzufügen,
die strategische Verteidigung zu verbessern und eine neue landgestützte
ballistische Rakete zu dislozieren, die größer und auch zielgenauer ist.
Die letztere Entscheidung wurde vom Präsidenten erneut am vergangenen
Montag bekräftigt.

Seiner Ansicht nach ist die Produktion einer modernen

Interkontinentalrakete (ICBM) und deren frühestmögliche Einbindung in
die operativen Streitkräfte absolut wesentlich.
Der Präsident hat dem Verteidigungsministerium einige Leitlinien hinsichtlich der Prioritäten gegeben, die er bei den verschiedenen Stationierungs- 7 -

�verschiedenen Stationierungs- und Verteidigungsschemata zugrundegelegt
wissen möchte; im wesentlichen aber hat er das Ministerium um dessen Vorschläge hinsichtlich einer permanenten Stationierungsmöglichkeit bis zum
Frühherbst ersucht, damit er dem Wunsch des Kongresses entsprechen kann,
noch vor Jahresende solle die Administration eine Position bezogen haben.
Gleichzeitig hat der Präsident klargestellt, daß er bis zur Auswahl,
Finanzierung und Bauerlaubnis einer überlebensfähigeren Stationierungsart
wünscht, die Option der Dislozierung einer begrenzten Anzahl von MX-Raketen
in MINUTEMAN-Silos als integralen Bestandteil des MX-Programms zu behalten.
Die Option der Stationierung in Silos stellt einen Schutz gegen unvorhergesehene technische Entwicklungen und Programmänderungen dar.

Sie ist

ein deutlicher Anreiz für die Sowjets, über Waffenverminderungen zu verhandeln, wobei die MX sogar in den Silos an Überlebensfähigkeit gewinnen, da
die drei Bereiche der strategischen Triade modernisiert werden.
Das MX-Programm ist zu bedeutsam, als daß man zulassen könnte, daß die
Risiken des technischen Umfelds oder der Rüstungskontrolldebatten die Einführung der Rakete in die Streitkräfte verzögern könnten.
Während ein Versagen bei der Stärkung unserer nuklearen Abschreckung
katastrophal sein könnte, macht auch die jüngste Geschichte deutlich, daß die
konventionelle Abschreckung jetzt-ebenfalls wichtiger denn je ist. Die derzeitigen Dislozierungen in Übersee werden beibehalten, um die Kapazität für
eine rechtzeitige und bewegliche Antwort auf Krisenfälle zu haben und um unsere Entschlossenheit zu demonstrieren, unseren Verpflichtungen gerecht zu
werden.
Land-, See- und Luftstreitkräfte werden auch weiterhin in Europa, im
westlichen Pazifik, in Südwestasien und auch andernorts stationiert bleiben,
wie es die Lage erfordert. In dieser Hemisphäre werden die Seestreitkräfte
im Nordatlantik, im Karibischen Becken, im Mittelmeer, im westlichen Pazifik
und im Indischen Ozean präsent bleiben. Vornedislozierte Streitkräfte werden
- 8 -

�Streitkräfte werden aufgestellt, um eine rasche Reaktion zu erleichtern.

In

Abständen werden, je nach Notwendigkeit, Kräfte aus den Vereinigten Staaten
in Übersee disloziert.
Unsere strategische Reserve der in den Vereinigten Staaten stationierten
Streitkräfte - sowohl aktive als auch Reservekomponenten - wird einsatzbereit
gehalten und in regelmäßigen Abständen zu Manövern herangezogen, wobei die
Manöver "Bright Star" im Nahen Osten im vergangenen Jahr sowie "Ocean Venture
82" in der Karibik im vergangenen Monat eine wertvolle Erfahrung für unsere
Streitkräfte waren. Sie demonstrierten zudem eine multinationale Kapazität
der verschiedenen Streitkräfteeinheiten, um unsere Interessen und die unserer
Freunde in der ganzen Welt zu verteidigen. Die Notwendigkeit, rasch weltweit
Verstärkung einzusetzen, bedeutet, daß Verbesserungen bei unserer strategischen
Mobilität und bei unserer Reservestruktur von größter Bedeutung sind.
Obgleich die Sowjetunion die offenkundigste Bedrohung unserer lebenswichtigen Interessen auf weltweitem Gebiet darstellt, so können diese unsere Interessen doch auch durch Aktionen anderer Staaten und Gruppen gefährdet werden.
In Krisenfällen,an denen die Sowjetunion nicht beteiligt ist, hoffen wir, uns
auf uns freundlich gesonnenen Regional Staaten zur Stellung militärischer
Streitkräfte verlassen zu können.
Sollte die Bedrohung jedoch die Kapazitäten der Regional Staaten übersteigen, so müssen wir innerhalb des Rahmens unseres verfassungsmäßigen Prozesses
bereit sein, amerikanische Streitkräfte zur Hilfe unserer Verbündeten einzusetzen.

Dies bedeutet nicht, daß wir uns in Bereiche vordrängen, wo wir we-

der erwünscht noch notwendig sind.

Es bedeutet jedoch, daß wir nicht im vor-

hinein eine Option aufgeben können, die wir möglicherweise benötigen, um unsere lebenswichtigen Interessen zu schützen.

Dies zu tun, würde bedeuten,

zur Aggression einzuladen, die Glaubwürdigkeit unserer Verpflichtung unseren
Freunden gegenüber zu untergraben und unsere globalen Zielsetzungen einem
Risiko auszusetzen.
Dies unterstreicht

�Dies unterstreicht die Bedeutung der Sicherheitshilfe.

Mit diesem

Ausdruck bezeichnen wir Verkäufe militärischer Güter ans Ausland, Hilfe durch
Zuwendungen, internationale Militärausbildung und -training, wirtschaftliche
Unterstützungsgelder und Operationen zur Friedenssicherung.

Wenn wir unseren

Verbündeten und Freunden nicht beistehen, ihre legitimen Verteidigungserfordernisse zu verwirklichen, so sinkt ihre Fähigkeit, sich einem Konflikt zu
stellen, und der Druck auf eine letztendliche Verwicklung der Vereinigten
Staaten nimmt zu.

Allerdings leistet heute die Sicherheitshilfe nicht die

Arbeit, die sie leisten sollte.
Die Mittel sind unzureichend und oft genug ihrer Natur nach falsch.
In den fünfziger Jahren lag das Budget für Sicherheitshilfe bei zwischen 5
bis 10 Prozent des Verteidigungshaushalts.
Prozent.

Heute sind es etwa eineinhalb

Wenn es auch nicht nötig ist, zu dem Umfang der Nachkriegszeit zu-

rückzukehren, durch den Westeuropa wiederbewaffnet und gesichert wurde, so
könnte doch ein stetiges Wachstum der Sicherheitshilfe unsere

kostenwirk-

samste Investition sein.
Die alljährlichen Haushaltszyklen beeinträchtigen eine langfristige
Planung.

Sowohl die an unserem Programm der Sicherheitshilfe beteiligten

Länder als auch die für die Beschaffung Zuständigen im Verteidigungsministerium müssen vorausplanen.

Entsprechende Zeiträume bei der Beschaffung be-

•

einflussen die Qualität des Gesamtprogramms.

Schließlich vermindern legisla-

tive Beschränkungen die Fähigkeit unserer Regierung zur angemessenen Reaktion
auf Bedingungen im Krisenfall.
Ein wirksames Programm der Sicherheitshilfe ist ein entscheidendes
Element dabei, wie wir unsere Sicherheitszielsetzungen im Ausland erfüllen.
Dadurch ist es eine echte Ergänzung unserer eigenen Streitkräftestruktur.
Sicherheitshilfe kann dazu beitragen, vor einem Konflikt abzuschrecken, und
sie kann die Fähigkeit unserer Freunde und Verbündeten erhöhen, sich selbst
ohne den Einsatz amerikanischer Streitkräfte zu verteidigen.

Wirkungsvolle

Programme können ein Maß der Kompatibilität zwischen den amerikanischen Streitkräften und den Empfängerländern schaffen, das, falls notwendig, eine Zusammen- 10 -

�I

eine Zusammenarbeit auch im Krisenfall ermöglicht.

Die Sicherheitshilfe

bietet nicht nur einen kostenwirksamen Weg zur Vermehrung unserer Sicherheit
im weltweiten Rahmen, sondern stärkt auch insgesamt unsere Volkswirtschaft
und unsere Verteidigungsproduktionsbasis insbesondere.

