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                  <text>Information
und
Dokumentation

a

International Communication Agency
Embassy of the United States of America

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8. Oktober 1980

INHALT

DOKUMENTATION
Carter sagt volle Unterstützung des IWF und der Weltbank zu
- Ansprache auf der gemeinsamen Sitzung in Washington Muskie unterstreicht US-Beitrag zum Aufbau einer freiheitlichen
Weltordnung
- Wortlaut der Rede vor dem Wirtschaftsclub in Memphis -

INFORMATION
Solarstrom für Georgetown-Universität

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Viren, Krebs und Altern
- Forschung kommt wichtigen Mechanismen auf die Spur -

Um Über/endung von
Belegexemplaren wird
gebeten

Postfach 20 03 0 0
D5300 Bonn 2

Tel: 0228-89 32 40
Telex: 08-85432

�«MMOI
»

45

Dokumentation
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Embassy of the United States of America

8. Oktober 1980

CARTER SAGT VOLLE UNTERSTÜTZUNG DES IWF UND DER WELTBANK ZU
- Ansprache auf der gemeinsamen Sitzung in Washington -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Jimmy Carter hat dem Internationalen
Währungsfonds (IWF) und der Weltbank die volle Unterstützung der Vereinigten
Staaten zugesagt. Auf einer gemeinsamen Sitzung der beiden internationalen
Institutionen sagte der Präsident am 30. September 1980, die amerikanische
Unterstützung reflektiere "sowohl unsere fundamentalen humanitären Prinzipien
als auch unsere wirtschaftlichen Interessen," Gleichzeitig warnte Carter
die beiden Institutionen davor, sich durch Druck von außen beeinflussen zu
lassen.
Die Ansprache des amerikanischen Präsidenten hat folgenden Wortlaut:
Es ist mir ein Vergnügen, Sie hier zur 35, Jahresversammlung dieser
beiden großen Institutionen begrüßen zu dürfen. Und es ist mir eine besondere
Freude, alle neuen Mitglieder willkommen zu heißen.
Ihre

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T e l : 0228-89 32 40
Telex: 08-85432

�Ihre Anwesenheit hier symbolisiert den Einsatz von mehr als 140
Ländern für ein dynamisches System der internationalen wirtschaftlichen
Zusammenarbeit und ihre Verpflichtung gegenüber deren zentrale Institutionen,
dem Internationalen Währungsfonds und der Weltbank.
Ihre Verpflichtung stärkt die Aussichten für einen dauerhaften Weltfrieden, weil der Friede nicht garantiert werden kann, wenn Hunderte von
Millionen Menschen keine Hoffnung haben, der Armut und der wirtschaftlichen
Unsicherheit zu entfliehen.

Die Weltbank und der Internationale Währungs-

fonds bieten diese Hoffnung.
Sie passen sich schnell den neuen großen Aufgaben an.

Wir unterstützen

diesen Prozeß des Wandels. Die Antwort auf eine sich ändernde Welt kann
am besten im Rahmen dieser Institutionen formuliert werden, und zwar indem
Sie auf Ihren eigenen Gebieten der Kompetenz und der Erfahrung handeln.
Sie sollten sich in ihrer Arbeit nicht durch politische Streitfragen von
außen ablenken lassen.

Und wenn Sie diesen Prozeß der Formung und der

Anpassung vollziehen, dann müssen Sie voll und ganz davon überzeugt sein,
daß Ihre Entscheidungen nicht in einem anderen Rahmen wieder aufgehoben
oder neu verhandelt werden. Jeder politische Druck oder jede ungerechtfertigte Einflußnahme seitens irgendeines internationalen Forums wäre
weder nötig noch wünschenswert.
Der IWF ist die hauptsächliche offizielle Quelle der Zahlungsbilanzfinanzierung. Bisher hat der Fonds in diesem Jahr über 5,5 Milliarden
Dollar für seine Programme bereitgestellt. Aber es sind noch mehr Mittel
notwendig, und daher sind Maßnahmen im Gange, um diese Ressourcen auszuweiten. Der IWF hat ferner in seiner Politik wichtige politische Änderungen
eingeführt, wodurch er besser auf die sich wandelnden Erfordernisse und
Interessen seiner Mitgliedstaaten reagieren kann.
Während

�während der vergangenen 12 Monate hat die Weltbankgruppe über
12 Milliarden Dollar an die Entwicklungsländer entliehen.

Davon gingen

nahezu 4 Milliarden Dollar zu Vorzugsbedingungen an die ärmsten Länder.
Die Weltbank ergreift Initiativen, um es den Entwicklungsländern zu
ermöglichen, mehr Energie zu erschließen und zu erzeugen, während gleichzeitig andere wichtige Programme der Bank durchgeführt werden.

