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17. Dezember 1980

55 A

I N H A L T

INFORMATION
Alexander M. Haig, Jr.: Außenminister in spe
Caspar W. Weinberger:
Donald Regan:

Verteidigungsminister in spe

Finanzminister in spe

William French Smith:

Justizminister in spe

Malcolm Baldrige:

Handelsminister in spe

Andrew L. Lewis:

Verkehrsminister in spe

Raymond J. Donovan:
Richard S. Schweiker:

Arbeitsminister in spe
Minister für Gesundheit und Sozialwesen in spe

Dave Stockman:

Direktor des Amtes für Haushaltsplanung in spe

William Casey:
in spe

Direktor des Zentralamtes für Nachrichten und Abwehr

Um Über/endung von
ßckgcHcmplorcn
wird gebeten

Postfach 20 03 00
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Tel.: 0228-339 22 40
Telex: 08-85432

�^

ITT
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17. Dezember 1980

55

ALEXANDER M. HAIG, JR.:

AUSSENMINISTER IN SPE

- (AD) - Mit der Nominierung des früheren Generals Alexander
M. Haig, Jr. zum Außenminister der Regierung Ronald Reagans wird in das
Machtzentrum Washingtons ein Mann zurückkehren, dessen Wirken sowohl
während republikanischer als auch demokratischer Regierungen ihn als
einen Mann ausweist, der sich durch seine Intelligenz, seine harte Arbeit
und seine Effizienz in vielen Krisenlagen bewährt hat.
Viele halten es für das Verdienst Haigs, als Stabschef des Weißen
Hauses in den letzten Monaten der durch den Watergate-Skandal erschütterten
Regierung Nixons die Präsidentschaft selbst vor dem Zusammenbruch bewahrt
und den Weg für einen geordneten Übergang der Macht an Gerald Ford bereitet
zu haben.
Respekt erwarb sich Haig danach als NATO-Oberbefehlshaber durch
seine Verbesserungen bei Ausbildung und Strategie des Bündnisses. Zugleich machte er sich für die Einführung der Neutronenwaffe stark. Es
hieß, daß er 1978 ernste Differenzen mit der Regierung Carter hierüber

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i

�hierüber hatte und mit seinem Rücktritt wegen der Entscheidung Washingtons
drohte, die Produktion dieser Waffe hinauszuschieben.

Bei der NATO

verbrachte Haig viereinhalb Jahre; sein Rücktritt als Vier-Sterne-General
kam 1979 dennoch recht unerwartet und war begleitet von seinen beredt
vorgetragenen Besorgnissen über die intensiven militärischen Anstrengungen
der Sowjets in Europa und ihre "offenkundige, illegale ... Intervention
in der Dritten Welt."
1947 ging Haig von der amerikanischen Militärakademie ab und erhielt
1961 seinen M.A. in Internationalen Beziehungen von der Georgetown-Universität.
Zu Beginn der sechziger Jahre arbeitete er als Assistent für Cyrus Vance,
der damals Armeeminister und später Stellvertretender Verteidigungsminister
war.

Mitte der sechziger Jahre nahm Haig als Kommandeut des 1. Battaillons

der 26. Infantriedivision am Krieg in Vietnam teil.
Zu Beginn der Präsidentschaft Richard Nixons machte Henry Kissinger
als Nationaler Sicherheitsberater Haig zu seinem Berater für Militärfragen im Nationalen Sicherheitsrat. Unter Haig wurde dessen Stab
reorganisiert, um den Informationsfluß und Gedankenaustausch zu verbessern.
Er hielt die Verbindung zwischen Pentagon und Außenministerium und leitete
die Sitzungen des Nationalen Sicherheitsrates in Abwesenheit von Kissinger.
Für diesen war er ein "unentbehrlicher Stellvertreter".
1970 stieg Haig zu einem der wichtigsten Helfer des Präsidenten
auf und besuchte mehrmals Vietnam, um Nixon unmittelbare Eindrücke der
Kriegslage zu verschaffen.

Dabei gelang es Haig auch, die südvietnamesische

Einwilligung in das Waffenstillstandsabkommen von 1973 zu erhalten.
1972 ging er in die Volksrepublik China, um die Vorbereitungen
für den historischen Besuch Nixons in diesem Land zu treffen.
Trotzdem

�Trotzdem zog es Haig wieder zum Militär, und so beförderte ihn
Nixon vom Zwei-Sterne-Generalmajor zum Vier-Sterne-General.

Im Januar 1973

wurde Haig Stellvertretender Stabschef der Armee.
Mitte 1973 erzwang die Watergate-Krise jedoch den Rücktritt der
engsten Mitarbeiter Richard Nixons; Haig kam ins Weiße Haus zurück und
wurde Stabschef, wobei Nixon sich mit Verschärfung der Krise zunehmend
auf ihn stützte. Haig war sich des Opfers und der Last bewußt, die er
auf sich nahm, und bemerkte damals ironisch, er sei "ein historisches
Phänomen: der erste General im aktiven Dienst, der vom Militärdienst
zurücktreten muß, um in den Kampf zu ziehen." Andererseits habe er
"keine Alternative, als zu kommen".
Sechs Wochen noch war Haig dann Stabschef unter Präsident Ford,
bevor ihm dieser die beiden angesehensten militärischen Positionen übertrug, die es für einen amerikanischen Offizier im Ausland gibt: er ernannte
ihn zum Alliierten Oberbefehlshaber in Europa und zum Oberkommandierenden
der amerikanischen Streitkräfte in Europa.
Gefragt, ob ihm seine Tätigkeit in den letzten Tagen der Regierung
Nixons schaden könnte, antwortete Haig: "Ich hege absolut keine Gewissensbisse hinsichtlich meines Verhaltens in jener Zeit.

