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International Communication Agency
Embassy of the United States of America

7. Januar 1982

DER WELTFRIEDENSRAT - EIN HANDLANGER MOSKAUS

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 22 40
Telex: 08-85432

�(AD) -- Der Weltfriedensrat (WPC), dessen Präsidialkomitee gegenwärtig
(6. bis 8. Januar) in Kopenhagen tagt, ist das Wichtigste der ineinandergreifenden internationalen Instrumente der Sowjets, die seit dem Zweiten
Weltkrieg als Ableger /on Organisationen eingesetzt werden, welche ursprünglich von der Kommunistischen Internationalen (KOMINTERN) in den Jahren nach
1917 geschaffen wurden.
Obwohl der Weltfriedensrat von sich behauptet, ein unabhängiges, demokratisches und privates Gremium zu sein, hat er doch eine grundlegende Funktion: Er soll den außenpolitischen Zielen der Sowjets Achtbarkeit verschaffen, indem Menschen verschiedener politischer Oberzeugungen in kommunistisch
gesteuerte und kommunistisch geförderte Propagandafeidzüge hineingezogen werden, die sich in erster Linie gegen den Westen richten.
Aus Anhörungen eines Ausschusses für Geheimdienstfragen des amerikanischen Repräsentantenhauses in den Jahren 1978 und 1980 wird deutlich, daß
die Sowjetunion ihre weltweite Propaganda ebenso wie geheime Tätigkeiten
einsetzt, um ihre Außen- und Verteidigungspolitik zu bekräftigen. Die Sowjetunion ist bemüht, ihre Macht und ihren Einfluß auf Kosten des Westens
zu stärken, indem sie auf schriftliche wie mündliche "Falschinformationen",
Fälschungen, Manipulationen sowohl ausländischer Medien als auch kommunistischer Parteien sowie auf die Unterstützung terroristischer Organisationen zurückgreift.
Aus amerikanischen Geheimdienstquellen geht hervor, daß die Sowjetunion
mindestens 3 Milliarden Dollar jährlich für die Verbreitung prokommunistischer

und antiwestlicher Propaganda im Rahmen eines weltweiten Netzes aus-

gibt, das von Moskau kontrollierte Frontorganisationen einschließt. Von den
schätzungsweise 63 Millionen Dollar, die die Sowjetunion jährlich den 13
wichtigsten Frontorganisationen zur Verfügung stellt, erhält der Weltfriedensrat allein mehr als 49 Millionen Dollar.
So schrieb

- 2 -

�So schrieb Ruth Tosek, eine "ehemalige Übersetzerin" bei verschiedenen
von Moskau kontrollierten Organisationen, in einem am 17. Oktober 1980 vom
Londoner "New Statesman" veröffentlichten Brief, daß der Weltfriedensrat auf
verschiedenen Kanälen durch die Sowjetunion sowie andere osteuropäische Regierungen finanziert werde.
Zusätzlich zu dieser heimlichen Finanzierung des Weltfriedensrates erhalten seine Führer Anweisungen von Seiten der internationalen Abteilung des Zentralkomitees der KPdSU, das auch die Propaganda des Retes kontrolliert. Der
Weltfriedensrat ist gewöhnlich die erste der zahlreichen Frontorganisationen,
die sich für Propagandainitiativen aus Moskau einsetzt und die Aktivität verschiedener anderer kommunistischer Frontgruppen koordiniert.
Durch ihre direkten Verbindungen mit den wichtigsten Repräsentanten des
Rates ist

die Sowjetunion in der Lage, endgültige Entscheidungen im bezug auf

Projekte und Aktivitäten des Weltfriedensrates sowie den Inhalt von Kommuniques, Resolutionen und Erklärungen des Rates zu beeinflussen.
Neben seiner Tätigkeit als Sekretär des Sekretariats des Weltfriedensrates in Helsinki ist E.K. Fedorow

