<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<item xmlns="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5" itemId="1691" public="1" featured="0" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xsi:schemaLocation="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5 http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5/omeka-xml-5-0.xsd" uri="https://www.amerikahaus-archiv.de/items/show/1691?output=omeka-xml" accessDate="2026-11-04T02:32:05+00:00">
  <fileContainer>
    <file fileId="1702">
      <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/c8b097481a47be1e594e8ceaae046bc8.pdf</src>
      <authentication>1ab83ac77d43c6e4bd0ff9d9f3c284ad</authentication>
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="4">
          <name>PDF Text</name>
          <description/>
          <elementContainer>
            <element elementId="52">
              <name>Text</name>
              <description/>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="8668">
                  <text>21@TiöB

Information
und
Dokumentation
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

28. Mai 1980

26

INHALT

DOKUMENTATION
USA fordern Beseitigung der Hindernisse bei der Kambodscha-Hilfe
- Rede des Stellvertretenden US-Außenministers in Genf WIRTSCHAFT
Botschafter Hormats: Handel - das zentrale Thema des Gipfeltreffens
in Venedig
- Von John J . Harter, US-Amt für Internationale Kommunikation HINTERGRUNDMATERIAL
Schieferöl - Amerikas ungehobener Energiereichtum
WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Wasserstrahl statt Bohrhammer
- Fahrbares Hydraulikaggregat vereinfacht Straßenreparaturen

Um Übcr/endung von
Belegexemplaren wird
gebeten

Postfach 20 0 3 0 0
D 5 3 0 0 Bonn 2

Tel: 0228-89 32 40
Telex: 08-85432

�Dokumentation

I
26

International Communication Agency
Embassy of the United States of America

28. Mai 1980

USA FORDERN BESEITIGUNG DER HINDERNISSE BEI DER KAMBODSCHA-HILFE
Rede des Stellvertretenden US-Außenministers in Genf

GENF - (AD) - Im Rahmen einer von Kurt Waldheim, dem Generalsekretär
der Vereinten Nationen, einberufenen zweitägigen Konferenz über humanitäre
Hilfe für das Volk von Kamputschea (Kambodscha) erläuterte Warren Christopher,
der Stellvertretende Außenminister der Vereinigten Staaten,am 26. Mai 1980
die Haltung seiner Regierung. Neben den über 85 Millionen Dollar, die
bereits von der amerikanischen Regierung bereitgestellt wurden,und den
über 40 Millionen Dollar, die von privater amerikanischer Seite als
Spenden eingegangen sind, werden die Vereinigten Staaten in den kommenden
vier Monaten weitere 29,6 Millionen Dollar zur Verfügung stellen. Allerdings
könne diese Hilfe das leidende Volk von Kamputschea nur dann erreichen,
wenn endlich die Hindernisse beseitigt würden, die aus militärischer
Besetzung und äußerer Einmischung erwachsen.
Die Rede des Stellvertretenden Außenministers hat folgenden Wortlaut:
Gestatten Sie mir zunächst, Ihnen die Wertschätzung meiner Regierung
dafür zum Ausdruck zu bringen, daß Sie den Vorsitz in dieser Konferenz führen.

Postfach 20 03 00
D5300 Bonn 2

Tel: 0228-89 32 40
Telex: 08-85432

�führen.

Wir danken den ASEAN-Staaten ebenso wie den ECOSOC-Mitgliedern dafür,

daß sie als erste ein solches Treffen forderten,und dem Generalsekretär für
dessen Einberufung.

Denn die drängende Not des kamputscheisehen Volkes

erfordert auch weiterhin unsere Aufmerksamkeit, unsere Verpflichtung und
unsere Mittel.
Letzten Herbst kamen wir zusammen, gerufen durch eine menschliche
Tragödie von rasch wachsendem Ausmaß.
Hungersnot.

Wir sahen eine immer größer werdende

Wir sahen eine steigende Flut von Kamputscheern, die in

verzweifelter Suche nach Nahrungsmitteln und nach Sicherheit durchs Land
zogen.

Wir sahen Oberlebende, die sogar zum Weinen zu schwach waren.

Wir sahen die Zukunft eines ganzen Volkes in Gefahr.

Die internationale

Gemeinschaft antwortete - durch Regierungen und durch Privatleute - sowie
durch die gemeinsame Anstrengung der Organe der Vereinten Nationen, des
Internationalen Roten Kreuzes und freiwilliger Privatorgahisationen.
Die Arbeit dieser Gruppen, besonders aber der Helfer an Ort und Stelle,
war gewiß heldenhaft. Diese internationale Hilfsanstrengung hat Hunderttausenden von Kamputscheern Hilfe gebracht, ja, das Leben selbst erhalten.
Dieses gewaltige Programm wäre noch unendlich schwieriger gewesen,
hätte nicht die Regierung von Thailand den vielen Kamputscheern Schutz
gewährt, die vor dem Krieg und der Hungersnot flohen. Für diese weitsichtige Politik der Anteilnahme gilt der Regierung und dem Volk von Thailand
der tiefe Respekt und die ganze Unterstützung meiner Regierung und - dessen
bin ich sicher - auch der Weltgemeinschaft.
Eine mögliche menschliche Tragödie führt uns erneut zusammen. Die
lange, dunkle Nacht hat für das Volk von Kamputschea noch nicht geendet.
Die letzte Ernte, dürftig wie sie war, ist praktisch aufgebraucht. Tod
durch Verhungern nimmt wieder zu; Krankheiten greifen wieder um sich.
Eine immer größere Zahl von Khmer flieht zur thailändischen Grenze und

- 2 -

�und unterliegt den Entbehrungen. Die Reisaussaat für die Ernte zum
Jahresende hat mit unzureichendem Saatgut - und daher mit begrenzten
Aussichten - angefangen.

