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                  <text>Information
und
Dokumentation

I a

International Communication Agency
Embassy of the United States of America

30. April 1980

22

INHALT

INFORMATION
Carter nominiert Senator Muskie zum neuen US-Außenminister
Dokumentation
US-Außenminister Vance tritt zurlick
- Warren Christopher wird Amtierender Außenminister Präsident Carter nimmt zu dem gescheiterten Befreiungsversuch im
Iran Stellung
- Erklärung vom 25. April 1980 Brown erläutert fehlgeschlagene Geiselbefreiung
- Erklärung des US-Verteidigungsministers HINTERGRUNDMATERIAL
Langfristige Wissenschaftsprogramme zum überleben
- US-Außenministerium befaßt sich mit Forschungsaufgaben von weltweiter
Bedeutung Biomasse - eine respektable Energiequelle
- Internationale Konferenz in Atlanta (USA) -

Um Über/endung von
Belegexemplaren wird
gebeten

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�Information
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22

30. April 1980

CARTER NOMINIERT SENATOR MUSKIE ZUM NEUEN US-AUSSENMINISTER

WASHINGTON - (AD) - Präsident Jimmy Carter hat am 29. April 1980
Senator Edmund Muskie zum Nachfolger für den zurückgetretenen amerikanischen
Außenminister Cyrus Vance nominiert, Diese Nominierung bedarf noch der
Bestätigung durch den Senat der Vereinigten Staaten.
Muskie gehört der Demokratischen Partei an und ist für den Bundesstaat Maine im Senat, Er war lange Zeit Mitglied des Außenpolitischen Ausschusses des Senats und war von seiner Partei im Jahre 1968 als Vizepräsidentschaftskandidat aufgestellt worden.
Zu seinen weiteren politischen Tätigkeitsbereichen gehörten der einflußreiche Haushaltsausschuß des Senats, dessen Vorsitzender er bis zu seiner
Ernennung zum Außenminister war; der Unterausschuß für Rüstungskontrolle,
dessen Vorsitz er ebenfalls innehatte; der Ausschuß für Umweltfragen sowie
der Politische Ausschuß der Demokratischen Partei, dem er als Mitglied
angehört. Zusammen mit dem demokratischer, Kandidaten Humphrey verlor er
1968 die Wahlen nur knapp gegen die damaligen republikanischen Kandidaten

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�Kandidaten Richard Nixon und Spiro Agnew..

Im Jahre 1972 bewarb er sich

selbst um das Amt des Präsidenten.
Muskie, auch außer"!ich eine imponierende Gestalt mit seinen 1.93 Metern,
begann seine politische Karriere In der Legislative des Bundesstaates Maine,
einem ländlichen und dünn besiedelten Gebiet im Mordosten der USA, wo man
vor Muskie nur selten einen Demokraten wählte.

Zwei Wahlperloden lang

war er Gouverneur und wurde im Jahr 1958 zum erstenmal in den amerikanischen
Senat gewählt

Seither gelang ihm alle sechs Jahre die Wiederwahl,

Im Februar 1979 ernannte Präsident Carter ihn zu seinem Sonderbotschafter
für

Polen, um Gesprächs mit. dem polnischen Parteichef Edward Gierek über

Wirtschaftsfragen und den SALT II-Vertrag zu führen

Im Verlauf dieser

Reise besuchte Muskie auch die Bundesrepublik Deutschland, Portugal, Spanien
und Belgien.
Muskie wu'-de am 28 März 1914 als zweites -./on sechs Kindern in
Rumford in Maine geboren; seine Eltern waren polnische Emigranten. Er
studierte am Betes College in Maine und schloß sein Jurastudium an der
Corne7!-Universität in New Yo^k ab. Er ist verheiratet jnd Vater von
fünf Kindern,
Unmittelbar nach seiner Wahl daraufhin angesprochen, ob er den Posten
übernommen habe, weil er Präsident Carters Außenpolitik unterstütze oder
ob er lediglich auf den Druck dei" Ereignisse reagiere, antwortete Muskie,
die Zeiten forderten "von uns allen eine Antwort, wenn wir gerufen werden".
Er vermied jeden Hinweis auf die aktuelle Lage,machte jedoch klar, daß er
den Posten nicht angenommen hätte, wenn er nicht noch immer an friedliche
Mittel zur Lösung der Krise im Iran glaube.

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30. April 1980

US-AUSSENMINISTER VANCE TRITT ZUROCK
Warren Christopher wird Amtierender Außenminister

WASHINGTON

- (AD) - Der amerikanische Außenminister Cyrus Vance

ist am 28. April 1980 von seinem Amt zurückgetreten, weil er die Entscheidung
Präsident Carters, eine militärische Rettungsaktion für die Geiseln in
Teheran zu unternehmen, nicht unterstützen könne.
persönliche Verbundenheit mit Carter.

