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                  <text>Fo

Information
und
Dokumentation

L*J

SKI

International Communication Agency
Embassy of the United States of America

16. J u l i 1980

33

INHALT

DOKUMENTATION
Außenminister Muskie hebt Bedeutung der Auslandshilfe hervor
- Ansprache vor der Außenpolitischen Gesellschaft in New York Pressekonferenz des Stellvertretenden Außenministers der USA in Bonn

HINTERGRUNDMATERIAL
Rüsten für den Kohleboom
- Expansion mit staatlicher Unterstützung -

Um Über/endung von
Belegexemplaren wird
gebeten

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D5300 Bonn 2

Tel: 0228-89 32 40
Telex: 08-85432

�1

1
I

3Nil

33

Dokumentation
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

16. Juli 1980

AUSSENMINISTER MUSKIE HEBT BEDEUTUNG DER AUSLANDSHILFE HERVOR
Ansprache vor der Außenpolitischen Gesellschaft in New York

NEW YORK

- (AD) - In einer Ansprache vor der Außenpolitischen

Gesellschaft in New York ging Außenminister Edmund Muskie am 7. Juli 1980
zum zweitenmal innerhalb eines Monats auf die negativen Folgen einer
möglichen Kürzung der amerikanischen Auslandshilfe durch den Kongreß ein.
Er warnte davor, daß weniger wirtschaftliche und militärische Unterstützung
nur der Sowjetunion dabei behilflich wäre, in vielen Ländern "innere
Instabilität auszunützen".
Die Rede des amerikanischen Außenministers hat folgenden Wortlaut:
Ich freue mich über diese Gelegenheit, vor der Außenpolitischen
Gesellschaft zu sprechen und zusammen mit Ihnen ein Problem aufzugreifen,
das für unser Land von grundlegender und langfristiger Bedeutung ist.

Es

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Tel: 0228-89 32 40
j e | e x : 08-85432

�Es handelt sich um eine Frage, die alle Aspekte unserer Außenpolitik berührt.

Durch sie wird entschieden werden, ob die Vereinigten

Staaten in den kommenden Jahren eine wirkungsvolle, positive Außenpolitik
haben werden - oder wir lediglich händeringend auf Krisen reagieren können.
Es geht um folgendes:

Sind wir bereit, für die Verteidigung unserer

Interessen und für die Förderung unserer Ideale im Ausland genügend Mittel
aufzubringen?
Die Frage wurde erneut aufgeworfen durch die Entscheidung vorige
Woche im Kongreß, zusätzliche Mittel aus dem Haushalt herauszustreichen,
die wir angefordert hatten, um andere Länder bei der Stärkung ihrer
Sicherheit und der Entwicklung ihrer Volkswirtschaften zu unterstützen
und dabei zu helfen, daß ihre Völker überleben.
In weniger als 90 Tagen wird das Haushaltsjahr 1980 zu Ende gehen.
Die ganze Zeit standen wir ohne Bewilligung der Hilfsgelder für 1980 da.
hinkten auf dem Ausgabenniveau des letzten Jahres einher.

Wir

Die konkrete

Folge waren umfangreiche Kürzungen bei entscheidenden Programmen und
Projekten.
Nunmehr haben wir eine ergänzende Bewilligung. Dies stellt verspätet
Mittel für ein paar der dringendsten Maßnahmen zur Verfügung - schließt
aber alle anderen aus. Das ist keine Lösung. Es verzögert nur das
eigentliche Problem.
Bedenken Sie nur einige wenige Beispiele dessen, was wir nunmehr
aufgrund der Verzögerung und der Streichungen zu vernachlässigen gezwungen
sind, von denen ich berichtet habe:
-

Es gibt gegenwärtig nur eine äußerst begrenzte Ermächtigung für
Bankkredite im Export-Import-Geschäft - einem Mittel zur Förderung

�Förderung des amerikanischen Handels. Das bedeutet weniger
amerikanische Arbeitsplätze und geringere amerikanische Gewinne.
.1

-

Verkäufe von militärischen Gütern ins Ausland auf Kreditbasis
wurden beschnitten - Kredite, die in solchen Gegenden der Welt
hätten benutzt werden können, die für unsere Sicherheit von
Bedeutung sind.

Wer kann sich die sowjetische Aktivität in de&gt;"

Welt ansehen und zu dem Schluß gelangen, dies sei die Zeit,
die Sicherheitsbedürfnisse unserer Freunde zu vernachlässigen?
-

Das Programm für internationale militärische Ausbildung und
Training - ein Programm, das die berufliche Tüchtigkeit von
Offizieren in Entwicklungsländern fördert-, wurde um 25 Prozent
gekürzt.

-

Die Mittel für unsere internationalen Anstreno r.igen zur Rauschgif tkontrolle liegen um 20 Prozent unter dem Betrag, den vorher
ein Vermittlungsausschuß des Repräsentantenhauses und des Senats
bewilligt hatte.