Ich nehme an, daß

die eine oder andere Entscheidung auf diesem Weg im nachhinein etwas
anders hätte ausfallen können.

Aber im wesentlichen bin ich stolz auf das,

was ich getan habe."
Haig, der jetzt 56 Jahre alt ist, legt bei seiner Rückkehr nach
Washington den Posten eines Präsidenten bei der Firma "United Technologies"
nieder, ein Unternehmen, das zu den 20 größten der Vereinigten Staaten
gehört.
(Auch Haig muß nach Regierungsantritt von Ronald Reagan am 20. Januar 1981
noch offizell nominiert und vom Senat bestätigt werden.)
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- 3 -

�17. Dezember 1980

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CASPAR W. WEINBERGER: VERTEIDIGUNGSMINISTER IN SPE

- (AD) - Caspar Weinberger, den der designierte Präsident Ronald
Reagan fUr das Amt des Verteidigungsministers ausersehen hat, verfügt
über eine reiche Erfahrung im Regierungsdienst und in der Wirtschaft.
Jahrgang 1917, ist Weinberger Vizepräsident der Bechtei Power Corporation,
einer Kraftwerkgesellschaft in San Franzisko, und gilt als Vertrauter
Reagans.
Dem Mann, der unter Präsident Nixon Direktor des wichtigen Amtes
für Haushaltsplanung war, wird zu getraut, das notwendige Geld für notwendige neue Waffensysteme aufzubringen und gleichzeitig den Verteidigungshaushalt zu straffen. Aus jener Zeit stammt sein Spitznamen "Cap the
Knife", frei nach Mackie Messer, denn es gelang ihm in jenen Jahren,
den Bundeshaushalt zurückzustutzen.
Schon als Budgetdirektor war sich Weinberger über die "komplexen
Faktoren" des Verteidigungshaushaltes im klaren, bei dem es um die
komplizierteste Technologie, heikelste Diplomatie und komplizierteste

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�komplizierteste Strategie gehe, wobei man nur bedingt künftige Ereignisse
voraussagen oder beeinflussen könne.
Weinberger hatte unter Nixon auch den Posten des Ministers für
Gesundheit, Erziehung und Sozialwesen inne.
Caspar W. Weinberger wurde am 18. August 1917 in San Franzisko
geboren und besuchte nach seiner Schulzeit dort das College und anschließend die Juristische Fakultät der Harvard-Universität.

Im Zweiten

Weltkrieg trat er in die amerikanische Armee ein, wo er zuletzt in der
Aufklärungsabteilung im Hauptquartier von General McArthur tätig war
und als Hauptmann entlassen wurde.
Nach dem Kriege begann Weinberger eine Anwaltspraxis in Kalifornien
und kam zum erstenmal mit der Republikanischen Partei in Berührung. Er
wurde dreimal als Abgeordneter in die Gesetzgebende Versammlung (Parlament)
des Staates Kalifornien gewählt (1952-58). Er wurde 1960 Stellvertretender
Vorsitzender des Zentralausschusses der Republikanischen Partei in Kalifornien und 1962 dessen Vorsitzender.
Anfang bis Mitte der sechziger Jahre galt Weinberger als Liberaler,
als er jedoch Ende der sechziger Jahre Finanzdirektor des damaligen
Gouverneurs des Staates Kalifornien, Ronald Reagan, v^urde, nahm er in
zunehmendem Maße eine finanzpolitisch konservative Haltung ein. Die
Tendenz zu immer höheren Staatsausgaben, so seine Auffassung, sei nicht
"unausweichlich". Als er 1975 sein Amt als Gesundheitsminister in
Washington aufgab, warnte Weinberger vor der Gefahr einer alles überwuchernden Bundesregierung.
"Wenn diesem Wachstum nicht Einhalt geboten wird", sagte er damals,
"dann könnte es uns unserer kostbarsten persönlichen Freiheiten berauben.
Es erschüttert auch die Grundlagen unseres Wirtschaftssystems."
Erst
- 2 -

�Erst kürzlich, als von Reagan berufener Vorsitzender des Koordinierungsausschusses für die Wirtschaftspolitik, forderte er sofortige und tiefgreifende Ausgabenkürzungen.

Niemand, auch nicht die Minderheiten, sollten

sich jedoch wegen dieser Kürzungen Sorgen machen, da es um eine Straffung
und Verbesserung vor allem des Sozialsystems gehe, wie sie Reagan als
Gouverneur in Kalifornien erfolgreich praktiziert habe.
Weinberger ist mit der geborenen Jane Dal ton verheiratet und hat
zwei Kinder.
(Weinberger muß wie alle seine Kabinettskollegen nach dem Amtsantritt des neuen Präsidenten am 20. Januar 1981 von diesem offiziell
nominiert und vom Senat in seinem Amt bestätigt werden.)