Er betonte jedoch seine

Der Präsident nahm das Rücktritts-

gesuch von Vance "mit Bedauern" an.
Mit der Leitung des Auswärtigen Amtes der Vereinigten Staaten wurde
der bisherige Stellvertretende amerikanische Außenminister Warren Christopher
betraut. Vance hatte Christopher bereits Ende 1976 zu seinem Stellvertreter
ernannt. Christopher, 54, war Anfang der sechziger Jahre Berater im
amerikanischen Außenministerium gewesen. Er stammt aus Scranton,' North
Dakota, hat Jura studiert, war zunächst als Mitarbeiter für einen Richter am
Obersten Bundesgericht tätig und trat dann in ein Anwaltsbüro in Los Angeles
ein. Er war Mitarbeiter von Vance, als dieser Ende der sechziger Jahre
für Präsident Johnson die durch die Rassenunruhen ausgelöste Krise in

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�in Detroit beilegte,, Der damalige Justizminister holte Christopher in
sein Ministerium, wo er Stellvertretender Justizminister wurde.
Das vom 21„ April datierte und am 28 „ April 1980 veröffentlichte Rücktritts
gesuch von Außenminister Vance hat folgenden Wortlaut:
Sehr geehrter Herr Präsident,
ich hege für Sie tiefsten Respekt und Bewunderung, und schweren
Herzens reiche ich meinen Rücktritt ein.
Ehre, Ihnen und unserem Land zu dienen,

Es war ein Privileg und eine große
Mit Stolz und Befriedigung blicke

ich auf die vielen Maßnahmen und neuen Richtungen, die unsere Außenpolitik
unter Ihrer Führung gekennzeichnet haben.

Der Panamakanal-Vertrag, die

Camp-David-Abkommen, der ägyptisch israelische Friedensvertrag, die
Normalisierung der Beziehungen mit der Volksrepublik China, die Stärkung
unserer Streitkräfte und unserer Bündnisse, die Aushandlung des SALT IIAbkommens, die Schlichtung in der Zimbabwe-Frage sowie der neue Schwung
und die neue Richtung, die unsere Beziehungen mit den Staaten der Dritten
W e U erhalten haben, sind einige dieser wesentlichen Schritte.
Ich weiß um das sorgfältige Abwägen bei Ihrer Entscheidung hinsichtlich
des Iran.

Ich wünschte, ich könnte Sie dabei unterstützen»

Aber aus den

besprochenen Gründen heraus kann ich es nicht.
Es wäre Ihnen in den kommenden Wochen und Monaten nicht gut gedient
mit einem Außenminister, der Ihnen nicht die öffentliche Unterstützung bei
einem Problem und einer Entscheidung von so außergewöhnlicher Bedeutung
bieten könnte - gleichgültig, wie unveränderlich meine Unterstützung bei
anderen Fragen auch weiterhin wäre oder wie loyal ich mich Ihnen gegenüber
als unserer Führungsspitze verhielte» Eine solche Situation wäre unhaltbar&gt;und unser Verhältnis, das ich so sehr schätze, würde fortwährend darunter
leiden.
Ich
- 2 -

�Ich werde Ihnen stets dankbar sein, daß ich die Möglichkeit hatte,
unter Ihnen zu dienen.

Ich werde für Sie stets tiefsten Respekt und Zu-

neigung hegen, und Sie wissen, daß Sie bei der Führung unserer Nation mit
meiner Unterstützung rechnen können.
Ergebenst
Ihr
gez. Cyrus Vance

In seiner Antwort nahm Präsident Carter am 28. April 1980 das Rücktrittsgesuch von Außenminister Vance an.
Das Schreiben hat folgenden Wortlaut:
An Außenminister Vance,
mit Bedauern nehme ich Ihren Rücktritt an, aber auch mit tiefer Bewunderung für Ihren hingebungsvollen und wirkungsvollen Dienst für mich
und unser Land.
Wie in Ihrem Brief erwähnt wird, gab es unter Ihrer Führung als
Außenminister bemerkenswerte Leistungen.

Ich teile Ihren Stolz über das

Erreichte.
Da Sie meine Entscheidung hinsichtlich der Rettungsaktion im Iran
nicht unterstützen konnten, haben Sie die korrekte Entscheidung getroffen,
zurückzutreten. Ich weiß, daß es sich hier für Sie um eine Angelegenheit
des Prinzips handelt,und ich respektiere die Gründe, die Sie mir darlegten.
Sie verlassen Ihren Posten unter der Bewunderung und mit den besten
Wünschen einer dankbaren Nation.

Unsere enge Freundschaft und Partnerschaft

3 -

�Partnerschaft in schwierigen Zeiten waren für mich stets eine Quelle der
Stärke und der Beruhigung.
Ich freue mich auch weiterhin auf Ihren Rat und Beistand in Fragen,
die bedeutsam für die Vereinigten Staaten sind, für unser Land, dem Sie so
gut gedient haben.
Ihr Freund
gez.
Jimmy Carter

+ + + + +

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30. April 1980

PRÄSIDENT CARTER NIMMT ZU DEM GESCHEITERTEN BEFREIUNGSVERSUCH
IM IRAN STELLUNG
- Erklärung vom 25. April 1980 -

WASHINGTON

- (AD) - Präsident Carter hat am Morgen des 25. April 1980

dem amerikanischen Volk in einer Fernseherklärung das Scheitern der geplanten
Rettungsaktion für die Geiseln im Iran mitgeteilt.

