<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<item xmlns="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5" itemId="1674" public="1" featured="0" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xsi:schemaLocation="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5 http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5/omeka-xml-5-0.xsd" uri="https://www.amerikahaus-archiv.de/items/show/1674?output=omeka-xml" accessDate="2026-11-04T02:32:05+00:00">
  <fileContainer>
    <file fileId="1685">
      <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/2606a4822998dd3ea4d218b404b42424.pdf</src>
      <authentication>082ba3f0247ba7119fac1057b467cd9b</authentication>
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="4">
          <name>PDF Text</name>
          <description/>
          <elementContainer>
            <element elementId="52">
              <name>Text</name>
              <description/>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="8600">
                  <text>Information
und

I

International Communication Agency
Embassy of the United States of America

6. Februar 1980

INHALT

DOKUMENTATION

Jahresbericht des US-Verteidigungsministeriums
- Auszüge -

Um Über/endung von
Belegexemplaren wird
gebeten

Postfach 20 03 00
D5300 Bonn2

Tel: 02221-89 32 40
Telex:08-85432

�Dokumentation

I

International Communication Agency
Embassy of the United States of America

6. Februar 1980

JAHRESBERICHT DES US-VERTEIDIGUNGSMINISTERIUMS
- Auszüge -

WASHINGTON - (AD) - Das amerikanische Verteidigungsministerium hat am
29. Januar 1980 seinen Jahresbericht für das Haushaltsjahr 1981 veröffentlicht,
der einen überblick über die verteidigungspolitische Konzeption der Regierung
Carter bietet.

Die für Europa besonders relevanten Kapitel haben folgenden

Wortlaut:

Rüstungskontrolle und Abrüstung
Wenn der Zeitpunkt kommt, die Ratifizierung des SALT II-Vertrages zu
überlegen, dann sollte der Vertrag um seiner selbst willen beurteilt werden.
Wir haben die Möglichkeit und den Apparat, in anderen Verhandlungen über die
anderen Aspekte der Handhabung des militärischen Wettstreits mit den Sowjets
zu sprechen. Wir haben beides genutzt.
Wir haben zusammen mit den Briten einen wesentlichen Fortschritt bei den
Verhandlungen mit den Sowjets über ein umfassendes Verbot der Kernversuche erzielt.

Wir haben unser Hauptaugenmerk auf die Entwicklung von Verifizierungs-

Postfach 20 03 00
D5300 Bonn 2

Tel: 02221-89 32 40
Telex:08-85432

�;

Verifizierungsmaßnahmen gerichtet, die die vorhandenen nationalen technischen
Mittel für die Verifikation wirksam ergänzen könnten.

Es ist ein prinzipielles

Übereinkommen über Vereinbarungen für die Einleitung und Durchführung freiwilliger Inspektionen vor Ort und für die Errichtung eines Systems seismischer Stationen auf dem Territorium der Vertragsparteien erzielt worden.

Es bleibt je-

doch noch viel Arbeit zu tun, bis diese prinzipiellen übereinkommen in detaillierte Verifizierungsabkommen umgesetzt werden, die für die Vertragsparteien
befriedigend sind.
Bei den Verhandlungen über beiderseitige und ausgewogene Truppenverminderungen (MBFR) haben sich die seitens der NATO und des Warschauer Paktes beteiligten Länder im Prinzip auf das Ziel einer gemeinsamen kollektiven Obergrenze
für die Landstreitkräfte jeder Seite geeinigt.

Es ist jedoch uns und unseren

NATO-Verbündeten noch nicht gelungen, diese prinzipielle Einigung in die Praxis
umzusetzen, weil wir die Meinungsverschiedenheiten mit den Sowjets und ihren
Verbündeten im Warschauer Pakt über die Zahl der Truppen, die sie gegenwärtig
in den relevanten Gebieten Osteuropas stationiert haben, nicht beilegen konnten.

Wir sind uns noch nicht einmal über die Stärke der sowjetischen Streit-

kräfte einig, die nach dem von Breschnew angekündigten Abzug von 20 000 Soldaten und 1000 Panzern in dem Gebiet sein werden.

Diese einseitigen Verringerun-

gen sind auf jeden Fall weit geringer als die bei den MBFR-Verhandlungen angestrebte Komponente der beiderseitigen Verringerungen.