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�17. Dezember 1980

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DONALD REGAN: FINANZMINISTER IN SPE

- (AD) - Donald T. Regan, den der designierte Präsident zum Finanzminister
bestimmt hat, wird einen Posten übernehmen, den viele Kenner der politischen
Szene als die für Wirtschaftsfragen entscheidende Schaltstelle der Regierung
ansehen.

So wird der kommende Finanzminister als eine seiner ersten bedeut-

samen Aufgaben die von der neuen Regierung geplanten umfangreichen Steuersenkungen verwirklichen müssen.

Dabei macht ein Blick auf die Rezepte, die Regan

zur Heilung der Wunden des amerikanischen Wirtschaftslebens bereithält, deutlich, daß sie sich nur wenig von denen des neuen Präsidenten unterscheiden.
Im Verlauf einer Anhörung vor dem zuständigen Ausschuß des Repräsentantenhauses, schlug Regan im Rahmen eines dreiteiligen Anreizprogramms bei den Steuern unter anderem eine großzügigere Abschreibung vor, die es der Wirtschaft
erlauben soll, die Kosten neuer Investitionen rascher von ihrem zu versteuernden Einkommen abzusetzen, als dies gemäß derzeit geltendem Recht der Fall ist.
Außerdem regte er eine Verminderung der Kapitalertragssteuer auf einen Höchstsatz von 21 Prozent an sowie eine Ausweitung der gegenwärtigen Steuerklassen,
um die Inflationswirkung auszugleichen. Alle diese Vorschläge werden vom designierten Präsidenten unterstützt. Genau wie dieser glaubt Regan daran,
daß Steuersenkungen das Wirtschaftswachstum ankurbeln werden, ohne zugleich

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�zugleich inflationär zu wirken.

"Zusätzliches Wirtschaftswachstum und zusätz-

liche Steuereinnahmen würden durch günstige Stellenangebote, Ersparnisse und
die Auswirkungen auf Investitionsanreize geschaffen, die die Steuersenkungen
hervorrufen würden", unterstreicht Regan.
Regan setzt sich außerdem für eine Gesetzgebung ein, die auf ein niedrigeres Niveau der öffentlichen Ausgaben abzielt.

Derzeit machen diese Ausgaben

etwa 22 Prozent des amerikanischen Bruttosozialproduktes aus.
Auf einer Pressekonferenz am 11. Dezember betonte Regan, daß die Inflation
noch immer das Hauptproblem der amerikanischen Wirtschaft darstelle.

Deshalb

muß seiner Meinung nach das Wirtschaftsprogramm der neuen Regierung auch beides
umfassen: Steuersenkungen und Ausgabenkürzungen.

Nur so könne das Land seine

Verteidigungsausgaben erhöhen, ohne zusätzliche inflationäre Kräfte freizusetzen.

Bis zur endgültigen Ausarbeitung des Programms besteht nach Ansicht Regans

die einzig richtige Art der Inflationsbekämpfung in einer Politik des knappen
Geldes.
Regan wurde am 21. Dezember 1918 in Cambridge im Bundesstaat Massachusetts
geboren.

Nachdem er 1940 seine Studien an der Harvard-Universität abgeschlossen

hatte, trat er in das Marinekorps ein und ging am Ende des Zweiten Weltkrieges
im Range eines Oberstleutnants ab.
Neben seiner Tätigkeit als Präsident der bekannten Börsenmaklerfirma
Merrill Lynch war Regan von 1972-75 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender
der New Yorker Börse. Außerdem ist er Mitglied des privaten Rates für Auswärtige Beziehungen und anderer privater und gemeinnütziger Organisationen, die
geschaffen wurden, um Geschäfts- und Wirtschaftsbeziehungen in aller Welt zu
fördern.

Schließlich war Regan von 1974 bis 1978 Vorsitzender des Kuratoriums

der Universität von Pennsylvania.

Außerdem veröffentlichte er ein Buch und

zahlreiche Artikel über Finanz- und Wirtschaftsfragen.
(Regan muß nach Regierungsantritt von Ronald Reagan am 20. Januar 1981
noch offiziell nominiert und vom Senat bestätigt werden.)
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�17. Dezember 1980

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WILLIAM FRENCH SMITH: JUSTIZMINISTER IN SPE

- (AD) - Für den Posten des amerikanischen Justizministers hat der designierte Präsident Ronald Reagan den 63jährigen William French Smith nominiert,
mit dem ihn ein über fünfzehnjähriges enges Vertrauensverhältnis verbindet.
Smith ist Anwalt und Mitinhaber (senior partner) eines der größten Anwaltsbüros von Los Angeles.

