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                  <text>MWYiiliUnT

und
Dokumentation
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

14. April 1982

15
INHALT

DOKUMENTATION
t/

Botschafter Burns nimmt zum deutsch-amerikanischen Verhältnis Stellung

INFORMATION
Karitative Spenden in den USA erreichen neuen Höchststand

HINTERGRUND
USA erläutern neuen Vorschlag für Beziehungen zu Nicaragua
- Von unserer Korrespondentin Mildred Sola Neely -

k

J

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Gewichtseinsparung bei Raumfähren-Startraketen

Um Übei/endung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 22 40
Telex: 08-85432

�Dokumentation
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

15

14. April 1982

BOTSCHAFTER BURNS NIMMT ZUM DEUTSCH-AMERIKANISCHEN VERHÄLTNIS STELLUNG

WASHINGTON - (AD) - Der Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika
in der Bundesrepublik Deutschland, Arthur F. Burns, hat am 5. April 1982
vor dem Unterausschuß für Europa und den Nahen Osten des Außenpolitischen
Ausschusses des Repräsentantenhauses zum deutsch-amerikanischen Verhältnis
Stellung genommen. Seine Ausführungen vor dem Unterausschuß haben folgenden
Wortlaut:
Meine Botschaft heute ist ganz einfach: Es gibt zwar Probleme in unseren
Beziehungen zur Bundesrepublik Deutschland, aber die Mehrheit der Deutschen
tritt weiterhin für die Vereinigten Staaten ein und ist sich des weiten Bereiches der Werte und Zielsetzungen bewußt, die wir gemeinsam haben.
Ich möchte mich hier einigen unserer Probleme zuwenden. Beschwerden
auf beiden Seiten des Atlantik lassen ein Anwachsen der Spannungen erkennen.
Die Amerikaner waren enttäuscht über das Zögern der Bundesrepublik, sich nach
der sowjetischen Invasion Afghanistans für einen Boykott der Olympischen
Spiele in Moskau zu entscheiden. Sie fragen immer wieder, warum Bonn zu

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 22 40
D 5300 Bonn 2
Telex: 08-85432

�Bonn zu zögern scheint, mehr für die Verbesserung der Kasernen für amerikanische Truppen in Deutschland zu bezahlen. Sie waren beunruhigt, daß die
Führer der Bundesrepublik zunächst zögerten, die sowjetische Rolle bei der
militärischen Machtübernahme in Polen öffentlich anzuerkennen. Sie wundern
sich über die deutsche Kritik an der amerikanischen Politik bezüglich von
El Salvador und Nicaragua. Auf der anderen Seite, um nur einige Beispiele
zu nennen, haben sich die Deutschen in den letzten Jahren über einen Zickzackkurs der amerikanischen Außenpolitik beklagt und erkennen lassen, daß
sie sich eine stärkere amerikanische Führung wünschten. Jetzt machen sich
viele Deutsche Sorgen über eine, wie sie meinen, kriegerische Einstellung
in Washington und eine Überbetonung militärischer Lösungen.
Bei der Reibung zwischen unseren beiden Ländern haben zwar auch wirtschaftliche Probleme eine Rolle gespielt, aber sie ist doch weitgehend das
Ergebnis politischer und psychologischer Kräfte.
In der deutschen Öffentlichkeit, vor allen Dingen unter jungen Menschen,
herrscht eine wachsende Besorgnis über die Welt, in der sie leben. Der
Ursachen dieser Besorgnis gibt es viele. Viele Deutsche glauben, daß ihr
Land ein Faustpfand in dem Kampf um die Vormacht zwischen den beiden
Supermächten - der Sowjetunion und der Vereinigten Staaten - geworden ist.
Weit verbreitet herrscht die Angst, daß ein Atomkrieg auf deutschem Boden
ausgetragen werden könnte. Umweltsorgen, vor allem hinsichtlich der Zuverlässigkeit von Nuklearbrennstoff, sind deutlich zu erkennen. Jetzt herrschen
auch Befürchtungen bezüglich einer härteren wirtschaftlichen Umwelt und
eines nachlassenden Netzes der sozialen Sicherheit. Ferner herrscht unter
jungen Menschen wie auch unter Interlektuellen aller Altersgruppen ein
Gefühl der Entfremdung, das aus Besorgnissen hinsichtlich der Rolle der
Technologie und großer unpersönlicher Organisationen in ihrer Gesellschaft
herrührt. Und schließlich sind viele junge Menschen zu der Überzeugung gelangt,
daß es moralisch schlecht sei, in Überfluß zu leben, weil Millionen Menschen
in der Dritten Welt hungern. Ganz allgemein gesprochen glauben viele Deutsche
heute, daß das Leben für sie seinen Sinn zu verlieren beginnt.
Da die

