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                  <text>3 1 . März 1982

13/A

INHALT

DOKUMENTATION
Dreißig Jahre Fulbright-Austauschprogramm
- Ansprache des US-Botschafters in Berlin
WIRTSCHAFT
Die Energiepolitik Reagans funktioniert
HINTERGRUNDMATERIAL
Präsenz amerikanischer Truppen in Europa von entscheidender
Bedeutung
- Von unserem Korrespondenten William H. Durham NATO-Verteidigungsminister unterstützen Raketenabbauplan Reagans
- Von unserem Sonderkorrespondenten KSZE-Fortschritte von der Lage in Polen abhängig
- Von unserem Korrespondenten Theodore Boyd «

USA hoffen auf gemeinsame Kreditrestriktionen gegenüber der UdSSR
- Von unserem Korrespondenten Alexander M. Sullivan WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Mit dem "Space Shuttle" ins All
- NASA benennt Astronauten für die nächsten drei Flüge -

Um Über/endung von
Belegexemplaren
wird gebeten

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Telex: 08-85432

�Dokumentation

I
13

International Communication Agency
Embassy of the United States of America

31. März 1982
DREISSIG JAHRE FULBRIGHT-AUSTAUSCHPROGRAMM
- Ansprache des US-Botschafters in Berlin -

BERLIN - (AD) - Anläßlich des 30jährigen Bestehens des FulbrightAustauschprogramms am 27. März 1982 forderte der amerikanische Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland, Arthur F. Burns, verstärkte Anstrengungen, um der jungen Generation diesseits und jenseits des Atlantik die fundamentalen Werte nahezubringen, die Europa und Amerika vereinen. Die Ansprache des Botschafters auf der
Jahrestagung der Fulbright-Stipendiaten in Berlin hat folgenden Wortlaut:
Herr Staatssekretär von Staden, meine Damen und Herren,
ich bin Ihnen, Herr Staatssekretär von Staden, dankbar, daß Sie
uns heute nicht nur die Ehre Ihrer Anwesenheit geben, sondern uns
auch eine so wichtige Botschaft Ihres Außenministers übermittelt
haben. Ihre Anwesenheit hier macht uns allen die Überzeugung Ihrer
Regierung deutlich - die in gleichem Maße von meiner Regierung geteilt wird - daß das deutsch-amerikanische Fulbright-Programm in
der heutigen internationalen Umwelt von einzigartiger Bedeutung ist.
Der 30. Jahrestag des Bestehens des Fulbright-Programms bietet
nicht nur eine Gelegenheit, seine großen Leistungen zu feiern, sondern er ist auch eine Gelegenheit zur Bestandsaufnahme und zum Nachdenken. Lassen Sie mich sehr deutlich darauf eingehen, warum ich
das Fulbright-Programm, in dem sich unsere beiden Länder zusammengeschlossen haben, heute für so wichtig, für so notwendig halte,
und warum ich es als ein lebenswichtiges Element unserer bilateralen
Beziehungen schätzen gelernt habe. Ich bin überzeugt, wenn es nicht
bereits bestehen würde, müßten wir es erfinden - oder ein ähnliches
Programm - um ein Problem anzupacken, vor dem wir heute stehen und
vor dem wir in absehbarer Zukunft weiterhin stehen werden.

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D 5300 Bonn 2
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�Das Problem besteht - einfach ausgedrückt - in einem zunehmenden
Mangel an Einvernehmen zwischen unseren beiden Ländern, einem Abrücken
junger Menschen in beiden Ländern von einem früheren beiderseitigen
Einvernehmen über unser gemeinsames Erbe, unsere gemeinsamen Werte,
unsere gemeinsame Kultur - kurz gesagt, die Bande, die uns verknüpfen,
beginnen sich zu lösen.

Ich spreche nicht von aktuellen politischen Fragen - etwa vom
Doppelbeschluß der NATO oder der Nichtweiterverbreitung von Kernwaffen. Ich spreche auch nicht von unterschiedlichen Vorstellungen
im Hinblick auf Afghanistan, Polen oder El Salvador. Ich denke vielmehr an Grundwerte, wie Freiheit des einzelnen, Achtung von der Herrschaft des Rechts, Freiheit der Rede, der Religion und der Wahl Werte, die die Völker auf beiden Seiten des Atlantik in einer gemeinsamen Bindung vereint haben - genannt westliche Zivilisation. Diese
Werte unterscheiden sich grundlegend von denen anderer Gesellschaften,
wo sie als den Herrschenden und den Ideologien feindlich betrachtet
werden.

Nur zu oft habe ich, vor allem wenn ich mit jungen Menschen
spreche, den Eindruck, daß es am Verständnis dieser Grundwerte
mangelt oder daß man nicht bereit ist, sie als den Mörtel zu begreifen, der die Bausteine der westlichen Zivilisation zusammenhält.

Wie ist es zu dieser Kluft im Einvernehmen gekommen? Ich glaube,
sie hat sich ganz natürlich entwickelt, weil wir - und hier meine

�meine ich die Staatsmänner, die Politiker, die Lehrer auf beiden
Seiten des Atlantik - in einer Zeit, in der eine neue Generation
von Amerikanern und Deutschen mehr und mehr die Zügel der Macht
übernimmt, unsere Aufgabe vernachlässigt haben. Diese neue Generation hat nicht die Erfahrungen mitgemacht, die den roten Faden
im Leben der Generation davor bilden - eine Lebenslinie, die sich
durch menschliche Beziehungen und Ereignisse gebildet hat, die
unsere beiden Kontinente nach dem Zweiten Weltkrieg verknüpften.
Zu diesem Geflecht gehören die vielen Flüchtlinge aus den dreißiger
Jahren, Tausende von Amerikanern und Europäern, die am Wiederaufbau
des Kontinents mitgewirkt haben, und die zahlreichen Teilnehmer
an Austauschprogrammen - Ihre Vorgänger. Die Ereignisse, die
unsere gemeinsame Erfahrung geprägt haben, waren der Marshall-Plan,
das defensive NATO-Bündnis, die Luftbrücke, Berlin 1953, Budapest
1956, Prag 1968, ja selbst Afghanistan 1979 und Polen 1981. Die
neue Generation hat keine vergleichbaren Erfahrungen und fühlt
sich daher dem europäisch-amerikanischen Verhältnis auch nicht
in vergleichbarer Weise verpflichtet. Die Kenntnis und das Verständnis, die junge Europäer heute von der amerikanischen Gesellschaft haben, und die Kenntnis und das Verständnis, die junge
Amerikaner heute von Europa haben, sind oft oberflächlich - in
falschen Vorstellungen verhaftet und durch Vorurteile gefärbt.

