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                  <text>Information
und
Dokumentation

31

L HifiMH

International Communication Agency
Embassy of the United States of America

19. März 1980

16

I N H A L T

DOKUMENTATION

Präsident Carter gibt Maßnahmen zur Inflationsbekämpfung bekannt
- US-Bundesbank zieht die Kreditbremse -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Den Feinreaktionen des Zell Wachstums auf der Spur
- Signal für Zellteilung kommt von der Oberfläche Laser-Zündung für die Analyse von Verbrennungsreaktionen

Um Übcr/cndung von
Belegexemplaren wird
gebeten

Postfach 20 03 0 0
D5300 Bonn2

Tel: 02221-89 32 40
Telex:08-85432

�16

19. März 1980

PRÄSIDENT CARTER GIBT MASSNAHMEN ZUR INFLATIONSBEKÄMPFUNG BEKANNT
- US-Bundesbank zieht die Kreditbremse -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Jimmy Carter hat am 14. März 1980 ein umfassendes Programm zur Bekämpfung der Inflation in den Vereinigten Staaten
bekanntgegeben.

Gleichzeitig führte die amerikanische Bundesbank (Federal

Reserve Board) Maßnahmen zur Krediterschwerung ein.
Auf einer Pressekonferenz am gleichen Tage betonte Carter, daß die Maßnahmen zur Eindämmung der Inflation "schmerzlich" seien und nicht über Nacht
wirken würden-

Aber sie seien notwendig, um die Stärke der größten Wirt-

schaftsmacht der Erde zu erhalten.

Carter teilte mit, daß die Maßnahmen mit

den führenden Vertretern der Demokratischen Partei im Kongreß abgestimmt worden seien und daß führende Vertreter der Republikanischen Partei ihre Unterstützung zugesichert hätten, wenn die Demokraten die Führung im Kampf gegen
die Inflation übernehmen würden.
Der Präsident kündigte an, daß er durch Kürzungen und Einsparungen - so
sollen bis 1. Oktober dieses Jahres durch eine Einstellungssperre 20 000 Planstellen im zivilen Bundesdienst wegfallen - für das Finanzjahr 1980/81 (vom

�(vom 1. Oktober 1980 bis 30. September 1981) entgegen dem Voranschlag einen
ausgeglichenen Haushalt vorlegen werde.

Um dies zu erreichen, müssen über

13 Milliarden Dollar eingespart werden.

Die entsprechenden Maßnahmen auf dem Energiesektor sehen eine Importabgabe von 4,62 Dollar pro Barrel vor, die sich nur auf den Benzinpreis auswirken soll und diesen um rund 10 Cent pro Gallone (knapp 5 Pfennig pro Liter)
erhöhen wird.

Die Ziele für den Benzinverbrauch in den Vereinigten Staaten

werden 5,5 Prozent unter dem Verbrauch des Jahres 1979 angesetzt.

Die amerikanische Bundesbank (Zentralbank) wird die Banken ersuchen,
ein freiwilliges Krediteinschränkungsprogramm zu befolgen, das die Zunahme
ihrer Kreditausweitung auf unter neun Prozent festlegt.

Für bestimmte Arten

der Kreditaufnahme der Banken, einschließlich Depositenzertifikate und Eurowährungskreditaufnahmen, werden die Mindestreservesätze erhöht.

Ferner wird

die Bundesbank eine Kontrolle über Konsumentenkredite, vor allem mit Hilfe
von Kreditkarten, ausüben, wobei allerdings Hypothekenkredite, Kredite für
Autos und Kredite für größere Haushaltsanschaffungen nicht eingeschlossen
sind.

Investmentfonds und andere Anlagefirmen, die mehr Zinsen bezahlen als

die Sparzinsen, müssen bei jeder Erhöhung ihres Anlagekapitals eine Sonderrücklage von 15 Prozent bei der Bundesbank hinterlegen.

Schließlich werden die Anleihen und Anleihegarantien des Bundes im Haushaltsjahr 1980/81 um fast vier Milliarden Dollar gekürzt.

Die freiwilligen Lohn- und Preisrichtlinien werden verschärft und genauer
überwacht.

Der Präsident der amerikanischen Bundesbank, Paul Volcker, betonte am
15. März vor der Presse, die getroffenen Maßnahmen dienten dem Hauptziel, die
Ausweitung des Geld- und Kreditvolumens in den USA besser unter Kontrolle zu
bringen und damit der Inflation Einhalt zu gebieten.

Er gab unter anderem be-

kannt, daß der Diskontsatz für kleine Banken und für gelegentliche Anleihen

- 2-

�Anleihen der Großbanken zwar nicht erhöht werden, daß aber wiederholte
Kreditaufnahmen von Großbanken mit einer dreiprozentigen Sonderabgabe belegt
werden - was einer Erhöhung des Diskontsatzes auf 16 Prozent entspricht.
Unter diese

Bestimmungen fielen 177 amerikanische Banken, so sagte Volcker.

Er wies darauf hin, daß das Kreditvolumen gewaltig zugenommen habe.

Die

Käufe auf Kreditkarten nahmen nach Auskunft Volckers mit einer Rate von
15,5 Prozent, die persönlichen Kredite mit 11,5 Prozent zu; die ausstehenden
Kredite auf Kreditkarten sind auf 68 Milliarden Dollar und die anderen Personalkredite auf 116 Milliarden Dollar aus einer Gesamtkonsumentenverschuldung von 381 Milliarden Dollar angewachsen.