Der Monsun wird bald kommen und neue schwer-

wiegende Probleme mit sich bringen.
Für das Volk von Kamputschea schwinden die Chancen für das überleben wieder dahin. Um eine erneute Hungersnot zu verhindern, muß unbedingt ein umfangreicher Versorgungsfluß an Nahrungsmitteln und Saatgut
durch das ganze Jahr 1980 hindurch anhalten.
Wir müssen uns noch einmal für ein neues Ausmaß an humanitärer Unterstützung und Hilfe einsetzen. Und wir müssen hier auch über die Hindernisse
sprechen, die die internationalen Hilfsanstrengungen davon abgehalten haben,
so wirkungsvoll zu sein, wie dies beabsichtigt war, und so wirkungsvoll,
wie es notwendig ist.
Bis heute hat die Regierung der Vereinigten Staaten über 85 Millionen
Dollar für die Hilfsanstrengungen zur Verfügung gestellt.

Im Rahmen

einer eindrucksvollen Unterstützungsaktion sind von privater amerikanischer
Seite 40 Millionen Dollar beigetragen worden.
Ich bin heute im Namen des Präsidenten der Vereinigten Staaten hier,
um weitere umfangreiche Mittel zu dieser so wesentlichen humanitären
Anstrengung beizusteuern. Wir sind bereit, zusätzliche 29,6 Millionen
Dollar an Lebensmittel- und Finanzhilfe für die kommenden vier Monate
zu geben, um dabei zu helfen, die dringendsten Ansprüche des kamputscheisehen
Volkes zu befriedigen.
Die internationale Gemeinschaft darf den flehendlichen Bitten eines
Volkes nicht den Rücken kehren, das an hoffnungslosem Mangel an Nahrungsmitteln, medizinischer Versorgung und dem Saatgut leidet, das wieder eine
kamputscheische Ernte ermöglichen würde. Wir fordern alle Spender auf, ihre

- 3 -

�ihre Verpflichtung beträchtlich zu erhöhen, um uns einer der größten
moralischen Herausforderungen unserer Generation zu stellen.
Sicherlich hat kein anderes Land auf Erden in den vergangenen Jahren
stärker gelitten als Kamputschea - verwüstet durch Krieg, verheert durch
die unaussprechlichen Greueltaten des Pol-Pot-Regimes, gequält durch
ausländische Invasion und Besetzung, und dem es derzeit in tragischen
Ausmaßen an den baren Notwendigkeiten des Lebens mangelt.
Aber es gibt eine Lösung - wenn diejenigen, die die Kontrolle ausüben, das menschliche Leben höher als den politischen Vorteil stellen.
Ich habe ernste Bedenken, daß weiteres Leiden und Hungersnot trotz unserer
Anstrengungen unvermeidbar sind, wenn wir nicht die derzeitigen Hindernisse
überwinden, die einer wirkungsvollen Verteilung der Hilfsmittel im Innern
Kamputscheas im Wege stehen.
Denn es ist Tatsache, daß Lebensmittel und andere Güter nicht diejenigen
erreichen, die sie am dringendsten benötigen.
Die Probleme sind beträchtlich, die mit einer solch umfassenden
Hilfsanstrengung verbunden sind. Nach langen Jahren des Bürgerkriegs
ist die Infrastruktur Kamputscheas zu weiten Teilen zerstört. Das Volk
der Khmer hat nicht mehr die Kraft, das ausgebildete Personal, die Ausrüstung oder die Möglichkeiten, Lebensmittel zu verteilen und seine Landwirtschaft ohne äußere Hilfe wieder aufzubauen.
Viele Monate lang stand die internationale Gemeinschaft in Bereitschaft, um bei der Überwindung dieser Hindernisse zu helfen.
Aber die Hilfsanstrengungen wurden behindert durch Einschränkungen
bei Zugang und Bewegungsfreiheit für die internationalen Helfer.
Sie mich in dieser Hinsicht deutlich sein.

Lassen

Diese Hindernisse haben es

�es unmöglich gemacht, alle Kamputscheer zu erreichen, die Hilfe brauchen.
Nur nach Beseitigung dieser Hindernisse können wir hoffen, den Teufelskreis
von Hungersnot, Krankheit und erneuter Massenflucht zu durchbrechen, der
die ganze Existenz eines Volkes, eines Staates bedroht.
Insbesondere ist eine Reihe von Schritten entscheidend.
Erstens: die Behörden in Phnom Penh und die Vietnamesen müssen die
Erlaubnis erteilen, daß die Provinzflugplä'tze für internationale und
Inlandsflüge geöffnet werden, die Hilfsgüter transportieren. Diese Flugplätze werden derezit für militärische Zwecke benützt. Sie müssen auch dazu
dienen, Lebensmittel zu den Hungernden zu bringen.
Zweitens:

Es muß für internationale Hilfsflüge ermöglicht werden,

nach Phnom Penh auf direkterem Weg einzufliegen, auf Wegen, die weniger
wertvolle Zeit und Treibstoff verbrauchen und die es erlauben würden, mit
jedem Flug zusätzliche Lebensmittel und medizinische Güter zu transportieren.
Drittens:

Diejenigen, die die Kontrolle ausüben, müssen eine größere

Anzahl von internationalen Helfern in Kamputschea arbeiten lassen. Es
muß genügend Personal geben, um beim Transport, bei der Verteilung und der
Überwachung einer großangelegten Hilfsanstrengung zu helfen.
Viertens: In Kamputschea herrscht ein katastrophaler Mangel an Ärzten
und anderem medizinischen Personal; dennoch haben die Behörden in Phnom Penh
und die Vietnamesen nur 27 Personen an medizinischem Personal ins Land
gelassen. Das ist einer für nahezu 200 000! Hunderte von Ärzten und anderem
medizinischen Personal stehen bereit und sind willens, nach Kamputschea
zu kommen, entweder individuell oder unter der Oberaufsicht internationaler
Hilfsorganisationen. Es muß ihnen gestattet werden, dies zu tun.
Fünftens:

�Fünftens:

Die Behörden in Phnom Penh und die Vietnamesen müssen gestatten,

daß Hilfsmittel per Lastwagen und Eisenbahn über die thailändisch-kamputscheische
Grenze gelangen.