Ich laste dieses Defizit zumindest teilweise einem mangelnden
Interesse junger Deutscher am Studium der Geschichte und einem
mangelndem Interesse junger Amerikaner am Studium von Fremdsprachen
- 3 -

�Fremdsprachen und fremden Kulturen an. Die Erkenntnis der Probleme
und ihrer Ursachen ist nach meiner Auffassung der erste Schritt
zur Besserung. Wir müssen unsere beiderseitigen Anstrengungen verstärken, um den geistigen Kontakt zwischen den jungen Menschen
unserer jeweiligen Gesellschaften zu verstärken und zu verbessern,
die Werte und geschichtlichen Erfahrungen des anderen wieder schätzen- .
zulernen und ein besseres Verständnis unserer gegenseitigen geisti4

gen, wirtschaftlichen und politischen Abhängigkeit zu erwecken.

Der beste Weg, um dies zu erreichen, ist der Austausch junger
Menschen zwischen unseren beiden Gesellschaften. Es gibt keinen
besseren Weg, als unsere jungen Bürger, in einem Alter in dem sie
noch weitgehend frei sind von Vorurteilen, über einen längeren
Zeitraum einander auszusetzen - in der Schule, in der gleichen
Familie, im gemeinsamen Erlebnis von Ferien und Freizeit.

Akademische Austauschprogramme, wie etwa das Fulbright-Programm, sind von nicht geringerer Bedeutung, denn sie stellen die
geistige Grundlage des Verständnisses zwischen unseren Gesellschaften
dar. Und aus diesem Grund bin ich der Überzeugung, daß das FulbrightProgramm - genau wie Sie, die es repräsentieren und daran teilnehmen gerade jetzt für die Zukunft unserer Beziehungen von so großer Bedeutung ist. Sie sind die Empfänger und die übermittler von Wissen und
von Erfahrung - Wissen und Erfahrung, die Sie durch Ihre Studien hier
erwerben, sowie Wissen und Erfahrung, die Sie anderen im Unterricht
weitervermitteln. Dies sind die Bausteine der Verständigung, mit
denen wir das Verhältnis zwischen unseren Ländern untermauern,

�untermauern, damit es ein festes und dauerhaftes Gebäude werden
kann. Ihre deutschen Partner, die derzeit in den Vereinigten Staaten
studieren, forschen und lehren, stellen die andere Hälfte dieser
geistigen Gleichung dar. Ich möchte Ihnen und den geschätzten Vertretern der Regierung der Bundesrepublik Deutschland, die heute hier
anwesend sind, versichern, daß die amerikanische Regierung das
Fulbright-Programm als einen der bedeutsamsten Bestandteile des
Beziehungsgeflechts unserer beiden Länder ansieht. Unsere Regierung
wird dieses Programm auch weiterhin nach besten Kräften unterstützen.

Ich möchte gerne einige Worte über Berlin anfügen. Es ist kein
Zufall, daß die jährlichen Fulbright-Konferenzen seit 1954 in dieser
Stadt abgehalten werden. Es ist vielmehr eine Lektion der lebendigen Geschichte. Für uns alle ist Berlin greifbarer Beweis des Mutes
der Berliner und der Standhaftigkeit der Politik der Verbündeten,
die gemeinsam die dauerhafte Freiheit und Lebensfähigkeit dieser
Stadt zugesichert haben. Ich möchte diejenigen unserer Kritiker,
die geneigt sind, die Motive und die Moral der beiden Supermächte
miteinander zu vergleichen, daran erinnern, daß Berlin ein Symbol
eben des Unterschiedes zwischen den Grundwerten der beiden Machtzentren ist,von dem ich eingangs gesprochen habe. Unsere Seite steht
für die Freiheit des einzelnen, für Achtung vor der Herrschaft
des Rechts, für die Verpflichtung zu demokratischer Regierung während unsere Gegner während der vergangenen 37 Jahre immer wieder
versucht haben, die Flammen der Freiheit auszulöschen, die in
Berlin so hell leuchten. Sie versuchten es 1948 mit der Blockade
der Stadt, aber sie hatten keinen Erfolg. Sie versuchten es erneut
- 5-

�erneut mit einem Ultimatum 1958, aber sie hatten keinen Erfolg.
Sie versuchten es wieder 1961 mit dem Mauerbau - mit einer Mauer,
die der ganzen Welt vor Augen führte, wie unbarmherzig ihre
Fähigkeit zur Unterdrückung der Freiheit sein kann. Und abermals
hatten sie keinen Erfolg. Berlin lebt heute, weil die westlichen
Demokratien in Geist und Tat zusammenstanden, geeint in ihrem
Vorsatz, die Werte der westlichen Zivilisation zu verteidigen.
Dies ist eine Lektion der Geschichte, die uns anfeuern sollte,
während wir gemeinsam in die Zukunft blicken.

Ich stehe hier vor Ihnen als Leiter der Mission der
Vereinigten Staaten in Berlin und als amerikanischer Botschafter
in der Bundesrepublik Deutschland. Aber ich kann meine Vergangenheit als Professor nicht verbergen. Vor einer Zuhörerschaft von
Lehrern und Studenten kann ich nicht umhin, Sie daran zu erinnern,
daß die Regierungsvertreter, mit denen Sie zusammentreffen oder
über die Sie lesen - sei es hier oder zu Hause - unvermeidlicherweise von dem geistigen Kapital leben, das sich ständig an unseren
Universitäten bildet und nährt. Durch die wissenschaftliche Arbeit,
durch die Suche nach der Wahrheit und durch das Streben nach geistiger Leistung läßt sich kein nationales oder internationales
Tagesproblem lösen; aber es wird etwas viel Wichtigeres getan es wird geistiges Kapital angehäuft, das es auf lange Sicht leichter machen wird, die Bande der Freundschaft und des Einvernehmens
zwischen dem deutschen und dem amerikanischen Volk aufrechtzuerhalten, von denen sowohl der internationale Frieden als auch das

- 6 -

�das internationale Wohlergehen in so großem Maße abhängen.

Und nun, meine Damen und Herren, möchte ich gern auf Ihre
Fragen antworten und Herrn von Staden dazu einladen, sich mir
hierbei anzuschließen.

