<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<item xmlns="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5" itemId="1652" public="1" featured="0" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xsi:schemaLocation="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5 http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5/omeka-xml-5-0.xsd" uri="https://www.amerikahaus-archiv.de/items/show/1652?output=omeka-xml" accessDate="2026-11-04T01:08:41+00:00">
  <fileContainer>
    <file fileId="1663">
      <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/66e613ce489334c6da553ce162a4fb33.pdf</src>
      <authentication>9220beb41a7f00695996d51eee59ca36</authentication>
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="4">
          <name>PDF Text</name>
          <description/>
          <elementContainer>
            <element elementId="52">
              <name>Text</name>
              <description/>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="8511">
                  <text>Information
und
Dokumentation

I
I 3

International Communication Agency
Embassy of the United States of America

36

5. September 1979

I N H A L T

INFORMATION
Donald F. McHenry:

Neuer US-Chefdeleoierter bei den Vereinten Nationen

DOKUMENTATION
Brown:

USA müssen globale Stärke beibehalten

- Wortlaut des Interviews mit "National Public Radio'

WIRTSCHAFT
Ansprache Solomons auf dem Europäischen Forum in Alpbach
- Wortlaut -

HINTERGRUNDMATERIAL
Explosionsartige Entwicklung des Weltfunkverkehrs
- Gigantische administrative Aufgabe für Internationale Fernmeldeunion

Um Über/endung von
Belegexemplaren wird
gebeten

Postfach 20 03 0 0
D 5 3 0 0 Bonn 2

Tel: 02221-89 3240
Telex:08-85432

�I

1
&gt;

Information
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

36

5. September 1979

DONALD F. MCHENRY: NEUER US-CHEFDELEGIERTER BEI DEN VEREINTEN NATIONEN

WASHINGTON - (AD) - Der amerikanische Diplomat Donald F. McHenry ist
von Präsident Carter zum Nachfolger von Andrew Young als Chefdelegierter
der Vereinigten Staaten bei den Vereinten Nationen ernannt worden.
teilte das Weiße Haus am 31. August 1979 mit.

Dies

McHenry, ein Schwarzer wie

Young, war bisher dessen Stellvertreter bei der Weltorganisation in New
York.

Die Nominierung muß noch vom amerikanischen Senat bestätigt werden.

McHenry wurde einer breiten Öffentlichkeit vor kurzem im Falle der
Bolschoi-Ballerina Ludmilla Wlasowa bekannt, in dem er auf amerikanischer
Seite die Verhandlungen führte.

Seine Geschick, schwierige Situationen

mit Geduld und Ausdauer zu meistern, wird in dem kurzen Dialog deutlich,
den er in diesem Zusammenhang mit einem sowjetischen Diplomaten hatte. Als
dieser sich zu ihm wandte und begann:

"Ich hasse es, unhöflich zu sein,

aber...", unterbrach ihn McHenry mit der lakonischen Bemerkung:

"Wenn Sie

es hassen, unhöflich zu sein, seien Sie es doch einfach nicht!"

Durch seine zweijährige Erfahrung, die er während seiner Tätigkeit
bei den Vereinten Nationen sammeln konnte, wird es ihm nicht schwerfallen,
die Beziehungen weiter auszubauen, die sein Vorgänger geknüpft hat. Zu

Postfach 20 03 00 Tel: 02221-89 32 40
Telex:08-85432
D5300 Bonn 2

�t

Zu dieser Erfahrung gehören so vielfältige Themenkreise wie die NamibiaFrage, die Beschäftigung mit dem Nahen Osten, Südostasien und Fernost sowie mit Abrüstung und Weltraumproblemen.

"Er wird ein Symbol sein für

die Entschlossenheit des Präsidenten, den Prozeß der Brückenbildung zu
den Entwicklungsländern und vor allem zu denen in Afrika fortzusetzen",
hieß es in der Presseerklärung des Weißen Hauses.
Präsident Carter, der darauf hinwies, daß die Ernennung auch durch
Außenminister Vance und durch Andrew Young "mit Nachdruck empfohlen" wurde,
zeigte sich zuversichtlich darüber, daß die sich ständig verbessernden Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und den Entwicklungsländern durch
die Wahl McHenrys weiterhin positiv beeinflußt würden.

Darüber hinaus hob

Carter die gründliche Vertrautheit des neuen Botschafters mit allen Themen
der Vereinten Nationen hervor.
McHenry gilt als ruhiger Mann und unermüdlicher Arbeiter, der seine
Privatsphäre schätzt und dessen Interesse vor allem seiner Arbeit gilt.
Während sein Vorgänger Young sich durch seine Beteiligung an der Bürgerrechtsbewegung der sechziger Jahre einen Namen machte, ist die Karriere
McHenrys durch Universität und Außenministerium gekennzeichnet.
Geboren am 13. Oktober 1936 in St. Louis, Missouri, erhielt er an
der State University of Illinois 1957 sein erstes Diplom als Bachelor
of Science, 1959 den Grad eines Master of Science an der Southern Illinois
University. Danach unterrichtete er erst an dieser Universität, später
an der hauptsächlich von Schwarzen besuchten Howard University in Washington,
wo auch Andrew Young studiert hatte. Nachdem er 1963 ins Außenministerium
eingetreten war, wurde er bereits 1969 Assistent des damaligen frischernannten Außenministers William Rogers. Als Henry Kissinger dessen Nachfolger wurde, schied McHenry aus dem State Department aus und arbeitete
als Projektleiter der Carnegie-Stiftung in Washington sowie als Lehrer
an der Georgetown-Universität und der Brookings Institution, bevor er im
April 1977 als zweiter Mann der Vereinigten Staaten im UN-Sicherheitsrat
im Rang eines Botschafters vereidigt wurde.
+ + + + +