�Da die Vereinigten Staaten häufig mit den Dingen identifiziert werden,
die viele Deutsche beunruhigen - besonders Rivalität der Supermächte, alles
niederwalzende Technologie und Militarismus - ist in der Bundesrepublik
Besorgnis bezüglich der internationalen Rolle Amerikas entstanden, ganz
besonders hinsichtlich unserer Fähigkeit, die Ost-West-Beziehungen klug
zu gestalten. Die Sowjetunion hat es natürlich nützlich gefunden, die Furcht
der Europäer vor den Rüstungen auszuschlachten. Sie hat dies mit Geschick
und Energie getan, vor allem in der Bundesrepublik. Die sowjetische Propaganda stellt die Vereinigten Staaten als eine rastlose kriegerische Macht
dar, der es an echtem Wunsch nach Frieden mangelt und die bereit ist, die
nukleare Zerstörung Europas zu riskieren. Gleichzeitig versteht es die
Sowjetunion, sich so darzustellen, als arbeite sie unermüdlich für den
internationalen Frieden und die internationale Ordnung. Die von den Sowjets
gestartete massive Friedensoffensive versucht, einen Keil zwischen uns und
unsere europäischen Verbündeten zu treiben - ein Unterfangen, bei dem sie
bis zu einem gewissen Grade erfolgreich sind. Ich muß jedoch feststellen,
daß die Konzentration der Medien auf einen "Antiamerikanismus" in Westdeutschland mir übertrieben und keineswegs treffend zu sein scheint. Die
grundlegenden nationalen Interessen der Vereinigten Staaten und der Bundesrepublik Deutschland sind seit vielen, vielen Jahren sehr ähnlich, und
dies wird von einer Mehrheit des deutschen Volkes anerkannt. Wir haben
in Deutschland einen festen Verbündeten. Trotzdem erfordern die deutschen
Befürchtungen und die unterschiedlichen Auffassungen, die zwischen uns und
der Bundesrepublik existieren, eine sorgfältige Beachtung auf beiden Seiten
des Atlantik, wenn wir unsere gemeinsamen Interessen erfolgreich fördern
wollen.
Bevor ich mich diesen Fragen zuwende, möchte ich die Notwendigkeit
unterstreichen, daß wir unser wirtschaftliches Haus in Ordnung bringen. Das
Element der Reibung zwischen den Vereinigten Staaten und der Bundesrepublik
wird durch wirtschaftliche Schwierigkeiten in unseren beiden Ländern verschärft. Die knappen Mittel sind im wesentlichen daran Schuld, daß die
Bundesrepublik derzeit wenig geneigt ist, die Verteidigungsausgaben zu

- 3 -

�Verteidigungsausgaben zu erhöhen. Trotzdem sieht es selbst heute so aus, daß
in der deutschen Bereitschaft, zusätzliche Mittel für die NATO-Infrastruktur
bereitzustellen, ein gewisser Fortschritt erzielt werden wird. Zum Teil wegen
unserer eigenen wirtschaftlichen Probleme wollen wir, daß die Deutschen einen
größeren Anteil am Unterhalt der amerikanischen Streitkräfte in der Bundesrepublik und bei der Hilfeleistung für gemeinsame Verbündete, wie die Türkei,
leisten. Aber die Bundesrepublik hat genug mit eigenen Schwierigkeiten zu
tun - hohe Zinssätze, steigende Arbeitslosigkeit und Haushaltsschwierigkeiten
- die, wenn auch weniger intensiv als unsere wirtschaftlichen Probleme, für
das deutsche Volk recht beunruhigend sind. Die Bonner Regierung ist mit einer
gewissen Berechtigung der Überzeugung, daß Deutschland während der letzten
10 Jahre einen stetigen, wesentlichen Beitrag für die NATO-Verteidigung geleistet hat, während die Vereinigten Staaten ihre Verteidigungsprioritäten
senkten. Bonn spürt, daß es jetzt den Gürtel enger schnallen muß. Wir sollten
diese Bemühung unterstützen und zu begreifen versuchen, daß eine gesündere
deutsche Wirtschaft die Bundesrepublik in die Lage versetzen wird, in Zukunft
den größeren Anteil an den Verteidigungslasten zu tragen, der nach unserer
Auffassung angemessen ist.