Und selbst wenn der an-

gekündigte Abzug in vollem Umfang stattfinden sollte, dann gibt es keinen
rechtlichen Riegel gegen eine Wiedereinführung der Truppen, keine Verifizierungsmaßnahmen und keine vertrauensbildenden Maßnahmen wie Manöverbeobachter.
Wir und unsere NATO-Verbündeten haben daher in Wien weiterhin ein handfestes
ausgehandeltes Abkommen angestrebt, das zu gemeinsamen kollektiven Höchstgrenzen
für die Zahl der Soldaten auf beiden Seiten führt - auf der Basis des Abbaus
vom gegenwärtigen Stand aus und auf der Basis beiderseits anerkannter Daten.
In der Zwischenzeit hat die NATO in Übereinstimmung mit den westlichen
Verhandlungszielen - vor allem der Schaffung einer Parität in Form einer gemeinsamen kollektiven Höchstgrenze für die Truppenstärken im Reduktionsgebiet - ein

- 2 -

�ein vorläufiges Abkommen vorgeschlagen, das sich zunächst auf den Abzug amerikanischer und sowjetischer Soldaten auf der Basis vereinbarter amerikanischsowjetischer Daten und damit zusammenhängende Maßnahmen auf multilateraler Basis konzentrieren würde.

Dieses Interimsabkommen würde den Weg für ein Folge-

abkommen auf der Basis vereinbarter Gesamtdaten bereiten, das einen weiteren
Truppenabbau aller direkt Beteiligten auf einen kombinierten gemeinsamen kollektiven Höchststand für jede Seite von rund 700 000 Mann für die Landstreitkräfte und rund 900 000 Mann für die Land- und Luftstreitkräfte zusammen bringen würde.

Ein wesentliches Paket damit verbundener Maßnahmen würde einen integralen
Bestandteil jedes MBFR-Abkommens darstellen.

Die NATO hat kürzlich ihre Ar-

beit an einem solchen Paket von Maßnahmen abgeschlossen und es dem Osten in
Wien unterbreitet.

Diese Maßnahmen sollen dazu dienen, die militärische Sta-

bilität und das Vertrauen durch eine Regelung militärischer Aktivitäten zu fördern, die ausreichende Verifizierung eines MBFR-Abkommens zu sichern und die
unverminderte Sicherheit für Länder an den Flanken des mitteleuropäischen Gebietes, in der ein Truppenabbau im Rahmen von MBFR stattfinden würde, zu gewährleisten.

Die letzte formelle Gesprächsrunde mit den Sowjets über die Weitergabe
konventioneller Waffen fand vor über einem Jahr statt.

Damals erzielten wir

einigen Fortschritt in der Ausarbeitung allgemeiner Richtlinien für die Begrenzung dieser Weitergabe.

Sollten diese Gespräche jedoch wieder aufgenommen

werden, dann wird in der Ausarbeitung dieser Richtlinien mehr getan werden
müssen, wie auch hinsichtlich ihrer befriedigenden Anwendung in bestimmten Regionen.

Die letzte Runde der Gespräche über eine Rüstungskontrolle auf dem Gebiet
der Satellitenbekämpfung (ASAT) wurde im Juni 1979 abgeschlossen, und eine
neue Gesprächsrunde ist noch nicht vereinbart.

Ein gewisser Fortschritt ist

hinsichtlich eines Abkommens über das Verbot bestimmter Maßnahmen gegen
Satelliten und der Begrenzung in der Entwicklung von ASAT-Systemen erreicht

- 3 -

�erreicht worden.

Die Gespräche über eine Stabilisierung der militärischen

Präsenz beider Seiten im Indischen Ozean wurden im Februar 1978 ausgesetzt,
und es bestehen keine Pläne für eine weitere Gesprächsrunde über dieses Thema.
Auf der anderen Seite ist ein Fortschritt zur Kontrolle von chemischen Waffen
und Strahlungswaffen erzielt worden.

Obwohl wir uns mit den Sowjets darüber

einig sind, daß wir chemische Waffen kontrollieren sollten, haben wir das Problem noch nicht gelöst, wie Waffenlager und Einrichtungen spezifiziert werden
sollen, wie eingeführte Kontrollen verifiziert werden könnten oder wann ein Abkommen in Kraft treten sollte.