�3

I

1

Dokumentation
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

5. September 1979

36

BROWN: USA MÜSSEN GLOBALE STÄRKE BEIBEHALTEN
Wortlaut des Interviews mit "National Public Radio

WASHINGTON - (AD) - Der amerikanische Verteidigungsminister Harold Brown
hat am 24. August 1979 in einem Interview mit der amerikanischen Rundfunkanstalt "National Public Radio" unterstrichen, daß die Vereinigten Staaten ihre
globale Stärke aufrechterhalten müßten. Gleichzeitig wies er darauf hin, daß
eine jährliche echte Erhöhung der Verteidigungsausgaben von drei Prozent die
USA in den Stand setzen werde, ein angemessenes militärisches Gleichgewicht
mit der Sowjetunion zu wahren. Das Interview hat folgenden Wortlaut:
FRAGE: Herr Minister, sobald der Kongreß wieder zusammentritt, werden
Sie erneut vor dem Thema SALT stehen, und ich würde gerne wissen, ob Sie uns
sagen können, wie es mit einer Ratifizierung des Vertrags durch den Senat aussieht.
ANTWORT: Ich meine, Mr. Kondracke, wir haben von Seiten der Regierung
überzeugend dargelegt, daß der Vertrag die Schwungkraft des sowjetischen Aufbaus im Bereich strategischer Waffen etwas abbremst, und ich glaube, daß
dieses Abbremsen ein für die Vereinigten Staaten hilfreicher Vorgang ist. Der

Postfach 20 03 00
D5300 Bonn 2

Tel: 02221-89 3240
Telex:08-85432

�Der SALT II-Vertrag erlaubt es den Vereinigten Staaten, zu tun, was wir tun
müssen, um sicherzustellen, daß sich das strategische Gleichgewicht nicht gegen uns neigt. Natürlich garantiert SALT II noch nicht, daß wir entsprechend
handeln, und in der Tat hat sich die Diskussion folgerichtig dahingehend entwickelt, daß sie sich nun auf das Thema der amerikanischen Verteidigungsprogramme sowohl in strategischer als auch in allgemeiner Hinsicht konzentriert
sowie auf das Gleichgewicht in militärischer Hinsicht zwischen den Vereinigten
Staaten und der Sowjetunion.

Dies wird meiner Meinung nach zum großen Teil

bestimmen, wie der Senat letztlich über SALT II abstimmt.
Wir haben klargestellt, daß das Abkommen selbst, daß der SALT II-Vertrag
selbst ausgewogen und verifizierbar ist und daß er eine vernünftige Grundlage
für weiterreichende Rüstungsbegrenzung und Abrüstung durch anschließende Verhandlungen bietet.

Ich glaube nicht, daß man uns in dieser Hinsicht erfolg-

reich herausgefordert hat.

Die Probleme, die angeschnitten wurden, sind Pro-

bleme des militärischen Gleichgewichts, der Militärprogramme und die Frage,
ob die Zustimmung des Senats zum SALT II-Vertrag die Vereinigten Staaten so
beruhigen würde, daß sie das Notwendige nicht mehr tun würden, und andererseits, was SALT uns für unsere eigene Sicherheit zu tun erlaubt.
FRAGE: Senator Nunn und die Senatoren Tower und Jackson haben folgenden
Vorschlag gemacht: wir sollten fünf Prozent ausgeben, also eine echte fünfprozentige Steigerung des Verteidigungsbudgets haben. Dies scheint der Preis
dafür zu sein, daß sie der Ratifizierung von SALT II zustimmen - besonders im
Fall von Senator Nunn. Glauben Sie, daß dies der Betrag ist, den die Administration aufbringen muß, um grünes Licht zu bekommen?
ANTWORT: Ich glaube nicht, daß dies nur eine Frage der Verteidigungsausgaben ist, und zweifellos würden verschiedene Senatsmitglieder auch verschiedene Ansichten darüber haben, was ein angemessenes Niveau für die Verteidigungsausgaben ist. Bei jeder Analyse dieser Frage sollte man zunächst
zwei Tatsachen beachten: eine davon ist, daß die Sowjetunion seit mehr als
15 Jahren,seit nunmehr fast 20 Jahren schon ihre Verteidigungsausgaben pro