+ + + + +

- 7 -

�Wift/choft
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13

31. März 1982

DIE ENERGIEPOLITIK REAGANS FUNKTIONIERT

WASHINGTON - (AD) - Vertretern der amerikanischen Regierung zufolge
hat die Energiepolitik Präsident Reagans, die sich auf Aufhebung der Preiskontrolle und auf weniger Regelung durch den Staat gründet, in schon knapp
über einem Jahr positive Ergebnisse erzielt. In einer Erklärung des Weißen
Hauses vom 22. März 1982 zur Entwicklung auf dem Energiesektor während
der Reagan-Administration heißt es: "Unter den Bedingungen des freien Marktes
hat unsere Fähigkeit, Energie effizienter einzusetzen und mehr Energie zu
produzieren, die Erwartungen der Kritiker beträchtlich übertroffen."
Die Erklärung verweist darauf, daß das amerikanische Bruttosozialprodukt des Jahres 1981 zwei Prozent größer als das des Jahres 1980 war, obgleich der Energieverbrauch im vergangenen Jahr um mehr als zwei Prozent
zurückging. "Dies stellt den größten Anstieg der Nutzleistung in mehr als
30 Jahren und einen Gewinn von über vier Prozent in einem Jahr dar", fügten
Vertreter des Weißen Hauses hinzu.
Gegenwärtig sieht

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Telex: 08-85432

�Gegenwärtig sieht es so aus, als liege das reale Bruttosozialprodukt
der ersten drei Monate des Jahres 1982 zwei Prozent unter dem des vergleichbaren Zeitraums des Vorjahrs, während der Ölverbrauch etwa 7,5 Prozent
niedriger als 1981 liegt. Dies weise auf eine weitere Zunahme der amerikanischen Energieeffizienz hin.
Seit Beginn der schrittweisen Aufhebung der Preiskontrolle für Erdöl
unter dem ehemaligen Präsidenten Carter hat die Suche und Förderung bei
amerikanischem Erdöl rasch zugenommen und ist auch im ganzen letzten Jahr
stetig angestiegen.
Bis zum Jahresende 1981, so erklärten Regierungsvertreter, seien jede
Woche nahezu 1000 neue ülbohrtürme fertiggestellt worden. Dies war mehr als
zweimal so viel wie im Jahr davor. Zu Beginn des Jahres 1982 förderten die
neuen Bohrtürme fast 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Wegen der noch bestehenden Preiskontrolle beim Erdgas steige jedoch die Fertigstellung von Gasbohranlagen nur mit einer Jahresrate von 10 bis 15 Prozent.
Regierungsstellen verweisen darauf, daß die amerikanische ülförderung
in dem Zeitraum von 1972 bis Mitte 1979 in den Bundesstaaten mit Ausnahme
von Alaska täglich mit etwa 300 000 Barrel zurückging. Mit Beginn der
schrittweisen Aufhebung der Preiskontrolle betrug der durchschnittliche
Produktionsrückgang jedoch von Mitte 1979 bis Ende 1980 nur noch rund
60 000 Barrel pro Tag.
"Seit völliger Aufhebung der Preiskontrolle (im Januar 1981) hat der
Produktionsrückgang aufgehört und ein leichter Anstieg eingesetzt. Acht der
zehn letzten Monate zeigen eine höhere Förderung als der vergleichbare Zeitraum des Vorjahres. Die Schätzungen für die Förderung in diesem Quartal (den
ersten drei Monaten 1982) liegen 150 000 bis 200 000 Barrel pro Tag über den
Projektionen des Energieministeriums von Ende 1980", heißt es in der Erklärung
des Weißen Hauses.
Die Vertreter

- 2 -

�Die Vertreter der Regierung weisen darauf hin, daß im Gegensatz zu
manchen Befürchtungen die ölpreise nach Präsident Reagans Entscheidung
zugunsten völliger Aufhebung der Preiskontrolle nicht "in den Himmel geschossen" seien. Vielmehr hätten der Wettbewerbsdruck und die Verbraucherreaktion die Preise herabgezwungen.
Aus der Erklärung des Weißen Hauses geht hervor, daß die Durchschnittskosten für importiertes Erdöl seit Aufhebung der Preiskontrolle um mindestens
vier Dollar je Barrel gesunken sind und daß der Durchschnittspreis für Benzin
seit der Preisspitze zu Beginn 1981 um fast 15 Cent pro Gallone (vier Cent
pro Liter) gefallen ist.
In der Erklärung wird jedoch warnend darauf hingewiesen, daß "die ölpreise, an der Vergangenheit gemessen, hoch bleiben werden und daß die
Amerikaner allen Grund haben, Energie auch weiterhin klug zu verwenden und
mehr davon zu produzieren, wie es die wirtschaftlichen Umstände der kommenden
Jahre fordern."
Die Energiepolitik des Präsidenten mit ihrem Vertrauen auf die Marktkräfte zur Festlegung von Angebot und Nachfrage habe, so Regierungsvertreter,
auch dabei geholfen, die amerikanische Energiesicherheit zu verbessern. Die
amerikanischen ölimporte sind so von 8,5 Millionen Barrel pro Tag im Jahr
1977 auf weniger als 5 Millionen Barrel pro Tag im Jahr 1981 zurückgegangen
(der niedrigste Stand seit 1972) und stellen, den Zahlen des Energieministeriums
zufolge, derzeit weniger als ein Drittel des gesamten Ölverbrauchs der Vereinigten Staaten dar.
Gleichzeitig ist die strategische ölreserve der Vereinigten Staaten von
kaum 100 Millionen Barrel Ende 1980 auf derzeit 240 Millionen Barrel angestiegen.
Ende 1980

�"Ende 1980 gab es bei unserer nationalen Reserve nur genug öl, um die
direkten arabischen OPEC-Einfuhren 42 Tage lang zu ersetzen. Jetzt sind es
140 Tage - ein beträchtlicher Zuwachs an Sicherheit", heißt es in der Erklärung.

der
des
Weg
Und
Weg

In Zusammenfassung der Fortschritte, die unter der Regierung Reagan bei
Energiepolitik erzielt worden sind, erklärte David Gergen, Presseassistent
Präsidenten, am 22. März 1982 vor Reportern: "... Es liegt noch ein langer
vor uns. Aber es ist auch deutlich, daß wir endlich Fortschritte machen.
was von noch größerer Bedeutung ist: Wir haben endlich den richtigen
gefunden."
+++++

�T

HinterQfund
mcileriol
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13

31. März 1982

PRÄSENZ AMERIKANISCHER TRUPPEN IN EUROPA VON ENTSCHEIDENDER BEDEUTUNG
- Von unserem Korrespondenten William H. Durham -

WASHINGTON - (AD) - Vor dem Streitkräfteausschuß des US-Senats erklärte
der stellvertretende amerikanische Verteidigungsminister Frank Carlucci am
26. März 1982, daß die Vereinigten Staaten trotz der Kritik am Umfang der
europäischen Verteidigungsausgaben ihre Truppenpräsenz in Europa beibehalten
werden. Trotz der militärischen Bedrohung der NATO durch die Sowjetunion, die
derzeit größer sei als zu jedem anderen Zeitpunkt in der Geschichte des Bündnisses, hätten die Vereinigten Staaten und ihre NATO-Verbündeten eindeutig
die materiellen Ressourcen, um dieser Bedrohung entgegenzutreten: "Wir haben
zusammen eine um 80 Prozent größere Bevölkerung, ein viermal so hohes Bruttosozialprodukt und ein mehr als doppelt so hohes Bruttosozialprodukt pro Kopf
als der Warschauer Pakt", erklärte Carlucci.
Das Problem seien daher nicht die Mittel, sondern "die Erkenntnis der
Bedrohung" und "die Bereitschaft, notwendige Opfer zu bringen, um mehr von
diesen Ressourcen für die Verteidigung aufzubringen."
Carlucci verwies