Enttäuschung über das

Mißlingen und Bewunderung für den Mut des Rettungsteams mischten sich
dabei mit der Entschlossenheit, die "unversehrte Freilassung" der Geiseln
"zum frühestmöglichen Zeitpunkt herbeizuführen."
Die Erklärung des Präsidenten hat folgenden Wortlaut:
Am späten gestrigen Abend habe ich eine sorgfältig geplante Operation
abgebrochen, die im Iran im Gang war, um unsere Rettungsmannschaft für
einen späteren Rücktransport der amerikanischen Geiseln in Stellung zu
bringen, die dort seit dem 4. November gefangen gehalten werden.

Das

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�Das Versagen von Geräten in den Rettungshubschraubern machte es notwendig, das Unternehmen zu beenden.

Während unser Team sich gemäß meiner

Anordnung zurückzog, stießen zwei unserer amerikanischen Flugzeuge nach
dem Wiederauftanken an einem abgelegenen W'üstenort im Iran am Boden zusammen.
Weitere Informationen über diese Rettungsaktion werden dem amerikanischen
Volk zugänglich gemacht,sobald dies angemessen ist.
Es gab keine Auseinandersetzung, es gab keinen Kampf.

Aber zu meinem

tiefen Bedauern wurden acht Besatzungsmitglieder der beiden kollidierenden
Flugzeuge getötet und mehrere andere Amerikaner bei diesem Unfall verletzt.
Unsere Leute wurden sofort aus dem Iran ausgeflogen.

Die Verwundeten

erhielten ärztliche Behandlung und werden wohl bald genesen.
Es liegt uns kein Beweis dafür vor, daß irgendwelche iranischen
Regierungsvertreter oder Behörden von dieser Operation Kenntnis hatten - dies
war erst mehrere Stunden nach dem Rückzug aller Amerikaner aus dem Iran der
hall.
-

Unser Rettungsteam wußte, und ich wußte, daß die Operation sicherlich
schwierig und mit Gewißheit gefährlich sein würde. Wir waren alle davon
überzeugt, daß die Rettungsaktion, hatte sie erst einmal begonnen, ausgezeichnete Erfolgsaussichten gehabt hätte.
Es waren alles Freiwillige; sie waren alle außerordentlich gut.ausgebildet.
Ich traf mit ihren Führern zusammen, bevor sie dieses Unternehmen in
Angriff nahmen.
Sie wußten um meine Hoffnungen und um diejenigen aller Amerikaner,
die sie mit sich trugen.

�Den Familien der Getöteten und Verwundeten möchte ich die Bewunderung
zum Ausdruck bringen, die ich für den Mut ihrer Lieben fühle, und die Sorge,
die ich persönlich für ihr Opfer hege.
Die Mission, die sie durchführen sollten,war eine humanitäre Mission.
Sie richtete sich nicht gegen den Iran.
Volk des Iran.

Sie richtete sich nicht gegen das

Sie wurde ohne jedes Gefühl der Feindschaft gegen den Iran

oder sein Volk unternommen.

Sie forderte keine iranischen Opfer.

Die Planung dieser Rettungsanstrengung begann kurz nach der Besetzung
unserer Botschaft; aber aus einer Reihe von Gründen heraus wartete ich bis
zu diesem Zeitpunkt mit der Verwirklichung dieser Rettungspläne.
Um durchgeführt werden zu können, mußte diese komplexe Operation
das Ergebnis intensiver Planung, intensiver Ausbildung und wiederholter
Übung sein.
Allerdings war eine Lösung dieser Krise durch Verhandlungen und mit
freiwilligen Schritten seitens der iranischen Vertreter damals offensichtlich vorzuziehen; dies ist heute so und wird so bleiben.
Dieser Rettungsversuch mußte auf mein Urteil darüber warten, ob die
iranischen Behörden diese Krise durch ihre eigene Initiative lösen konnten
oder wollten.
Angesichts des ständigen Autoritätsverfalls im Iran und der zunehmenden
Gefahr für die Sicherheit der Geiseln selbst und der zunehmenden Erkenntnis,
daß ihre baldige Freilassung höchst unwahrscheinlich war, traf ich die
Entscheidung, die Pläne für die Rettungsoperation anlaufen zu lassen.
Dieser Versuch wurde zu einer Notwendigkeit und zu einer Pflicht. Die
Bereitschaft unserer Einsatzgruppe, die Rettung zu unternehmen, machte ihn
auch voll durchführbar. Dementsprechend traf ich die Entscheidung, unsere

- 3 -

�unsere von langer Hand vorbereiteten Pläne ins Werk zu setzen.
Ich befahl diese vorbereitete Rettungsmission, um amerikanisches Leben
zu retten, um Amerikas nationales Interesse zu schützen und um die Spannungen
in der Welt zu vermindern, die zwischen vielen Staaten mit dieser fortdauernden Krise entstanden waren.
Es war meine Entscheidung, die Rettungsaktion zu versuchen.

Es war

meine Entscheidung, sie abzubrechen, als sich Probleme bei der Bereitstellung
unseres Rettungsteams für eine spätere Rettungsoperation einstellten.

