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                  <text>Information
und
Dokumentation

r»j

L*3

BP51

International Communication Agency
Embassy of the United States of America

11. Juni 1980

28

INHALT

DOKUMENTATION
Muskie umreißt US-Außenpolitik in NBC-Fernsehinterview
- US-Außenminister in "Meet the Press" (c) 1980 NBC, Inc.
Stellvertretender US-Außenminister warnt vor Protektionismus
- Rede Christophers vor dem OECD-Ministerrat HINTERGRUNDMATERIAL
NATO-Symposion über Gütesicherung
WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Verbesserte Ulheizung
- Weniger Ölverbrauch, Schadstoffemission stark verringert
Früherkennung von Funktionsstörungen des Herzens

Um Übcr/cndung von
BcIcgcMcmplorcn wird
gebeten

Postfach 20 0 3 0 0
D 5 3 0 0 Bonn 2

Tel: 0228-89 32 40
Telex: 08-85432

�Dokumentation

3

International Communication Agency
Embassy of the United States of America

28

11. Juni 1980

MUSKIE UMREISST US-AUSSENPOLITIK IN NBC-FERNSEHINTERVIEW
US-Außenminister in "Meet the Press"
(c) 1980 NBC, Inc.

Der amerikanische Außenminister
Edmund S. Muskie hat in einem Fernsehinterview mit der Gesellschaft NBC
am 8. Juni 1980 im Rahmen der Reihe
"Meet the Press" zu zahlreichen Fragen
Stellung genommen. Das Interview hat
folgenden Wortlaut:

ANSAGE: Unser Gast im Rahmen des Programms "Meet the Press" ist
heute Außenminister Edmund S. Muskie. Konkurrent um die Präsidentschaftskandidatur der Demokratischen Partei im Jahre 1972 wurde der frühere
Senator kürzlich von Präsident Carter zum Außenminister ernannt, nachdem
Cyrus Vance zurückgetreten war. Er wurde vor einem Monat auf sein neues
Amt vereidigt.
FRAGE:

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D5300 Bonn 2
Telex: 08-85432

�FRAGE:

Herr Außenminister, Terror und Gewalt eskalieren am Westufer

- der West Bank - des Jordanflusses.

Die Europäer scheinen immer mehr für

eine Unterstützung der palästinensischen Selbstbestimmung eintreten zu
wollen.

Die israelisch-ägyptischen Verhandlungen über die Autonomie der

Palästinenser sind festgefahren, und Ministerpräsident Begin spricht von
der Gründung von zehn neuen Siedlungen auf der West Bank.

Sind nicht die

Friedensgespräche, die von Camp David ausgingen, in eine Sackgasse geraten?
ANTWORT:
einzugehen:

Das glaube ich nicht.

Um in aller Kürze auf Ihre Punkte

Erstens, ich bin zusammen mit dem Präsidenten und allen

anständigen Menschen empört über die Gewaltakte auf der West Bank, aber
gerade diese Gewaltakte sind nach meiner Ansicht der beste Grund für eine
Fortsetzung der bisher einzigen Verhandlungen, die seit der Gründung des
Staates Israel geführt worden sind, der einzigen Verhandlungen, bei denen
es nicht nur um das überleben Israels sondern auch um die Rechte der
Palästinenser geht.

Beide Punkte nämlich stehen auf der Tagesordnung.

Zweitens: Wir sind aktiv um eine Wiederaufnahme der Gespräche bemüht,
die unglücklicherweise vor ein oder zwei Wochen unterbrochen wurden, und
ich rechne damit, daß die Gespräche wieder aufgenommen werden. Einen
Zeitpunkt dafür festlegen kann ich nicht.
Drittens: Was die Möglichkeit einer Initiative von Seiten unserer
europäischen Verbündeten anbetrifft, so würden wir einer Initiative, die
die Gespräche nicht unterminiert, nicht entgegentreten, sofern sie ihrem
Wesen nach konstruktiv ist, aber wir möchten keine Initiative, durch die
die Aufmerksamkeit von den auf Camp David basierenden Gesprächen abgelenkt
wird. Von Wichtigkeit ist es, die harten Kernfragen zu verfolgen, denen
sich zu stellen die Gespräche die Verhandlungspartner gezwungen haben
und die die zentralen Probleme für jede Frage der Autonomie bilden nämlich die Selbstbestimmung für die Palästinenser, ob jetzt in Angriff
genommen oder später.
FRAGE:

�FRAGE:

Herr Außenminister, wenn immer die Israelis neue oder erweiterte

Siedlungen auf der West Bank ankündigen, so grollen und murren die Vereinigten
Staaten in der Regel darüber und dann ziehen die Israelis los und tun es.
Wird sich dieses Schema aller Wahrscheinlichkeit nun auch im Zusammenhang mit den zehn neuen Siedlungen wiederholen, von denen Begin zur Zelt
spricht?
ANTWORT: Ich hoffe doch nein! Wir haben mit aller Dringlichkeit auf
die Israelis eingewirkt, damit nicht fortzufahren, ihnen gesagt,daß es
illegal ist und daß es sich verhängnisvoll auf den Fortgang der Verhandlungen
auswirkt, die im Gange sind. Wir haben darauf immer und immer wieder hingewiesen und ich tue es heute erneut.
FRAGE: Aber haben wir denn nichts weiter als das dazu zu sagen, können
wir keinen anderen Druck aufbieten als einen Protest?
ANTWORT: Es ist ein Punkt, auf den ständig mit allem Nachdruck
hingewiesen wird, nicht nur in öffentlichen Erklärungen, wenn wir wie jetzt
hier dazu Gelegenheit haben, sondern auch nichtöffentlichen und ich versichere
Ihnen, mit allem Nachdruck!
FRAGE: Herr Außenminister, Ramsey Clark, der ehemalige Justizminister,
hat soeben den Iran verlassen, nachdem er dort eine Delegation in Mißachtung
der Bestimmungen, die Amerikanern Reisen nach dem Iran verbieten, geleitet
hat. Er glaubt, etwas Gutes getan zu haben. Glauben Sie, daß es möglich
ist, daß er dort einen konstruktiven Beitrag geleistet hat, beim Versuch
die Geiseln freizubekommen? Ja, und glauben Sie, daß es das wirklich wert
wäre, ernstlich gerichtlich gegen ihn vorzugehen, weil er dorthin gereist
ist?
ANTWORT:

Nun, die Bestimmungen wurden nicht im Hinblick auf Mr. Clark

und die Zehn - die Neun, die mit ihm gingen - erlassen.

- 3 -

Die Anordnung eines

�eines Reiseverbots nach dem Iran wurde vor allem deshalb getroffen, weil
wir um die Sicherheit der Amerikaner besorgt sind, die in einem Lande
reisen, in dem antiamerikanische

Feindseligkeit herrscht, wo es keine

Regierung gibt und auch keine Vertreter, an die wir uns wenden können, um
sie zu beschützen, falls sie in Schwierigkeiten geraten - und wir wissen
ja, daß wenn Amerikaner in Schwierigkeiten geraten, auch dort,wo wir keine
Vertretung haben, sie dann auf die Regierung der Vereinigten Staaten
blicken, damit sie sie schütze; und im Iran sind die Möglichkeiten für einen
solchen Schutz minimal, wie es ja wohl offenkundig ist.
Präsident diese Maßnahme getroffen.