Zu seinem Spezialgebiet gehören Verhandlungen

mit den Gewerkschaften, bei denen er die Belange der Arbeitgeber vertreten hat.
Smith hat sich auch viele Jahre lang aktiv in der Politik betätigt und
im Jahre 1972 auf dem Republikanischen Konvent die Delegation von Kalifornien
geführt. Bei den Wahlkampagnen Reagans war er ein entschiedener Befürworter
der Nominierung seines Freundes zum republikanischen Präsidentschaftskandidaten.
Als Gouverneur von Kalifornien berief Reagan ihn in den Senat der Universität von Kalifornien.

Seit 1971 gehört Smith dem amerikanischen Beratungs-

ausschuß für Fragen der Weltpolitik, der Erziehung und Kultur an.

Er ist außer-

dem Präsident des Rates für weltpolitische Angelegenheiten von Los Angeles und
Mitglied des beratenden Ausschusses des Zentrums für strategische und internationale Studien der Georgetown-Universität.
Smi th

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�Smith hat ferner einen Sitz im Aufsichtsrat dreier großer amerikanischer
Firmen:

der Pacific Lighting Corporation, der Jorgensen Steel Company und

der Pullman, Incorporated.
Smith wurde in New Hampshire geboren und wuchs in Boston auf. Er studierte an der Universität von Kalifornien und schloß sein Studium mit den höchstmöglichen Noten ab. Während des Zweiten Weltkrieges diente er bei der Marine
und wurde zum Leutnant befördert.
(Smith muß nach Regierungsantritt von Ronald Reagan am 20. Januar 1981
noch offiziell nominiert und vom Senat bestätigt werden.)

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17. Dezember 1980

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MALCOLM BALDRIGE: HANDELSMINISTER IN SPE

- (AD) - Malcolm Baldrige, Leiter eines führenden Industrieunternehmens, wurde von Ronald Reagan zum Handelsminister seiner Regierung
auserwählt.
Baldrige, 58 Jahre alt, steht derzeit noch an der Spitze der Firma
Scovill-Aktiengesellschaft in Watersbury, Connecticut. Er trat 1962
in das Unternehmen ein und wurde bereits ein Jahr später Vorsitzender
des Vorstands. Unter seiner Führung verlagerte Scovill seine Aktivitäten
im Metallbereich und in der Herstellung von Industriegütern hin zu einer
diversifizierten Produktion von Haushaltsgeräten, mechanischen AusrUstungsgütern und automatischen Industrieanlagen. Zur Firma gehören 85 Zweigstellen in den Vereinigten Staaten sowie in 22 anderen Staaten. Ihr
Umsatz stieg von 169 Millionen Dollar im Jahr 1963 auf 929 Millionen im
Jahr 1979. Dies brachte ihr den 300. Rang in der von der Fachzeitschrift
"Fortune" herausgegebenen Liste der 500 führenden Industrieunternehmen in
den Vereinigten Staaten ein.

Die

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�Die Hauptaufgabe des Handelsministeriums besteht darin, die wirtschaftliche Entwicklung der Vereinigten Staaten zu stärken.

Dies geschieht

durch eine vielfältige Dienstleistung, zu der die Sammlung statistischer
Unterlagen ebenso gehört wie Hilfestellung für Firmen und Förderung
amerikanischer Exporte.
Im Laufe einer Veranstaltung in Washington am 11. Dezember 1980,
auf der einige der neuernannten Mitglieder der Regierung Ronald Reagans
der Presse vorgestellt wurden, erklärte Baldrige, daß er eine seiner Hauptaufgaben im Handelsministerium darin sehe, die Produktivität des amerikanischen
Geschäftslebens zu erhöhen.

Zu den Überlegungen in diesem Rahmen gehören

seiner Meinung nach steuerliche Maßnahmen, Erleichterungen im Bereich
von Regierungsvorschriften und Verbesserung nicht nur der Arbeitsproduktivität,
sondern auch der Produktivität im Management.
Während der Vorwahlen des Jahres 1980 leitete Baldrige den erfolgreichen
Wahlkampf des Vizepräsidentschaftskandidaten der Republikanischen Partei,
George Bush, im Bundesstaat Connecticut. Nachdem Reagan von seiner Partei
zum Präsidentschaftskandidaten ausersehen worden war, wurde Baldrige
stellvertretender Vorsitzender einer landesweiten Vereinigung, die sich
"Geschäftsleute für Reagan" nannte.
Baldrige, der schon seit langem als ein gemäßigter Republikaner
gilt, wurde am 4. Oktober 1922 in Omaha im Bundesstaat Nebraska geboren.
Als Jugendlicher verbrachte er seine Sommerferien auf Rinderfarmen und
wurde dabei zum Spezialisten mit dem Lasso - ein Hobby, dem er auch heute
noch nachgeht: er gewann eine Vielzahl von Rodeo-Meisterschaften und war
ehemals Direktor des Verbandes der Rodeo-Reiter.
Im Jahr 1943 ging Baldrige mit einem B.A. von der Yale-Universität
ab und diente von 1943 bis 1946 in der amerikanischen Armee, wo er es
bis zum Hauptmann brachte. Den Krieg erlebte er im Pazifik. 1947 trat

- 2 -

�trat er in die "Eastern Company" ein, einer Metallwarenfirma in Connecticut,
und arbeitete sich zum Präsidenten dieser Firma empor, bevor er zu
Scovill überwechselte.
Neben seiner Tätigkeit bei dieser Firma sitzt Baldrige zudem noch im
Vorstand mehrerer anderer großer Unternehmen. Er ist Mitglied des "Business
Council", einer Organisation führender amerikanischer Geschäftsleute;
außerdem noch im Rat für auswärtige Beziehungen und in der Internationalen
Handelskammer.
Baldrige ist verheiratet und hat zwei Töchter.
(Baldrige muß wie alle seine Kabinettskollegen nach dem Amtsantritt
des neuen Präsidenten am 20. Januar 1981 von diesem offiziell nominiert
und vom Senat in seinem Amt bestätigt werden).