Kurz:

Etwas Hilfe

bringt eine Menge Sicherheit.
Aus diesen Gründen planen wir eine besondere Anstrengung zur Verbesserung
der Wirksamkeit und Reaktionsfähigkeit dieser vitalen Komponente unserer nationalen Sicherheitsstrategie. Wir werden nach Wegen zur Verminderung der
Anlaufzeiten suchen. Wir werden einen scharfen Blick auf die bestehende Gesetzgebung und künftige Mittelerfordernisse werfen. Programme bedürfen der
Vorhersagbarkeit: Dies zielt auf ausgiebigeren Einsatz der Mehrjahresverpflichtungen und auf eine größere Aktivierung des Sonderfonds für Verteidigungsbeschaffungen. Zusammengefaßt: die Sicherheitshilfe bedarf der Verbesserung, und wir planen, sie zu verbessern.
Niemand sollte das Hauptziel der amerikanischen Globalstrategie mißverstehen:

Dieses Ziel heißt Frieden. Wir haben einen zu großen Teil unserer

nationalen Ressourcen und Emotionen in den vergangenen 40 Jahren für die Beseitigung der Not, des Hungers, des Leidens und der Verzweiflung in der ganzen Welt eingebracht, um etwas anderes als den Frieden in allen Ecken dieses
Planeten zu wollen.

Diejenigen, die die Vereinigten Staaten wegen angeblicher

Kriegstreiberei verleumden, können in dieser Hisnicht kaum ihr eigenes schlechtes Gewissen verbergen.

Insbesondere hat die Liste der Sowjetunion, was be-

waffnete Unterdrückung von Volksbewegungen seit 1945 angeht, kaum ihresgleichen
unter den modernen Staaten.
Deshalb sind wir zur Erhaltung des Friedens in Freiheit - zögernd zwar gezwungen, sorgfältig für die Möglichkeit zu planen, daß unsere Gegner sich
als nicht gewillt erweisen sollten, Frieden zu halten.
Wenn wir uns einer Strategie für unsere Streitkräfte zuwenden, so treten
wir in die Welt der Annahmen, der Szenarien, der hypothetischen Projektionen
ein.

Unsere Strategie beinhaltet den Einsatz der Streitkräfte zur raschen Er- 11 -

�raschen Erreichung spezifischer politischer Zielsetzungen unter Bedingungen,
die für die Vereinigten Staaten und unsere Verbündeten vorteilhaft sind.
Wir brauchen eine bessere, detailliertere Strategie, um die richtige
Ausrüstung zu kaufen, die entsprechenden Streitkräfte aufzubauen und um genaue Pläne auszuarbeiten.

Diese Strategie muß Flexibilität ermöglichen,

aber zugleich ein Vorausplanen erlauben.
Um dieses Problem zu lösen, haben wir uns mit Strategie als einem Planungskontinuum beschäftigt.

An dem einen Ende des Spektrums betont unsere

Methode die Integration von Wirtschafts- und Sicherheitshilfe, Training von
ausländischem Militärpersonal und ergänzender Unterstützungskapazität.
An dem anderen Ende des Konfliktspektrums stellen unsere strategischen
Leitlinien die globalen militärischen Kapazitäten der Sowjetunion und das
Wechselverhältnis der strategischen Gefechtsfelder in Rechnung.

Wir stellen

fest, daß trotz unserer Anstrengungen zur Friedenswahrung ein jeder Konflikt
mit der Sowjetunion sich zu globalen Dimensionen ausweiten könnte.
globales Planen eine Notwendigkeit.

Daher ist

Dies bedeutet nicht, daß wir die Kapazität

haben müßten, uns den sowjetischen Streitkräften gleichzeitig und erfolgreich
an allen Fronten zu stellen.

Das können wir nicht.

Was es bedeutet, ist,

daß wir ausgewogene Streitkräfteverhältnisse schaffen und Prioritäten für aufeinanderfolgende Operationen setzen müssen, um sicherzustellen, daß unsere
militärische Kraft auf wirksamste Weise zum Einsatz gelangt.
Es liegt im Interesse der Vereinigten Staaten, den Umfang eines jeglichen Konflikts zu begrenzen.

Die Fähigkeit zur Gegenoffensive an anderen

Fronten ist ein wesentliches Element unserer Strategie, aber sie ist kein Ersatz für angemessene militärische Kapazität zur Verteidigung unserer vitalen
Interessen in dem Bereich, in dem sie bedroht werden.

Andererseits könnte

die Entscheidung zur Ausweitung eines Konflikts durchaus nicht von uns abhängen.

Daher müssen die amerikanischen Streitkräfte in der Lage sein, in einem

Konflikt frühzeitig auf einen umfassenden Angriff mit eindeutig globalen
Implikationen zu reagieren.
Der Präsident
- 12 -

�Der Präsident hat Prioritäten hinsichtlich der Art festgelegt, in der
unsere Streitkräfte im Kampffall eingesetzt würden, hinsichtlich der geographischen Gegebenheiten und hinsichtlich der Streitkräfteentwicklung - womit beginnen wir?
Wir haben versucht, die Risiken zu analysieren, vor denen wir stehen.
Wir können uns nicht auf alle gleichzeitig vorbereiten - einmal, weil Dinge
ihre Zeit brauchen, und zum andern, weil der militärische Vorteil der Sowjetunion sich aus einem Jahrzehnt der Investitionen herleitet.

Es steht nicht

genug Geld zur Verfügung, um die Risiken über Nacht zu beseitigen.
Was wir versucht haben, ist eine Analyse der Risiken, eine Erstellung
der Rangordnungen und die Entwicklung von Plänen, wie wir uns verhalten
sollen, wenn es zum Schlimmsten kommt.
Andererseits hoffen wir auf das Beste, und wir wollen diese Hoffnung
auch anderen bieten - unseren Verbündeten, unseren Freunden, der Dritten Welt
und insbesondere den Bürgern der Sowjetunion.
Es ist unsere tiefste Hoffnung, daß wir mit einer aktiven und zugleich
klugen nationalen Sicherheitspolitik eines Tages die Führung der Sowjetunion
dazu bringen könnten, ihre Aufmerksamkeit nach innen zu wenden, die Legitimation zu suchen, die nur vom Einverständnis der Regierten herrührt, und sich
auf diese Weise der Hoffnungen und der Träume ihres eigenen Volkes anzunehmen.

- 13 -

�21

26. Mai 1982

DER SINN DER ABSCHRECKUNG
Ansprache des Ständigen Vertreters der Vereinigten Staaten im
Nordatlantikrat, Botschafter Tapley Bennett,
am 24. Mai 1982 auf einer gemeinsamen Veranstaltung der
Deutschen Atlantischen Gesellschaft
und des Amerika Hauses in Hannover -

- (AD) - Ich freue mich außerordentlich, daß ich eingeladen wurde, heute
vor einem so hervorragenden Publikum zu sprechen.

In zwei Wochen werden die

Staats- und Regierungschefs des Atlantischen Bündnisses in Bonn zum ersten
NATO-Gipfel seit vier Jahren zusammentreffen. Wir werden alte und neue Gesichter sehen, und es werden alte und neue Probleme behandelt werden. Die
Welt ist bedauerlicherweise nicht zu einem sichereren Ort geworden seit 1978,
als die führenden Persönlichkeiten des Bündnisses in Washington zusammenkamen,
Die Tagesordnung, die die Staats- und Regierungschefs am 10. Juni in Bonn behandeln werden, läßt erkennen, daß die Lage im Jahr 1982 gefährlicher geworden ist.
Eines der Themen in Bonn - und ein Thema, über das in jüngster Zeit in
der Öffentlichkeit heftig diskutiert wurde - ist das Problem der Abschreckung

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�der Abschreckung vor einem Krieg und des Schutzes des Friedens angesichts
der heutigen Herausforderungen.
mit diesem Thema beschäftigt.

Es

ist gut, daß sich die Öffentlichkeit

In einer Demokratie kann sich der Bürger nur

durch die Kenntnis der derzeitigen Weltlage, des Kräfteverhältnisses und
der strategischen Erfordernisse ein vernünftigem Urteil bilden. Und der Bürger hat das Recht, von der politischen Führung eine ständige, offene und
ernsthafte Prüfung der Frage der Sicherheit zu erwarten, die schließlich die
Grundlage für alle anderen Aspekte unseres Lebens bildet.

Ohne grundlegende

nationale Sicherheit kann kein anderer Bereich des nationalen Lebens wachsen
und gedeihen.

Eine Nation ohne Sicherheit ist eine Nation ohne Stabilität

- eine Nation ohne eine Zukunft unter eigener Kontrolle.
Die notwendige Diskussion von -Sicherheitsfragen in der Öffentlichkeit
kann nur produktiv sein, wenn die Fragen genau definiert und objektiv angesprochen werden.

Eine Debatte, die sich nur auf einen oder einige wenige

Aspekte des Problems konzentriert und alle anderen Aspekte außer acht läßt,
wird nicht zur Einsicht der Öffentlichkeit führen und ebenso wenig wird das
einer Diskussion gelingen, bei der es um Schlagworte und Emotionen statt um
Fakten geht - wie wir das heute bei der sogenannten Friedensbewegung erleben.