Politisch gesehen müssen wir uns stärker bemühen, die Interessen zu
begreifen, die die Bundesrepublik motivieren. In unsere Bewunderung für den
Wiederaufschwung Deutschlands nach dem Kriege, für seine wirtschaftliche
Stärke und für seine wachsende Rolle in Europa vergessen wir gelegentlich
die Grenzen zu erkennen, die die Deutschen so deutlich spüren - ihren
Status als geteilte Nation mit Millionen von Familien, die Verwandte oder
enge Freunde in Ostdeutschland haben; ihre Rolle als ein europäisches Land
mit begrenzten weltpolitischen Verantwortlichkeiten; ihre Abhängigkeit von
dem guten Willen der Vereinigten Staaten als nukleare Schutzmacht, deren
Zuverlässigkeit durch Vietnam, Watergate und gelegentlich widersprüchliche
Erklärungen der Politik aus Washington in Frage gestellt worden ist. Darüber
hinaus sind die Deutschen durch ihre geographische Nähe zur Sowjetunion und
die Risiken, die mit dem einsamen Außenposten Berlin verbunden sind,
beunruhigt.
Wegen solcher

�Wegen solcher Faktoren nimmt die Bundesrepublik eine andere Hältung
zur Entspannung ein als wir. Für uns war die Entspannung einer der Wege, wie
man die alte Frage des Umgangs mit den Sowjets lösen könnte - ein Weg, der
uns letztlich wenig einbrachte. Die Deutschen hingegen sind der Auffassung,
daß die Entspannung zu einer Verminderung der Spannungen in Europa und zu
einer stabilisierten politischen Lage in und um Berlin geführt habe. Darüber
hinaus haben die Deutschen durch die Entspannung engere Kontakte zu ihren
Landsleuten im Osten gewonnen sowie verbesserte Handelsbeziehungen und ein
besseres Schicksal für die 17 Millionen Deutschen, die in der Deutschen
Demokratischen Republik leben.
Sicherlich hat die Entspannung, wie wir alle wissen, die Sowjets nicht
veranlaßt, ihr außenpolitisches Abenteurertum oder ihre militärische Aufrüstung einzustellen. Die sowjetische Aggression in Afghanistan und die
Machtübernahme der Militärs in Polen mußten unausweichlich die Grundlage der
Entspannung und die Zukunft der Ostpolitik in Frage stellen. Glücklicherweise
hat die Reagan-Administration wesentliche Schritte unternommen, um unsere
Antwort auf sowjetische Aktionen zu korrigieren. Im allgemeinen billigt die
Regierung der Bundesrepublik Deutschland unsere Entscheidung in dieser
Hinsicht. Sie glaubt an Festigkeit im Umgang mit den Sowjets, aber sie glaubt
auch, daß Festigkeit mit einem ständigen Dialog verbunden sein muß, um
Spannungen abzubauen und zu verhüten, daß die Gewinne der Ostpolitik in
Gefahr geraten. Sie glaubt ferner, vielleicht naiverweise, daß wir im
Westen durch einen Prozeß freundlicher Kommunikation im Laufe der Zeit die
Sowjets ermutigen, die Menschenrechte zu achten und in ihrem internationalen
Verhalten eine gewisse Zurückhaltung zu üben.
In der geopolitischen Rolle der Vereinigten Staaten und der Bundesrepublik gibt es wichtige Unterschiede, die die Weltanschauung jedes dieser
Länder beeinflussen. Deutschland ist im wesentlichen eine Regionalmacht. Die
Vereinigten Staaten hingegen haben globale Interessen und Verantwortlichkeiten.
Wir müssen in zahlreichen Fragen, an denen das direkte Interesse der Bundesrepublik ziemlich begrenzt ist, harte Entscheidungen treffen. Viele Deutsche