Ein

erweitertes Programm der Weltbank für Energieerschließung und -entwicklung
würde für uns alle von Nutzen sein.
Die Weltbank hat ferner ein Vergabeprogramm sowie einen Beratungsdienst gestartet, um den Entwicklungsländern zu helfen, die durch die
höheren Energiepreise erforderlichen strukturellen Anpassungen vorzunehmen.
Ich kann die Rolle der Weltbank nicht erörtern, ohne die Führung
und den Einsatz von Robert McNamara während der letzten 12 Jahre zu würdigen.
Unter der Führung von Bob McNamara ist die Weltbank zu einem Brennpunkt der internationalen Zusammenarbeit zur Verbesserung der menschlichen
Bedingungen sowie zu einem hervorragenden Beispiel dafür geworden, wie eine
solche Zusammenarbeit wirksam sein kann,

Bob, Sie werden Ihrem Nachfolger

einen hohen Standard und eine feste Grundlage für die Zukunft hinterlassen.
Die Unterstützung des IWF und der Weltbank durch die Vereinigten
Staaten reflektiert sowohl unsere fundamentalen humanitären Prinzipien
als auch unsere wirtschaftlichen Interessen.

Die Gesetzgebung, durch

die unsere Beteiligung an der Quotenerhöhung des IWF gesichert ist,wurde
in der vergangenen Woche vom Repräsentantenhaus verabschiedet.

Ich setze

mich mit Nachdruck für die Verabschiedung im Senat ein, und ich werde
das Gesetz, sobald es auf meinem Tisch liegt, unterzeichnen.
Darüber

�Darüber hinaus werde ich den Kongreß drängen, der für einen späteren
Zeitpunkt in diesem Jahr vorgesehenen sechsten Aufstockung der Mittel der
Internationalen Entwicklungsgesellschaft (IDA) hohe Priorität zu geben.
Im nächsten Jahr werden wir eine Gesetzesvorlage für unsere Subskription
zur allgemeinen Kapitalerhöhung der Weltbank einbringen.

Sowohl der Fonds

wie die Weltbankgruppe müssen all die Mittel haben, die sie für ihre
Arbeit brauchen.
Lassen Sie mich ferner verschiedene andere von den Vereinigten Staaten
getroffene

Maßnahmen erwähnen, die mithelfen werden, die Weltwirtschaft

zu stabilisieren.
Wir haben ein energisches Antiinflationsprogramm fiskalischer und
monetärer Zurückhaltung eingeführt.
Wir haben mit einem die ganze Nation umspannenden Programm begonnen,
um unsere industrielle Basis neu zu beleben und das Wachstum der Produktivität
zu beschleunigen.

Dieses neue Programm wird den Anteil an unserem Brutto-

sozialprodukt, der für Investitionen eingesetzt wird, erhöhen; es wird
die Inflation abbauen und unserer Wirtschaft wieder Innovationsfreudigkeit
und Energie geben.
Wir haben ferner ein umfassendes Programm zum Wiederaufbau unserer
Energiebasis in Angriff genommen.

Dieses neue Programm trägt bereits

Früchte.

In den letzten drei Jahren haben wir die öleinfuiren um 24 Prozent

gesenkt.

Wir führen in diesem Jahr mehr Gas- und Ölbohrungen durch und

fördern mehr Kohle als jemals zuvor in unserer Geschichte.

Wir bemühen

uns sicherzustellen, daß die Vereinigten Staaten dem Weltbedarf an Kohle
gerecht werden können.

Wir

�Wir haben mit einem massiven Investitionsprogramm zur Erhöhung
der Produktion von synthetischen Treibstoffen begonnen. Wir geben vier
Milliarden Dollar im Jahr für die Forschung und Entwicklung aus und
weitere Milliarden für Anreize zur besseren Nutzung der Energie in unseren
Häusern, Industrien, im Handel und dem Transportwesen.
Die WeltölVorräte haben einen bisher einmaligen Höchststand erreicht,
und diese Reserven werden mithelfen, die Auswirkungen vorübergehender
Nachschubverringerungen, so wie sie durch den derzeitigen Konflikt
zwischen dem Irak und dem Iran verursacht werden, auszugleichen.
Dennoch sind wir uns sehr wohl bewußt, daß einige Nationen auch schon
durch eine vorübergehende Unterbrechung der ülzufuhren ernsthaft bedroht
werden, und sind daher darum bemüht, diesen Konflikt so rasch wie möglich
zu beenden.
Unser Energieprogramm ist Teil einer weitreichenden Anstrengung,
zu der wir uns auf dem Wirtschaftsgipfel in Venedig verpflichtet haben.
Das gemeinsame dort akzeptierte Ziel besteht darin, mehr öl einzusparen
und das Äquivalent an alternativen Energien von 15-20 Millionen Barrel
öl pro Tag bis zum Ende dieses Jahrzehnts zu produzieren. Das wird
den Druck von den ölmärkten nehmen, die Zahlungsbilanzprobleme erleichtern
und den Entwicklungsländern die Möglichkeit geben, einen größeren Anteil
an den Weltöllieferungen zu erlangen.
Unser langfristiges Ziel bei diesen Energieanstrengungen im eigenen
Lande und auf internationaler Ebene ist ein faires Geschäft für alle
öl produzierenden und ölverbrauchenden Länder:
-

durch das die Gefahren abrupter Schwankungen im ölpreis vernr ndert
werden;
- durch

- 5 -

�-

durch das den Verbraucherländern die Gewähr für eine in ihrer
Höhe einigermaßen voraussagbare Menge an öl lieferungen gesichert
wi rd;

-

und durch das eine sich ausweitende Inflation verhindert wird.