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17. Dezember 1980

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ANDREW L. LEWIS: VERKEHRSMINISTER IN SPE

- (AD) - Wenn die Wahl des designierten Präsidenten Ronald Reagan für
den Verkehrsminister der Vereinigten Staaten auf Andrew L. Lewis, Jr. fiel,
dann hat das sicherlich mit dessen reicher Erfahrung mit den amerikanischen
Eisenbahnen zu tun.
Während der letzten zehn Jahre war Andrew Lewis - "Drew", wie ihn seine
Freunde nennen - Mitglied des Aufsichtsrates der Reading Company of
Pennsylvania, die ein Fracht- und Massentransit-Eisenbahnnetz betreibt, das
Williamsport in Pennsylvania und Wilmington in Delaware mit New York verbindet.

(Die Eisenbahnen in den USA werden von Privatgesellschaften betrieben.)

Lewis ist Mitglied der Delaware River Port Authority - Hafenaufsichtsbehörde - und war auch in dem privaten World Affairs Council - Rat für Weltpolitik -,dem Direktorium der Temple-Universität in Pennsylvania und in zahlreichen anderen öffentlichen Interessengruppen aktiv tätig. Der Republikanischen
Partei ist er seit über zehn Jahren verbunden und hat die Präsidentschaftskandidatur Reagans nachdrücklich unterstützt. Seit 1968 hat er an jedem Parteikonvent der Republikaner teilgenommen. Seine Kandidatur für das Amt des Gouverneurs von Pennsylvania im Jahre 1974 schlug jedoch fehl.
Seit

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�Seit 1975 leitet Lewis seine eigene Finanz- und Unternehmensberatungsfirma, zu deren Kunden führende Firmen, wie die First Pennsylvania Bank und
Builders Investment Group gehören.

Die Reading Eisenbahngesellschaft, der

sein Hauptinteresse während der letzten zehn Jahre galt, hat rund 10 000 Beschäftigte und befördert jährlich rund 10 Millionen Passagiere. Sie hat ferner eine Tochtergesellschaft für den Straßengüterverkehr; ihr Bruttoertrag
für 1979 wird mit 150 Millionen Dollar, das Anlagevermögen mit rund 325 Millionen Dollar angegeben.
Im Jahre 1976 wurden die Reading Company und fünf weitere Eisenbahngesellschaften im Nordosten der Vereinigten Staaten zu einem neuen Verbund,
der Consolidated Rail Corporation, zusammengeschlossen.

An dieser Neuord-

nung, deren letzte Maßnahmen Ende 1980 abgeschlossen werden, war Lewis wesentlich beteiligt.
In den sechziger Jahren war Lewis in leitender Position bei einer ganzen
Reihe von Firmen tätig gewesen, darunter die Simplex Wire and Cable Company
in Boston und die National Gypsum Company in Buffalo.
Andrew L. Lewis wurde am 3. November 1931 in Philadelphia geboren, absolvierte das Haverford College in Pennsylvania und erwarb 1955 an der
Harvard-Universität seinen Master of Business Administration

(Betriebswirt-

schaft).
Lewis ist verheiratet mit der geborenen Marilyn Stoughton und hat drei
Kinder.
(Lewis muß nach Regierungsantritt von Ronald Reagan am 20. Januar 1981
noch offiziell nominiert und vom Senat bestätigt werden.)

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�17. Dezember 1980

55

RAYMOND J. DONOVAN: ARBEITSMINISTER IN SPE

- (AD) - Als Arbeitsminister hat der künftige Präsident Ronald Reagan
den Spitzenmanager einer Straßenbaufirma im Bundesstaat New Jersey vorgesehen,
der für seine Fähigkeit bekannt ist, bei Verhandlungen mit den Gewerkschaften
hart, aber fair aufzutreten. Bei den Baugewerkschaften im Nordosten der USA
genießt Raymond J. Donovan Achtung, weil er ihren Standpunkt am Verhandlungstisch stets gewürdigt hat. Hierfür ist nicht zuletzt die Tatsache verantwortlich, daß Donovan selbst einmal Gewerkschaftsmitglied war. Seine Rolle bei
Lohnverhandlungen führte ihn zu der Schlußfolgerung, daß "die Gewerkschaften
eine ganze Menge zu unserem Wirtschaftsleben und unserem Land beitragen."
Der 50jährige Donovan übernimmt das Arbeitsministerium in einer Zeit, da
die Beziehungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern verhältnismäßig gespannt sind.