Darum hat der

Und dann sind diese zehn Amerikaner

entgegen dieser Politik nach dem Iran gereist - nun, nicht entgegen dieser
Politik,aber ungeachtet dieser Politik und nun prüfen die Zollgrenzbehörden
ihren Besuch, um etwaige Verstöße gegen die in Frage kommenden Gesetze
festzustellen.

Der Zweck dieser Maßnahmen ist nicht die Bestrafung von

Leuten, die gegen sie verstoßen, sondern die Leute daran zu hindern, dorthin
zu reisen.
•

FRAGE:

•

Werden Sie ihn sehen oder wird einer von Ihren Mitarbeitern

mit ihm oder einem anderen Mitglied der Delegation sprechen, um einen
Bericht zu erhalten?
ANTWORT: Nun, wenn einer von ihnen glaubt, er könne uns nützliche
Informationen zukommen lassen, dann werden wir sie natürlich gern entgegennehmen.
FRAGE: Herr Außenminister, in den Vereinigten Staaten befinden sich
unter den in letzter Zeit aus Kuba angekommenen Personen etwa 800, bei
denen es sich um echte Kriminelle, Geisteskranke oder Gewalttäter in den
Flüchtlingszentren handelt. Können Sie sie wieder loswerden, können Sie
sie wieder nach Kuba bringen lassen, wenn Castro sagt, er werde sie nicht
mehr aufnehmen?
ANTWORT:

�ANTWORT:

Zunächst einmal muß festgestellt werden, daß sie herzusenden

zu uns eine Verletzung des internationalen Rechts darstellt, und wir haben
Herrn Castro e^'ne starke Protestnote Ubersandt und ihn darauf aufmerksam
gemacht,

Wenn er nicht, reagiert und diese speziellen Kubaner zurücknimmt,

dann werden wir die Verfahren anwenden, die für eine Ausweisung aus unserem
Lande vorgesehen sind - es gibt Verfahren dafUr.
FRAGE!:

Durch die Vereinten Nationen?

ANTWORT: Wir können die Frage der Verletzung von Internationalem
Recht durch die Vereinten Nationen und durch die Organisation Amerikanischer
Staaten (OAS) aufbringen, aber wir können auch Verfahren benutzen, um sie
nach unserem eigenen Recht auszuweisen. Wir werden sie in besonderen sicheren
Lagern festhalten bis wir eine Gelegenheit finden, sie wieder dorthin
zurückzubringen, wo sie hergekommen sind.
FRAGE:

Könnte man sie nicht in unseren Stutzpunkt in Guantanamo (auf

Kuba) bringen und sie durch das Tor abschieben?
ANTWORT: Die Schwierigkeit dabei wäre, daß sich durchaus Fragen
ergeben könnten, ob wir damit nicht den Pachtvertrag verletzen würden,
aufgrund dessen wir den Stützpunkt unterhalten, und Guantanamo ist ohnehin
ein sehr heißes Eisen in den kubanisch-amerikanischen Beziehungen; und
zweitens könnte eine derartige Handlungsweise unsererseits auch umgekehrt
angewandt werden, Herr Castro könnte sich entschließen - da die Türen ja
nach innen und nach außen aufgehen - Guantanamo als einen Weg zu benutzen,
um einen weiteren Exodus von Kubanern auf amerikanischen Besitz und über
diesen Besitz in unser Land zu bringen.
FRAGE:

Die jüngste Flut hat jetzt einen Stand von 110 000 Kubanern

erreicht, und man hört, daß noch einige mehr unterwegs sein sollen.

Sind

die Vereinigten Staaten absolut unfähig und ohne Hoffnung, diese Flut zu

- 5 -

�zu stoppen?

Sind wir Castro auf Gnade oder Ungnade ausgeliefert?

ANTWORT:

Nun, ich glaube nicht.

Der erste Punkt, Herr Rowan, auf

den ich hinweisen möchte, ist - und das ist ein Punkt, den wir nicht so
unterstreichen können, wie wir möchten - daß der Wunsch von Menschen von Kubanern in dieser Zahl, ihr Land zu verlassen - und die amerikanische
Presse und die lateinamerikanische Presse in ganz Südamerika haben diesen
Punkt herausgestellt - daß dieser Exodus ein konkreter und dramatischer Beweis
für das Versagen des Systems Castros und seines Landes ist.
Was nun unsere Reaktion darauf anbetrifft, so haben natürlich
viele dieser Kubaner Verwandte hier in unserem Lande, und sie kommen hierher,
um sich mit ihren Familien wieder zu vereinigen, auf deren Wunsch hin. Als
Ergebnis haben wir, ich glaube 50 000 in dieser Kategorie eine neue Heimat
gegeben. Es gibt andere, die hierher kommen, in der Suche nach Freiheit
und in der Suche nach wirtschaftlichen Möglichkeiten, und hinsichtlich
dieser Flüchtlinge besteht eine internationale Verantwortung, und andere
Länder haben das anerkannt. So halten sich beispielsweise Vertreter von
Argentinien und Australien derzeit in unserem Lande auf, um die Möglichkeit
zu prüfen, ihren Anteil an der Last zu übernehmen. Die Konferenz von
San Jose hat das internationale Anliegen hinsichtlich dieses Problems
zum Ausdruck gebracht.
Und es handelt sich doch nicht bei allen um Gauner - es sind weniger
als 1 000 von den 100 000 Gauner. Was die übrigen anbetrifft, so suchen sie
die Art von Zukunft, die Flüchtlinge seit ewigen Zeiten gesucht haben, und
wir werden versuchen, dies zu einer internationalen Aufgabe zu machen.
Es wird international anerkannt, daß eine solche Notwendigkeit besteht,
und wir werden darauf drängen»
FRAGE: Herr Außenminister, Sie sagen, daß Sie mit einer Wiederaufnahme
der Verhandlungen über eine palästinensische Autonomie zwischen Ägypten und

�und Israel recnnen.

Basiert diese Erwartung auf re:ner Hoffnung, oder haben

S e eine Formel ausgearbeitet» die sie wieder zusammenbringen wird?
ANTWORT:

Es beruht zunächst einmal auf dem Wunsch beider Seiten, die

Verhandlungen fortzjsetzen, den anhaltenden Bemühungen beider Seiten und
der Vereinigten Staaten3 eine Forme" für die Wiederaufnahme der Verhandlungen
zu finden, nachdem da

unglückliche in der Knesset eingebrachte Gesetz

diese jUngste Pause verursacht hat. Und es besteht ein so starker Wunsch,
voranzukommen und die noch offenen Fragen in den Griff zu bekommen, daß es
nach meiner Meinung zu einer Wiederaufnahme der Verhandlungen kommen wird.
Ich will mich da zeitlich nicht festlegen, aber ich bin nicht mutlos,
FRAGE:

Aber Sie haben noch keine Formel ausgearbeitet?