Es handelt sich dabei um kein umfangreiches

Programm - aber es dient unseren Interessen, weil es das Drogenproblem anpackt, das dem amerikanischen Volk jedes Jahr Milliarden
Dollar durch Kriminalität, ruinierte Gesundheit und zerstörtes
Leben kostet,
-

Wir müssen mit schmerzlichen Kürzungen bei den Internationalen
Entwicklungshilfe-Programmen zur Verbesserung der Nahrungsmittelproduktion, der ländlichen Entwicklung und der Ernährung
fertigwerden. Projekte in der Karibik, in Kenia und im Jemen
gehören zu denjenigen, die gefährdet sind.

-

Die multilateralen Programme sind besonders hart betroffen.
Bewilligt wurden bisher nur 16 Prozent von dem, was wir der

- 3 -

�der Weltbank schulden.

Mittel für den Afrikanischen Entwicklungs-

fonds würden um 40 Prozent gegenüber dem im Haushalt vorgesehenen
Betrag sinken - und zu der Interpretation einladen, Amerikas
Interesse an dieser bedeutsamen afrikanischen Institution ginge
zurück; dies würde zugleich einen Umschwung bei der stetigen
Verbesserung unserer Beziehungen mit Afrika unter Präsident Carter
bedeuten.

Ernste Unzulänglichkeiten gibt es darüber hinaus bei

den Mitteln für die Asiatische

Entwicklungsbank.

Wenn wir mit unseren Beiträgen für diese Banken zurückbleiben, wird
die Entwicklung darunter leiden - und Menschen.
Banken leidet.
zu leisten.

Unser Einfluß bei diesen

Unsere Fähigkeit leidet, andere dazu zu bringen, Beiträge

Letztendlich leidet unsere Diplomatie.

Unsere Beiträge für die Banken sind nicht einfach Erfindungen der
Regierung; sie sind durch Verhandlungen zustande gekommen.

Die Carter-

Administration hat den Kongreß mit höchster Sorgfalt auf jeder Stufe
dieser Verhandlungen konsultiert.

Wenn dann die Mittel gekürzt werden,

verlieren die Entwicklungsländer die Hilfe, die sie so dringend brauchen und in der Folge verlieren andere Beitragsländer, unsere Verbündeten und
Freunde, ihr Vertrauen in das Wort Amerikas.
Ich bin nicht lediglich hier, um das Schicksal eines einzelnen
Gesetzes zu beklagen - obgleich auch dieses schon in solchen Zeiten
Anlaß genug zur Sorge wäre. Was mich mehr beunruhigt, ist eine Verhaltensweise. Es mangelt nicht an großen Worten, die nach mehr amerikanischer
Führung in der Welt rufen, nach Führung, die wir auch weiterhin bieten
müssen. Aber wenn wir weiterhin führen sollen, dann müssen wir bereit
sein, den Preis zu bezahlen, den Führung abverlangt.
Wenn dieser Abwärtstrend bei der Auslandshilfe anhält, werden wir
zu einer menschlichen Tragödie von gewaltigem Ausmaß beitragen. Denn wir

�wir sollten stets daran denken, daß diese Programme Menschen helfen.
Lassen Sie mich nur ein paar Beispiele aufführen:
-

Zwischen 1966 und 1972 wurden mit Hilfe des AID-Programms 250
Systeme zur Brauchwassergewinnung in ländlichen Gemeinden in
Thailand erstellt.

Das Programm war ein Erfolg und wurde von der

thailändischen Regierung fortgeführt.

Nunmehr werden damit 800

Dörfer versorgt. Als Folge davon nahmen Krankheiten, die auf
unreines Wasser zurückzuführen sind - und dies ist einer der
größten Krankheitsherde in der Dritten Welt - ab.

Gleichzeitig

stiegen die Einkommen und das Dorfleben hat sich stabilisiert.
-

In einem anderen Fall wurde mit der Auslandshilfe in Kolumbien
ein Kreditsystem aufgebaut, das es den Kleinbauern ermöglichte,
die Vorteile der Bodenreform auszunützen. In einem Zeitraum
von 15 Jahren wurden nahezu 35 000 kleine Baue, nhöfe finanziert.
Die Auslandshilfe hat ähnliche Programme in der ganzen Welt
unterstützt.

-

Ein AID-Programm hat sich in Guatemala auf dem Lande mit der
verbesserten Lehrerausbildung und besseren Ausstattung der
Schulen befaßt.

Durch dieses Programm wurde die Ausfallquote

hinsichtlich der Teilnahme an schulischen Veranstaltungen auf
dem Land um über 30 Prozent gesenkt.
Aus der Entfernung wirkt keines dieser Projekte aufsehenerregend.
Aber was die Menschen angeht, denen geholfen wird, so verändern sogar
kleine Projekte ihr Leben. Und die kumulative Auswirkung weltweit gesehen
ist tiefgreifend.
Ich möchte betonen, daß diese Programme mehr umfassen als nur
unsere humanitären Gefühle.

Sie haben unmittelbaren Bezug zu unseren

- 5 -

�unseren nationalen Interessen.