Die ausländischen Banken,vor allem solche mit Zweigniederlassungen

in

den Vereinigten Staaten, werden nach Auskunft des amerikanischen Bundesbankpräsidenten ersucht, an dem neuen Kreditdämpfungsprogramm mitzuwirken.
Präsident Carter hat an das amerikanische Volk appelliert, nicht über
seine Verhältnisse zu leben und seinen Kampf gegen die Inflation zu unterstützen, der höchsten Vorrang habe.

Die Ausführungen des Präsidenten haben folgenden Wortlaut:

Die anhaltend hohe Inflation bedroht die wirtschaftliche Sicherheit unseres Landes.

Seit meinem Wirtschaftsbericht und meinem Haushaltsbericht im Januar
haben rasche Veränderungen in den Geschehnissen der Welt urd in den wirtschaftlichen Aussichten es notwendig gemacht, unseren Kampf gegen die Inflation zu
verstärken.

In den letzten acht Wochen sind die Zinssätze auf eine nie dagewesene
Höhe geklettert, und die Inflation hat sich stark beschleunigt.

Das

- 3 -

�Das ist ein weltweites Problem.

In den letzten beiden Berichtsmonaten

haben die Zunahmen des Großhandelspreisindexes in Japan, Großbritannien und
Italien die 25 Prozentmarke überschritten.

Selbst in der Bundesrepublik

Deutschland betrug die Inflationsrate bei den Großhandelspreisen 13 Prozent.
Die Inflation, mit der wir es zu tun haben, hat tiefe Wurzeln.

Ihre

vielerlei Ursachen sind im Laufe von mehr als zehn Jahren entstanden.

Die

wichtigsten dieser Ursachen sind die rapide steigenden ölpreise, die Verlangsamung des Produktivitä'tswachstums sowie unser Versagen, als Regierung, als
Einzelperson und als Gesellschaft unseren Verhältnissen entsprechend zu leben.
Die Inflation ist ein Symptom einer wirtschaftlichen Notlage.

Die Wahr-

heit ist, daß wir Inflation haben, weil unsere Wirtschaft nicht produktiv
genug ist, all das zu leisten, was wir von ihr verlangen.

Wir wollen, daß

sie uns höhere Einkommen, größere Gewinne und umfangreichere Regierungsprogramme auf unserem Lieblingsgebiet beschert.
Die Bundesregierung muß aufhören, Geld auszugeben, das wir nicht haben,
und sich Geld zu leihen, um das fehlende Geld zu beschaffen.
Unsere ganze Gesellschaft - alle Amerikaner - müssen noch härter versuchen, mit dem auszukommen, was sie haben. Als Einzelpersonen wie als Nation
müssen wir damit anfangen, nur so viel Geld auszugeben, wie wir uns auf die
Dauer leisten können - nicht so viel, wie wir uns kurzfristig leihen können.
Es gibt keine raschen Antworten auf das Problem der Inflation und vor
allem keine Antworten, die nicht wehtun.

Wenn es solche Lösungsmöglichkeiten

gäbe, dann hätte man sie schon lange versucht.

Wir können die Inflation nicht

über Nacht abschaffen, indem wir einfach ein Gesetz gegen sie erlassen.

Nur

durch eine langfristige Anstrengung - in Partnerschaft mit Unternehmen, Gewerkschaften, dem einzelnen Bürger und allen Ebenen und Zweigen der Regierung - können wir dieses Problem erfolgreich in den Griff bekommen.
Die

�Die jetzige gefährliche Situation verlangt rasche Maßnahmen.
müssen fest und entschieden handeln.

Wir müssen jetzt handeln.

Wir
Wir müssen

alle Zweifel über den Willen unserer Nation beseitigen, die schmerzlichen
Maßnahmen zu ergreifen, um die Inflation unter Kontrolle zu bringen.

Wir

können hohe Inflationsraten nicht einfach als eine ständige Tatsache des
Lebens akzeptieren.
Das von mir heute verkündete intensive Antiinflationsprogramm umfaßt
fünf Hauptbestandteile:
- Erstens:

Disziplin durch Kürzung des Bundeshaushalts;

- zweitens: Disziplin durch Kreditrestriktionen;
- drittens:

Disziplin durch Lohn- und Preismaßnahmen;

- viertens: Disziplin durch stärkere Einsparung von Energie; und
- fünftens: Strukturänderungen zur Ermutigung von Produktivität, Spartätigkeit, Forschung und Entwicklung.
Lassen Sie mich die Punkte im einzelnen durchgehen.
Erstens:

Der Haushalt

Ich werde bald einen neugefaßten Voranschlag für das Haushaltsjahr 1981
vorlegen, das am 1. Oktober dieses Jahres beginnt.

Es wird ein ausgeglichener

Haushalt sein, und ich beabsichtige, ihn ausgewogen zu halten.
Seit dem letzten ausgeglichenen Etat vor 12 Jahren sind unsere Staatsschulden um nahezu 500 Milliarden Dollar angewachsen.

Wir werden im Jahr 1981

wieder ein Ziel erreichen, das unser Land fast niemals - in guten wie in
schlechten Zeiten - erreicht hat: einen ausgeglichenen Haushalt.
Gegen Monatsende werde ich dem Kongreß eine weitgehend revidierte Fassung meiner beiden Haushaltsvoranschläge für 1980 und 1981 vorlegen.