Dieser Schritt allein würde eine gewaltige Ausweitung der

Hilfe ermöglichen, die jene Khmer erreicht, die in Not sind.
Schließlich rufen wir die Sowjetunion auf, sich der Beseitigung
der Hindernisse anzuschließen, um eine wirkungsvolle Hilfsanstrengung
zu ermöglichen. Die Vereinigten Staaten sind als Teil ihres Beitrags bereit,
Mittel für Lastwagen und andere Ausrüstung bereitzustellen, um die Hilfsgüter zu transportieren.
Hubschrauber

Wir drängen die Sowjetunion, die Güter mittels

oder anderer Arten

des Lufttransports zu verteilen, um

dadurch die Transportprobleme zu überwinden, die die kommende Regenzeit
stellt.
Ohne einen raschen Durchbruch würde Kamputschea eine weitere Welle
der Massenhungersnot und der Seuchen zu erleiden haben - und dies innerhalb
von Monaten, ja womöglich Wochen.
Da wir in gutem Glauben unsere eigenen Verpflichtungen ausweiten,
appellieren wir erneut an die Behörden in Phnom Penh, an die Regierung
Vietnams, an diejenigen, die Vietnam unterstützen:

Erlaubt, daß eine

wirkungsvolle Hilfsanstrengung einsetzt.
Schließlich aber kann die Lage des kamputscheisehen Volkes nicht
von ihren politischen Ursachen getrennt werden.

Denn die Tragödie von

Kamputschea wird nicht enden, bevor nicht die militärische Besetzung
aufhört und es eine Regierung gibt, die tatsächlich das kamputscheische Volk
repräsentiert, blockfrei ist und frei von ausländischer Einmischung.
Dies hier ist nicht das Forum, um jene kritischen Probleme im
einzelnen anzusprechen.

Aber lassen Sie mich dieses sagen:

Es ist

bedauerlich, daß einige derjenigen, die eine solche schwere Verantwortung

�Verantwortung für diese Krise der Menschheit tragen, sich uns hier nicht
als Teilnehmende angeschlossen haben, um dabei zu helfen, die wirkungsvollste
humanitäre Antwort auszuarbeiten.
In der Tat, wenn wir einen Blick auf die internationale Landschaft
werfen, so sehen wir, daß wir in den letzten Monaten Zeuge einer gewaltigen
neuen Menschenflut wurden - Menschen, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden,
sei es durch die Aggression in Afghanistan, durch von außen geschürten Konflikt
am Hörn von Afrika, sei es durch die harte Wirklichkeit des Lebens auf Kuba.
Der Tribut an Menschenleben ist erschreckend. Die Anforderungen an die
Nachbarländer sind gewaltig. Die humanitären Forderungen an die internationale
Gemeinschaft sind beunruhigend - und nehmen zu.
Die Staatengemeinschaft kann sich den Bitten derjenigen nicht verwehren,
die verzweifelt der Hilfe bedürfen. Aber wir dürfen auch die Augen nicht
verschließen vor der Tatsache, daß die Politik einiger weniger Leiden für
so viele schafft - und steigende Kosten für uns alle.
Wir können dieser umfassenderen Realität nicht entfliehen.

Aber die

Bedrängnis, die uns hier ruft, die Lage des kamputscheisehen Volkes, ist
beispiellos.
Denn die Zukunft des kamputschei sehen Volkes, sa'ner gesamten Kultur,
liegt auf der Waagschale.

Wenn sich die Bedingungen dort nicht ändern,

wird wenig von Kamputschea übrigbleiben - sein Volk zerstreut, sein Land
bewohnt von anderen.
Mit genügend Hilfsmitteln, mit der engen Zusammenarbeit aller
Betroffener und mit anhaltender Anstrengung können wir vielleicht erleben, daß
es das kamputscheisehe Volk schafft - von schier endloser Not hin auf eine
Zukunft in Hoffnung und Erwartung.

+ + + + +

- 7 -

�Wirt/choft

I 3

International Communication Agency
Embassy of the United States of America

28. Mai 1980

26

BOTSCHAFTER HORMATS: HANDEL - DAS ZENTRALE THEMA DES
GIPFELTREFFENS IN VENEDIG
- Von John J. Harter, US-Amt für Internationale Kommunikation

WASHINGTON - (AD) - Fragen der Handelspolitik werden nach Aussage des
Stellvertretenden Sonderbeauftragten des Präsidenten für Handelsgespräche
das zentrale Thema des Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs der
wichtigsten Industrieländer sein, das am 22. und 23. Juni in Venedig stattfinden wird.
"Wir werden unsere Aufmerksamkeit sicherlich auf die Tatsache richten,
daß die Regierungen vor der Notwendigkeit stehen, protektionistische Maßnahmen zu vermeiden und die Abkommen zu verwirklichen, die voriges Jahr bei
der Runde der Handelsverhandlungen in Tokio in gutem Glauben geschlossen
wurden", bemerkte Botschafter Robert Hormats vor Pressevertretern am 20. Mai
1980 in Washington.

Die

Postfach 20 03 00
D5300 Bonn 2

Tel: 0228-89 32 40
Telex: 08-85432

�Die Außen- und Finanzminister der Industriestaaten werden sich vom
3. bis 4. Juni am Sitz der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) treffen, um diese Fragen zu besprechen.

Danach

wird, so Hormats, die Tagesordnung für das Gipfeltreffen im einzelnen festgelegt werden.