Denn Tatsache ist, daß wir ein großes

und wachsendes Interesse an den Entwicklungsländern haben.
ohne sie:

Es geht nicht

als Handelspartner und als Märkte, als Ursprungsländer wichtiger

Rohstoffe, als notwendige Partner

bei unseren Anstrengungen gegenüber

Umweltverschmutzung und Bevölkerungswachstum, Nichtweiterverbreitung
von Kernwaffen und zahllosen anderen Problemen, die unser aller Leben
angehen.
Wir wollen ihren Fortschritt, weil wir uns um Menschen kümmern.
Wir wollen ihren Erfolg, weil unsere eigene wirtschaftliche Gesundheit
mit der ihrigen verbunden ist.
Unsere Fonds für wirtschaftliche Unterstützung - ein zentrales
Element unseres Sicherheitsbeistandes - waren für unsere Anstrengungen
zur Stärkung der Volkswirtschaften befreundeter Länder wie Israel,
Ägypten und Türkei von wesentlicher Bedeutung.

Diese Fonds lieferten

zugleich entscheidende Hilfe bei der Unterstützung unserer Bemühungen, im
südlichen Afrika Stabilität und friedlichen Wandel herbeizuführen.
Hinsichtlich des Zweckes unserer internationalen Programme gibt
es keine Geheimnisse. Es handelt sich um eine Methode, die weltweit
ebenso sinnvoll ist wie im Bereich unseres Geschäftslebens, in unseren
Familien oder in allen anderen Bereichen unseres Lebens. Ein Problem
vorauszusehen und sich mit ihm auseinanderzusetzen ist ungleich sicherer
und billiger, als auf den Ausbruch der Krise zu warten.
Es liegt in unserem eigenen Interesse, alles in unserer Macht
Stehende zu tun, um den Bedingungen entgegenzuwirken, die wahrscheinlich
andernfalls die Menschen später zur Verzweiflung treiben würden. Es
verursacht weniger Kosten, jetzt in Brauchwassersysteme zu investieren
als später Krankheiten heilen zu müssen, die durch verunreinigtes
Wasser entstanden sind. Es ist klug, Menschen bei ihrer 1andwirtschaftlichen

�landwirtschaftlichen Selbstversorgung zu helfen, anstatt später Notprogramme anzubieten, die nötig sind, um ihr Leben angesichts Trockenheit
und Hungersnot zu erhalten.

Wir möchten lieber Techniker ins Ausland

schicken, um beim Getreideanbau zu helfen, als Soldaten in Kriegen einzusetzen, die ausbrechen können, wenn Menschen hungrig sind und von anderen
ausgenützt werden können.
Damit wir uns also nicht mißverstehen: Durch Beschneidung solch
internationaler Programme sparen wir kein Geld. Wir verschieben den
Zeitpunkt, da die dramatisch gestiegenen Kosten eines Tages doch gezahlt
werden müssen.
Aber diese Programme sind auch noch aus einem anderen Grund wichtig.
Mit ihrer Hilfe haben wir eine Möglichkeit, die Ereignisse in problematischen
Gebieten dieser Welt zu beeinflussen; ohne sie verringert sich unsere
Macht, solche Ereignisse mitzugestalten, beträchtlich.
Wir alle machen uns zurecht Gedanken darüber, nicht in militärische
Schwäche zu verfallen.

Wir modernisieren ständig unsere militärische

Position. Aber Kürzung unserer anderen internationalen Programme trägt
nur zu einer weiteren Art Schwäche bei, die ganz genauso gefährlich ist.
Sie kürzt nämlich unser Arsenal an Einflußmöglichkeiten.
Unsere Unterstützung der Freiheit in der Welt, unsere Verteidigung
amerikanischer und westlicher Interessen, kann nicht durch militärische
Waffen allein geschehen.

Die Schlacht um den Einfluß Amerikas in der

Welt erfordert mehr als Raketen, sicherlich mehr als Reden.

Sie benötigt

die Mittel, die unsere Diplomatie wirkungsvoll machen.
Wie sehen die möglichen Folgen für Amerika aus, wenn wir diese
Mittel nicht bekommen?
Die

- 7 -

�\

Die erste Folge wäre die Isolation Amerikas.
Handelspartner.

Wir brauchen gesunde

Wir benötigen den Zugang zu Einrichtungen und Rohstoffen.

Wir brauchen die Unterstützung anderer, um bei der Erzielung friedlicher
Lösungen regionaler Konflikte zu helfen.

Wir brauchen politische Unter-

stützung - gleich, ob beim Widerstand gegen den Terrorismus im Iran oder
die Aggression in Afghanistan.
Aber wir können nicht die Zusammenarbeit und die Unterstützung
anderer bei Fragen erwarten, die für uns von Bedeutung sind, wenn wir
nicht bereit sind, konkrete Unterstützung bei Fragen anzubieten, die für
sie von Bedeutung sind - besonders bei ihrer eigenen wirtschaftlichen
Entwicklung und ihrem sozialen Fortschritt.
Aber Isolation wäre nur die eine Folge.