Vizepräsident und stellvertretender Chef der

internationalen Abteilung des Zentralkomitees der KPdSU. V. S. Schaposchnikow
ist Mitglied des Präsidialkomitees des Rates. Aus der zweimonatlich erscheinenden Publikation des Rates "Neue Perspektiven" geht hervor, daß dem Präsidialkomitee, das verantwortlich für die Tätigkeit der Organisation zwischen Ratssitzungen ist, ein oder zwei der wichtigsten Repräsentanten praktisch aller
wesentlichen kommunistischen Frontorganisationen angehören, wie etwa dem
Weltgewerkschaftsbund, der Afro-asiatischen Volkssolidaritäts-Organisation,
der Christlichen Friedenskonferenz, der Internationalen demokratischen Frauenföderation oder der Weltföderation der Wissenschaftler.
Prominente nichtkommunistische Pazifisten, Geistliche sowie andere Persönlichkeiten, die sich für den Frieden einsetzen, sind dem Weltfriedensrat
willkommen, um eine Fassade der Unabhängigkeit und der Blockfreiheit aufzu-

- 3 -

�Blockfreiheit aufzubauen. Die gesamte Organisationsstruktur des Rates ist jedoch mit prosowjetischen Linken durchsetzt. Viele von ihnen sind in ihren Heimatländern für kommunistisch orientierte Angelegenheiten tätig und gehören
nationalen Friedenskomitees an, die sehr häufig durch Unterstützung des Weltfriedensrates als örtliche kommunistische Frontorganisationen ins Leben gerufen wurden.
Ramesch Chandra, ein Mitglied des Zentralkomitees der kommunistischen
Partei Indiens und seit zumindest 1950 bei allen wichtigen internationalen
Fronttagungen aktiv, wurde im Jahre 1977 aus dem Generalsekretaritat zur Präsidentschaft des Weltfriedensrates erhoben. Dieser Posten war seit dem Tode
des bekannten französischen Kommunisten und Wissenschaftlers Frederic JoliotCurie im Jahre 1958 vakant gewesen.
Die prosowjetische Rolle Chandras in der Weltfriedensbewegung ist sich
während der letzten 30 Jahre gleich geblieben. Seine Treue zu Moskau überlebte
die sowjetischen Invasionen in Ungarn im Jahre 1956, der Tschechoslowakei im
Jahre 1968 und Afghanistans im Jahre 1979. Er hat sich immer für die sowjetischen "Friedensinitiativen" eingesetzt und die westlichen "Imperialisten" angegriffen.
Als die Frage der Behandlung von Dissidenten in der UdSSR und der
Tschechoslowakei im Jahre 1973 in Moskau auf dem "Weltkongreß der Friedenskräfte", von Seiten der "Internationalen Kriegsdienstgegner" aufgeworfen wurde,
erklärte Chandra, daß jene Friedensorganisationen, die eine antisowjetische
Einstellung einnähmen, "aufgehört haben,echte Friedensorganisationen zu sein".
Zwei Jahre später betonte er in Moskau, daß der Weltfriedensrat "auf alle
sowjetischen Initiativen in internationalen Angelegenheiten positiv reagiert"
habe.
In der Januarausgabe der "World Marxist Review" schrieb Chandra: "In
den Händen des Sozialismus ist die (militärische) Macht zum ersten Mal in der
Geschichte der Menschheit zu einem Instrument zur Sicherung des Friedens und