ANTWORT: Wir haben eine Vielfalt von Formeln erwogen, eine nach
der anderen, and die Möglichkeiten sind noch nicht erschöpft.
FRAGE:

Herr Außenminister, Sie wissen selbst, daß wir in einem Jahr

mit Präsidentschaftswahlen leben, und der Fortschritt in der NahostDiplomatie kommt traditionellerweise in e.nem Präsidentschaftswahljahr
zu einem Halt, Glauben Sie wirklich» daß in diesem Jahr ein wesentlicher
Fortschritt in den Autonomieverhandlungen erzielt werden kann?
ANTWORT:

Ich meine, die Fortsetzung der Verhandlungen ist eine

positive Entwicklung

Ich kenne die Schwierigkeit, viele der innen- und

außenpolitischen Probleme in einem Wahljahr zu lösen, aber ich glaube, diese
Frage ist so wichtig, und welcher Druck dahinter steht, wird aus der Reihe
qualvoller Akte der Unmenschlichkeit in der West Bank nur zu deutlich.

Ich

glaube die Forderungen nach Fortschritten sind so stark, daß wir nach
meiner Meinung weiterhin einfach vorwärts drängen müssen,, Und was ich
meinen guten Freunden in Europa als Argument sagen möchte, ist, daß wir
ganz nahe an der Lösung der fünf wichtigsten noch offenen Fragen bezüglich

- 1

�bezüglich der Autonomie sind.

Es gibt keinen Weg, sich aus diesen Problemen

zurückzuziehen, es sei denn man bietet den Verhandelnden eine Ausrede,
sich zurückzuziehen.

Und es besteht natürlich eine Versuchung, sich

zurückzuziehen, denn wenn man zu solchen Fragen kommt, wie Siedlungen, Land,
Wasser, Sicherheit, Übertragung von Macht an eine Selbstverwaltungsbehörde,
dann kann man nicht lange über diese Dinge sprechen, ohne schließlich mit
der Lösung dieser Fragen konfrontiert zu werden.
wir drängen:

Und es ist das, worauf

Laßt nicht nach - und wenn das Erfolg hat, dann glaube ich,

werden wir selbst in einem Wahljahr einigen Fortschritt erzielen können.
FRAGE:

Herr Außenminister, man muß nunmehr zugestehen, daß Gouverneur

Reagan die Nominierung durch die Republikanische Partei gewonnen hat und
er unser nächster Präsident sein könnte.

Er hat davon gesprochen, zu

Taiwan wieder eine offizielle Beziehung zu unterhalten - anstelle dieser
Art von halboffizieller Beziehung, die wir derzeit haben.

Könnte dies Ihrer

Meinung nach unsere Beziehung zur Volksrepublik China stören, die sich gerade
entwickelt?
ANTWORT: Ich glaube, ja. Ich glaube, es wäre ein unerwünschter
Schritt zurück. Mir scheint, wir haben sowohl mit der Volksrepublik China
als auch mit Taiwan Übereinkommen ausgearbeitet, bzw. arbeiten daran, die
inoffiziell sind und die für beide China von wachsendem Vorteil sind auch wenn zwar keine der beiden Seiten eingesteht, daß es zwei solche China
gibt, aber dennoch zwei politische Einheiten existieren. Und ich sehe
keinen Grund, warum dieser Prozeß nicht weitergehen sollte.
FRAGE:

Lassen Sie mich eine Frage über einen demokratischen

Präsidentschaftsbewerber stellen.

Sie selbst sind ja ein ehemaliger

demokratischer Präsidentschaftsbewerber;

Sie kennen Senator Kennedy ziemlich

gut; Sie sind jetzt in einem Bereich der Außenpolitik tätig, wo es wahrscheinlich zwischen ihm und Präsident Carter mehr Übereinstimmung als
Meinungsverschiedenheiten gibt.

Wie beurteilen Sie die Auswirkungen

- 8 -

�Auswirkungen der anhaltenden Konfrontation zwischen Senator Kennedy und
dem Präsidenten auf die Wahlaussichten der Demokraten?
ANTWORT:

Oh, Sie bringen mich jetzt in einen politischen Bereich,

den Außenminister nicht betreten sollten, aber ich will Ihnen wenigstens
eine allgemeine Beobachtung mitteilen:

Ich bin Zeuge oder Teilnehmer von

Vorwahlen gewesen, die den Eindruck gaben, zu einer Spaltung zwischen
Demokraten zu führen; manche erreichten das, manche nicht.

Ich kann nicht

in der Zukunft lesen, um zu sagen, wie es diesmal ausgehen wird.
FRAGE: Kommen wir zur konkreten Außenpolitik zurück: Wäre es
in der gegenwärtigen Situation im Nahen Osten von Vorteil, wenn die
israelische Regierung die beiden palästinensischen Bürgermeister, die West
Bank-Bürgermeister, die jetzt in diesem Land sind und von den Israelis
ausgewiesen wurden, wieder zurückließe?
ANTWORT:
FRAGE:

Ich glaube, ja.
Haben Sie sie darum ersucht?

ANTWORT: In bezug auf Themen dieser Art bin ich der Ansicht, man
sollte sie auf der Verhandlungsebene belassen, wo sie derzeit sind, bevor
ich oder irgendjemand sonst versucht, bestimmte Themen dieser Art außerhalb
des Camp-David-Prozesses zur Verhandlung zu stellen. Ich glaube, wir
würden sonst die Bedeutung dieses Prozesses nur verringern.
FRAGE:

Herr Außenminister, Ihr Vorgänger, Cyrus Vance, vertrat

kürzlich in Harvard ziemlich leidenschaftliche die These, daß es ein
schwerer Fehler wäre, sollten die Vereinigten Staaten den SALT-Vertrag
mit den Russen nicht in diesem Jahr ratifizieren.
Washington kommt es so vor, als sei dies unmöglich.

Den meisten Leuten in
Ist es möglich?

Und ganz speziell: ist es möglich, nach den Wahlen eine Sondersitzung des

- 9 -

�des Kongresses anzuberaumen, um die Frage aufzugreifen?
ANTWORT:

Ich möchte auf drei spezielle Punkte zu sprechen kommen:

Erstens ist die Invasion Afghanistans eine so bedeutsame Abkehr von der
sowjetischen Norm hinsichtlich ihres internationalen Verhaltens und eine
so bedeutsame Bedrohung oder potentielle Bedrohung für die strategischen
Interessen der Vereinigten Staaten, daß wir unseren Widerstand dagegen
nicht aufgeben können.
Zweitens müssen wir uns in Einklang hiermit darüber im klaren sein,
daß Rüstungskontrolle ebenfalls in unserem nationalen Sicherheitsinteresse
liegt.

Eine Menge Leute haben Schwierigkeiten damit, beide Ziele gleich-

zeitig zu verfolgen.
Mein dritter Punkt, auf den ich hinweisen möchte, ist folgender:
Solange die derzeitige Präsenz der Sowjets in Afghanistan anhält, wird es
im Senat nicht genügend Stimmen geben, um SALT II zu ratifizieren. Das
ist eine Tatsache, mit der wir uns auseinandersetzen müssen. Dennoch
halte ich es für notwendig, daß wir uns für Rüstungskontrolle starkmachen,
während wir den Druck unserer Politik darauf richten, die Sowjets dazu zu
bringen, aus Afghanistan abzuziehen und sie davor abzuschrecken, noch
weiter zu expandieren. Ob sich nun eine Möglichkeit ergeben wird, Bewegung
in die Angelegenheit zu bringen - vor oder nach den Wahlen -, hängt meiner
Meinung nach von drei Punkten ab:
Erstens, von der Entwicklung der sowjetischen Politik in Afghanistan;
zweitens, wie dies in unserem Land politisch aufgenommen wird;
drittens, verständlicherweise

von den Wahlergebnissen am 4. November.
FRAGE:

- 10 -

�FRAGE:
zusammen.

