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                  <text>Information
und
Dokumentation

31

0 jlHi

•

^

International Communication Agency
Embassy of the United States of America

10. September 1980

40

INHALT

INFORMATION
Vertragstext für neues Seerecht im wesentlichen fertiggestellt
- US-Sonderbotschafter Richardson erwartet Unterzeichnung im Frühjahr 1981
HINTERGRUNDMATERIAL
CIA-Mitarbeiter informiert über erhöhte sowjetische Verteidigungsausgaben
- 11 bis 13 Prozent des Bruttosozialprodukts für Rüstung WISSENSCHAFT UND TECHNIK
US-Krebsforschungsinstitut gibt Interferon-Produktion in Auftrag

Um Übersendung von
Belegexemplaren wird
gebeten

Postfach 20 03 OO Tel: 0228-89 32 40
D5300 Bonn 2
Telex: 08-85432

�einzige wesentliche, noch nicht endgültig gelöste Frage sei die genaue Formulierung für die Bestimmungen, die die Abgrenzung der Wirtschaftszonen und
der Bereiche im Festlandsockel zwischen benachbarten Ländern regeln, obgleich
jetzt festzustehen scheine, daß eine Beilegung dieser Angelegenheit in keinem
Fall zu einschneidenden Änderungen des gegenwärtigen Vertragstextes führen
würde.
Zu Beginn der letzten Sitzungsperiode habe es große Meinungsverschiedenheiten zur Frage der sog. endgültigen Klauseln des Vertragswerkes gegeben.
Dank der intensiven Arbeit hinsichtlich dieser Punkte wurde, so Richardson,
ein Text formuliert, der die Integrität der Konvention als "Paketlösung",
d.h. die umfassende Behandlung aller anstehenden Fragen, wahren werde.
Richardson erklärte auf der abschließenden Pressekonferenz wörtlich:

"Nahe-

zu alle (der grundlegenden offenen Fragen) wurden in einer Weise gelöst, die
die breite Unterstützung durch die Konferenzteilnehmer finden mußten.

Es

ist jetzt so gut wie sicher, daß der Text einer Konvention über das Seerecht
im Jahr 1981 unterzeichnungsreif sein wird... Dies ist ein glücklicher Tag
für viele Menschen, die lange und hart an dieser Konvention gearbeitet haben.
Die Welt ist jetzt der Erlangung einer geschriebenen Verfassung für fast
drei Viertel der Erdoberfläche nahe.
oder irgendeine

Dies ist kein Sieg für irgendein

Ideologie oder irgendeinen

Standpunkt.

Land

Es ist ein Sieg

für die Grundsätze friedlicher Zusammenarbeit und von Recht und Gesetz."

Auf die Äußerung des kanadischen Botschafters hin angesprochen, daß der
Vertragsentwurf eine ungleichgewichtige Paketlösung zugunsten der Industrieländer zu sein scheine, erklärte Richardson:

"Damit sollten sich eher die

Kritiker des Vertrages in der Bundesrepublik Deutschland, in Japan, Großbritannien und den Vereinigten Staaten auseinandersetzen,die meinen, daß wir
im Hinblick auf die überwältigende Anzahl und die Findigkeit der Verhandlungsteilnehmer im Interesse der 77 (d.h. Entwicklungsländer) mit unseren Zugeständnissen viel zu weit gegangen seien".

Für das Problem der Einbezie-

hung der Europäischen Gemeinschaft als Vertragspartei müsse und werde nach
Richardsons Überzeugung eine Lösung gefunden werden.

- 3-

Denn in Konferenz-

�Konferenzkreisen sei man sich weitgehend der Tatsache bewußt und erkenne an,
daß die EG-Staaten an die Konferenz Vollmachten bezüglich einiger ihrer
Interessen delegiert haben... Wenn also diese Länder die Rechte und Pflichten in bezug auf Angelegenheiten, die im Vertrag der Europäischen Gemeinschaft
zur Wahrnehmung übertragen sind, akzeptieren sollen, führe der einzige Weg,
sie dazu zu bringen, über die Gemeinschaft.