Nachlassende amerikanische

Hilfe und nachlassender amerikanischer Einfluß würden es zugleich der
Sowjetunion leichter machen, innere Instabilität auszunützen, wie etwa
in Nicaragua, in El Salvador und in vielen anderen Ländern, wo die
Sowjets bereit sind, Spannungen auszunützen, um ihre Macht auszudehnen
und den westlichen Einfluß zurückzudrängen.
Nichts am amerikanischen Volk gibt mir den Eindruck, es wolle den
Sowjets diese Art freien Lauf lassen. Ich glaube, daß das amerikanische
Volk möchte, daß sein Land dem sowjetischen Expansionismus widersteht nicht nur militärisch, sondern durch die Unterstützung anderer Länder bei
der Verteidigung deren Freiheit und bei der Ernährung ihrer Bewohner.
Ich glaube, daß das amerikanische Volk möchte, daß sein Land sich aktiv
in dieser Welt einsetzt.
Schließlich würde der Rückgang amerikanischer Hilfe und amerikanischen
Einflusses unsere Anstrengungen behindern, gefährliche Streitigkeiten
beizulegen und friedliche, demokratische Lösungen zu finden.
Lassen

8 -

�Lassen Sie mich ein Beispiel geben:
Während der letzten drei Jahre kämpften 1m Kongreß viele erbittert
gegen die Rhodesien-Politik von Präsident Carter.
Mutig und nahezu allein bestand Präsident Carter darauf, daß die
Vereinigten Staaten aktiv die Anstrengungen Großbritanniens unterstutzten,
um Rhodesien eine demokratisch gewählte Regierung zu geben.
Glücklicherweise behielt Präsident Carter gegenüber einer heftigen
Opposition die Oberhand. In der Tat trug seine Weigerung gegenüber einem
verfrühten Kompromiß über Rhodesien zur Beendigung eines blutigen Bürgerkriegs in diesem Land bei. Das Ergebnis war für das Volk von Simbabwe
gut, und es war schlecht für die Sowjets, die versuchten, die dortige
Unruhe auszunützen.
Denken Sie an einen anderen Fall:

Wir haben seit über einem Jahr

versucht, die Mitte 1n Nicaragua zu stärken und den gemäßigten Kräften
dort dabei zu helfen, extremistischen Lösungen zu widerstehen.
Jedesmal, wenn wir versuchten,die Mittel zu bewilligen, die notwendig
waren, um unsere Anstrengungen in Niciragua zu unterstützen, wurde dieses
Bemühen zurückgewiesen.

Zuguterletzt hat der Kongreß gehandelt, um

75 Millionen Dollar bereitzustellen, die nötig waren, um unsere Verpflichtungen
zu erfüllen.
Aber durch die Verzögerung erlitten wir einen Vertrauensverlust.
Die Bereitschaft der Vereinigten Staaten, sich für die Demokratie einzusetzen, wurde in der ganzen Region in Frage gestellt.
Es geht doch darum:

Gerade die, die sich am meisten über sowjetische

und kubanische Aktivitäten in der Welt Sorgen machen, sollten unsere

- 9 -

�unsere Anstrengungen am stärksten unterstützen, den gemäßigten Übergang
von repressiver Tyrannei zu demokratischer Entwicklung mitzutragen.
Denn wenn wir dabei versagen, die Alternativen zum Radikalismus zu
unterstützen, tragen wir nur zur Entstehung von Radikalismus bei.
Dieser andauernde Angriff auf die Auslandshilfe ist nicht nur
kurzsichtig; er ist für die amerikanischen Interessen gefährlich.

Denn

er bedroht die Fähigkeit der Vereinigten Staaten, in der Welt eine
positive Rolle zu spielen, in einen wirkungsvollen Wettbewerb mit den
Sowjets zu treten und die sich entwickelnden - und bedrohten - Demokratien
zu ermutigen.

Er droht, Amerika aller seiner Instrumente zu berauben -

ausgenommen der Instrumente der Zerstörung.
..'&gt;

. 'J,O'.

Ich bin überzeugt, daß das amerikanische Volk verstehen wird,

worum es geht, sobald es die Tatsachen kennt.

Ich glaube, es wird ver-

stehen, daß eine großzügige Investition in Sicherheitsbeistand und wirtschaftliche Entwicklung im Ausland für ein starkes Amerika notwendig ist.
•

•

-

Ich beschäftige mich mit diesem Thema nicht erst seit heute. Vor
22 Jahren machte ich meine Unterstützung der Auslandshilfe zu einem der
zentralen Themen meines ersten Senatswahl kämpfes. Und ich bin absolut
bereit, mich hinter diese Botschaft zu stellen, bis sie zum Durchbruch
gelangt.
. ,,,
i

|

• . . , - .

,' \

•

Ich glaube, es ist Zeit für eine gesunde landesweite,Debatte über
dieses Thema - und ich lade Sie als Bürger, die sich ernsthaft Gedanken
über Amerikas Rolle in der Welt machen, dazu ein,, zu dieser Debatte
beizutragen.
Der Preis für Schweigen könnte wachsende Isolation und sogar Bedeutungslosigkeit für Amerika sein. Das ist ein Preis, den zu zahlen
kein Amerikaner von uns verlangen sollte.

