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                  <text>Information
und
Dokumentation
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

23. Januar 1980
INHALT

INFORMATION
Verhinderung von nuklearer Proliferation
- Untersuchungen des US-Energieministeriums Synthesebrennstoffe - Kohle - Kernkraft
- Unverzichtbare Energiequellen in den nächsten Jahrzehnten -

DOKUMENTATION
Fernsehinterview Präsident Carters am 20. Januar 1980
- Wortlaut Schreiben Präsident Carters an das Olympische Komitee der USA
- Wortlaut Rede des US-Botschafters bei der EG in Brüssel:
- Wir rechnen mit der Unterstützung Europas -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Lake Placid:

Solarstrom für die Streckentelefone

Hybridauto für Benzin- und Strombetrieb
- Entwicklungsmodell von der Universität Berkeley

Um Übci/endung von
Belegexemplaren wird
gebeten

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Tel: 02221-89 32 40
Telex:08-85432

�Information
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23. Januar 1980

VERHINDERUNG VON NUKLEARER PROLIFERATION
Untersuchungen des US-Energieministen'ums

- (AD) - Ein vorläufiger Bericht mit dem Titel "Nuclear Proliferation and Civilian Nuclear Power" (Nukleare Proliferation und Kernkraft
für zivile Zwecke) wurde von der Abteilung zur Bewertung nuklearer Alternativsysteme des amerikanischen Energieministeriums vorgelegt.

Er erörtert

technische Möglichkeiten zur Auslegung von Kernkraftanlagen, die verhindern,
daß Kernbrennstoffe oder nukleare Einrichtungen mißbräuchlich für die
Entwicklung nuklearer Waffen verwendet werden.

Die Untersuchungen bis

zum Abschluß dieser Studie nahmen zwei Jahre in Anspruch.
Im Februar 1980 wird eine öffentliche Anhörung zu dem Problemkomplex durchgeführt.

Im "Bundesregister" wurde in der Ausgabe vom

17. Dezember 1979 der Bericht bereits ausführlich dargestellt und darauf
hingewiesen, daß Kommentare dazu erwünscht sind.

Der zehnbändige Bericht

ist beim "Technical Information Center" des U.S.Energieministeriums
in Oak Ridge (Tennessee) erhältlich; eine Zusammenfassung für die Nachrichtenmedien verteilt die Presseabteilung des Energieministeriums in
Washington (Anschrift: DOE Office of Public Affairs, Press Room, 1 000
Independence Ave., Washington, D.C. 20585).
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�Information

i

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23. Januar 1980

SYNTHESEBRENNSTOFFE - KOHLE - KERNKRAFT
Unverzichtbare Energiequellen in den nächsten Jahrzenten

- (AD) - Der Bericht "Energie im Wandel: 1985 - 2010", den die
Nationale Akademie der Wissenschaften (NAS) am 14. Januar 1980 in
Washington der Öffentlichkeit vorstellte, ist das Ergebnis vierjähriger
Untersuchungen von 65 renommierten amerikanischen Wissenschaftlern.
In der 783 Seiten umfassenden Studie, die für das amerikanische Energieministerium erarbeitet wurde, fordern die Wissenschaftler, Vertreter aller
Disziplinen einschließlich Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaften,
dringend die Inangriffnahme eines umfassenden Programms zur Produktion von
synthetischen Brennstoffen, Verwendung von mehr Kohle und Kernkraft und
Offenhaltung der Brutreaktor-Option für die spätere Zukunft. Der Bericht
habe nicht den Charakter eines Patentrezeptes, erklärte NAS-Vorsitzender
Dr. Philip Handler. Er solle vielmehr richtungweisend dafür sein, "was
die Nation erfahren muß, um ihre Zukunft vernünftig zu planen".
Viele der in dem Bericht gezogenen Schlußfolgerungen widersprechen
einander, was angesichts der so verschiedenartigen Standorte und Betrachungsweisen der Verfasser keineswegs überracht.

"Vielfalt ist das Schlüsselwort"

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�Schlüsselwort" der Studie, so Dr. Harvey Brooks, Professor für Technologie
an der Harvard-Universität und einer der Vorsitzenden des WissenschaftlerGremiums.

"Wir müssen eine ganze Serie von Optionen für die Energieversorgung

entwickeln und Sackgassen wie unsere gegenwärtige Abhängigkeit von einer
einzigen Energiequelle vermeiden."
Völlig einig war sich das Komittee in der Anerkennung der überragenden
Bedeutung der Energieeinsparung.

Sie werde, wie Brooks erklärte, wesentliche

Veränderungen im amerikanischen Lebensstil, vielleicht notwendige Mobilität
großer Teile der Bevölkerung, hohe Investitionen und Zeit erfordern etwa 20 bis 30 Jahre. Außerdem seien staatliche Eingriffe und höhere
Energiepreise unumgänglich.
Der zweite allgemein anerkannte Punkt war das schon in naher Zukunft
kritische Problem der Flüssigbrennstoffe.

Das Gremium ist hier "etwas

pessimistischer" als die Verfasser anderer Studien insofern, als es keine
Steigerung der einheimischen öl- und Erdgasförderung erwartet.

"Schon

die Erhaltung des gegenwärtigen Niveaus über die nächsten 30 Jahre wird
ein hohes Engagement notwendig machen", meinte Dr. Brooks.

Er forderte

ein Programm "höchster Dringlichkeitsstufe" für die Produktion synthetischer
Brennstoffe, intensive Explorationstätigkeit für Gas und öl sowie bessere
Fördermethoden.

Gleichzeitig warnte er davor, sich an veraltete Technologien

zu klammern, und drang darauf, daß alle Optionen offen gehalten werden.
Mittelfristig seien, so die NAS-Wissenschaftler, Kohle und Kernkraft
bis zum Ende des Jahrhunderts als die einzigen Alternativen für die
Stromerzeugung zu betrachten. Sie empfehlen deshalb ein gut ausbalanciertes
Angebot auf beiden Gebieten, damit die Nation notfalls rasch zur einen
oder anderen Energiequelle überwechseln könne. Die Kommission räumte
jedoch ein, daß sowohl in der Verwendung von Kohle als auch mit der
Verwendung von Kernkraft schwerwiegende Probleme verbunden seien: Erwägungen
zum Umweltschutz begrenzen die Anwendung von Kohle - ein Grund dafür, "die

- 2 -

�"die nukleare Option offenzuhalten".

Brooks ist dennoch überzeugt, daß

die Regierungsverordnungen zur Reinhaltung der Luft letzten Endes keinen
Einfluß darauf hätten, wieviel Kohle verbraucht werde, weil die Nation sowieso
die Kosten trage - gleichgültig, ob diese auf dem Umweltsektor entstehen oder
wirtschaftlicher Natur seien.

Ebenso wie die Anwendung von Kohle werde aber auch die Anwendung
von Kernenergie durch politische Überlegungen eingeengt - z.B. durch das
Risiko der Weiterverbreitung von Kernwaffen, Entsorgungsprobleme, usw.
Sie stoße außerdem an wirtschaftliche Grenzen, weil Kernenergie kapitalintensiver und deshalb bei Projektbeginn kostspieliger ist als Anlagen zur
Nutzung von Alternativ-Energien.

Nach Ansicht der Kommission habe der

Unfall in der Reaktorstation Three Mile Island das amerikanische Atomprogramm um mindestens ein Jahr zurückgeworfen.

Jedoch habe sich, wie

Brooks ausdrücklich hervorhob, die Meinung der Kommission über die Bedeutung
der Kernkraft durch den Vorfall nicht geändert.

Der Strombedarf werde, wie Brooks erklärte, weiter anwachsen. Und
je mehr er wachse, desto stärker sei die Nation auf den kontroversen
Brutreaktor angewiesen.

"Wenn die Wachstumsraten sehr hohe Werte erreichen",

so Brooks, "kann der Brutreaktor wahrscheinlich als Notwendigkeit angesehen
werden."

Der Ausschuß empfiehlt die kontinuierliche Weiterentwicklung

des Brüters, damit er, falls erforderlich, Anfang des nächsten Jahrhunderts
einsatzbereit ist.

Er sei, wie Brooks ausführte, "die herausragende

nukleare Option und die einzige Option auf lange Sicht, deren Entwicklung
gut vorangeschritten ist".

Präsident Carter hatte vor einiger Zeit die Einstellung der Arbeiten
am Prototyp-Brutreaktor von Clinch River (Tennessee) angeordnet.

Die NAS-

Kommission zeigte geteilte Meinungen in der Frage der Wiederaufnahme des
Projekts Clinch River, wobei sich schließlich eine geringe Mehrheit für die
Fortführung aussprach.
In

- 3 -

�In bszug auf andere neue Energiequellen verlangten die Wissenschaftler
die Fortsetzung von Forschungen in zahlreichen Richtungen, machten jedoch
darauf aufmerksam, daß nur wenige solcher Energiequellen signifikante Beiträge zur Deckung des nationalen Energiebedarfs leisten könnten. Wasserkraft, Erdwä'rme, Windkraft und Biomassen können zwar auf lokaler und
regionaler Ebene, nicht aber landesweit wichtige Rollen übernehmen, erklärte
Brooks.

Biomassen dürften schließlich drei bis fünf Prozent des Gesamt-

energiebedarfs decken. Wolle man diesen Anteil steigern, so benötige man
riesige "Energiefarmen", die vom ökologischen Standpunkt her nicht annehmbar
seien.

Sonnenenergie dürfte, so schätzte Brooks, in diesem Jahrhundert

kaum mehr als fünf Prozent beitragen, sofern nicht die Regierung massiv
eingreift, um Preissenkungen zu bewirken. Trotzdem dringen die Verfasser
der NAS-Studie auf umfangreichere langfristige Forschungen zur Nutzbarmachung
der Sonnenenergie.