Bei der Textformulierung für den

Vertrag werde sich dies als ein schwieriges Problem erweisen.
Richardson äußerte sich jedoch überzeugt, daß es gelöst werde.

+ + + + +

Elliot

�Information
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

40

10. September 1980

VERTRAGSTEXT FÜR NEUES SEERECHT IM WESENTLICHEN FERTIGGESTELLT
US-Sonderbotschafter Richardson erwartet Unterzeichnung im Frühjahr 1981

GENF - (AD) - Botschafter Elliot Richardson, der die amerikanische Delegation auch während der neunten Sitzungsperiode der III. UN-Seerechtskonferenz
leitete, hält die Unterzeichnung einer neuen Seerechtskonvention im nächsten
Jahr für so gut wie sicher.

Die Ergebnisse der fünfwöchigen Tagung in Genf,

die am 29. August 1980 zu Ende ging, bezeichnete er als "das bemerkenswerteste
Ereignis in der Geschichte der friedlichen Zusammenarbeit und der Entwicklung
des Seerechts seit der Gründung der Vereinten Nationen".
Vor der internationalen Presse umriß Richardson nach Abschluß der Tagung die drei wichtigsten Aufgaben, die noch gelöst werden müßten, wenn die
Konferenz im Frühjahr 1981 zu ihrer letzten Arbeitsitzung zusammentrete.
Notwendig sei erstens die Fertigstellung einer Resolution über die Berufung
einer Vorbereitungskommission, die die Grundlagen für die Internationale
Meeresbodenbehörde schafft; zweitens die Ausarbeitung von Vorrang-Bestimmungen bezüglich eines vorgesehenen Fördergebietes für Investoren des Meeresbergbaus, gültig für die Zeit zwischen der Unterzeichnung und dem Inkraft-

Postfach 20 03 00
D5300 Bonn 2

Tel: 0228-89 32 40
T e | e x : 08-85432

�Inkrafttreten des Vertrages; und drittens die Entscheidung darüber, welche
Organisationen zusätzlich zu den souveränen Staaten Vertragspartei werden
können - z.B. die Europäische Gemeinschaft, die assoziierten Staaten der
pazifischen Mandatsgebiete und - was möglicherweise negative Auswirkungen
auf den Vertragsabschluß haben könnte - die Beteiligung von Befreiungsorganisationen.

Das Entwurfskomitee müsse seine Arbeit vor Beginn der nächsten

Sitzungsperiode beenden, wenn die Konferenz in der Lage sein soll, eine Konvention mit mehr als 400 Artikeln in sechs offiziellen Konferenzsprachen
zu debattieren und anzunehmen.

Dies sei eine enorme Aufgabe.

Während der jetzt zu Ende gegangenen Sitzungsperiode war laut Richardson
das bei weitem schwierigste Problem die Behandlung der Frage, wer in den Rat
der neuen Meeresbodenbehörde gewählt werden soll.

Aufgrund der abschließenden

Paketlösung wären in dem aus 36 Mitgliedern bestehenden Rat der Meeresbodenbehörde für Beschlüsse je nach deren Kategorie verschiedene Mehrheiten erforderlich.

So brauchten

beispielsweise Verfahrensfragen nur eine einfache

Mehrheit, substantielle Fragen dagegen (d.h. heikle Angelegenheiten, die mehr
Unterstützung im Rat finden müssen) eine Zweidrittel- bis Dreiviertelmehrheit

und die besonders sensitiven Angelegenheiten die Zustimmung aller.