"Ich bin jedoch sicher, daß wir unsere Aufmerksamkeit den positiven
Anpassungen widmen werden", stellte er fest, wobei er eine Formulierung gebrauchte, die jene Politik zusammenfaßt, die die Regierungen bei der Suche
nach der Vermeidung von Handelsbeschränkungen angesichts rasch steigender
Importe verfolgen können.

"Im wesentlichen werden die Staats- und Regierungschefs wohl ihren Segen zu den Abkommen der Tokio-Runde geben und versuchen, in die Bewegung zur
Handelsliberalisierung etwas mehr Schwung zu bringen," erklärte Botschafter
Hormats, der wahrscheinlich selbst beim Gipfeltreffen in

Venedig anwesend

sein wird.

Hormats zufolge wäre es der internationalen Gemeinschaft durchaus möglich, eine umfassende Runde von Handelsverhandlungen anzusetzen, die sich
innerhalb von zwei oder drei Jahren vornehmlich auf den Abbau von Handelsschranken bei den Dienstleistungen konzentriert.

"Die Vereinigten Staaten

exportieren derzeit jährlich im Werte von ungefähr 70 Milliarden Dollar im
Bereich der Dienstleistungen, nimmt man die Rückführung von Gewinnen aus Investitionen und ähnlichen Erträgen dazu", so stellte er fest.

"Und diese

Summe, die rasch zunimmt, wäre sogar noch beträchtlich höher, wenn nicht
so viele Maßnahmen der Regierung im Wege stünden."

Die wichtigsten "Exporte" im Bereich der amerikanischen Dienstleistungen
umfassen das Bankwesen, Versicherungen, Maschinenbau, Leasing, Hotels-,
Luft- und Seetransport.

Obgleich die amerikanische Gesetzgebung, die zur

amerikanischen Teilnahme an der Tokio-Runde ermächtigte, Verhandlungen forderte, um die Hindernisse im Bereich des Dienstleistungsverkehrs abzubauen,

- 2 -

�abzubauen, ist in diesem Bereich nur wenig geschehen. .
Hormats teilte mit, daß seine Behörde sehr eng mit den betroffenen
amerikanischen Industrien zusammenarbeitet, um die Hindernisse, vor denen
sie auf anderen Märkten stehen, so genau wie möglich zu identifizieren.
Außerdem "versuchen wir, eine passende Grundlage mit den anderen Ländern zu
schaffen, um in diesem Bereich Verhandlungen in Gang zu bringen."
Hormats nach untersuchen die Vereinigten Staaten auch, was im internationalen Rahmen getan werden kann, um die Handelsverzerrungen zu vermindern, die sich aus den Restriktionen der Regierung gegenüber ausländischen
Investitionen ergeben. Zum Beispiel können die Vorbedingungen für eine Zustimmung zum Bau neuer Produktionsstätten den Interessenten entmutigen, indem auf ausschließliche oder übertriebene Beteiligung lokaler Zulieferer
bestanden wird, die vielleicht gegenüber Zulieferern von außen nicht wettbewerbsfähig sind.
Hormats erklärte, daß einige Probleme hinsichtlich Dienstleistungshandel
und Investitionsrestriktionen aufgrund der neuen internationalen Regeln in
absehbarer Zeit gelöst werden können, die im Verlauf der Tokio-Runde entwickelt wurden, um Handelsschranken zu verringern, die auf Zollparitäten beruhen.
Der Subventionskodex im besonderen wird es der internationalen Gemeinschaft ermöglichen, Anschuldigungen zu untersuchen, ob eine Regierung Einfuhren dadurch blockiert, daß sie ihren
wirtschaftliche

inländischen Industrien besondere

Vorzüge gewährt.

Hormats unterstrich, daß die Anwendung der Kodizes der Tokio-Runde gut
vorangeht - trotz der unvermeidlichen Probleme, die mit der Errichtung neuer
Institutionen und der Einführung neuer Verfahren verbunden sind.
Auf eine diesbezügliche Frage bestätigte Hormats, daß die Regierung ermächtigt ist, mit der amerikanischen Stahlindustrie oder europäischen Re- 3 -

�Regierungen in Verhandlungen einzutreten, um eine Lösung für die Beschwerde
zu finden, europäische Hersteller hätten Stahl zu ungerechtfertigt niedrigen
Preisen auf den amerikanischen Markt geworfen.

Das Handelsministerium unter-

sucht gegenwärtig die Beschwerde.
Auf eine andere Frage antwortete Botschafter Hormats, daß die Regierung
Carter zu dem Schluß gekommen sei, Restriktionen für importierte japanische
Autos würden lediglich den Inflationsdruck in den Vereinigten Staaten verstärken, aber die Arbeitslosigkeit in der amerikanischen Automobilindustrie
nicht merklich verringern.

+ + + + +

�I 3

International Communication Agency
Embassy of the United States of America

28. Mai 1980

26

SCHIEFERÖL - AMERIKAS UNGEHOBENER ENERGIEREICHTUM

- (AD) - Auf dem Territorium der Vereinigten Staaten liegen 73
Prozent aller bekannten förderfähigen ölschiefervorkommen in der Welt. Sie
machen mehr als das Doppelte dessen aus, was an konventionell erschließbaren
Ölvorkommen bekannt ist. Die Technologie zur Gewinnung des Schieferöls mit
oberirdischen Extraktionsverfahren ist nunmehr so weit entwickelt, daß
einer kommerziellen Anwendung nichts mehr im Wege steht. Dies gab jetzt
das amerikanische Energieministerium bekannt.
Armand Hammer, der Chef der "Occidental Petroleum Corporation",
erklärte in einer Anhörung vor dem US-Kongreß, daß bei angemessenen
finanziellen Anreizen die SchieferölProduktion 1982 oder 1983 aufgenommen
werden könne. Mehr als 40 amerikanische Firmen sind gegenwärtig auf dem
Ölschiefersektor engagiert.