+ + + + +

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�CS
Uli

i 3

Dokumentation

i •

International Communication Agency
Embassy of the United States of America

23. Januar 1980

FERNSEHINTERVIEW PRÄSIDENT CARTERS AM 20. JANUAR 1980
- Wortlaut -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Jimmy Carter hat am 20. Januar 1980
in einem Fernsehinterview im Rahmen des bekannten amerikanischen Programms
"Meet the Press" (Stelle Dich der Presse) zu den jüngsten politischen
Problemen Stellung genommen. Der Moderator der von der Fernsehgesellschaft
NBC (National Broadcasting Company) ausgestrahlten Sendung war Bill Monroe,
die beteiligten Korrespondenten waren Carl T. Rowan von der Chicago Sun-Times,
David Broder von der Washington Post und Judy Woodruff von der NBC-Nachrichtenredaktion.
Das Interview hat folgenden Wortlaut:
FRAGE (Monroe): Unser heutiger Gast in der Sendung Meet the Press
ist der Präsident der Vereinigten Staaten, Jimmy Carter. Herr Präsident,
gehen wir einmal davon aus, daß die Sowjets nicht so bald aus Afghanistan
abziehen, sind Sie dann für eine amerikanische Beteiligung an der Olympiade
in Moskau? Und wenn nicht, welche Alternativen gäbe es?
ANTWORT

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Tel: 02221-89 32 40
Telex:08-85432

�ANTWORT:

Nein, weder ich noch das amerikanische Volk würden die

Entsendung eines amerikanischen Teams nach Moskau unterstützen, solange
sowjetische Truppen in Afghanistan stehen.

Ich habe heute dem Olympischen

Komitee der Vereinigten Staaten ein Schreiben gesandt, in dem ich meinen
Standpunkt dargelegt habe, daß die Olympischen Spiele von Moskau an einen
anderen Ort oder mehrere Orte verlegt oder aufgeschoben oder abgesagt
werden sollten, wenn die Sowjets nicht innerhalb eines Monats ihre Truppen
aus Afghanistan abziehen. Wenn die Sowjets ihre Truppen nicht sofort innerhalb eines Monats - aus Afghanistan abziehen, würde ich die Entsendung
eines amerikanischen Teams zur Olympiade nicht unterstützen.
Es ist sehr wichtig, daß die Welt erkennt, eine wie ernste Drohung
die sowjetische Invasion in Afghanistan ist.

Ich möchte keine Politik

in die Olympiade hineintragen, und ich wäre persönlich für die Schaffung
eines ständiges olympischen Austragungsortes, sowohl für die Sommer- als
auch für die Winterspiele.

Nach meiner Meinung wäre das geeignete Aus-

tragungsland für die Sommerspiele Griechenland.

Das ist meine persönliche

Meinung, und ich habe das amerikanische Olympische Komitee ersucht, diese
Auffassung dem Internationalen Olympischen Komitee vorzutragen, und ich
möchte hoffen, daß möglichst viele Länder diese grundsätzliche Auffassung
unterstützen würden.

In den Vereinten Nationen haben 104 Länder gegen die

sowjetische Invasion gestimmt und den sofortigen Abzug der Sowjets aus
Afghanistan gefordert, und ich möchte hoffen, daß

soviele dieser Länder

wie möglich den Standpunkt unterstützen würden, den ich Ihnen eben vorgetragen habe.
-

FRAGE (Monroe):

Herr Präsident, wenn eine beträchtliche Zahl von

Ländern den amerikanischen Standpunkt nicht unterstützt, würde das die
Vereinigten Staaten nicht einfach nur in eine isolierte Position bringen,
ohne der Sowjetunion viel zu schaden?
ANTWORT:

�ANTWORT:

Gleichgültig, was andere Länder tun mögen, ich wäre nicht

für die Entsendung eines amerikanischen Olympiateams nach Moskau, solange
die sowjetischen Invasionstruppen in Afghanistan stehen.
Monroe:

Ich danke Ihnen, Herr Präsident, unsere Reporter in Meet

the Press sind heute Carl. T. Rowan von der Chicago Sun-Times, David S.
Broder von der Washington Post und Judy Woodruff von der NBC-Nachrichtenredaktion.
Wir setzen die Fragen an Präsident Carter mit Carl Rowan fort.
FRAGE (Rowan):
Friedens gesprochen.

Sie haben vorhin von einer ernsten Bedrohung des
Wie ernst ist die Situation wirklich?

Stehen wir

möglicherweise an der Schwelle eines Konflikts mit der Sowjetunion?
ANTWORT:

Wie ich vorhin gesagt habe, Mr. Rowan, ist dies nach

meiner Meinung die ernsteste Bedrohung des Weltfriedens seit dem Zweiten
Weltkrieg.

Es handelt sich um einen beispiellosen Akt seitens der Sowjetunion.

Es ist das erstemal, daß sie ein Land angegriffen hat, das nicht bereits
unter ihrer Herrschaft stand, d.h. zur Nachbarschaft im Warschauer Pakt
gehört.

Sie haben in anderen Ländern, wie Angola oder Äthiopien, für

die Beteiligung Stellvertreterstreitkräfte, die Kubaner, benutzt.
Dies jetzt ist eine Bedrohung eines lebenswichtigen Gebietes der
Welt.

Es ist die Bedrohung eines Gebietes der Welt, in dem die Interessen

unseres Landes und die Interessen unserer Verbündeten zutiefst berührt
sind.

Mehr als zwei Drittel des gesamten Exportöls, das die übrige Welt

versorgt, kommt aus der Region des Persischen Golfes in Südwestasien.
So wie ich die Dinge beurteile, hat es in den vergangenen Jahren
Zeiten gegeben, in denen wir in einem intensiven Wettstreit mit der
Sowjetunion standen und uns auch bemühten, die Dinge mit der Sowjetunion

- 3 -

�Sowjetunion beizulegen, uns mit ihnen zu konsultieren und mit ihnen für
den Frieden zu arbeiten.

Jetzt handelt es sich um eine von den Sowjets

ausgelöste Maßnahme, und ich bin noch immer dem Frieden verpflichtet, aber
einem Frieden durch Stärke und dadurch, daß wir die Sowjets auf klare und
bestimmte Weise wissen lassen - durch Maßnahmen unseres eigenen Landes
und anderer Länder -, daß sie nicht ungestraft in ein unschuldiges Land
eindringen können, daß sie die Folgen tragen müssen.
FRAGE (Rowan):

Noch in diesem Zusammenhang, Herr Präsident.

Ihre

Kritiker sagen, daß die Sowjets vorgehen, weil sie eine Schwäche Ihrerseits
gesehen haben.

Sie (die Sowjets) glauben nicht, daß Sie oder das amerikanische

Volk kämpfen werden.

Wenn sie in Pakistan oder in den Iran eindringen,

werden Sie dann militärische Macht einsetzen?
ANTWORT:

Wir waren nicht schwach.

Seit ich im Weißen Haus bin,

waren wir fest und entschlossen und konswquent und klar in unserer Politik.
Wir haben unsere Verpflichtung zur Stärke unserer nationalen Verteidigung
stetig erhöht, gemessen am Stand unserer Haushalte und auch gemessen am
Ton und an den Handlungen, die ich ergriffen habe und die der Kongreß
ergriffen hat.

Wir haben unser Bündnis in der NATO gestärkt, sowohl hinsichtlich

des Aufbaus der Kampfkraft als auch jüngst hinsichtlich der TNF-Reaktion
(Theater Nuclear Force - nukleare Mittel Streckensysteme) auf die sowjetische
Drohung mit Atomwaffen.
Wir haben auch kein Hehl daraus gemacht, daß wir für die Beilegung
intensiver Differenzen sind, die den Nahen Osten und die Region des
Persischen Golfes destabilisiert haben.

Der bemerkenswerteste Fortschritt

ist der zwischen Israel und Ägypten unterzeichnete Friedensvertrag, und
wir haben unsere Verpflichtung gegenüber Pakistan aus dem Jahre 1959
erneut bekräftigt.

Wir sind verpflichtet, uns mit Pakistan zu konsultieren

und im Rahmen der verfassungsmäßigen Richtlinien, denen ich als Präsident
unseres Landes folgen muß, jede notwendige Maßnahme zu ergreifen, um d^e

�die Sicherheit Pakistans zu schützen, einschließlich, wenn notwendig,
militärischer Macht.

Darüber hinaus erhöhen wir den Stand der Seestreitkräfte im nördlichen Indischen Ozean und in der Region des Persischen Golfes und werden
einen erhöhten Stand aufrechterhalten, und wir prüfen gegenwärtig ziemlich
intensiv die Erstellung von Einrichtungen für die Wartung und Versorgung
unserer Luft- und Seestreitkräfte im nördlichen Indischen Ozean und in
der Region des Persischen Golfes.

Diese Maßnahmen sind in die Wege

geleitet worden, seit ich im Amt bin.

Sie sind konsequent und klar, und wir

konzentrieren uns jetzt wegen der sowjetischen Invasion in Afghanistan
mit erhöhtem Nachdruck auf diese Maßnahmen.

FRAGE (Broder):

Herr Präsident, die Wahl des Zeitpunktes Ihres

Auftretens hier einen Tag vor den Vorwahl-Absprachen (für die Präsidentschaftswahlen 1980, die Redaktion) im Staate Iowa lassen auf ein politisches
Motiv schließen.

Warum haben Sie zugestimmt, hier zu erscheinen, während

Sie es abgelehnt haben, sonstwo aufzutreten, wo Ihre Herausforderer Sie
direkt konfrontieren könnten?

ANTWORT:

Mr. Broder, in einer Zeit der Krise für

unser Land ist es

nach meiner Meinung für den Präsidenten sehr wichtig, daß er nicht in
der Öffentlichkeit die Rolle eines Parteiwählkämpfers in einer politischen
Auseinandersetzung übernimmt.

Unser Land befindet sich in einem Zustand

der Krise, und es ist eine konsequente Politik, an die ich mich gehalten
habe, seit die Iraner Amerikaner gefangengenommen und als Geiseln festgehalten haben.

Ich betrachte die Sendung Meet the Press nicht als Wahl-

kampfforum, und ich bin bicht als Parteikanidat hier.