+ + + + +

- 10 -

�Dokumentation

I

International Communication Agency
Embassy of the United States of America

16. Juli 1980

33

PRESSEKONFERENZ DES STELLVERTRETENDEN AUSSENMINISTERS DER USA IN BONN

BONN

- (AD) - Warren Christopher, der Stellvertretende Außenminister

der Vereinigten Staaten, hielt während seines Aufenthalts in Bonn, wohin er
zum Zweck ausführlicher Konsultationen gekommen war, am 14. Juli 1980 eine
kurze Pressekonferenz ab, die wir im Wortlaut wiedergeben.
Nach einleitenden Worten des Sprechers des Auswärtigen Amtes gab
Warren Christopher zunächst eine Erklärung ab und stellte sich dann den
Fragen der Journalisten:
CHRISTOPHER: Ich bin nach Bonn gekommen, um eine Reihe von Treffen
fortzusetzen, die ich mit Staatssekretär van Well, meinem analogen Gesprächspartner in der deutschen Regierung, gehabt habe. Wir sind im Lauf der
letzten Wochen und Monate gelegentlich zusammengetroffen, wenn es uns
beiden geeignet schien, unsere Ansichten über eine ganze Bandbreite von
weltweiten und bilateralen Fragen auszutauschen. Diesmal haben wir drei
oder vier Stunden miteinander gesprochen und eine ganze Reihe von Themen
behandelt. Wir haben über Afghanistan und andere Bereiche Asiens gesprochen

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Tel: 0228-89 32 40
Telex: 08-85432

�gesprochen und uns über Korea unterhalten.
Es gab eine anregende Diskussion über das südliche Afrika und
insbesondere das Namibia-Problem.

Wir tauschten unsere Ansichten über

Mittelamerika aus, wo beide Länder ein Interesse daran haben, daß Frieden
und Ruhe wiederhergestellt werden.
Bündnisses gesprochen.

Natürlich haben wir über Fragen des

Wir befassten uns mit den Vorbereitungen für Madrid

und haben selbstverständlich auch die Frage der eurostrategischen Waffen
sowie der jüngsten Entwicklung auf diesem Gebiet behandelt.
Wie Sie vielleicht wissen, bin ich heute morgen kurz mit dem Außenminister, Herrn Genscher, zusammengekommen. Ich hatte bei diesem Zusammentreffen die Gelegenheit, ihm von einem Gespräch zu berichten, das ich
vorigen Donnerstag mit Botschafter Dobrynin führte. Bei jener Gelegenheit
übermittelte uns Botschafter Dobrynin unmittelbar die Antwort der Sowjetunion
auf die Haltung, die die Vereinigten Staaten hinsichtlich der Rüstungskontrolle einnehmen - ein Gedankenaustausch, der sich aus der NATO-Entscheidung
vom vorigen Dezember in bezug auf die nuklearen Mittel Streckenwaffen (TNF)
entwickelte.
Der von Herrn Dobrynin letzten Donnerstag vertretene Standpunkt war
dabei im wesentlichen derselbe wie jener, den Bundeskanzler Schmidt in
seinem Bericht aus Moskau zurückbrachte und hinsichtlich dessen Herr
Genscher und Herr van Well die Freundlichkeit hatten, nach Washington zu
kommen und ihn uns unmittelbar nach den Treffen in Moskau direkt zu vermitteln. Zu dieser Frage besprachen Herr Genscher und ich die Schritte,
die im Lauf der kommenden Wochen bezüglich dieser Angelegenheit unternommen
werden. Dabei werden die jeweiligen Regierungen sich damit befassen,
dabei werden wir in der NATO die Konsultationen fortführen und dabei werden
wir bei gegebener Gelegenheit in der Beratungsgruppe zusammentreffen, um
die Angelegenheit voranzubringen, nachdem die Sowjetunion nunmehr ihre Vorbedingungen hat fallen lassen.
Ich

•

�Ich möchte noch hinzufügen, daß ich insbesondere die Gelegenheit
schätze, mit meinem Gesprächspartner, Herrn Günther van Well und den
anderen deutschen Amtsträgern, Berndt von Staden und anderen, zusammenzutreffen. Ich glaube, wir haben eine Beziehung aufgebaut, die es uns
ermöglicht, einen freundschaftlichen und offenen Gedankenaustausch zu
führen; dies ist ein überaus wertvoller Teil dessen, was ich intensivierte
Koordination zwischen unseren beiden Ländern nennen möchte - zu einer Zeit
bedeutsamer Entwicklungen sowohl in diesem Bereich als auch in der ganzen
Welt. Wir werden unsere Gespräche fortsetzen. Daher möchte ich nicht zu
lange bleiben; aber ich beantworte gern einige Fragen, falls es solche
gibt.
FRAGE: Herr Christopher, haben
geber, einen Kommentar zur Frage der
Nuklearwaffen), zur Verbesserung der
sprechenden Systemen auf der anderen

Sie selbst oder Ihr deutscher Gast"Forward Based Systems" (FBS) (VorfeldFBS auf der einen Seite und den entSeite?