Da gegenwärtig die Produktionskosten für ein

Faß (ca. 159 Liter) öl aus Ölschiefer - je nach dem angewandten Verfahren
und einschließlich der Investitionen - auf 15 bis 35 Dollar angesetzt werden,
ist die Wettbewerbsfähigkeit mit Importöl bereits erreicht.

Bedenken

wegen möglicher Umweltschäden sind etwas in den Hintergrund getreten, weil

Postfach20 0 3 0 0
Bonn 2

0 5 3 0 0

Tel: 0228-89 32 40
Telex: 08-85432

�weil die Forschung inzwischen die Auswirkungen der Ölschiefererschließung
genauer abschätzen und definieren kann.
Neue Gesetze sehen bereits Steuererleichterungen und Investitionskredite für die Produktion von Schieferöl vor; außerdem sollen noch im
laufenden Haushaltjahr 2,2 Milliarden Dollar Regierungsgelder dazu beitragen,
"daß die Synthesebrennstoff-Industrie vom Boden kommt", wie es ein Sprecher
des Energieministeriums formulierte.

Dem Kongreß liegen noch weitere

Gesetze zur Erörterung und Verabschiedung vor, die die für direkte Kredite
und andere Anreize bestimmten Summen noch um Milliarden Dollar erhöhen
würden.
Die im letzten Jahrzehnt erarbeiteten Grundlagen für eine kommerzielle
Nutzung des Ölschiefers führten dazu, daß private Firmen ihr Interesse gegenwärtig auf ein 41 400 qkm großes Gebiet in den Grenzbreichen der Bundesstaaten Colorado, Utah und Wyoming konzentrieren. Dort liegt Ölschiefer
bester Qualität - aus zwei Tonnen Gestein dürfte mindestens ein Faß öl
zu extrahieren sein. Das Einzugsgebiet des Green River in Colorado, eine
nur spärlich besiedelte Region, enthält mehr öl als die bekannten Erdölfundstätten des gesamten Mittleren Ostens. In den reichhaltigsten ölschieferschichten allein ist öl gebunden, das etwa 83 Milliarden Tonnen
ergeben würde.
Ölschiefer ist ein toniges Sedimentgestein, in dem organische
Bestandteile pflanzlicher und tierischer Herkunft KohlenwasserstoffVerbindungen - Kerogen genannt - gebildet haben.

Schlamm, Vulkanasche und

Gesteinsschutt vom Boden prähistorischer Seen sind darin verfestigt.
Gestein ist etwa 50 Millionen Jahre alt.

Das

In seiner Zusammensetzung ist

das Kerogen dem Petroleum ähnlich, und es kann dem Ölschiefer entzogen
werden, wenn man ihn auf 500 Grad Celsius erhitzt.
zu 70 Prozent aus öl

Das Produkt besteht

zu 10 Prozent aus Gas und Leichtöl und zu 20 Prozent

aus koksähnlichem Material.
Das
- 2 -

�Das Gestein kann auf verschiedene Weise "aufbereitet" werden»zum
Beispiel durch unterirdisches Verschwelen an Ort und Stelle mit "kontrolliertem
Verbrennen" nach dem Aufbrechen kerogenhaltiger Schichten.

Oder es wird

in einer Retorte durch Verbrennen der Koksrückstände in direktem Kontakt
mit dem Ölschiefer, durch von außen zugef'ührte heiße Gase oder mittels
Wärmeübertragung, nämlich durch direkten Kontakt des ölhaltigen Gesteins
mit Materialien wie vorgeheizten Keramikkugeln, verschwelt.

Das so

gewonnene öl kann in Pipelines transportiert und meist ohne weitere Aufbereitung
zur Kesselheizung verwendet werden.

Oder man gewinnt in Raffinerien daraus

hochwertiges Benzin, Dieselöl und Düsentreibstoffe.

Die Veredelungskosten

liegen bei fünf bis sieben Dollar pro Faß - das sind zwei Dollar pro Faß
mehr als für die Veredelung von Importöl.
Die amerikanische Industrie hat bisher mindestens eine Milliarde
Dollar in den Ölschiefer investiert und insgesamt fast 70 000 Tonnen öl
produziert - in erster Linie aus Ölschiefer vom Piceane Creek-Becken in
Colorado. Dabei werden sowohl die Verfahren unterirdischer Verschwelung
als auch der Verschwelung in oberirdischen Retorten angewandt. Bei der
letztgenannten Technologie belaufen sich die Investitionskosten auf
schätzungsweise 1,5 Milliarden Dollar für eine kommerzielle Anlage mit
einem Tagesausstoß von 6 700 Tonnen öl, bei Anwendung der unterirdischen
Verschwelung auf 800 Millionen Dollar für einen Betrieb ähnlicher Größenordnung.
Die Firma "Union Oil", die sich schon vor 50 Jahren Land, öl- und
Wasserrechte zu sichern begann, verfügt heute über genügend Reserven, um
für einen Zeitraum von 25 Jahren täglich 20 000 Tonnen öl zu produzieren.
Gegenwärtig baut das Unternehmen die erste von fünf Anlagen, die einen
Tagesausstoß von je 10 000 Faß (ca. 1 330 Tonnen) öl haben könnten. Die
erste Retorte, die etwa 170 Millionen Dollar kosten wird, soll 1983
betriebsbereit sein.
Die

- 3 -

�Die Retorte ist ein konisches Bauwerk von 18 m Höhe
messer an der Basis und 11 m Weite im oberen Teil.

3 m Durch-

Der geförderte Öl-

schiefer wird unter der Erde zerkleinert und ausgesiebt und dann der Retorte
zugeführt,in der ihn von oben eingeleitete heiße Gase erhitzen.