Ich

�Ich werde bedeutende Kürzungen bei der Ausgabeermächtigung des laufenden
Haushalts vorschlagen, um die Ausgaben in diesem und dem nächsten Haushaltsjahr zu beschneiden.
\ " .

•

.

Ich werde die Ausgaben im Haushalt 1981 um mehr als 13 Milliarden Dollar
kürzen und werde zu diesem Zweck:
- die meisten der neuen oder der erweiterten Programme verschieben, kürzen oder streichen, die ursprünglich im Haushalt 1980 vorgeschlagen wurden;
- die Ausgaben für Personal, Betrieb und Unterhaltung im gesamten Regierungsbereich kürzen;
•

•

- bei den Zivil beschäftigten im Bundesbereich die Stellen ab sofort einfrieren, und strenge Höchstgrenzen einhalten, damit wir bis Oktober dieses
Jahres 20 000 weniger Bundesbedienstete haben werden;
- laufende Ausgabenprogramme im Gesamtbereich der Bundesregierung reduzieren.
Ich fordere den Kongreß dringend dazu auf, die Spar- und Einkommensmaßnahmen in dem von mir im Januar vorgelegten Haushalt anzunehmen. Ich möchte
im besonderen auf die Gesetzgebung hinweisen, die notwendig ist, um die Krankenhauskosten zu dämpfen, die Besoldung des Bundes zu reformieren und die Steuereinnahmen zu beschleunigen.
Wenn Haushaltskürzungen von vielen Amerikanern Opfer fordern, dann ist
es untragbar, daß sich manche der pünktlichen Zahlung ihrer Steuern entziehen.
Ich werde dem Kongreß Gesetzesvorlagen unterbreiten, um sicherzustellen, daß
Steuerschulden aus Einkommen durch Zinsen und Dividenden ebenfalls und rechtzeitig bezahlt werden.
Ich werde auch weiterhin meiner Verpflichtung zu einer starken Verteidigung und zu dem Realzuwachs der Verteidigungsausgaben nachkommen, zu dem
- 6 -

�dem wir uns unseren NATO-Verbündeten gegenüber verpflichtet haben.

Aber

auch das Verteidigungsministerium wird nicht gegen das Haushaltssparprogramm
gefeit sein.

Ich fordere insbesondere das Ministerium zu Einsparungen auf,

die unsere militärische Bereitschaft nicht beeinträchtigen.

Ich erachte den

vorgeschlagenen Verteidigungshaushalt als für die Erfordernisse unseres Landes ausreichend.

Wir müssen einen sparsamen Haushalt und verantwortungsbe-

wußtes fiskalisches Denken bei allen Regierungsbehörden aufrechterhalten.

Gegründet auf unsere Vorausschätzungen der wirtschaftlichen und haushaltsmäßigen Entwicklungen werden die von mir beschriebenen Schritte im Finanzjahr 1981 einen ausgeglichenen Haushalt zur Folge haben.

In unserem System kontrolliert der Kongreß, für welchen Zweck die Mittel
ausgegeben werden.

Die intensiven Anstrengungen der führenden Vertreter im

Kongreß in letzter Zeit und meine engen Konsultationen mit ihnen haben mich
davon überzeugt, daß der Kongreß in der Tat einen ausgeglichenen Haushalt,
wie von mir vorgeschlagen, verabschiedet und tragen wird.

Um aber dieses

Ergebnis sicherzustellen, werde ich alle mir zu Gebote stehende Macht nutzen.:

- Wie vorige Woche bei einem populären Gesetzesvorschlag

werde ich mein

Veto gegen jedes Gesetz einlegen, das über die Ausgabengrenzen hinausgeht,
die mit einem ausgeglichenen Haushalt in Einklang stehen.

- Ich werde meine weitreichenden Vollmachten gemäß dem Haushaltsreformgesetz des Jahres 1974 einsetzen, um die Bundesausgaben einzudämmen, einschließlich einiger Ausgaben, für die bereits eine Ermächtigung erteilt worden ist.

- Sollte ich im Laufe des Jahres zu der Ansicht gelangen, daß diese Maßnahmen und Vollmachten nicht ausreichend sind, werde ich den Kongreß um die
zeitweilige Gewährung außerordentlicher Vollmachten ersuchen, um sicherzustellen, daß die Ausgaben eingedämmt werden.

Die

- 7 -

�Die Kürzung von Bundesausgaben, um sie mit den Einnahmen in Einklang
zu bringen, ist kein Allheilmittel, aber es ist ein wesentlicher erster
Schritt.

Die Inflationsursachen sind viel zu komplex, als daß man ihnen durch

ein einziges Hilfsmittel beikommen könnte. Aber nichts wird helfen, solange
nicht die Bundesregierung zeigt, daß sie ihre eigenen Ausgaben und Schulden
in den Griff bekommen kann - nicht nur als eine Sache, die man ein Jahr lang
betreibt, sondern als eine langfristige Politik.

Genau das werden wir zusam-

men tun. Wir werden mit der Vorstellung Schluß machen, daß wir auf ewig im
Defizit leben müssen.
Ich möchte, was diese Haushaltskürzungen angeht, absolut ehrlich sein.
Wir haben bisher Verschwendung und Schwindel beseitigt und das Fett abgeschmolzen, das die Bürokratie angesetzt hat. Aber dieses Mal wird es auch
Kürzungen bei guten, wertvollen Programmen geben - bei Programmen, die ich
nachhaltig unterstütze.
In dieser kritischen Lage müssen wir alle über einige unserer lohnendsten
unmittelbaren Ziele hinaus blicken auf die überragenden ständigen Belange der
ganzen Nation.
Unser zweiter Bereich des Handelns ist die Eindämmung des Kreditzuwachses.
Genauso wie unsere Regierungen Schulden gemacht haben, um über die Runden zu kommen, so haben es auch die einzelnen Amerikaner getan.