ANTWORT: Nun, es ist die Einstellung der Vereinigten Staaten, daß man
sich im Verlauf der einleitenden Gespräche auf die landgestützten, weitreichenden eurostrategischen Systeme konzentrieren sollte. Diese Haltung
wurde vorigen Dezember bei der NATO sowohl von den Vereinigten Staaten als
auch von der Bundesrepublik Deutschland eingenommen. Daher glaube ich
nicht, daß es irgendwelche Meinungsverschiedenheiten zwischen uns hinsichtlich
der Basis geben könnte, auf der die ersten Gespräche mit der Sowjetunion
beginnen sollten. Wie Sie wissen, hat die Sowjetunion die Einstellung,
daß die FBS-Systeme in diese Gespräche mit einbezogen werden sollten.
FRAGE:

Als Sie die Frage der Vorbereitungen besprachen, die in den

kommenden Wochen getroffen werden, um diesen Vorschlag zu behandeln:
könnten Sie uns sagen, ob diese auch beinhalten, der Sowjetunion irgendeine Art von Antwort zu geben?

Oder wird lediglich analysiert, was sie

sagt?
ANTWORT:
- 3 -

�ANTWORT:

Lassen Sie mich das in einen Zusammenhang stellen.

Wie Sie

wissen, boten die Vereinigten Staaten vorigen Dezember im Zusammenhang
mit der TNF-Entscheidung an, einen ersten Meinungsaustausch mit der Sowjätunion
in bezug auf Fragen der Rüstungskontrolle 1h Europa parallel zu len TNFEntwicklungen aufzunehmen.
Reaktion der Sowjetunion.

Sieben Monate lang warteten wir auf eine
Während dieses Zeitraums beharrte die Sowjetunion

darauf, daß diese Dezember-Entscheidung aufgegeben werden müsse, bevor sie
sich an diesen Gesprächen beteiligen würde.

Nun hat die Sowjetunion während

der letzten Wochen diese ihre Haltung geändert und Verhandlungsbereitschaft
angezeigt.

Was wir nunmehr vorbereiten, ist ein vorbereitender Gedanken-

austausch zu diesem Thema.

Wie Sie wissen, ist die Haltung des Bündnisses,

diesen vorbereitenden Gedankenaustausch in SALT III einzubinden und daß
der Meinungsaustausch innerhalb des Rahmenwerks von SALT III stattfinden
sollte.

Was wir in den kommenden Wochen tun werden ist, in unseren eigenen

Regierungen die Grundlage für diesen vorbereitenden Gedankenaustausch auszuarbeiten und ihn dann innerhalb des Bündnisses in der Beratungsgruppe
zu überdenken, sodaß die Treffen mit den Sowjets zur richtigen Zeit und
rechtzeitig stattfinden können.
Ich brauche niemandem von Ihnen zu sagen, daß es sich um eine ungeheuer
komplizierte Angelegenheit handelt und daß die Vorbereitungen für das erste
Treffen sorgfältig, umfassend und intensiv sein mUssen.
FRAGE:

(teilweise unverständlich): Wird deutlich, daß die Sowjetunion

einverstanden ist, daß Waffen wie die SS-4 und SS-5 einbezogen sind?

Mit

anderen Worten, daß die entsprechenden Waffen in die einleitenden Gespräche
zusammen mit den amerikanischen FBS-Systemen einbezogen werden?

Ist ein-

deutig, daß die Sowjetunion dies akzeptiert hat?
ANTWORT:
sieren.

Ich möchte nicht die Einstellung der Sowjetunion charakteri-

Ich möchte lediglich sagen, daß sie den Eindruck macht, hinsichtlich

der nuklearen Mittel Streckenwaffen in Europa (TNF) gesprächsbereit zu sein.

�sein.

Und sicherlich dürften diese Waffen, diese Raketen in diesem

Zusammenhang stehen.

Aber ich habe nicht das Gefühl, daß seitens der

Sowjetunion irgendwelche Wünsche bestehen, eine weitere Reihe von Vorbedingungen aufzustellen.

Ich glaube, sie sind zu Gesprächen bereit •

und die Gespräche werden Tiefe und Breite herausfinden müssen.

+ + + + +

- 5 -

�Hintergrund
materiell

I 3

International Communication Agency
Embassy of the United States of America

33

16. Juli 1980

RÜSTEN FÜR DEN KOHLEBOOM
Expansion mit staatlicher Unterstützung

WASHINGTON - (AD) - Die Anstrengungen der Vereinigten Staaten, ihre
reichen Kohlevorkommen als Ersatz für Importö"! und für die Produktion von
synthetischen Brennstoffen einzusetzen, verlangen eine drastische Ausweitung der gesamten Kohlewirtschaft - das Transportwesen eingeschlossen.
Ohne staatliche Unterstützung ist diese Aufgabe nicht zu bewältigen.
Die amerikanische Regierung ist entschlossen, jede notwendige Hilfe zu
gewähren und Bedingungen zu schaffen, unter denen die Kohleindustrie so
effizient wie nur irgend möglich tätig sein kann.
Dies geschehe, wie John C. Sawhill, stellvertretender US-Ener-gieminister, auf der Jahrestagung der "National Goal Association" (Verband
der amerikanischen Kohlewirtschaft) in Washington hervorhob, durch
eine Kombination wirtschaftlicher Anreize, durch sorgfältig ausgewählte
Forschungs- und Entwicklungsprojekte und gut bedachte regulative Maßnahmen,
Die Regierung strebe eine Partnerschaft an, in der Staat und r;dt:t-ie
klar definierte Rollen übernehmen.