�Friedens und des sozialen Fortschritts geworden. Soviel zur 'sowjetischen
Bedrohung'. Wenn sie wirklich existiert, so ist sie bildlich gesprochen nicht
eine Bedrohung für den Frieden, sondern eine Friedensdrohung im Namen des
Friedens..."
Der Weltfriedensrat ist auf nationaler Basis organisiert, und die meisten
seiner Tochterorganisationen, die nach seinen Angaben in mehr als 135 Ländern
bestehen, sind kommunistisch kontrolliert. Obwohl sowjetische Vertreter Mitte
der siebziger Jahre von einer angeblichen Mitgliedschaft von rund 400 Millionen gesprochen haben, sind Gesamtzahlen offiziell nie veröffentlicht worden.
Der "endgültige" Friede, nach dem der Weltfriedensrat immer gestrebt hat,
ist ein von der sowjetischen Welthegemonie auferlegter Friede. Die kommunistische "Weltfriedensbewegung" in der jetzigen Form existiert, seit ein
"Weltkongreß der Intellektuellen für den Frieden" im August 1948 in Breslau
abgehalten wurde. Dies führte zur Weltfriedenskonferenz in Paris im September 1949 und zur Bildung des Weltfriedensrates, der bis zum November 1950 als
das "Komitee der Partisanen des Friedens" bekannt war.
Seit seiner Gründung ist der Weltfriedensrat wegen subversiver Tätigkeit
formell aus zwei Ländern ausgewiesen worden. Bis zu seiner Ausweisung durch
die französische Regierung im Jahr 1951 - wegen "Aktivitäten der Fünften Kolonne" - hatte er seine Zentrale in Paris. Er übersiedelte zunächst nach Prag
und 1954 schlug er sein Hauptquartier in Wien auf, von wo er drei Jahre später
wegen "gegen das Interesse des österreichischen Staates gerichteter Aktivitäten" ausgewiesen wurde. Er setzte jedoch seine Tätigkeit in Wien unter dem
Deckmantel seiner Forschungsorganisation, dem Internationalen Institut für
Frieden, - praktisch eine Frontorganisation - fort, bis er im September 1968
in seine derzeitige Zentrale nach Helsinki umzog.
Die erklärten Ziele des Weltfriedensrates, wie sie von seiner Vollversammlung im September 1980 angenommen wurden, sind:
1.-

- 5 -

Verbot

�1.

- Verbot aller Massenvernichtungswaffen und Beedigung des Wettrüstens;
- Auflösung ausländischer Militärstützpunkte;
- allgemeine, gleichzeitige und kontrollierte Abrüstung;

2.

- Beseitigung aller Formen des Kolonialismus und der rassischen
Diskriminierung;
- Respektierung des Rechtes der Völker auf Souveränität und Unabhängigkeit als wesentliche Voraussetzung für die Schaffung des Friedens;
- Respektierung der territorialen Integrität der Staaten und Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten;

3.

- Schaffung von wechselseitig vorteilhaften Handels- und Kulturbeziehungen auf der Basis von Freundschaft und gegenseitigem Respekt;
- friedliche Koexistenz zwischen Staaten mit unterschiedlichen politischen Systemen;
- Ersetzung der Politik der Gewalt durch eine Politik der Verhandlungen
zur Schlichtung von Meinungsverschiedenheiten zwischen den Staaten.

Die vom Weltfriedensrat verfolgte prosowjetische Politik hat jedoch wenig
mit diesen

erklärten Zielen gemein. So greift der Rat regelmäßig die Nordat-

lantische Verteidigungsgemeinschaft und die Europäische Gemeinschaft an, kritisiert aber nicht den Warschauer Pakt oder den Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe

(COMECON). Er verabschiedet häufig Resolutionen oder veröffentlicht

Erklärungen, in denen die Unterdrückung der Menschenrechte in Ländern wie Chile,
El Salvador und Nordirland verdammt wird, erwähnt aber niemals die Verletzung
solcher Rechte

in den kommunistischen Ländern. Ja, ein polnisches Mitglied

seines Präsidialkomitees, Wieslaw Gronicki, tauchte als erster Pressesprecher
des Generals Jaruzelski auf, nachdem die Verhängung des Kriegsrechts am 13.
Dezember 1981 es dem neugeschaffenen "Militärrat der nationalen Errettung"
ermöglicht hatte, die meisten bürgerlichen und persönlichen Freiheiten in
Polen außer Kraft zu setzen.
Seit dem

