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                  <text>ä

Informcilion
und
Dokumentation

111 M *\ i V

International Communication Agency
Embassy of the United States of America

31. März 1982

13/B

I N H A L T

DOKUMENTATION
Reagan fordert Sowjets zu gemeinsamer Abrüstung auf
- Pressekonferenz des US-Präsidenten vom 31. März 1982 WIRTSCHAFT
Das neue Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern
in den USA
Von A. H. Raskin
HINTERGRUNDMATERIAL
USA hoffen auf Reformkurs in El Salvador nach starker Wahlbeteiligung
- Von unserem diplomatischen Korrespondenten USA streben Verbot chemischer Waffen an

Um Über/endung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 22 40
Telex: 08-85432

�ä

111 J

• ll I d t

Dokumentation
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

13

31. März 1982

REAGAN FORDERT SOWJETS ZU GEMEINSAMER ABRÜSTUNG AUF
- Pressekonferenz des US-Präsidenten vom 31.März -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Ronald Reagan hat auf einer Pressekonferenz
am 31. März 1982 (Ortszeit) die Sowjetunion aufgefordert, sich den Vereinigten
Staaten anzuschließen, "um die Kernwaffen wesentlich zu verringern und einen
wichtigen Durchbruch zu einem dauerhaften Frieden auf Erden zu erreichen".Die
Pressekonferenz in der Nacht zum 1. April, die von allen amerikanischen Rundfunk- und Fernsehstationen übertragen wurde, stand im Zeichen des amerikanischsowjetischen Verhältnisses. Reagan betonte, er strebe nach einem Abkommen mit
den Sowjets, das "das Risiko eines Krieges verringert, den Stand der Rüstungen
senkt und die weltweite Sicherheit fördert".
Nachfolgend die einleitende Erklärung des Präsidenten sowie der Wortlaut
der Fragen und Antworten zu außenpolitischen Themen:
Zweimal in meinem Leben habe ich erfahren müssen, daß die Welt blind in
Weltkriege gestürzt ist, die Millionen von unschuldigen Menschen unendliches

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 22 40
D 5300 Bonn 2
Telex: 08-85432

�Menschen unendliches Leid zugefügt haben. Ich teile die heutige Entschlossenheit
junger Menschen, daß sich eine solche Tragödie, die durch die monströs inhumanen Waffen in den nuklearen Arsenalen der Welt noch viel schrecklicher werden
würde, niemals wiederholen darf.
Mein Ziel besteht darin, die Kernwaffen in dramatischem Umfange abzubauen,
um einen dauerhaften Frieden und eine dauerhafte Sicherheit zu gewährleisten.
Im November vorigen Jahres habe ich unsere Verpflichtung unterstrichen, in gutem Glauben um die Verringerung von nuklearen und konventionellen Waffen zu
verhandeln. Ich habe den spezifischen Vorschlag gemacht, die nuklearen Mittelstreckensysteme völlig zu beseitigen. Wir bleiben diesen Zielen verpflichtet.
In Genf haben wir einen Vorschlag für einen Vertrag mit der Sowjetunion
unterbreitet, in dem unsere Vorschläge niedergelegt sind. In Wien verhandeln
wir zusammen mit unseren Verbündeten über Verringerungen der konventionellen
Streitkräfte in Europa. Und hier in Washington stehen wir vor dem Abschluß
der Vorbereitungen für Verhandlungen mit den Sowjets über eine Verringerung
der strategischen Waffen.
Wir alle wissen aus früheren Erfahrungen nur zu gut, daß Verhandlungen
mit der Sowjetunion sorgfältig vorbereitet sein müssen. Wir können es uns
nicht leisten, Fehler der Vergangenheit zu wiederholen - hastig in einen Rüstungskontrollprozeß einzutreten, der große Hoffnungen erweckt, um dann mit
Enttäuschungen zu enden.
In der vorigen Woche hat eine hervorragende Gruppe von Senatoren und Abgeordneten dem Senat und dem Repräsentantenhaus Resolutionen unterbreitet, in
denen große verifizierbare Verringerungen der amerikanischen und sowjetischen
Kernwaffen auf einen gleichen Stand der Stärke gefordert werden. Das ist ein
wichtiger Schritt in der richtigen Richtung, und diese Punkte sind wesentliche Elemente eines wirklich wirksamen Rüstungskontrollabkommens - Elemente,
die im Einklang mit den Auffassungen dieser Administration stehen.
Ich möchte

�Ich möchte die Senatoren Jackson und Warner und den Abgeordneten Carney
und all jene, die sich ihnen in dieser wichtigen Initiative angeschlossen haben, beglückwünschen. Ich habe immer realistische Rüstungskontroi labkommen über
nukleare und konventionelle Streitkräfte angestrebt und werde dies auch weiterhin tun. Ich strebe ein Abkommen über strategische Nuklearwaffen an, das das
Risko eines Krieges verringert, den Stand der Rüstungen