Sowohl die öleinfuhr- wie die ölausfuhrländer können zu diesem Bemühen
ihren Beitrag leisten.

Für sie alle steht dabei etwas auf dem Spiel.

Diese Versammlung findet zu einer für uns alle kritischen Zeit
statt.
Die Welt setzt ein ungeheueres Vertrauen in Ihr Urteil und in die
Arbeit der Weltbank und des IWF.
worden.

Dieses Vertrauen ist nie enttäuscht

Und ich bin sicher, daß es für die Zukunft noch mehr gerechtfertigt

sein wird.
Im Namen der Vereinigten Staaten versichere ich Ihnen, daß wir
weiterhin aktiv an den Entscheidungen und kooperativ an den auf uns zukommenden Aufgaben mitzuwirken gedenken.

+ + + + +

�i

Dokumentation

i

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8. Oktober 1980

MUSKIE UNTERSTREICHT US-BEITRAG ZUM AUFBAU EINER
FREIHEITLICHEN WELTORDNUNG
- Wortlaut der Rede vor dem Wirtschaftsclub in Memphis -

MEMPHIS, TENNESSEE - (AD) - Der amerikanische Außenminister
Edmund Muskie hat am 6. Oktober 1980 inMemphis im amerikanischen Bundesstaat Tennessee vor den Mitgliedern des dortigen Wirtschaftsclubs die
Außenpolitik der Vereinigten Staaten umrissen und dargelegt "wie unsere
Nation mit einer Welt des raschen Wandels und der neuen Herausforderungen
fertigwerder wird."
Die Rede hat folgenden Wortlaut:
Dieses Ereignis hier nennt sich "Bürgerversammlung", und ich freue
mich auf einen Gedankenaustausch mit genauso vielen Fragen und mit genauso
großer Lebhaftigkeit, wie dies bei den Bürgerversammlungen in meinem
Heimatstaat in Neuengland der Fall ist.
Bevor

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�Bevor wir zum interessanten Teil unserer Versammlung kommen - zur
Diskussion der Themen, die Sie vorbringen möchten -, gestatten Sie mir einige
Bemerkungen zu einer für uns grundlegenden Frage: wie unsere Nation mit
einer Welt des raschen Wandels und der neuen Herausforderungen fertigwerden
wi rd.
Ober 200 Jahre lang ist Amerika gediehen und erblüht - nicht, weil
es vor Veränderungen in der Welt zurückschreckte, sondern weil es an
ihrer Gestaltung mitarbeitete.

Wir haben festgestellt, daß Veränderung

der notwendige Begleiter menschlichen Fortschritts ist.
Wir gingen voran, indem wir die Welt betrachteten, so wie sie ist
und wie sie sein kann - nicht, indem wir auf eine einfachere Welt zurückblickten, an die wir uns erinnern.
Der Anfang der Weisheit ist das Verstehen - das Verstehen, daß wir
heute in einer Zeit des umfassendsten Wandels in der Geschichte des Menschen
leben.
Lassen Sie mich damit beginnen, einige dieser Veränderungen und
Herausforderungen zu erwähnen:
-

Die Sowjetunion ist zu einer militärischen Supermacht geworden und beabsichtigt, dies zu bleiben.

Der Einsatz der sowjetischen

Militärmacht in Afghanistan und an anderen Orten hat neue Risiken
für den Weltfrieden mit sich gebracht;
-

im Zeitraum von weniger als einer halben Generation haben wir die
Geburt von mehr als 100 neuen Staaten erlebt.

Jeder von ihnen

kämpft darum, den zunehmenden, manchmal sogar gewaltsamen Forderungen
seiner Bevölkerung nach raschem wirtschaftlichem und politischem
Fortschritt zu genügen;
- regionale
- 2 -

�-

regionale Rivalitäten haben sich zu einer neuen Gefahr entwickelt
durch die Verbreitung hochmoderner Waffen sowie durch die Bereitschaft
der Sowjets, der Kubaner und anderer, sie auszunützen;

-

unsere Binnenwirtschaft ist mehr denn je zuvor Teil einer Weltwirtschaft, und Länder mit neuer Wirtschaftsmacht üben neuen
Einfluß auf unser tägliches Leben aus;

-

und während der Wohlstand unserer traditionellen Verbündeten in
Westeuropa und in Japan gewaltig zu unserer gemeinsamen Stärke
beiträgt, hat er doch zugleich das Potential für Spannungen zwischen
uns erhöht.

Einige dieser neuen Gegebenheiten sind bedrohlich. Andere wiederum
tragen das Potential zu Gut oder Böse in sich - in nicht geringem Maß abhängig davon, wie wir ihre Entwicklungsrichtung gestalten.
Aber bei allen handelt es sich um Realitäten.
hinweghexen.