Die

volle Verantwortung liegt bei mir.
Nach diesem Versuch machen wir auch weiterhin die Regierung des Iran
verantwortlich für die Sicherheit und die baldige Freilassung der amerikanischen
Geiseln, die nun schon so lange festgehalten werden.

Die Vereinigten

Staaten bleiben entschlossen, ihre unversehrte Freilassung zumfrühestmöglichen Zeitpunkt herbeizuführen.
Als Präsident weiß ich, daß unsere ganze Nation wie ich eine tiefe
Dankbarkeit für die tapferen Männer fühlt, die bereit waren, ihre
amerikanischen Landsleute aus der Gefangenschaft zu befreien. Und als
Präsident weiß ich auch, daß die Nation nicht nur meine Enttäuschung darüber
teilt, daß die Rettung wegen mechanischer Schwierigkeiten nicht durchgeführt werden konnte, sondern auch meine Entschlossenheit zum Schutz und
zur Befreiung aller unserer Geiseln. Es gab schon vorher Enttäuschungen.
Wir werden in unseren Anstrengungen nicht erlahmen. Im Verlauf dieser
außergewöhnlich
schwierigen Periode haben wir jeden möglichen Weg zur
Freilassung der Geiseln verfolgt und werden dies auch weiterhin tun.
Während dieser Anstrengungen war
die Unterstützung durch das amerikanische
Volk und durch unsere Freunde auf der ganzen Welt ein entscheidendes Element.
Wir werden fortfahren, um zusammen mit anderen Staaten und mit iranischen
Vertretern eine rasche Lösung der Krise - ohne den Verlust von Menschenleben
und mit friedlichen und diplomatischen Mitteln - zu suchen. Vielen Dank.

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30. April 1980

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BROWN ERLÄUTERT FEHLGESCHLAGENE GEISELBEFREIUNG
- Erklärung des US-Verteidigungsministers -

WASHINGTON - (AD) - Der amerikanische Verteidigungsminister
Harold Brown gab am 25. April 1980 Einzelheiten des fehlgeschlagenen
Versuchs zur Rettung der Geiseln in Teheran bekannt. Brown brachte
seine Enttäuschung über den Fehlschlag zum Ausdruck, betonte jedoch, daß
die Vereinigten Staaten auch weiterhin alles tun würden, um die Geiseln
zu retten.
Auf einer Pressekonferenz im amerikanischen Verteidigungsministerium
gab Brown einleitend folgende Erklärung ab:
Wie Sie bereits wissen, haben wir in der vorigen Nacht (24. April)
den Abbruch einer Operation im Iran angeordnet, die im Gange war, um eine
Rettung unserer Geiseln vorzubereiten. Der Präsident hat bereits den
allgemeinen Hintergrund dargestellt, und der Chef des Gemeinsamen Stabes
(der amerikanischen Streitkräfte) und ich sind bereit, Einzelheiten hinzuzufügen.
Lassen

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�Lassen Sie mich zu Beginn sagen, daß wir alle stolz sein dürfen
auf die tapferen Männer, die diese Mission unternommen haben.
Mut und Geschick gezeigt.

Sie haben

Und wir sind voll Trauer um die acht Männer,

die ihr Leben gegeben haben in dem Versuch, ihre amerikanischen Mitbürger
zu retten.
Darf ich Ihnen einen kurzen Überblick über die Ereignisse geben,
bevor ich Ihre Fragen beantworte.
Am späten Abend und frühen Morgen des 24. und 25. April iranischer
Zeit unternahmen rund 90 amerikanische Soldaten zusammen mit den Flugzeugbesatzungen eine Operation, um eine Rettung der amerikanischen Bürger vorzubereiten, die als Geiseln in Teheran festgehalten wurden.
Die acht Hubschrauber und dazugehörende Transportflugzeuge waren
auf dem Weg zu einem abgelegenen Landeplatz 200 Meilen von Teheran entfernt
in der iranischen Wüste, der zum Auftanken benutzt werden sollte.
Von dem Erfolg dieser und anderer Schritte abhängend, sollte eine
spätere Entscheidung darüber getroffen werden, ob die eigentliche Rettungsoperation fortgesetzt werden sollte.
Da wir wußten, daß der lange und anstrengende Flug die Kapazität
der Hubschrauber auf eine harte Probe stellen würde, haben wir im Obermaß
vorgesorgt, um zu gewährleisten, daß wir weitermachen konnten, wenn einige
von ihnen unbenutzbar werden sollten.
Zwei der Hubschrauber hatten unterwegs Probleme.

Einer landete

in der Wüste, und seine Besatzung wurde von einem anderen Hubschrauber
aufgenommen, der dann zu dem Ort für das Auftanken weiterflog.

Der

zweite Hubschrauber hatte Schwierigkeiten, kehrte um und landete an Bord
des Flugzeugträgers Nimitz im Arabischen Meer.

- 2 -

Bei Eintreffen an dem

�dem Landungsort in der Wüste traten bei einem dritten Hubschrauber ernste
hydraulische Funktionsstörungen auf, die ihn außer Betrieb setzten.

Der Operationsplan sah eine Beendigung der Mission vor, wenn zu diesem
Zeitpunkt weniger als sechs Hubschrauber einsatzbereit waren.