Die Abschreckungsstrategie der NATO
Es wird oft gesagt, daß die NATO ein Verteidigungsbündnis ist, und das
stimmt selbstverständlich. Die NATO häuft keine überflüssigen Waffen für Angriffskriege an; sie marschiert nicht in Nachbarländer ein - wie die Sowjetunion das in Afghanistan getan hat, und benutzt nicht die Androhung von Waffengewalt für politische Zwecke - wie die Sowjetunion dies beispielsweise tut,
indem sie Militärmanöver an der polnischen Grenze abhält. Die NATO würde
ihre Streitkräfte nur zur Selbstverteidigung als Antwort auf einen Angriff
einsetzen. Der Nordatlantikvertrag verweist nachdrücklich auf Artikel 51
der Charta der Vereinten Nationen, der die Selbstverteidigung gestattet.
Der Zweck

�f

Der Zweck des Zusammenschlusses im Bündnis bestand jedoch nicht lediglich darin, für den Fall eines Krieges eine stärkere Verteidigung zu sichern,
sondern in erster Linie den Ausbruch eines Krieges zu verhindern.
ist also im Grunde ein Abschreckungsbündnis.

Die NATO

Indem sie eine mächtige ver-

einte Front bildete, hat die NATO wirksam vor einer Aggression gegen irgendeines ihrer Mitglieder abgeschreckt, weil sie keinen Zweifel daran ließ, daß
ein Aggressor es mit der ganzen kollektiven Streitmacht des Bündnisses aufnehmen muß und sich nicht ein Land nach dem anderen herauspicken kann.
Niemand, der mit der europäischen Geschichte, mit Geopolitik oder mit
der Koalitionstheorie vertraut war, hätte den außerordentlichen Erfolg der
Abschreckungstheorie der NATO in der Erhaltung des Friedens über mehr als
drei Jahrzehnte hinweg voraussagen können.
Ein Kontinent, der fast ständig Kriege erlebte, die in dem barbarischen
Blutbad zweier Weltkriege in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts gipfelten, wurde zu einem der friedlichsten und stabilsten Gebiete der Erde.
Westeuropa, dem relativ engen und strategisch schwierigen, vom Meer umgebenen Anhängsel der eurasischen Landmasse - überschattet von der massiven
Größe und Stärke des neuen sowjetischen Imperiums - ist es dennoch gelungen,
sich militärischer Sicherheit, politischer Freiheit und beispiellosen sozialen und wirtschaftlichen Fortschritts zu erfreuen.
Die Verbindung zwischen Europa und Nordamerika, zunächst als Vereinbarung in Kriec/szeiten gegen Hitler und Mussolini gedacht, hat wiederholt
Krisen und Streitigkeiten überlebt und hat sich zum dauerhaftesten Bündnis
souveräner Staaten in Friedenszeiten in der Geschichte entwickelt.
Das Grundziel der Abschreckungspolitik der NATO hat sich seit 1949 nicht
geändert.

Es sind jedoch starke Änderungen in der Zusammensetzung der Streit-

kräfte und der militärischen Doktrin eingetreten, um den Veränderungen der
Bedrohung des Bündnisses gerecht zu werden.

Als das Bündnis gegründet wurde,

hatten beispielsweise die Vereinigten Staaten eine überwältigende Führungs- 3 -

�überwältigende Führungsstellung bei Atomwaffen und Trä'gersystemen inne.

Die

Androhung einer atomaren Vergeltung wurde deshalb als eine wirksame Abschrekkung für sich selbst angesehen. Später, als die Sowjets ihre Atomwaffen und
Trägersysteme entwickelten, erkannte die NATO, daß eine glaubwürdige Abschrekkung nicht einzig und allein auf die Androhung atomarer Vergeltung gegründet
werden könne.

Es war jetzt vielmehr eine Fähigkeit notwendig, auf einer Viel-

falt von Ebenen antworten zu können, um die Sowjets vor die Ungewißheit zu
stellen, wie der Westen genau antworten würde - aber vor die Gewißheit, daß
die NATO auf eine Weise antworten könnte und würde, die die Sowjets viel, mehr
kosten würde als sie hoffen könnten, aus einer Aggression zu gewinnen.

Diese

Strategie hängt von der Verbindung der konventionellen, taktisch nuklearen
und strategisch nuklearen Streitkräfte der NATO untereinander ab.

Sie erfor-

dert als wesentlichsten Punkt die unlösbare Verkuppelung der Vereinigten Staaten und Europas, damit die Sowjetunion nie die Hoffnung hegen könnte, einen
Angriff gegen Europa allein richten zu können.

Die Kritik an der NATO-Strategie
Die NATO-Strategie der flexiblen Antwort, ist aus verschiedenen Richtungen
angegriffen worden.

Keiner dieser Angriffe hat jedoch je eine ernsthafte Alter-

native geboten, die die Sicherheit und die Freiheit des Westens bewahren würde.
Die Strategie wurde einmal von Leuten angegriffen, die die oberflächliche
Glätte und Automatik der Doktrin der massiven Vergeltung der fünfziger Jahre
vorzogen - und heute noch angeblich vorziehen -, nämlich die Doktrin: "Wenn
Du diese Linie überschreitest, wird Du in Flammen aufgehen". Diese Kritiker
argumentierten, daß es als ein Zeichen der Schwäche angesehen würde, wenn man
konventionelle oder Mittelstrecken-Optionen überhaupt nur in Erwägung zöge.
Es liegt jedoch heute für die meisten Beobachter auf der Hand, daß eine solche
vereinfachte Drohung nicht glaubwürdig ist. Die Abschreckung hängt vielmehr
von einer ununterbrochenen Kette von Kapazitäten ab, bei der die Stärke und
Wirksamkeit eines jeden Gliedes die ganze Kette stärkt und ihr Glaubwürdigkeit
verleiht. Die Vereinigten Staaten spielen auf allen drei Ebenen ihre Rolle
- 4 -

�ihre Rolle - mit über 300 000 Soldaten in Europa; mit dem Fortschreiten der
Arbeiten für die Modernisierung der nuklearen Zwischenstreckensysteme und
die Rüstungskontrolle sowie mit den Anstrengungen, die Oberlebensfähigkeit
und Wirksamkeit unserer strategischen Vergeltungsstreitkräfte zu gewährleisten.
Alle anderen Mitglieder des Bündnisses haben ebenfalls ihre Rolle zu spielen.
Eine zweite Art von Kritik der NATO-Strategie konzentrierte sich auf die
physischen und moralischen Folgerungen des Einsatzes von Kernwaffen.

Diese

Kritiker stellen zu Recht fest, daß die Gewalt der Kernwaffen ungeheuer ist
und ihr Einsatz zu massiven Verlusten führen kann. Das Argument springt dann
von dieser unbestrittenen Tatsache zu der völlig unlogischen Schlußfolgerung,
daß eine Abschreckungsstrategie, zu deren Repertoire diese Waffen gehören, unmoralisch und unannehmbar sei. Dieses Argument läuft praktisch auf die Beschuldigung hinaus, daß unsere führenden Politiker gerne einen Atomkrieg hätten,
was natürlich einfach nicht stimmt.
muß verhütet werden.

Niemand will den nuklearen Konflikt.

Wie Präsident Reagan sagte:

Er

"Frieden ist nicht das

Nichtvorhandensein von Konflikt, sondern die Fähigkeit, einen Konflikt mit friedlichen Mitteln beizulegen".

Die Frage ist, ob es, wenn wir uns der Kernwaffen

entledigen, dazu beitragen würde, einen gewaltsamen Konflikt zu verhindern,
oder ob es ihn wahrscheinlicher machen würde.

Angesichts des großen Überge-

wichts der konventionellen Streitkräfte zugunsten der Sowjetunion und angesichts des Potentials der Sowjetunion auf der nuklearen Seite ist es offenkundig, daß Kernwaffen im Westen notwendig sind, um eine wesentliche, stabilisierende Rolle zu spielen.

Ein Abbau der nuklearen Rolle könnte nur durch

starke Erhöhungen der konventionellen Rüstung erreicht werden.
Eine dritte Art der Kritik, wie sie kürzlich von einigen ehemaligen amerikanischen RegierungsVertretern vorgebracht wurde, arbeitet mit einem auf
den ersten Blick hintergründigeren Argument.

Statt auf Kernwaffen überhaupt

zu verzichten, wollen diese Kritiker einfach auf die Option der NATO verzichten, sie gegen einen sowjetischen Angriff einzusetzen, wenn die Sowjets nicht
selbst als Erste Kernwaffen eingesetzt haben. Nach dieser Auffassung sollte
sich die NATO ausschließlich auf ihre konventionellen Streitkräfte verlassen,
um vor einem konventionellen sowjetischen Angriff abzuschrecken und, wenn
- 5 -

�und, wenn notwendig, ihn niederzuschlagen, und sie sollte bereit sein, die
notwendigen zusätzlichen Mittel aufzubringen, um ihre konventionellen Streitkräfte so weit aufzubauen, daß sie dazu in der Lage sind.
Wie jedoch die meisten Leute erkannt haben, würde eine solche Politik
eine offene Einladung zu einer sowjetischen Aggression bedeuten. Sie würde
auf der einen Seite einen massiven Ausbau der konventionellen Streitkräfte
erfordern, der wahrscheinlich mehr kosten würde als unsere politischen
Systeme heute oder in absehbarer Zukunft aufzubringen bereit wären.