Wie Sie sehr wohl wissen, haben wir meine Auffassungen dem
amerikanischen Volk auf vielerlei Weise sehr klar dargelegt - durch mein
eigenes Erscheinen vor der Presse, meine Unterrichtung von Gruppen im

- 5 -

�im Weißen Haus, durch die Entsendung von Vertretern für mich nach Iowa.
Ich glaube, meine Standpunkte und die Maßnahmen, die ich getroffen habe,
sind ganz klar zu erkennen gewesen, und mein Auftreten hier in dieser Sendung
beispielsweise bietet Ihnen eine Gelegenheit, mich zu Themen zu befragen,
die für das amerikanische Volk wichtig sind.
FRAGE (Broder):

Einer meiner Kollegen hat die folgende Frage vor

drei Wochen gedruckt, als Sie von der Debatte in Iowa Abstand nahmen,
als Beispiel für eine Frage, die Ihnen hätte gestellt werden können; und
ich möchte diese Frage jetzt stellen.
ANTWORT:

Bitte.

FRAGE (Broder):
Arbeitslosigkeit.
stiegen.

Bei allem Respekt:

wir haben immer noch 5,8 Prozent

Die Inflation ist von 4,8 Prozent auf 13 Prozent ge-

Wir haben noch immer keine tragfähige Energiepolitik.

Truppen sind in Kuba und Afghanistan.

Der Dollar fällt.

Russische

Gold steigt.

Und die Geiseln sich noch immer in Teheran - nach 78 Tagen.

Was also

haben Sie getan, Sir, um sich eine erneute Kandidatur zu verdienen?
ANTWORT: Nun, seit ich im Weißen Haus bin, habe ich alles Erdenkliche
getan, um unseren Staat zu stärken - nicht nur militärisch, sondern
wirtschaftlich und politisch; außerdem, wie ich meine, moralisch und ethisch.
Wir haben unsere Bündnisse mit unseren Verbündeten gestärkt, worauf in
diesem Programm bereits hingewiesen wurde. Wir haben uns mit dem Frieden
auseinandergesetzt - nicht nur für unser Land, sondern auch für andere
Länder, indem wir mit den Briten und Rhodesien, mit den Ägyptern und den
Israelis im Nahen Osten zusammengearbeitet haben.
Wir haben versucht, die amerikanische Freundschaft auf andere
Staaten dieser Erde auszudehnen, wobei wir besonders erfolgreich dabei
waren, unsere Freundschaft mit dem Volk Taiwans aufrechtzuerhalten, während

- 6 -

�während wir eine neue und freundliche Beziehung durch die Anerkennung
eines Viertels der Gesamtbevölkerung der Welt in China eröffneten.
Es gab meiner Meinung nach eine wesentliche Verbesserung in den
Beziehungen unseres Landes mit anderen Staaten - wie dies im Verlauf
kürzlicher Abstimmungen bei den Vereinten Nationen zum Ausdruck kam.
Innenpolitisch habe ich mich mit den Krisen und Problemen der Nation
beschäftigt, so gut ich konnte, und dabei mit einem Kongreß zusammengearbeitet, der manchmal zu langsam handelt. Seit dem ersten Tag im Amt
haben wir die schwerwiegendste innenpolitische Bedrohung unseres Landes und das ist die Inflation, eng verbunden mit Energie - in Angriff genommen.
Seit meinem Amtsantritt ist Energie der alleinentscheidende Faktor
des Anstiegs der Inflationsrate gewesen. Allein in den letzten 12 Monaten
hat die OPEC die Energiepreise um 80 Prozent erhöht. Tatsächlich ist praktisch genommen - der gesamte Anstieg der Inflationsrate, seit ich im
Amt bin, direkt auf die Erhöhung der OPEC-Ölpreise zurückzuführen.
Als ich gewählt wurde, war die ärgste Bedrohung unseres Landes die
extrem hohe Arbeitslosigkeit.

Wir haben einen Nettozuwachs von neun

Millionen Arbeitsplätzen erzielt und die Arbeitslosenrate um 25 Prozent
gesenkt.

Dies war ein sehr guter Schritt zur Stärkung unserer Volks-

wirtschaft.

Wir haben das Defizit in unserer Handelsbilanz verringert.

Wir erleben einen sehr deutlichen Anstieg der Nettoeinkommen der Amerikaner
von ungefähr 7,5 Prozent nach Inflation und Steuern.

Die Unternehmensgewinne

sind um etwa 50 Prozent gestiegen; und ich glaube, daß unsere Nation viel
geschlossener ist und daß es außerdem einen viel größeren Respekt für die
Rechtschaffenheit und Zuverlässigkeit der Regierung unseres Landes gibt.
Wir haben also einigen Fortschritt erzielt.
Ich darf sagen, daß ich nicht behaupte, alle Antworten zu kennen.
Es gibt keine einfachen Fragen zu beantworten.

- 7 -

Es gibt keine einfachen

�einfachen Probleme zu lösen.

Aber unser Land ist geeint.

um eben diese schwierigen und komplizierten Antworten.

Wir kämpfen

Ich bin der Meinung,

daß sie weiter verfolgt werden müssen - hoffentlich in meiner zweiten
Amtsperiode.
FRAGE (Monroe):

Ms. Woodruff?

FRAGE (Ms. Woodruff):

Herr Präsident, Sie sagten kürzlich in einem

Interview, daß die Invasion von Afghanistan Ihre Meinung über die Russen
drastischer geändert habe als irgendetwas sonst, seit Sie im Amt sind.
Warum haben Sie fast drei Jahre gebraucht, um die wahren Absichten der
sowjetischen Führung zu erkennen?
«•

ANTWORT: Ich habe nie an der langfristigen Politik oder den langfristigen Ambitionen der Sowjetunion gezweifelt. Die Tatsache, daß wir
durchweg die Verteidigung unseres Landes gestärkt haben - nach 15 Jahren
des Rückgangs in dieser Verpflichtung zur Verteidigung unseres Landes
gegenüber den Sowjets - ist ein Hinweis darauf. All die Schritte, die
ich vorher beschrieben habe - die Stärkung der NATO, die Bewegung in den
nördlichen Indischen Ozean hinein, die Friedenssuche im Nahen Osten u.s.w. wurden unmittelbar aufgrund der letztlichen Bedrohung des Weltfriedens durch
die Sowjetunion unternommen. Aber es ist offensichtlich, daß die vorliegende Invasion eines vorher blockfreien Landes durch die Sowjets mit
ihren eigenen massiven Truppen eine radikale Abkehr von der Politik oder
den Schritten ist, die die Sowjets seit dem Zweiten Weltkrieg verfolgt
haben. Es ist eine direkte Bedrohung, denn Afghanistan, ehemals ein
Pufferstaat zwischen der Sowjetunion und dem Iran und den Ol Vorräten der
Welt und zwischen der Straße von Hormuz und dem Persischen Golf, ist jetzt
zu einer Art Pfeil geworden, der auf jene entscheidenden strategischen
Regionen der Welt gerichtet ist. Daher ist dies eine bedeutsame Abkehr der
Sowjetunion von ihren vorherigen Unternehmungen.
Die

- 8 -

�Die sowjetische Langzeitpolitik wurde von mir damals und wird auch
weiterhin gut verstanden.
FRAGE (Ms. Woodruff): Und dennoch unternahm Ihre Regierung keinerlei
Schritte, um den gewaltigen Zuwachs kubanischer Truppen in Afrika in den
letzten Jahren aufzuwiegen. Heute sind noch immer sowjetische Kampftruppen
in Kuba trotz Ihrer Erklärung vom letzten Herbst, daß deren Anwesenheit
nicht hinnehmbar sei. übernehmen Sie im Lichte dieser Unterlassung, der
sowjetischen Aggression frühzeitiger entgegenzutreten, Liberhaupt irgendwelche
Verantwortung für die sowjetische Kalkulation, ungestraft in Afghanistan
einmarschieren zu können?
ANTWORT: Nun, die Sowjets haben die Stärke und die Entschlossenheit,
die Einheit und Bestimmtheit unserer eigenen Nation völlig falsch eingeschätzt sowie die Verurteilung, die ihnen durch die Staatengemeinschaft
aufgrund ihrer Invasion Afghanistans zuteil geworden ist. Wie Sie wissen,
marschierten kubanische Truppen in Angola ein, bevor ich Präsident wurde,
und die sowjetische Brigade - etwa 2000 bis 2500 Mann - ist schon seit
den frühen sechziger Jahren auf Kuba. Eindeutig gibt es ein zunehmendes
sowjetisches Risiko am Hörn von Afrika, in Äthiopien. Diese Bewegungen
gaben uns Anlaß zu großen Bedenken.
Aber der Punkt, den ich gern klarstellen würde, ist, daß wir zu
den Sowjets schon immer eine sehr komplizierte Beziehung hatten - gegründet
auf Zusammenarbeit, wenn wir zusammen auf eine friedliche Lösung der
Probleme der Welt zusteuern konnten - wie etwa die Aushandlung des SALTVertrags - und Wettstreit mit der Sowjetunion, wenn unsere Interessen
sich in irgendeiner Region der Welt überschnitten. Ich bin der Ansicht,
daß unsere Stärke deutlich demonstriert wurde. Die Entschlossenheit unserer
Nation wurde deutlich demonstriert. Die Unterstützung unserer Verbündeten
wurde deutlich demonstriert, und die Unterstützung der Welt bei der Verurteilung der kürzlichen Invasion der Sowjets wurde ja auch deutlich

- 9 -

�deutlich demonstriert.
Die Zeiten ändern sich, und die Umstände ändern sich.

Unser Land

hat sich stets der Bewahrung des Friedens verschrieben - aber Frieden durch
Stärke, nicht Schwäche.

Dies war unsere Politik.