senkt und die welt-

weite Sicherheit fördert. Weniger können wir nicht akzeptieren.
Die Sicherheitspolitik Amerikas beruht auf festen Prinzipien. Unsere Führer und unsere Verbündeten haben seit langem begriffen, daß das Ziel unserer
Verteidigungsanstrengungen immer darin besteht, vor einem Konflikt abzuschrekken und das Risiko eines konventionellen oder nuklearen Kriets zu verringern.
Zusammen mit unseren Partnern und dem Atlantischen Bündnis ist jeder Präsident in der Zeit nach dem Kriege dieser Strategie gefolgt, und sie hat funktioniert. Sie hat die überwältigende Mehrheit beider Parteien im Kongreß und
im Lande selbst gewonnen und den Weltfrieden erhalten.
Gestern wurden wir durch den erfolgreichen Abschluß der jüngsten Mission
des COLUMBIA-Raumgleiters, wie ich meine, alle an die großen Dinge erinnert,
die die menschliche Rasse leisten kann, wenn sie ihre besten Gedanken und Anstrengungen in den Dienst eines positiven Zieles stellt. Sowohl die Vereinigten Staaten als auch die Sowjetunion haben in der friedlichen Erforschung des
Weltraums stolze Kapitel geschrieben.
Ich lade daher die Sowjetunion ein, sich uns jetzt anzuschließen, um die
Kernwaffen wesentlich zu verringern und einen wichtigen Durchbruch zu einem
dauerhaften Frieden auf Erden zu erreichen. Zu meinen Lebzeiten haben vier
Kriege stattgefunden. Ich glaube, die Menschen wollen zu einem Stand des zivilisierten Verhaltens zurückkehren, wie wir ihn einst kannten. Vor allem wollen sie Frieden,und auch ich will Frieden.

- 3 -

�FRAGE:

Die Fachleute sagen, daß uns die Russen bei manchen Kernwaffen

weit voraus seien, wir ihnen aber weit voraus etwa bei den POLARIS-Raketen
usw.

Auch haben wir die Kapazität zum raschen und massiven Vergeltungs-

schlag gegenüber den Sowjets.

Warum streben wir unter diesen Umständen nicht

jetzt Friedensverhandlungen an und warum gehen wir nicht jetzt auf Verminderungen zu?

Auf diese Weise könnten wir doch die Herstellung dieser Vernich-

tungswaffen zu einem Halt bringen und Milliarden sparen, um damit den Armen
zu helfen?
ANTWORT:
rechnen.

Ich weiß, daß es Leute gibt, die versucht haben, das zu er-

Richtig hierbei ist, daß unter dem Strich die Sowjetunion wirklich

eine klare Überlegenheitsspanne hat

-

genug für das Risiko dessen, was ich,

wie Sie alle wissen, schon mehrmals ein "Fenster der Verwundbarkeit" genannt
habe.
Meiner Meinung nach wäre ein Einfrieren nicht nur zum Nachteil, ja, sogar gefährlich für uns angesichts ihrer Position, sondern dies würde alle
Verhandlungen über Verminderungen entgegenwirken.

Es gäbe für sie dann keinen

Anreiz mehr, sich mit uns zu treffen und zu reduzieren.
Lassen Sie mich Ihre Aufmerksamkeit darauf lenken, was in Genf vorgeht.
Sie haben 300 Raketen mittlerer Reichweite mit 900 Gefechts köpfen, die alle
auf Westeuropa gerichtet sind sowie auch auf Nordafrika und den Nahen Osten.
Und niemand sprach von irgendwelchen Verminderungen dieser Waffen, bis uns
unsere Verbündeten baten, ihnen zur Abschreckung Waffen mittlerer Reichweite
zu verschaffen, die in Ländern Westeuropas disloziert würden. Und nachdem
ich im November vergangenen Jahres meinen Vorschlag machte, setzt sich die
Sowjetunion hin und spricht mit uns über diese Frage.
Wenn die Sowjets vorne liegen, wir aber zurück - und wir sie auffordern,
abzubauen, und sich uns dabei anzuschließen, zu einem niedrigeren Niveau zu
kommen, dann gibt es für sie nicht viel Anreiz dazu.
FRAGE:

Sagen

�FRAGE:

Sagen Sie, daß wir hier und heute gegenüber einem Nuklearan-

griff verwundbar seien, den wir nicht vergelten könnten?
ANTWORT:

Eine Vergeltung wäre aufgrund unserer Triade möglich, aber

der große Vorteil der Sowjets besteht darin, daß sie unseren Vergeltungsschlag absorbieren und uns erneut treffen könnten.
FRAGE: Glauben Sie, daß ein Atomkrieg überhaupt gewinnbar wäre, daß man
ihn überleben könnte? Und unter welchen Bedingungen?
ANTWORT:

Ich kann nur sagen, daß ich nicht glaube, es könnte irgend-

welche Gewinner geben.

Jeder wäre ein Verlierer, wenn es einen Atomkrieg

gäbe.
FRAGE:

Leonid Breschnew hat angedeutet, er würde irgendwelche Vergel-

tungsmaßnahmen ergreifen, falls die Vereinigten Staaten mit den PERSHING IIRaketen und den landgestützten Marschflugkörpern weitermachen.
ren Sie das als eine Drohung und falls ja:

Interpretie-

Wie wollen Sie ihm gegenüber

reagieren?
ANTWORT:

Wir betrachten all diese Erklärungen genau und analysieren

sie, um herauszufinden, was sie bedeuten könnten.

Offen gesagt, ich selbst

neige zu der Überzeugung, daß dies nur Teil des stattfindenden Dialogs und
Teil einer Art Propagandakampagne ist, die darauf abzielt, sie wie Friedensstifter erscheinen zu lassen und uns als Kriegstreiber.