Sollte

die NATO dann nicht die konventionellen Streitkräfteziele erreichen, dann würde das die Glaubwürdigkeit des Vorschlags

selbst nach seinen eigenen Maßstä-

ben untergraben. Auf der anderen Seite - und einmal ganz abgesehen von der
konventionellen Belastung - würde der Verzicht auf eine mögliche nukleare
Option die Wahl der Strategie den Sowjets überlassen.

Es würde ihnen erlauben,

die Risiken einzuengen, die sie bei jeder Art von Aktion eingehen würden sei es eine ausgewachsene Invasion oder ein Schritt zur Erreichung eines begrenzten Zieles, wie etwa die'türkischen Meerengen oder Berlin.

Und durch

eine Senkung der Risiken konnte eine solche Politik eine Entscheidung der
Sowjets zu militärischem Handeln begünstigen. Sie würde die Schwelle

des

militärischen Handelns senken. Wie wir in Afghanistan erlebt haben, hat die
sowjetische Bereitschaft, militärisch einzugreifen, wenn die Risiken gering
zu sein scheinen, in den letzten Jahren zugenommen.

Die NATO darf sich keine

sie selbst einschränkende Politik zulegen, die diese sowjetische Tendenz
weiter stärken würde.
Alle Kritiker der Abschreckungsstrategie der NATO sind letztlich an dem
fundamentalen Erfordernis jeder ernsthaften geistigen Anstrengung gescheitert: Sie haben keine wirksame und glaubwürdige Alternative geboten. Ein
hoher moralischer Anspruch und Ernsthaftigkeit der Motive reichen allein nicht
als Grundlage für eine Sicherheitsstrategie aus. Und ebenso wenig können das
vereinfachte Formeln, die mehr die Öffentlichkeit ansprechen als^die militärische Realität reflektieren. Eine Strategie kann nur auf d ^ Basis einer
ernsthaften und ständig auf dem neuesten Stand gehaltenen Prüfung der Lage
erstellt werden. Die Erbauer der Maginot-Linie mußten diese schmerzliche
- 6 -

�diese schmerzliche Erfahrung machen.

Und so ging es den jungen Männern in

England, die in den dreißiger Jahren beschlossen, nie mehr für Gott und das
Vaterland zu kämpfen - nur um sich ein Jahr später im Krieg zu befinden,
auf ihn völlig unvorbereitet.

Im Atomzeitalter können wir uns solche Irr-

tümer und Illusionen nicht mehr erlauben.
Trotz geistiger und praktischer Unzulänglichkeiten ist die öffentliche
Kritik an Doktrin und Position der NATO leider oft in oberflächliche Rezepte für die Rüstungskontrolle umgesetzt worden, die, wenn sie tatsächlich
verwirklicht würden, außerordentlich gefährlich wären.

So gibt es beispiels-

weise Leute, die behaupten, daß sie sich um die Aufrechterhaltung der nuklearen Abschreckung nicht kümmerten oder dagegen seien; trotzdem aber sind sie
bereit, den wiederholten sowjetischen Vorschlag für ein Moratorium der Dislozierung neuer nuklearer Mittel Streckensysteme anzunehmen - wobei sie schlicht
die Tatsache außer acht lassen, daß dies den Westen ohne dislozierte amerikanische Systeme beließe, während die Sowjets bereits runde 600 Systeme mit
über 1200 Gefechtsköpfen - einschließlich 900 Gefechtsköpfen auf den mobilen
SS-20-Raketen mit Mehrfachgefechts köpfen - disloziert haben.

Eine so leicht-

fertige Einstellung zur Wirklichkeit untergräbt die Aussichten für die Rüstungskontrolle, da die Sowjets keinerlei Anreiz hätten, über eine Begrenzung oder
einen Abbau ihrer Systeme zu verhandeln.

Und was am wichtigsten ist, es

schwächt ernsthaft die Abschreckung vor einem Krieg, weil es eine stabile
ausgewogene Lösung unmöglich macht.
Wir dürfen nicht vergessen:

Es war nur auf der Basis der durch die

NATO-Strategie erzielten Sicherheit und Stabilität möglich, daß der Westen
in der Schlußakte von Helsinki östliche Zugeständnisse hinsichtlich der Prinzipien der Nichteinmischung, der Souveränität und des Verzichts der Anwendung
oder Androhung von Gewalt erreichte.

Helsinki stellte sowohl eine Anerken-

nung der durch die NATO erzielten Stabilität, als auch ein hoffnungsvolles
Programm für die Zukunft dar.

Leider hat die Sowjetunion später die meisten

dieser Prinzipien verletzt - am deutlichsten in der Polen-Krise.
Es sollte

�Es sollte uns eigentlich" nicht überraschen, daß die Sowjetunion keine
Achtung vor den Prinzipien der internationalen Stabilität und der friedlichen
Zusammenarbeit an den Tag legt und daß sie ihre'Propagandaangriffe gegen genau die Elemente der westlichen Abschreckung richtet - unserer politische
Einigkeit, unsere konventionelle Verteidigung und die strategische Verbindung Europas und Nordamerikas -, die es überhaupt erst erlaubt haben, diese
Prinzipien aufzustellen.

Unsere Aufgabe im Westen besteht darin, diese Prin-

zipien lebendig zu erhalten; und weiterhin den Zusammenhalt und die Stärke des
Westens grundsätzlich aufrechtzuerhalten, da sie die einzige Grundlage sind,
auf der diese Prinzipien letztlich geschützt und erweitert werden können.

Die gegenwärtige Anstrengung der NATO
i

Vor drei Wochen wurde eine umfassende Studie über die Streitkräfte der

NATO und des Warschauer Paktes veröffentlicht.

Es ist das erste Mal, daß die

NATO einen so detaillierten Vergleich herausgegeben hat.

Das Dokument, das

ich jedem von Ihnen empfehlen möchte, der es noch nicht gelesen hat, is, glaube ich, in allen Sprachen des Bündnisses, einschließlich natürlich Deutsch,
erschienen.

Es vergleicht auf objektive Weise die Mannschaftsstärke, die

Kampfeinheiten, die Ausrüstung der Landstreitkräfte, die Flugzeuge, die Flotten und die nuklearen Trägersysteme beider Bündnisse.

Die Lehren, die wir

aus diesem Dokument ziehen können, sind ernüchternd.

Jeder hat schon immer

vage Vorstellungen gehabt, daß die Sowjetunion in Europa über größere Streitkräfte verfügt als die NATO.

Aber wieviele Leute wissen, daß das Verhältnis

an konventionellem Großgerät sich während der letzten zehn Jahre, also während der Periode eben der Entspannungf

und Rüstungskontroll Verhandlungen we-

sentlich verschlechtert hat, daß das Verhältnis an Panzern des Warschauer Paktes
und an Panzern der NATO sich von 3 : 1

sich auf 4 : 1 zu Ungunsten der NATO

verschoben hat oder daß sich das Verhältnis bei der Artillerie von 2 : 1
auf 3 : 1 verschoben hat.

Diese Zahlen sind entmutigend.

Aber die NATO hat

gezeigt, daß sie über die Mittel und den politischen Willen verfügt, das Erforderliche zu tun, um ein Gleichgewicht der Abschreckung aufrechtzuerhalten.
Auf der nuklearen Seite wird der NATO-Doppelbeschluß vom Dezember 1979 ein wich- 8 -

�ein wichtiges Element des militärischen und politischen Vorteils der Sowjets
beseitigen, indem er entweder zum Abbau der vorhandenen sowjetischen SS-20-,
SS-4- und SS-5-Raketen durch Verhandlungen über eine Null-Option führt - was
wir ganz sicher vorziehen würden - oder zur Dislozierung eines militärischen
Gegengewichts.
Indem er den gegenwärtigen Vorteil der Sowjets beseitigt, den Moskau
während der letzten Jahre trotz seines angeblichen Interesses am Abbau der
Spannungen in verschärftem Tempo'ausgebaut hat, wird der Doppelbeschluß gewährleisten, daß die europäische Sicherheit festmit den strategischen Streitkräften der Vereinigten Staaten verbunden bleibt. Die Sicherheit Amerikas und
die Sicherheit Europas werden weiterhin eine gemeinsame Sache sein. Ohne
ihren derzeitigen Vorteil kann die Sowjetunion nicht in Versuchung geraten,
das Maß der amerikanisch-europäischen strategischen Einigkeit fajlsch zu beurteilen; kann sie nicht von der falschen Vorstellung ausgehen, daß ein Krieg
auf Europa begrenzt werden könnte und kann daher keinen Krieg unter der falschen Voraussetzung beginnen, daß die Risiken der Sowjetunion begrenzt seien.
Und wenn Moskau diese Fähigkeit nicht mehr hat, dann wird es auch die Fähigkeit verlieren, in einer Krise politischen Druck auf Europa auszuüben, indem
es eben einen solchen" begrenzten Krieg androht.