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�Carlucci verwies auch darauf, daß die NATO-Verbündeten Beiträge leisten,
die "nicht leicht quantifizierbar sind und auch normalerweise nicht in die
statistischen Vergleiche der Verteidigungsausgaben und Mittel Zuweisungen einbezogen werden". In diesem Zusammenhang nannte er Infrastrukturbeiträge wie
etwa Unterkünfte für die amerikanischen Streitkräfte, Flugplätze und andere
Vertei di gungsanlagen.
"Schätzungen zufolge stellt Deutschland einen Grundstückswert von über
80 Milliarden Dollar zur Nutzung der NATO- und der deutschen Streitkräfte
zur Verfügung", sagte Carlucci.
Der Staatssekretär für politische Angelegenheiten im State Department,
Lawrence Eagleburger, erklärte vor demselben Ausschuß, daß ein Grund für
die offenkundige Lücke zwischen dem Zuwachs bei den Verteidigungsausgaben
der Vereinigten Staaten

und der amerikanischen Verbündeten darin zu sehen

ist, daß die Vereinigten Staaten versuchen, zwei Jahrzehnte "der Vernachlässigung unserer Militärprogrämme" auszugleichen. "Die Verbündeten haben im Gegensatz hierzu eine bemerkenswert beständige Leistung erbracht." Grob gesprochen
hätten sie über ein Jahrzehnt lang einen Zuwachs von zwischen zwei und drei
Prozent pro Jahr bei ihren Verteidigungsausgaben vorzuweisen. "Jetzt, da wir
angefangen haben - und ich betone: angefangen -, durch unser Beispiel eine
echte Führung anzubieten, haben wir jedes Recht, eine stärkere Reaktion des
Bündnisses zu erwarten." Eagleburger fügte jedoch hinzu: "Ich möchte betonen,
daß der Hauptgrund, aus dem heraus wir von den Verbündeten mehr sehen wollen,
darin liegt, daß dies die westliche Verteidigung erforderlich macht - und
nicht einfach deshalb, weil es gerechter wäre."
Eagleburger sprach die Oberzeugung aus, daß ein Abzug amerikanischer
Streitkräfte aus Europa, wie er von manchen im Kongreß gefordert wird, nicht
nur die amerikanische Sicherheit gefährden, "sondern auch das wichtigste Beziehungsgeflecht schädigen würde, das wir haben, und unsere Hoffnung auf einen
größeren Beitrag der Verbündeten zunichte machen würde."
Seit Gründung

�Seit Gründung der NATO vor über dreißig Jahren habe sich die Welt gewaltig verändert, sagte Eagleburger weiter. "Erstens hat sich das amerikanischsowjetische Gleichgewicht von amerikanischer Überlegenheit weg zu einem,
bestenfalls unsicheren Gleichgewicht mit machtvollen Tendenzen zum Gegenteiligen
hinbewegt. Zweitens hat sich das amerikanisch-europäische Gleichgewicht noch
dramatischer verschoben. Im Jahr 1945 produzierten und konsumierten die Vereinigten Staaten die Hälfte der Güter dieser Welt. Heute produzieren unsere
Verbündeten in Europa und im Pazifik zusammen mehr als wir. Drittens hat sich
das Gleichgewicht zwischen Nord und Süd gewaltig verändert. In wenig mehr
als einer Generation haben wir uns von einer vom Westen dominierten Welt wegauf eine andere hinbewegt, wo über 100 unabhängige Staaten, manche von ihnen
dem Westen gegenüber mißtrauisch, manchmal sogar feindlich, die Kontrolle
über gewaltige Ressourcen und über Handelswege innehaben, die von lebenswichtigem Interesse für den Westen sind."
Als Ergebnis dieser Verlagerungen und Veränderungen müßten sich die Vereinigten Staaten noch stärker auf Freunde und Verbündete verlassen, um der
sowjetischen Macht in der Welt ein Gegengewicht entgegenzustellen.
"Während die Bedrohung Europas zugenommen hat", so betonte der Staatssekretär, "hat auch die Bedrohung der westlichen Interessen in anderen Regionen durch sowjetisches Abenteuerertum, lokale Instabilität und lokalen
Konflikt gewaltig zugenommen."

Die amerikanischen Truppen in Europa bildeten

das entscheidende militärische Band, das die westliche Koalition zusammenhält.
Diese Truppen seien die wesentliche Vorbedingung für die Führung Amerikas in
einer geeinten westlichen Koalition.
Diese Verpflichtung durch einen Truppenabzug in Zweifel zu stellen, so
fügte Eagleburger hinzu, "würde Westeuropa demoralisieren und praktisch die
Unterstützung des Bündnisses für die amerikanischen Anstrengungen, der sowjetischen Herausforderung außerhalb Europas entgegenzutreten, ausschließen". Die
Hauptnutznießer eines jeden amerikanischen Truppenabzuges wären die Sowjets.
Die Aufspaltung des Bündnisses und das Hinaustreiben Amerikas aus Europa
sei, so Eagleburger, ein zentrales Ziel der sowjetischen Außenpolitik.
+++++
- 3 -

�Hintergrund
materiell
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31. März 1982

NVTO-VERTEIDIGUNGSMINISTER UNTERSTÜTZEN
RAKETENABBAUPLAN REAGANS
- Von unserem Sonderkorrespondenten -

COLORADO SPRINGS - (AD) - Die NATO-Verteidigungsminister haben
am 24. März 1982 den jüngsten Vorschlag Moskaus für ein Moratorium
der Dislozierungen sowjetischer Mittelstreckenraketen westlich des
Urals zurückgewiesen und dem Plan Präsident Reagans für einen völligen Abbau dieser Raketen zugestimmt.
Nach einer zweitägigen Konferenz der Nuklearen Planungsgruppe
der NATO erklärten die Minister, der Vorschlag des sowjetischen
Staats- und Parteichefs Breschnew würde das atlantische Verteidigungsbündnis in eine "unfaire" Position bringen. NATO-Generalsekretär Luns
betonte, der Vorschlag Reagans sei die einzige faire und gerechte Lösung, die von den Sowjets nicht einfach abgetan werden könne.
Der NATO-Generalsekretär wies darauf hin, daß Moskau bereits