Sie trafen vorigen Monat mit Außenminister Gromyko in Wien

Gibt es Pläne für ein weiteres Treffen oder etwas anderes, um

den damals angefangenen Dialog fortzuführen?
ANTWORT: Ich glaube, dieses Treffen bekräftigte die Tatsache, daß
ein Dialog von Zeit zu Zeit wichtig ist. Ich habe für ein weiteres Treffen
keine speziellen Pläne, aber ich möchte nicht die Möglichkeit ausschließen,
daß zu einem bestimmten Zeitpunkt bei gegebener Entwicklung und im gegebenen
Augenblick ein ähnliches Treffen in unserem nationalen Interesse sein könnte;
aber derzeit gibt es keine Pläne für weitere Treffen.
FRAGE: Herr Außenminister, Cyrus Vance trug auch vor, was nach Meinung
mancher Leute eine sehr ernste Kritik der Regierung war, daß nämlich Außenpolitik nach den Emotionen des Augenblicks gemacht wird und danach, was politisch
opportun ist. Wenn wir unsere augenblickliche Politik gegenüber der Sowjetunion betrachten, gegenüber Israel und so weiter: Könnte man nicht zu dem
Schluß kommen, daß Vance unbestreitbare Kritik geübt hat?
ANTWORT: Ich habe die Rede gelesen. Ich habe sie in der Nacht gelesen,
als sie gehalten wurde, und ich rief ihn danach an und machte ihm ein
Kompliment dafür. Aber ich beurteile jenen Teil der Rede, auf den Sie sich
beziehen, als eine allgemeine amerikanische Haltung, die schon seit langer
Zeit von vielen Regierungen dadurch widergespiegelt wird, daß sie bald so,
bald anders handeln; das ist, glaube ich, eine Widerspiegelung unseres
politischen Prozesses und unserer Tendenz, so zu reagieren, weil gleichmäßige
Stetigkeit nur schwer durchzuhalten ist, wenn unvorhersehbare Ereignisse
und Maßnahmen anderer Länder das durchkreuzen, was unser Fortschritt hin
auf früher gesteckte Ziele zu sein scheint.
Zum Beispiel war die sowjetische Invasion Afghanistans sicherlich
nicht vorhersehbar.

Ich meine damit nicht, ob es irgendwie von unseren

Nachrichtendiensten hätte vorhergesehen werden können; vielmehr meine ich

- 11 -

�ich die Öffentlichkeit, den Kongreß, die Aussicht auf Ratifizierung von
SALT II. Diese Invasion war nicht vorherzusehen, und als Folge mußten wir
die Ratifizierung von SALT II fallenlassen.

Das ist nun keine Unbeständigkeit.

Wir mußten sie fallenlassen, weil es keine Stimmen dafür gab.
FRAGE:

Wollen Sie damit sagen, daß es für uns unmöglich ist, eine

beständige, langfristige Politik der Sowjetunion gegenüber zu verfolgen, weil
sie Unerwartetes unternimmt, wie etwa die Invasion Afghanistans?
ANTWORT:

Nein, aber es ist eine Sache, eine langfristige Politik zu

haben, und es ist eine andere Sache, eine taktische Politik zu haben,
um auf Änderungen oder plötzliche Abweichungen der sowjetischen Politik zu
reagieren.

Ich meine, die sowjetische Politik muß langfristig etwas sein,

was wir fortwährend beurteilen müssen, was aber gleichzeitig zu beurteilen
ist hinsichtlich ihrer Schritte von Woche zu Woche, von Monat zu Monat und
von Jahr zu Jahr.

Dies könnte dann unsere langfristige Auffassung ändern,

wie dies meiner Meinung nach bei der Invasion von Afghanistan der Fall war.
Nachdem sie stattgefunden hat, muß das, was wir heute oder nächste Woche,
in diesem Jahr, diesem Wahljahr, tun, von dem beeinflußt werden, was sie
getan haben.

Und das war eben unerwartet, und eine Änderung in der sowjetischen

Außenpolitik, der unsere Reaktion darauf entsprach.
Wissen Sie, ich weiß eigentlich nicht genug über Fußball, um das wie
ein Experte zu beschreiben. Aber Sie sehen doch auch, wie ähnliche taktische
Veränderungen auf einem Fußballfeld stattfinden.
FRAGE: Herr Außenminister, die Regierung hat offensichtlich das
Problem der Geiseln im Iran absichtlich etwas aus dem Bewußtsein der
Öffentlichkeit genommen. Wie kann dieses Problem Ihrer Meinung nach überhaupt je gelöst werden?
ANTWORT:

- 12 -

�ANTWORT:

Ich glaube, wir haben es im Sinn unserer Bedenken und

unserer Anstrengungen überhaupt nicht weniger ins Bewußtsein gebracht.
ist nur weniger sichtbar.

Es

Wir versuchen, alle Wege der direkten und der

indirekten Diplomatie zu verfolgen, um die Iraner davon zu überzeugen, daß
es in ihrem eigenen Interesse liegt, die Geiselaffäre hinter sich zu bringen,
und wir sehen in -unehmendem Maße, daß dies dort auch so beurteilt wird.
In der Tat hat ja Mr. Clark heute schon in einem anderen Programm erwähnt, daß
die Stimmung im Iran sich hinsichtlich der Geiseln dramatisch gewandelt hat.
Es hat nun schon eine ganze Reihe von Schritten dieser Art von indirekter
Diplomatie gegeben, die darauf gerichtet sind, daß bestimmte Gruppen der
iranischen Gesellschaft dabei mithelfen, daß sich diese Überzeugung durchsetzt. Es ist in immer stärkerem Maß in ihrem Interesse, dieses Gel seiProblem hinter sich zu bringen, und da sie beginnen, dies zu begreifen, werden
die Anstrengungen guter Freunde und vielleicht auch unsere eigenen Anstrengungen
schließlich zur Freilassung der Geiseln fUhren,
FRAGE:

Aber sie sagen, daß das Problem von ihrem Parlament bis Ende

Juli noch nicht einmal besprochen werden wird.

Haben Sie irgendeine Hoffnung,

daß die Geiseln vor diesem Zeitpunkt freigelassen werden könnten?

Und

was würden Sie tun, falls das Parlament entscheidet, einigen der Geiseln den
Prozeß zu machen?
ANTWORT:

Was sie in der Öffentlichkeit sagen, ist nicht immer in

Einklang mit den Anstrengungen, die von Iranern im Stillen gemacht werden,
um ein anderes Ergebnis zu erreichen.

Bisher bestand das Problem immer

darin, daß keiner die umfassende Regierungsautoritä't hatte.
sie sich, wenn auch noch nicht gänzlich, im Parlament.