Es kann nicht überraschen, daß die Sowjetunion so nachhaltig gegen den
Doppelbeschluß gekämpft hat, der ein wichtiges Element der strategischen und
politischen Hebelwirkung der Sowjets beseitigt.

Unsere Aufgabe im Westen be-

steht darin, bei der Verwirklichung beider Teile des Beschlusses standhaft zu
bleiben.

Das ist die einzige Chance, die Sowjets dazu zu bringen, in Genf

ernsthaft zu verhandlen. Bisher Jiaben die Sowjets auf einer Position beharrt,
die es ihnen erlauben würde, alle Ihre derzeitigen SS-20-Raketen westlich des
Ural zu behalten ohne ihnen irgendwelche Begrenzungen für den Rest ihres Territoriums aufzuerlegen, während es keine vergleichbaren amerikanischen Systeme
geben dürfte. Heute liegt ganz Westeuropa unter der Bedrohung der sowjetischen
Nuklearraketen.

Nur wenn die Sowjetunion überzeugt ist, daß der Westen es

ernst meint, wird sie einen Anreiz zu Verhandlungen haben und wird nicht
weiterhin ihre öffentliche Propaganda einsetzen, um ihre strategischen und
- 9 -

�strategischen und politischen Vorteile zu schützen.
Auch die konventionelle Seite des Standes der Streitkräfte bedarf unserer dringenden Aufmerksamkeit.

Dabei handelt'es sich traditionell um

ein noch schwierigeres Gebiet als das der Nuklearstreitkräfte, weil es hier
um viel Geld und viel Menschen geht - beides in demokratischen Gesellschaften schwer aufzubringen.

Die derzeitige wirtschaftliche Rezession hat das

Problem noch verschärft.

Aber wenn unsere Strategie wirklich flexibel blei-

ben soll, dann müssen wir mehr tun, um mit den Sowjets Schritt zu halten,
die seit Jahren ihre Verteidigungsausgaben um real vier Prozent jährlich gesteigert haben.

Das Problem für den Westen besteht nicht nur darin, mehr

zu tun, obwohl dies natürlich eindeutig notwendig ist. Das Problem besteht
darin, unsere Anstrengungen effektiver zu machen.

Das wird eine enge Zu-

sammenarbeit zwischen militärischen Planern, der Industrie und den politischen Entscheidungsgremien der Länder erfordern.

Es handelt sich um eine

Herausforderung, der wir begegnen können, wenn wir unsere überwältigenden
wirtschaftlichen und technologischen Vorteile in bester Weise nützen.

Globale Zurückhaltung und Aufgaben
Die Abschreckung vor einem Krieg in Europa, so schwierig dies auch sein
mag, ist eine Aufgabe, die wir seit nunmehr über einer Generation erfolgreich
gelöst haben. Wir kennen diese Aufgabe gut. Die Abschreckung vor einem Krieg
in der übrigen Welt ist weit schwieriger, aber diese Aufgabe wird wahrscheinlich unsere Fähigkeiten in diesem Jahrzehnt auf die Probe stellen. Und das
hängt direkt mit unserer Sicherheit zusammen. Die Ausweitung des Konzepts
der Abschreckung, von dem vertrauten Gebiet Europas auf das wenig bekannte
Gebiet des Persischen Golfs - von dem die Industriestaaten Europas mit rund
70 Prozent ihres Erdöls abhängen - oder auf andere potentielle Krisenzonen
erfordert ein überdenken traditioneller Formen und eine Neugestaltung militärischer Pläne. Es berührt jedes Land des Bündnisses. Die globale Struktur
der Nachkriegsperiode, von der wir alle wegen des außeordentlichen Wachstums
des Handels abhängig waren - und dies gilt besonders für die Bundesrepublik
- 10 -

�die Bundesrepublik Deutschland - ist eine zerbrechliche Sache.

Sie ist durch

militärische Aktionen, Subversion und Guerillakrieg verwundbar; sie ist verwundbar gegenüber wirtschaftlichen Problemen, und sie ist verwundbar durch politische Veränderung.

Wir können die Existenz einer günstigen, reibungslos

funktionierenden Weltordnung nicht einfach als etwas Selbstverständliches voraussetzen, so wie wir das Fortdauern der Abschreckung in Europa nicht als
selbstverständlich voraussetzen können.

Und wir können im Zeitalter der Ra-

keten und Flugzeuge nicht mehr sagen, daß Ereignisse in anderen Regionen weit
weg sind, wie die Menschen in den dreißiger Jahren sagten, daß die Ereignisse
in der Mandschurei, in Äthiopien oder in der Tschechoslowakei weit weg waren.
Da es keine klar entwickelten Bündnisstrukturen, wie etwa die NATO, gibt, die
auf seit langem bestehenden politischen Konsens und militärischer Bereitschaft
beruhen, ist die Aufgabe der Abschreckung vor einem Konflikt in der Dritten
Welt weit schwieriger als in Europa.
da es an der Vorbereitung mangelt.

Die Risiken des Kampfes sind auch höher,
Und so war es in der Tat die Dritte Welt,

die die meiste Gewalttätigkeit erlebt hat - angefangen von Afghanistan über
Kampuchea bis nach El Salvador.

Die Aufrechterhaltung von Stabilität und die

Ausweitung der Abschreckung auf andere Regionen wird alle Anstrengungen der
Länder des Bündnisses erfordern:

Wir müssen die Wirtschafts- und Militärhilfe

an Freunde ausweiten, wir müssen, soweit notwendig, Macht zeigen und wir müssen die Verteidigung der NATO dort stärken, wo sie sonst durch die Notwendigkeit geschäwcht wäre, Ressourcen abzuziehen, um mit globalen Problemen fertigzuwerden.

Das ist eine stattliche Aufgabe, aber Erfolge hierbei sind wichtig,

wenn die Struktur der globalen Sicherheit, von der unsere Länder abhängen, aufrechterhalten werden soll.

Zusammenfassung
Im Atomzeitalter ist die Abschreckung nicht einfach eine Strategie unter
vielen, aus denen man nach Belieben aussuchen könnte.
listische Strategie.

Es ist die einzige rea-

Ein Konflikt in Europa wäre verheerend, und wir müssen

ihn weiterhin verhüten.

Der einzige Weg zu diesem Ziel ist der, den die NATO

seit drei Jahrzehnten eingeschlagen hat: Aufrechterhaltung einer einigen
- 11 -

�einer einigen politischen Front, gestützt durch die militärische Macht, die
notwendig ist, um die Sowjetunion abzuschrecken. Das ist ein anspruchsvoller
Kurs, aber es ist ein Kurs, den wir auch in Zukunft erfolgreich beibehalten
können. Ich bin „sicher, daß die Völker des Westens über den Einfallsreichtum,
die Mittel und die Entschlossenheit verfügen, um die Abschreckung in Zukunft
so wirksam aufrechtzuerhalten wie in der Vergangenheit. Und auf dieser gesunden Grundlage werden sie die Sicherheit, Stabilität und Freiheit erhalten,
die für die friedliche Verwirklichung demokratischer Werte wesentlich sind.

+ + + + +

- 12 -

�Dokumentation
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

21

26. Mai 1982

REDE DES AFL-CIO-PRÄSIDENTEN AUF DEM DGB-KONGRESS IN BERLIN

BERLIN - (AD) - Der Präsident des größten amerikanischen Gewerkschaftsverbandes AFL-CIO, Lane Kirkland, hat in einer Rede als Gast auf dem Kongreß
des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Berlin am 18. Mai 1982 darauf hingewiesen, daß die Unterstützung des Atlantischen Bündnisses durch freie Gewerkschafter nicht nachlassen dürfe, sondern verstärkt werden müsse.
Die Rede Kirklands hat in deutscher Übersetzung folgenden Wortlaut:
Lieber Kollege Vetter, verehrte Gäste, Funktionäre und Delegierte,
liebe Kolleginnen und Kollegen!
Ich überbringe diesem Kongreß des DGB die Grüße und besten Wünsche der
arbeitenden Männer und Frauen der Vereinigten Staaten. Damit will ich unterstreichen, welche große Bedeutung wir in der AFL-CIO unseren Beziehungen zu
den deutschen Gewerkschaften sowohl im Bereich unserer bilateralen Kontakte
als auch bei unserer gemeinsamen Arbeit in der internationalen freien Gewerkschaftsbewegung beimessen.
Ich bin in einer kleinen Stadt in Südkarolina zur Welt gekommen, wo im
Unabhängigkeitskrieg eine große Schlacht, die Schlacht von Camden, geschlagen

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�Camden, geschlagen wurde.
Auf dem Schlachtfeld befand sich auch eine Einheit, die von einem deutschen Soldaten angeführt wurde, den Amerika unter dem Namen Baron de Kalb
kennt, und der sich als Freiwilliger in den Dienst für die Sache der amerikanischen Revolution gestellt hatte. An diesem blutigen Tag hat seine kleine
Truppe, als die meisten unserer Streitkräfte in Panik schon die Flucht ergriffen hatten, unerschütterlich bis zum Ende standgehalten; er gab für unsere Sache sein Leben.
An jenem Ort steht heute ein Denkmal zur Erinnerung an den Baron de
Kalb, in das folgende Worte eingegraben sind:

"Von Geburt Deutscher. Von

Wesen ein Bürger der Welt."
Etliche der Begründer der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung sind aus
Deutschland gekommen. Diese Tradition hat sich in verschiedenen Berufszweigen und Gegenden bis heute erhalten.
Die Neubelebung unserer brüderlichen Verbindungen nach dem Zweiten Weltkrieg half über die Maßen zum Aufbau Eures Landes, aber auch zu dem eines
starken, freien und demokratischen Westeuropa. Was wir gemeinsam im Namen
von Freiheit und Demokratie erreicht haben, darf nicht ins Wanken geraten
oder der Verlockung eines Rückzugs des einen oder anderen aus unserem langen,
gemeinsamen Kampf gegen jene Kräfte erliegen, die sich gegen den Geist der
Menschlichkeit formiert haben.
Die engen und herzlichen Beziehungen zwischen AFL-CIO und DGB, Beziehungen, die sich in den letzten Jahren entwickelt haben und gewachsen sind,
waren ein entscheidender Faktor für die Rückkehr der AFL-CIO in den Internationalen Bund Freier Gewerkschaften. Meinen besonderen Dank möchte ich
Eurem Vorsitzenden, meinem guten Freund Heinz Oskar Vetter, sagen für die
Rolle, die er bei diesem Prozeß gespielt hat, wie auch für die vielen anderen Leistungen, die er für unsere gemeinsamen Ziele erbracht hat.

Ich hoffe

und ich rechne auch voll damit, daß wir diese Zusammenarbeit fortsetzen,
- 2 -

�Zusammenarbeit fortsetzen, damit die der Förderung von Frieden, Fortschritt
und Freiheit in aller Welt dienende Arbeit verstärkt wird.
Für einen amerikanischen Gewerkschafter

meiner Generation ist diese

Reise nach Berlin, zu meinem ersten DGB-Kongreß, ein bewegendes Erlebnis.
Es ist ermutigend, diesen großen Gewerkschaftsbund in Aktion zu sehen, diese Organisation, die sich wie ein Phpnix aus der Asche erhoben hatte, zu der
sie von den Schrecken der Nazi-Brutalität reduziert worden war - dieses lebendige Zeugnis für den bleibenden Einfluß freien Gew.erkschaftswesens auf
Herzen und Sinne der arbeitenden Männer und Frauen.
Hier, in dieser geteilten Stadt, enthüllt sich auch mit aller Schärfe
der große Konflikt unserer Tage, der Konflikt um menschliche Grundwerte,
der allen Fragen militärischer Verteidigung nicht nur zugrunde liegt, sondern sie bestimmend überschattet. Hier stoßen wir auf den deutlichsten Gegensatz zwischen einem Polizeistaat, der sich hinter einer Mauer der Schande
einsperrt, und einem freien Volk, das Gerechtigkeit durch Demokratie verfolgt.
Hier verläuft die Trennlinie

zwischen eingelösten Versprechen und solchen,

die gebrochen wurden.
Hierher kam vor 19 Jahren mein Vorgänger George Meany, zusammen mit Präsident John F. Kennedy; er war hier, als Kennedy feststellte, daß freie und
demokratische Gesellschaften, trotz all ihrer Schwierigkeiten, niemals eine
Mauer hätten bauen müssen, um ihre Bevölkerung festzuhalten, und als er die •'. ,
uns bindenden Werte mit den einfachen, lebendig gebliebenen Worten bekräftigte:
"Ich bin ein Berliner."
Diese Solidarität von Männern und Frauen wird in dieser Generation durch
das Entstehen und die brutale Unterdrückung der Gewerkschaftsbewegung Solidarnosc in Polen auf die Probe gestellt. Die in der Vereinbarung von Gdansk
1980 klar ausgesprochenen wichtigen Fragen und Werte, vom polnischen Staat
akzeptiert und auf Befehl seines sowjetischen Gebieters verraten, sind die
gleichen, die Berlin teilen.
Aber noch
- 3 -

�Aber noch müßte erst, trotz all ihrer Gestapo-Methoden und Macht, die
polnische Faschisten-Junta in den Reihen oder in der Führung der Solidarnosc
einen Quisling finden! Diese Bewegung repräsentiert weiterhin das wirkliche
Wollen des polnischon Volkes.
Können wir, die wir in relativer Behaglichkeit und Sicherheit die Segnungen der Freiheit genießen, weniger entschlossen sein und dennoch berechtigt unseren Anspruch erheben, im Namen der Freiheit zu sprechen?
Der Ruf nach Frieden und Abrüstung ist überall im Westen laut und deutlich zu vernehmen. Seine Nachdruck!ichkeit bringt unsere politischen Führer
in Bewegung. Aber jenseits der Mauer herrscht Schweigen, und die wachsende
Rüstungslast hungert die Menschen weiterhin aus und erstickt ihre Stimmen.
Hier liegt das Wesentliche des Problems des Friedens, das nicht durch
Selbstbezichtigung und Schuldzuweisungen innerhalb der kleinen Familie freieft
und demokratischer Nationen gelöst werden kann.
Beim Kampf zwischen Humanität und Tyrannei geht es wie beim Sprichwort?;
lichen Tanz mit dem Bären.
dy

Die Grundregel lautet: Nicht aufhören, auch wenn

müde wirst!

Aus diesem Grund darf auch unsere,von freien Gewerkschaftern dem Atlantisehen Bündnis gegebene Unterstützung nicht nachlassen, sondern muß verstärkt
werden. Kein kluger Mann baut sich für die häusliche Bequemlichkeit ein
schönes Haus und vergißt dann, dieses gegen Feuer und Diebstahl zu versichern.
Unsere Werte verdienen angesichts der Gefahr ganz gewiß eine starke Verteidigung.
Vor mehr als 200 Jahren ist von einem unserer revolutionären Führer,
Patrick Henry, jene aktuelle Frage gestellt und beantwortet worden:
"Ist das Leben so teuer und ist der Frieden denn so süß, daß sie zum

�sie zum Preis von Ketten und Sklaverei erkauft werden müssen?

Der Himmel

verhüte es!"
Ich wüßte nicht, daß sich seitdem in all den Jahren irgend etwas ereignet habe, das eine andere Antwort" als diese richtige erlaubt hätte.
Wir sind mit Euch auch davon überzeugt, daß Brot und Freiheit keine
alternativen Ziele, sondern ein Unteilbares sind.
In dieser Zeit wirtschaftlicher Rezession, wo die Arbeitslosenzahl in
den OECD-Ländern 30 Millionen und mehr erreicht, bedeutet diese Oberzeugung
eine dringliche Aufgabe und schwere Verantwortung. Wir haben im Gewerkschaftlichen Beratungs-Ausschuß bei der OECD in harmonischer Übereinstimmung mit
unseren Kollegen aus allen Industrie-Demokratien an der Entwicklung einer gemeinsamen Stellungnahme zu den uns alle quälenden wirtschaftlichen und sozialen Problemen gearbeitet, wie Massenarbeitslosigkeit, Hochzins, die anhaltende
Energie-Krise, niedriges Wirtschaftswachstum und die den Armen und Benachteiligten mit grausamen, ungerechten einzelstaatlichen Politiken auferlegten
Härten.
Wir haben unsere konzertierte Meinung, unsere gemeinsame Besorgnis, den
gewählten Führern und den Gestaltern der Wirtschaftspolitik in unseren Ländern
so energisch wie möglich und auf allen uns offenstehenden Wegen klargemacht.
Wir werden damit fortfahren, wir werden mit unseren Argumenten in jene Stellen
unserer Länder vordringen, in denen abgestimmt und gewählt wird, bis wir uns
von den Besessenen des Monetarismus und der Mythologie des Marktes befreit
haben.
In Solidarität mit unseren Kollegen und Kolleginnen in den Entwicklungsländern haben wir uns auch an die Bewältigung der zwischen den reichen und
armen Nationen des Nordens und des Südens anhaltenden Kluft gemacht. Wir haben
dabei nicht, wie das bei so vielen geschieht, die noch viel breitere Kluft
zwischen den Reichen und den Armen in den Ländern des Südens ignoriert.

Wir

haben Mindestnormen für die Lebens- und Arbeitsbedingungen, mittels der Sozial-

�der Sozialklausel, und in den Handelsbeziehungen gefordert sowie die rückhaltlose Anwendung des lebenswichtigen Prinzips der Koalitionsfreiheit mittels
freier Gewerkschaften als bewährtem Weg des Fortschritts in der Aufwärtsentwicklung der Menschheit in aller Welt.fm Geist uneingeschränkter Solidarität
versichere ich Euch der starken Unterstützung seitens AFL-CIO beim gemeinsamen Vorgehen, den Herausforderungen der kommenden Jahre gerecht zu werden.
Vielen Dank. Viel Glück für Euch alle!