"Der Beweis rür unser Engagement Ist

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T e | e x : 08-85432

�ist eine eindrucksvolle Anzahl von Bundesprogrammen zur Erhöhung des
Kohleverbrauchs", so Sawhill, "während gleichzeitig sichergestellt wird,
daß Ihre (d.h. der Kohleindustrie) Anstrengungen, mehr zu liefern, nicht
unnötig behindert werden.

Teil der Programme ist der energische Vorstoß

zur Schaffung einer Synthesebrennstoff-Industrie, zur Umstellung der
Kesselbefeuerung in Kraftwerken auf Kohle, zur Beschleunigung von
Pachtgenehmigungen bei bundeseigenem Land und zur Ausschaltung von
Hindernissen für die rasche Ausweitung des Kohleexportmarktes".
Die Förderung von Heiz- und Hüttenkohle lag in den Vereinigten
Staaten im Jahr 1979 bei ca. 770 Millionen Tonnen.

Davon nahm die

amerikanische Elektrizitätswirtschaft schätzungsweise 530 Millionen
Tonnen auf.

Schon in den nächsten paar Jahren wird dieser Markt einen

hohen Zuwachs erfahren, wenn die Pläne, bis zum Jahr 2 000 etwa 270
neue Kohlekraftwerke in Betrieb zu nehmen, realisiert werden.

Diese

Kraftwerke allein würden schließlich mehr als 350 Millionen Tonnen Kohle
pro Jahr benötigen.

Dazu kämen zunächst noch 80 Heizkraftwerke, die mit

Bundeszuschüssen und Krediten in Höhe von insgesamt vier Milliarden Dollar
bis 1985 von öl- auf Kohlefeuerung umgerüstet werden sollen.

Dadurch

würden, wie Sawhill erklärte, täglich 300 000 Barrel öl eingespart;
der Kohlebedarf dieser Betriebe wird auf 25-30 Millionen Tonnen im Jahr
geschätzt.

Die gegenwärtig noch freie Kapazität des amerikanischen

Kohlebergbaus von 100 Millionen Tonnen pro Jahr wäre also bald ausgelastet,
und zwar noch ohne Berücksichtigung der zu erwartenden Steigerung der
Kohleexporte und des Eigenbedarfs der USA für die SynthesebrennstoffProduktion.
Um beispielsweise das auf der Gipfelkonferenz von Venedig von den
USA, der Bundesrepublik, Frankreich, Italien, Japan und Kanada gesetzte
Ziel zu erreichen, bis 1990 das Äquivalent von täglich 15-20 Millionen
Barrel öl aus anderen Energiequellen - die Hälfte davon aus Kohle - zu
produzieren, müßten die Vereinigten Staaten ihre Kohleexporte von fünf

- 2 -

�fünf Millionen Tonnen (im Jahr 1979) auf mindestens 100 Millionen Tonnen
pro Jahr steigern.

Die Kohleimporte der EWG-Länder dürften in den nächsten

20 Jahren auf insgesamt 280 Millionen Tonnen anwachsen (gegenwärtige
Einfuhren: 66 Millionen Tonnen im Jahr).

In der kürzlich veröffentlichten

Weltkohlestudie wurde bereits auf die Notwendigkeit verwiesen, die Schiffskapazitäten für Massengüter um mindestens 20 Prozent auszuweiten.

Für

einige amerikanische Häfen mit bisher relativ geringem Kohleumschlag
wie New Orleans (Louisiana),Mobile (Alabama), Wilmington (Delaware) und
Philadelphia (Pennsylvania; sind Erweiterungsprojekte geplant oder bereits
in Angriff genommen.

Großhäfen wie Norfolk und Newport News (Virginia)

sowie Baltimore (Maryland) sind einem verstärkten Umschlag zumindest in
den nächsten Jahren noch gewachsen.
Sawhill schätzt, daß durch die Aktivität der mit dem Energiesicherungsgesetz von 1980 geschaffenen "Synthetic Fuels Corporation" (SFC - unabhängiges staatliches Gremium zur Förderung der SynthesebrennstoffErzeugung) allein in den achtziger Jahren ein zusätzlicher Kohlebedarf von
150 bis 200 Millionen Tonnen, bis zum Ende des Jahrhunderts sogar von
etwa 300 Millionen Tonnen Kohle entsteht. Er bekräftigte erneut, daß
die SFC den privaten Sektor nicht verdrängen werde. Nach wie vor sei
es Sache der Industrie, die notwendigen neuen Werke zu bauen und die neue
Technologie zu kommerzialisieren. Jedoch sei es notwendig, der Privatwirtschaft beim Aufbau einer Synthesebrennstoffindustrie mit Krediten,
Kreditbürgschaften, Preis- und Abnahmegarantien Starthilfen und Anreize
zu geben und Projektentwicklungen zu beschleunigen. An den vielfältigen
Aufgaben sind Privatunternehmen der verschiedensten Größe und Branchen
beteiligt. Für die erste Phase des Programms hat der amerikanische
Kongreß 20 Milliarden Dollar bewilligt.
Beim US-Energieministerium gingen inzwischen, wie Sawhill berichtete,
ca. 1 000 Vorschläge von Firmen, einzelstaatlichen und kommunalen Behörden
zu technischen Studien und Kooperationsprojekten ein, die jetzt mit Vorrang

- 3 -

�Vorrang geprüft werden.