- 5 -

�Viele Deutsche und Amerikaner scheinen diesen Unterschied nicht zu erkennen.
Gelegentlich führt dieser Mangel zu einem deutschen Ressentiment bezüglich
unserer Haltung gegenüber ihrem Lande und einem Gefühl, daß wir deutsche
Interessen ignorierten. Auf der anderen Seite erwarten nicht wenige Amerikaner
großzügige wirtschaftliche Beiträge zu den von uns getragenen Projekten in
Asien, im Nahen und Mittleren Osten, in Lateinamerika und anderenorts von
einem Land, das noch nicht davon überzeugt ist, daß es eine globale Verantwortung habe.
Es wäre klug, wenn die Deutschen sorgfältiger überlegen würden, vor
wie komplexen Problemen die Vereinigten Staaten oft stenen, wenn sie im
Bündnis Führung ausüben und Maßnahmen in anderen Gebieten der Welt treffen.
Vom amerikanischen Standpunkt war die Bundesregierung in einigen Fragen, bei
denen es direkt und nachhaltig um amerikanische Interessen ging, wie im Fall
El Salvador, nicht sehr hilfreich. Die amerikanische Regierung ist der Auffassung, daß Deutschland zusammen mit anderen Verbündeten mehr tun müsse,
um sein Mißfallen über die von den Sowjets in Polen veranlaßte Unterdrückung
zu zeigen. Wir sind auch etwas beunruhigt über die Zurückhaltung der Bundesrepublik, sich in einigen Problemen außerhalb der NATO-Grenzen, vor allem
im Gebiet des Persischen Golfes, zu engagieren. Wir meinen, daß die Bundesrepublik, die in großem Umfang von Importen von Rohöl im Mittleren Osten
abhängig ist, bei der Unterstützung der amerikanischen Politik in diesem
Gebiet eine größere Rolle spielen sollte. Unsere Regierung neigt auch zu der
Auffassung, daß die deutsche Führung einen größeren Anteil an der politischen
Verantwortung für die Erläuterung der vereinbarten Bündnispolitik gegenüber
ihrer eigenen Öffentlichkeit übernehmen sollte.
Die Vereinigten Staaten und die Bundesrepublik können nur durch umfassende und wirksame Konsultationen ein besseres gegenseitiges Einvernehmen
auf der politischen Ebene erzielen. Die Einstellung zu den Rüstungskontrollverhandlungen in Genf ist ein Beispiel dafür, welchen Wert gute Konsultationen
mit unseren NATO-Verbündeten haben. Aus unseren häufigen Gesprächen mit den

- 6 -

�mit den Deutschen während der Vorbereitungszeit haben wir wichtige Einsichten gewonnen, die uns geholfen haben, unsere Verhandlungen mit den
Sowjets zu planen. Ich glaube, daß es für die deutsche Öffentlichkeit und nicht nur für jene, die an der Friedensbewegung beteiligt sind - wichtig
ist zu erkennen, daß ihre Regierung bei der Formulierung der Bündnispolitik
über Rüstungskontrolle eine echte Stimme gehabt hat und noch hat. So wie
wir es bei den Rüstungskontroll Verhandlungen getan haben, so müssen unsere
beiden Regierungen nach einem verbesserten Dialog in anderen politischen
Fragen streben. Um es etwas genauer auszudrücken, wir sollten einander schon
in einem frühen Stadium auf entstehende Probleme aufmerksam machen und damit
jene Art von Mißverständnis verringern, die entsteht, wenn eine Seite glaubt,
sie konsultiere die andere, und die andere Seite der Ansicht ist, sie werde
lediglich informiert, nachdem die Entscheidung gefallen ist. Wir sollten
sicherlich Situationen vermeiden, in denen unsere Bemühungen um echte
Konsultation von den Deutschen als eine erneute Bewährungsprobe ihrer
Loyalität mißverstanden wird.
Es liegt auf der Hand, daß die Administration bei der Gestaltung
unserer Beziehungen zur Bundesrepublik eine führende Rolle spielen muß,
aber es gibt auch vieles, was der Kongreß tun könnte. Dies gilt besonders
für das Gebiet der Verbesserung des Verständnisses grundlegender politischer
Auffassungen und Interessen unserer beiden Länder. Ein Weg, auf dem dieses
erreicht werden kann, ist der im Zusammenhang mit der neu geschaffenen Gruppe
im Bundestag. Ich appelliere an Sie, deren Anstrengung zu unterstützen.
Lernen Sie Ihre deutschen Kollegen kennen. Rufen Sie sie, wenn notwendig,
an, um ihre Auffassung zu Fragen einzuholen, die hier behandelt werden, und
übermitteln Sie ihnen Ihre Auffassungen zu Themen von Interesse für die
Vereinigten Staaten, die in Deutschland erörtert werden. Deutsche Parlamentarier haben mir versichert, daß sie höchst interessiert sind, eng mit
Mitgliedern unseres Kongresses zusammenzuarbeiten.
Eine Frage, über die wir derzeit mit der Bundesregierung sprechen, ist
die Bemühung der Administration, den Fluß öffentlicher Kredite nach der