Jetzt konzentriert

Und wenn wir erst

einmal eine Regierung haben, die dem iranischen Volk verantwortlich ist
für die Geiselfrage und für das Wohlergehen des iranischen Volkes, dann
wird diese Regierungsautorität beides zusammen in Rechnung stellen müssen,
und wir werden etwas haben, womit wir uns befassen können.
FRAGE:
- 13 -

�£

FRAGE:

Herr Außenminister, wenn die Sowjets sich weigern, aus

Afghanistan abzuziehen, wie es derzeit der Fall zu sein scheint, und wenn
wir tatsächlich so lange nicht mehr mit ihnen reden, bis sie abziehen:
Befinden wir uns dann in einer Periode stärkerer Spannung und Konfrontation
mit der Sowjetunion, die sich über Jahre hinaus erstrecken könnte?
ANTWORT:

Die Sowjets sind durch die Reaktion der Welt auf ihre

Invasion in Afghanistan eingekeilt.

In diesem Zusammenhang hat mich eine

Veröffentlichung von Herrn Sacharow in der heutigen New York Times interessiert.
Ich meine, wenn Regierungen Schritte der Art unternehmen, wie dies die
Sowjetunion in Afghanistan getan hat und die Art von Widerstand erfährt,
wie sie dies dort tut, dann werden diese Regierungen anfangen, über ihre
Politik nachzudenken - wie die Sowjets es offensichtlich tun.

Aber das

bedeutet nicht, daß es eine schnelle und einfache Lösung geben wird.
ABSAGE:

Herr Außenminister, vielen Dank für Ihren Besuch hier bei

"Meet the Press".

- 14 -

�ßimiEfi
7 Elf l

/

1 1 lol

^ J

Dokumentation
1

International Communication Agency
Embassv of the United States of America

11. Juni 1980

28

STELLVERTRETENDER US-AUSSENMINISTER WARNT VOR PROTEKTIONISMUS
- Rede Christophers vor dem OECD-Ministerrat -

PARIS

- (AD) - Der Stellvertretende amerikanische Außenminister,

Warren Christopher, hat vor einem wirtschaftlichen Protektionismus gewarnt,
da Handelsbeschränkungen die Lage nur verschärfen würden.

In einer Rede

vor dem Ministerrat der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit
und Entwicklung (OECD), in der alle wichtigen Industriestaaten des Westens
zusammengeschlossen sind, betonte Christopher am 3. Juni 1980, daß die
Mitgliedstaaten ihre eigenen wirtschaftlichen Schwierigkeiten auch nicht
als Vorwand für niedrige Entwicklungshilfe benutzen dürften.
Die Rede von Warren Christopher hat folgenden Wortlaut:
Ich freue mich, an der Jahrestagung des OECD-Ministerrates teilnehmen
zu dürfen.

Ich überbringe Ihnen die besten Grüße und Wünsche unseres Außen-

ministers, der außerordentlich bedauert, daß ihn die Belastung durch die
neu übernommenen Aufgaben an einer Teilnahme hier hindert.

Außenminister

Muskie ist sich der Dringlichkeit wirtschaftlicher Probleme in den heutigen

Postfach 20 03 00 Tel: 0228-89 32 40
D5300 Bonn 2
T e | e x : 08-85432

�heutigen internationalen Beziehungen zutiefst bewußt - Probleme, die das
Leben all unserer Völker unmittelbar berühren.

Er unterstützt nachdrücklich

die Anstrengungen der OECD, eine koordinierte Antwort auf unsere gemeinsamen
wirtschaftlichen Probleme zu finden.
Die OECD hat zwar schon immer eine nützliche Rolle beim Informationsaustausch und der Koordinierung der Politik gespielt, aber ihre Bedeutung
hat in den letzten Jahren gewaltig zugenommen.

Die Ereignisse in diesem

Zeitraum haben über allem Zweifel gezeigt, daß die wirtschaftlichen Probleme,
vor denen wir stehen, sich einer Kirchturmpolitik und nationalen Lösungen
entziehen.

Nur durch Zusammenarbeit können wir die zerstörerischen, auf

Kosten des Nachbarn betriebenen Wirtschaftspolitiken vermeiden, die unseren
Ländern so teuer zu stehen kamen.
Die Wirtschaftstheorie hebt die Interdependenz der sich uns stellenden
Probleme wie auch die absolute Notwendigkeit hervor, sie in einer zusammenhängenden und gegenseitig zu vereinbarenden Weise anzupacken. Ich halte
es jedoch für wichtig, zwei unterschiedliche Arten der Interdependenz
zu betonen. Die eine Art liegt auf der Hand und ist praktisch zu einem
Klischee geworden: die Interdependenz unserer Volkswirtschaften. So
offensichtlich diese Tatsache auch ist, so muß sie doch immer wieder
hervorgehoben werden. Da Probleme wie Energie, Inflation und Arbeitslosigkeit
offensichtlich sehr schwer in den Griff zu bekommen sind, hat uns das zur
Suche nach kooperativen Lösungen ermutigt. Die internationale Zusammenarbeit kann paradoxerweise gerade jetzt besonders großen Nutzen bringen,
da die Forderungen nach Einführung von Maßnahmen immer lauter werden, die
sich unausweichlich als gegenseitig zerstörerisch erweisen würden.
Bei den entscheidenden Variablen der Wirtschaft haben in letzter
Zeit beispiellose Veränderungen stattgefunden.

Infolgedessen ist es für

uns besonders schwierig, die künftigen Auswirkungen dieser Veränderungen
und ihre Rückwirkungen auf unsere Wirtschaftspolitik vorauszusagen.

- 2 -

Die

�Die Zusammenarbeit im Rahmen der OECD wird uns bei der Gestaltung der
Politik wenigstens ein gegenseitig übereinstimmendes Weltbild vermitteln.
Darüber hinaus stehen alle unsere Volkswirtschaften vor der gewaltigen
Aufgabe der Anpassung an höhere Energiepreise - nicht nur auf dem Energiesektor selbst, sondern in allen Bereichen der Wirtschaft. Bei dieser
Anpassung gibt es Schritte, die wir gemeinsam tun können, und die uns daher
einen größeren Nutzen bringen als Maßnahmen, die wir jeder getrennt und
unkoordiniert ergreifen würden. Zu diesen Schritten gehört, daß wir die
Lasten gemeinsam tragen und auf gemeinsame Ziele zugehen. Die Zusammenarbeit
kann sicherstellen, daß die Maßnahmen, wir wir zur Stärkung unserer eigenen
Volkswirtschaften treffen, nicht auf Kosten der Wirtschaftstätigkeit anderer
Länder gehen.
Die zweite Art der Interdependenz, die ich hervorheben möchte, ist
der Zusammenhang zwischen allen großen wirtschaftlichen Problemen, vor denen
wir stehen.

Hohe Energiepreise, Inflation, langsames wirtschaftliches

Wachstum, Protektionismus und Recycling stehen alle in einem inneren
Zusammenhang.