Die vom Arbeitsministerium erarbeiteten und durchgesetzten Re-

geln und Bestimmungen werden von großen Teilen der Geschäftswelt und des
Kongresses zunehmend in Frage gestellt. Während die Gewerkschaften sich im
allgemeinen für eine strengere Durchsetzung etwa der Sicherheitsbestimmungen
für die Arbeiter starkmachen, führen viele Geschäftsleute und Unternehmer an,
daß dies die Produktionskosten erhöhe, ohne den Arbeitern wirklich konkrete
Vorteile zu verschaffen.
Eine

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�Ein weiterer wahrscheinlicher Streitpunkt zwischen Unternehmern und
Gewerkschaften wird wohl die geplante Erhöhung der amerikanischen Mindestlöhne sein, die sich gerade 1981 wegen der derzeitigen Konjunkturschwäche
der amerikanischen Wirtschaft besonders stark bemerkbar machen dürfte.
Während die Gewerkschaften zudem noch Mindestlöhne anstreben, die inflationssicher sein sollen, sehen die Unternehmer, aber auch viele Wirtschaftswissenschaftler darin einen Faktor, der ebenfalls zu der hohen Arbeitslosenrate bei Jugendlichen und ungelernten Arbeitern beiträgt.
Donovan, der in Bayonne im Bundesstaat New Jersey geboren wurde, wurde
1950 Mitglied der Gewerkschaft der Brauereiarbeiter, als er aushilfsweise im
Sommer bei der Ballantine-Brauerei beschäftigt war.

1952 und 1953 war er

Mitglied der Elektrikergewerkschaft.
Nachdem er seine Studien am Notre Dame-Seminar in New Orleans, Louisiana,
mit einem Diplom in Philosophie abgeschlossen hatte, arbeitete Donovan von
1953 bis 1958 für eine amerikanische Versicherungsgesellschaft in New Jersey.
Nachdem er 1959 in die Baufirma Schiavone eingetreten war, wurde er dort
bereits 1971 zum Verwaltungsdirektor ernannt.

Für die Gewerkschaften ist er

zudem der entscheidende Ansprechpartner seiner Firma.
Donovan ist verheiratet und hat drei Kinder, zwei Söhne und eine Tochter.
(Donovan muß nach Regierungsantritt von Ronald Reagan am 20. Januar 1981
noch offiziell nominiert und vom Senat bestätigt werden.)

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17. Dezember 1980

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RICHARD S. SCHWEIKER: MINISTER FÜR GESUNDHEIT UND SOZIALWESEN IN SPE

- (AD) - Mit Richard Schweiker holte sich Reagan einen Mann in das Kabinett,
der ihm bestens vertraut ist. Hatte er ihn doch 1976 bei seinem fehlgeschlagenen
Versuch, die Präsidentschaftskandidatur seiner Partei zu erringen, als Vizepräsidentschaftskandidaten vorgesehen.
Senator Schweiker aus Pennsylvania übernimmt als Minister für Gesundheit
und Sozialwesen ein Ministerium, dessen Haushalt der zweitgrößte hinter dem
Verteidigungshaushalt ist, hier werden rund ein Drittel der Bundesausgaben und
45 Prozent der nicht militärischen Ausgaben verwaltet.
Vor vier Jahren galt Schweiker als einer der liberalsten Republikaner im
Senat; nachdem 1976 sein Streben nach der Vizepräsidentschaftskandidatur fehlschlug, wandte er sich jedoch mehr und mehr dem traditionellen konservativen
Denken der Republikanischen Partei zu. Während seiner 20 Jahre im Kongreß erwarb er sich den Ruf eines harten Arbeiters, der in jeder Frage eine eigene
Meinung vertrat. Schweikers Devise wurde die "Unabhängigkeit" und er haßte
immer vorgeformte Ansichten.
Beobachter

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�Beobachter bezeichnen Schweiker als einen pragmatischen Politiker, der
sich auf seine Wähler einstellt.
konservativ.

Freunde bezeichnen ihn als flexibel und

Während seiner acht Jahre im Repräsentantenhaus vertrat er die

mehr konservative Haltung seiner Wähler im Vorort von Philadelphia, als Senator des Staates Pennsylvania legte er eine liberalere Haltung an den Tag.
Allerdings legte er als Maßstab an alle Programme den Erfolg an.

Der Kongreß

müsse nicht nur unnötige Dinge ablehnen, sagte er, sondern auch untersuchen,
ob ein vielleicht sogar gutes Programm wirklich lebenswichtig sei.
Im Januar 1979, zwei Jahre vor Ablauf seiner Wahlperiode als Senator
(sechs Jahre), gab er bekannt, daß er auf eine weitere Kandidatur verzichten
und sich für die Nominierung Reagans als Präsidentschaftskandidat der Republikanischen Partei einsetzen wolle.
• Richard S. Schweiker wurde am 1. Juni 1926 in Norristown in Pennsylvania
geboren und wuchs in dem nahegelegenen Worcester auf.

Im Alter von 17 Jahren

trat er in die amerikanische Marine ein und diente während des Zweiten Weltkrieges an Bord eines Flugzeugträgers.