- 7 -

�nach der Sowjetunion einzudämmen. Wir machen uns Sorgen, daß europäische
und einige andere Regierungen durch Gewährung von Krediten in liberalem
Umfang das wirtschaftliche Potential der Sowjetunion gestärkt und dadurch
indirekt dazu beigetragen haben, daß die Sowjets ihre Militärmaschine in gewissem Maße ausbauen konnten. Der private Markt erkennt heute die finanziellen
Schwierigkeiten, vor denen der Sowjetblock steht, und schränkt daher seine
Kreditgewährung scharf ein. Die gegenwärtige amerikanische Initiative soll
als Parallele zu dieser Verringerung privater Kredite dienen, indem eine
Zurückhaltung bei amtlich subventionierten Krediten und Exportkreditgarantien
angestrebt wird. Die Verringerung von Krediten und Kreditgarantien wird entweder zu einer Verringerung der sowjetischen Importe aus dem Westen führen
oder wird erfordern, daß die Sowjets für das, was sie gerne kaufen möchten,
in harter Währung bezahlen.
Unsere Bemühungen, die Kredite an die Sowjetunion

einzuschränken, wird

von manchen Leuten in Deutschland und anderswo als "Wirtschaftskrieg" verstanden. Die Administration hat keineswegs die Absicht, einen solchen zu führen.
Wir streben, was die Sowjets angeht, lediglich

danach, daß die internationalen

Finanzmärkte ohne ungerechtfertigte Einmischung durch Finanzinstitutionen der
Regierungen arbeiten. Natürlich besteht unser Ziel darin, das Angebot vorteilhafter Finanzierung an die Sowjets zu verringern, um nicht unsere Anstrengungen zur Stärkung der gemeinsamen Verteidigung zu unterminieren. Ich
bitte Sie, diese Bemühung der Administration richtig zu verstehen und zu
helfen, sie Ihren deutschen Kollegen zu erläutern.
Wir müssen auch versuchen, dem wachsenden Mangel an Einvernehmen
zwischen unseren beiden Ländern zu steuern, der darin zum Ausdruck kommt,
daß junge Menschen von etwas wegtreiben, was früher eine gemeinsame Überzeugung von unserem gemeinsamen moralischen und kulturellen Erbe gewesen ist.
Eltern, Lehrer, Journalisten und Parlamentarier auf beiden Seiten des
Atlantik haben ihre Aufgabe vernachlässigt, die neue Generation von Amerikanern
und Europäern darauf vorzubereiten, die Zügel der Macht zu übernehmen. Die
Führer dieser aufkommenden "Nachfolger"-Generation in unseren beiden Ländern