Aber wenn

wir versuchen, die Inflation mit geliehenem Geld zu bekämpfen, dann machen
wir die Sache nur noch schlimmer.
Die Inflation wird durch Ausgaben, die über Kredite finanziert werden,
nur angeheizt.

Die Verbraucher haben sie zu tief in Schulden gestürzt.

Die

Spareinlagen in unserem Land waren seit über 25 Jahren noch nie so niedrig.
Mit steigender Inflationserwartung werden Unternehmer und andere Kreditnehmer
verlockt, Kredite nicht nur zur Finanzierung von produktiven Unternehmungen,
sondern auch von Spekulationsgeschäften zu verwenden.
Die

�Die herkömmlichen Werkzeuge, die die Bundesbank verwendet, um die Geldund Kreditexpansion zu kontrollieren, sind grundlegender Bestandteil der
Inflationsbekä'mpfung.

Aber unter den gegenwärtigen Umständen müssen diese

Werkzeuge geschärft werden, damit eine wirkungsvolle Zurückhaltung in einer
Weise erreicht werden kann, die die Last vernünftig und fair verteilt.
Ich werde daher meine Vollmacht gemäß dem Kreditkontroilgesetz des Jahres 1969 gebrauchen, um die Bundesbank zu ermächtigen, dem Kreditzuwachs auf
beschränkter und sorgfältig ausgerichteter Grundlage neue Beschränkungen aufzuerlegen. Kraft dieser Ermächtigung wird die Zentralbank:
- Kontrollen für Kreditkarten und andere nichtabgedeckte Darlehen einführen - jedoch nicht für gedeckte Kredite auf Häuser, Autos und andere Dauergüter;
- die Kreditausweitungen von Handelsbanken beschränken, die keine Mitglieder des Bundesbanksystems sind, sowie von bestimmten anderen Kreditgebern auf dem Geldmarkt.
Der Bundesbankpräsident wird ein freiwilliges Programm ankündigen, das
sofort in Kraft tritt, um übermäßigen Darlehenszuwachs größerer Banken und
anderer Geldgeber zu beschränken. Gleichzeitig wird das Programm den Fluß
der verfügbaren Kreditmittel für Investitionen und andere produktive Verwendung anspornen. Besondere Aufmerksamkeit wird dem speziellen Bedarf des
gewerblichen Mittelstandes, der Landwirte und derjenigen gewidmet, die sich
ein Haus kaufen wollen. Ich unterstütze diese Initiativen der Bundesbank.
Diese genau gezielten Maßnahmen werden die Produktionskapazität unseres
Landes nicht schädigen.

Durch Beschränkungen einer übermäßigen Kreditauf-

nahme und durch Dämpfung der Inflation sollten sie - zusammen mit den Haushaltsmaßnahmen, die ich angekündigt habe - die Aussichten auf Verminderung
des Drucks beschleunigen, der auf den Finanzmärkten lastet.
Zusatz!ich

�Zusätzlich werde ich Schritte unternehmen, um die Verschuldung der
Bundesregierung einzuschränken.

Bundesdarlehen und Darlehensgarantien werden

im Haushaltsjahr 1981 um annähernd 4 Milliarden Dollar beschnitten.
1

•

Als längerfristige Maßnahme dränge ich den Kongreß darauf, den Kredithaushalt einzuführen, den ich im Januar vorgeschlagen habe. Er wird uns dabei behilflich sein, die Darlehen und Darlehensgarantien wirkungsvoller zu
kontrollieren, die die Bundesregierung gewährt.
Unser dritter Bereich für Maßnahmen sind die freiwilligen Lohn- und
Preisrichtlinien.
Ich habe keine Ermächtigung, Kontrollen aufzuerlegen.
Ermächtigung auch nicht.
kontrollen verfügen.

Ich möchte diese

Wir werden keine obligatorischen Lohn- und Preis-

Lohn- und Preiskontrollen der Regierung haben in Frie-

denszeiten nie gewirkt.

Sie schaffen nur unfaire ökonomische Verzerrungen

und schaden der Produktivität.

Solche Ergebnisse zwangen stets dazu, die

Preiskontrollen zunächst zu lockern und dann aufzugeben - während die Inflation weitertobte.
Kontrollen schaffen Härten - und die größte Härte ist ihre Auswirkung
auf die Durchschnittsfamilie.

Wie sogar die glühendsten Verfechter obliga-

torischer Kontrollen einräumen, würden die Kosten der lebensnotwendigen Dinge
wie Nahrung und Brennstoff auf diejenigen abgewälzt werden, die von eingefrorenen Löhnen und festgeschriebenen Einkommen leben.
Wir können die Inflation nicht durch eine massive Bundesbürokratie verbieten, oder sie mit magischen Formeln wegzaubern.
Andererseits bieten freiwillige Lohn- und Preisrichtlinien die Flexibilität, die wir benötigen, um unsere komplexe Wirtschaft zu meistern.
Der Rat für Lohn- und Preisstabilität hat gerade verbesserte Lohnricht- 10 -

�Lohnrichtlinien herausgegeben und eine Ausweitung der Preisrichtlinien bestätigt.
Die neuen Lohnrichtlinien wurden in Anlehnung an die Empfehlungen einer
Dreierkommission entwickelt, der Vertreter der Arbeitgeber, -nehmer und der
Öffentlichkeit angehörten.