Nach dem Kriege besuchte er die Staats-

universität von Pennsylvania und schloß 1950 seine Studien erfolgreich ab.
Bevor er sich zum erstenmal für den Kongreß zur Wahl stellte, war Schweiker
zwei Jahre in der Firma seines Vaters im Verkauf von Ziegeln und Fließen
tätig.
Nach viermaliger Wahl zum Abgeordneten bewarb er sich 1968 um die Wahl
in den amerikanischen Senat, die er auch gewann.

Im Senat war er Mitglied

des Unterausschusses für die Bewilligung der Gelder für das Gesundheits- und
Sozialwesen.
Schweiker gehört einer kleinen protestantischen Sekte,der Central
Schwenkenfeiders Church.an, die im Jahre 1734 aus Deutschland nach Pennsylvania
kam und heute rund 3000 Mitglieder zählt.
Er

- 2 -

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Er ist mit der geborenen Ciaire Coleman verheiratet und hat fünf Kinder.
(Schweiker muß nach Regierungsantritt von Ronald Reagan am 20. Januar 1981
noch offiziell nominiert und vom Senat bestätigt werden.)

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�17. Dezember 1980

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DAVE STOCKMAN: DIREKTOR DES AMTES FÜR HAUSHALTSPLANUNG IN SPE

- (AD) - In den Hallen des amerikanischen Kongresses kennt man David
Stockman, auf den die Wahl Ronald Reagans für die Stelle des Direktors des
Amtes für Haushaltsplanung gefallen ist, als Verfechter einer konservativen,
am freien Unternehmertum ausgerichteten Wirtschaft. Stockman, republikanischer Kongreßabgeordneter für den Bundesstaat Michigan, ist einer der herausragenden Vertreter jener Wirtschaftstheorie, die sich für umfangreiche
Steuersenkungen, höchstmögliche Senkung der öffentlichen Ausgaben und
drastische Verringerung der staatlichen Regelungen für die Geschäftswelt
einsetzt. Diese Maßnahmen würden, so Stockman, zu einem Anstieg der Produktivität und zu erhöhter Produktion ohne Beschleunigung der Inflation
führen.
Als Direktor des Amtes für Haushaltsplanung wird Stockmans Hauptaufgabe darin bestehen, den Bundeshaushalt vorzubereiten, den der Präsident jährlich dem Kongreß vorzulegen hat.

Auf einer Pressekonferenz erklärte Stockman

am 11. Dezember, daß er beabsichtige, die von dem designierten Präsidenten
Reagan eingegangene Verpflichtung zu erfüllen, die Bundesausgaben im laufenden Haushaltsjahr, das am 30. September 1981 zu Ende geht, um 2 Prozent gegenüber ihrem derzeitigen Stand zu kürzen.

"Es gibt keinerlei Anzeichen dafür,

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A

�dafür, daß wir uns dieser Verpflichtung entziehen".
Stockman ist außerdem ein entschiedener Verfechter des Kemp-RothSteuervorschlags, der darauf abzielt, die Steuern der Bürger im Lauf der
nächsten drei Jahre um 30 Prozent zu senken:

"Der Plan von Kemp-Roth stellt

nicht einfach eine simple Empfehlung für die Steuertabellen der Finanzämter
dar; er ist vielmehr eine neue Prämisse des wirtschaftlichen Wachstums, der
sozialen Mobilität und des nichtinflationären Wohlstands", schrieb Stockman
in einem Artikel der "Washington Post" am 15. Juli 1980.

"Die Idee von

Kemp-Roth richtet das Interesse wieder auf Anreize und Möglichkeiten für den
Produzenten, auf die Wunderwirkung der Leistung des Marktes, auf Kompetenz
und Innovation, auf die derzeit eingeholte Flagge einer stabilen Währung."
Stockman wendet sich gegen staatliche Eingriffe ins Marktgeschehen.
Er lehnte jenes Gesetz aus dem Jahr 1979 ab, das Darlehensgarantien gab,
um die Autofirma Chrysler vor dem Bankrott zu bewahren - und dies, obgleich
Chrysler in Michigan ansässig ist, dem Bundesstaat,aus dem er in den Kongreß
gewählt wurde.
Stockman wurde am 10. November 1946 in Texas geboren, wuchs in St. Joseph,
Michigan, auf und schloß seine Studien an der Staatsuniversität von Michigan
1968 mit einem Diplom für Geschichte ab. Im gleichen Jahr schrieb er sich
an der Harvard Divinity School ein und unterbrach diese Studien lediglich
1970, um einen Posten beim Stab des Republikaners John Anderson anzunehmen.
Im Jahre 1972 wurde Stockman zum Exekutivdirektor des "Republican
Conference Comittee" des Repräsentantenhauses ernannt, ein Amt, das er 1975
niederlegte, um sich auf seinen Wahl kämpf als Kongreßabgeordneter zu konzentrieren.

1976 gewann er die Wahl für das Repräsentantenhaus und wurde

1978 sowie im vorigen November wiedergewählt.
Stockman

�Stockman, der Junggeselle ist, interessiert sich im Kongreß vor allem
für die Themen Energie und Wirtschaft.