Aber das steht doch

völlig im Gegensatz zu den Tatsachen.
FRAGE: Aber er gibt zu verstehen, daß er womöglich Kernwaffen in dieser
Hemisphäre installieren könnte. Wenn das der Fall wäre, wie würden Sie reagieren?
ANTWORT:

Der einzige Ort, an dem sie auf dieser Hemisphäre installiert

werden könnten, ist Kuba, das ihr Satellit ist - obgleich sie auch daran arbeiten, daß es Nicaragua sein könnte, und dies auch erwägen.
Aber das

�Aber das wäre eine totale Verletzung des Abkommens von 1962 aus der
Zeit der Raketen krise - obgleich es schon anderes gegeben hat, was wir als
Verletzung betrachten.
Und dann stehen uns noch andere Optionen offen, die ich lieber nicht
diskutieren möchte, weil ich, wie Sie wissen, über Dinge nicht sprechen möchte, die wir tun oder nicht tun könnten.
FRAGE:

Auf Ihrer ersten Pressekonferenz sagten Sie von der Sowjet-

union, sie habe über die Jahre hinweg eine Handlungsweise - ich glaube, Sie
verwendeten den Ausdruck "des Lügens und des Betrügens - gezeigt. Heute rufen Sie nach einer Rückkehr zu einem zivilisierten Verhalten und zu weiteren
Verhandlungen über Kernwaffen. Haben Sie sich in den bisherigen 15 Monaten
Ihrer Amtsführung eine andere Meinung über die Sowjetunion gebildet, als Sie
sie bei Amtsantritt hatten?

Sind die Sowjets konzilianter, als Sie von ihnen

glaubten?
ANTWORT:

Nein, ich glaube, sie haben ihre Gewohnheiten nicht geändert.

Ich glaube jedoch, sie sind in einer wirtschaftlich verzweifelteren Lage, als
ich angenommen hatte.

Ihre große militärische Aufrüstung hat sie auf Kosten

der Verweigerung von Verbrauchsgütern - einschließlich der Nahrungsmittel für
ihre Bevölkerung - in eine bedrängte Lage gebracht.

Und aus diesem Grund

auch schlagen wir unseren Verbündeten eine Einstellung der Kredite mit Blick
auf die Lage in Polen und in Afghanistan vor.
FRAGE:

Um noch einmal auf Ihre Eröffnungserklärung zurückzukommen:

Wie bald werden Ihrer Meinung nach Verhandlungen über strategische Waffen
beginnen?

Werden sie auch ein Gipfeltreffen mit Herrn Breschnew einschließen?

ANTWORT: Wir glauben, daß wir möglicherweise diesen Sommer bereit sind,
was unser eigenes Team angeht. Vorbereitungen hierzu brauchen eine Menge Zeit.
Man geht nicht einfach los, setzt sich an den Tisch und sagt: "Sprechen wir
über Kernwaffen". Und ferner ist auch eine eigene Überprüfung nötig. Hieran
arbeitet eine gute Gruppe von Fachleuten. Und dann wird natürlich ein Datum

t

�ein Datum auch etwas von der gesamten internationalen Lage abhängen.

Es

könnte Dinge geben, die es etwas unpassend machen würden, ein solches Treffen vorzuschlagen.

Aber ich hoffe, daß es möglich ist, es in diesem Sommer

zu tun.
FRAGE:

Was halten Sie von der jüngsten Situation in Polen, insbesondere

im Hinblick auf Ihre Erklärung von vor einigen Wochen, daß Sie nötigenfalls
weitere Sanktionen verhängen würden?
ANTWORT:

Wir beobachten die Situation.

Gemeinsam mit unseren Verbün-

deten haben wir eine Reihe von Sanktionen ergriffen.

Wir arbeiten jetzt mit

ihnen zusammen hinsichtlich der Einstellung von Krediten für solche Länder
und für die Sowjetunion, die - wie wir ja wissen - hinter dem gesamten polnischen Problem steht.

Gleichzeitig tun wir alles in unseren Kräften stehende,

um dem polnischen Volk zu helfen, ohne daß dies den Anschein hat, daß dessen
Regierung diese Hilfe gewährt - Getreide und Mais im Werte von rund 55 Millionen Dollar, das von uns zur Verfügung gestellt wird.

Es gibt andere Din-

ge, die sie über die katholischen Wohlfahrtseinrichtungen zu tun versuchen,
und wir beobachten dies.

Ich meine, es ist notwendig, daß sie verstehen,

daß es neben der Peitsche auch Zuckerbrot geben könnte, wenn die Dinge in
Ordnung sind und die richtige Richtung eingeschlagen wird.
FRAGE:

Die rechten Parteien in El Salvador zusammengenommen scheinen

die dortigen Wahlen gewonnen zu haben.

Werden wir irgendeine Regierung unter-

stützen, die die dort in Gang befindlichen Reformen aufgibt, und würden wir
insbesondere eine Regierung unter Major D'Aubisson unterstützen?
ANTWORT:
ten.

Lassen Sie mich nur sagen, daß wir dies sehr sorgfältig beobach-

Ich glaube, es würde uns große Schwierigkeiten bereiten, wenn jetzt eine

Regierung aufträte, die sich von den bereits eingeführten Reformen völlig
abwenden würde.

Aber im Augenblick sollten wir - bevor wir Schwierigkeiten

herbeireden oder darauf warten - uns alle ein wenig ermutigt fühlen durch
das, was dort bei dieser Wahl geschah.
- 7 -

Die Senatorin Kassebaum und die

�und die Kongreßmitglieder, die mit ihr diese Wahlbeobachtung vornahmen, haben
mir heute vormittag einige Dinge berichtet, die uns eigentlich etwas beschämen
sollten, wieviel wir nämlich hinsichtlich der Stimmabgabe und des Wahlrechtes
für selbstverständlich erachten.