Die Kommission empfahl einstimmig Leitlinien für

Lohnerhöhungen im Umfang von 7,5 bis 9,5 Prozent und stellte fest, daß die
Erhöhungen unter normalen Umständen im Durchschnitt 8,5 Prozent betragen sollten.

Ich bin entschlossen, dieses Ziel zu erreichen.

Angesichts der vorjährigen Erhöhung des Verbraucherpreisindex um 13 Prozent und der noch höheren Rate der letzten Monate spiegelt diese einstimmige
Empfehlung der Lohnkommission - in der Absicht, einen durchschnittlichen
Anstieg der Löhne und Gehälter um 8,5 Prozent zu erhalten - einen löblichen
Geist der Zurückhaltung und Zusammenarbeit wider, und mit der Unterstützung
von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und der Öffentlichkeit, können wir dieses
Ziel der Beschränkung erreichen.
Auf meine Veranlassung hin wird der Rat für Lohn- und Preisstabilität
seine auf die Beobachtung der Lohn- und Preisentwicklung abzielenden Funktionen erheblich erweitern. Sein Mitarbeiterstab, zur Zeit 80 Mann, wird mehr
als verdreifacht. Der Rat wird Expertenteams zusammenstellen, die die Lohnund Preisentwicklungen in jedem größeren Industriezweig verfolgen. Er wird
mit den führenden Vertretern spezifischer Industrien zusammenarbeiten, um
sich ihrer Mitarbeit zu versichern. Wo es notwendig ist, wird er große Firmen darum bitten, von bedeutsamen Preiserhöhungen im Voraus unterrichtet zu
werden. Wir werden Lohn- und Preiserhöhungen, die aus dem Rahmen der Normen
zu fallen scheinen, eingehend überprüfen. Ich werde diese Rahmenwerte hart
und energisch sowohl gegenüber der Industrie wie gegenüber der Gewerkschaft
vertreten.
Unser viertes Aktionsfeld ist die Energie.

Die

�Die schlichte Wahrheit ist, daß wir niemals im eigenen Land vollkommen
stark oder außerhalb unserer Grenzen völlig sicher sein werden, ehe wir nicht
endlich die Libermäßige Abhängigkeit unseres Landes von ausländischem öl überwunden haben.
Der Preis für Importöl hat sich in den letzten zwölf Monaten mehr als
verdoppelt.

Der Anstieg im vorigen Jahr allein war größer als alle Preiserhö-

hungen seit dem ölembargo von 1973 zusammengenommen.
Wir müssen mit aller Kraft auf das von mir im vorigen Jahr gesetzte Ziel
hinstreben - die Menge des von uns importierten Öls bis 1990 um die Hälfte zu
senken.

Dazu wird notwendig sein, die Produktion von öl, Erdgas und Kohle im

eigenen Lande zu steigern - die Anstrengungen zur Energieeinsparung unermüdlich
fortzusetzen - und alternative Energiequellen so rasch wie möglich zu entwickel
Seit drei Jahren habe ich für eine nationale Energiepolitik gekämpft, um
jedes dieser Ziele zu erreichen. Heute sind wir nun doch endlich nahe daran,
einer solchen Politik Gesetzesform zu geben. Wir dürfen jetzt nicht schwanken.
Ich ersuche den Kongreß, mit den drei wesentlichen Komponenten dieses
Energieprogramms ohne Verzögerung zum Abschluß zu kommen - mit der Situationsgewinnsteuer (windfall profit tax), mit der Energiesicherungsgesellschaft und
dem Amt für Energiemobilisierung. Diese Gesetze sind Grundsteine für die Sicherung unserer Energieversorgung, unsere nationale Sicherheit und den Kampf
gegen die Inflation.
Ich habe vor kurzem dem Kongreß einen Vorschlag unterbreitet, um Energie
in Kraftwerken einzusparen und sie von öl auf Kohle und andere Brennstoffe umzustellen.

Auch diese Vorlage muß rasch verabschiedet werden.
: i

•

Aber wir können uns von unserer Energieabhängigkeit niemals freimachen,
wenn wir nicht mit dem Problem des verschwenderischen Benzinverbrauchs fertig
werden.
Benzin

�Benzin ist das wichtigste und am meisten verschwendete Erdölprodukt
in den Vereinigten Staaten.

Rund 40 Prozent des gesamten von uns verbrauchten

Erdöls entfallen auf Benzin.

In fast allen Industriestaaten liegt der durch-

schnittliche Benzinverbrauch des einzelnen Bürgers weit unter dem unsrigen und
der Durchschnittspreis weit darüber.

Die Amerikaner haben im vorigen Jahr bei

der Benzineinsparung schon einiges geleistet,, Wenn wir jedoch unsere Abhängigkeit von ausländischem ül weiter verringern wollen, dann müssen wir noch
mehr tun.

Kraft meiner Vollmacht als Präsident erlasse ich daher eine Benzinsparsteuer für Importöl.

Diese wird ausschließlich auf Benzin in einer Höhe von

rund 10 Cent pro Gallone (knapp 5 Pfennige pro Liter) erhoben.
wird die Kosten für andere ölprodukte nicht erhöhen.
winne der ölgesellschaften nicht erhöhen.