Wir können daher keines dieser Probleme sinnvoll für sich

allein anpacken.
So ist beispielsweise Energie ein Problem eigener Art. Aber der
Preis von und die Versorgung mit Energie werden im kommenden Jahrzehnt
alle Aspekte unserer makroökonomischen Tätigkeit stark beeinflussen: wie
Inflation, Produktivität und Arbeitslosigkeit. Gleichzeitig werden die
dramatischen Veränderungen in der Leistungsbilanz der am wenigsten entwickelten
Länder (LDC) in diesem Jahr diesen Ländern aufgrund der Erhöhung des
Energiepreises Schwierigkeiten bereiten. Unser makroökonomisches Verhalten
wird umgekehrt dafür bestimmend sein, ob die LDC in der Lage sein werden,
ihr Wachstum aufrechtzuerhalten und eine Verschärfung des Problems ihrer
Verschuldung zu vermeiden. Und schließlich werden all diese Probleme unsere
Handelsbeziehungen und unserer internationalen Finanzbeziehungen beeinflussen.
Da
- 3 -

�Da unsere Volkswirtschaften vor großen, durch die öl Preiserhöhung
hervorgerufenen Zahlungsbilanzdefiziten und einem langsameren realen
Wirtschaftswachstum stehen, werden die Forderungen nach protektionistisehen
Maßnahmen sicherlich zunehmen.
Die OECD bietet uns eine lange Erfahrung der nützlichen Zusammenarbeit
bei diesen Problemen der Interdependenz, und ihre derzeitige Arbeit bietet
ein volles Programm.

Lassen Sie mich kurz die nach meiner Meinung wichtigsten

Punkte dieses Programms aufzählen.
Die Energie ist das Gebiet,auf dem der Umfang der möglichen Zusammenarbeit am größten und vielleicht am lebenswichtigsten ist.

Wir können nur

gewinnen, wenn wir nicht nur einen zerstörerischen Wettlauf um knappe
Angebote in Perioden zeitweiliger Ausfälle vermeiden, sondern auch, wenn
wir gemeinsame Anstrengungen zur Anpassung an höhere Energiepreise unternehmen.

Vor zwei Wochen haben sich unsere Kollegen auf der Ministertagung

der Internationalen Energieagentur (IEA) dafür ausgesprochen, unsere
Koordinierung dieser entscheidend wichtigen Fragen zu verbessern.

Ich rufe

alle heute hier vertretenen Regierungen auf, die Beschlüsse jener Tagung
zu unterstützen und die geeigneten politischen Maßnahmen zu ergreifen, um
unsere Abhängigkeit von importiertem öl zu verringern und alternative
Energiequellen zu entwickeln.
Die wichtigste Aufgabe der Durchführung unserer makroökonomischen
Politik ist die Bewältigung der Inflation. Das wird keine leichte Aufgabe
sein. Aber wir können nicht mit einer Rückkehr zu einem starken und
anhaltenden Wachstum rechnen, solange wir die Inflation nicht in den Griff
bekommen. Ich möchte einen wichtigen Aspekt der Rolle der OECD dabei hervorheben. Die Politik der Zurückhaltung, die für die Bekämpfung der
Inflation so notwendig ist, birgt ihre eigenen Risiken, da wir vor einer
Verlangsamung des Weltwirtschaftswachstums stehen. Da das Wachstum keines
Landes von seinem Handel mit anderen Ländern unabhängig ist, wird die

- 4 -

�die reguläre Zusammenarbeit innerhalb der OECD bei der Erörterung der
Analyse der makroökonomischen Politik noch wichtiger werden, um sicherzustellen, daß der Abschwung in der Wirtschaftstätigkeit nicht noch schlimmer
wird, als wir heute befürchten.
Gemeinsames Handeln wird uns auch in unseren Beziehungen zu den
Entwicklungsländern helfen. Höhere Energiekosten und das langsamere Wachstum
unserer Volkwirtschaften wird das wirtschaftliche Wachstum in den Entwicklungsländern dämpfen. Wir müssen und können ihren Problemen auf vielerlei Weise
begegnen.
Erstens, wir müssen sie in ihrer Anpassung an höhere ölpreise unterstützen. Wir sollten sie anhalten zur Energieeinsparung, zu wirtschaftlicher
Nutzung der Energie und zur Entwicklung herkömmlicher und alternativer
Energiequellen. Wir müssen den armen Entwicklungsländern garantieren,
daß ihnen trotz unseres eigenen langsameren Wachstums unsere Märkte weiterhin
für ihre Exporte offenstehen werden.
Zweitens, wir müssen den ärmeren Entwicklungsländern bei der
Finanzierung ihrer Zahlungsbilanzdefizite während der Übergangsperiode
helfen.

Hier liegt unsere Aufgabe darin, die derzeit im Gang befindlichen

Reformen der internationalen Finanzierungsinstitute zu unterstützen, die
darauf abzielen, daß ihnen eine ausreichende Finanzierung zu akzeptablen
Bedingungen auf mittlere Frist zur Verfügung steht.
Und schließlich müssen wir einsehen, daß für die ärmsten der
Entwicklungsländer sowohl Hilfe als auch Finanzierung erforderlich sein
wird.
Wir müssen der Versuchung widerstehen, unsere eigenen wirtschaftlichen
Probleme als eine Ausrede für niedrigere Hilfeleistungen an Entwicklungsländer zu benützen.

Die ölexportierenden Länder und die Länder mit zentral

- 5 -

�zentral geplanten Volkswirtschaften haben auf diesem Gebiet ebenfalls
eine Verantwortung.

Wir möchten hoffen, daß die großen Überschußländer

sowohl durch Hilfeleistungen als auch durch Finanzierungsabmachungen eine
wichtige Rolle spielen werden, das Recycling (den Rückfluß) ihrer Überschüsse
in die Defizitlander sicherzustellen.
Obwohl uns die Zusammenarbeit im Rahmen der OECD bei der Bewältigung
der Energieverknappung und der Probleme der Entwicklungsländer helfen wird,
so liegt gerade auf dem Gebiet des Handels die größte Versuchung, unseren
eigenen, getrennten, nationalen Weg zu gehen.

Natürlich gibt es immer

Forderungen, unsere binnenwirtschaftlichen Probleme durch den Schutz der
Industrien zu beheben, die importanfällig sind.

Diese Forderungen werden

sich in der Zeit des langsamen Wachstums, das vor uns liegt, verstärken.
Wir müssen uns jedoch darüber im klaren sein, daß die Lösung durch verstärkte
Protektion eine Illusion ist. Als Gruppe können wir durch Handelsrestriktionen
nur schlechter und nicht besser daran sein.

Das hat sich immer als richtig

erwiesen, und offener Handel hat noch an Bedeutung gewonnen, so wie die
Notwendigkeit der Inflationsbekämpfung zugenommen hat.
Wir müssen auch der Versuchung widerstehen, durch die Subvention
von Exportkrediten, die die Marktkräfte verzerren, unsere Wettbewerbsfähigkeit
zu erhöhen. Zu diesem Zweck müssen wir unsere Abmachung über Exportkredite in Übereinstimmung mit den Realitäten des derzeitigen Kreditmarktes
bringen.
Die Vielfalt umd Komplexität der wirtschaftlichen Probleme, vor denen
wir stehen, verlangen von uns, Prioritäten zu setzen, und unsere Aufmerksamkeit
zu konzentrieren. Ich habe die vier Probleme umrissen, die für die
Vereinigten Staaten am dringendsten erscheinen. Aber die OECD und ihr
Sekretariat haben auch wertvolle Hilfe für andere Probleme geboten, die auf
lange Sicht unsere Aufmerksamkeit fordern werden.
Beispielsweise

�Beispielsweise müssen wir uns Sorgen über die Zunahme des Drogenmißbrauchs machen.