Sie wußten von einer Frau zu berichten,

die sich zur Stimmabgabe angestellt hatte, als ein Querschläger sie traf eine Kugel, die abgeprallt war. Sie weigerte sich, die Schlange zu verlassen und ihre Wunde behandeln zu lassen, bis sie ihre Stimme abgegeben hatte.
Sie berichteten auch von einer anderen Frau, die von der Guerilla mit
dem Tode bedroht worden war, dann abstimmte und den Leuten sagte:

"Ihr könnt

mich töten, ihr könnt meine Familie töten, aber ihr könnt uns nicht alle
töten."

Die Menschen dort gingen trotz all dieser Dinge in größerer Zahl

zur Stimmabgabe als bei uns. Man berichtete mir auch, daß die Menschen dort,
die sich zur Wahl angestellt hatten, wann immer sie die Wahlbeobachtergruppe
sahen, ihre Dankbarkeit gegenüber den Vereinigten Staaten für unsere Hilfe zum
Ausdruck brachten.

Ich wünschte, mehr Amerikaner hätten dies gesehen.

Sie haben wirklich gezeigt, daß dort ein echter Wunsch nach Demokratie
besteht, und ich bin daher eigentlich optimistisch hinsichtlich dessen, was
geschehen wird, und ich möchte eine spezifische Antwort auf Ihre Frage vermeiden.
FRAGE: Glauben Sie, daß die kürzlichen Zusammenstöße zwischen dem israelischen Militär und den Palästinensern im Westjordanland den Fortschritt
zur palästinensischen Autonomie zerstören werden?
ANTWORT:

Ich hoffe, daß das nicht der Fall sein wird, denn ich habe

die Zusage meines Freundes Menachen Begin und von Präsident Mubarak, daß sie
weiter voranschreiten werden, und zwar im Rahmen des Camp-David-Abkommens,
um all diese anderen Probleme zu lösen.
Ich hoffe, daß wir in diesen Gesprächen nach dem 25. April weitere Fortschritte erleben werden, wenn die Übergabe im Sinai stattgefunden hat.
Die Israelis

�Die Israelis behaupten, daß einige der Bürgermeister, die sie abgesetzt
haben, Bürgermeister seien, die sie selbst eingesetzt hätten, die sich aber
jetzt dem radikaleren Flügel der PLO angeschlossen hätten.
Aber das Abkommen von Camp David bewegt sich im Rahmen der Resolutionen
der Vereinten Nationen Nr. 242 und 338. Und sie haben mir zugesagt, sich
an diese zu halten.

- 9 -

�Wirt/chaft

I

International Communication Agency
Embassy of the United States of America

31. Mäez 1982

13

DAS NEUE VERHÄLTNIS ZWISCHEN ARBEITGEBERN UND ARBEITNEHMERN
IN DEN USA
Von A. H. Raskin

(c; 1982 The Miami Herald
A.H. Raskin war viele Jahre lang
Korrespondent der New York Times
für Gewerkschaftsfragen und ist
derzeit Stellvertretender Direktor des National News Councils.

(AD) - Seit dem Zweiten Weltkrieg trugen die TarifVerhandlungen in der
amerikanischen Industrie, die die Löhne und Sozialleistungen dieses Landes
zum Gegenstand des Neides der Arbeiter in aller Welt machten, den Stempel
"Made in Detroit". Jetzt aber unternimmt die Automobilgewerkschaft United
Autcmooile Workers (UAW), deren Streiks gegen die "Großen Drei" der Automobilindustrie die Erwartungen der Arbeitnehmer immer höher geschraubt hatten,
als erste die unglückliche Aufgabe, die meisten ihrer 1,2 Millionen Mitglieder davon zu überzeugen, daß sie einige ihrer harterkämpften Vorteile auf-

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 22 40
D 5300 Bonn 2
Telex: 08-85432

�Vorteile aufgeben müssen, um ihre Arbeitsplätze und Unternehmen am Leben zu
erhalten.
Auch in anderen Schlüsselindustrien, auf denen der dreifache Fluch der
Rezession, der hohen Zinsen und der ungestümen Auslandskonkurrenz lastet,
sehen sich Gewerkschaften, die ihr Prestige und ihre Macht aus der Fähigkeit
herleiteten, ihren Mitgliedern mit jeder Verhandlungsrunde "mehr und Besseres"
zu bringen, gezwungen, sich der Notwendigkeit anzupassen, mit weniger zufrieden zu sein. Eine halbe Million Lastwagenfahrer, Arbeiter der Verpackungsindustrie, der Reifenbranche sowie Angestellte von LuftfahrtgesellSchäften, Stahlherstellern und Supermärkten haben sich den Arbeitnehmern in anderen bedrängten Industriezweigen angeschlossen und Lohneinbußen geschluckt, um zur Arbeitsplatzsicherung beizutragen.
Diese Abkehr der Gewerkschaften von der alten Tradition der Gegnerschaft
findet ihr Gegenstück seitens der Vorstandsetagen vieler großer Gesellschaften
in der Erkenntnis, daß man von den Arbeitern nicht erwarten kann, alle Opfer
allein zu bringen. Auf allen Ebenen, bis hinauf zum Präsidenten und Vorsitzenden des Aufsichtsrates, muß die Bereitschaft bestehen, Einbußen bei Gehalt
und Sondervergütungen hinzunehmen, wie dies auch bei den anderen Schichten
der Belegschaft erwartet wird. Aber die Zugeständnisse der Geschäftsführung
machen hier nicht halt. In einer Gesellschaft nach der anderen lockern sich
die Hierarchien, durch die das Management eines Betriebes seine Souveränität
erhielt, in einer Weise, die den Arbeitern ein stärkeres Gefühl davon geben
soll, ein gleichberechtigter Partner bei überleben und Erfolg des Unternehmens zu sein.
Teil dieser Bewegung in Richtung auf kooperativere Beziehungen sind
Garantien, die die Gewerkschaften hinsichtlich der Schließung von Zweigbetrieben, des Zugangs zu vertraulichen Daten der Firmen über Kosten und Wettbewerb, hinsichtlich konsultativer Rechte über Kapitalaufwand und andere Investitionspläne sowie stärkerer Beteiligung der Arbeitnehmer bei den Entscheidungen über Produktions- und Betriebsprobleme erhalten. Fonds zur Gewinnbeteiligung und für Aktienbesitz in Arbeitnehmerhand werden als zusätzliche Maß- 2 -