Wir haben jedoch dem Abrüstungsausschuß in

Genf einen gemeinsam vereinbarten Vorschlag über Strahlungswaffen vorgelegt,
von dem wir hoffen, daß er rasch zu einer Konvention formuliert werden kann,
die dem internationalen Beitritt offen steht. Was als nächstes geschehen wird,
hängt von dem Ausschuß ab.
In der NATO haben wir und unsere Verbündeten die Prinzipien ausgearbeitet,
die für die Behandlung amerikanischer und sowjetischer nuklearer Mittelstrekkensysteme (Long-Range Theater Nuclear Systems - LRTNF), vor allem der SS-20»
angewendet werden sollen. Die NATO hat den Vereinigten Staaten ihre Zustimmung gegeben, RüstungskontrollVerhandlungen mit der Sowjetunion über LRTNF
zu führen, und trotz der derzeitigen sowjetischen Ablehnung, über diese Fragen zu verhandeln, rechnen wir mit Gesprächen über die genannten Systeme im
Rahmen von SALT III.
Das sind weder aufregende Ergebnisse noch eine Basis für große Hoffnungen
auf die Zukunft. Obwohl beide Seiten noch immer das gemeinsame Ziel der Verringerung des Risikos eines Atomkrieges haben, bleibt das Verhältnis zwischen
den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion seiner Natur nach weitgehend gegnerisch. Gerade aus diesem Grund werden wir wie in SALT unsere Bemühungen
zu gegebener Zeit fortsetzen, um die sowjetische Bedrohung und die Gefahren
eines Konflikts durch spezifische, gerechte und verifizierbare Rüstungskontrollmaßnahmen einzudämmen. Gleichzeitig müssen wir erkennen, daß die Außenpolitik
und die militärischen Kapazitäten der Sowjetunion das Potential und möglicherweise auch die Absicht besitzen, unsere Sicherheit zu untergraben.
Regionale

�Regionale Entwicklung

Wenn wir an die Bedrohung unserer nationalen Sicherheit denken, dann
neigen wir dazu, nur spektakuläre und mit Kernwaffen zusammenhängende Ereignisse zu sehen, wie Diebstahl von Kernwaffen, schreckliche Vernichtungsdrohungen, Überraschungsangriffe aus heiterem Himmel, rasche nukleare Rache.

Die

Gefahren haben sich jedoch als traditioneller und weniger apokalyptisch erwiesen.

Die meisten sind lokalen oder regionalen Ursprungs.

Westeuropa

Es kann kein Zweifel daran bestehen, daß Westeuropa von lebenswichtigem
Interesse für die Vereinigten Staaten ist. Mit einer Bevölkerung von zusammen
rund 260 Millionen und einem Bruttosozialprodukt von 2 Billionen Dollar ist es
außerhalb Nordamerikas die größte Konzentration wirtschaftlicher Macht in der
Welt.

Seine Länder sind wie die Vereinigten Staaten Demokratien.

Die meisten

unserer Menschen und der größte Teil unserer Kultur haben dort ihren Ursprung.
Wir sind seit Gründung unserer Republik in europäische Angelegenheiten verwikkelt gewesen.

Bei unseren beiden größten Kriegen ging es um Europa.

Wir sind

bereit, wenn notwendig, erneut für die Verteidigung unserer europäischen Verbündeten zu kämpfen.

Einige der Gefahren für das nicht-sowjetische Europa stammen aus den eigenen Reihen.

Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist der anhaltende Streit

zwischen Griechenland und der Türkei, der die südliche Flanke der NATO geschwächt
hat.

Die wirtschaftliche Notlage in Portugal und in der Türkei berührt nicht

nur den Beitrag dieser Länder zur gemeinsamen Verteidigung, sondern sie macht
sie auch anfällig für politische Instabilität und Subversion durch anti-demokratische Elemente.

Innere Schwierigkeiten in Jugoslawien könnten den ordnungs-

gemäßen Übergang zu Marschall Titos Nachfolgern gefährden und die Gelegenheit
für eine Einmischung von außen schaffen.

Aber die beiden größten Gefahren

kommen von außerhalb Europas.
Die
- 5-

�Die erste Gefahr ergibt sich aus der starken Abhängigkeit Europas vom
OPEC-Öl und der Möglichkeit, daß die Versorgung unterbrochen werden könnte.
Die zweite Gefahr ergibt sich aus der massiven militärischen Präsenz der
Sowjetunion in Osteuropa und aus den zahlreichen und immer moderneren nuklearen
Mittel Streckensystemen (Long-Range Theater Nuclear Delivery Vehicles), die in
der UdSSR stationiert sind.