Dies wird weiterhin

unsere Politik sein.
FRAGE (Monroe):

Herr Präsident, gibt es irgendeine bestimmte neue

Hoffnung auf ein Ende der Geiselkrise mit dem Iran?
ANTWORT: Ich kann kein frühes Ende dieser Situation voraussagen.
Die Sorgen, die ich mir heute um die Geiseln mache, sind genauso groß,
wie sie vor einem Monat oder vor zwei Monaten waren. Unsere Politik gegenüber der Festhaltung unserer Geiseln durch den Iran ist klar und folgerichtig.
Sie ist eine abscheuliche Verletzung aller moralischen und ethischen
Maßstäbe und des Völkerrechts. Sie ist ein krimineller Akt - eine Gruppe von
Terroristen, Entführern, unterstützt und ermutigt durch Vertreter der
Regierung selbst, ergreifen unschuldige Opfer und halten sie zum Zweck
versuchter Erpressung in noch nie dagewesener Weise fest. Unsere Antwort
war klar: vor allem erstens die kurzfristigen und langfristigen Interessen
unseres Landes zu schützen; zweitens, die Sicherheit und das Leben der
Geiseln selbst zu schützen; drittens, jeden nur möglichen Weg zu verfolgen,
für eine frühe und sichere Freilassung unserer Geiseln; viertens, wenn
möglich, Blutvergießen zu vermeiden, denn ich hatte von Anfang an das
Gefühl, daß das Ergreifen eines militärischen Schrittes oder das Verursachen
von Blutvergießen zweifellos den Tod der Geiseln zur Folge haben würde;
und fünftens - und vielleicht am schwierigsten -, die nachdrückliche
Unterstützung durch die große Mehrheit der Staaten dieser Erde für unsere
Lage als einer schmerzerfüllten Nation zu wecken und zu erhalten, sowie
die Verurteilung des Iran durch die Welt für diese unmittelbare Verletzung
des Völkerrechts. Es ist ein verabscheuungswürdiger Akt.
Ich
- 10 -

�Ich weiß nicht, wann die Geiseln freigelassen werden, aber wir werden
uns auch weiterhin intensiv darum bemühen.

Wir werden unsere Verpflichtung

zum Ausschöpfen aller nur möglichen Mittel aufrechterhalten, um diese
Politik durchzuführen, die ich Ihnen gerade beschrieben habe, und wir werden,
so gut wir können, die volle Unterstützung der übrigen Welt bewahren;
und dieser konzertierte Druck von vielen Seiten - einschließlich der
jüngsten Sanktionen, die wir gegen den Iran eingeleitet haben - wird,
so glaube und hoffe ich und dafür bete ich, die sichere Freilassung unserer
Geiseln zur Folge haben.

Ich kann nicht genau voraussagen, wann.

FRAGE (Monroe): Wie antworten Sie auf die Kritik, Herr Präsident,
daß Ihre Regierung bei der Aufnahme des Schah in diesem Land ziemlich
pfuschte, indem sie der amerikanischen Botschaft im Iran keinen gesicherten
Schutz gewährte, nachdem amerikanische Diplomaten davor gewarnt hatten,
daß es diese Art Unruhe geben könne und daß ja tatsächlich wenige Monate
vorher eine Besetzung der Botschaft stattgefunden hatte?
ANTWORT: Ich habe überhaupt keine Entschuldigung dafür, daß man den
Schah als schwerkranken Menschen hierherkommen ließ
FRAGE (Monroe):
Präsident?

Und was ist mit dem Schutz der Botschaft, Herr

ANTWORT: ... zur Behandlung. Die Botschaft war in der Vergangenheit
angegriffen worden. Botschaften in der ganzen Welt sind oft Angriffen
ausgesetzt. Stets hatten sich die iranischen Behörden mit unseren eigenen
Leuten zusammengetan, um die Botschaft der Vereinigten Staaten zu schützen.
In der Folge der Besetzung der Botschaft vorher im selben Jahr führten wir
ein umfangreiches Programm zur Verstärkung der Verteidigungseinrichtungen
der Botschaft durch. Nachdem der Schah hierher in die Vereinigten Staaten
zur Behandlung kam und wir die iranischen Behörden über diese Tatsache
unterrichtet hatten, wurde uns erneut durch den iranischen Ministerpräsidenten

- 11 -

�Ministerpräsidenten und den iranischen Außenminister versichert, die Botschaft
würde geschützt.

Sie wurde in der Tat etwa 10 Tage lang geschützt; hier-

nach hielt der Ayatollah Khomeini eine überaus aggressive und beleidigende
Rede, und als die Botschaft von militanten Terroristen angegriffen wurde,
entzogen ihr die Iraner, die iranische Regierung, ihren Schutz. Es war
ein unvorhersehbares Ereignis. Soviel ich weiß, hat es das in der modernen
Geschichte noch nie gegeben, daß eine Regierung einen terroristischen Akt
dieser Art, das Entführen von Geiseln und ihr Festhalten zum Zweck versuchter
Erpressung, unterstützt.
Aber es blieb nichts unversucht, die Beziehungen mit dem Iran aufrechtzuerhalten, was unserem Interesse und gleichzeitig dem Schutz unserer
Mitbürger dient.
FRAGE (Monroe):

Mr. Rowan?

FRAGE (Rowan): Herr Präsident, einige unserer Verbündeten sagen jetzt,
daß im Iran bereits das Chaos herrscht und daß dieses Land, sollten die
Vereinigten Staaten die Wirtschaftsschrauben anziehen, auseinanderfallen
könnte und es der Sowjetunion leichtgemacht würde, die Teile aufzuheben.
Hören Sie darauf oder wollen Sie dem Iran noch immer Daumenschrauben anlegen?
ANTWORT:

Ich habe darüber immer nachgedacht, Mr. Rowan. \

Was wir wollen, ist ein geeinter Iran, kein zertrümmerter. Wir wollen
einen stabilen und unabhängigen Iran, und wir wollen einen sicheren Iran.
Aber wir können den abscheulichen Akt nicht akzeptieren, daß die Terroristen,
unterstützt durch die iranischen Behörden, Amerikaner als Geiseln festhalten. Wir haben uns entschlossen, Schritte gegen den Iran zu unternehmen,
um mit der Präsenz unserer Seestreitkräfte Verletzungen unserer Geiseln
zu verhüten und um zweitens mit einem zunehmenden Maß an Strenge Sanktionen

�Sanktionen gegen den Iran durchzuführen, die sie zur Freilassung der
Geiseln veranlassen könnte.
Durch die sowjetische Invasion Afghanistans wurde in den letzten
Wochen offensichtlich ein neues Element in die iranische Geiselkrise eingebracht.

Meine Überzeugung ist, daß viele der verantwortlichen Stellen

im Iran jetzt sehen, daß diese große Bedrohung der Sicherheit und des Friedens
des Iran jetzt an erster Stelle steht und daß es ihrerseits eine zusätzliche
Anstrengung zur Sicherung der Freilassung der Geiseln und zur Beseitigung
der Isolierung des Iran von der übrigen zivilisierten Welt geben wird.
Aber ich glaube, daß unsere Schritte wohlüberlegt sind. Wir haben
alle nur mögliche Vorsicht walten lassen hinsichtlich der von Ihnen beschriebenen
Möglichkeit. Und meinem Urteil nach ist es für den Iran jetzt das Beste,
die Geiseln freizulassen, Genugtuung für ihre behaupteten Klagen vor
internationalen Foren und den Gerichtshöfen der einzelnen Länder zu suchen
und damit anzufangen, sich selbst gegen eine mögliche Bedrohung durch die
Sowjets zu wappnen, die jetzt gegen sie in Afghanistan gerichtet ist.
FRAGE (Broder):

Sind Sie, Herr Präsident, im Hinblick auf das, was

Sie eben sagten, bereit, eine Verzögerung oder einen Aufschub der Verhängung
wirtschaftlicher Sanktionen gegen den Iran zu akzeptieren?
ANTWORT: Nein, diese Sanktionen werden von uns einseitig verfolgt
werden, und soviele unserer Verbündeten, wie zustimmen, werden sich anschließen. Wir haben bei der Verhängung von Sanktionen gegen den Iran
eine sehr akzeptable Unterstützung bei unseren Verbündeten gefunden, und
wir haben eine überwältigende Unterstützung bei dem Internationalen Gerichtshof
und bei den Vereinten Nationen von vielen Ländern gefunden, die diese
Situation verfolgt haben. Ich werde daher die Verhängung von Sanktionen
nicht verschieben.
FRAGE

- 13 -

�FRAGE (Woodruff):

Herr Präsident, im Jahre 1976 haben Sie die

Republikaner wegen eines, wie Sie es nannten, "Index der Misere" von rund
13 Prozent gescholten.
gestiegen.

Dieser Index der Misere ist jetzt auf 19 Prozent

Was halten Sie heute davon?

ANTWORT:

Natürlich, wenn sich ein Land im Zustand der Krise befindet,

dann ist man zutiefst davon befangen und besorgt darüber, daß unschuldige
Amerikaner festgehalten werden, daß eine anerkannte Bedrohung des Weltfriedens durch eine sowjetische Invasion in Afghanistan existiert, daß
eine hohe Inflation herrscht, die nach meiner Meinung durch ungerechtfertigte
Erhöhungen der ölpreise verursacht wird - das nimmt die Gedanken der
Amerikaner gefangen.

Wir ergreifen, wie ich in dieser Sendung und bereits

früher dargelegt habe, Maßnahmen, um diese Besorgnisse zu zerstreuen,
und ich bin überzeugt, daß die Einheit Amerikas über allem steht.

Ich bin

überzeugt, daß die Zukunft bessere Aussichten für die Behebung dieser
Spannungen bieten wird.
Monroe:

Ich danke Ihnen, Herr Präsident, daß Sie heute in dieser

Sendung Meet the Press zugegen waren.

�3

Dokumentation

zi pfiMfi

International Communication Agency
Embassy of the United States of America
23. Januar 1980

SCHREIBEN PRÄSIDENT CARTERS AN DAS OLYMPISCHE KOMITEE DER USA
- Wortlaut -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Jimmy Carter hat am 20. Januar 1980 in einem
Schreiben an den Präsidenten des Olympischen Komitees der USA, Robert Kane, zu
einem Boykott der olympischen Sommerspiele 1980 in Moskau aufgerufen, falls die
Sowjetunion nicht innerhalb eines Monats ihre Truppen aus Afghanistan zurückgezogen hat.