+ + + + +

- 6 -

�Ulirl/chofl
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

21

26. Mai 1982

EINE FREIERE WELTWIRTSCHAFT: ZIEL DER USA BEIM WELTWIRTSCHAFTSGIPFEL
- Von unserem Wirtschaftskorrespondenten Eugene Brake -

WASHINGTON - (AD) - Beim Treffen der führenden Staatsmänner der sieben
wichtigsten Industrieländer in Versailles im Juni wird wahrscheinlich jeder
der Teilnehmer eine etwas unterschiedliche Auffassung von dem einbringen,
was der interessanteste Teil der Tagesordnung sein sollte.
RegierungsVertretern in Washington zufolge möchte Präsident Reagan seine
Gesprächspartner davon überzeugen, das Gipfeltreffen vom 5.-6. Juni in Versailles
als eine Gelegenheit zu ergreifen, sich auf einige der grundlegenden Aspekte der
Wirtschaftsbeziehungen zwischen den Industriestaaten - und zur übrigen Welt zu konzentrieren. Der Versailler Gipfel sollte den Kurs abstecken, um mit diesen
Aspekten des Weltwirtschaftssystems noch in diesem Jahrzehnt fertigzuwerden.
Genauer gesagt: Die Vereinigten Staaten erhoffen eine anhaltende Anstrengung
zur Aufrechterhaltung des offenen Welthandelssystems und die Ausdehnung des
Grundsatzes einer offenen Weltwirtschaft auf neue Bereiche. Amerikanische Regierungsvertreter haben bereits öffentlich von dem Wunsch nach Ausweitung der
GATT-Regelungen gesprochen, um Bereiche wie Dienstleistungen, Handel mit

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�Handel mit landwirtschaftlichen Produkten, Handel mit hochtechnologischen
Gütern und Investitionen einzubeziehen. Es bestehe zudem auch das Bedürfnis,
Möglichkeiten zu diskutieren, wie die in ihrer Industrialisierung begriffenen
Staaten in das offene Welthandelssystem einbezogen werden können, während ihnen
gleichzeitig der Zugang zu den expandierenden Märkten zugesichert wird, die sie
so dringend brauchen.
*

Ober eine stärkere Öffnung des Weltwirtschaftssystems zu sprechen, scheint
ein Schlag ins Gesicht der herrschenden Realitäten zu sein - in einer Zeit, da
die weltweite Rezession überall den protektionistischen Druck erhöht und die
Industriestaaten einander wegen so häßlicher Handelsprobleme wie Landwirtschaftssubventionen, Stahl und Maiskleber an die Gurgel zu gehen scheinen.
Trotzdem herrscht unter den führenden Politikern in den Vereinigten Staaten
das Gefühl vor, jetzt sei die Zeit für neue Verpflichtungen und neue Anstrengungen, die einen Rückfall verhindern und dem Welthandel neue Wege weisen
können. Dabei sind ihrer Meinung nach die Vereinigten Staaten auch in einer
besseren Position als die Europäer - mit ihren derzeitigen Zweifeln hinsichtlich des Wertes eines offenen Handelssystems - oder Japan, das selbst starken
verbalen Angriffen wegen einiger seiner eigenen Handelspraktiken ausgesetzt ist,
in einer solchen Kampagne die Führungsrolle zu übernehmen.
Zum Teil rührt die unterschiedliche Akzentuierung der Gipfel teil nehmer nicht •
von amerikanischer Unempfänglichkeit, sondern vom amerikanischen Optimismus her
- einem Optimismus, der in starkem Kontrast steht zu dem Pessimismus, der derzeit *
in vielen anderen Hauptstädten vorherrscht. Die Reagan-Administration ist überzeugt, daß sie zu einer dauerhaften Verringerung der Inflation und anhaltendem
nichtinflationären Wachstum gelangen kann. Dies aber, so amerikanische Regierungsvertreter, wäre das Beste, was die Vereinigten Staaten für die Volkswirtschaften
der anderen Länder tun könnten.
Es ist

- 2 -

�Es ist offenkundig, daß man wenig von einem Vorschlag in Versailles halten
würde, demzufolge die Vereinigten Staaten mehr Geld in ihre Volkswirtschaft
pumpen sollten, um die Zinsen herunterzubringen. Sowohl die Reagan-Administration
als auch der Federal Reserve Board bestehen darauf, daß eine konsequente Geldpolitik der Zentralbank nötig ist, um die antiinflationäre Anstrengung glaubwürdig und erfolgreich zu machen und zu einer dauerhaften Senkung der Inflationsraten zu gelangen.
Ist erst einmal die Öffentlichkeit davon überzeugt, daß das jüngste,
dramatische Absinken der Inflationsraten in den Vereinigten Staaten von Dauer
ist, dann werden sicherlich - so Wirtschaftsberater der Regierung - auch die
Zinsen fallen. Viele Beobachter führen die Aussicht auf große Haushaltsdefizite
in den kommenden Jahren als Grund dafür an, daß die amerikanischen Zinsen noch
nicht auf die Rezession und auf die verbesserten Inflationsraten reagiert haben.
Allerdings gehen der Präsident, die Republikaner und auch die Demokraten im
Kongreß nunmehr deutlich in die Richtung einer Reduzierung der Defizite. Die
einzige Frage, über die jetzt noch debattiert wird, ist, wie dies geschehen soll.
Ein Teil der Besorgnis im Ausland über die hohen amerikanischen Zinsen
bezieht sich auf Probleme der Wechselkurse. Ausländische Gelder werden durch
die hohen Zinserträge in die Vereinigten Staaten gelockt, halten den Dollar
stark und - so lautet das Argument - tragen zu der Schwäche anderer Währungen
auf den Devisenmärkten bei. Von hoher Stelle wird in einigen Ländern darüber
geklagt, daß man zur Verhinderung einer weiteren Abwertung der eigenen Währung
gezwungen gewesen sei, die eigenen Zinsen höher zu halten, als man dies
eigentlich möchte.
Einige Europäer haben - an einer kräftigeren Senkung der Zinsen in nächster
Zukunft zweifelnd - den Vorschlag gemacht, die Vereinigten Staaten sollten
stärker auf den Devisenmärkten intervenieren, um zu verhindern, daß der Dollar
zu stark aufgewertet wird.
In jüngster

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�In jüngster Zeit haben Finanzminister Regan und andere Angehörige seines
Ministeriums öffentlich bezweifelt, ob die amerikanischen Zinsen wirklich die
Ursache der Schwäche mancher ausländischer Währung seien. Sie argumentieren
vielmehr, daß in manchen Fällen die Währungsschwäche mehr von der inflationären
Politik in dem jeweiligen Land und auch von anderen Ereignissen in Europa bestimmt wird. Sie bezweifeln zugleich, ob eine staatliche Intervention bei den
Devisenmärkten Wirkung dabei zeigen würde, den Wechselkurs einer Währung zu
heben, wenn fundamentale Marktkräfte in die entgegengesetzte Richtung wirken.
Finanzminister Regan sagte es in seiner Rede vom 10. Mai vor dem Ministertreffen der OECD in Paris deutlich: "Diejenigen mit einer inflationären Politik
müssen sich den Konsequenzen stellen, die diese politische Entscheidung für den
Wechselkurs und für die Zahlungsbilanz hat."
Da die Reagan-Administration bewußt die stärker interventionistisch
akzentuierte Politik der vorhergegangenen Administration aufgekündigt hat, ist
es höchst unwahrscheinlich, daß sie in Versailles dazu überredet werden könnte,
auf genau die gleiche Politik zurückzugreifen.
Trotzdem erklärte Finanzminister Regan am 9. Mai in Paris, daß "wir nicht
halsstarrig sind", was die Frage der Intervention auf den Devisenmärkten angehe.
Kurz vor der Eröffnung des OECD-Ministertreffens erklärte er vor Reportern,
daß er eine unparteiische Studie vorzuschlagen gedenke, die den Wert von Eingriffen in die Devisenmärkte untersuchen soll. "Wir würden gerne einen kleinen
Beweis dafür haben, ob die Intervention wirklich funktioniert. Wir wären durchaus bereit, zu intervenieren, wenn es funktionieren sollte." Regan machte jedoch
deutlich, daß er nicht über eine Art von Eingriff spreche, der versuchen würde,
die grundlegenden Tendenzen zu verändern.
Die amerikanische Haltung der letzten Jahre war generell die, daß eine
größere Stabilität der Wechselkurse nur dadurch erzielt werden kann, daß man
die fundamentalen Faktoren - insbesondere die Inflation - in den Griff bekommt,