Wir können sie nicht

Und wir können sie nicht durch bloßes Reden ändern.

Wir müssen uns schöpferisch und illusionslos mit ihnen befassen mit allen.
Ich möchte heute abend kurz darüber sprechen, wie die Vereinigten
Staaten sich mit diesen neuen Realitäten befassen - darüber, wo wir stehen
und in welche Richtung wir uns bewegen.
Erstens:

wir bauen unsere militärische Stärke aus.

Nahezu zwei Jahr-

zehnte lang hat die Sowjetunion ihre militärische Stärke mit vier Prozent
oder mehr ausgebaut.
Grundlage.

Währenddessen schrumpfte unsere eigene militärische

Derzeit führen die Vereinigten Staaten die weitreichendste

Militärmodernisierung seit den frühen sechziger Jahren durch.
Wir
- 3 -

�Wir verbessern jeden Bereich unserer strategischen Kernwaffen - zu
Lande, zur See und in der Luft.

Der Präsident hat die umfassende Entwicklung

einer schlagkräftigen, neuen bodengestlitzten Rakete, der MX, befohlen.
Das erste unserer hochmodernen neuen TRIDENT-U-Boote wurde in diesem Jahr
vom Stapel gelassen.

1982 werden wir damit beginnen, unsere B-52 mit neuen

Marschflugkörpern auszurüsten.
Gleichzeitig bauen wir die Verteidigungskapazitäten unserer Bündnisse
aus.
-

Im Jahr 1978 riefen wir und unsere NATO-Partner auf amerikanische
Initiative hin ein langfristiges militärisches Verbesserungsprogramm ins Leben.

-

Dieses Programm läuft bereits gut.

Gegen Ende 1979 beschlossen wir und unsere NATO-Verb'ündeten ein
Programm zur Modernisierung unserer Kernwaffen in Europa, um einen
jahrzehntelangen sowjetischen Aufbau einzuholen.

Wir werden mit

diesem Programm vorangehen, während wir gleichzeitig faire und
verifizierbare, durch Verhandlungen zustandegekommene Begrenzungen
mit der Sowjetunion anstreben.
Und wir bauen unsere militärische Kapazität aus, um rasch auf ernste
Krisen zu reagieren, woimmer solche auftreten mögen - einschließlich der
lebenswichtigen Region des Persischen Golfs.
Damit es keine Mißverständnisse gibt:
kostet viel Geld.

dieses Modernisierungsprogramm

In den vergangenen vier Haushaltsjahren haben die

Vereinigten Staaten ihre Verteidigungsausgaben um zehn Prozent erhöht.
Das Verteidigungsprogramm des Präsidenten wird die Ausgaben im Lauf der
nächsten vier Jahre um weitere 17 Prozent erhöhen.
Dieses

�Dieses Modernisierungsprogramm ist notwendig, um sicherzustellen,
daß wir in den kommenden Jahren ein militärisches Gleichgewicht mit der
Sowjetunion aufrechterhalten.

Es handelt sich um ein beständiges und

verläßliches amerikanisches Verteidigungsprogramm, nicht um eine
verschwenderische und mutwillige Anstrengung, um eine unerreichbare
"Superiorität" zu erzielen - eine Anstrengung, die nur zu den Gefahren
eines umfangreichen neuen Wettrüstens führen würde.
Zweitens:

Die Vereinigten Staaten machen heute ihre Führungskraft

geltend, im die internationale Haltung gegenüber der sowjetischen Aggression
zu stärken.
Der sowjetischen Anstrengung zur Zerstörung der nationalen Unabhängigkeit
Afghanistans durch militärische Gewalt muß durch die internationale Gemeinschaft entschlossen Widerstand entgegengesetzt werden. Es handelt sich
hier um einen Versuch, nackte militärische Gewalt anzuwenden, um einem Volk
und einem Staat die Freiheit zu verwehren. Durch seine Beispielhaftigkeit
und durch die geographische Nähe erhöht dieser Versuch die sowjetische
Bedrohung in einer Weltregion, die für die Vereinigten Staaten, für die
Industriedemokraten, für die ganze Welt von lebenswichtiger Bedeutung ist.
Durch die Haltung, die wir - bei Getreide, beim Verkauf von Technologie,
bei den Olympischen Spielen - eingenommen haben, haben wir die Enrsthaftigkeit
des amerikanischen Volkes deutlich und konkret zum Ausdruck gebracht.
Die meisten Amerikaner unterstützen die von uns ergriffenen Maßnahmen.
Denn sie verstehen, daß wir unsere nationale Entschlossenheit nicht ohne
individuelle Opfer zum Ausdruck bringen können.