�zusätzliche Maßnahmen geschaffen, um die Arbeitnehmer davon zu überzeugen,
daß auch ihre Beteiligung am überlebenskmapf der Firma nicht umsonst ist.
In Clark im Bundesstaat New Jersey hatte eine Ankündigung von General
Motors (GM), die dortige Kugellagerfabrik zu schließen, den Entschluß der
örtlichen UAW-Mitglieder zur Folge, das Zweigwerk zu kaufen und die Arbeitskosten so drastisch zu senken, daß GM ihnen genug Aufträge versprechen konnte,
um die Anlage für

mindestens drei weitere Jahre in Betrieb zu lassen. Das

neue Abkommen bei Ford, bestimmte Lohnerhöhungen einzufrieren und andere zu
verschieben, stellte den Beginn in Richtung auf "lebenslange Beschäftigung"
nach japanischem Modell dar und sieht die Teilnahme der Belegschaft an "Foren
des gegenseitigen Wachstums" vor, die alle drei Monate auf Betriebsebene
stattfinden sollen.
Sogar das am sorgfältigsten abgeschirmte Sanktuarium einer Gesellschaft,
das Vorstandszimmer, öffnet sich - auch wenn wenig Aussicht drauf besteht,
daß amerikanische Gesellschaften in größerem Umfang das Mitbestimmungssystem
übernehmen, das den westeuropäischen Gewerkschaften schon seit vielen Jahren
im Aufsichtsrat ein Mandat gibt.
Der erste bemerkenswerte Eintritt eines Gewerkschaftsmitglieds in den
Aufsichtsrat erfolgte in diesem Land mit der Wahl von Douglas A. Fräser, dem
Präsidenten der UAW, vor zwei Jahren in den Aufsichtsrat von Chrysler als Teil
einer Vereinbarung, die die Gesellschaft vor dem Bankrott bewahrte, indem sie
sich dadurch die Berechtigung für 1,5 Milliarden Dollar an öffentlichen Darlehensgarantien verschaffte. Bislang ist die Luftfahrtgesellschaft PANAM,
die bei ihrem überleben stark von den Zugeständnissen und der Mithilfe der
Gewerkschaften abhängig ist, der einzige andere größere Arbeitgeber, der
einen Gewerkschaftschef in

seinen Aufsichtsrat geholt hat. Allerdings ha-

ben sich Ford und Uniroyal dazu verpflichtet, daß die Führer ihre Gewerkschaften regelmäßig zum gesamten Aufsichtsrat sprechen - und andere Gesellschaften werden sich dem wahrscheinlich anschließen.
Niemand kann

�Niemand kann sicher sein, wie dauerhaft und wie umfassend der dtrzeitige
Trend zum Ausgleich sein wird. Viele Skeptiker auf beiden Seiten sehen darin
lediglich eine vorübergehende Reaktion auf eine wirtschaftliche Zwangslage,
die so bedrohlich ist, daß es sowohl für das Management als auch für die Gewerkschaften selbstmörderisch wäre, derzeit wieder auf die Barrikaden zu
steigen.
Gewerkschaftsvertreter erkennen, daß das Mißtrauen der Arbeiter hinsichtlich des guten Willens der Unternehmer tiefverwurzelt ist und neu aufzuflakkern beginnt, wann immer sich Zündstoff findet. Ein solches Hindernis war es
auch, das ein Ersuchen von Internationale Harvester um Lohnkosteneinsparungen von 100 Millionen Dollar zunichte machte: Trotz der Vorlage eines Berges
von Gutachten, die zeigen sollten, daß die Gesellschaft in Schulden erstickt,
hatte man es mit der Gewerkschaft verdorben, als Harvester zum Jahresende
6 Millionen Dollar als Sondervergütungen an das Management auszahlte. "Ihre
Vorstellung von der Gleichheit der Opfer ist nicht die unsrige", sagt Stephen
P. Yokich, Direktor der Agrarabteilung der zuständigen Gewerkschaft.
Ähnliche Vorbehalte hinsichtlich der Aufrichtigkeit des Managements
erhöhten auch den Widerstand, den viele Mitglieder des General-Motors-Rates
der Automobilgewerkschaft zum Ausdruck brachten, als es um Zugeständnisse
gegenüber der Gesellschaft vor dem termingerechten Auslaufen der Abkommen
des Jahres 1979 im nächsten September ging. Beiden Seiten zufolge waren es
diese Vorbehalte, die hauptsächlich für den Zusammenbruch der ersten Verhandlungsrunde letzten Januar verantwortlich waren. Die Wiederaufnahme der Gespräche nach Fords kostensenkendem Abkommen mit den Gewerkschaften resultierte
aus der Besorgnis, die sich unter den Arbeitnehmern wegen der Entscheidung
von General Motors breitmachte, acht Zweigwerke zu schließen, wodurch 10 000
weitere Arbeiter auf die Arbeitslosenliste gesetzt worden wären, und die Verlegung von zusätzlicher Produktion in Zweigwerke im Ausland in Erwägung zu
ziehen.
Eine weitere Sorge für Gewerkschaftler, die sich Gedanken über die Dauerhaftigkeit eines Arbeitsfriedens machen, der zur geringsten Anzahl von Streiks
- 4 -