- 2 -

�pro Jahr um bereinigte drei bis vier Prozent erhöht hat, während die Vereinigten Staaten in diesem Jahr einen geringeren Verteidigungshaushalt haben und
in diesem Jahr weniger für Verteidigung ausgeben als im Jahr 1963, bevor der
Aufbau wegen Vietnam begann.
Es ist unmöglich, daß hinsichtlich der vergleichbaren Wirksamkeit auf
beiden Seiten dieser Vorgang sich abgespielt hat ohne eine Tendenz in Richtung
auf eine erhöhte sowjetische Militärkapazität im Vergleich zu den Vereinigten
Staaten - und tatsächlich ist dies auch geschehen. Zur Zeit sind wir in etwa
gleichwertig, aber wenn dieser Trend über Jahre hinweg anhält, wird die Sowjetunion in fünf, sicher in zehn Jahren militärisch weit voraus sein - gleichgültig, welchen Maßstab man anlegt. Dagegen müssen wir etwas tun, egal ob
mit oder ohne SALT II. Der SALT II-Vertrag macht es uns etwas leichter und
ermöglicht es uns, es mit geringeren Ausgabenerhöhungen zu tun, die sonst
notwendig gewesen wären,um das strategische Gleichgewicht zu garantieren.
Dies ist ein Punkt.
Der andere Punkt ist, daß der Kongreß in den letzten Jahren die vom Präsidenten geforderten Geldmittel beschnitten hat. Ober die letzten zehn Jahre
hinweg hat er sie meiner Schätzung nach um rund 50 Milliarden Dollar reduziert.
Nun, diese 50 Milliarden Dollar hätten hinsichtlich unserer militärischen Kapazität und Verteidigungsbereitschaft einen großen Unterschied gemacht.
Auch in diesem Jahr hat der Kongreß die Bewilligung der Verteidigungsgelder für das Haushaltsjahr 1980 noch nicht abgeschlossen, aber es gibt
Gruppen im Kongreß, in den Haushalts- und Bewilligungsausschüssen, die gerade
ihre Arbeit wieder aufgenommen haben, die wiederum umfangreiche Kürzungen im
Budget des Präsidenten für das Haushaltsjahr 1980 vorgeschlagen haben. Nun
weiß ich zwar, daß, milde gesprochen, der Kongreß nicht mit einer Stimme
spricht, aber es ist für uns sehr schwierig, einen Kongreß zufriedenzustellen,
der sagt, wir sollten für Verteidigung mehr ausgeben, als wir geplant haben
und gleichzeitig einen Kongreß zufriedenzustellen, der sagt, unsere Vorschläge
gingen zu weit.
Auf
- 3 -

�Auf diese zwei Tatsachen wollte ich hinweisen.
eine weitere Beobachtung machen:

Dann aber möchte ich

obwohl der Umfang der Ausgaben der einfachste

und kürzeste Weg ist, um zu sagen, waswir für die Verteidigung tun, kommt
es doch zu einem großen Teil darauf an, wofür man es ausgibt. Geld kann mehr
oder weniger wirksam und brauchbar ausgegeben werden.

Wir glauben, daß das,

was wir vorgeschlagen und was wir uns gegenüber unseren Verbündeten zu tun
verpflichtet haben, nämlich ein echtes dreiprozentiges Wachstum pro Jahr und
nach Inflation über mehrere Jahre hinweg* uns genug Spielraum läßt, um ein
angemessenes Gleichgewicht mit den Sowjets aufrechtzuerhalten.
Nun glauben wir, daß wir tatsächlich im Fiskaljahr 1979 real drei Prozent
mehr ausgeben werden als im Fiskaljahr 1978. Für das Fiskaljahr 1980 enthielt
unser vorläufiger Haushalt, den wir im Januar dem Kongreß vorlegten, eine
Unterschätzung der gegenwärtigen Inflation und insoweit sind wir für das Defizit verantwortlich, wir von der Exekutive. Wenn auch der Kongreß noch kürzt,
wird er für ein zusätzliches Defizit verantwortlich sein.
Wir sollten auch weiterhin unseren Verpflichtungen gegenüber unseren
NATO-Verbündeten gerecht werden. Und es sind jetzt Überlegungen im Gange, welcher der beste Weg sei, um dies zu tun. Aber ich meine, wir müssen mehr tun
als nur einen bestimmten festgesetzten Prozentsatz an realem Zuwachs zu erreichen - gleichgültig, ob es drei oder vier Prozent oder sonstwas sind. Wir
haben gesagt, daß drei Prozent eine Verpflichtung darstellen, die wir eingegangen sind. Aber es ist genauso wichtig, wofür man sie ausgibt, und wir
sind bereit, klarzustellen - nebenbei: wir haben dies bereits getan, aber
vielleicht müssen wir es besser erklären -, welche zusätzlichen Verstärkungen
- konventionell, strategisch - und welches zusätzliche Potential im Sinne
unserer Verteidigungsbereitschaft, unserer Fähigkeit hinsichtlich der Beweglichkeit unserer Streitkräfte etc. unser vorgeschlagenes Verteidigungsprogramm
ermöglichen wird.,
.&lt; i~ ,
. , ;y
FRAGE: Während der SALT-Anhörungsverfahren schien auch der ehemalige
Außenminister Kissinger die jetzige Regierung mehr als die früheren Regierungen für die wachsende Lücke zwischen der amerikanischen und der sowjetischen
- 4'--

�•

sowjetischen Kapazität auf dem Gebiet der strategischen Waffen verantwortlich
zu machen.