Das

als Gas freiwerdende Kerogen wird zu öl kondensiert, der Ölschieferrückstand gekühlt und über Rutschen zum 300 m tiefer gelegenen Talgrund
gebracht.

Dort wird er verteilt, verfestigt, den Bodenkonturen entsprechend

aufgeschüttet und begrünt.

Das zur Kühlung, öl gewinnung und Staubbindung

verwendete Wasser wird zurückgewonnen.
Das "modifizierte in-situ"-Verfahren der Firma "Occidental Oil"
macht es erforderlich, 15 bis 25 Prozent des Gesteins an die Oberfläche
zu bringen, um im Berg Raum für unterirdische Verschwelungskammern zu
schaffen. Diese werden so ausgehoben, daß das Gestein als Tragepfeiler
stehen bleibt. Dann läßt man die Decke mittels Sprengladungen einstürzen,
um die Kavernen mit gebrochenem Ölschiefer zu füllen, der dann entzündet
wird. Das Kerocen sickert in Bodentröge und wird an die Oberfläche
gepumpt. "Occidental" baut z.Zt. die siebte und achte Retorte. Retorte
Nr. 6 hatte die Höhe eines 30 Stockwerke hohen Bauwerks» Bis Juli 1979
waren dort 6 600 Tonnen öl produziert worden, wobei 40 Prozent des im
Gestein enthaltenen Öls gewonnen wurden. Jetzt hofft man, diesen Anteil
auf mindestens 70 Prozent steigern zu können. Bei Aufnahme der vollen
großtechnischen Produktion wird "Occidental" einen Ausstoß von 1,82 Millionen
Faß (ca. 246 000 Tonnen) im Jahr haben und 1 600 Leute beschäftigen.
"Geokinetics" wendet für oberflächennahe Vorkommen einen horizontalen
unterirdischen Verschwelungsprozeß an. Das Unternehmen berichtet, daß es
damit möglich sei, 70 Prozent des im Ölschiefer enthaltenen Kerogens zu
extrahieren. "Superior Oil" wiederum arbeitet nach einem sog. geschlossenen
System. Ein Teil der Aufbereitung, z.B. das Zerkleinern zum Entziehen von
Natriumbiokarbonat, erfolgt unterirdisch. Nach der Extraktion des Kerogens
in oberirdischen Retorten wird der Restschiefer ausgelaugt, um Aluminium-

�Aluminiumhydroxid und restliches Natrium herauszuholen. Der Abfall wird
dann auf 50 Prozent seines Volumens verfestigt und in die unterirdischen
Kavernen zurücktransportiert. Für das "Colony Project" wurde ein Verfahren
entwickelt, bei dem der Ölschiefer mit heißen Gasen vorgeheizt wird. Die
Verschwelung erfolgt dann in einer Retorte mittels Tausenden von kieselgroßen
heißen Keramikkugeln.
Einem Bericht des Energie-Instituts von Colorado zufolge ist der
erforderliche Wasserbedarf(Wassermenge im Verhältnis zur produzierten
ölmenge entspricht 2:1) mit dem Wasservorkommen in dem betreffenden Gebiet
zu vereinbaren. Das Wasser würde sogar für einen Tagesausstoß von ca.
274 000 Tonnen ausreichen. Salze, Spurenelemente und bestimmte andere
Beimengungen von den Überresten des Ölschiefers und dem im Prozeßverlauf
benutzten Wasser dürfen nicht ins Grundwasser gelangen.
Bei der Schieferölgewinnung kommt es außerdem zur Staubentwicklung
und der Einleitung unerwünschter Gase in die Atmosphäre.

Die Industrie

muß erst noch den Nachweis führen, daß diese Emissionen so gering gehalten
werden können, daß sie die Maximalwerte der bestehenden Gesetze zur Luftreinhaltung nicht überschreiten.
Die Deponie von verbrauchtem Ölschiefer stellt bei den oberirdischen
Aufbereitungsverfahren ein enormes Problem dar, weil dieses Material
voluminöser ist als das gebrochene Gestein und deshalb die unterirdischen
Kavernen dafür nicht ausreichen. In einigen Studien kam man zu dem Schluß,
daß für einen Betrieb mit 13 700 Tonnen Tagesausstoß zusätzlich zur
unterirdischen Abfalldeponie mindestens 12 Hektar Lagerfläche pro Jahr benötigt werden. Lokale Behörden wie Bundesbehörden schreiben Landschaftsschutzmaßnahmen und Rekultivierung vor. Der Ölschieferabfall hat allerdings
eine hohe Salzkonzentration und enthält zu wenig Nährstoffe. Dennoch
berichtet eines der Unternehmen von erfolgreichen Versuchen der Rekultivierung
und sogar des Anbaus von Feldfrüchten auf dem Abfallboden.
Einer
- 5 -

�Einer Studie des Forschungsdienstes der amerikanischen Kongreßbibliothek zufolge ist sowohl unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit
als auch des Umweltschutzes das unterirdische Verschwelungsverfahren der
oberirdischen Aufbereitung in Retorten vorzuziehen.

Der "in-situ"-Prozeß

erfordere, so heißt es darin, weniger Arbeitskräfte, verbrauche weniger
Wasser, ergebe eine geringere Umweltbelastung und führe zu merklich kleineren
Abfallmengen.

Jedoch seien in bezug auf manche Aspekte des Umweltschutzes

und der Arbeitssicherheit noch keine zufriedenstellenden Lösungen gefunden.
Teilweise bedingt durch die möglichen Umweltbelastungen sind für ein
Unternehmen, das einen Betrieb zur Verwertung von Ölschiefer anrichten will,
zur Zeit mindestens 100 verschiedene Genehmigungen erforderlich.

