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1

I

Sondcrdicn/t
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

24. Juli 1980

\

VEREINIGTE STAATEN BESORGT ÜBER MENSCHENRECHTSVERLETZUNGEN IN BOLIVIEN
- Erklärung des Sprechers des amerikanischen Außenministeriums -

t

Postfach 20 03 0 0
D5300 Bonn 2

Tel: 0228-89 32 40
Telex: 08-85432

�WASHINGTON

- (AD) - John Trvttner, der Sprecher des amerikanischen

Außenministeriums, verlas am 23. Juli 1980 eine Sondererklärung, in der
die militärische Führung Boliviens aufgefordert wird, die Menschenrechte
in diesem Land zu respektieren und warnte, daß die Vereinigten Staaten
die laufenden Wirtschaftsprogramme mit Bolivien wesentlich reduzieren
könnten.
Die Erklärung des Außenministeriums hat folgenden Wortlaut:
Das Außenministerium ist weiterhin zutiefst besorgt über den Coup
vom 17. Juli und die darauffolgenden Entwicklungen in Bolivien. Wir
sind besonders beunruhigt über Berichte, die uns durch eine Anzahl zuverlässiger Quellen zugegangen sind, von weit verbreiteten, ja brutalen
Verletzungen der Menschenrechte, die diesen Berichten zufolge von den
bolivianischen Streitkräften in ihrer Operationszentrale in den MirafloresKasernen von La Paz begangen werden» Es heißt, daß häufiges und brutales
Schlagen, Folter und die Verweigerung notwendiger medizinischer Versorgung
üblich sind. Wir verfügen über Berichte, wonach Hunderte von Menschen
an verschiedenen Orten im ganzen Land gefangengehalten werden. Diese
Berichte beschäftigen uns zutiefst. Wir drängen nachhaltig darauf, daß
die Rechte aller Bolivianer respektiert werden und die Führung des
bolivianischen Militärs sicherstellt, daß diese Verletzungen der Menschenrechte aufhören - wannimmer und woimmer sie sich ereignen mögen.
Wir setzen unsere Konsultationen mit einer Reihe betroffener
Regierungen über die Lage in Bolivien fort. Wir haben betont, daß wir
diesen Coup des bolivianischen Militärs, die Unterbrechung des demokratischen
Prozesses und die begleitende Gewalttätigkeit bedauern» Die Andenstaaten
haben ein Treffen des Ständigen Rates der Organisation amerikanischer
Staaten (OAS) gefordert, das für den 24. Juli angesetzt worden ist, mit
dem Ziel, die Situation der Menschenrechte in Bolivien zu überprüfen.
Wir unterstützen diese Initiative und werden in vollem Umfang an den

- 1-

�den Beratungen dieses Treffens teilnehmen.
Wie angekündigt, haben wir jedwede militärische Hilfe sowie jede
weitere Verpflichtung zu Wirtschaftshilfe suspendiert und Botschafter Weissman
zu Konsultationen zurückgerufen.

Wir sind derzeit mit einer umfassenden

Überprüfung aller laufenden amerikanischen Programme in Bolivien beschäftigt,
was durchaus zu einer deutlichen Reduzierung dieser Programme führen
könnte, mit Ausnahme der von Care und anderen freiwilligen Privatorganisationen
durchgeführten humanitären Programme.

Diese Überprüfung der amerikanischen

Programme läuft und wir erwarten, daß wir hierzu etwa im Lauf der nächsten
Woche Ergebnisse vorlegen können.

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