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�Moskau bereits im Jahre 1979 nahezu 100 SS-20-Raketen disloziert
hatte und damals erklärte, daß in etwa eine Parität zwischen den
Sowjets und der NATO bestünde. Das behaupteten sie auch heute noch.
Luns betonte, die NATO-Verteidigungsminister hätten die sowjetische
Drohung ausführlich erörtert,und sagte, daß die Pershing II-Raketen
und die Marschflugkörper Ende 1983 die erwartetete operative Kapazität erreicht haben und zur Dislozierung bereit sein würden.
Der amerikanische Verteidigungsminister Caspar Weinberger bezeichnete die Konferenz als "sehr erfolgreich". Er wies darauf hin,
daß die sowjetischen SS-20-Raketen mit einem Tempo von einer Rakete
alle fünf Tage disloziert würden und daß Moskau beharrlich jede
Verifizierung an Ort und Stelle ablehne. Die Geschichte der letzten
21 Jahre und die damit verbundene sowjetische Aufrüstung widerspreche
allen Vorstellungen, daß eine einseitige Abrüstung etwas nützen werde.
In ihrem Kommunique stimmten die Verteidigungsminister darin
überein, daß die NATO-Strategie eine Strategie der Abschreckung und
der Verteidigung ist. Sie verwiesen auf die kontinuierliche Aufrüstung der strategischen Streitkräfte der Sowjetunion und unterstützten die Entschlossenheit der Vereinigten Staaten und Großbritanniens,
die Abschreckungskapazität ihrer strategischen Nuklearstreitkräfte
zu gewährleisten, "die von so fundamentaler Bedeutung für die Strategie des Bündnisses sind."
Die NATO-Verteidigungsminister erörterten ferner die Vorbereitungen für die Gespräche über eine Reduzierung der strategischen
Waffen (START) und "drückten ihre feste Unterstützung für die Verpflichtung der Vereinigten Staaten aus, mit der Sowjetunion über
ein gerechtes und verifizierbares Abkommen über strategische Atomwaffen zu verhandeln, das zu wesentlichen Reduzierungen führt."
Die Verteidigungsminister brachten ihre große Besorgnis über

�Besorgnis über den Aufbau der sowjetischen SS-20-Raketen zum Ausdruck. Sie wiesen in diesem Zusammenhang darauf hin, daß Moskau
über 300 Abschußeinrichtungen mit 900 Gefechtsköpfen verfüge und
daß weitere Anlagen im Bau seien.
Auf einer Presseunterrichtung hatte ein amerikanischer Verteidigungsexperte am 23. März erklärt, daß die Vereinigten Staaten
sich nicht auf einen Zeitplan für den Beginn der START-Verhandlungen festgelegt hätten. Viel werde von den internationalen Ereignis
sen abhängen, sagte er. Der US-Experte erklärte ferner, Verteidigungsminister Weinberger habe seinen NATO-Kollegen versichert, daß
trotz anderslautender Presseberichte die Planungen für die landgestützten Marschflugkörper und die Pershing-Raketen programmgemäß abliefen.

- 3 -

�Hintergrund
materiell
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13

31. März 1982

KSZE-FORTSCHRITTE VON DER LAGE IN POLEN ABHÄNGIG
- Von unserem Korrespondenten Theodore Boyd -

WASHINGTON - (AD) -

Wenn die Folgekonferenz über Sicherheit

und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) wieder zusammentritt, werden
die Chancen für einen sinnvollen Dialog zur Lösung der Europa trennenden Probleme von der Lage in Polen abhängen. Dieser Ansicht ist
Lawrence Eagleburger, Staatssekretär für politische Angelegenheiten
im amerikanischen Außenministerium, der am 23. März 1982 vor einer
Kommission des amerikanischen Kongresses zugleich betonte, daß "wir
keine Vorbedigungen für den am 9. November geplanten Wiederbeginn
der Madrider Konferenz stellen."
"Zumindest aber wollen wir versuchen, die Sitzungsperiode im
Herbst dazu zu verwenden, die Lage in Polen sowie die östliche Einhaltung der Schlußakte im allgemeinen und den Zustand des KSZE-Prozesses zu überprüfen", sagte Eagleburger vor der Kommission über
Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa.
Nach einmonatiger

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•

'

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'

Nach einmonatiger Sitzungsdauer hatte sich das Madrider Treffen am 12. März 1982 für acht Monate vertagt.
Im Nachklang der Verhängung des Kriegsrechtes in Polen, so
Eagleburger, "war es offenkundig, daß die Hauptverantwortung des
Madrider Treffens darin bestand, den Respekt für die Grundsätze
und Bestimmungen der Schlußakte als derjenigen Grundlage wiederherzustellen, auf der größere Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa
aufgebaut werden könnten.
Die Schlußakte bleibt in unseren Augen ein wertvoller und wichtiger Maßstab für Richtung und Bemessung des Prozesses der Lösung
jener Probleme, die Europa trennen. Der KSZE-Prozeß muß dazu dienen,
ein Klima der Sicherheit und der Zusammenarbeit zu fördern, in dem
Bewegungen wie etwa die des polnischen Volkes gedeihen können. Wir
gingen im Februar zur Förderung dieser Ziele nach Madrid, und wir
werden auch deshalb im Herbst nach Madrid zurückkehren.
Wenn
litischen
Prozesses
sicht auf
chen.

es in Polen keine Verbesserung gibt - Freilassung der po- •
Gefangenen, Aufhebung des Kriegsrechts und Einleitung eines
der nationalen Versöhnung -, dann gibt es auch keine Ausein umfassendes Abkommen, nach dem wir schon so lange su-

Wir wünschen uns keine solche Situation. Wir hoffe'n, daß es in
Polen konkrete Verbesserungen geben wird - hauptsächlich um seiner
selbst willen, aber auch deshalb, weil dies ein Klima schaffen würde,'
das die Chancen für ein Abkommen zu neuen Initiativen im Rahmen des
KSZE-Prozesses vermehren könnte."
Bei der Anhörung äußerte sich auch Botschafter Max Kampelman,
der Leiter der amerikanischen Delegation beim KSZE-Treffen. Aufgrund
seiner Erfahrungen mit den Sowjets im Lauf der vergangenen 18 Monate

�18 Monate erklärte Kampelman, seinem Eindruck zufolge verhandelten
sie aus einer Position heraus, die als arrogant, wenn nicht als
herausfordernd und verachtungsvoll gegenüber der Schlußakte von
Helsinki angesehen werden könnte. "Diese Arroganz kann man nicht
ignorieren", sagte Kampelman.
Er fügte hinzu, er hege den Eindruck, daß die Sowjets glaubten, sie könnten sich ihr arrogantes Verhalten leisten, weil in
Europa eine Stimmung herrsche, die es ihnen ermögliche, durch den
Vorschlag einer Abrüstungskonferenz den Westen dahin zu bringen,
die Menschenrechtsverletzungen in der Sowjetunion und in Polen zu
ignorieren.
Eine "zähe Haltung" ist den Worten Kampelmans zufolge ein unverzichtbarer Bestandteil der amerikanischen Beziehungen zur Sowjetunion. Durch die Standhaftigkeit ihrer Ansichten senden die Vereinigten Staaten den Sowjets ein Signal und geben den westlichen Verbündeten ein Gefühl des Vertrauens darüber, daß Amerika eine beständige
Position einnimmt, mit der sie sich identifizieren können.
Trotz der Sackgasse bei den KSZE-Gesprächen erklärten sowohl
Kampelman als auch Eagleburger, daß die Vereinigten Staaten auch weiterhin die Sitzungen in Madrid als Forum benutzen würden, um die
Welt daran zu erinnern, "daß es Polen immer noch gibt."
"Es scheint mir auf schreckliche Weise eindeutig zu sein, daß
eins der Dinge, die die Sowjets derzeit tun, darin besteht, Polen
von den Titelseiten wegzubringen," so sagte Eagleburger. "Sie wollen über (nukleare) Moratorien sprechen, über El Salvador, über
alles andere, denn sie wollen, daß alle Polen vergessen.
Trotz aller