Wir und unsere Verbündeten haben eine Vielfalt

von Maßnahmen entwickelt, um mit dem Energieproblem fertig zu werden einschließlich der Anlegung von Vorratslagern und eines Abkommens, den Mangel gerecht
zu verteilen, sollte die Versorgung mit öl über einen längeren Zeitraum wesentlich eingeschränkt werden. Aber was immer wir auf diesem Gebiet tun oder nicht
tun, es gibt keinen sichtbaren Weg, daß militärische Macht an die Stelle der
Einsparung von Energie oder die Entwicklung neuer Brennstoffe und neuer Quellen
bestehender Brennstoffe treten könnte.

Unsere Fähigkeit, mit der sowjetischen

Bedrohung fertig zu werden, hängt in der Tat zum Teil von unserer Fähigkeit ab,
Energie zu sparen und unsere Versorgungsquellen zu diversifizieren.

Gleich-

zeitig müssen wir uns darüber im klaren sein, daß die militärische Präsenz der
Sowjets ein Phänomen ist, mit dem unsere Außenpolitik nur fertig werden kann,
wenn eine beträchtliche militärische Macht hinter ihr steht.

Wir neigen zu der Betrachtungsweise, die sowjetische Gefahr für Westeuropa gehe in erster Linie von der konventionellen militärischen Kapazität
der Sowjets aus, und wir haben uns angesichts der Modernisierung dieser Kapazität in zunehmendem Maße Sorgen gemacht, daß sie zu plötzlichen und massiven
Angriffen in Mitteleuropa benutzt werden könnte. Ohne Zweifel sind diese Sorgen berechtigt, aber sie schließen keineswegs alle Möglichkeiten ein. Die
Sowjets haben die nukleare Kapazität - strategisch und taktisch (im MittelStreckenbereich) - die auf Westeuropa gerichtet ist, entwickelt und verbessern
sie jetzt weiter. Sie sind an ihrer Nordflanke in zunehmendem Maße selbstsicher geworden. Und sie müssen ohne Frage bezüglich des Gangs der Ereignisse
in Osteuropa nervös bleiben. Die größten Gefahren für Europa würden daher weniger durch plötzliche nicht provozierte Angriffe entstehen als durch große
Krisen zwischen Ost und West, ausgelöst durch Schwierigkeiten im sowjetischen
Machtbereich oder in dessen Nähe.
Wir

�Wir haben versucht, die Beziehungen zu den osteuropäischen Ländern
des Warschauer Paktes durch verstärkte Kontakte, verstärkten Handel,
institutionelle Zusammenarbeit und Informationsaustausch zu verbessern.
Wir haben heute mit allen osteuropäischen Ländern, mit Ausnahme der
Tschechoslowakei, Konsularabkommen.

Seit Anfang 1976 haben die Ost-

europäer amerikanische landwirtscahftliche Erzeugnisse im Werte von
über 2 Milliarden Dollar und amerikanische Fertigwaren im Werte von fast
1 Milliarde Dollar gekauft.

Im Jahre 1978 haben wir Waren im Werte von

rund 1,4 Milliarden Dollar an diese Region geliefert, und wir haben
Polen, Rumänien und Ungarn in unseren Handelsbeziehungen die Meistbegünstigungsklausel eingeräumt.

Es wäre jedoch sinnlos, wollten wir vor-

geben, daß die Maßnahmen für sich allein die Unzufriedenheit in Osteuropa
beheben oder den Hang der Sowjets mildern könnten, eine maximale Kontrolle
über Osteuropa auszuüben.

Entschlossenheit und sichtbare militärische

Fähigkeit sind ebenso wie erweiterte wirtschaftliche und3&gt;nstige Beziehungen zu Osteuropa entscheidend wichtig, wenn wir wirksam, aber mit
friedlichen Mitteln mit diesen Gefahren fertig werden wollen.
Um das Problem der sowjetischen Dislozierung der SS-20-Rakete und
des Backfire-Bombers anzupacken, hat das Bündnis eine Gruppe auf Hoher
Ebene (High Level Group - HLG) eingesetzt, um das ganze Spektrum der
Abschreckung zu prüfen und über geeignete Maßnahmen zur Modernisierung
der nuklearen Abschreckung des Bündnisses zu entscheiden.