Ich würde gerne wissen, was Sie als Antwort auf diese Behauptung

sagen?
ANTWORT:

Nun, er ist für Selbstbezichtigung nicht empfänglicher als je-

der von uns, aber ich denke, es stimmt, daß er gesagt hat, dies Problem habe
sich nicht gestellt, das Problem des militärischen Gleichgewichts habe sich
allein dieser Administration gestellt.

Er wurde in der Tat über frühere

Regierungen befragt und machte klar, daß er, könnte er bestimmte Dinge noch
einmal tun, sie anders machen würde, etwa hinsichtlich der Verteidigungslage
unseres Landes.

Vielleicht beschreibt man es am besten, wenn man sagt, daß

er das Problem während dieser Administration erkannt hat.
FRAGE:

Eines der Themen, bei dem sowohl Senator Nunn als auch Kissinger

fest zu bleiben schienen, war die Dislozierung der MX-Rakete, und ich schließe
daraus, daß diese Regierung zu eben dieser Entscheidung gelangt ist und daß
der Präsident dabei ist, die endgültige Entscheidung darüber zu fällen.
Stehen die Dinge so?
ANTWORT: Der Präsident hat die Entscheidung getroffen, mit der Entwicklung der Rakete voranzugehen. Dies tat er vor einigen Monaten, genauer, vor
zwei Monaten. Zu jener Zeit waren wir ausreichend davon überzeugt, daß wir
in der Lage sein würden, auch eine Form der Dislozierung zu erreichen, eine
Form der überlebensfähigen mobilen Dislozierung, so daß wir das Gefühl hatten
und der Präsident folgerte, daß es eine angemessene Entscheidung sei, die
Rakete zu produzieren. Die Entscheidung über die Art der Dislozierung sollte
innerhalb weniger Wochen fallen. Der Präsident hat sie noch nicht getroffen.
Es gab jedoch eine Reihe von Treffen zu diesem Thema, und die endgültige Entscheidung wird, wie ich andeutete, ziemlich bald gefällt.
FRAGE:

Das Pentagon soll eine landgestützte Form empfohlen haben, eine

Fortführung der landgestützten Dislozierung der Rakete.

Einige Kritiker sagen

jedoch, es sei billiger und vielleicht auch weniger provozierend den Sowjets

�Sowjets gegenüber sowie vielleicht auch weniger gefährlich für uns, wenn
man die Rakete auf dem Meer auf kleineren Schiffen unterbringe.

Auf billi-

gen U-Booten nahe einem Hafen könnten sie verborgen werden und so einem Angriff weniger ausgesetzt sein als bei der landgestützten Form.
ANTWORT:

Es gibt mehrere Wege, Raketen zu dislozieren.

jetzt überlebensfähige seegestützte Raketen.

Wir dislozieren

Unsere Einstellung zu den stra-

tegischen Waffen ist, eine Mischform zu haben in dem Sinm, daß einige davon Ra&gt;
keten sind, d.h. ballistische Raketen, und andere wieder "air-breathing",
d.h. Bomber oder Marschflugkörper.

Gemischt auch hinsichtlich ihrer Dis-

lozierung, so daß die Sowjets, falls sie eine Möglichkeit finden, eine Form
der Stationierung anzugreffen, immer noch nach einer weiteren Möglichkeit
suchen müssen, um die andere Form der Stationierung anzugreifen.

Ein Vorteil

dieser Art von gemischter strategischer Macht besteht darin, daß selbst bei
Schwächung des einen Beins dessen, was wir die "Triade" nennen, wir Zeit genug haben, es wieder in Ordnung zu bringen, bevor die anderen verwundbar
sind.
Genau dies geschieht nun. Unsere landgestützten Interkontinentalraketen
(ICBMs) werden zu Beginn der achtziger Jahre verwundbar sein aufgrund der
größeren Anzahl der sowjetischen Gefechtsköpfe und der Verbesserung ihrer
Treffgenauigkeit. Dadurch werden die Silos, in denen unsere landgestützten
Raketen stationiert sind, die verbunkerten Silos, verwundbar. Unsere Bomber
werden jedoch weiterhin überlebensfähig bleiben und in der Lage sein, entweder
selbst oder mit Marschflugkörpern durchzudringen. Und unsere seegestützten
ballistischen Raketen, unsere ballistischen Raketen, die von U-Booten aus gestartet werden, - davon bin ich überzeugt, darauf vertraue ich - werden während der achtziger Jahre unverwundbar sein.
Schwieriger ist es, Konkretes über die neunziger Jahre zu sagen.

Falls

die Sowjets in der Lage sein sollten, alle ihre Anstrengungen zu konzentrieren
- zum Beispiel auf ein Unternehmen zum Anti-U-Boot-Krieg -, könnten einige
neue Entwicklungen in der Lage sein, unsere U-Boote sogar auf ziemlich große

- 6 -

�große Entfernungen auszumachen; durch Angriffe auf jene verhältnismäßig begrenzten Gebiete, wo sie in der Lage wären, unsere U-Boote auszumachen, und
durch Angriffe auf unsere Bomberbasen könnten sie in der Lage sein, beide
zu zerstören.