�von Streiks seit vier Jahrzehnten geführt hat, besteht in dem Risiko, daß
sich mancher Gewerkschaftsführer als gewesener Gewerkschaftsführer wiedersehen könnte, weil er den Mut aufgebracht hat, notwendige Zugeständnisse von
seiner Gefolgschaft zu fordern, während andere gewerkschaftlich organisierte
Arbeiter, deren Löhne stets im Gleichschritt mit nach oben gingen, die Erhöhungen weiterhin nach Hause tragen, als sei nichts geschehen. Die meisten Verträge in diesem Jahr fordern Lohnerhöhungen zwischen acht und zehn Prozent,
und der bei den Gewerkschaften normals Druck des "Ich auch" macht es jenen
Demagogen leicht, die solche Gewerkschaftsführer, welche bei den Lohnforderungen nachhinken, der Kumpanei mit den Unternehmern bezichtigen.
Auch die Managementkreise halten angesichts der wechselseitigen Konzessionen mit ihrer Kritik nicht hinter dem Berg zurück. Ihrer Meinung nach geben die Arbeitgeber der kranken Industrien zu viel an Managementautorifät ab mit dem Ergebnis, daß der Wettbewerb für sie härter wird. Die Gefahren, die
darin gesehen werden, den Gewerkschaften eine Stimme in der Politik der Gesellschaft im Hinblick auf Preise, Dividenden, Investitionen, Vergütungen
für die Geschäftsführung und Auftragsvergabe zuzugestehen, werden von Professor Herbert R. Northrup, dem Direktor des Industrial Relations Center der
Universität von Pennsylvania, so umschrieben: "Eine Gewerkschaft neigt dazu,
ihre Entscheidungen aus intern politischen Gründen zu treffen, während die
Probleme, vor denen die Gesellschaften stehen, eine wirtschaftliche Lösung
erfordern. Aus diesem Prozeß kann sich verstärkte Gewerkschaftsmacht entwickeln
- gerade zu einer Zeit, da die Gewerkschaften schwach sind."
Im Gegensatz hierzu sieht Wayne Horvitz, der ehemalige Vorsitzende des
Bundesvermittlungsausschusses, die Gefahr aus anderer Richtung. "Viele im
Management sehen in dieser Periode eine Gelegenheit, auf die Gewerkschaften
loszugehen und auf sie einzuschlagen. Aber in einer Situation, in der die
Gewerkschaften einen bedeutsamen Beitrag zur Rettung der Industrie leisten
können, sind strukturelle Veränderungen zur Förderung der gemeinsamen Stabilität für beide Seiten wichtig. Derzeit sind die Gewerkschaften recht verletzlich, aber die Unternehmen würden sich selbst in Schwierigkeiten bringen,
wenn es zu weit gingen."

Wenn es auch
- 5 -

�Wenn es auch unmöglich ist, vorherzusagen, ob die neuen Vereinbarungen
den gewaltigen Herausforderungen gerecht werden, mit denen die belagerten
Industrien und die Gewerkschaften fertigwerden müssen, so ist doch eines bereits gewiß: Das Verhältnis zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite wird
nie mehr das alte sein. In den undurchdringlichen Wällen, die einst die
Hoheitsrechte von Management und Gewerkschaft in den entscheidenden Sektoren der Wirtschaft voneinander trennten, zeigen sich Risse, die nicht wieder zu schließen sind.

+ + + +

+

�•I^H

i

Hintergrund
materiell

1

IM

International Communication Agency
Embassy of the United States of America

31. März 1982

13

USA HOFFEN AUF REFORMKURS IN EL SALVADOR NACH STARKER WAHLBETEILIGUNG
- Von unserem diplomatischen Korrespondenten -

WASHINGTON - (AD) - Die amerikanische Regierung hofft, daß die Wahlen
in El Salvador, an der trotz des Terrors der linken Guerilla über eine Million Wahlberechtigte teilgenommen haben dürften, zu einem Reformkurs führen
werden.

Sowohl die Administration als auch der Kongreß haben die Tatsache,

daß trotz des Terrors im Lande ein so großer Anteil der Bevölkerung sein Interesse an einem demokratischen Prozeß gezeigt hat, als ein positives Zeichen
gewertet.
Zu den Wahlen wurden zahlreiche internationale Beobachter entsandt, die
sich alle von der Wahlbeteiligung beeindruckt zeigten.

Die fünf inoffiziel-

len Beobachter aus der Bundesrepublik Deutschland - darunter Bundestagsabgeordnete der CDU/CSU und Abgeordnete des Europaparlaments - waren sich mit
anderen Beobachtern darin einig, daß die Wahl eine Ablehnung der Gewalttätigkeit der Guerilla durch die Bevölkerung darstelle.