In

jüngster Zeit verabschiedete und einige noch anhängige neue Gesetze dürften
jedoch dazu beitragen, daß die Vorschriften standardisiert, die Bürokratie
in Grenzen gehalten und der Wirtschaft der Weg zum Aufbau dieser Industrie
erleichtert wird.

+ + + + +

�UJiz/cn/choft
und Technik

I 3

International Communication Agency
Embassy of the United States of America

28. Mai 1980

26

WASSERSTRAHL STATT BOHRHAMMER
Fahrbare Hydraulikaggregat vereinfacht Straßenreparaturen

- (AD) - Mit der Kraft eines Wasserstrahls aus rotierender Düse sind
Reparaturen von schadhaften Straßenbeton-Decken einfacher und billiger durchzuführen als nach den herkömmlichen Verfahren.

Dies ergaben Feldtests, über

die kürzlich die Nationale Forschungsstiftung der USA (NSF) berichtete. Sie
hatte zusammen mit der amerikanischen Bundesstraßen-Bauverwaltung (Federal
Highway Administration) die mehrjährigen Forschungen finanziert, die zur
Entwicklung des Verfahrens führten.

Wissenschaftler des "Illinois Institute

of Technology" (IITRI) in Chicago, der Universität von Missouri in Rolla und
des "Georgia Institute of Technology" in Atlanta waren maßgeblich an den
Studien beteiligt und führen derzeit die Feldversuche durch.
Bei Anwendung der bisher üblichen Verfahren verlangen großflächige
Straßenreparaturen zahlreiche Arbeitsgänge:

Mit einer Diamantsäge wird der

Umriß der Flächen für die Betonerneuerung angeschnitten.
- gewöhnlich mit Borhämmern - aufgebrochen werden.
wird mit starkem Gebläse abgeräumt.

Dann muß der Beton

Was sich nicht löst,

Die Stahlarmierung muß dann mit einem

Sandstrahlgebläse gesäubert werden, ehe man den neuen Beton gießen kann.
Vieles

Postfach 20 03 00
D5300 Bonn 2

Tel: 0228-89 32 40
Telex: 08-85432

�Vieles davon mache, wie John A. Hilaris vom IITRI berichtet, das Wasserstrahl-Verfahren überflüssig.

Die Maschine besteht im wesentlichen aus einer

Lade-Einheit, in der der hohe Druck für das Wasser aufgebaut wird, das dann
durch ein Rohr zu einer Düse strömt.

Diese rotiert in einem bestimmten An-

stellwinkel, damit der "Bohrstrahl" wirksam angesetzt werden kann. Auf Rädern montiert, ist die Maschine an jeder beliebigen Stelle einsetzbar.
Die Bohrkraft des Wasserstrahls ist auf einen sehr geringen Abstand beschränkt, so daß die Düse auf mindestens 5 cm und näher an den Beton herangebracht werden muß.

Würde sie nicht rotieren, wäre die Bohr- und Schneide-

wirkung auf einen zu engen Bereich begrenzt, um tiefer in den Beton eindringen und ihn aufbrechen zu können.

Durch das Rotieren des Düsenkopfes wird

jedoch der "Kanal", von dem aus der Beton aufgebrochen wird, breit genug gehalten, um auch die tieferen Schichten zu erreichen.

Dabei sammeln sich

kleinere Partikel im Wasser, größere Bruchstücke werden ausgeworfen und später
beseitigt.

An der Betonarmierung kommt es bei dieser Prozedur nicht zu ir-

gendwelchen Beschädigungen.

Die Stäbe werden nur freigelegt; Nachschweißen

oder andere Reparaturen erübrigen sich.
Schadensursache ausgeschaltet.

Damit ist bereits eine künftige

Denn bisher zeigte sich immer wieder, daß im

Bereich schon einmal reparierter Armierungsstäbe fortlaufend neue Straßenschäden auftreten.
Den Feldtests waren lange Serien von Laborversuchen vorausgegangen: Man
mußte den günstigsten Durchmesser der Wasserd'üse und den wirksamsten Austrittswinkel für den Wasserstrahl, den optimalen Wasserdruck und die beste Arbeitsgeschwindigkeit ermitteln. Der Wasserdruck ist exakt kontrollierbar - ein
wichtiger Faktor für den Schutz der Stahlarmierung im Beton. Beim Aufbrechen
des Betons gibt es so gut wie keine Staubentwicklung, die Geräuschentwicklung
ist unvergleichlich geringer als bei allen anderen Methoden. Das Verfahren
kann außerdem automatisiert werden.
Der Wasserstrahl läßt genügend Feuchtigkeit zurück, um die neue Betondecke sofort eingießen zu können.

Ein weiterer Vorteil sei, wie Hilaris be-

tont, die Tatsache, daß es praktisch keinen Verschleiß von Werkzeugen gebe,
- 2 -

�gebe, weil nur Wasser mit dem Beton in Berührung komme.

Im ersten Feldtest

- Reparatur der Betondecke einer Brücke in einem Vorort von Chicago - wurde
mit einem Wasserstrahl gearbeitet, der unter einem Druck von 3160 kg/qcm stand.
Der Verlautbarung der NSF zufolge liegen die Kosten bei Verwendung einer 110
PS-Maschine für das Aufbrechen einer 7,5 cm dicken Betondecke bei 14 Dollar
pro Quadratmeter (sie würden sich mit einer 220 PS-Maschine auf 7,6 Dollar
verringern), während bei Anwendung der herkömmlichen Verfahren 17,8 Dollar
anzusetzen sind.

Die amerikanische Bundesstraßen-Baubehörde beabsichtigt,

weitere Feldtests mit Wasserstrahlaggregaten durchführen zu lassen.

Auf dem gleichen Arbeitsprinzip basieren auch Versuche zum Schneiden von
Granit und anderem harten Gestein.