Das Schreiben Präsident Carters hat folgenden Wortlaut:

Als Präsident dieses Landes und als Ehrenpräsident des Olympischen Komitees
der Vereinigten Staaten schreibe ich Ihnen heute, um Ihnen meine Ansichten hinsichtlich der XXII Olympischen Spiele mitzuteilen,, die

in

diesem

Sommer in Moskau abgehalten werden sollen.

Ich sehe in der sowjetischen Invasion und der versuchten Unterdrückung
Afghanistans eine ernste Verletzung des Völkerrechts und eine überaus ernste
Bedrohung des Weltfriedens.

Diese Invasion ist ebenso eine Gefahr für die be-

nachbarten unabhängigen Länder sowie für den Zugang zu einem wesentlichen Teil
der ölvorräte der Welt.

Sie bedroht daher unsere nationale Sicherheit wie

auch die Sicherheit dieses Gebietes und der gesamten Welt.
Wir

Postfach 20 03 00
D5300 Bonn 2

Tel: 02221-89 32 40
Telex: 08-85432

�Wir müssen der Sowjetunion klar vor Augen führen, daß sie eine unabhängige
Nation nicht einfach niedertrampeln und sich gleichzeitig gegenüber der übrigen Welt so verhalten kann, als wäre nichts geschehen.

Wir müssen klarstellen,

daß sie für derartige Aggressionen einen hohen wirtschaftlichen und politischen
Preis bezahlen muß.

Deshalb habe ich die schweren wirtschaftlichen Maßnahmen

angeordnet, die am 4. Januar verkündet wurden, und deshalb unterstützen andere
freie Länder diese Schritte.

Deshalb hat auch die Vollversammlung der Verein-

ten Nationen mit der überwältigenden Mehrheit von 104 zu 18 Stimmen die Invasion verurteilt und den sofortigen Abzug der sowjetischen Truppen gefordert.
Ich möchte meine eigene persönliche Verpflichtung gegenüber den Grundsätzen
und Zielsetzungen der olympischen Bewegung noch einmal bekräftigen.

Ich bin

der Ansicht, daß es wünschenswert ist, Regierungspolitik aus den Olympischen
Spielen herauszuhalten - aber hier steht viel mehr auf dem Spiel.
In der Sowjetunion stellen internationale Sportwettbewerbe an sich schon
einen Aspekt der sowjetischen Regierungspolitik dar, wie dies auch bei der Entscheidung, in Afghanistan einzufallen, der Fall ist.

Der Leiter des Moskauer

Olympischen Organisationskomitees ist ein hoher sowjetischer Regierungsvertreter.
Die sowjetische Regierung mißt der Abhaltung der Olympischen Spiele 1980
in Moskau enorme politische Bedeutung bei, und sollte die Olympiade wegen der
sowjetischen militärischen Aggression in Afghanistan nicht in Moskau abgehalten
werden, dann kann dieses machtvolle Signal der Empörung der Welt dem sowjetischen
Volk nicht vorenthalten werden; es würdein aller Welt widerhallen. Vielleicht
wird es vor zukünftigen Aggressionen abschrecken.
Ich fordere daher das Olympische Komitee der USA auf zusammen mit anderen
Nationalen Olympischen Komitees das Internationale Olympische Komitee davon
in Kenntnis zu setzen, daß Moskau ein ungeeigneter Ort für ein sportliches Fest
wäre, auf dem Frieden und guter Wille gefeiert wird, sollten die sowjetischen
Truppen nicht in vollem Umfange innerhalb des nächsten Monats aus Afghanistan

�Afghanistan abgezogen worden sein.

Sollte die Sowjetunion ihre Truppen in

dem oben genannten Zeitraum nicht abgezogen haben, fordere ich das Olympische
Komitee der USA auf, vorzuschlagen, die Spiele entweder an einen anderen
Ort, wie Montreal, oder an mehrere andere Orte zu verlegen oder sie für dieses
Jahr abzusagen.

Sollte das Internationale Olympische Komitee einen solchen

Vorschlag des Olympischen Komitees der USA zurückweisen, dann fordere ich das
Olympische Komitee der USA sowie die Olympischen Komitees anderer gleichgesinnter Länder auf, sich nicht an den Moskauer Spielen zu beteiligen.
solchen Fall und falls geeignete Vorkehrungen

In einem

getroffen werden können, spreche

ich mich dafür aus, daß diese Länder alternative eigene Spiele an einem anderen
Ort oder an anderen Orten in diesem Sommer durchführen.

Die Regierung der Ver-

einigten Staaten ist bereit, allen solchen Bemühungen ihre volle Unterstützung
zu gewähren.
Aus Ihrem Schreiben an mich und Ihrem Zusammentreffen mit Außenminister
Vance sowie mit Lloyd Cutler weiß ich um Ihre tiefe Sorge um die Männer und
Frauen in aller Welt, die sich unermüdlich in der Hoffnung auf eine Beteiligung
auf die Olympischen Spiele 1980 vorbereitet haben.

Ich teile Ihre Sorge.

Ich

würde die Beteiligung von Sportlern aus der gesamten Welt an Olympischen Sommerspielen oder anderen Spielen in diesem Sommer außerhalb der Sowjetunion unterstützen, genauso wie ich die Sportler aus der gesamten Welt in Lake Placid
anläßlich der Olympischen Winterspiele begrüße.
Ich hege tiefste Bewunderung und tiefsten Respekt für die Sportler und
ihrem Streben nach großen Leistungen. Niemand versteht besser als sie die Bedeutung von Opfern zur Erreichung erstrebenswerter Ziele. Es gibt aber kein
Ziel von größerer Bedeutung als das Ziel, um das es hier geht: Die Sicherheit
unseres Landes und den Frieden der Welt.
Ich fordere das Internationale Olympische Komitee ferner auf, einen weiteren Schritt zur Beseitigung zukünftiger politischer Konkurrenz unter den Ländern zu ergreifen, die sich um die Ausrichtung Olympischer Spiele bemühen.
Daher rufe ich alle Nationen auf, sich bei der Unterstützung eines permanenten
- 3 -

�permanenten Austragungsortes für die Olympischen Sommerspiele in Griechenland
zusammenzuschließen und einen entsprechenden ständigen Austragungsort für die
Winterolympiade zu suchen.
Der Weg, den zu beschreiten ich hier fordere, ist notwendig, um den Frieden der Welt in dieser kritischen Zeit sichern zu helfen.

Die wichtigste Auf-

gabe für die führenden Persönlichkeiten der Welt - öffentliche wie private ist es, vor einer Aggression abzuschrecken und den Krieg zu verhindern. Aggressionen zerstören die internationale Freundschaft und den guten Willen, die die
Olympische Bewegung zu fördern sucht.

Wenn es unsere Antwort auf eine Aggres-

sion ist, den internationalen Sport, als sei nichts geschehen, in der Hauptstadt
des Aggressors weiter zu betreiben, dann werden andere Maßnahmen zur Abschreckung
vor einer Aggression unterminiert.
Der Geist und die Zukunft der Spiele hängen zum gegenwärtigen Zeitpunkt
von mutigen und entschlossenen Aktionen ab. Ich ersuche Sie um Ihre Unterstützung und Ihre Hilfe bei der Mobilisierung der Unterstützung anderer
Olympischer Komitees in aller Welt.

+ + + + +

�Dokumentation
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

23. Januar 1980

REDE DES US-BOTSCHAFTERS BEI DER EG IN BRÜSSEL:
- Wir rechnen mit der Unterstützung Europas -

BRÜSSEL - (AD) - Der amerikanische Botschafter bei den Europäischen
Gemeinschaften in Brüssel, Thomas C. Enders, hat am 16. Januar 1980 vor dem
American and Common Market Club die Haltung der Vereinigten Staaten zu den
gegenwärtigen weltpolitischen Problemen dargelegt und darauf hingewiesen, daß
Amerika mit der Unterstützung Europas rechne.
Die Rede von Botschafter Enders hat folgenden Wortlaut:
Niemand, der die heutigen Aussichten mit denen zu Beginn der siebziger
Jahre vergleicht, wird übersehen können, wieviel gefährlicher die Welt heute
geworden ist.
Afghanistan wird zu einer erneuten Bewährungsprobe dafür, wie gut wir
die größte Lehre des zwanzigsten Jahrhunderts begriffen haben - daß nämlich,
wie Präsident Carter es dieser Tage ausgedrückt hat, die Aggression, wenn man
ihr nicht entgegentritt, zu einer ansteckenden Krankheit wird.
Der

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Tel: 02221-89 3 2 4 0
Telex:08-85432

�Der Iran ist zur Bewährungsprobe unserer Fähigkeit geworden, gemeinsam
zu handeln - klug, nicht aggressiv, aber fest - um eines der Fundamente der
politischen Zivilisation zu schützen:

die Unverletzlichkeit ausländischer

Vertretungen.
Ich glaube, wir sind uns auch alle bewußt, daß die Mittel, die uns zur
Verfügung stehen, um diese Ereignisse zu meistern, nicht so mächtig sind wie
zu Beginn der siebziger Jahre.
deten ist geringer.

Die relative militärische Stärke der Verbün-

Wir sind weniger zuversichtlich, daß wir in der Lage sei-

en, die inflationären Prozesse, deren Opfer wir alle sind,zu meistern, ja überhaupt nur richtig zu begreifen.

Wir fangen erst an, uns wirklich über die ge-

waltigen Veränderungen klar zu werden, die die Energiekrise von uns fordert.
Und vor allem, unsere Gesellschaften scheinen uns heute komplexer und zerstrittener denn je.

Es scheint sehr viel mühsamer, eine Übereinstimmung über

Ziele und Maßnahmen zu erreichen.