�Trotz aller bestehenden Probleme würde ich sagen, daß der
KSZE-Prozeß und die Fortdauer des Madrider Treffens ein wichtiges
Element unserer Außenpolitik sind - egal, wie wir uns dort im einzelnen entscheiden. Es bleibt dadurch der Druck auf der anderen
Seite ,und dies ist zum Vorteil der Vereinigten Staaten und des
Westens. Daher sehe ich nicht viele Umstände, unter denen wir ein
Forum aufgeben sollten, das für uns und nicht für die andere Seite
arbeitet."

+ + + + +

�Hintergrundmateriell
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

USA HOFFEN AUF GEMEINSAME KREDITRESTRIKTIONEN
GEGENÜBER DER UdSSR
- Von unserem Korrespondenten Alexander M. Sullivan -

WASHINGTON - (AD) - Die Vereinigten Staaten sind optimistisch,
daß mit den Ländern Westeuropas eine Einigung über Kreditrestriktionen gegenüber der Sowjetunion erzielt werden kann. Dies erklärte
ein Sprecher des Weissen Hauses am 25. März 1982.
Die Reagan-Administration strebt eine Einschränkung der Finanzierung sowjetischer Käufe und Bauvorhaben, wie etwa die ErdgasRohrleitung von Sibirien, durch westliche Kreditgeber an. Nach Auffassung des amerikanischen Präsidenten finanzieren solche Kredite
indirekt die sowjetische Aufrüstung und das, wie er es ausdrückte,
"internationale Abenteurertum" der Sowjets.
Der Staatssekretär im amerikanischen Außenministerium, James
Buckley, hat dem Präsidenten am 25. März über seine kürzlich abgeschlossenen Konsultationen in Europa berichtet. Buckley hat mit
den Verbündeten Washingtons über die Kreditfrage und andere Probleme des Ost-West-Handels gesprochen. Er hat die Bundesrepublik
Deutschland, Italien, Frankreich und Großbritannien besucht. Nach

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 22 40
D 5300 Bonn 2
Telex: 08-85432

�Nach seiner Rückkehr hat sich auch der Nationale Sicherheitsrat der
Vereinigten Staaten mit dem Ergebnis der Mission Buckleys befaßt.
Wie aus dem Weissen Haus verlautete, ist eine Einigung "über einen
vollen Informationsaustausch über Kredite für die Sowjetunion und
andere Länder des Sowjetblocks" erzielt worden.
Nach Presseberichten haben westliche Banken der Sowjetunion
und den osteuropäischen Ländern Anleihen und Kredite von über
25 Milliarden Dollar zur Verfügung gestellt.
In einer Erklärung im Anschluß an die Sitzung des Nationalen
Sicherheitsrates teilte das Weisse Haus mit, daß die Konsultationen
mit den genannten vier Ländern auf bilateraler Basis fortgesetzt wür
den. Ziel sei eine Konferenz, auf der eine Einigung über die Begrenzung amtlich verbürgter Kredite an die Sowjetunion erzielt werden
soll, über Ort und Zeitpunkt sowie über den Rang der Teilnehmer sei
noch keine Entscheidung getroffen worden, wie der Presseassistent
des Präsidenten, David Gergen, erklärte.
Nach Auskunft Gergens befaßte sich der Nationale Sicherheitsrat auch mit der Frage der Lizenzierung amerikanischer Güter für
die überseeische Herstellung sowie mit der Frage, ob solche Güter
in ein amerikanisches Exportembargo gegenüber Moskau einbezogen werden könnten.
In diesem Rahmen fällt unter anderem die Herstellung von Turbinenrotoren durch Firmen in der Bundesrepublik Deutschland nach
einer Lizenz der amerikanischen Firma "General Electric Company".
Diese Rotoren sollen bei der Erdgasleitung von Sibirien nach Europa
Verwendung finden.
Gergen teilte mit, daß Präsident Reagan eine Entscheidung erneut offen gehalten habe, ob lizenzierte Güter unter ein Lieferver-

�ein Lieferverbot fallen sollten. Es gehe um die Frage der Anwendbarkeit amerikanischer Bestimmungen auf amerikanische Tochterfirmen
im Ausland und ausländische Firmen, die amerikanische Güter in Lizenz herstellen. Die Entscheidung, so sagte Gergen, sei erneut auf
unbestimmte Zeit verschoben.
Nach amerikanischer Auffassung hat der Ost-West-Handel viele
Aspekte. Es sei die Frage, ob der Handel zur Beeinflussung des sowjetischen Verhaltens benutzt werden solle; es gehe um die Abhängigkeit Europas von einer sowjetisch kontrollierten Energiequelle
und schließlich um die Vorstellung, daß die Mitarbeit westlicher
Banken den Sowjets ihren militärischen Expansionismus erleichtere.
Gergen wies darauf hin, daß die Frage westlicher Kredite für
die Erdgasleitung bereits auf dem Wirtschaftsgipfel in Ottawa im
vorigen Jahr angesprochen worden sei, wobei Präsident Reagan die
Befürchtung geäußert habe, die Europäer könnten sich der Gefahr
einer sowjetischen Erpressung aussetzen. Die Verhängung des Kriegsrechtes in Polen und die Unterdrückung der dortigen Gewerkschaften
habe einen weiteren negativen Aspekt gebracht.Amerikaner fragten
sich, ob die harte Haltung der Sowjets durch finanzielle Hilfe für
ein sowjetisches Energieprojekt belohnt werden sollte.
Wie Gergen ausführte, hat Staatssekretär Buckley dem Präsidenten und dem Nationalen Sicherheitsrat mitgeteilt, daß er "optimistisch" bezüglich der Möglichkeit sei, mit den Ländern Westeuropas
eine Einigung über eine Einschränkung der Kredite an Moskau zu erzielen.