Schon im Januar 1979 gelang es Wissenschaft-

lern des IITRI und der Universität von Missouri in Rolla in einem Steinbruch
bei Elberton (Georgia), mit der Wasserkanone drei Meter tief ins Gestein einzudringen und Granitblöcke herauszulösen.

Mit einer 110 PS-Maschine lassen

sich bei Anwendung des Wasserstrahl-Verfahrens pro Stunde 2,2 qm Granit schneiden, während die durchschnittliche Leistung nach der bisher üblichen Methode
knapp 1 qm/Stunde beträgt.

Im Juni 1980 sollen Experimente an Elberton-Granit

mit einer 150 PS-Wasserkanone (bei einem Wasserdruck von ca. 2800 bar) fortgesetzt werden.

Gelenkte Sprengkraft

Forschungsingenieure der Universität Maryland und der Martin Marietta
Laboratories in Baltimore (Maryland) konnten außerdem mechanische Details der
Prozesse aufklären, die bei der Gesteinszertrümmerung mit Sprengladungen vor
sich gehen.

Damit schufen sie eine Grundlage für die Entwicklung wirtschaft-

licherer und umweltfreundlicherer Sprengverfahren.

Denn zum einen wird es

bei Berücksichtigung der neuen Erkenntnisse möglich, einigermaßen gleichgroße
Trümmerstücke zu gewinnen und die Abfallmenge an kleinen Teilen zu verringern,
zum anderen die Zahl und Stärke von Sprengungen zu reduzieren, wodurch weniger
Bodenerschütterungen und geringere Staubmengen verursacht werden.
Die
- 3 -

�•

Die Forschergruppe (W.L. Fourney, D.B. Barker und D.C. Holloway von der
Universität Maryland sowie S.R. Winzer, M.A. Ozol, V.l. Montenyohl und A.
Ritter von den Martin Marietta Laboratories) wies nach, daß die Gesteinszertrümmerung bei einer Sprengung nicht, wie bisher angenommen, vom Volumen der
unter hohem Druck stehenden Gase, sondern in erster Linie von den von der
Explosion ausgelösten Druckwellen und Spannungszustä'nden abhängig ist. Die
Hochdruckgase führen nur im unmittelbaren Umfeld des Bohrlochs, in dem die
Sprengladung zur Explosion gebracht wurde, zum Aufreißen des Gesteins.
Um einheitlichere Felsfragmente und Fragmente bestimmter Größe zu bekommen, sind den neuen Erkenntnissen zufolge jeweils ganz bestimmte Anordnungen für die Bohrlöcher, unterschiedliche Sprengstoffmengen für die einzelnen Bohrlöcher oder veränderte Zeitfolgen für die Detonation der Sprengladungen erforderlich.

Nach Aussage der Wissenschaftler leistet den Haupt-

beitrag zum Aufbrechen des Gesteins die Scherwirkung an den Kanten bestehender Gesteinsverbindungen oder an Verwerfungsstellen unter dem Einfluß der
Explosionsdruckwellen.

Die Tatsache, daß die Bildung von Rissen entsprechend

der Geschwindigkeit der Druckwellen erfolgt, erfordere gewisse Änderungen
hinsichtlich der Festlegung der optimalen Zeitfolge für den Ablauf einer Explosionsserie.
Die zahlreichen Labor- und Feldversuche, bei denen u.a. mit den modernsten
Fotomethoden zur Sichtbarmachung von Spannungs- und Druckwellen zunächst in
Plastikmodellen, dann in kleinen und größeren Steinplatten gearbeitet wurde,
haben auch unkorrektes Funktionieren der von der Industrie angebotenen Sprengkapseln aufgedeckt. Das bedeutet, daß für Steinbrucharbeiten nicht die optimalen Verzögerungszeiten bei einer Sprengserie berechnet werden können,
weil die wenn auch nur auf Tausendstel Sekunden Zeitverzögerung eingestellten Kapseln nicht in der angenommenen Weise zünden. Die amerikanischen Hersteller wurden bereits darauf aufmerksam gemacht. Sie haben inzwischen begonnen, die Qualitätskontrolle zu verbessern und ihre Produkte von der Konstruktion her zu überprüfen.
Die
- 4 -

�Die Forschungen wurden, wie im Falle der hydraulischen Beton- und Gesteinszertrümmerung, von der National Science Foundation finanziert.

+ + + + +

- 5 -

�</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </file>
  </fileContainer>
  <collection collectionId="4">
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="6534">
                <text>Dokumente</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </collection>
  <itemType itemTypeId="19">
    <name>Digitalisat</name>
    <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
  </itemType>
  <elementSetContainer>
    <elementSet elementSetId="1">
      <name>Dublin Core</name>
      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
      <elementContainer>
        <element elementId="40">
          <name>Date</name>
          <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="8665">
              <text>28.05.1980</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="51">
          <name>Type</name>
          <description>The nature or genre of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="8666">
              <text>Digitalisat</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="39">
          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="8667">
              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="50">
          <name>Title</name>
          <description>A name given to the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="14004">
              <text>Amerikadienst 28.05.1980</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="41">
          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="14005">
              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;USA fordern Beseitigung der Hindernisse bei der Kambodscha-Hilfe&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Rede des Stellvertretenden US-Außenministers in Genf -&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Wirtschaft&amp;nbsp;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Botschafter Hormats: Handel - das zentrale Thema des Gipfeltreffens in Venedig&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Von John J. Harter, US-Amt für Internationale Kommunikation -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Schieferöl - Amerikas ungehobener Energiereichtum&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Wasserstrahl statt Bohrhammer&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Fahrbares Hydraulikaggregat vereinfacht Straßenreparaturen -&amp;nbsp;&lt;/em&gt;</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
      </elementContainer>
    </elementSet>
  </elementSetContainer>
</item>