Bei zahlreichen Verfahren der neuen Kohletechnologie

sei das Versuchsstadium überwunden.

Man habe demonstrationsfähige Methoden

und Ausrüstungen zur Produktion synthetischer Brennstoffe für einen realen
und ständig wachsenden Markt entwickelt, die auch unter Gesichtspunkten des
Umweltschutzes akzeptabel seien.

Für drei wichtige Techniken der Kohle-

verflüssigung, u.a. die beiden gemeinsam mit der Bundesrepublik Deutschland
entwickelten SCR-Verfahren, beginnt in Kürze die Demonstrationsphase.

Die

SCR-Anlagen werden sowohl flüssige Synthesebrennstoffe als auch verbesserte
Festbrennstoffe erzeugen.

Sie sind so ausbaufähig, daß M t t e der achtziger

Jahre die großtechnische Produktion anlaufen kann.
Dem für Rohstofferschließung zuständigen US-Innenministerium wurde
vom Energieministerium empfohlen, in den nächsten drei Jahren genügend
zusätzliches Land für Verpachtungen freizugeben, um Kohleförderung im
Umfang von insgesamt acht Milliarden Tonnen zu ermöglichen. Das wären
50 Prozent mehr, als gegenwärtig von bundeseigenem Land gefördert werden
könnte.

In einer Art Flurbereinigung sollten, so Sawhill, kleine Parzellen

in privatem und staatlichem Besitz so arrondiert, getauscht oder zusammengelegt werden, daß sich ein Abbau von Kohle rentiert.

Die Pachtbedingungen

sollten die Möglichkeit schaffen, einige Synthesebrennstoff-Betriebe
in der Nähe der Fördergebiete zu errichten.
Sawhill ist der Auffassung, daß amerikanische Kohleexporte auch
ohne besondere Bundesinitiativen innerhalb des nächsten Jahrzehnts auf
100 Millionen Tonnen gesteigert werden könnten. "Wir streben an, Kohleexporte noch stärker anzuheben. Bei einem Preis von 50 Dollar per Tonne
könnte der Export von 100 Millionen Tonnen dem Lande fünf Milliarden
Dollar jährlich einbringen und so wesentlich zur Wiederherstellung einer
positiven Handelsbilanz beitragen. Ende des Jahrhunderts könnte die Kohle
das Getreide als unser wichtigstes Exportgut überholen . . . Wir sondieren
Mittel und Wege, um der Industrie zu helfen, die Kapazitäten für den
Bahntransport zu verbessern, Hafenanlagen auszubauen und Ausrüstungen zu_

�zu modernisieren...".
Die Vereinigten Staaten wenden, wie Sawhill ausführte, im kommenden
Jahr mehr als eine Milliarde Dollar für Forschungs- und Entwicklungsprojekte auf dem Sektor Kohle auf - d.h. 90 Prozent der für fossile
Brennstoffe vorgesehenen Mittel. Dazu gehört beispielsweise die Weiterführung von Projekten auf dem Gebiet der Wirbelschichtverbrennung, um
auch schwefelreiche Kohle umweltschonend verwerten zu können. Rund
97 Millionen Dollar sind für Programme bestimmt, in denen es um einen
besseren Wirkungsgrad der Energieumwandlung bei Brennstoffzellen und MHDSystemen geht. Mit 22 Millionen Dollar werden die Versuche zur Verwendung
von Öl-Kohle-Mischungen, mit 65 Millionen Dollar verbesserte Verfahren
zur Umwandlung und Verbrennung von Kohle und mit 50 Millionen Dollar neue
Experimente zur direkten und indirekten Kohleverflüssigung, zur Raffinerie
flüssiger Kohleprodukte, unterirdischen Kohlevergasung und für neue
Kohleaufbereitungsverfahren weiterfinanziert.
Kohle soll in den achtziger und neunziger Jahren zum Rückgrat des
amerikanischen Energiesystems werden.

Sie werde, so erklärte John Sawhill,

die Vereinigten Staaten auch in die Lage versetzen, die Inflation dort
wirksam zu bekämpfen, wo sie durch die Kosten des Importöls verursacht
ist.

Kohle werde direkt 59 000 und indirekt 295 000 neue Arbeitsplätze

schaffen - von den neuen Arbeitsmöglichkeiten im Zusammenhang mit den
Synthesebrennstoffwerken einmal ganz abgesehen.

Durch sie werde die

Produktivität wieder zunehmen, der Wert des Dollar gefestigt und das
Vertrauen in die technologische Stärke Amerikas neu belebt.

+ + + + +

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