+ + + + +

- 3 -

�Wi//en/chaft
und Technik

I

International Communication Agency
Embassy of the United States of America

31. März 1982

13

MIT DEM "SPACE SHUTTLE" INS ALL
- NASA benennt Astronauten für die nächsten drei Flüge -

(AD) - Auch der vierte Einsatz der amerikanischen Raumfähre
COLUMBIA (Flugbezeichnung STS-4) im Juli 1982 soll sieben Tage dauern. Dies wird dann der letzte Testflug des Raumtransporters vor Beginn der operativen Phase mit Auftragsforschung und Vorversuchen für
eine künftige industrielle Produktion im Weltraum sein.
Gleichzeitig ist es die letzte Mission mit nur zwei Mann an
Bord, denn bei allen darauffolgenden Unternehmungen haben Pilot und
Kopilot Gesellschaft. Mindestens zwei Wissenschaftler bestimmter Fachrichtungen - den jeweiligen Arbeitsprogrammen entsprechend - werden
dann mit von der Partie sein. Auch sie haben eine, wenn auch vereinfachte, Astronautenausbildung absolviert. Bei ihnen geht es ja nicht
um das flugtechnische Können, auf das sich das "fliegende Personal"
des US-Amtes für Luft- und Raumfahrt (NASA) in einer umfassenden,
auf mehrere Jahre angelegten Schulung vorbereitet, sondern in erster Linie um eine Ausbildung, die die Grundlagen für die Durchführung

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 22 40
D 5300 Bonn 2
Telex: 08-85432

�Durchführung komplexer, oft auch völlig neuartiger wissenschaftlicher und industrieller Projekte an Bord des "Space Shuttle" schafft.
In jedem Fall sind es Aufgaben, die im Weltraum besser als auf der
Erde zu lösen sind oder überhaupt nur dort in Angriff genommen werden können.
Für die meisten Projekte ist einer der wichtigsten Faktoren
,
die «Schwerelosigkeit bzw. der fast schwerelose Zustand, für einige
die Möglichkeit zu Beobachtungen aus einer Position außerhalb der
irdischen Lufthülle. So werden die Fachastronauten wissenschaftliche oder industrietechnische Nutzlasten sowohl der eigenen Organisation als auch von anderen Institutionen des In- und Auslandes zu
betreuen und "im Auftrag" Forschungs- und Versuchsprogramme, später auch Produktionsprogramme, auszuführen haben. Die NASA benannte
kürzlich die Piloten für die STS-Einsätze vier bis sechs sowie die
ersten vier Nutzlastspezialisten, von denen je zwei für STS-5 und
STS-6 vorgesehen sind.
Thomas Mattingly (46) und Henry W. Hartsfield (48) werden die
COLUMBIA beim Unternehmen STS-4 führen. Mattingly, ehemaliger Korvettenkapitän der US-Marine, ist Veteran des APOLLO-Programms. Inzwischen sind zehn Jahre vergangen, seit er als Pilot der Kommandokapsel beim Flug AP0LL0-16 für längere Zeit allein den Mond umrundete, während John Young und Charles Duke nach ihrer Landung
auf dem Erdtrabanten in der Nähe des Kraters Descartes mit einem
Rover-Fahrzeug das Gelände erkundeten, Meßstationen aufbauten und
Mondproben für die spätere Untersuchung in zahlreichen amerikanisehen und nicht-amerikanischen Laboratorien einsammelten.

(

Mattingly war bereits für das Unternehmen AP0LL0-13 als Pilot
der Kommandokapsel vorgesehen. Da er aber wenige Tage vor dem Start
in Kontakt mit einem an Windpocken erkrankten Kind gekommen war
und die NASA das Risiko einer Unpäßlichkeit oder Infektion eines

- 2-

�Infektion eines der drei APOLLO-Astronauten nicht eingehen konnte,
sprang sein Ersatzmann Jack Swigert ein. Der Flug verlief anders
als geplant. Es kam zur ersten schweren Havarie in der Geschichte
der Raumfahrt, denn einige Stunden nach dem Start - zu spät für
den sofortigen Abbruch des Unternehmens - explodierte ein Sauerstoff tank des APOLLO-Raumschiffs. Die Besatzung behalf sich mit
der Mondfähre, mußte aber, um überhaupt wieder auf eine Rückkehrbahn zur Erde zu kommen, eine Schleife um den Mond ziehen. Erst
kurz vor dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre stieg sie in das
APOLLO-Raumschiff um und sprengte das "Rettungsboot" ab. Denn das
war nicht dafür gebaut, die Reibungshitze beim Durchgang durch die
irdische Lufthülle auszuhalten.
Mattingly stammt aus Chicago (Illinois). An der Auburn University (Alabama) studierte er Flugzeugbau, ging anschließend für die
Pilotenausbildung zu den Marinefliegern und war von 1960 bis 1965
auf den Flugzeugträgern USN SARATOGA und USN FRANKLIN ROOSEVELT
stationiert. Im Jahr 1966 begann er die Astronautenausbildung bei
der NASA. In der Folgezeit war er maßgeblich an der Entwicklung und
Erprobung des APOLLO-Raumanzugs und des Versorgungskanisters beteiligt, der bei Außenbordmanövern und bei Arbeiten auf dem Mond lebenswichtig war. Während des 11-Tage-Flugs zum Mond und zurück zur
Erde im Jahr 1972 hielt er sich über eine Stunde lang, geschützt
durch die Spezialausrüstung, außerhalb der Kommandokapsel auf. Für
den zweiten Einsatz der COLUMBIA im November 1981 waren Mattingly
und Hartsfield als Ersatzmannschaft für Joe Engle und Richard Truly
bestimmt.
Das Spezialgebiet von Henry Hartsfield, einen ehemaligen Jagdflieger , war seit seiner Aufnahme in das Astronautenteam der NASA
im Jahr 1969 die Mitarbeit an der Entwicklung des RaumflugzeugSteuerungssystems für die Rückkehrphase vom Wiedereintritt in die
Erdatmosphäre bis zur Landung. Er studierte Physik an der Auburn- 3 -

�der Auburn-Universität, die auch Mattingly besucht hatte, und später Ingenieurwissenschaften an der Universität Tennessee; dieses
zweite Studium schloß er mit dem Grad eines "Master of Science" ab.
Hartsfield, der sich im Jahr 1955 für den Militärdienst bei
den US-Luftstreitkräften meldete, war längere Zeit in Bitburg in
der Eifel stationiert. Als Testpilot kehrte er in die Vereinigten
Staaten zurück und war später Lehrer an der Testpilotenschule der
US-Luftstreitkräfte in Kalifornien. Im Raumfahrtprogramm der Vereinigten Staaten bekleidet er keine militärischen Rang mehr. Beim
Unternehmen APOLLO-16 ebenso wie bei den drei bemannten SKYLABFlügen gehörte er zu den Bodenmannschaften, die mit den Astronauten im Raumschiff ständigen Funkkontakt hielten und notfalls auch
für an Bord auftretende Probleme mit Hilfe der Simulatoren Lösungen erarbeiten halfen.
Flugkapitän der COLUMBIA beim fünften Einsatz, der am 11. November 1982 beginnen soll und an dem zum ersten Mal auch zwei Nutzlastexperten teilnehmen, wird Vance D. Brand (50), Kopilot
Robert Overmyer (45) sein. Brand stammt aus Colorado. Er studierte Flugzeubau an der Staatsuniversität von Colorado, später Volkswirtschaft an der Universität Kalifornien in Los Angeles. Als Jagdflieger im Marinecorps war er ab 1953 für einige Zeit in Japan stationiert. Nach dem Ausscheiden aus dem Militärdienst ging er zu
den Lockheed-Werken, wo er in seiner Funktion als Testpilot und
Flugtest-Ingenieur an der Erprobung von Neuentwicklungen im Flugzeugbau mitarbeitete. Später flog er als Testpilot in Istres
(Frankreich) kanadische und deutsche Maschinen vom Typ F-104.
Seit 1966 gehört Brand dem Astronautenteam der NASA an. Bei
zwei APOLLO-Flügen war er Mitglied der Bodenmannschaften, beim
Unternehmen AP0LL0-15 Ersatzmann für den Piloten der Kommandokapsel, beim zweiten bemannten SKYLAB-Flug im Sommer 1973 für die