Ich bin davon überzeugt, daß dies nicht in den achtziger Jahren

geschehen wird; aber falls es in den neunziger Jahren geschehen sollte, wäre
es sehr hilfreich, ein landgestütztes überlebensfähiges System zu haben, dessen Zerstörung die Sowjets auf eine andere Weise versuchen müßten.

Anti-

U-Boot-Krieg ist kein hilfreicher Weg, um herauszufinden, wo die landgestützten Raketen sind.
Zusammenfassend würde ich daher Ihre Fragen bejahen: man kann unterseebootgestützte ballistische Raketen haben, wir haben sie, und was wir tun
wollen, ist die Aufrechterhaltung einer vielfältigen Streitkraft, da sie weniger verwundbar ist durch einen einzelnen technologischen Fortschritt auf
Seiten der Sowjetunion sowie weniger verwundbar gegenüber einer Zusammenballung ihrer Möglichkeiten in einem Angriff auf eine einzelne strategische
Kraft.
FRAGE: Es gibt einige Kritiker, hauptsächlich die "Tauben", die sich
um die Tatsache sorgen, daß uns die MX-Rakete, sobald wir sie dislozieren,
die Möglichkeit des Erstschlags gegen die sowjetischen landgestützten Raketen gibt, die einen größeren Teil der sowjetischen Streitkraft darstellen, als
dies bei unseren landgestützten Raketen der Fall ist. Und die Frage ist,
wollen wir diese Art Möglichkeit oder gibt es einen anderen Weg, um die Sowjets
dazu zu bringen, einige ihrer schweren Raketen gegen unsere MX auszuhandeln,
mit anderen Worten, sie gar nicht erst zu dislozieren?
ANTWORT:

Wir haben versucht, Anfang 1977 die Sowjets dazu zu bringen,

ihre landgestützten Kräfte zu reduzieren, so daß sie für unsere landgestützten
ICBMs weniger bedrohlich sein würden.

Sie weigerten sich.

Und jetzt ist

es, wie ich glaube, wohl zu spät, selbst wenn sie diese Richtung einschlagen,
diesen Weg beschreiten wollten.

Es überrascht mich immer wieder, daß manche

Amerikaner weitaus mehr besorgt wegen der Überlebensfähigkeit der sowjetischen
Streitmacht sind, als sie sich über die Überlebensfähigkeit der amerikanischen
- 7 -

�amerikanischen Kräfte Sorgen gemacht zu haben scheinen.

Ich glaube aller-

dings dennoch, daß sie damit einen legitimen Punkt treffen.

Ich bedaure

nur, daß sie niemals in ähnlicher Weise ihre Besorgnis wegen der amerikanischen Streitkräfte

zum Ausdruck gebracht haben.

Die Tatsache, daß die

Sowjets einen größeren Teil ihrer Streitmacht in festen landgestützten
Raketen etabliert haben, ist ihre Angelegenheit.

Es ist ja nicht so, daß

ihre anderen Streitkräfte etwa kleiner als die unsrigen sind; es ist vielmehr
so, daß diese Streitmacht etwas größer ist und daß sie etwa zwei Drittel
ihrer Streitkraft gewissermaßen in die landgestützten ICBMs etabliert haben.
Wenn sie den Umfang ihrer landgestützten ICBM-Streitmacht verdreifachen würden, dann würde sie nicht viermal, sondern zwölfmal größer als die unsrige
sein.

Aber ich würde deswegen darum nicht besorgter sein, und auf der Linie

der von Ihnen angeführten Argumente möchte es scheinen, daß ich dies sein
sollte.

Das heißt, je größer sie werden, um so mehr sollte ich mich darum

sorgen - umso mehr sollten sich die Vereinigten Staaten über die Bedrohung
Sorgen machen, die von ihnen ausgeht.
Ich glaube, man muß sich dabei daran erinnern, daß, wenn die Vereinigten
Staaten in der Lage wären, die sowjetische landgestützte ICBM-Streitmacht
zu bedrohen, die Sowjets immer noch ihre unterseebootgestützten ballistischen
Raketen haben und damit nach meiner Ansicht auch in der Lage wären, uns von
jedem unprovozierten Angriff abzuschrecken. Wenn ihre landgestützten ICBMs
durch unsere Streitkräfte bedroht würden, dann wäre die für sie angebrachte
Maßnahme, etwas mehr Geld auszugeben, um diese Streitmacht überlebensfähig
zu machen, was wir ja auch tun.
Wenn wir ihre in festen Silos verbunkerten Raketen nicht bedrohen, dann
können sie das Geld dafür ausgeben, größere und bessere Raketen herzustellen,
die uns stärker bedrohen. Und ich halte das für eine weitaus angenehmere!Situation als diejenige, in der sie gezwungen sind, mehr von ihrer strategischen
Stärke auf andere Systeme zu verteilen, wie beispielsweise die unterseebootgestützten ballistischen Raketen oder die Bomber, die weniger ErstschlagWaffen sind. Mit anderen Worten, wenn zur Wahl steht, ob die Sowjets ihre

- 8 -

�ihre Waffen überlebensfähiger oder für uns bedrohlicher machen, dann ziehe
ich es vor, sie dazu zu bringen, daß sie sie überlebensfähiger machen.

FRAGE:

Einige Fragen zu den nicht-strategischen Systemen.