Daher

beschlossen wir, den Rest der Operation einzustellen und alle Soldaten
abzuziehen.

Als die Flugzeuge in völliger Dunkelheit den Abflug vorbereiteten,
stießen ein Hubschrauber und ein Flugzeug vom Typ C-130 zusammen.
gerieten sofort in Brand.

Beide

Acht unserer Männer wurden getötet, und vier

weitere erlitten Verbrennungen,

Um die sichere Evakuierung des Restes

der Gruppe zu gewährleisten, wies der Befehlshaber am Ort seine Männer an,
die Hubschrauber zu verlassen und mit den verbleibenden Flugzeugen des
Typs C-130 abzufliegen.

Damit blieben zurück die vier einsatzbereiten

Hubschrauber, der Hubschrauber, bei dem hydraulische Funktionsstörungen
aufgetreten waren, und die brennenden Wracks eines Hubschraubers und eines
Flugzeuges vom Typ C-130.

Zu keinem Zeitpunkt der Mission trafen wir auf iranische Streitkräfte.
Jedoch wurden etwa 50 iranische Zivilisten, die zum Zeitpunkt der Landung
der ersten C-130 in einem Bus vorbeikamen, am Ort festgehalten.

Als die

Entscheidung getroffen wurde, die Rettungsanstrengung zu beenden, wurde
allen Zivilisten erlaubt, den Ort zu verlassen, ohne daß ihnen ein Leid
geschah.

Wie Sie aus dieser Darstellung ersehen können, war die Mission komplex
und schwierig - aber nach dem Urteil des Gemeinsamen Stabes und nach
meinem Urteil war sie operativ durchführbar.

Dieses Urteil reifte nach

gründlicher Prüfung, zu der viele praktische Übungen gehörten.

Unser

Plan war sorgfältig durchdacht, und die Ausbildung war erschöpfend.
Plan sah die Möglichkeit der Beendigung der Operation aufgrund

- 3 -

Der

irgendwelcher

�irgendwelcher Schwierigkeiten vor, wie etwa mechanisches Versagen oder
Entdeckung der Mission durch die Iraner.
Der Flug zum Sammelpunkt und das Auftanken selbst waren mit beachtlichem
Erfolg durchgeführt worden, aber wir kamen aufgrund aufgestellter, vorher
gründlich durchdachter Kriterien zu dem Schluß, daß die Zahl der ausgefallenen Hubschrauber die Chance für einen späteren Erfolg bis zu einem
Punkt verringert hatte, die eine Beendigung der Mission diktierte.
Ich glaube, Sie werden begreifen, warum wir versuchen mußten, diese
schwierige Mission zu unternehmen.

Nach unserer Meinung stellte sie den

besten Kurs des Handelns dar, um unsere Geiseln schnell aus dem Iran herauszubringen.

Und es war auch der Kurs, der das geringste Risiko mit sich

brachte, dem iranischen Volk Schaden zuzufügen, und das geringste Risiko,
Instabilität in dieser unruhigen Region zu verursachen.
Wir sind enttäuscht, daß die Mission fehlgeschlagen ist. Wir sind
betrübt über den Verlust des Lebens unserer acht amerikanischen Mitbürger.
Aber niemand möge an unserer Entschlossenheit zweifeln, und niemand möge
die Bedeutung dieser Ereignisse falsch einschätzen. Wir werden nicht
ruhen, bis wir die Freilassung der Geiseln sichergestellt haben."
Auf Fragen von Korrespondenten
dementierte Brown, daß zehn Amerikaner umgekommen seien und weitere
zehn noch durch die Wüste irrten;
betonte er, daß das Unternehmen als erfolgreich durchführbar angesehen wurde;
stellte er fest, daß kein anderes Land und keine andere Regierung
in der gesamten Region über die Mission informiert worden war;
daß
- 4 -

�daß die Einsatzgruppe aus Angehörigen aller vier Teil Streitkräfte
(Heer, Luftwaffe, Marine und Marinekorps) zusammengesetzt war;
daß es sich bei allen um Freiwillige handelte;
daß Hubschrauber des Typs RH-53 eingesetzt waren;
daß die Hubschrauber von einem Flugzeugträger aus gestartet und per
Schiff in die Region gebracht worden waren;
daß, wie bisher, keine Option zur Befreiung der Geiseln ausgeschlossen
werden könne;
daß der Entschluß zur Vorbereitung der Mission vor zwei Wochen, der
Entschluß zum Einsatz selbst am selben Tag getroffen worden sei, weil alle
diplomatischen Bemühungen bisher versagten und man nicht in absehbarer
Zeit mit einer Freilassung rechnen konnte und die Sicherheitslage im Iran
immer unsicherer wurde;
daß Planung und Ausbildung seit November vorigen Jahres im Gange
waren;
daß es sich nicht um einen Angriff auf den Iran, sondern um eine
Rettungsmission handelte;
daß sechs Transportmaschinen

vom Typ C-130 beteiligt waren und daß

die amerikanischen Flugzeuge keine iranischen Hoheitsabzeichen und die
beteiligten Soldaten keine Uniform trugen, die iranischen Uniformen ähnlich
gesehen hätten.
Der amerikanische Verteidigungsminister unterstrich, daß die letzte
Entscheidung und Verantwortung für die Operation beim Präsidenten der
Vereinigten Staaten lag.
+ + + + +