�für die Ersatzmannschaft die Nr. Eins der dreiköpfigen Raumschiffbesatzung und beim APOLLO-SOYUZ-Flug im Jahr 1975 einer der amerikanischen Astronauten zur Durchführung des Rendezvous- und Koppelmanövers des US-Raumschiffs mit einem sowjetischen SOYUZ-Fluggerät. Nach wie vor begeistert er sich für Skifahren, Bergwanderungen, Kanufahrten und Geländelauf - er ist Sportler aus Passion.
Overmyer, Brands Kopilot, ist ebenfalls seit 1966 Astronaut.
Wie Henry Hartsfield verfügt auch er noch nicht über Raumflugerfahrung, sondern war "nur" Mitglied der Bodenmannschaft beim
APOLLO-SOYUZ-Unternehmen. Overmyer ist Oberstleutnant im Marinekorps und ehemaliger Testpilot. Er studierte Flugzeugbau und erwarb an der Akademie der US-Marine den akademischen Grad eines
"Master of Science".
Als Wissenschaftlerastronauten, die beim Unternehmen STS-5
erstmals mit dem Raumtransporter starten, wurden William Lenoir
und Joseph Allen ausgewählt. Lenoir (43) war Professor für Elektrotechnik am berühmten Massachusetts Institute of Technology in
Boston, wo er auch studierte und sich nach der Promotion bald
einen Namen als Forscher und Lehrer machte, insbesondere auf dem
Gebiet der Fernerkundung von Atmosphäre und Oberfläche von Planeten. Bereits im Jahr 1967 meldete er sich für die Ausbildung zum
Wissenschaftlerastronauten; 1973 war er Ersatzmann des Bordwissenschaftlers sowohl für den zweiten als auch den dritten bemannten
SKYLAB-Flug. Allen (44), ehemaliger Pilot für Düsenflugzeuge, war
Physiker an der Yale-Universität, ehe er zur NASA überwechselte.
Sechs Jahre vor der Promotion (1965) hielt er sich als FulbrightStipendiat ein Jahr in der Bundesrepublik auf und arbeitete später eine Zeitlang als wissenschaftlicher Assistent für Kernphysik
an der Staatsuniversität Washington. Gemeinsam mit Dr. Lenoir wird
Dr. Allen Forschungsexperimente an Bord der COLUMBIA durchführen
und sich an der Aufgabe beteiligen, kommerzielle Nachrichtensa- 5 -

�kommerzielle Nachrichtensatelliten im Weltraum abzusetzen.
Für Januar 1983 ist der sechste "Space Shuttle"-Flug (STS-6)
geplant, bei dem nach der COLUMBIA zum ersten Mal das zweite Fluggerät, die CHALLENGER, zum Einsatz kommen wird. Flugkapitän ist
Paul Weitz (49), der bereits Mitglied des Drei-Mann-Teams beim
ersten bemannten SKYLAB-Flug im Frühjahr 1973 war. Die Gruppe verbrachte 32 Tage im Weltraum; Weitz selbst montierte damals in mehrstündiger Außenarbeit eine Art SonnenJalousie an die Raumstation,
mit der - als Ersatz für eine beim Start abgerissene Mikrometeoritenfolie - die Wärmeeinstrahlung besser reguliert werden konnte.
Weitz hatte an der Staatsuniversität von Pennsylvanien Flugzeubau
studiert, ging dann zur US-Marine, erhielt 1956 die Pilotenspangen
und erwarb, wie Overmyer, den akademischen Grad eines "Master of
Science" an der Graduiertenakademie der US-Marine. Seit 1966 gehört
er dem Astronautencorps an. Sein Kopilot ist Karol Bobko (44) aus
New York, Oberst der US-Luftstreitkräfte mit abgeschlossenem Ingenieurstudium für Luft- und Raumfahrtgerätebau an der Universität
Südkalifornien (Los Angeles). Der ehemalige Jagdflieger meldete
sich 1966 zum Astronautenteam der NASA. Bei einem zwei Monate währenden SKYLAB-Simulationsversuch befaßte er sich speziell mit medizinischen Experimenten, die sich später bei den Langzeitflügen
der Besatzungen der SKYLAB-Station in verschiedenen Situationen
als hi.lf reich und wirksam erwiesen.
Ursprünglich Spezialist für Kerntechnik, hat sich Donald
Peterson, Oberst der US-Luftstreitkräfte, seit seinem Eintritt
in das Astronautenkorps im Jahr 1969 mit Fragen von Konstruktion,
Sicherheit und bestimmten technischen Details des Raumtransporterprojekts befaßt. Er wurde für STS-6 als Wissenschaftlerastronaut
bestimmt, ebenso Dr. Story Musgrave (46) , Herzspezialist und
Chirurg. Musgrave besitzt ein ungemein breites Fundament an akademischer Ausbildung - abgeschlossenes Mathematikstudium an der

�an der Universität Syracuse, "Master of Science" in Informatik von
der Universität Kalifornien in Los Angeles, akademischer Grad für
Chemie vom Marietta-College, Dr. med. von der Columbia-Universität
in New York, Studium der Physiologie mit Promotion an der Staatsuniversität von Kentucky, wo er außerdem das Fach Flugzeugbau belegt hatte. Militärdienst als Marineflieger leistete er in Korea,
Japan und Hawai in den fünfziger Jahren. Er ist außerdem Zivilpilot, der 85 verschiedene Flugzeugtypen geflogen und sich auch als
Fluglehrer betätigt hat. Er ist Segelflieger und Fallschirmspringer, hat allein zu Versuchszwecken über 100 Absprünge durchgeführt,
Musgrave wurde 1967 als Wissenschaftlerastronaut von der NASA
angenommen. Er war maßgeblich an der Entwicklung des SKYLAB-Programms sowie der Raumanzüge und Lebenserhaltungssysteme für Außenbordmanöver für das Raumtransporterprogramm beteiligt.

+ + + + +

- 7 -

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