Opfer von den Bauern,

Opfer von den Geschäftsleuten, von den Sportlern,von uns allen.
Und dennoch sehen wir im Senat und auch anderswo Anstrengungen, das
Getreideembargo aufzuheben.
Es
- 5 -

�Es gibt hier eine kurze, knappe Antwort:

wir können die sowjetische

Aggression nicht dadurch besser bekämpfen, daß wir als Amerikaner weniger
Opfer bringen.
Die entschlossenen Maßnahmen, die die Vereinigten Staaten in den
letzten Monaten ergriffen haben, haben nicht zur Absicht, eine Konfrontation
zu provozieren, sondern eine Konfrontation zu vermeiden, indem sie vor
künftigen sowjetischen Abenteuern abschrecken.
Diese Maßnahmen wurden ergriffen, um die einzige Grundlage zu erhalten, auf der eine Abnahme der Spannungen erfolgen kann - deutlichgemachte sowjetische Zurückhaltung.

Wir müssen, wie der Präsident gesagt

hat, bereit sein, jene Maßnahmen durchzuhalten, solange sowjetische Truppen
in Afghanistan stehen.
Weiterhin müssen wir sowjetische Zurückhaltung durch ausgewogene
und vollziehbare Abkommen zu erreichen suchen, die die Aufrüstung begrenzen.
Da die Sowjets nunmehr ihre Vorbedingungen haben fallen lassen,werden
wir noch in diesem Monat mit den Vorgesprächen zur Begrenzung der Nuklearen
Mittel Streckensysteme (TNF) von großer Reichweite beginnen.
Und wir werden uns um die Ratifizierung des SALT II-Vertrags - eines
Abkommen, das zutiefst in unserem nationalen Interesse liegt - bemühen,
sobald es Anfang nächsten Jahres möglich ist.
Zunehmende Spannungen schmälern nicht den Anlaß für SALT; stattdessen erinnern sie uns daran, warum Rüstungskontrolle so wesentlich ist um die auf uns gerichteten Arsenale zu reduzieren, um ein sinnloses
Wettrüsten zu verhindern, um die Möglichkeit zu verringern, daß eine
verhängnisvolle Fehlberechnung beide Länder in Schutt und Asche legt.
Denn

�Denn wir stärken unsere langfristige Sicherheit nicht durch Worte,
sondern durch eine klare und dauerhafte Demonstration, daß wir den nationalen
Willen haben, uns einer Aggression entgegenzustellen.

Und wir stärken unsere

Sicherheit auch durch die Bereitscahft, zu konkreten übereinkommen zu
gelangen, die die nuklearen Bedrohungen begrenzen, denen wir gegenüberstehen.
Drittens:

Die Vereinigten Staaten sind heute energisch auf der

Suche nach friedlichen, durch Verhandlungen zustandegekommene Lösungen für
möglicherweise explosive regionale Streitigkeiten.
Zum erstenmal seit seiner Gründung lebt Israel mit Ägypten, seinem
stärksten arabischen Nachbarn, nicht in einem zerbrechlichen Waffenstillstand, sondern in einem soliden Frieden. Und zum erstenmal gibt es
Verhandlungen über die grundlegenden Fragen, die beantwortet werden müssen,
um in diesem Teil des Nahen Ostens einen breiterangelegten Frieden zu
erzielen.
Das Übereinkommen, das wir mit Panama nach 14 Jahren der Verhandlungen
erzielt haben, hat dem Kanal eine sicherere Zukunft eröffnet und unsere
Position in ganz Lateinamerika verbessert.
Unsere unerschütterliche Unterstützung der Verhandlungen in Rhodesien
half mit, den blutigen Bürgerkrieg dort zu beenden, die Mehrheit an die
Regierung und eine echte Hoffnung auf Frieden in Freiheit vor äußerer
Einmischung zu bringen.
Jeder Schritt, den wir heute auf eine Milderung dieser internationalen
Spannungen hin tun, ist ein Schritt auf die Verhinderung größerer Konflikte
morgen.
Ich glaube, daß das amerikanische Volk will, daß wir diese Anstrengungen
fortsetzen.
Viertens
- 7 -

�Viertens:

Die Vereinigten Staaten von heute arbeiten daran, unsere

wirtschaftliche Position in der Welt zu stärken - zugunsten unserer
Verbraucher und Geschäftsleute, unserer Bauern und unserer Arbeiter.
Wir haben ein wichtiges internationales Handelsabkommen erzielt, das
sicherstellt, daß wir in einem fairen Wettbewerb bleiben.
Wir verfolgen ein Programm vermehrter amerikanischer Produktivität.
Mehr denn je koordinieren wir durch Gipfeltreffen und ständige
Konsultationen unsere Wirtschaftspolitiken mit unseren wichtigsten Verbündeten; dies geschieht zum Vorteil von uns allen.
Und was vielleicht am wichtigsten ist:
Energiebereich verbessert.

wir haben unsere Lage im

Die amerikanischen Erdöleinfuhren sind seit

1977 um 25 Prozent gesunken; unsere inländische Energieproduktion steigt;
und zusammen mit unseren Verbündeten haben wir die Vorkehrungen verbessert,
um im Fall schwerwiegender Knappheit auf den Weltmärkten Energie zu teilen.
Wir müssen auf dem Weg der Einsparung und der vermehrten Produktion
noch weiter gehen.