Gleichzeitig

prüfte eine NATO-Sondergruppe für Rüstungskontrolle (Special Group on
Arms Control) ergänzende Vorschläge für Rüstungsbegrenzungen auf diesem
kritischen Gebiet.
Um die Fähigkeit der NATO aufrechtzuerhalten, ihre Strategie der
flexiblen Antwort (flexible response) durchzuführen und auf die durch
die sowjetische Dislozierung neuer und stärkerer TNF (SS-20-Raketen
und Backfire-Bomber) geschaffene Bedrohung reagieren zu können, haben
die Verteidigungs- und Außenminister der NATO im Dezember 1979 zwei

- 7 -

�zwei wichtige Schritte beschlossen.

Das Bündnis wird mit der Modernisierung

seiner nuklearen Mittel Streckensysteme (LRTNF) beginnen und 108 Pershing
II-Raketen auf Abschußeinrichtungen sowie 464 landgestützte Marschflugkörper (GLCMS) von 1983 an in ausgewählten westeuropäischen Ländern
dislozieren.

Im Zusammenhang mit dieser Modernisierung werden die

Vereinigten Staaten 1 000 nukleare Gefechtsköpfe aus ihren europäischen
Arsenalen abziehen.
In einer parallelen Rüstungskontroll initiative sprachen sich die
Minister für amerikanisch-sowjetische Verhandlungen über LRTNF im Rahmen
von SALT III aus.

Sie kamen überein, daß diese Verhandlungen eine Verringerung

der Zahl sowjetischer LRTNF - vor allem der SS-20-Raketen - anstreben, so
bald wie möglich beginnen, in enger Konsultation mit unseren NATO-Verbündeten geführt und von folgenden Grundsätzen geleitet sein sollten:
-

Alle künftigen Begrenzungen amerikanischer TNF-Systeme (für
den Einsatz in Europa) sollten von entsprechenden Begrenzungen
sowjetischer TNF-Systeme begleitet werden.

-

Begrenzungen amerikanischer und sowjetischer LRTNF-Systeme
sollten bilateral im Rahmen von SALT III Schritt für Schritt
ausgehandelt werden.

-

Das unmittelbare Ziel dieser Verhandlungen sollte die Festlegung vereinbarter Begrenzungen amerikanischer und sowjetischer
landgestützter LRTNF-Raketensysteme sein.

-

Alle vereinbarten Begrenzungen dieser Systeme müssen im Einklang
mit dem Grundsatz der Gleichheit für beide Seiten stehen.

Daher

sollten die Begrenzungen in Form der de jure Gleichheit der
Höchstgrenzen und der Rechte durchgeführt werden.
Alle

�-

Alle vereinbarten Begrenzungen müssen in ausreichendem Maße
verifizierbar sein.

So wichtig diese Programme sein mögen, die größte Bewährungsprobe
für die NATO in den achtziger Jahren wird mit der Frage kommen, wie gut
die Verbündeten in der Verwirklichung der übrigen Teile des langfristigen
Verteidigungsprogramms zusammenarbeiten werden.

Der Plan enthält neun

weitere Vorrangkategorien:
-

Verstärkte Bereitschaft, um mit den Risiken eines Blitzkriegs
des Warschauer Paktes mit kurzer Vorwarnzeit fertig zu werden;

-

Sehr viel raschere Verstärkung der dislozierten Streitkräfte
der NATO, vor allem aus den Vereinigten Staaten;

-

verstärkte und erhöhte europäische Reservestreitkräfte;

-

qualitative Verbesserungen der maritimen Kapazität des
Bündnisses;

-

ein integriertes Luftverteidigungssystem des Bündnisses, da
eine wirksame Luftverteidigung in Europa auf nationaler Basis
unmöglich ist;

-

Erhöhung der Interoperabilität und Standardisierung der
Befehls-, Leit- und Fernmeldesysteme, die für eine gemeinsame
Kriegsführung lebenswichtig sind;

-

ein bündnisweites Programm für elektronische Kriegführung,
um den großen sowjetischen Fortschritten auf diesem Gebiet
begegnen zu können;
rationalere

�-

rationalere Verfahren für Zusammenarbeit auf dem Gebiet der
Rüstung innerhalb der NATO;

-

und

verstärkte Bemühungen um die Verbesserung der logistischen
Koordinierung sowie Erhöhung der Kriegsreserven.
•

Zwei von diesen Programmen müssen besonderen Nachdruck erhalten.
Die Sowjets produzieren weiterhin Panzer, Kanonen und Flugzeuge in einer
Zahl, die um das zwei- bis dreifache über der der Vereinigten Staaten
liegt.