Er ist Mitglied des Zwischenstaat-

lichen Ausschusses und des Ausschusses für Außenhandel.
(Stockman muß nach Regierungsantritt von Ronald Reagan am 20. Januar 1981
noch offiziell nominiert und vom Senat bestätigt werden.)

- 3 -

�17. Dezember 1980

55

WILLIAM CASEY: DIREKTOR DES ZENTRALAMTES FÜR NACHRICHTEN UND
ABWEHR IN SPE

WASHINGTON - (AD) - William Casey, Leiter des Wahlkampfes von Ronald
Reagan und während des Zweiten Weltkrieges als Nachrichtenoffizier in Europa
tätig, wurde vom designierten Präsidenten zum neuen Chef des amerikanischen
Zentralamtes für Nachrichten und Abwehr (CIA) vorgesehen.
Casey übernahm im Februar 1980 die führende Rolle im Wahl kämpf Reagans,
genau zu einem Zeitpunkt, da dieser im Bundesstaat Iowa gegen seinen Mitbewerber um die Nominierung, George Bush, verloren hatte. Da dies zum Teil an
der Weigerung Reagans gelegen hatte, mit seinem Herausforderer zu debattieren, drängte Casey darauf, ein aktives Image von Reagan zu verbreiten und
jede Chance zu einer öffentlichen Debatte zu nützen. Reagan nahm den Rat
Caseys, der selbst eher als scheu und zurückhaltend gilt, an und erklärte
sich mit zwei Debatten in New Hampshire einverstanden. Die große Publizität,
die diese ihm einbrachten, führten in wieder an die Spitze und dort sollte er
von da an auch bleiben.
Von

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2
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Telex: 08-85432

�Von Beruf Rechtsanwalt in New York, arbeitete Casey bereits im Office
of Strategie Services (OSS), dem Vorläufer des jetzigen CIA.

Er war Nach-

richtenchef im Hauptquartier von General Eisenhower und in dieser Eigenschaft
verantwortlich für Sabotageplanung und Einsatz von Nachrichtendienstgruppen
im besetzten Europa.
Nach dem Krieg setzte er sich für die Verwirklichung des Marshall-Plans
zum Wiederaufbau Europas ein.
Als Rechtsanwalt erarbeitete sich Casey anschließend ein kleines Vermögen und kehrte erst wieder ins öffentliche Leben zurück, als ihn Präsident
Nixon dazu auswählte, die "Security and Exchange Commission" - Bank- und
Börsenaufsichtskommission - zu leiten.

Danach war er unter Außenminister

Henry Kissinger als Unterstaatssekretär für Wirtschaftliche Angelegenheiten
tätig.

Präsident Ford schließlich ernannte ihn zum Präsidenten der Export-

Import-Bank, die ausländischen Importeuren amerikanischer Waren Darlehen gewährt.
Zudem war Casey Mitglied in verschiedenen, von Präsidenten der Vereinigten Staaten eingesetzten Kommissionen wie etwa der Kommission zur Ausarbeitung
und Durchführung der Außenpolitik, der Beratungskommission für Rüstungskontrolle
und der Sonderkommission für internationale Entwicklung.
Während der Regierungszeit des demokratischen Präsidenten Jimmy Carter
zog sich Casey erneut ins Privatleben zurück.
Als er dann in den Wahlkampf Ronald Reagans einstieg, gab es zunächst
Unklarheit darüber, wer die Kampagne leiten sollte: Casey oder Edwin Meese.
Aber Casey stellte rasch Klarheit her mit den Worten: "In jedem Wahlkampf
muß es einen obersten Schiedsrichter geben. Und der bin ich."
Meese selbst beurteilt ihn so:

"Casey ist eine seltene Mischung aus

irischem Humor, Erfahrung und Scharfsinn.

Er ist unabhängig, hat einen starken

Willen und ist ein erstaunlich harter Arbeiter."
Casey
- 2 -

�Casey wurde am 13. März 1913 in New York geboren und studierte an der
Fordham University und der St. John's Law School. Seine Neigung für die
Künste beweist eine eigene Bibliothek mit über 10 000 Büchern und seine lebhafte Teilnahme am Kunstleben der Stadt New York.

Casey ist verheiratet und

hat eine Tochter.
(Casey muß nach Regierungsantritt von Ronald Reagan am 20. Januar 1981
noch offiziell nominiert und vom Senat bestätigt werden.)

+ + + + +

- 3 -

�</text>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Alexander M. Haig, Jr.: Außenminister in spe&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Casper W. Weinberger: Verteidigungsminister in spe&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Donald Regan: Finanzminister in spe&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;William French Smith: Justizminister in spe&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Malcolm Baldrige: Handelsminister in spe&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Andrew L. Lewis: Verkehrsminister in spe&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Raymond J. Donovan: Arbeitsminister in spe&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Richard S. Schweiker: Minister für Gesundheit und Sozialwesen in spe&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dave Stockman: Direktor des Amtes für Haushaltsplanung in spe&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;William Casey: Direktor des Zentralamtes für Nachrichten und Abwehr in spe</text>
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