Richardson hatte sich strikt gegen eine Erweiterung des Rates ausgesprochen, die, wie er erklärte, die inzwischen ausgehandelten Entscheidungsmodalitäten möglicherweise "aus dem Gleichgewicht" gebracht hätte. Der
dritten Vertragsüberarbeitung zufolge sollen im Rat vertreten sein: Vier
Meeresbergbau betreibende Länder, vier Länder, die Mineralproduktion auf dem
Festland betreiben, vier wichtige Verbraucherländer für jene Minerale, die
in den Metallknollen auf dem Tiefseeboden enthalten sind, sechs besonders
wenig entwickelte Länder und 18 weitere, entsprechend den UN-Regeln zur Gewährleistung einer gerechten geographischen Verteilung ausgewählte Staaten.
Neben der zufriedenstellenden Lösung dieses Fragenkomplexes konnte im
Verlauf der neunten Sitzungsperiode, wie Richardson erklärte, auch eine beträchtliche Anzahl weiterer Probleme im Zusammenhang mit den Vertragsformulierungen zur Rechtsordnung für den Meeresbergbau geklärt werden.
- 2 -

Die ein-

�10. September 1980

40

CIA-MITARBEITER INFORMIERT ÜBER ERHÖHTE SOWJETISCHE VERTEIDIGUNGSAUSGABEN
- 11 bis 13 Prozent des Bruttosozialprodukts für Rüstung -

WASHINGTON

- (AD) - Der Direktor für strategische Studien beim

amerikanischen Amt für Nachrichten und Abwehr (CIA), Robert Huffstutler,
hat am 3. September 1980 vor einem Unterausschuß des Repräsentantenhauses
zu Umfang und Entwicklung der sowjetischen Verteidigungsausgaben Stellung
genommen.

Danach beliefen sich diese Ausgaben zwischen 1971 und 1979

auf geschätzte 165 Milliarden Dollar und liegen damit um rund 50 Prozent
über den entsprechenden amerikanischen Ausgaben.
Der folgende Text gibt im Wortlaut die Passage "Derzeitige Schätzungen"
der Erklärung Huffstutlers wieder:

Schätzungen über Ausgaben in Rubel
Ich möchte mit unseren Schätzungen der sowjetischen Verteidigungsausgaben in Rubel beginnen.

Unsere jüngsten Schätzungen werden hier iji

Postfach 20 03 00 Tel: 0228-89 32 40
Bonn 2
Telex: 08-85432

0 5 3 0 0

�in konstanten Rubel-Preisen wiedergegeben, um lediglich die realen
Veränderungen bei der Mittel Zuweisung widerzuspiegeln, nicht aber die
Auswirkungen der Inflation.
Wir Amerikaner und die Sowjets verwenden einigermaßen unterschiedliche
Definitionen darüber, welche Aktivitäten zur Verteidigung gehören, wobei
die Sowjets ein breiter angelegtes Konzept haben.

Die sowjetischen

Verteidigungsausgaben - hier zum Zweck einer besseren Analyse mit amerikanischen
Maßstäben gemessen - sind zumindest seit 1965 durchschnittlich real um 4 bis
5 Prozent pro Jahr gestiegen und werden wahrscheinlich im Jahr 1980 61 bis
66 Milliarden Rubel betragen.

Legen wir den breiteren sowjetischen Maßstab

an, so erhöht sich diese Summe noch um etwa 5 bis 6 Milliarden Rubel.
Die Verteidigungsausgaben beliefen sich im Zeitraum von 1865 bis 1978
wahrscheinlich auf etwa 11 bis 13 Prozent des sowjetischen Bruttosozialproduktes, was für diese Periode in etwa einen konstanten Anteil bedeutet,
da Verteidigung und Volkswirtschaft sich mit ziemlich gleicher Geschwindigkeit
entwickelten. Obgleich in jüngster Zeit die Verteidigungsausgaben auch
weiterhin die nahezu gleiche Zuwachsrate aufwiesen wie in der Vergangenheit,
ging die Wachstumsrate der sowjetischen Wirtschaft auf ihren niedrigsten
Stand seit dem Zweiten Weltkrieg zurück. Aus diesem Grund stieg im Jahr
1979 der Anteil des sowjetischen Bruttosozialproduktes, der für Militärausgaben verwendet wird, um nahezu einen Prozentpunkt auf 12 bis 14 Prozent,
Was die einzelnen Kategorien der Mittel Zuweisung angeht, so floß
seit 1965 etwa die Hälfte der geschätzten sowjetischen Verteidigungsausgaben in Investitionen für Waffen, Ausrüstung, und Anlagen; nahezu
ein Drittel wurde für Betriebskosten bereitgestellt; etwa ein Fünftel
für militärische Forschung und Entwicklung.