Aber schon der kleine Sicherheitspielraum, den wir

erreicht haben und den wir während des iranisch-irakischen Konfliktes brauchen,
zeigt, daß wir auf dem richtigen Weg sind.
Fünftens:

Die Vereinigten Staaten haben eine Außenpolitik, die unsere

nationale Verpflichtung gegenüber den Menschenrechten bekräftigt.
Amerikas Stärke in der Welt hängt nicht nur von unserer militärischen
Stärke ab.

Sie liegt vielmehr darin, wofür wir als Nation einstehen.

Wir stehen für die menschliche Freiheit ein.
eint uns als ein Volk.

Menschliche Freiheit

Menschliche Freiheit unterscheidet uns von unseren

- 8 -

�unseren Widersachern.

Und unser Einstehen für die menschliche Freiheit

liegt zutiefst in unserem nationalen Interesse.
Wie wir Amerikaner wissen,stärken sich Freiheit und Stabilität
gegenseitig.

Unterdrückung kann die Bande zwischen einer Regierung und

ihrem Volk zerbrechen und das Potential für gewalttätige Veränderung erhöhen.
Wir haben gesehen, wie die Wirren konvulsiven Wandels - etwa im Iran unsere eigene Nation unmittelbar beeinflussen können. Wir werden nicht
ruhen, bis alle unsere Leute aus dem Iran in die Heimat zurückgekommen
sind - sicher und frei. Dies ist ein dunkles Kapitel für all jene in der
ganzen Welt, die die Menschenrechte schätzen.
Aber während wir einen klaren Blick auf die Welt werfen, sehen wir
zugleich ein erneutes Auftauchen der demokratischen Werte, die wir unterstützen.

In Portugal, Spanien und Griechenland, in Nigeria, Ghana urd

Zimbabwe, in Ekuador und Peru hat die Demokratie ihren Völkern die Kontrolle
ihres eigenen Schicksals wiedergegeben.
Wir sollten aus dieser Bewegung erneuertes Vertrauen dafür gewinnen,
daß die Strömung der Demokratie und menschlichen Freiheit auch weiterhin
in der Welt stark ist und daß es in unserem eigenen Interesse liegt, sie zu
unterstützen und ein Teil davon zu sein.
Sechstens und abschließend: Die Vereinigten Staaten entwickeln heute
stärkere Beziehungen zu Ländern mit wachsender Bedeutung auf der Bühne dieser
Welt.
Ein Viertel der Weltbevölkerung lebt in China. Und heute schaffen
wir ein neues Verhältnis zu der Regierung dieses Landes, das sich auf
normalisierte Beziehungen gründet.
In
- 9 -

�In weniger als 20 Jahren werden vier von fünf Menschen auf dieser
Welt in den Entwicklungsländern leben.

Der wirtschaftliche Fortschritt und

die langfristige Stabilität der Entwicklungsländer gewinnt in zunehmendem
Maß für unser eigenes tägliches Leben an Bedeutung.
Wir können nicht ihre Unterstützung bei Angelegenheiten erwarten,
die für uns wichtig sind, wenn wir nicht bereit sind, praktische Unterstützung bei Problemen zu gewähren, die für sie wichtig sind - etwa die
Verteidigung ihrer nationalen Unabhängigkeit und den Aufbau ihrer Volkswirtschaften und Gesellschaften.
Daher müssen in unserem eigenen Interesse die nächsten Jahre eine
Zeit sein, in der wir vorangehen - und nicht zurückfallen, um unsere
Beziehungen zu den Ländern Afrikas, Lateinamerikas, Asiens und des Nahen und
Mittleren Ostens auszubauen.
Diese Politik und diese Leistungen helfen dabei, eine Welt im Wandel
zu gestalten.
Natürlich wird es Diskussionen über einzelne Entscheidungen geben,
die getroffen wurden.

Aber ich bin fest davon überzeugt, daß trotz

aller Gefühle der Frustration, die die Auseinandersetzung mit dieser neuen
Welt auch bringt, Amerika sich auf dem rechten Weg befindet - dem Weg
des Engagements und des Fortschritts, nicht der Isolation und der Reaktion.
Unser Kurs ist sinnvoll.
umkehren.

Wir sollten so weitermachen und nicht

Ein amerikanischer Autor hat einmal gesagt:
rückwärts in die Zukunft gehen".
anderen gehören.

"Wir können nicht

Wenn wir dies versuchen, wird die Zukunft

�Mit der ständigen Zunahme ameri kanischer Stärke, mit dem amerikanischen
Pragmatismus, der für die amerikanis chen Ideale nutzbar gemacht wird, werden
wir auch weiterhin auf eine Zukunft zugehen, bei deren Schöpfung wir
behilflich sind.