Bereits eine Wahlbeteili-

gung von 600 000 hätte als Erfolg bezeichnet werden können, während sie in
Wirklichkeit trotz der pausenlosen Propaganda der Rundfunksender der Rebellen
und der blutigen Überfälle über eine Million erreicht haben dürfte.
Der /amerikanische

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Tel.: 0228-339 22 40
Telex: 08-85432

�Der amerikanische Botschafter in San Salvador, Dean

R. Hinton, gab

am Tag nach der Wahl ein Mittagessen für die Mitglieder der amerikanischen
Beobachterdelegation und die Führer der sechs politischen Parteien, die Kandidaten für die Wahl gestellt haben.
Ein Sprecher des amerikanischen Außenministeriums wies darauf hin, daß
die Haltung der Vereinigten Staaten durch die Einstellung der aus den Wahlen
hervorgehenden salvadorianischen Regierung "zu den Grundprinzipien der demokratischen Entwicklung und der sozialen und wirtschaftlichen Gerechtigkeit"
bestimmt sein werde.

Die Vereinigten Staaten seien immer für diese Werte

eingetreten, so sagte der Sprecher, "und wir betrachten es als wesentlich,
daß jede Regierung, die jetzt gebildet wird, sich diesen gleichen Prinzipien
der Landreform, der Schaffung demokratischer Institutionen, der Wiederherstellung der Herrschaft des Rechts und der Beseitigung der Menschenrechtsverletzungen durch die Linke und Rechte verpflichtet".
Der Sprecher teilte ferner mit, daß es noch unmöglich sei, die genaue
Verteilung der 60 Sitze in der Verfassunggebenden Versammlung vorauszusagen. Man rechne mit der Wahl eines Interimspräsidenten und späteren Präsidentschaftswahlen. Die Einbeziehung der Linken in den Wahlprozeß, so betonte der Sprecher des State Department, sei Sache der politischen Parteien
in El Salvador und nicht der Vereinigten Staaten. Die Reagan-Administration
sei allerdings gegen Verhandlungen zwischen der Guerilla und der Regierung
über eine Teilung der Macht. "Wenn die Guerilla jedoch ihre Waffen niederlegen und in Gespräche und einen Dialog mit den politischen Parteien in El
Salvador im Rahmen des Wahlprozesses eintreten will, dann würden wir das begrüßen", so sagte der Sprecher.
Auch im amerikanischen Kongreß werden die Wahlen in El Salvador als ein
wichtiges Ereignis betrachtet.

Der Vorsitzende des Außenpolitischen Aus-

schusses des Senats, Senator Charles Percy, erklärte, die Wahl sei aus zwei
Gründen bedeutsam.

Einmal hätten Hunderttausende eine Wahl zwischen kon-

kurrierenden Parteien getroffen und Einfluß auf die künftige Regierung genommen, und zweitens hätte die Linke ganz offenbar gefürchtet, nicht genug

�nicht genug Stimmen für einen Wahlsieg zu erhalten.

Er hoffe, daß die an

der Wahl beteiligten Parteien jetzt so viel Selbstvertrauen hätten, "um eine
friedliche Lösung des Konflikts anzustreben.
Der amerikanische Senator Christopher Dodd sprach sich erneut für
eine Lösung des Problems auf dem Verhandlungswege aus, um den Erfolg des
Wahlprozesses nicht zu gefährden.

"Es ist jetzt an der Zeit," so sagte er,

"daß die Vereinigten Staaten unmißverständlich klarmachen, daß sie für einen
Waffenstillstand und eine Lösung des Konflikts auf dem Verhandlungswege eintreten."
Der Fraktionsführer der demokratischen Minderheit im amerikanischen
Repräsentantenhaus, Robert Michel, meinte, niemand könne sagen, was als
nächstes geschehen werde, aber die hohe Wahlbeteiligung trotz der dunklen
Schatten des Krieges sei "ein großer Moment in der Geschichte". Michel wandte sich gegen den Vorwurf, die Vereinigten Staaten seien scheinheilig, weil
sie zwar gegen die Menschenrechtsverletzungen in Polen einträten, aber die
Regierung Duarte in El Salvador unterstützten.

"Wenn die gegenwärtige pol-

nische Regierung solche Wahlen abhält, wie wir sie in El Salvador gesehen
haben, dann wird sie morgen meine Unterstützung finden", so sagte er.
In allen Erklärungen im amerikanischen Kongreß wird die Guerilla aufgefordert, die Waffen niederzulegen und sich an einer friedlichen Lösung des
Konflikts zu beteiligen.
Die amerikanische Zeitung "Washington Post" schreibt in einem Leitartikel am 30. März 1982 zu der Wahl in El Salvador, daß man sich nicht zu
wundern brauche, daß die Guerilla und die politische Opposition die Wahlen
zu diskreditieren suchten.

"Sie scheinen gespürt zu haben, daß das Volk

den Weg zu gehen wünscht, der ihr von der Regierung geboten wird, um seine
aufgestaute Sehnsucht zum Ausdruck zu bringen, mit dem Krieg Schluß zu machen
und das Land wieder aufzubauen...
artig zum Ausdruck gekommen."