�Griff bekommt, die eine Veränderung der Wechselkurse zur Folge haben - und
nicht dadurch, daß die Regierung in großem Umfang Devisen kauft oder verkauft.
Amerikanische Regierungsvertreter sind der Überzeugung, daß dieser Prozeß,
die grundlegenden Probleme in den Griff zu bekommen, durch intensivere Konsultation zwischen den Regierungen erleichtert würde - Konsultationen, bei denen
ein Blick auf die Solidität der Binnenwirtschaftspolitik eines Landes geworfen
wird und auch auf die begrenztere Frage nach seiner Politik der Intervention
auf den Devisenmärkten.
Schon in der Vergangenheit haben die Vereinigten Staaten Vorschläge in
diesem Rahmen unterbreitet. Die Zusätze zu dem Abkommen des Internationalen
Währungsfonds, die im Jahr 1976 vereinbart wurden, enthielten auch das Thema
Konsultationsverfahren; aber RegierungsVertreter in Washington sind der Ansicht,
es sei nicht wirkungsvoll genug. Sie hätten lieber einen Konsultativprozeß, der
"Zähne zeigt", bei dem ein Land, das eindeutig keine solide, antiinflationäre
Politik verfolgt, auch wirklich den Druck seiner Partner zu spüren bekommt, um
sein Handeln zu verbessern.
All diese Themen werden sicherlich ihren Teil Aufmerksamkeit erhalten,
wenn die Staats- und Regierungschefs der sieben wichtigsten Industriestaaten
sich im Juni in Versailles treffen. Aber in Washington hofft man, daß die
Beschäftigung mit den drängenden, kurzfristigen Schwierigkeiten die Aufmerksamkeit nicht von längerfristigen und grundlegenderen Fragen ablenken wird, wie
diese Staaten in Zukunft bei Wirtschaftsfragen zueinander und zur übrigen Welt
stehen sollen.
+++++

- 5 -

�21

26. Mai 1982

INTERNATIONALE STUDIE: PORTRAIT AMERIKANISCHER WERTVORSTELLUNGEN

WASHINGTON - (AD) - Verglichen mit Westeuropäern und Japanern sind die
Amerikaner stolzer auf ihr Land und ihre Arbeit, eher bereit, für ihr Land
zu kämpfen, sowie im allgemeinen glücklicher und religiöser.
Dies geht aus einer internationalen Studie hervor, die das amerikanische Gallup-Institut sowie eine Reihe anderer privater Forschungsgruppen
in 16 Ländern durchgeführt haben. In Zukunft soll sich diese Studie auch
auf Australien, Neuseeland und eine Anzahl lateinamerikanischer Länder erstrecken.
Die Umfrage in den Vereinigten Staaten wurde von der unabhängigen
katholischen Forschungsinstitution CARA gefördert und zeitigte einige zum
Teil unerwartete Ergebnisse.
Rund 80 Prozent der befragten Amerikaner erklärten der Untersuchung
zufolge, daß sie stolz seien, Amerikaner zu sein - verglichen mit nur 38
Prozent der angesprochenen Europäer und 30 Prozent der Japaner, die Stolz

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�die Stolz auf ihre nationale Identität bekundeten. 71 Prozent der von der
Studie erfaßten Amerikaner brachten ihre Bereitschaft zum Ausdruck, für ihr
Land zu kämpfen, gegenüber 43 Prozent in Europa und 22 Prozent in Japan.
Insgesamt gesehen hat Amerika mehr Vertrauen zu seinen Institutionen
als Europa, ausgenommen den Rechtsvollzug. Größtes Vertrauen genießen die
Kirchen, das geringste die

Gewerkschaften, die Presse sowie die großen

Unternehmen. Weniger Vertrauen zu diesen Institutionen in ihren jeweiligen
Ländern bekundeten der Studie zufolge die Westeuropäer. Japan vertraut
mehr auf sein Rechtssystem als Amerika und Europa. 84 Prozent der Amerikaner
behaupteten, stolz auf ihre Arbeit zu sein, gegenüber 79 Prozent in Großbritannien, 37 Prozent in Japan und 15 Prozent in Deutschland.
Amerikaner und Iren, so geht aus der Studie weiter hervor, glauben mehr
an Gott als die Befragten aus den anderen Ländern: 95 Prozent der angesprochenen Bürger in den USA und in Irland antworteten positiv auf diese
Frage. 71 Prozent der Amerikaner glauben an ein Leben nach dem Tode, verglichen mit 43 Prozent in Europa und 40 Prozent in Japan.
Die Frage nach der Zufriedenheit mit ihrem Leben ergab, daß Dänen,
Schweden und Amerikaner am zufriedensten sind. Am unteren Ende der Skala
stehen die Italiener, Spanier und die Japaner.
Die Amerikaner halten sich im allgemeinen für glücklich; 32 Prozent
meinen sogar, sie seien "sehr glücklich", 60 Prozent behaupten "ziemlich
glücklich" zu sein. Die Iren und Briten liegen den Aussagen zufolge in der
Kategorie "sehr glücklich" noch etwas vor den Amerikanern; sehr niedrig
stufen sich hier die Japaner und die Bewohner der Bundesrepublik Deutschland
ein.
In jedem der erfaßten Länder wurden mindestens 1 200 ausgewählte Bürger
in einem etwa einstündigen Interview befragt. In den Vereinigten Staaten
wurden 2 000 Menschen interviewt, darunter zahlreiche Schwarze, Amerikaner
spanischer Abstammung und Jugendliche.
+++++
- 2 -

�Hintergrund
materiell
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

21

26. Mai 1982

VON NEUSEELAND AUSGEWIESENER SOWJETBOTSCHAFTER IN NEW YORK AUFGETAUCHT

NEW YORK - (AD) - Ein sowjetischer Diplomat, der von Neuseeland wegen
Beschaffung von Mitteln für die Kommunistische Partei dieses Staates des Landes
verwiesen worden war, tauchte kürzlich in New York auf, um anscheinend an einer
Sitzung des Wirtschafts- und Sozialrats der Vereinten Nationen (ECOSOC) teilzunehmen. Allerdings wurde er auf keiner solchen Sitzung gesehen.
Der außenpolitische Redakteur der Hearst-Zeitungsgruppe, John Wallach,
berichtete, daß Vsevolod Sofinsky, bis zum Januar 1980 sowjetische Botschafter
in Neuseeland, Anfang April dieses Jahres in New York eingetroffen sei. Wallach
zufolge war Sofinsky Korrespondenten bekannt, die in Moskau gearbeitet haben, da
er zeitweilig die Presseabteilung des sowjetischen Außenministeriums geleitet
hatte.
In seiner Sitzungsperiode vom 13. April bis zum 7. Mai behandelte der
ECOSOC Probleme, die von der Präsenz ausländischer Truppen in Kampuchea über
die Menschenrechtslage in Polen, Guatemala und El Salvador bis hin zu Ereignissen
in dem von Israel besetzten West-Ufer des Jordan reichten. Diejenigen, die

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�Diejenigen, die Sofinsky kennen, erklären jedoch, daß er zu keiner Zeit bei
den Beratungen gesehen wurde.
Amerikanische Regierungsvertreter gaben keinen Kommentar zu Presseberichten,
denen zufolge sie sich Gedanken über den eigentlichen Zweck des Erscheinens von
Sofinsky in New York machten. Ein Sprecher des Außenministeriums wies darauf hin, ,
daß gemäß den Vereinbarungen zwischen den Vereinigten Staaten und den Vereinten
Nationen die USA jedermann den Zugang zu New York gewähren müssen, der von der
Weltorganisation eingeladen worden ist.
Im Januar 1980 erklärte die neuseeländische Regierung den damaligen Botschafter Sofinsky zur persona non grata und forderte ihn auf, wegen seiner Einmischung
in die Innenpolitik des Landes Neuseeland sofort zu verlassen.
Die Zeitung "Auckland Star" berichtete in ihrer Ausgabe vom 25. Januar 1980,
daß der neuseeländische Geheimdienst im Rahmen einer routinemäßigen Überwachung
Sofinsky dabei ertappt habe, wie dieser größere Geldsummen an die Sozialistische
Einheitspartei (S.U.P.), Neuseelands kommunistischer Partei, übergab, die in
engem Kontakt zu Moskau steht.
Die S.U.P. hatte zwar bereits vorher zugegeben, daß sie Geld für Flugtickets
in die Sowjetunion erhalte, doch verlautete vom Büro des neuseeländischen Ministerpräsidenten,daß es um mehr Geld als nur die Kosten für Flugkarten gegangen
v
sei.
Ministerpräsident Robert Muldoon erklärte, daß die S.U.P. im Mittelpunkt der
industriellen Unruhe stehe, unter der Neuseeland in den letzten Jahren litt,
und fügte hinzu, die Aktivitäten von Botschafter Sofinsky hätten die Überzeugung
der Regierung bestätigt, daß die S.U.P. von Moskau aus gelenkt und finanziell
unterstützt wird.
In seinem

�\

In seinem Kommentar zu diesem Vorfall
seelands, Sofinskys Verhalten sei entweder
stamme der Arroganz des Botschafters: "Daß
solchen Zeit, da die Russen in Afghanistan
verstrickt hat, hat mich überrascht."
+++++

- 3 -

erklärte der Ministerpräsident Neuunglaublich plump gewesen oder entder Botschafter selbst sich zu einer
stehen, in eine solche Angelegenheit

�</text>
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