- 11 -

�Information

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8. Oktober 1980

SOLARSTROM FÜR GEORGETOWN-UNIVERSITÄT

- (AD) - Mit einer Solarzellen-Belegfläche von 16 275 Quadratmetern erhält ein neues Institut der Georgetown-Universität in Washington das größte
Sonnendach, mit dem je ein Gebäude ausgestattet wurde. Kleine Siliziumplättchen wandeln Licht in elektrischen Strom um, der in das Versorgungsnetz der
Universität eingespeist wird. Das neue "Intercultural Center" mit Abteilungen für Fremdsprachenstudien und Linguistik, Diplomatenschule, Studium der
Kultur des arabischen, lateinamerikanischen, russischen und deutschen Sprachraums, Wirtschaftsdiplomatie und Amerikanistik ist ein sechstöckiges Gebäude,
das mit finanzieller Unterstützung eines Privatunternehmens sowie des USEnergieministeriums ein Demonstrationsprojekt für die Nutzung photovoltaischer
Zellen werden soll. Die Solargeneratoren auf dem Dach sind Teil eines langfristigen Planes, die Georgetown-Universität von Energiezufuhr von außen unabhängig zu machen. Dazu soll u.a. eine Kesselanlage beitragen, die nach
dem Verfahren der Wirbelbettverbrennung arbeitet und mit Kohle abgasfrei geheizt wird.

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�3
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Wi//en/chaft
und Technik
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8. Oktober 1980

VIREN, KREBS UND ALTERN
Forschung kommt wichtigen Mechanismen auf die Spur

WASHINGTON - (AD) - Zum Thema "Fronten der Alterns- und Krebsforschung"
fand vom 21. bis 26. September 1980 in Washington eine erste internationale
Tagung statt, die für weitere Symposien und wissenschaftliche Konferenzen
in aller Welt den Anstoß geben sollte. Sie wurde von einem Sonderausschuß
des US-Repräsentantenhauses, dem amerikanischen Nationalen Krebsforschungsinstitut und dem Nationalen Institut für Alternsforschung in Bethesda (Maryland) initiiert und von privater Seite großzügig unterstützt. Mehr als 400
Wissenschaftler aus 20 Ländern, unter ihnen fünf Nobelpreisträger, erörterten die neuesten Erkenntnisse auf den Fachgebieten Virusforschung, Krebsforschung, Gerontologie und Molekularbiologie in dem Versuch, "Natur und Anatomie der Zelle", "Organisation und Funktionieren des genetischen Materials"
(das die Zellaktivität steuert), "Zellwachstum, Zellbewegung und Zelldifferenzierung", "die Rolle von Viren in Alterns- und Krebsprozessen" und "das Immunsystem des Körpers" (das auch einen Schutz gegen Krebs darstellt) besser zu
verstehen.

Die Aufklärung der Struktur der Desoxyribonukleinsäure (DNS) durch Watson;
Wilkins und Crick in den fünfziger Jahren hatte im Verein mit der sich daraus

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�daraus entwickelnden Technik der Aufspaltung und Rekombination von genetischem
Material zu einer "ganz neuen Revolution in der Biologie" geführt, wie Dr.
Lewis Thomas, Kanzler des "Memorial Sloan-Kettering Cancer Center" in New York,
erklärte.

"In den letzten drei oder vier Jahren kam es in Forschungslabora-

torien hier in den Vereinigten Staaten und im Ausland zu Entwicklungen, die
die Biologie zu einer ganz neuen Art von Wissenschaft machten.

Wir beginnen

jetzt wesentliche Aspekte der lebenden Zelle in einer Weise zu verstehen, die
vor wenigen Jahren buchstäblich undenkbar war-"
Damit spielte Thomas darauf an, daß die Wissenschaft nunmehr in die Funktionen und die Rolle von Genen sowie die Zellmechanismen Einblick erhält, die
alles normale, aber auch alles anomale und zum Krebs entartete Zell verhalten
steuern.

Im Laboratorium ist es heute möglich, die Zellaktivität zu manipu-

lieren und dabei z.B. zu untersuchen, wie Krebs beginnt und wächst, oder auf
welche Weise Substanzen wie Interferon in größeren Mengen zu produzieren sind.
Interferon wird normalerweise in winzigen Mengen von der Zelle gebildet, sobald in diese ein Virus eindringt. Viele Wissenschaftler sind überzeugt, daß
Interferon, ein Abwehrstoff gegen Virusinfektionen, auch helfen könnte, Krebs
und Tumoren zu bekämpfen.
Keiner der anwesenden Experten konnte bisher den Beweis erbringen, daß
Viren beim Menschen Krebs verursachen, obgleich bestimmte Viren als Krebsursache bei Tieren eindeutig erkannt worden sind. Die Virusgene produzieren
Proteine, die in normale Zellen gelangen und bei diesen ein anomales Verhalten
provozieren - beispielsweise Zellwucherung. Durch mikroskopische Untersuchungen
wurde nachgewiesen, daß "Proteinmoleküle an der Zelloberfläche hübsche kleine
Rezeptoren bilden", erklärte Thomas, "um damit von außen all das einzufangen
und ins Zellinnere zu schleusen, was die Zelle braucht". Probleme, für deren
Lösung man Jahre angenommen hatte oder für die man überhaupt keine Lösungsmöglichkeiten sah, könne man dank der neuen Forschungsverfahren jetzt innerhalb von wenigen Wochen aufklären.
Diskutiert wurden u.a.:
- ein

�- Ein neues Laborverfahren zur Züchtung menschlicher Zellen in Gewebekulturen.