- 8 -

�beiden Ländern sind oft uninformiert oder, was noch schlimmer ist, falsch
informiert über ihre jeweiligen politischen Führer. Ich kann beispielsweise bei jungen Deutschen einen Mangel an Interesse für das Studium der
Ge'schichte feststellen - daher ihr Mangel an Verständnis dafür, wie die
Welt zu dem geworden ist, was sie heute ist. Und ich stelle bei jungen
Amerikanern einen Mangel an Interesse für das Studium fremder Sprachen
und Kulturen fest. Eines der wichtigen Ziele der öffentlichen Politik in
unseren beiden Ländern muß daher eine Ausweitung und Vertiefung der geistigen
Kontakte zwischen den jungen Menschen unserer jeweiligen Gesellschaften sein,
um das Gefühl der richtigen Einschätzung der Werte und der historischen Erfahrungen des anderen wiederzuerwecken und damit ein besseres Verständnis
unserer geistigen, wirtschaftlichen und politischen Interdependenz hervorzurufen.
Wir verfügen bereits über ein umfangreiches und erfolgreiches akademisches Austauschprogramm - das Fulbright-Programm -, das deutsche Lehrer
und Universitätsstudenten in die Vereinigten Staaten bringt und entsprechende
Amerikaner in die Bundesrepublik. Ich bin überzeugt, daß dieses Programm ein
lebenswichtiges Element unserer langfristigen bilateralen Beziehung ist. Ich
möchte vorschlagen, daß wir jetzt zusätzliche Aufmerksamkeit auf ein Austauschprogramm verwenden, das junge Menschen im Entwicklungsalter erfaßt das heißt, noch bevor sich ihre Vorurteile eingegraben haben. Ich habe immer
wenig Neigung gezeigt, Erhöhungen unseres Bundeshaushaltes vorzuschlagen,
und ich tue es auch hier nur zögernd. Aber ich bin sicher, daß ein Ausdruck
der Absicht und Unterstützung des Kongresses, vielleicht durch eine Umleitung
einiger der bereits für unsere Informations- und Kulturprogramme in Übersee
verfügbaren Mittel, und ein konzertierter Appell an den Privatsektor um
Unterstützung dieses Programms eine lohnende Investition für unser Land
sein werden. Die Erfahrung hat gezeigt, daß ein langfristiger Austausch
junger Menschen, wie er vom American Field Service und Youth for Understanding
durchgeführt wird, lebenslange Dividenden an Verständnis und Wertschätzung
der Kultur und der moralischen Werte des Landes und der Menschen, die man
besucht hat, bringt. Ich appelliere daher an Sie, dem deutsch-amerikanischen

- 9 -

�dem deutsch-amerikanischen Jugendaustausch angemessene Unterstützung zu
bieten.
Ich bin überzeugt, daß sich dies als eine gute Investition erweisen wird,
nicht nur weil die Bundesrepublik ein entscheidend wichtiges Land in Europa
ist, sondern auch weil sie ein loyaler und verläßlicher Verbündeter ist, dessen
grundlegende Interessen und Werte im wesentlichen unseren eigenen entsprechen.
Diese Tatsache kam erneut in einer kürzlich veröffentlichten Umfrage zum
Ausdruck, in der die Westdeutschen hohes Vertrauen in und Wertschätzung für
die Vereinigten Staaten zum Ausdruck gebracht haben. Ich glaube, daß mit
einem größeren Einfühlungsvermögen unsererseits und einem besseren Verständnis seitens der Deutschen unsere beiden Länder weiterhin wirksam zusammenarbeiten können bei der Förderung der moralischen, wirtschaftlichen
und kulturellen Werte, die das Wesen der westlichen Zivilisation ausmachen.

- 10 -

�mIER1KH

p

Dl El11STJ
15

Information
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

14. April 1982

KARITATIVE SPENDEN IN DEN USA ERREICHEN NEUEN HÖCHSTSTAND

WASHINGTON - (AD) - Die karitativen Spenden in den USA haben im Jahre
1981 den neuen Höchststand von 53 Milliarden Dollar erreicht. Wie die
"American Association of Fund-Raising Counsel", eine auf diesem Gebiete
führende Privatinstitution, am 8. April 1982 mitteilte, stellt dieser Betrag,
der sich aus Spenden von Einzelpersonen, Firmen und Stiftungen zusammensetzt, eine Steigerung um 12,3 Prozent gegenüber der Summe des Jahres 1980
dar.
Die Erhöhung dieser Beiträge war größer als die durchschnittliche
Inflationsrate des letzten Jahres von 8,9 Prozent. Dies sei die erste
reale Steigerung der Spendenbeträge in den USA in den letzten drei Jahren
gewesen, heißt es in der Mitteilung der Washingtoner Institution.
Nach Auffassung von Vertretern dieser Hilfsorganisation kommt in dieser
erheblichen Steigerung das Bemühen der amerikanischen Öffentlichkeit zum
Ausdruck, einen Teil der Verantwortung für die Weiterführung der Gesundheits-,

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�der Gesundheits-, Wohlfahrts- und Ausbildungsprogramme zu übernehmen, die
durch die Kürzungen der Regierungszuwendungen betroffen sind. Präsident
Reagan hat das amerikanische Volk und die amerikanische Wirtschaft aufgefordert, durch private Initiativen einige der gekürzten Bundesprogramme zu
unterstützen. Privates Kapital sei in diesem Zusammenhang wertvoller als
öffentliche Mittel.
Der größte Teil der Spenden - insgesamt 44,5 Milliarden Dollar wurde von Einzelpersonen aufgebracht; 3 Milliarden Dollar kamen von Firmen.
Von der Gesamtsumme flössen 24,8 Milliarden (46 Prozent) religiösen
Organisationen zu; rund 7,5 Milliarden entfielen auf Ausbildungsprogramme.
An nächster Stelle standen Gesundheitsprogramme sowie soziale Dienstleistungen.
+++++