Sie investieren etwa zweimal soviel in die Forschungs- und

Entwicklungsprojekte der Verteidigung.

Wir müssen auf unsere NATO-

Verbündeten zählen können, um viele dieser Differenzen wettzumachen.
Um zu den gewünschten Ergebnissen zu gelangen, müssen wir und unsere
Verbündeten nicht nur wirksamere Beschaffungsverfahren entwickeln, sondern
auch die Duplikation bei den Forschungs- und Entwicklungsprogrammen
verringern.

Wenn wir über die nationalen Grenzen hinweg zu optimalen

Ergebnissen gelangen wollen, müssen wir mehr dazu bereit sein, das Gerät
vom anderen zu kaufen.

Gleichzeitig müssen wir mehr zusammenarbeiten,

um dem Wert von 20 Milliarden Dollar an Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, die das Bündnis zur Zeit darin investiert, so nahe wie möglich
zu kommen, anstatt uns mit einem Ergebnis von 15 bis 16 Milliarden Dollar
zu begnügen, zu dem die NATO insgesamt in ihrer Produktion jetzt gelangt.
Die rasche Verstärkung Europas durch die USA ist ein anderer
entscheidender Faktor für die Abschreckungseffizienz der NATO.

Eines

der ernsthaftesten Probleme des Bündnisses, vor allem in der zentralen
Region, ist der Mangel an operativen Reserven.

Wenn unter den derzeitigen

Umständen ein Angriff mit nur kurzer Vorbereitungszeit erfolgte und wenn
unsere vorderen Verteidigungslinien im ersten Stadium dieses Angriffs
durchbrochen würden, dann hätte SACEUR möglicherweise zu wenig Landstreitkräfte und taktische Flugzeuge in Reserve, um dem Einbruch erfolgreich
entgegenzuwirken.
Seit
- 10 -

�Seit vielen Jahren ist es der Plan der Vereinigten Staaten, der
NATO mit massiven Verstärkungen zur Hilfe zu kommen, aber mangelnde Lufttransportkapazität und das Fehlen einer angemessenen Nachschubstruktur
für diese Verstärkungen bedeuteten, daß viele der zur Verstärkung entsandten
Einheiten zu spät eintreffen könnten, um mit dieser besonderen Notlage
fertig zu werden. Um diese Schwäche zu beheben, haben wir ein Programm
zur raschen Verstärkung aufgebaut, das die amerikanischen Landstreitkräfte mehr als verdoppeln und die taktischen Luftverbände verdreifachen
wird, die von Tag zu Tag in Europa disloziert werden - und beides in
weniger als zwei Wochen.

Dies, so sollte ich noch hinzufügen, heißt

nicht zwei Wochen nach Beginn eines Angriffs, sondern zwei Wochen, nachdem
der Beschluß zur Verstärkung getroffen ist. Was das bedeutet, läßt
sich ermessen, wenn man die sich daraus ergebende amerikanische Präsenz
mit der größten Streitmacht in Westeuropa vergleicht.

Das Programm

zur raschen Verstärkung wird mit M-14 eine Gesamtfeuerkraft der
amerikanischen Landstreitkräfte ergeben, die größer ist als die in der
gesamten Armee der Bundesrepublik vorhandene und die die Zahl der Luftgeschwader, über die die Luftwaffe verfügt, um das Doppelte übertrifft.
Die rechtzeitige Bereitstellung dieser massiven Verstärkung hängt
in erster Linie von unserer Fähigkeit ab, Vorausstellungen von Ausrüstung
und Gerät in Europa anzulegen, Truppen dahin mit Passagierflugzeugen einzufliegen und unsere Kampfgeschwader auf geschützte und wohl versehene
alliierte Luftstützpunkte zu dislozieren. Solche Maßnahmen wiederum
erfordern die Mitarbeit unserer europäischen Verbündeten. Sie müssen
die Lagerplätze und Arsenale für das im voraus deponierte Gerät, planmäßig angelegte Operationsbasen für unsere Luftgeschwader und Depots
für unsere Munition und andere Kampfmittel verfügbar machen. Das meiste
davon kann durch das NATO-Infrastrukturprogramm finanziert werden, zu dem
die Vereinigten Staaten den größten Einzelbeitrag leisten. Aber dazu
wird eine weitaus höhere Bereitstellung von Mitteln für die Infrastruktur
notwendig sein, als unsere Verbündeten bisher zu gewähren bereit waren.