Es ermöglichte bereits das Studium von 400 menschlichen Genen und

dürfte in den nächsten fünf Jahren die Untersuchungen von weiteren 1000 menschlichen Genen erlauben.
- Leukämiezellen können, so wurde beobachtet, von dem gleichen Hormon
kontrolliert werden, das die Blutzellenproduktion steuert. Einige dieser
Hormone wurden isoliert und von Beimengungen gereinigt, was die Möglichkeit
eröffnet, sie für die Leukämiebehandlung zu nutzen.
- Es gibt Anzeichen dafür, daß Tumorzellen in der Lage sind, neue Hormone
zu produzieren, die zum Wachstum von noch mehr Tumorzellen anregen.
- Das Studium von virusinduziertem Krebs bei Tieren führte zu einem
besseren Verständnis der molekularen Grundlagen für die Mechanismen von Veränderungen des Zell Wachstums, wie sie im Zusammenhang mit Krebs eintreten.
- Dank der DNS-Technologie kennt die Wissenschaft nunmehr bei mehreren
Tumorviren

die gesamte Struktur.

Jede Art von Tumorvirus besitzt ein Gen,

das Tumorwachstum auslöst und ein Protein "kodiert", das die Zellproliferation
anregen kann.

Zusammen mit anderen viralen Genen wird dieses Gen in die Zell-

chromosomen eingebaut und so an die Tochterzellen weitergegeben, die dann
ihrerseits alle das virus-"kodierte", tumorverursachende Protein produzieren.
In vielen Fällen handelt es sich bei diesem Protein um ein Enzym, das die
Zellproteine verändert.
- Viren sind an degenerativen Erkrankungen des Nervensystems und des
Gehirns beteiligt.
- Winzige virusähnliche Einheiten führen bei Pflanzen wie z.B. Kartoffeln,
Tomaten und Gurken zu ausgedehnten Krankheiten.
- Viren

�- Viren können Krebs entweder durch eine Blockierung der Zelldifferenzierung oder durch Anregen des Zellwachstums verursachen.

Die bisher vorlie-

genden Forschungsergebnisse deuten eher darauf hin, daß der Anregung des Zellwachstums die größere Bedeutung zukommt.
- Einige Tumorviren haben offenbar einzelne Gene, die allein für Krebs
verantwortlich zu machen sind.

Ganz ähnlich - vielleicht sogar identisch -

ist das Vorhandensein von Krebsgenen in normalen Zellen, deren Funktion bei
normalem Wachstum und bei normaler Entwicklung aber reguliert ist.
- Bei der Umwandlung normaler Zellen in Krebszellen kommt es zu einer
bestimmten Folge von Ereignissen.

Experimente in Israel haben demonstriert,

daß nach einer solchen Veränderungssequenz durch die Induzierung einer normalen Zelldifferenzierung einige Formen von Leukämie dazu gebracht werden
können, von der bösartigen Verlaufsform in den normalen Zustand zurückzukehren.

Diese "Umkehr"-Möglichkeit kann für die Behandlung von Krebs beim

Menschen von Bedeutung werden.
- Bei manchen Pflanzenarten kommt es dann zu Tumoren, wenn die Zellkerne
bestimmte DNS-Segmente eines Bakteriums, das die Pflanze infiziert hat, einbauen.
- Eine Schädigung der DNS-Erbsubstanz kann zu Krebs führen. Die Fähigkeit der Zelle, geschädigte DNS selbst zu "reparieren", scheint das Krebsrisiko ganz wesentlich zu senken. Ältere Zellen akkumulieren geschädigte
DNS. Dies scheint jedoch nicht eine Folge unwirksamer werdender Reparaturmechanismen zu sein. Die Forschung muß noch zeigen, ob die "Heilungsfähigkeit" wegen des Zellalters abnimmt, oder ob die Zelle altert, weil sie ihre
Selbstheilungsfähigkeit verliert.
- Umweltfaktoren, die DNS schädigen, können - vermutlich wegen der Verursachung von Mutationen - Krebs auslösen.

Wenn beispielsweise bei Bakte-

rien die DNS geschädigt wird, tritt eine Anzahl von Genen in Funktion, die

�die normalerweise nicht aktiv sind.
- Wissenschaftler haben an der Innenseite der Zellmembran zwei krebsproduzierende Proteine lokalisieren können.

Ein Protein, das bei Hühnern

gefunden wurde, war das Produkt eines krebsauslösenden Virus, das zweite
(bei Mäusen entdeckt) das Produkt eines Mäusekrebsvirus.

Im ersten Fall

befindet sich das Protein genau dort, wo Zellen einander berühren und sich
"verständigen" und von wo aus deshalb die Weitergabe von Informationen zwischen Zellen reguliert werden kann.

- 5 -

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