�30. April 1980

22

LANGFRISTIGE WISSENSCHAFTSPROGRAMME ZUM ÜBERLEBEN
US-Außenministerium befaßt sich mit Forschungsaufgaben
von weltweiter Bedeutung

- (AD) - Immer mehr "Säureregen", Vernichtung von Waldbeständen,
das Dahinschwinden und die übermäßige Inanspruchnahme natürlicher Rohstoffe
sind einige der Probleme, mit denen sich die politischen Planer im USAußenministerium befassen müssen. Die Probleme ergeben sich nahezu zwangsläufig aus der Tatsache, daß die Weltbevölkerung rapide zunimmt, immer
mehr Ballungsräume mit Riesenstädten und wachsender Industrialisierung
entstehen und der Pro-Kopf-Verbrauch stark ansteigt. Die dadurch bedingte
Umweltbelastung ist besorgniserregend, die Rohstoffbasis schrumpft immer
mehr. Dies alles seien Fragen von weltweiter Bedeutung und Gegenstand
eingehender Untersuchungen von Experten im US-Außenministerium, wie Botschafter
Thomas R. Pickering kürzlich vor zwei Ausschüssen des US-Kongresses darlegte. Pickering, Unterstaatssekretär im US-Außenministerium, ist als Leiter
der "Abteilung Weltmeere und internationale Umwelt- und Wissenschaftsfragen
(OES)" u.a. für die Durchsetzung der Direktive des US-Kongresses verantwortlich, einer langfristigen Planung auf dem Gebiet von Wissenschafts-,

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�Wissenschafts-, Technologie- und Außenpolitik mehr Aufmerksamkeit zu
widmen.
Pickering äußerte sich u.a. zu folgenden Problemen:
-

Sä'ureregen. Regen, mit Schwefel, Stickstoff und Kohlendioxid
aus den Verbrennungsprodukten fossiler Brennstoffe vermischt,
tötet Süßwasserfische, wenn er in Seen und Flußläufe gelangt,und
kann Bäume in ihrem Wachstum verkümmern lassen.
Schädliche Auswirkungen wurden bereits in Skandinavien, Kanada
und in den Vereinigten Staaten beobachtet.

Pickering forderte

deshalb verstärkte wissenschaftliche Untersuchungen im Zusammenhang
mit dieser Entwicklung.

Die Vereinigten Staaten haben inzwischen

mit der UN-Wirtschaftskommission für Europa eine "Konvention über
grenzüberschreitende Luftverschmutzung" ausgearbeitet; mit Kanada
wurden Verhandlungen über mögliche Gegenmaßnahmen aufgenommen.
-

Vernichtung von Wäldern. Jede Minute werden 20,23 Hektar Waldland auf der Erde zerstört - das heißt, 1 213 Hektar in der Stunde.
Dies bezeichnete Pickering als ein "ernstes weltweites Problem",
was seine Abteilung veranlaßt habe, eine detaillierte Studie
zur "Internationalen Politik für den Tropenwald " auszuarbeiten,
die Präsident Carter im Mai vorgelegt werde.

-

Beseitigung toxischer Substanzen und Abfälle. Das US-Außenministerium
bereitet zusammen mit anderen amerikanischen Behörden einen Maßnahmenkatalog zur "Harmonisierung von Bestimmungen in den Vereinigten
Staaten" vor, insbesondere in bezug auf den Export toxischer
Substanzen und Abfälle. Das US-Außenministerium erschwert in
jeder Hinsicht Aktionen amerikanischer Firmen, anderen Ländern
hohe Geldsummen für die Deponie von Abfällen auf deren Territorium

�Territorium zu bezahlen.
- Zunahme der Weltbevölkerung, "übermäßiges Bevölkerungswachstum
in vielen Teilen der Welt kompliziert amerikanische und internationale Anstrengungen immer mehr und erschwert es außerordentlich»
ein breites Spektrum globaler Probleme - einschließlich wirtschaftlicher Entwicklung, Arbeitslosigkeit, Hunger und Unterernährung,
Umwelt und Energie, Rohstoffnutzung - in Angriff zu nehmen", erklärte
Botschafter Pickering. Unter Einschaltung verschiedener internationaler
Organisationen weite das US-Außenministerium seine Unterstützung
von Aktionen auf den Gebieten der Familienplanung aus. Außerdem
sondiere das State Department Möglichkeiten "für eine wichtige
neue internationale Anstrengung zur Ausweitung der primären Gesundheitsdienste" in der Dritten Welt.
-

Allgemeine Wissenschaft und Technologie. Wie Präsident Carter bereits
erklärt habe, "ist es von wesentlicher Bedeutung, daß wir auf weite
Sicht unsere Beziehungen auf wissenschaftlichem und technologischem
Gebiet mit anderen Ländern pflegen". Die Regierung sei, so
Pickering, in der Entwicklung solcher Beziehungen zu China, Japan
und einer Anzahl von Ländern in Lateinamerika aktiv geworden. OES
unterstützt die neue UN-Organisation, die für die Stärkung internationaler Zusammenarbeit bei der Anwendung von Wissenschaft
und Technik auf Entwicklungsprobleme geschaffen wurde. Außerdem
sind die Vorbereitungen für eine große internationale Weltraumkonferenz im Jahr 1982 in vollem Gang, auf der Fernerkundung aus
dem Weltraum, die Verwendung sog. geostationärer Umlaufbahnen,
der Direktempfang von Funk- und Fernsehsatelliten und die Ausarbeitung von "Grundsätzen für die Verwendung von nuklearen Kraftquellen im Weltraum" erörtert werden.
Kernkraft

�-

Kernkraft und Alternativenergien.