Zuerst, es

ist durchaus möglich, daß die Sowjets, wenn sie uns an unserer verwundbarsten
Stelle treffen wollen, uns bei unserer Ölversorgung packen würden.

Senator

Hart und andere haben gesagt, daß wir zum Schutz dieser lebenswichtigen Ader
mehr Geld für die Marine und weniger für die. Armee aufwenden müssen, vor allem
für mehr kleinere Schiffe, als in den derzeitigen Budgets vorgesehen ist.
Was sagen Sie dazu?

ANTWORT:

Nun, hier handelt es sich um zwei Probleme.

Das eine besteht

darin, ob wir genug für die Verteidigung ausgeben und hierzu gibt es eine
Reihe unterschiedlicher Ansichten, und das zweite - die Frage nach der richtigen Ausgewogenheit.

Ich glaube, wir können es uns nicht leisten, unseren Landstreitkräften
etwas von der Stärke zu nehmen, die sie brauchen, um die Anstrengungen unserer europäischen Verbündeten bei der Aufrechterhaltung eines vernünftigen
Gleichgewichts in Europa kraftvoll zu unterstützen. Wenn wir dies tun, wenn
wir wirklich ein vernünftiges Gleichgewicht wahren, dann wird die Verletzlichkeit der Ölversorgung noch immer bestehen bleiben - zum Teil die der Vereinigten Staaten, aber diese wiederum weniger, da wir einen wesentlich geringeren Anteil unseres Öls aus dem Nahen Osten beziehen
und natürlich erst recht die Japaner.
verwundbar.

als die Europäer

Unter diesen Umständen sind sie recht

Es ist daher für uns wichtig, unsere globale Stärke aufrechtzu-

erhalten.

Ich glaube, es ist richtig, daß wir dazu im Indischen Ozean und mit über
weite Distanzen operierenden Seestreitkräften weitaus besser imstande sind
als unsere Verbündeten.

Und so könnte es schon sein, daß sie in der Zukunft

einen weitaus größeren Anteil an der Last der militärischen Streitmacht in
ihren eigenen Regionen übernehmen sollten, während wir mehr in die Richtung

- 9-

�Richtung der globalen militärischen Stärke gehen.

Ich schließe das nicht

aus, aber dazu bedarf es eines sehr sorgfältig getroffenen Übereinkommens
von Seiten unserer Verbündeten, daß sie die Differenz übernehmen. Wenn
wir unsere militärischen Anstrengungen insgesamt nicht steigern, dann werden sie dies sicherlich auch nicht tun. Wenn wir aber unsere militärischen
Anstrengungen insgesamt steigern, dann, so glaube ich, werden sie vielleicht
durchaus bereit sein, zuzugestehen, daß sich das Schwergewicht dieser Steigerung auf Gebiete erstreckt wie strategische Systeme oder globale Flottensysteme, die sie für sich selbst höchstwahrscheinlich nicht entwickeln
würden.
Was die Zahl der Schiffe und die Kosten für einzelne Schiffe angeht, so
würde ich zustimmen, daß die Allianz als ganzes genügend Schiffe haben muß,
um in der Lage zu sein, eine Menge verschiedener Plätze zur gleichen Zeit
zu kontrollieren.

Die Schwierigkeit besteht nur darin, daß die Gefährdung,

vor allem die aus der Luft, für unsere Überwasserschiffe ständig wächst
und daß umfangreiche und aufwendige Systeme notwendig sind, um sich dagegen
zu schützen.
Erneut möchte ich sagen, daß es vielleicht möglich ist, hier zu einer
Arbeitsteilung zu gelangen, wobei die Vereinigten Staaten die Masse der
größten und kompliziertesten Schiffe, wie nur wir sie bauen können, stellen.
Wir sind das einzige Mitglied des Bündnisses, wenn man von den Franzosen absieht, das Flugzeugträger besitzt, und die Franzosen haben nur eine sehr
kleine Zahl - ich glaube, es sind zwei. Wir sind die einzigen, die in der
Lage sind, die komplizierten Radaranlagen mit phasengesteuerter Abtastung
zu bauen, die für die Luftverteidigung in hochgefährdeten Gebieten notwendig
sind. Soweit stimme ich also mit Senator Hart 'überein, aber ich würde es
insofern anders ausdrücken, als ich sage, die Allianz als ganzes braucht eine
ganze Reihe weiterer Schiffe zu niedrigeren Kosten, einige unter Anwendung
neuer Konzeptionen, und die Frage, welche davon wir bauen und welche unsere
Verbündeten, das ist etwas, was wir miteinander ausarbeiten müssen.
FRAGE:
- 10 -

�FRAGE:

Eine letzte Frage.

Es ist der Vorschlag gemacht worden, daß wir

unsere konventionelle Militärhilfe für Pakistan erhöhen sollten, um dieses
Land von der Entwicklung eigener Kernwaffen abzubringen.