�Seit dem anfänglichen "Stockholmer Appell" des Weltfriedensrates zum
"Verbot der Bombe" aus dem Jahr 1950 - noch bevor die UdSSR ihre eigene Atombombe bekam - hat er immer wieder die Kampagnen gegen den westlichen Besitz
von Kernwaffen in jeder Form gelenkt und organisiert. Er stand zudem ganz vorn
bei der Unterstützung der Ost-West-Entspannung zu sowjetischen Bedingungen
und hat getreulich die sowjetischen Positionen zu kontroversen internationalen Fragen vertreten, die die Vereinigten Staaten und ihre europäischen Verbündeten betrafen.
Während des ganzen Vietnamkriegs zum Beispiel schickte der Weltfriedensrat zahlreiche "Friedens"-Delegationen nach Hanoi und veröffentlichte in regelmäßigen Abständen Erklärungen, die die sowjetische Politik hinsichtlich des
Krieges unterstützten. Seit 1974 sind der Weltfriedensrat und Moskau für die
"Beseitigung der Kriegsstützpunkte

(nur amerikanische und britische werden

speziell genannt) im Indischen Ozean" eingetreten und haben eine Kampagne für
eine "Zone des Friedens" in dieser Region eröffnet. Im Jahr 1979 begrüßte
der Rat die sowjetische Unterstützung der vietnamesischen Invasion Kambodschas
und die sowjetische Verurteilung der chinesischen Invasion Vietnams.
Der Weltfriedensrat führt derzeit eine wohl koordinierte diplomatische
und propagandistische Kampagne an, die auf die speziellen außen- und verteidigungspolitischen Zielsetzungen der UdSSR zugeschnitten ist. Er fördert die Friedensvorschläge von Generalsekretär Breschnew vom 26. Parteitag und versucht, in
Westeuropa Emotionen gegen die Modernisierung der Nuklearsysteme mittlerer Reichweite der NATO und gegen erhöhte Verteidigungsausgaben anzufachen.
Seit 1977 hat der Weltfriedensrat weltweit Massendemonstrationen zur Unterstützung der Moskauer Wünsche nach Verhinderung einer Ausrüstung der NATOStreitkräfte mit amerikanischen Neutronenwaffen unterstützt. Derzeit unternimmt er große Anstrengungen bei einer Kampagne unter dem Motto "Frieden, Abrüstung und Entspannung" - in dem Versuch, die europäische öffentliche Meinung
davon zu überzeugen, daß die amerikanischen Militärausgaben und Waffenentwicklungen sowie der angebliche Wunsch der NATO nach militärischer Überlegenheit

- 7 -

�militärischer Überlegenheit die größte Bedrohung des Weltfriedens seien. Im
Einklang mit der offiziellen sowjetischen Linie behaupten der Weltfriedensrat und seine Zweigorganisationen, daß die Dislozierung von PERSHING-Raketen
und von Marschflugkörpern auf europäischem Boden das angeblich

bestehende

militärische Gleichgewicht stören.
Professor E. P. Thompson von der Europäischen Bewegung für atomare Abrüstung kritisierte am 23. Februar 1981 im Londoner GUARDIAN die Taktiken des
Weltfriedensrates so:
Der westlichen Friedensbewegung zu erlauben, in ein trügerisches Einverständnis mit der Strategie des Weltfriedensrates zu treiben, würde
letztlich bedeuten, eine Bewegung zu werden, die sich lediglich dem
NATO-Militarismus entgegenstellt. Dies wäre ein Rezept zu unserer eigenen Einschränkung und letztlichen Niederlage. Dies wird auch auf eine
Verweigerung in jenen Teilen Osteuropas stoßen... wo ein Großteil der
öffentlichen Meinung der offiziellen "Friedenspropaganda" zutiefst
überdrüssig geworden ist und wo die vom Staat unterstützten Friedenskomitees während ihrer ganzen 30jährigen Existenz nicht einen Funken
für einen Protest gegen irgendeine Maßnahme des sowjetischen Militarismus übrig hatten."

+ + + + +

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30
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