Die Heroin-Sucht hat in alarmierender Weise in ganz

Europa zugenommen und wächst jetzt in den Vereinigten Staaten.

Zum

erstenmal hat sich der Entwicklungshilfeausschuß auf mehreren informellen
Sitzungen mit der Auswirkung bilateraler Hilfsprogramme auf die ungesetzliche
Rauschgiftherstellung, der Quelle unseres Heroin-Problems, befaßt.

Die OECD

hat ferner die Aufstellung statistisch vergleichbarer Daten über Drogenmißbrauch unternommen, damit die Mitgliedsländer einen wirksameren
Informationsaustausch auf diesem Gebiet pflegen können.
Die OECD hat sich auch als außerordentlich ansprechbar für sich
verändernde Bedingungen und Erfordernisse auf anderen "nicht traditionellen"
Gebieten von wachsender Bedeutung für die Mitgliedsländer erwiesen. Die
persönliche Rolle des Generalsekretärs bei der Organisation der Türkei-Hilfe,
auf die unsere Mitglieder reagiert haben, läßt die Fähigkeit der Organisation
erkennen, zur Lösung ernster Probleme rasch zu handeln.
Die Konferenz auf hoher Ebene über die Beschäftigung der Frau im
April dieses Jahres hat, ebenso wie die Konferenz über Jugendarbeitslosigkeit
im Jahre 1978 wesentlich zu unserem Verständnis der Veränderungen auf unseren
nationalen Arbeitsmärkten und zur Fähigkeit unserer Regierungen beigetragen,
mit diesen Problemen fertigzuwerden. Der neue Stahl-Ausschuß der OECD
hat sich als wertvoller Apparat erwiesen, um Mitgliedsländern bei der
Oberwindung sektoraler Probleme und von Handelsproblemen zu helfen, die über
nationale Grenzen hinausgreifen. Ähnliche Beispiele können auf den Gebieten
giftiger Chemikalien, Datenaustausch über Grenzen hinweg, Großstadtprobleme
und Umweltschutz aufgezählt werden.
Diese eindrucksvolle Leistung der Anpassungsfähigkeit, Sachkenntnis
und Kraft ist weitgehend der kreativen Führung durch unseren Generalsekretär
zuzuschreiben.

Ich möchte Herrn van Lennep die höchste Anerkennung meiner

Regierung zum Ausdruck bringen für seinen persönlichen Beitrag zu dieser

- 7 -

�dieser Organisation und durch sie für die Länder, die wir vertreten.
Konferenzen wie diese zeigen, daß ein großer Kern an Übereinstimmung
und gemeinsamer Einsicht über die wirtschaftlichen Probleme existiert, die
uns plagen. Die Wirtschaftstheorie zeigt uns, daß enge, nationale Lösungen
nur eine temporäre Atempause von den wirtschaftlichen Problemen schaffen,
mit denen wir alle zu tun haben; daß nur durch internationale Zusammenarbeit
eine langfristige Lösung gefunden werden kann. Die OECD hat sich als
wertvolles Forum für unseren Meinungsaustausch, das gemeinsame Aufzeigen
nationaler Probleme und Erfahrungen und die Koordination unserer Lösungsanstrengungen erwiesen. Es liegt an uns, ob wir den politischen Willen
aufbringen, um unsere gemeinsamen wirtschaftlichen Erkenntnisse in politische
Maßnahmen umzuwandeln.

+ + + + +

�11. Juni 1980

28

NATO-SYMPOSION OBER GÜTESICHERUNG

- (AD) - -"Expandierende Technologie - Herausforderung der NATO
zur Gütesicherung in den achtziger Jahren" war das Motto einer fünftägigen
Konferenz, die 500 Regierungsvertreter und führende Persönlichkeiten der
Industrie aus den 15 NATO-Staaten vom 2. - 6. Juni 1980 in Washington
zusammenführte. Wichtige Punkte der Tagesordnung waren der Meinungsäustausch über Entwicklungen in der Qualitätskontrolle bei den Waffen und
anderem militärischem Gerät des Bündnisses, die Gewährleistung von geeigneten
Prüfverfahren und Wege zu deren Verbesserung.
Die Tagung stand unter der Schirmherrschaft des amerikanischen
Verteidigungsministeriums und der NATO-Gruppe der nationalen Direktoren für
die Gütesicherung.

Konferenzen über einschlägige Themen waren bereits

1973 in München und 1977 in London abgehalten worden.

Dr. J.M. Juran (USA),

der die amerikanischen Verfahren der Kontrolle und Gewährleistung von
Produktqualitäten weitgehend mitbestimmt hat, hob hervor, daß die Zusammenarbeit in der NATO auf dem Gebiet der Gütesicherung "vielleicht schon
nahezu perfekt" sei, warnte aber davor, es damit bewenden zu lassen.

Vielmehr

Postfach 20 03 00 Tel: 0228-89 32 40
D5300 Bonn 2
Telex: 08-85432

�Vielmehr müsse die NATO mit äußerster Wachsamkeit ständig neue Wege für die
Anwendung des Qualitätssicherungsprogramms suchen, "wie wir ja auch schon
neue Flugzeugtriebwerke entwickeln müssen, während die gegenwärtigen Modelle
noch in der Produktion sind".
Die Teilnehmer erörterten Themen wie die Benutzung von ComputerSoftware für militärische Ausrüstungen, Gütesicherung in Konstruktion,
Auftragsvergabe an Spezialisten der Qualitätskontrolle, Qualitätssicherung
bei Gemeinschaftsprojekten, veränderte Aufgabengebiete für Abnahmebeamten
der Regierungen und Einwirkungen der Gütesicherung auf die Entwicklungsphase
von Neukonstruktionen.

In kleineren Gruppen besuchten die Delegierten

Prüflaboratorien der US-Streitkräfte, der amerikanischen Industrie sowie
der NASA im Goddard Space Flight Center in Greenbelt (Maryland).