Diese Sehnsucht ist am Sonntag explosions-

Amerika muß jetzt helfen, daß El Salvador

selbst seinen Weg in die Zukunft findet, so schreibt das Blatt.
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- 3 -

�13

31. März 1982

USA STREBEN VERBOT CHEMISCHER WAFFEN AN

GENF - (AD) - Ein vollständiges und verifizierbares Verbot aller chemischen Waffen ist das Ziel der Vereinigten Staaten, und sie werden auf der
Genfer Abrüstungskonferenz (Konferenz des Abrüstungsausschusses der Vereinten
Nationen) alles in ihren Kräften stehende tun, um ein solches Verbot zu erreichen. Dies versicherte der Leiter der amerikanischen Delegation auf dieser Konferenz, Botschafter Louis G. Fields, am 25. März 1982.
Vor den Delegierten aus 40 Ländern, die dem Ausschuß angehören, erklärte
Botschafter Fields wörtlich:
"Die Vereinigten Staaten betrachten das wirksame Verbot chemischer Waffen
als ein Mittel zur Erhöhung ihrer eigenen Sicherheit, der Sicherheit unserer
Freunde und Verbündeten wie auch der Sicherheit der neutralen, blockfreien
Staaten.

Wir wollen eine echte Bedrohung beseitigen, indem wir echte Waffen

aus den bestehenden Arsenalen potentieller Gegner entfernen."
Fields führte aus, daß zwar schon beträchtliche nützliche Arbeit bezüglich eines Verbots der Entwicklung, Produktion und Lagerung von chemischen

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 22 40
D 5300 Bonn 2
Telex: 08-85432

�von chemischen Waffen geleistet worden sei, daß der Ausschuß jedoch die Fragen
der Verifizierung und Einhaltung einer Konvention über das Verbot chemischer
Waffen noch nicht in den Griff bekommen habe.

"Es liegt auf der Hand", so

sagte Botschafter Fields, "daß der Mangel an Übereinstimmung auf dem Gebiet
der Verifizierung und Einhaltung das Haupthindernis für einen erfolgreichen
Abschluß der Arbeit des Ausschusses darstellt."
Die wiederholte Weigerung der Sowjetunion, an der Klärung offener Fragen
bezüglich des Einsatzes

chemischer und biologischer Waffen in Afghanistan,

Laos und Kampuchea mitzuwirken, werfe einen tiefen Schatten auf die kollektiven Anstrengungen, zu einer Abrüstung auf dem Gebiet chemischer Waffen zu
gelangen.

Im übrigen hätten die Vereinigten Staaten guten Grund zu der An-

nahme, daß die Sowjets die Konvention über das Verbot biologischer und toxischer Waffen nicht einhielten, so betonte Fields. Er verwies in diesem Zusammenhang auf das ungeklärte Auftreten von Anthrax in der Sowjetunion im
Jahre 1979 und auf Proben von tödlichen Toxinen in Laos und Kampuchea.
Botschafter Fields hob die Notwendigkeit für "verbesserte internationale Verifizierungsverfahren und -mechanismen" hervor. Zu diesen Maßnahmen
müßten auch Inspektionen an Ort und Stelle gehören.
Vor der Presse wies Fields darauf hin, daß die Öffentlichkeit immer
stärker von den wachsenden Beweisen beeindruckt werde, daß chemische und
toxische Kampfstoffe illegal eingesetzt werden. Gerade gegen die Sowjetunion
lägen "zwingende Beweise" auf diesem Gebiet vor, und dies müsse man bei Verhandlungen über ein Rüstungskontrollabkommen in Rechnung stellen. "Wenn die
Menschen kein Vertrauen in Rüstungskontrollabkommen haben können", so sagte
der Botschafter, "dann sind sie das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben sind."
•

Auf eine entsprechende Frage erklärte Fields, die Wiederaufnahme bilateraler Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion
über chemische Waffen hänge von der Sowjetunion ab.

- 2 -

"Wenn die Sowjetunion

�die Sowjetunion bereit ist, sich mit uns zusammenzusetzen und ernsthaft
über ein verifizierbares und völliges Verbot der Anwendung chemischer Waffen zu sprechen, und bereit ist, die Verpflichtungen einzuhalten, die sie
bereits in der Genfer Konvention von 1925 und in der Konvention über biologische und toxische Waffen von 1972 eingegangen ist, dann sind wir bereit,
uns mit den Sowjets zusammenzusetzen und auf dieser Basis mit ihnen zu verhandeln."
Fields wies in diesem Zusammenhang darauf hin, daß die Vereinigten
Staaten gezwungen seien, ihr Abschreckungspotential an chemischen Waffen
zu modernisieren, solange kein Vertrag über das Verbot chemischer Waffen
zustandegekommen sei. Derzeit verfüge die Sowjetunion über Vorteile auf
diesem Gebiet. Das Ziel des amerikanischen Programms sei, "den sichersten,
kleinsten Stand an chemischer Munition aufrechtzuerhalten, der eine wirksame Abschreckung vor einem chemischen Angriff durch einen Aggressor darstellt."
Den Vereinigten Staaten sei ein ausreichend verifizierbarer Vertrag
lieber, und wenn ein solcher Vertrag erreicht werden könnte, dann würden
die USA sogar das Programm mit binären chemischen Waffen einstellen.

+ + + + +

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              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Reagan fordert Sowjets zu gemeinsamer Abrüstung auf&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Pressekonferenz des US-Präsidenten vom 31. März 1982 -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Das neue Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitsnehmern in den USA&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Von A. H. Raskin -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;USA hoffen auf Reformkurs in El Salvador nach starker Wahlbeteiligung&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Von unserem diplomatischen Korrespondenten -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;USA streben Verbot chemischer Waffen an</text>
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