Ein praktikables und dauer-

haftes Gleichgewicht zwischen der Notwendigkeit des fortgesetzten
Ausbaus der Kernkraft als Energiequelle und der Notwendigkeit einer
Verhinderung der Ausweitung von Nuklearsprengkörpern zu schaffen,
ist ein wichtiges Aufgabengebiet des US-Außenministeriums. Gleichzeitig fördert es auch die Nutzung nicht-nuklearer Energie durch
Zusammenarbeit mit anderen Ländern, u.a. mit Japan, Italien, der
Bundesrepublik Deutschland, Kanada, Mexiko, Israel, Venezuela,
Brasilien und Marokko.
-

Weltmeere. Nach den Aussagen Pickerings trug die 10. Konsultativkonferenz der Mitgliedstaaten des Antarktisvertrags im Jahr
1979 dazu bei, Hindernisse für ein internationales Abkommen über
antarktische marine Nahrungsreserven aus dem Wege zu räumen. Auch
hinsichtlich der mineralischen Rohstoffe in der Antarktis wurden
Fortschritte erzielt. OES-Mitarbeiter befassen sich außerdem mit
der öl Verseuchung der Meere, den Problemen des Seerechtsvertrags,
der von einer Anzahl anderer Länder (jedoch nicht von den USA)
vorgenommenen Ablagerung nuklearer Abfälle in den Weltmeeren,
Energieprojekten zur Nutzung von Temperaturunterschieden im Meer
sowie dem Fragenkomplex "Ressourcen der Arktis", um nur einige
der Spezialgebiete aufzuführen.

Im Juni 1980 wird der Bericht über eine umfassende Studie veröffentlicht,
der den Titel trägt: "Global 2 000". Er ist als eine Art Handbuch für
vernünftige Programmplanungen in den kommenden Jahrzehnten gedacht.

+ + + + +

�30. April 1980

22

BIOMASSE - EINE RESPEKTABLE ENERGIEQUELLE
Internationale Konferenz in Atlanta (USA)

- (AD) - Etwa 2 000 Delegierte aus 40 Ländern nahmen am Weltkongreß
über Bioenergie teil, der vom 21.-24. April 1980 in Atlanta (Georgia)
stattfand.

In zahlreichen Referaten und Diskussionen wurden Möglichkeiten

und bisherige Erfahrungen zur Gewinnung flüssiger, gasförmiger und fester
Brennstoffe aus pflanzlicher Materie und organischen Abfällen erörtert.
Technisch ausgereifte Verfahren für die Umwandlung beispielsweise von
Zuckerrohr und Zuckerrüben, Getreide und Pflanzenzellulose in Alkoholtreibstoff sind bereits verfügbar.

Brennbare organische Abfälle können in Gas

umgewandelt, getrocknet oder unter Druck zu anderen gasförmigen Brennstoffen
und zu festem, brikettiertem Brennmaterial verarbeitet werden.

Organischer

Abfall in damit stark angereicherten Abwässern wird unter anaeroben Bedingungen (d.h. unter Sauerstoffabschluß) von Bakterien zersetzt, die
Methan - den Hauptbestandteil im Erdgas - produzieren.
Zahlreiche Länder, unter ihnen Brasilien, China, Frankreich, Kanada,
Schweden, Finnland, die Philippinen, Indonesien, Ghana, Neuguinea und die

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Tel: 02221-89 3240
Telex: 08 -85432

�die Vereinigten Staaten, hatten interessante Programme vorzustellen.

So

beginnen jetzt in Brasilien, das bereits eine Benzin-Alkohol-Mischung als
Kraftstoff verwendet, Kraftfahrzeuge vom Fließband zu rollen, die mit
reinem Alkohol betrieben werden.

Bis 1985 hofft das Land, 10 Milliarden

Liter Äthanolkraftstoff aus Zuckerrohr produzieren zu können (gegenwärtig
sind es ca. 4 Milliarden Liter pro Jahr).