Davon scheinen die Kosten für

Forschung, Entwicklung, Technologie und Ausrüstung am schnellsten gestiegen
zu sein.
Seit

- 2 -

�Seit 1965 haben die Marine und die Luftwaffe jeweils etwas über ein
Fünftel der Mittel für Investitions- und Betriebskosten erhalten. Auch
die Landstreitkräfte hatten einen Anteil von etwa einem Fünftel.
Streitkräfte

Die

der nationalen Luftverteidigung haben durchschnittlich

etwas weniger als 15 Prozent der Verteidigungsausgaben erhalten, für die
strategischen Raketen wurde ein Durchschnittsanteil von weniger als 10 Prozent
zugewiesen.

Künftige Trends
Der derzeitige und voraussehbare Rückgang des sowjetischen Wirtschaftswachstums bringt Fragen über die Fähigkeit der UdSSR mit sich,
die Verteidigungsausgaben auch weiterhin zu erhöhen. Wir verfolgen diese
Entwicklung sehr genau und sind aufgrund von Informationen über Verteidigungsprogramme, die derzeit laufen oder geplant sind, zu dem Schluß gekommen, daß die
sowjetischen Verteidigungsausgaben real auch weiterhin - zumindest bis
1985 - steigen werden.
Die uns vorliegenden Informationen zeigen an, daß die Verteidigungsausgaben wahrscheinlich im Lauf der nächsten fünf Jahre mit der gleichen
- oder zumindest fast gleichen - Rate zunehmen werden wie in den vergangenen
15 Jahren, wenn die Sowjets ihre derzeitigen Pläne nicht ändern.

Sollte

der wirtschaftliche Druck jedoch noch zunehmen, könnten die Sowjets die
Wachstumsrate bei ihren Verteidigungsausgaben senken, indem sie sich
auf eine Weise einschränken, die nur eine bescheidene Wirkung auf die
Modernisierung ihrer Streitkräfte haben würde - indem sie zum Beispiel
ausgewählte Waffenprogramme zeitlich strecken oder indem sie die begrenzten
direkten Ersparnisse ausnützen, die durch Abkommen bei der Rüstungskontrolle
möglich werden.
Längerfristig

- 3 -

�Längerfristig gesehen könnten zunehmende wirtschaftliche Schwierigkeiten die sowjetische Führung dazu bringen, ihre Pläne unter dem Gesichtspunkt einer Verminderung des Anwachsens der Verteidigungsausgaben zu überprüfen.

Sie wird dabei jedoch abwägen müssen zwischen ihren Bedenken im

Wirtschaftsbereich einerseits sowie ihrer Vorstellung von den zukünftigen
militärischen Erfordernissen und ihrem Verständnis vom Nutzen militärischer
Macht zur Förderung ihrer politischen Zielsetzungen andererseits. Welche
Wahl sie aber auch immer hinsichtlich ihrer Verteidigungsausgaben treffen
wird, so sind wir doch der Meinung, daß es sogar längerfristig gesehen
höchst unwahrscheinlich ist, daß wirtschaftliche Schwierigkeiten eine
Wende der Langzeitpolitik der sowjetischen Führung erzwingen können, auch
weiterhin ihre militärischen Möglichkeiten zu verbessern.