Was halten Sie von

dieser Idee?
ANTWORT: Ich wäre sicherlich für eine Verbesserung unserer Beziehungen
zu Pakistan, was es uns erlauben würde, mit Unterstützung verschiedenster
Art entgegenkommender zu sein, wenn sie sich eindeutig dazu verpflichteten,
keine nuklearen Sprengsätze zu entwickeln und sich in ihren Handlungen entsprechend verhielten. Solange sie dazu nicht bereit sind, gibt es de facto
ein Gesetz, das es uns verbietet, ihnen die Art von militärischen Lieferungen,
Kreditvergaben und auch andere Dinge auf nicht-militärischem Gebiet zukommen
zu lassen, wie wir es im anderen Falle sehr gerne täten. Ich wäre hocherfreut - und, wie ich weiß, auch die amerikanische Regierung - die Vereinigten
Staaten wären hocherfreut, wenn Pakistan eine solche Verpflichtung einginge
und sie auch einhielte.
FRAGE: Aber es gibt keinen Hinweis, daß Pakistan zu einem Handel solcher Art bereit ist?
ANTWORT: Nun, das ist etwas, was Pakistan für sich selbst zu entscheiden
haben wird. Wir sind nicht in der Position, es davon abzubringen, etwas zu
tun. Wir können nur versuchen, es zu ermutigen, nicht zu einer Nuklearmacht
zu werden, und wir haben dies getan.

- 11 -

�I

1

Wift/choft

3

International Communication Agency
Embassy of the United States of America

36

5. September 1979

ANSPRACHE S0L0M0NS AUF DEM EUROPÄISCHEN FORUM IN ALPBACH
- Wortlaut -

ALPBACH, ÖSTERREICH - (AD) - Der Staatssekretär im amerikanischen
Finanzministerium, Anthony M. Solomon, hat am 27. August auf dem Europäischen
Forum in Alpbach einer Ansprache gehalten, in der er sich mit einer Reihe
von finanzpolitischen Fragen befaßte.

Insbesondere ging er auf die Sonder-

ziehungsrechte sowie auf das geplante Substitutionskonto des Internationalen
Währungsfonds ein.
Die Rede Solomons hat folgenden Wortlaut:
Ich freue mich, an diesem Symposion zum Thema der internationalen Währungsbeziehungen teilnehmen zu können.

Die Organisatoren dieser Veranstaltung

haben mich ursprünglich gebeten, über die Beziehungen zwischen dem Dollar und
dem neuen Europäischen Währungssystem (EWS) zu sprechen.
schen beiden ist wichtig.

Die Relation zwi-

Ich halte es aber für ebenso wichtig und aufschluß-

reich, die umfassendere Frage der Entwicklung des Weltwährungssystems zu behandeln, das den Rahmen für die Beziehungen zwischen dem Dollar und dem EWS
abgeben wird.

Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem meines Erachtens eine

klarere Definition sowohl notwendig als auch realisierbar ist.
Wir

Postfach 20 03 0 0 • Tel: 02221-89 32 40
D 5 3 0 0 Bonn 2
Telex:08-85432

�Wir alle kennen die eingehenden Diskussionen über eine internationale
Währungsreform, die Anfang dieses Jahrzehnts im Zwanziger-Ausschuß geführt
wurden.

Wir erinnern uns an dessen Entscheidung, keine revolutionäre Um-

strukturierung des Weltwährungssystems zu veranlassen, sondern einen flexibleren und pragmatischeren Kurs zu verfolgen, der dem Bedürfnis flexiblerer
Wechselkurse Rechnung trägt, den Anpassungsprozeß erleichtert und das System
befähigt, sich in Rücksicht auf die Erfordernisse des Wandels allmählich
weiterzuentwickeln.

Eingangs hatten die verhandelnden Parteien ein sehr

durchstrukturiertes System in Erwägung gezogen, das die Delegierung eines
hohen Maßes an Autorität an.eine zentrale Körperschaft oder eine Reihe strenger Regeln für das Verhalten der einzelnen Volkswirtschaften vorsah.
konnte man sich aber nicht einigen.

Darauf

Die damalige Entscheidung war zum Teil

von der Erkenntnis geprägt, daß die sich anbahnende Energiekrise umfangreiche
und wichtige Veränderungen zur Folge haben werde, die sich nicht mit der notwendigen Sicherheit voraussagen ließen.
Diese Entscheidung war realistisch. Selbst das damals eingeführte hochflexible Wechselkurssystem mußte inzwischen ernsthafte Belastungen ertragen
und stand zu verschiedenen Zeiten am Rande des Zerbrechens. Es besteht der
berechtigte Wunsch nach mehr Ordnung und Stabilität. Wir müssen indes auch
anerkennen, daß die Welt drastische wirtschaftliche Umwälzungen und abrupte
Veränderungen in den Zahlungsströmungen ohne allgemeinen Rückgriff auf schädigende Restriktionen zu überleben vermochte. Dank großer und anhaltender
Anstrengungen konnten sich unsere Volkswirtschaften aus der tiefsten Rezession der Nachkriegsperiode herausarbeiten. Unser offenes System internationaler Handels- und Kapital ströme, das nunmehr durch die Ergebnisse der Multilateralen Handelsverhandlungen abgesichert ist, besteht fort und funktioniert bestens. Es hat im wahrsten Sinn des Wortes allen Stürmen getrotzt.
Hätten sich die Teilnehmer an den Verhandlungen des Zwanziger-Ausschusses damals für einen anderen Kurs entschieden und den Versuch unternommen, das Währungsgebäude zu errichten, über das sie zunächst beraten hatten, hätten die
nachfolgenden Ereignisse diesen Apparat aller Wahrscheinlichkeit nach hinweggefegt, und die Aussichten der Weltwirtschaft wären heute viel trüber.
Die

�Die Erfahrungen der vergangenen fünf Jahre sind jedoch sehr lehrreich.
Sie haben uns unsere wechselseitige Abhängigkeit nachdrücklich ins Bewußtsein
gerückt.