�14. April 1982

15

USA ERLÄUTERN NEUEN VORSCHLAG FÜR BEZIEHUNGEN ZU NICARAGUA
- Von unserer Korrespondentin Mildred Sola Neely -

WASHINGTON - (AD) - Das State Department hat am 9. April 1982 die acht
Punkte eines

neuen Vorschlages der USA zu den amerikanisch-nicaraguanischen

Beziehungen erläutert. Dieser Vorschlag war am Tage zuvor den zuständigen
Stellen Nicaraguas vom amerikanischen Botschafter in Managua, Anthony
Quainton, überreicht worden. Die Hauptpunkte des Vorschlages sind die Aufforderung an Nicaragua, seine Unterstützung der Aufständischen in benachbarten Ländern, vor allem in El Salvador, einzustellen, sowie die Zusage der
USA, die direkte Wirtschaftshilfe wiederaufzunehmen und freundschaftliche
Beziehungen zu pflegen.
Der neue Vorschlag wurde von einem Vertreter des amerikanischen
Außenministeriums in einem Hintergrundgespräch erläutert und als Versuch
bezeichnet, "einen Prozeß des anhaltenden Dialogs" mit den Sandinisten
in Nicaragua zu beginnen.
Im einzelnen

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�Im einzelnen sehen die acht Punkte des neuen Vorschlages nach den
Worten des amerikanischen RegierungsVertreters folgendes vor:
1. Die Einstellung der Unterstützung Nicaraguas für die Aufständischen
in den Nachbarländern. "Wir weisen besonders darauf hin, daß wir zu diesem
Punkt Ergebnisse sehen müssen, bevor es zu Resultaten hinsichtlich anderer
Aspekte des Vorschlages kommt", sagte der RegierungsVertreter. Dies sei das
"sine qua non".
2. Eine Erklärung, die sich mit den Aktivitäten nicaraguanischer
Exilanten in den USA befaßt. Dies wäre praktisch eine politische Erklärung,
die sich mit den Besorgnissen Nicaraguas befaßt.
3. Eine amerikam'sch-nicaraguanisehe Erklärung über freundschaftliche
Beziehungen. In dieser Erklärung würden sich beide Länder verpflichten,
sich nicht in die Angelegenheiten des anderen oder anderer Staaten in dieser
Region einzumischen.
4. Einen Vorschlag für eine Begrenzung von Waffen und Streitkräften.
Er sieht ein regionales Verbot für die Einführung von schweren Offensivwaffen
vor. Die Vereinigten Staaten schlagen ferner vor, daß die Zahl ausländischer
Militärberater in dieser Region auf ein niedriges Niveau herabgeschraubt
wird und die militärischen Sicherheitskräfte auf einem Stand gehalten werden,
der den Sicherheitserfordernissen entspricht.
5. Einen Vorschlag für eine internationale Verifizierung. Nicaragua
würde im Rahmen eines regionalen Abkommens seine Flughäfen, militärischen
Einrichtungen, Seehäfen, Grenzen und sensitiven Zonen Vertretern der
Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) oder anderer regionaler Organisationen zugänglich machen.