Lourival do Monaco, Koordinator

für Biomasse-Projekte im brasilianischen Ministerium für Industrie und
Handel, berichtete, daß durch die neue Industrie bereits 150 000 neue
Arbeitsplätze geschaffen worden seien.
In der Volksrepublik China, "dem größten Biogas-Produzenten der Welt",
gibt es Dr. Wu Wen vom Institut für Biogas-Entwicklung zufolge z.Zt. sieben
Millionen Faul anlagen zur Gewinnung von Methan. In Behältern von ca.
10 cbm Rauminhalt wandeln Bakterien Dung, organische Abfälle und z.T.
Haushaltmüll in Gas für Kochzwecke, Beleuchtung und Stromerzeugung um.
Jährlich werden derzeit über 500 Millionen Kubikmeter Methan auf diese
Weise gewonnen. Man hoffe, den Bestand an solchen Zersetzungsanlagen pro
Jahr um eine Million vergrößern zu können. Die Anschaffungskosten pro
Stück liegen bei etwa 50 Dollar; mit einer Anlage lasse sich der Energiebedarf einer vierköpfigen Familie decken.
Untersuchungen in Schweden deuten darauf hin, daß das Land seinen
gesamten Energiebedarf aus Biomasse decken könnte. Gegenwärtig bezieht
Schweden acht Prozent seiner Energie aus organischen Stoffen - insbesondere
aus der Zellstoffverarbeitenden Industrie, wo Abfallprodukte zur Erzeugung
von Prozeßwärme für die Papierherstellung und Stromgewinnung verwendet
werden.
Frankreich deckt 1,7 Prozent des Energiebedarfs aus biologischen
Quellen - ein Anteil, der bis 1985 verdoppelt werden soll. Im laufenden
Jahr beabsichtigt die Regierung, 8-10 Millionen Dollar für Forschungs- und
Entwicklungsausrüstungen aufzuwenden, mit denen die verschiedenen Verfahren

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�Verfahren zur Nutzbarmachung von Bioenergie demonstriert werden sollen.
Kanada möchte soviel Energie aus organischer Materie erzeugen, daß
bis zum Jahr 2020 ca. 20 Prozent des gesamten Energiebedarfs damit gedeckt
werden (gegenwärtig sind es 5 Prozent).
Das US-Energieministerium steckt in diesem Jahr 57 Millionen Dollar
in Forschung und Entwicklung für die Biomasse-Verwertung. Präsident
Carter setzte für Ende 1981 als Jahresproduktionssoll für Äthylalkohol
fast 1,9 Milliarden Liter an. Im Holz der Wälder, in Ernterückständen bzw.
Abfällen aus der Landwirtschaft und anderen Bereichen hätten die Vereinigten
Staaten theoretisch das 25fache dessen an Energie zur Verfügung, was sie
gegenwärtig verbrauchen. Der gegenwärtige Verbrauch an Energie aus Biomasse
hilft knapp 50 Millionen Tonnen öl einzusparen, während der jährliche
Gesamtverbrauch an Energie in den USA dem Äquivalent von 1,88 Milliarden
Tonnen öl entspricht.
Referenten wiesen darauf hin, daß wenigstens 12 Millionen der rund
520 Millionen Hektar Grasland- und Waldfläche in den Vereinigten Staaten
von sog. Energiefarmen genutzt werden könnten, die Pflanzen speziell für
die Energiegewinnung anbauen. Peter Schauffler, der Koordinator der Bioenergie-Konferenz, schätzte,daß diese Farmen das 10 - 15fache der Energie
produzieren würden, die sie selbst verbrauchen. Auch die amerikanische
Holzverwertungsindustrie erzeugt etwa die Hälfte ihres Energiebedarfs aus
der Verwertung von Prozeßabfällen selbst. Will man Müll, andere Abfälle und
Abwässer für die Alkohol gewinnung verwenden (knapp 38 Milliarden Liter
Alkohol pro Jahr ließen sich daraus erzeugen), so wären dafür 200 bis 300
Produktionsanlagen erforderlich. Kostenpunkt: 20 Milliarden Dollar.
Zahlreiche Wissenschaftler warnten aber auch davor, mit der
industriellen Nutzbarmachung von Biomassen zur Energieerzaigung die Produktion
von Getreide für Nahrungszwecke in den Hintergrund treten zu lassen. David

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�David Freeman, der Vorsitzende der TVA (Tennessee Valley Authority), ist
zwar optimistisch hinsichtlich der Erzeugng von "Organokraft", verlangt jedoch
gleichzeitig, daß "dies nicht auf Kosten der Nahrungsversorgung einer von
Hunger geplagten Welt" geschehen dürfe. Vielmehr müsse größeres Gewicht:
auf Forschungen gelegt werden, die auf die Extraktion von Alkohol aus
Bäumen und landwirtschaftlichen Abfällen abzielen.

Es dürfte nicht zu-

gelassen werden, daß die Erschließung der Bioenergie Acker- und Weideland
verdrängt.

Und es sei sicherzustellen, daß Bioenergie-Programme von

intensiven Programmen zur Wiederaufforstung und Bekämpfung von Bodenerosion
begleitet werden.

Die Alkohol Produktion müsse in wirtschaftlich arbeitenden

Destillierbetrieben durchgeführt werden - in Betrieben, die Abwärme statt
fossile Brennstoffe als Prozeßenergie verwenden und Rückstände der Alkoholproduktion der Landwirtschaft wieder als Viehfutter zuführen.

Die Stand-

ortwahl für die neuen Betriebe solle unter Berücksichtigung der regionalen
Gegebenheiten vorgenommen werden; Bioenergieanlagen sollte man klein und
weit gestreut halten, aber nicht in der Form großer Zentren installieren,
um zu verhindern, daß lokale Ressourcen zu stark in Anspruch genommen werden.

•

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