Wir machen uns Sorgen darüber, daß wir we-

niger anpassungsfähig seien.
Keines dieser Anliegen und Besorgnisse wird sich in allzu naher Zukunft
allzu sehr ändern.
Die Gefahren von außen dürften mit dem aggressiven Expansionismus der
Sowjetunion, den Umwälzungen im Islam

und der Agonie der kleinen indochine-

sischen Staaten sicherlich noch bedrohlicher geworden sein.
Ebenso wenig sind für unsere großen innenpolitischen Probleme Durchbrüche
in Sicht. Man kann wohl Wetten darauf abschließen, daß niemand in seinem Innern eine Idee zur Lösung des Inflationsproblems nährt, die mit der Entdeckung
von Keynes hinsichtlich der Arbeitslosigkeit vergleichbar wäre. Keine neuen
Erdölfelder, und seien sie noch so groß, werden wahrscheinlich die Verhältnisse
auf den ölmärkten auf sehr lange Zeit sehr wesentlich ändern. Und es wäre unrealistisch, wollte man erwarten, daß wir mit Hilfe eines "Sesam-öffne-dich"
einen Abkürzungsweg durch die üblichen, oft fürchterlich verschlungenen Pfade
der Angleichung auseinandergehender Auffassungen finden werden, die das Wesen
der Demokratie in Amerika und Europa ausmachen.
Wenn
- 2 -

�Wenn wir es besser machen wollen als im vorigen Jahrzehnt, ja, selbst
wenn wir es auch nur halbwegs so gut machen wollen, dann werden wir ein neues
Element einbringen müssen.

Wir müssen die Frage irgendwie anders stellen.

Dieses neue Element kann - wie mir scheint - nur sein, was wir noch
stärker zusammen tun können.

Ich glaube, wenn wir das kommende Jahrzehnt be-

greifen wollen, dann ist es tatsächlich von fundamentaler Bedeutung, daß wir
einsehen, daß keiner von uns, weder Europäer noch Amerikaner, Erfolg haben
wird, wenn

wir nicht eine seit der unmittelbaren Nachkriegszeit beispiellose

Anstrengung zur Zusammenarbeit unternehmen.
Das gilt eindeutig bezüglich der Geiseln, die in Teheran festgehalten
werden - unter Verletzung jeden Rechts, unter Mißachtung des Willens fast aller
Staaten und Völker, wider jede Regel der Zivilisation. Seit Beginn der Krise
hat sich ein überaus enges und unterstützendes Handeln unter uns abgezeichnet.
Während dieser Wochen konnte Amerika wirklich auf Europa zählen. Dieses lange Leiden tritt jetzt in eine neue, schwierigere,potentiell entscheidende
Phase, in der unsere Solidarität von entscheidender Bedeutung sein kann. Wir
rechnen weiterhin mit der Unterstützung Europas.
Im Falle der sowjetischen Invasion in Afghanistan hat die Europäische
Gemeinschaft nachhaltig auf die amerikanische Getreide-Entscheidung reagiert
und versprochen, die amerikanischen Nahrungsmittel lieferungen in die UdSSR
weder direkt noch indirekt zu ersetzen. Wir müssen uns heute fragen, ob es
klug ist, wenn wir der UdSSR helfen, ihre eigene Stärke aufzubauen, indem wir
hochtechnologische Güter liefern, die möglicherweise militärisch genutzt werden
können - wenn diese Stärke so gewalttätig und unvorhersehbar angewandt wird
wie jetzt in Afghanistan. Und ist es wirklich sinnvoll, der UdSSR bevorzugte
oder von der Regierung garantierte Kredite einzuräumen? Warum sollten die
Sowjets nicht zu den gleichen Bedingungen kaufen müssen wie andere entwickelte
Länder?
Aber es geht nicht nur um die Probleme jenseits unserer Grenzen, sondern
auch um die Probleme innerhalb unserer Grenzen, deren Lösung in den achtziger

�achtziger Jahren eine außerordentliche Anstrengung der Zusammenarbeit erfordern wird.
Denken wir nur an die Energie.

Wir haben den zweiten Ölschock noch nicht

verdaut, und es liegt bereits auf der Hand, daß wir in den nächsten Jahren von
einigen weiteren ölschocks getroffen werden können.
derartige Versorgungsstörungen geben wie im Iran.

Es kann durchaus weitere
Und selbst, wenn das nicht

der Fall ist, so ist der geplante Ausbau der OPEC- und Nicht-OPEC-Ölquellen
in diesem Jahrzehnt nicht ausreichend, um das Ausmaß an Wachstum zu erreichen,
das die Industriestaaten zu erreichen hoffen - ohne daß wir bei der Nutzung
von Energie eine wesentlich größere Effizienz erzielen.

Und in dem Maße, in

dem die Preise mit jedem Schock nach oben schießen, könnte mancher Produzent
seine Förderung senken, denn er könnte mehr an der Erhaltung seiner Vorkommen
als an der Anhäufung von Geld interessiert sein.
über ihr gegenwärtiges Niveau steigen.
wogen kommen.

Die ülpreise könnten weit

Es könnte zu gewaltigen neuen Inflations-

Die OPEC-Überschüsse könnten ins Unermeßliche wachsen.

Im in-

ternationalen Währungssystem könnten tiefgreifende Turbulenzen auftreten.
Das alles wäre möglich, selbst wenn das OPEC-Kartell in der gegenwärtigen
Uneinigkeit verharrt.

Es gibt Grund zu der Annahme, daß das Kartell bisher

nur eine wesentliche Auswirkung auf den ölmarkt gehabt hat, nämlich eine Untergrenze für die Preise zu schaffen, nachdem sie durch Verknappung der Lieferungen wie 1973/74 und erneut im vorigen Jahr in die Höhe getrieben worden waren.
In den achtziger Jahren müssen Europa und die Vereinigten Staaten zweierlei tun:
Erstens müssen wir mit den Schocks fertigwerden, damit ihre gewaltigen
aber potentiell kurzfristigen Preisauswirkungen nicht Einzug in das System
finden.

Dies ist uns 1973/74 nicht gelungen.

Damals wurden dem Angebot ein

halbes Jahr lang mehrere Millionen Barrel pro Tag entzogen.

Als sich die La-

ge wieder normalisierte, zahlten wir für dasselbe öl viermal so viel.

Dies

taten wir 1979 erneut vergeblich, als wir ein paar Millionen Barrel pro Tag
verloren, aber Saudiarabien und andere Länder dies mehr als wettmachten.
- 4 -

Und

�Und jetzt bezahlen wir 100 Prozent mehr für eine Gesamt-ÖlVersorgung, die
genau denselben Umfang hat wie vor der Krise.

Zweitens müssen wir über die Langzeittrends des Marktes hinausgreifen,
müssen von Reaktion auf Initiative übergehen, so daß unsere langfristigen Einsparungs- und Produktionsentscheidungen frühzeitig getroffen werden und dadurch diese - und nicht die Verfügbarkeit des OPEC-Öls - die Spielregeln bestimmen.

Wir müssen mehr tun.

Ein klarer Befehl?

Aber wir müssen es sicherlich schneller tun.

Ja, das ist es.

Umso mehr als die Europäer und die

Amerikaner gegenseitig ihre Leistungen kritisch betrachten.
gen,

Die Europäer sa-

die Amerikaner verschwendeten Energie mit ihren großen Autos und ihren

klimatisierten Häusern und allen ihren energieverschlingenden Maschinen.

Tat-

sächlich zeigt der genaueste Maßstab - Energieverbrauch pro Einheit des Binnensozialprodukts - einen kleineren Unterschied, als man denken würde.

Auf dieser

Skala benötigen die Vereinigten Staaten ein Drittel mehr Energie als die Bundesrepublik Deutschland, Großbritannien oder Italien, um eine Einheit des
Binnensozialproduktes herzustellen.

Aber sicher haben die Europäer recht,

wenn sie sagen, daß es in den Vereinigten Staaten mehr Langzeitmöglichkeiten
zur Einsparung und für neue Energieproduktion gibt als in Europa.

Die Amerikaner wiederum sagen, daß die Europäer nicht sehr hilfreich
sind, wenn es darum geht, mit dem ölschock fertigzuwerden - wie etwa 1979.
Nimmt man die Länder der Gemeinschaft zusammen, so haben sie tatsächlich ihren
Verbrauch um 10 Millionen Tonnen erhöht.

Es ist richtig, daß die amerikanische

Wirtschaft in diesem Zeitraum langsamer wuchs als die europäische.

Aber sogar

wenn man dies in Rechnung stellt, bleibt die Schlußfolgerung bestehen, daß erhöhte Gemeinschaftsimporte die amerikanische Anstrengung aufgehoben haben.

Tatsache ist, daß Nordamerika aufgrund des größten Potentials zu Einsparung und neuem Angebot eine besondere Verantwortung hat, zum langfristigen
Energiegleichgewicht beizutragen - in seinem eigenen Interessen wie im Allgemeininteresse.
Genau
- 5-

�Genau dies tun die Vereinigten Staaten, Seit 1973 ist der Gesamtenergieverbrauch nur um etwa ein Drittel des Bruttosozialprodukts gestiegen.

1979

unternahmen die Amerikaner einen großen Schritt in die Richtung, das Wirtschaftswachstum vom Ölverbrauch abzukoppeln, als der Verbrauch tatsächlich um 2,5 Prozent sank, während das Wirtschaftswachstum 2 Prozent betrug.

Die Vereinigten

Staaten erhöhen die Inlandsenergiepreise, die lang niedriger als die in Europa
waren, rascher als dort. Sie starten ein umfangreiches neues Programm für
synthetische Brennstoffe und schaffen sich die Mittel, die gesetzgeberischen
Hindernisse bei neuen Energieprojekten zu überwinden.

Die letzten beiden Maß-

nahmen durchlaufen gerade die letzte Etappe der Zustimmung im Kongreß.