Es
- 11 -

�Es trifft ebenfalls zu, daß wir - wenn wir uns für diese massive,
mit größter Geschwindigkeit erfolgende Dislozierung amerikanischer Kampftruppen entscheiden - auf die gleichzeitige Dislozierung einiger Nachschubeinheiten verzichten müssen, die notwendig sind,und uns in stärkerem
Maße für den Nachschub und die Instandhaltung auf das Konzept der Unterstützung durch den Gaststaat verlassen müssen, wobei unsere euroäischen
Verbündeten helfen werden, uns zu einem großen Teil die Nachschubkapazität
zu gewähren, die für unsere Kampfleistung so entscheidend wichtig ist
und zwar aus den gleichen mobilisierten zivilen Hilfsquellen, die sie zur
Unterstützung ihrer eigenen Streitkräfte nutzen würden.

Das heißt, sich

auf sie hinsichtlich des Seetransport und des Lufttransports, hinsichtlich
der Häfen und Fluglandeplätze und Entladungseinrichtungen, hinsichtlich
des Transports ins Kampfgebiet und einer Unzahl anderer Notwendigkeiten
verlassen, wie beispielsweise Treibstofflager, Tankwagen, Depots und
Lazaretteinrichtungen.
•

Die erforderliche Unterstützung würde nur einen Bruchteil von den
gewaltigen zivilen Hilfsquellen und der Infrastruktur in Anspruch nehmen,
die in den hochentwickelten Volkswirtschaften Europas vorhanden sind.

In

Friedenszeiten wären nur sehr geringe Kosten damit verbunden, und in
Kriegszeiten würden wir für alle Güter und Dienstleistungen, die von
den Verbündeten gestellt werden, bezahlen.

Aber wenn auch über die Einzel-

heiten der Unterstützung durch das Gastland zur Zeit aktiv verhandelt wird,
so geht der gesamte Prozeß doch nur langsam voran.
Kurzum, wir haben ein transatlantisches Geschäft vorgeschlagen.
Wir werden für eine rasche und massive Dislozierung von Kampftruppenverstärkungen für die NATO sorgen, wenn unsere Verbündeten uns bei der
Bereitstellung der europäischen Anlagen und Einrichtungen helfen und die
Gastlandunterstützung gewähren werden, die zur Durchführung einer solchen
Dislozierung notwendig sind.

Aber diese komplexe Anstrengung wird nicht

ohne eine größere Zusammenarbeit seitens der anderen Mitglieder des
•

•

- 12 -

�des Bündnisses erfolgreich sein.

Sie ist und muß ein gemeinsames Unter-

fangen sein, zu dem der Beitrag der Verbündeten genau so entscheidend
ist wie der unsrige.

Doch muß die in ihr liegende Möglichkeit zur kollektiven

Verteidigung im Anfangsstadium eines Konflikts größeren Nachdruck erhalten,
wenn die Glaubwürdigkeit einer nichtnuklearen Abschreckung in dem vor uns
liegenden Jahrzehnt erhalten bleiben soll.
sie müssen erfüllt werden.

- 13 -

Die Anforderungen sind hart -

�</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </file>
  </fileContainer>
  <collection collectionId="4">
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="6534">
                <text>Dokumente</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </collection>
  <itemType itemTypeId="19">
    <name>Digitalisat</name>
    <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
  </itemType>
  <elementSetContainer>
    <elementSet elementSetId="1">
      <name>Dublin Core</name>
      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
      <elementContainer>
        <element elementId="40">
          <name>Date</name>
          <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="8597">
              <text>06.02.1980</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="51">
          <name>Type</name>
          <description>The nature or genre of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="8598">
              <text>Digitalisat</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="39">
          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="8599">
              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="50">
          <name>Title</name>
          <description>A name given to the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="14038">
              <text>Amerikadienst 06.02.1980</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="41">
          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="14039">
              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Jahresbericht des US-Verteidigungsministeriums&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Auszüge -&lt;/em&gt;</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
      </elementContainer>
    </elementSet>
  </elementSetContainer>
</item>