Die Steuer

Sie wird auch die Ge-

Sie sollte jedoch die Importe bis

Ende dieses Jahres um 100 000 Barrel pro Tag verringern und diese Reduzierung
später auf 250 000 Barrel pro Tag steigern.
Ich werde dem Kongreß den Antrag auf eine spezifische Benzinsteuer vorlegen, die später an die Stelle der Einsparungssteuer treten wird.

Die Mittel aus dem Aufschlag zur Benzineinsparung werden in Reserve gehalten oder zur Verringerung der staatlichen Verschuldung benutzt werden.

Es ist

nicht meine Absicht, diese Einnahmen zum Ausgleich des Haushalts oder als Ersatz für notwendige Ausgabenkürzungen zu verwenden.

Aber diese Einnahmen, die

sich unmittelbar anzusammeln beginnen werden, werden für den Haushalt eine
Sicherheitsmarge bedeuten - die die Gewähr bietet, das er ausgeglichen bleibt,
selbst wenn sich die Bedingungen oder die Schätzungen ändern sollten.

Wir können jetzt neue Ziele für den Benzinverbrauch in unserem gesamten
Land festsetzen, durch die der Verbrauch um 400 000 Barrel pro Tag verringert
wird.

Diese Aktion unterstreicht gleichzeitig die Verpflichtung zu größerer Spar-

- 13 -

�Sparsamkeit, der sich unsere Freunde im Ausland - sowohl die Erzeuger- als
auch die Verbraucherstaaten - anschließen und die sie unterstützen können.
Und schließlich hat der Energieminister einen Plan aufgestellt, um der
Nation die Probleme des Energieverbrauchs intensiver zu Bewußtsein zu bringen.

Unser Ziel ist es, alle Bereiche der Regierung, der Wirtschaft und der

Gewerkschaften - ja jeden einzelnen Bürger - zur Einsparung von Energie anzuhalten.
Unser fünftes Aktionsfeld umfaßt langfristige strukturelle Veränderungen
zur Förderung der Produktivität, der Spartätigkeit sowie der Forschung und
Entwicklung.
Wir haben bereits erste Fortschritte bei der Reform von Regierungsvorschriften gemacht, die mit diesen Zielsetzungen nicht in Einklang stehen.
Seit meiner Amtsübernahme habe ich an der Ausmerzung unnötiger Vorschriften
und an der Kostenwirksamkeit derjenigen gearbeitet, die notwendig sind.
Ich fordere den Kongreß auf, das Gesetz über die Reform solcher Bestimmungen
zu verabschieden, das unsere Anstrengungen unterstützen wird.
Im Rahmen des Möglichen müssen wir dem System der Privatwirtschaft die
Freiheit des Wettbewerbs lassen. Es ist uns gelungen, die Luftfahrtgesellschaften von einschränkenden Bestimmungen zu befreien. Ich fordere den
Kongreß auf, die Verabschiedung umfassender Gesetze zu beschleunigen, um
die Dienst- und Betriebsvorschriften im Bankenwesen, im Transportsystem,
bei der Eisenbahn und im Fernmeldewesen zu beschneiden.
Wir müssen auch die Spartätigkeit ermutigen. Dahin gelangen wir am
ehesten, wenn wir die Höchstgrenzen für Zinserträge abschaffen, die die
meisten Kleinsparer erzielen können. Ein Gesetz zur Reform der Finanzinstitutionen, das diese Änderung herbeiführen wird, ist gerade von einem Vermittlungsausschuß beider Häuser des Kongresses gebilligt worden. Ich dränge auf
seine rasche Verabschiedung.
Wir
- 14 -

�Wir müssen der Tatsache ins Auge sehen, daß im Lauf der letzten zehn
Jahre das Tempo des Produktivitätszuwachses in unserem Land stark nachgelassen hat.

Im vorigen Jahr ging die Produktivität sogar zurück.

Dieser Trend ist ein bedeutsamer Langzeitfaktor der Inflation.

Er muß

umgekehrt werden.
Ich ersuche meine Präsidialkommission für die Aufgaben der achtziger
Jahre, im Rahmen ihrer Arbeit spezielle Empfehlungen für die Wiederbelebung
unserer Wirtschaft zu entwickeln.
Höchsten Vorrang hat für uns jetzt ein ausgeglichener Haushalt. Sobald
aber diese Ausgabenbegrenzungen auch tatsächlich erreicht worden sind, können
wir Steuererleichterungen gewähren, um die Investitionstätigkeit anzuregen.
Durch Steuerdisziplin heute können wir morgen die Mittel für die Produktivität
freistellen, die die Steuersenkungen ermöglicht, die unser Land braucht.
Eine solche Disziplin ist nicht einfach.
den sehr angespannt sein.

Unserer neuen Haushalte wer-

Es wird einige Dinge geben, die wir uns nicht leisten

können - zumindest nicht jetzt.

Aber das wichtigste1, was win uns nicht leisten

können, ist die landesweite Selbsttäuschung, der wir uns über die Inflation
hingegeben haben.

Wir können uns das Märchen nicht leisten, daß man die In-

flation einfach dem anderen zuschieben kann - oder der nächsten Generation.
Die Maßnahmen, die ich dargelegt habe, bringen Kosten mit sich. Sie
bringen Schmerzen mit sich. Aber wenn wir handeln, dann kostet es uns viel weniger, als wenn wir nichts tun. Was Opfer und Disziplin heute an Schmerz verursachen, ist - für uns alle zusammen - weit geringer als der viel stärkere,
dauernde Schmerz einer steigenden Inflation. Für uns alle, aber besonders
für die Bedürftigsten unter uns, ist die Inflation die grausamste aller
Steuern.
Wenn wir diese notwendigen Schritte gegen die Inflation unternehmen, wird

- 15 -

�wird das Ergebnis kein rascher Sieg sein.