Der

nächste Kongreß muß - und wird - breitangelegte neue Energiemaßnahmen verabschieden.
Aber in einer Krise, wenn rasch wirkende Maßnahmen benötigt werden, müssen alle beisteuern, oder die Anstrengung wird fehlschlagen - wie im letzten
Jahr.
Im Dezember führten die Internationale Energieagentur und die Europäische
Gemeinschaft eng koordinierte Mechanismen ein, um die Nachfrage in angespannten
Marktsituationen dem Angebot anzupassen,, Es ist entscheidend, daß wir sie zur
Wirkung bringen, wenn uns der nächste Schlag trifft. Tatsächlich werden wir
ohne einen effektiven Mechanismus dieser Art den Ereignissen in diesem Jahrzehnt gnadenlos ausgeliefert sein. Offensichtlich ist es für alle von uns politisch einfacher, den Schock einfach abzuwarten - und dann auf die OPEC loszurennen. Aber die sozialen und wirtschaftlichen Kosten der Untätigkeit unsererseits - hinsichtlich Inflation, Zahlungsbilanzabflüsse, Arbeitslosigkeit sind sehr hoch. Wir werden sie nicht mehr viel öfters zahlen können.
Lassen Sie mich zweitens zum Geld Stellung nehmen. Die meiste Zeit der
Nachkriegsperiode und fast überall auf der Welt war der Dollar die vorherrschende internationale Wertanlage und machte nie weniger als vier Fünftel der Währungsreserven der Welt aus. Und er war ein viel stabileres Instrument als oft
erkannt wird. Aber gegen Ende der sechziger Jahre nahm sein Wert gegenüber
anderen Währungen allmählich ab. Anfang der siebziger Jahre gab es eine Ab-

�Abwertung von insgesamt 17 Prozent.

Seit dem März 1973 sank der Wert des

Dollar gegenüber fast allen europäischen Währungen und dem Yen, stieg jedoch
gegenüber Großbritannien, Italien und Kanada.

Bewertet man ihn durch Handel,

so hat er seinen Wert gegen andere Währungen als Gruppe behalten.

Die Vereinig-

ten Staaten sind entschlossen, diese Funktion zu erhalten,und werden die hierzu
notwendigen internationalen und nationalen Schritte ergreifen.

Wir bewiesen

dies im November 1978 und erneut im Oktober letzten Jahres.
Aber wir wissen, daß es in diesem Jahrzehnt ungeheuren Druck auf das Weltwährungssystem geben kann:
- Die OPEC könnte gewaltige Währungsbestände aufhäufen - viel größer,als
manche Länder überhaupt aufnehmen möchten.
- Manche Entwicklungsländer, tiefverschuldet, könnten Schwierigkeiten haben, ihren Verpflichtungen nachzukommen.
- Manche Dollarbesitzer könnten den Wunsch hegen, ihre Vermögenswerte
zu diversifizieren, aber solange es keine wesentlichen Änderungen gibt, könnten
potentielle Reserveländer es nur ungern sehen, wie ihre Währung in größerem
Umfang als Reserve benutzt wird.
- Das Fehlen eines Mechanismus zur Kontrolle der geschaffenen internationalen Liquiditätsmengen könnte Fragen über die Stabilität des Systems aufkommen
lassen. Eindeutig ist die Zeit gekommen, da der Stabilität des Systems dadurch am besten gedient würde, daß man sich in. zunehmendem Maß auf eine einzige,
international geschaffene und verwaltete Reserveeinheit stützt.
Der Internationale Währungsfonds hat bereits die ersten Schritte in diese Richtung unternommen, indem er die Sonderziehungsrechte geschaffen, sie zur
grundlegenden Rechnungseinheit und in größerem Umfang verwendbar gemacht hat.
Der nächste Schritt wird sein, ein Mittel zu schaffen, durch dessen Hilfe
Reserven an Dollar und vielleicht anderen Währungen in Reserven an Sonder- 7 -

�Sonderziehungsrechten konvertiert werden könnten.

Verhandlungen über einen

solchen Mechanismus - Substitionskonto genannt - sind jetzt im Gange.
Den Schritten zur Verbesserung unserer weltweiten internationalen Währungsvereinbarungen entsprechen die Anstrengungen zur Stärkung der Währungsvereinbarungen in Europa.
Das Europäische Währungssystem kann zu einer größeren Stabilität des Gesamtsystems beitragen, teilweise durch die Wechselkursvereinbarungen und - noch
wichtiger - durch die Koordinierung der nationalen Politiken.
Es ist noch unbekannt, wie weit die Gemeinschaft bei der Institutionalisierung der neuen europäischen Währungseinheit in der zweiten Phase des Europäischen Währungssystems gehen wird und ob sie eine stärkere Verwendung ihrer
neuen Währungseinheit, des ECU, erlauben oder vielleicht dazu ermutigen wird.
Sollte dies der Fall sein, so könnte der ECU eine zusätzliche Möglichkeit für
die weltweite Kreditgewährung sein, ohne auf nationale Währungen zurückzugreifen,
da viele Mitglieder der Gemeinschaft nur ungern sehen, daß diese in eine Reserverolle gedrängt werden.

Dies wäre eine vielversprechende Entwicklung.

Drittens gibt es die Frage des Handels. Wir dürfen nie vergessen, daß
eine der wesentlichsten Ursachen dafür, daß die Geschichte nach dem Zweiten
Weltkrieg in einer Richtung verlief, die so verschieden von jener nach dem
Ersten Weltkrieg war, die Entwicklung des internationalen Handels gewesen ist.
Der Handel war die große Wachstumsindustrie der letzten 30 Jahre, die ständig
die Leistung des Inlandsmarktes bei weitem übertraf. Dies ist nicht von selbst
geschehen, sondern ist das Ergebnis einer bemerkenswerten, anhaltenden Anstrengung, die Zölle zu senken und andere Beschränkungen zu begrenzen; beide - die
Gemeinschaft und die Vereinigten Staaten - spielten dabei eine führende Rolle.
Die Hoffnung auf Wohlstand in diesem Jahrzehnt wird viel geringer sein, wenn
wir nicht in der Lage sind, das Handelssystem weiterhin offen zu halten.
Wie Sie wissen, trat am 1. Januar die erste bedeutsame Revision der internationalen Handelsregelungen seit kurz nach dem Krieg in Kraft.

Diese neuen

�neuen Regeln sind zusammen mit den umfangreichen Zoll Senkungen, die gleichzeitig
ausgehandelt wurden, eine wesentliche Leistung für die internationale Gemeinschaft.

Jetzt treten wir in die heikelste Phase ein.

Die Eindrücke und die

Signale

der kommenden Monate können leicht das Handelsklima des Jahrzehnts

festlegen.

Diejenigen, die bei ihrem Handel Grund zur Klage hatten, werden ohne Zweifel sehen wollen, ob die neuen Regeln ihnen bessere Chancen für eine Abhilfe
geben, als dies bei den alten der Fall war.

Dies ist nur allzu natürlich, und

man sollte ihren Klagen Gehör verschaffen.

Gleichzeitig sollten wir diese neuen Werkzeuge behutsam einsetzen, damit
sie gestärkt werden und sichergestellt wird, daß sie nicht in unserer Hand
zerbrechen.

Es ist unvermeidlich, daß es Meinungsverschiedenheiten bei der Interpretation der Abkommen geben wird.

Ebenso unvermeidlich ist es, daß es auf beiden

Seiten ein paar Fälle geben wird, wo einige limitierte ad-hoc-Maßnahmen unumgänglich sind.

Aber es gibt zwischen der Gemeinschaft und den Vereinigten Staa-

ten auf dem Handelssektor eine vorzügliche Kommunikation.

Wir sollten uns ihrer

bedienen, um einander zu konsultieren, bevor wir handeln.

Wo immer es nötig

und möglich ist, sollten wir unsere Konsultationen dazu nützen, Meinungsverschiedenheiten beizulegen.

Dies wird der Weg sein, den die Vereinigten Staaten

gehen.

Gestatten Sie mir viertens, daß ich mich kurz Verteidigungsfragen zuwende.
Wir sind uns heute alle stärker der neuen Bedrohungen unserer Sicherheit durch
die außerordentlichen und anhaltenden Anstrengungen der UdSSR bewußt, die militärische Überlegenheit zu erringen.

Die meisten der Verbündeten unternehmen

bereits umfassendere Verteidigungsanstrengungen, und niemand vermag den Zeitpunkt vorauszusehen, von dem an wir weniger tun können.

Während wir in den

siebziger Jahren Ressourcen vom Verteidigungsbereich auf den zivilen Bereich
umdirigieren konnten, besteht diese Option heute für uns nicht mehr.
ten in der Tat gezwungen sein, das Gegenteil zu tun.
- 9 -

...

Wir könn-

�Wir alle haben, was unsere Gesellschaft angeht,viele unerledigte Aufgaben
anstehen:

die berechtigten Ansprüche auf bessere Wohnverhältnisse, bessere

Gesundheitsfürsorge, eine bessere Umwelt, besseren Schutz vor Arbeitslosigkeit
und eine bessere Erziehung.

Um diesen und den Sicherheitserfordernissen ge-

recht werden zu können, müssen wir lernen, die auf die Verteidigung zu verwendenden Ressourcen so wirksam wie nur möglich zu nutzen.
Es sind bereits langfristige Anstrengungen im Gange, unnötige Parallelvorhaben zu eliminieren und die Zusammenarbeit in der Entwicklung und Produktion
von Rüstungsgütern zu verbessern.

Sicherlich besteht auf manchen Gebieten ein

gesunder Wettbewerb zwischen mehreren qualifizierten Lieferfirmen auf beiden
Seiten des Atlantik.

Es gibt allzu oft weitgehende Überlappungen, wenn mehrere

Länder ihre eigenen Systeme auf im wesentlichen exklusiver Basis in kleinen Serien bei hohen Kosten und geringer Effizienz produzieren, und es gibt auch
Fälle der Marktbeherrschung durch eine einzige (häufig amerikanische) Lieferfirma - oder beides.