+ + + + +

�I 3

UJi/zcn/choft
und Technik
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

28

11. Juni 1980

VERBESSERTE 'ÖLHEIZUNG
Weniger Ölverbrauch, Schadstoffemission stark verringert

- (AD) - Eine Modifizierung herkömmlicher ölheizanlagen durch den Einbau eines verbesserten Brenners und dessen genaue Abstimmung auf die Gegebenheiten im gußeisernen Verbrennungsraum ermöglicht in Verbindung mit einem
guten Wärmeaustauscher die Einsparung von 15 Prozent der Heizölmenge und eine
stark reduzierte Schadstoffemission. Dies berichtete Dr. Stephen J. Gage,
der Direktor für Forschung und Entwicklung beim amerikanischen Umweltschutzamt (EPA). Die verbesserte Heizanlage wurde zwei Jahre lang in sechs Einfamilienhäusern in Albany (New York) und Boston (Massachusetts) erprobt,
ihre Funktion samt Ölverbrauch und Abluft ständig überwacht.
Die "Integrierte EPA-Ölheizung" ist eine Gemeinschaftsentwicklung eines
EPA-Laboratoriums in Research Triangle Park (Bundesstaat North Carolina),
das sich mit Technologien zur Verringerung von Luft- und Wasserverschmutzung
durch stationäre Schadstoffquellen befaßt, und der Firma Rockwell International
in Canoga Park (Kalifornien). Projektleiter war EPA-Ingenieur G. Blair Martin
vom EPA-Institut "Industrial Environmental Research Laboratory (IERL)" in
Research Triangle Park.
In

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D5300 Bonn 2

Tel: 0228-89 32 40
Telex: 08-85432

�In den Testhäusern waren zuvor während der Wintermonate ca. 3000 Liter
leichtes Heizöl verbraucht worden.

Mit den neuen Ausrüstungen lag bei gleicher

Heizleistung der Verbrauch bei 2500 bis 2550 Litern, was bei den öl preisen
im letzten Winter in den USA eine Einsparung von mindestens 110 Dollar pro
Haushalt bedeutete.
riger.

Die Stickstoffoxid-Emission lag sogar um 65 Prozent nied-

Dank der exakten Abstimmung des Brenners, der auch mit wenig zusätz-

licher Luft betrieben werden kann, werden außerdem weniger kohlenstoffhaltige
Verbindungen wie Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoffe und Rauch an die Außenluft
abgegeben.

Durch den mit relativ hohem Wirkungsgrad arbeitenden Wärmeaus-

tauscher ist es möglich, Energieverluste über die Abluft auf ein Mindestmaß
zu beschränken.
bei.

Weitere Zusatzsysteme tragen ebenfalls zur Verlustminderung

Für die Gesamtentwicklung einschließlich Labortests, Optimierung, Um-

bauten und zweijähriger Erprobung wurden 700 000 Dollar investiert.
Dem EPA-Laboratorium IERL wurde die Entwicklung patentiert.

Die Geneh-

migung zur Anwendung der neuen Technik wird allen Interessenten lizenzgebührenfrei erteilt.

(Zusätzliche Informationen gibt auf Anfrage Mr. G.

Blair Martin, Combustion Research Branch, USEPA/IERL, Research Triangle
Park, N.C. 27711.)

+ + + + +

�11
I 3

Wi//en/chaft
uMi Technik
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

11. Juni 1980

28

FRÜHERKENNUNG VON FUNKTIONSSTÖRUNGEN DES HERZENS

- (AD) - Die Computer-Tomographie (CCT), für deren Entwicklung der
Amerikaner A.M. Cormack und der Engländer G. Hounsfield im Jahr 1979 den
Nobelpreis für Medizin erhielten, versucht Douglas Boyd, Physiker an der
Universität Kalifornien in San Francisco, vor allem zugunsten der Früherkennung von Herzfunktionsstörungen weiter zu verbessern. Ihm und seinen
Mitarbeitern am radiologischen Inscitut geht es darum, die Aufnahmegeschwindigkeit zur Darstellung innerer Organe zu erhöhen. Zur Zeit können
die Scanner alle 2,5 Sekunden ein Bild aufnehmen. Boyd, der mit einem
Elektronenstrahlscanner statt der mechanisch rotierenden Röntgenröhre
des herkömmlichen Scanners arbeitet, möchte erreichen,daß mehrere Schichten
nahezu gleichzeitig abgebildet werden, wobei die Aufnahmezeit 1/40 Sekunde
beträgt.
Dadurch wird es nicht nur möglich werden, Ursachen für Herzfunktionsstörungen wie z.B. erhöhte Gewebedichte und Narbenbildung frühzeitig zu
erkennen, sondern auch Art und Ausmaß von Schädigungen des Herzmuskels
durch Herzanfälle genauer und sicherer zu ermitteln.

In räumlicher Darstellung

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Telex: 08-85432

�Darstellung soll der Arzt den jeweiligen Zustand des Herzmuskelgewebes
unmittelbar erkennen können.

"Unser Schnell Scanner liefert dem Arzt", so

Boyd, "klare Bilder von der Beschaffenheit, der Durchströmung und Bewegung
des Gewebes, so daß er den Zustand des Patienten besser bewerten kann".
Mit dem CT-Scanner wurden auch bereits Tumore im frühen Entwicklungsstadium und sehr kleine Krebsgeschwülste in den Nebennieren, im Pankreas,
in Leber und Nebenschilddrüsen entdeckt.

Äußere Kreislaufstütze für Infarktpatienten
Am Klinikum Davies, das ebenfalls zur Universität Kalifornien gehört,
wurde an Infarktpatienten eine "äußere Kreislaufstütze" erprobt. Dabei
werden die unteren Extremitäten in ein Fiberglasgehäuse gepackt, das sie
vom Knöchel bis zum Oberschenkel völlig umschließt. Im Zwischenraum zum
Körper befindet sich eine wassergefüllte Manschette. Eine mit der EKGAufzeichnung und damit der Herztätigkeit synchron arbeitende Pumpe drückt
in der Zeit zwischen den Kontraktionen des Herzmuskels zusätzlich Wasser
in die Manschette; im Augenblick der Kontraktion dagegen wird der Druck
verringert. Dadurch erhalten die Arterien einen höheren Strömungsdruck,
die Blut- und Sauerstoffversorgung des geschädigten Herzmuskels wird verbessert.
Der Versuch war Teil einer landesweiten Studie, an der 25 Kliniken
15 Monate lang teilnahmen; insgesamt 258 Infarktpatienten wurden erfaßt.
Die Ergebnisse wurden in der Februarausgabe der Zeitschrift "The American
Journal of Cardiology" veröffentlicht. Zu den Autoren gehören u.a. Dr.
Ezra Amsterdam, Medizinischer Direktor der Klinik für die Notarztbehandlung
von Herzpatienten, und Dr. Dean T. Mason, der Leiter der Abteilung für
Herz- und Gefäßkrankheiten. Es zeigte sich, das die Sterblichkeitsrate unter

- 2 -

�unter den mit der apparativen Kreislaufstütze behandelten Infarktpatienten
mit 6,5 Prozent weitaus geringer war als bei der Kontrollgruppe (14,7
Prozent), die nach herkömmlichen Methoden behandelt wurde.
"Unsere Studie brachte den Nachweis", erklärte Dr. Amsterdam, "daß
eine nicht-invasive, nicht-traumatische, praktisch risikofreie Apparatur
die Überlebensfähigkeit von Infarktkranken erhöhen kann."

Auch andere

Behandlungsmöglichkeiten, etwa mit Medikamenten oder mit chirurgischen
Eingriffen, sind verheißungsvoll, jedoch wurde noch keine dieser Methoden
derart eingehend und exakt überwacht und ausgewertet.

Ein weiterer Vorteil

der extrakorporalen Kreislaufstütze ist darin zu sehen, daß man ein transportabl
Gerät benutzt,

das geräuschlos arbeitet und innerhalb von Minuten angelegt

werden kann.

+ + + + +

�</text>
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