Wahrscheinlich wird die Inflation

auch in den nächsten Monaten auf einem hohen Stand bleiben.

Wir müssen Ge-

duld und Ausdauer zeigen.
Ich bin zuversichtlich, daß die Inflationsrate aufgrund der von mir
heute vorgeschlagenen Maßnahmen gegen Jahresende zurückgehen wird.

Sobald

dies eintritt, können wir auf ruhigere Geldmärkte und niedrigere Zinssätze
hoffen.
Indem wir dieses Problem in den Griff bekommen - was zugleich heißt,
uns selbst in den Griff zu bekommen -, können wir die Angst vor der Zukunft
bannen, die so viele unserer Landsleute und unserer Institutionen erfaßt hat.
Bei dem Kampf gegen die Inflation geht es um mehr als materiellen Wohlstand oder materiellen Komfort.

Es geht darum, ob wir Amerikaner - als Staat,

als Volk-tHiser eigenes Geschick in die Hand nehmen können oder nicht.
Bei Krisen im Ausland haben wir immer wieder unserer Fähigkeit unter
Beweis gestellt, standhaft und mutig zu reagieren. Jetzt müssen wir die
gleiche Entschlossenheit dabei zeigen, uns der Herausforderung durch die
Inflation zu stellen.
Ob Inflation, Verteidigung oder Energie, unsere Verantwortung ist eindeutig:
- Wir müssen uns der Welt so stellen, wie sie ist, und bei den harten
Entscheidungen, die notwendig sind, ehrlich sein;
- diese Entscheidungen treffen und sie ausführen; und
- gemeinsam eine starke, sichere und vielversprechende Zukunft für alle
Amerikaner aufbauen.
Mit geziemender Disziplin werden wir in unserem Kampf gegen die Inflation
die Oberhand behalten.
+ + + + +

�Wi//en/chaft
und Technik
»

3

International Communication Agency
Embassy of the United States of America
19. März 1980

16

DEN FEINREAKTIONEN DES ZELLWACHSTUMS AUF DER SPUR
• Signal für Zellteilung kommt von der Oberfläche -

Eine chemische Verbindung, die für den Beginn der Zellteilung eine wichtige Rolle spielt, wurde kürzlich von Wissenschaftlern der Universität Kalifornien in Irvine identifiziert. Damit konnte ein bedeutsamer Beitrag zur Erforschung von Molekülen geleistet werden, die das Zellwachstum steuern oder
auslösen. Die Arbeiten im Laboratorium von Dr. Dennis Cunningham, Professor
der Mikrobiologie am "College of Medicine" in Irvine, führten zur Entdeckung
jenes Proteins auf der Zelloberfläche, das mit dem Enzym Thrombin reagiert.
Thrombin hat die Fähigkeit, die Mitose, (d.h. die exakt erbgleiche Zellteilung
mit gleicher genetischer Information in den Tochterkernen) zu fördern. Gleichzeitig vermag es auch Proteine (Eiweißkörper) aufzuspalten, hat also die Funktion einer Protease.
Prof. Cunningham verwies darauf, daß die neuen Forschungsergebnisse helfen, die Rolle besser zu verstehen, die die Oberflächenmembran der Zelle für
die Steuerung der Proliferation tierischer Zellen spielt, d.h. deren Regeneration oder Neuaufbau. Die Zell pro!iferation ist notwendig für Wachstum und
Wundheilung. Gerät sie außer Kontrolle, kann es z.B. zur Entstehung von Tumoren kommen.
Bei

Postfach 2 0 0 3 0 0
D 5 3 0 0 Bonn 2

Tel: 02221-89 3240
Telex:08-85432

�Bei früheren mikrobiologischen Experimenten hatten Prof. Cunningham
und Mitarbeiter entdeckt, daß die Fähigkeit von Thrombin, Proteine abzubauen,
für die Einleitung des Prozesses einer Zellteilung notwendig ist.

Aufgrund

dieser Erkenntnis begannen sie nach Fragmenten spezifischer ZelloberflächenProteine zu suchen, die vorhanden sein müssen, damit eine Zellteilung stattfinden kann.

Die Forscher konnten ferner nachweisen, daß Thrombin durch Re-

aktionen an der Zell Oberfläche, nämlich Eingehen einer Verbindung mit dem
spezifischen Rezeptor, die Zellteilung signalisiert. Bis dahin hatte man angenommen, Thrombin müsse ins Zell innere eingeschleust worden sein, um von dort
aus die Zellteilung in Gang zu bringen.
•