Schätzungen in Dollar
Unsere Methode des direkten Kostenvergleichs ermöglicht es uns aber
auch, zu einer Schätzung der sowjetischen Verteidigungsmaßnahmen in Dollar
zu gelangen - was nützlich ist, um sie mit den amerikanischen Verteidigungsausgaben zu vergleichen. Dabei nehmen wir dieselben detaillierten
Schätzungen über die absoluten Mittel, die unseren Schätzungen der Ausgaben
in Rubel zugrunde lagen, und wenden sodann die entsprechenden amerikanischen
Preis- und Lohnraten an. Die Durchführung dieses Verfahrens ist komplex,
aber in etwa machen wir folgendes:
-

Hinsichtlich der Beschaffung schätzen wir, was es kosten würde,
die entsprechenden Objekte in den Vereinigten Staaten zu bauen zu derzeitigen Dollarpreisen für Materialien und Arbeitskraft
und unter der Annahme, daß die notwendigen Anlagen und die notwendige Versorgung verfügbar wären.
- Hinsichtlich

- 4 -

�-

Hinsichtlich der Betriebs- und Unterhaltskosten schätzen wir die
Preise in Dollar, die die Vereinigten Staaten für Arbeit, Material,
Ersatzteile, laufende Unkosten und Brennstoff zu zahlen hätten,
um die Ausrüstung auf die Weise zu bedienen und zu unterhalten,
wie dies die Sowjets tun.

-

Hinsichtlich des Militärpersonals schätzen wir zunächst ab,
welcher militärische Rang in den Vereinigten Staaten eingesetzt
würde, um die Funktionen jedes sowjetischen Militärs auszuführen,
und legen dann die entsprechenden amerikanischen Gehalts- und
Entschädigungsraten für den jeweiligen Posten an. Diese Verfahrensweise ist wegen der deutlichen Unterschiede zwischen den Strukturen
des Militärpersonals in beiden Ländern erforderlich.

Für den Zeitraum von 1970 bis 1979 übersteigt unsere Dollar-Schätzung
der sowjetischen Verteidigung die amerikanischen Ausgaben um etwa 30 Prozent.
Es muß festgestellt werden, daß wir für diese Vergleiche 1970 als Ausgangspunkt benützen, um Verzerrungen zu vermindern, die durch amerikanische
Verteidigungsausgaben Zustandekommen, die sich aus dem Vietnamkrieg ergeben.
Die Trends sind jedoch ziemlich unterschiedlich.

Der Dollar-Wert der

sowjetischen Militäraktivitäten wuchs beständig über diesen Zeitraum
hinweg mit einer durchschnittlichen Jahresrate von etwa 3 Prozent - mit
einer Aufwährtsbewegung bei fast allen wesentlichen Elementen des sowjetischen
Vertei di gungsberei chs.
Die amerikanischen Ausgaben hingegen gingen von Anfang des Jahrzehnts
bis 1976 zurück. Danach stiegen sie langsam, da Preiserhöhungen bei
Forschung, Entwicklung, Technologie und Ausrüstung sowie bei den Betriebskosten den anhaltenden Rückgang bei Herstellungs- und Personal kosten aufwogen.
Der

- 5 -

�Der geschätzte Dollar-Wert der sowjetischen Verteidigungsaktivitäten
hat die amerikanischen Ausgaben seit 1971 in zunehmendem Maß übertroffen.
Im Jahr 1979 lagen die Sowjets insgesamt bei 165 Milliarden Dollar - etwa
50 Prozent über den amerikanischen Ausgaben.

Vergleich der Mittel
Unsere Bausteine-Methode erlaubt es uns, die Mittel zu vergleichen,
die in den Vereinigten Staaten und bei den Sowjets den einzelnen Komponenten
der Verteidigungsanstrengung zugeteilt werden.

Zum Beispiel: bei Unter-

suchung der Investitionen in Waffen, Ausrüstung, wichtigste Ersatzteile
und Anlagen gelangen wir zu der Schätzung, daß der Dollar-Wert der sowjetischen
Programme um 50 Prozent über den vergleichbaren amerikanischen Ausgaben der
Gesamtperiode liegt.

Die sowjetischen Investitionen nahmen ständig zu,

während die amerikanischen Investitionen nach dem Vietnam-Ausbau scharf
zurückgingen, bevor sie nach 1976 erneut anstiegen.