6. Einen Vorschlag

�6. Einen Vorschlag für wirtschaftliche Zusammenarbeit im Rahmen eines
Gesamtabkommens. Er sieht eine Beteiligung Nicaraguas an dem amerikanischen
Teil der "Initiative für das Karibische Becken", einschließlich der Handelsund Investitionsvorhaben der USA, vor. Die amerikanische Regierung würde
dem Kongreß ferner die Wiederaufnahme der direkten Wirtschaftshilfe vorschlagen.
7. Einen Vorschlag für einen kulturellen Austausch, um Vertrauen
zwischen beiden Ländern zu schaffen.
8. Die Bekräftigung einer kürzlichen Verpflichtung Nicaraguas gegenüber
der COPAL, einer Organisation linksgerichteter lateinamerikanischer Parteien,
die die Grundsätze des politischen Pluralismus, einer gemischten Wirtschaft
und der Blockfreiheit stärken soll. "Dies - wie auch die schon früher gegenüber der OAS ausgesprochene Verpflichtung zu freien Wahlen -wären wichtige
politische Richtpunkte für unsere zukünftigen Beziehungen", sagte der
amerikanische Regierungsvertreter.
Der jüngste amerikanische Vorschlag, so erklärte er weiter, unterscheide
sich von dem früheren Vorschlag der USA, den Unterstaatssekretär Thomas
Enders unterbreitet hatte, indem er mehr auf die Besorgnisse Nicaraguas
bezüglich einer Invasion aus den Vereinigten Staaten eingehe und auch bezüglich der wirtschaftlichen Beziehungen weitreichender sei. Ein neuer
Aspekt sei auch das Verifizierungselement, das sich auf eine Empfehlung des
Außenministers von Honduras vor der OAS stützt.
Der Vertreter des State Department weigerte sich, zu spezifischen
Einzelheiten bezüglich der Reduzierung der ausländischen Militärberater
einzugehen. Den USA bereiteten die 2 000 kubanischen Militärberater in
Nicaragua Sorge, sagte er. Er wies ferner darauf hin, daß sich auch noch
sowjetische und osteuropäische Berater in dem mittel amerikanischen Land
befänden.
Nachdrücklich unterstrich

- 3 -

�Nachdrücklich unterstrich der Regierungsvertreter, daß über jeden
Punkt des amerikanischen Vorschlages verhandelt werden könne. Die USA
hofften auf Gegenvorschläge. "Je früher wir unsere Beziehungen zu Nicaragua
normalisieren können, desto glücklicher werden wir sein." Er wies ferner
darauf hin, daß die neue Reihe von Vorschlägen die Bemühungen Mexikos
widerspiegele, einen Dialog zwischen den Vereinigten Staaten und Nicaragua
in Gang zu bringen.
+++++

�15

14. April 1982

GEWICHTSEINSPARUNG BEI RAUMFÄHREN-STARTRAKETEN

- (AD) - Acht von den 11 Metall Segmenten des Motorgehäuses der beiden
Feststoffraketen, die beim Start des wiederverwendbaren Raumtransporters
zuerst zünden, sollen durch vier Segmente aus Faserverbundmaterial ersetzt
werden. Diesen Plan verfolgt z. Zt. das US-Amt für Luft- und Raumfahrt (NASA),
um das Eigengewicht der Raumfähren-Kombination beim Start zu verringern.
Dadurch würde, sofern der Abschuß in Kap Canaveral erfolgt, die
Kapazität für die Mitnahme von Nutzlasten um 2 720 kg erhöht. Startet der
Raumtransporter jedoch von der amerikanischen Westküste (Vandenberg Air Force
in Kalifornien ist ebenfalls als künftiger Abschußplatz vorgesehen), so ist
ohnehin eine höhere Energiekapazität bzw. ein entsprechender Ausgleich durch
geringeres Eigengewicht des Flugkörpers erforderlich. Denn von der Westküste
aus ist nur der Start in eine pol nahe Umlaufbahn möglich. Dabei entfällt
jedoch die zusätzliche Beschleunigung, die einem Raumflugkörper durch die
Erdrotation erteilt wird, wenn er, wie von Kap Canaveral aus, in eine zur
Äquatorebene mehr oder weniger stark geneigte Erdumlaufbahn gebracht und in
östlicher Richtung gestartet wird.
Die NASA

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 22 40
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Telex: 08-85432

�Die NASA hat inzwischen von der Industrie Vorschläge zur Konstruktion
eines Motorgehäuses in Faserwicklung aus geeignetem Verbundmaterial angefordert. Das neue Motorgehäuse soll gegen Ende 1985 einsatzbereit sein. Ober
die Bewilligung bzw. den Transfer der erforderlichen Geldmittel aus anderen
Programmen muß noch entschieden werden.
+++++

�</text>
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              <text>Digitalisat</text>
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          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
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              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
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          <name>Title</name>
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              <text>Amerikadienst 14.04.1982</text>
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          <name>Description</name>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Botschafter Burns nimmt zum deutsch-amerikanischen Verhältnis Stellung&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Karitative Spenden in den USA erreichen neuen Höchststand&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Hintergrund&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;USA erläutern neuen Vorschlag für Beziehungen zu Nicaragua&amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Von unserer Korrespondentin Mildred Sola Neely -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Gewichtseinsparung bei Raumfähren-Startraketen&amp;nbsp;</text>
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