Aufgrund der Versuchsergebnisse ist Prof. Cunningham zufolge jedoch anzunehmen, daß Thrombin nach der Verbindung mit dem Rezeptormolekül an der
Zell Oberfläche dieses abbaut und daß die Fragmente in die Zelle transportiert
werden. Dieser Rezeptor ist übrigens nicht nur auf Zellen vorhanden, die mit
ihrer Teilung auf das Enzym Thrombin reagieren, sondern auch an der Oberfläche
von Zellen, die inaktiv bleiben. Zur Aufspaltung des Rezeptors kommt es allerdings nur bei den "teilungsbereiten" Zellen. Die Identifizierung von Spaltungsreaktionen und der Veränderungen, die das Thrombin-Rezeptorprotein durchmacht, sind eine wesentliche Hilfe für das Studium der Mechanismen von Wachstumsfaktoren und von deren Fähigkeit, die Zellteilung herbeizuführen. Das gelte
auch, wie Prof. Cunningham erklärt, für die Erforschung des Wundheilungsprozesses. "Wenn Blutgefäße oder Gewebe geschädigt sind, wird das Protein Prothrombin in Thrombin umgewandelt, das dann seinerseits der Zelle das Signal
zur Teilung gibt. Damit wird die Geweberegeneration eingeleitet. Wenn wir
im einzelnen mehr darüber wissen, wie das Zellwachstum gesteuert wird, könnte
uns dies vielleicht beim klinischen Studium der Probleme von anomalem Zellwachstum helfen. Und dazu gehört auch das unkontrollierte Wachstum von Krebszellen."

(Mitverfasser des Berichts über den Thrombinrezeptor sind Kevin Glenn
von der Universität Kalifornien in Irvine und Dr. Darrell Carney, jetzt
Assistenzprofessor für Humanbiochemie und Genetik am medizinischen Department
der Universität Texas in Galveston.)
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I 3

Wi//en/chaft
und Technik
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

19. März 1980

16

LASER-ZÜNDUNG FÜR DIE ANALYSE VON VERBRENNUNGSREAKTIONEN

- (AD) - Mit Hilfe eines Laser-Zünders versuchen Wissenschaftler der
Universität Colorado und des amerikanischen "National Bureau of Standards" ,
den Aufbau und die Abläufe der chemischen Reaktionen zu entschlüsseln, zu
denen es bei der Verbrennung von fossilen Kraftstoffen kommt. Denn die genaue Erforschung der einzelnen Phasen und Teilschritte der sehr schnellen
"Kettenreaktionen" bei der Verbrennung könnte wertvolle Informationen liefern, um die Technologie deutlich zu verbessern und den Wirkungsgrad der
KraftstoffVerbrennung in Motoren zu erhöhen.
Das von David J. Nesbitt und Dr. Stephen R. Leone (Joint Institute for
Laboratory Astrophysics in Boulder, Colorado) entwickelte Instrument arbeitet mit sehr kurzen Laser-Impulsen im Ultraviolett-Bereich. Mit diesen Energie"Paketen" werden in einer Reaktionskammer, durch die ein Gasgemisch strömt,
spezifische Verbrennungsreaktionen in Gang gebracht. Durch Beobachtung der
Infrarotstrahlung, welche die am Verbrennungsprozeß beteiligten Moleküle abgeben, kann der gesamte Aufbau der Reaktion verfolgt werden. Dabei wird die
Infrarotstrahlung von äußerst empfindlichen Meßfühlern erfaßt. Das Verfahren
hat nach Angaben der beiden Wissenschaftler den großen Vorteil, daß mit der
Zündung durch Laser-Licht-Impulse kontrollierbare und reproduzierbare Reaktionen in Gang gebracht werden, die im Vergleich zu der sich anschließenden

Postfach 2 0 0 3 0 0
D 5 3 0 0 Bonn 2

Tel: 0 2 2 2 1 - 8 9 32 4 0
Telex:08-85432

�anschließenden "Verbrennung" sehr schnell ablaufen.

Die Infrarotsensoren,

die ein sehr hohes Auflösungsvermögen besitzen, machen es möglich, Einblick
in die "chemische Evolution" des Verbrennungsprozesses zu bekommen.
In den Vereinigten Staaten wurde Anfang 1980 als Gemeinschaftsprojekt
einer Reihe von Universitäts- und Forschungsinstituten ein Programm in Angriff genommen, das die Aufklärung der Vorgänge bei der Verbrennung in allen
Einzelheiten zum Ziel hat.

Es soll helfen, bessere Voraussetzungen für die

optimale Ausnutzung fossiler Brennstoffe zu schaffen.

Chemiker, Maschinen-

bauingenieure, Experten für Quantenchemie, Kollisionstheorie und viele andere Spezialgebiete bringen ihr Fachwissen dafür ein.

Die amerikanischen Na-

tionallaboratorien Argonne, Brookhaven und Arnes, das Sandia-Livermore-Institut,
die Universitäten Princeton und Kalifornien stellen geeignete Versuchseinrichtungen zur Verfügung.

Koordiniert wird das Projekt von der Auswertungs-

Zentrale "National Resource for Computation in Chemistry" am Lawrence Berkeley
Laboratory (LBL) an der Universität Kalifornien.
Die Wissenschaftler konzentrieren sich bei ihren Untersuchungen "auf
die elektronische Struktur und die Kollisionsdynamik bei Reaktionssystemen,
an denen Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff beteiligt sind". Projektleiter Dr. William A. Leste Jr. vom LBL bezeichnete das Unternehmen als die
umfassendste Studie, die auf diesem Gebiet bisher unternommen wurde. Ihr
komme angesichts der gegenwärtigen Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen
außerordentliche Bedeutung zu. Schon allein beim Verbrennen von Kohle beispielsweise habe man es mit einer ganzen Reaktionskette zu tun, von deren
Einzelstufen man viel zu wenig wisse. "Verbrennung" ist ja nicht ein Einzelvorgang, sondern eine komplizierte Serie von Reaktionsmechanismen, wobei
manche Phasen schon in weniger als einer Millionstel Sekunde beendet sind.

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