Seit 1975 liegen die

sowjetischen Kosten im Durchschnitt bei etwa 80 Prozent über den amerikanischen
Ausgaben für Investitionen.
Die geschätzten Betriebskosten der Sowjets - einschließlich Personal,
Ausrüstung und Unterhaltung - lagen etwas höher als die entsprechenden
amerikanischen Kosten.

Jedoch waren auch hier die relativen Entwicklungs-

linien ziemlich unterschiedlich, wobei die sowjetischen Trends 1979 um
nahezu 30 Prozent höher lagen.

Vergleich der militärischen Ausgaben
Wir können unsere Dollar-Schätzungen auch benutzen, um die Mittel,
die die Sowjets für die verschiedenen militärischen Aufgaben bereitstellen,
mit den Mitteln der Vereinigten Staaten zu vergleichen,die diese dafür

- 6 -

�r

dafür festlegen. Für diesen Vergleich definieren wir die Aufgaben gemäß
der Kategorien der amerikanischen Verteidigungsplanung und der dazugehörigen
Programme,
Die Sowjets scheinen einen wesentlich höheren Anteil ihrer Mittel
als die Vereinigten Staaten fUr alle militärischen Aufgaben bereitzustellen •
mit Ausnahme der allgemeinen Seestreitkräfte und der taktischen Luftwaffe.
Die Trends der beiden Länder waren jedoch unterschiedlich, wobei die Sowjets
in allen wesentlichen Kategorien ein ständiges Wachstum aufweisen.

+ + + + +

- 7 -

�sJF

21Ja IE

lili//cn/chofl
wid Technik
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10. September 1980

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US-KREBSFORSCHUNGSINSTITUT GIBT INTERFERON-PRODUKTION
IN AUFTRAG

- (AD) - Einen Auftrag zur Produktion von 50 Milliarden internationalen Einheiten von menschlichem Leukozyten-Interferon vergab jetzt
das Nationale Krebsforschungsinstitut der USA an die Meloy-Laboratorien
in Springfield (Virginia). Die Aufwendungen sind auf fast 990 000 Dollar
veranschlagt. Das Interferon wird zusammen mit anderen Präparationen in
klinischen Tests verwendet, die noch vor Ende des Jahres an verschiedenen
Kliniken beginnen sollen. Die bei den Meloy-Laboratorien bestellte Menge
reicht aus, um eine mögliche krebshemmende Wirkung der Substanz an etwa
150 Patienten zu untersuchen.
Zwei ähnliche Kontrakte vergab das Institut bereits an die
"Parke-Davis Pharmaceutical Research Division" der Warner-Lambert Company
(ebenfalls zur Produktion von 50 Milliarden Einheiten von menschlichem
Leukozyten-Interferon) und an die Flow-Laboratorien, die 50 Milliarden
Einheiten von menschlichem Fibroblasten-Interferon herstellen werden.
Da die hierbei erforderliche Technik sehr viel aufwendiger ist als bei

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D5300 Bonn 2

Tel: 0228-89 32 40
Telex: 08-85432

�bei der Gewinnung von Leukozyten-Interferon, wurden dazu mehr als zwei
Millionen Dollar bereitgestellt.
Interferon ist ein natürlich vorkommendes Protein, das Zellen
als eine Reaktion auf das Eindringen von Viren und anderen krankheitsverursachenden Substanzen bzw. Organismen in winzigen Mengen produzieren.
Bisher dienten in der Forschung drei Arten menschlicher Zellen - Leukozyten,
Fibroblasten und Lymphob!asten - als Interferonquellen. Untersuchungen über
die mögliche Rolle, die Interferon bei der Behandlung verschiedener Formen
von Krebs, bei Virusinfektionen und anderen Krankheiten spielen könnte,
waren bisher dadurch auf ein Minimum beschränkt, daß viel zu wenig davon
zur Verfügung stand.

+ + + + +

-

•

�</text>
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