Europa und Amerika sind der Sowjetunion hinsichtlich ihrer

industriellen Stärke weit überlegen; es ist aber keineswegs sicher, daß wir
diese Fähigkeit so weitgehend oder so gut ausnutzen, wie wir dies könnten.
Um Fälle von Ineffektivität zu beseitigen, geht die NATO drei Wege.
Erstens auf dem Gebiet der Entwicklung: Die NATO faßt neue Waffen wie beispielsweise die Kurz- und Mittelstrecken-Luft-Luft-Raketen, zu"Familien" zusammen. Auf diese Weise wird von vornherein vereinbart, welcher Typ aus einer solchen Waffenfamilie - beispielsweise welche Luft-Luft-Rakete - von Nordamerika
und welcher Typ von Europa entwickelt werden soll. Zweitens auf dem Gebiet der
Produktion: Die NATO ermutigt zur Einrichtung "paralleler" Fertigungsstraßen
auf beiden Seiten des Atlantik, um der Neigung entgegenzuwirken, die gleichen
Waffen immer wieder "neu" zu erfinden. Drittens führen die Vereinigten Staaten
Verhandlungen mit dem Ziel, zu gemeinsamen Absprachen bezüglich der für die Gesamtverteidigung erforderlichen Beschaffungskäufe zu gelangen, um Vorschriften
zur Bevorzugung "heimischer" Anbieter zu eliminieren und die Beurteilung von
Waffen nach ihren Leistungen zu erleichtern. Die Bündnismitglieder erproben
dieses Konzept einer verbesserten transatlantischen Zusammenarbeit in der
Rüstungsproduktion gegenwärtig an ersten Beispielen und haben damit inzwischen

�inzwischen vielversprechende erste Ergebnisse erzielt.

Vielleicht läßt sich

hier - wie auf anderen Gebieten - eine europäische Lösung finden, die mit einer
umfassenderen transatlantischen Lösung vereinbar ist.

Ich möchte damit keineswegs sagen, daß sich Anstrengungen im eigenen Land
durch die internationale Kooperation ersetzen lassen.

Keine internationale An-

strengung kann den Mangel an Willenskraft im eigenen Lande kompensieren.

Und

ich will auch nicht sagen, eine Forderung müsse allein schon deshalb als gültig
betrachtet und befolgt werden, weil es sich um eine Forderung nach Zusammenarbeit handelt.

Das wäre Unsinn.

Sicherlich aber sind Kräfte in der Welt am Werk, die keiner von uns für
sich allein unter Kontrolle bringen kann.

Die Erfahrung lehrt uns, daß ein höheres Maß an Zusammenarbeit sehr schwierig zu erreichen und aufrechtzuerhalten sein wird.

Hier spielen Stilfragen

eine große Rolle.

Wir müssen uns aufgeschlossen gegenüber der Tatsache zeigen, daß ein höheres Maß von Kooperation nicht nur unsere gemeinsamen Kräfte und unsere Effizienz mehren, sondern auch die Streßbelastung erhöhen kann.

Das verlangt der

Politik viel ab und erfordert eine besondere Form der Kreativität, die es jedem Lande gestattet, seine Hoffnungen und Interessen innerhalb der gemeinsamen
Aktionen zum Ausdruck zu bringen.

Wir haben es nicht nötig, uns gegenseitig mit dem Vorwurf zu begegnen,
jeder folge seiner eigenen, unausgesprochenen Tagesordnung.

Die Zeit ist ein-

deutig vorüber, in der der eine die Interdependenz feiern und ein anderer sie
lediglich für ein Kodewort für Hegemonie halten mochte oder in der ein zweiter den Nationalismus rühmte, während ein dritter ihn lediglich als Deckmantel
für

den nationalen Egoismus erachtet.

Die Erfahrung lehrt, daß die Vorzüge

sowohl der Interdependenz als auch des Nationsiismus weit überschätzt worden
sind.
Wir
- 11 -

�Wir sollten uns unsere Unterschiede und auch der Tatsache bewußt sein,
daß Europa und Amerika, wie Rainer Maria Rilke sich ausdrückt, zwei Einsamkeiten
sind, die sich gegenseitig schützen, berühren und respektieren müßten.
Kein Forum braucht bevorrechtigt zu sein. Wir sollten vielmehr die Mechanismen nutzen oder schaffen, die der jeweiligen Angelegenheit angepaßt sind,und
nicht umgekehrt.

Die Amerikaner aber wissen, wieviel Stärke freigesetzt wird,

wo immer sich Europa zur Zusammenarbeit entschließt, und in allen solchen Fällen
werden wir es begrüßen, daß wir es mit der Gemeinschaft zu tun haben.
Letzten Endes werden alle - Amerikaner, Europäer, ja wir alle - nach Mitteln und Wegen suchen müssen, unsere jeweiligen nationalen Interessen stärker
in Übereinstimmung mit den gemeinsamen Interessen zu bringen, wollen wir die
Werte erfolgreich verteidigen, auf die sich die westliche Welt gründet.

Die

Zukunft dringt in uns ein, um einen weiteren Gedanken Rilkes anzuführen, und
verwandelt sich in uns, lange ehe dies nach außen sichtbar wird.

In einem ge-

wissen Sinne ist die Zukunft schon in uns in Gestalt dessen, was Europa und
Amerika gemeinsam erreicht haben.

Das wiederum bedeutet, daß wir fähig sein

werden, auch unseren künftigen Verantwortungen gerecht zu werden.

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UJi//en/chaft
und Technik
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

23. Januar 1980

LAKE PLACID:

SOLARSTROM FÜR DIE STRECKENTELEFONE

- (AD) - Zwanzig Kollektoren auf dem Whiteface Mountain liefern
den elektrischen Strom für den Betrieb des Telefonsystems, das für die
Olympischen Winterspiele in Lake Placid entlang der Skilauf-Rennstrecken
installiert wird. Die zahlreichen Einzel Zeilen der Sammlerplatten wandeln
Sonnenenergie in elektrischen Strom um.
Der Startplatz für die Skiläufer aus 40 Nationen liegt in 876 m
Höhe an einem Abhang des knapp 1500 m hohen Whiteface Mountain, das Ziel
befindet sich 400 m tiefer.

Hier werden über Strecken von 1200 m und

mehr die Wettkämpfe im Slalom, Riesenslalom und in den Abfahrtsläufen
ausgetragen.
Die für die Stromerzeugung verwendeten Solarzellen sind repräsentativ
für die neuesten Entwicklungen auf diesem Gebiet der Technik. Jede
Sammlerplatte erzeugt bei stärkster Sonneneinstrahlung ca. 20 Watt. Die
sog. photovoltaisehen Zellen brauchen praktisch keine Wartung und haben
eine sehr lange Lebensdauer; am System gibt es keine beweglichen Teile.

Postfach 2 0 0 3 0 0
D 5 3 0 0 Bonn 2

Tel: 0 2 2 2 1 - 8 9 32 4 0
Telex:08-85432

�Teile.

Die Raumfahrttechnik bedient sich schon seit zwei Jahrzehnten

solcher Ausrüstungen zur Erzeugung von Betriebsstrom für unbemannte und
bemannte Raumfahrtgeräte.

Einer breiten Anwendung unter irdischen Be-

dingungen stehen jedoch noch immer die Kosten für die Solarzellen im Wege,
obgleich diese in den letzten vier Jahren um 80 Prozent zurückgegangen
sind.

Die Fachleute sind jedoch zuversichtlich, daß sie weiterhin gesenkt

werden und Solarzellen in absehbarer Zeit mit anderen Verfahren der Stromerzeugung konkurrieren können.

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•JUiz/cn/choft
und Technik
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

23. Januar 1980

HYBRIDAUTO FÜR BENZIN- UND STROMBETRIEB
Entwicklungsmodell von der Universität Berkeley

- (AD) - Einen schnittigen Kleinwagen stellten Studenten der
Universität Kalifornien in Berkeley der Öffentlichkeit vor, den sie unter
Mitwirkung von Otto J. Smith, Professor für Elektrotechnik, und Frank
Hauser, Professor für Maschinenbau, in achtzehnmonatiger Arbeit entwickelt
haben.

Er verbraucht 4,7 Liter Benzin pro 100 km bei Autobahnfahrten und

wird im Stadtverkehr mittels eines kleinen Hebels

auf abgasfreien Elektrobe-

trieb umgeschaltet.
Das Gefährt hat ein Volkswagen-Chassis und ist mit einem MotorradVerbrennungsmotor der Fa. Honda sowie einem 10 PS-Elektromotor und vier
Batterien ausgerüstet. Die Spitzengeschwindigkeit beträft etwas über
120 km/h. Der Tank faßt 25,7 Liter, so daß die Reichweite bei normaler
Fahrweise ca. 550 km beträgt. Wenn der Wagen auf Benzinbetrieb geschaltet
ist, werden während der Fahrt gleichzeitig die Batterien wieder aufgeladen.

Die

Postfach 20 0 3 OO
D 5 3 0 0 Bonn 2

Tel: 02221-89 3240
Telex:08-85432

�Die Studentengruppe konstruierte den Versuchswagen unter der Gesamtleitung von Chenming Hu, Assistenzprofessor für Elektrotechnik und Informatik
an der Universität Berkeley, für einen landesweiten Wettbewerb, der von der
gemeinnützigen Stiftung SCORE (Student Copetitions on Relevant Enginieering,
Inc.) organisiert worden war.

Sie errang den zweiten Platz bei der

Bewertung der vorgestellten Hybridwagen.
Der Zweisitzer mit seiner leichten Fiberglas-Karosserie fand allgemein
viel Bewunderung.

Ein Expertengremium aus der Industrie, das die Beurteilungen

vornahm, schätzte, daß der Stückpreis ca. 4 000 Dollar betragen würde,
wenn eine Serienfertigung 100 000 Stück pro Jahr erreichte.

Das Entwicklungs-

modell kostete 10 600 Dollar, die vor allem durch Spenden von Seiten der
Industrie und zweier Stiftungen aufgebracht worden waren. Gegenwärtig ist
die Studentengruppe dabei, bestimmte technische Details noch zu verbessern.

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              <text>&lt;strong&gt;1. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Verhinderung von nuklearer Proliferation&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Untersuchungen des US-Energieministeriums -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Synthesebrennstoffe - Kohle - Kernkraft&amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Unverzichtbare Energiequellen in den nächsten Jahrzehnten -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Fernsehinterview Präsident Carters am 20. Januar 1980&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut -&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schreiben Präsident Carters an das Olypmische Komitee der USA&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rede des US-Botschafters bei der EG in Brüssel:&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wir rechnen mit der Untersützung Europas -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Lake Placid: Solarstrom für die Streckentelefone&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hybridauto für Benzin- und Strombetrieb&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Entwicklungsmodell von der Universität Berkeley -&lt;/em&gt;</text>
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