Wir wissen um unsere Abhängigkeit von den öleinfuhren.

Wir wissen,

daß die ganze Welt im Falle der Änderung der Lebensgewohnheiten der Sardellen
unter einem Eiweißmangel zu leiden hätte, der echte und extreme Konsequenzen
sowohl für die Verbraucher als auch die Erzeuger von Proteinträgern zur Folge haben müßte.

Wir wissen, daß die Inflation oder der Rückgang der Produk-

tion in einer unserer Volkswirtschaften alle Volkswirtschaften berührt.

Unsere

Nachkriegsentscheidung, ein offenes, kooperatives und wirksames Welthandelsund Zahlungssystem aufzubauen, hat uns fraglos viele Vorteile gebracht.

Sie

hat aber nach meinem Urteil auch für die Welt die alles andere überragende
Notwendigkeit mit sich gebracht, die Wirtschaftspolitik der Länder auf weltweiter Basis besser zu organisieren, zu koordinieren und letztlich auch zu
handhaben.

Die Schwierigkeiten der siebziger Jahre waren letztlich keine Folge des
Versagens des einen oder anderen Währungsmechanismus.
Konvertibilität waren nicht überlebensfähig.

Feste Wechselkurse und

Auch das Floating war streng

genommen weder damals noch heute eine echte Antwort, auch wenn die flexiblen
Kurse und eine generell flexiblere Einstellung zur Anpassung der Wechselkurse
mitgeholfen haben, schwierige Zahlungsbilanzprobleme zu erleichtern und notwendige Korrekturen vorzunehmen.

Das Problem ist weit umfassender, ein Problem zudem, mit dem sich die
Welt auseinandersetzen muß:

Ob sie bereit ist, in aller Offenheit über eine

teilweise Übertragung der nationalen Verfügungsgewalt über die Wirtschaftspolitik an eine internationale Körperschaft zu verhandeln oder nicht.

Ich stelle

diese Frage im vollen Bewußtsein dessen, daß ein solcher Schritt im gegenwärtigen Augenblick politisch nicht realistisch ist.

Die nationale Verfügungs-

gewalt und Autonomie werden aber ohnehin schon durch die Tatsache unserer
wechselseitigen Abhängigkeit - unserer Interdependenz - begrenzt.

Die Frage

ist, ob wir es lernen, das Management unserer Volkswirtschaften zum Vorteil
aller Länder zu koordinieren, oder ob wir uns von den aus dieser Interdependenz

- 3 -

�Interdependenz resultierenden Belastungen und Pressionen den Schwung der
letzten drei Jahrzehnte nehmen lassen und in ein nationalistisch orientiertes und letztlich autarkes internationales Regime zurückverfallen wollen.
Der Zwang der Ereignisse erfordert, daß wir eine Wahl treffen.

Es gibt auf

lange Sicht kein Zwischending - und die lange Sicht wird kürzer und kürzer.
Ich möchte keine Zweifel darüber aufkommen lassen, wie meine eigene
Wahl lautet:

Ich bin der Auffassung, daß das Pulsieren und das Wachstum

der Weltwirtschaft ebenso wüe die zunehmende wechselseitige Abhängigkeit,
die unabdingbarer Bestandteil eben dieses Wachstums war, allen zugute gekommen sind.

Ich habe nicht den Eindruck, daß eine Umkehr dieses Trends

- sei es als Ergebnis bewußter Entscheidungen oder als Folge des Versäumnisses, gemeinsam zu handeln -, den Vereinigten Staaten oder der Welt als
Ganzem irgendwelche Vorteile bringen könnte.
Ich halte es vielmehr für einen Glüaksumstand, daß die Währungsunterhändler Anfang dieses Jahrzehnts - trotz des praktischen Problems, sich zu
einem gewissen Zeitpunkt auf eine umfassende Reform einigen und diese verwirklichen zu müssen - das Fundament für eine allmähliche Evolution eines
weit wirksameren und koheränteren Managements der Weltwirtschaft zu legen
vermochten.
Dieses Fundament bilden zwei wichtige Bestimmungen in der geänderten
Fassung der Satzung des Internationalen Währungsfonds (IWF). Sie sind schwer
lesbar, rühren aber dennoch an den Kern des Problems.
Die erste Bestimmung erteilt dem IWF ausdrücklich die Vollmacht, die
Wechsel kurspolitik der Mitgliedstaaten und den Verlauf des Anpassungsprozesses
der Zahlungsbilanzen zu überwachen. •
Die zweite setzt das Ziel, die Sonderziehungsrechte (Special Drawing
Rights-SDRs) zur hauptsächlichen Liquiditätsreserve des internationalen Währungssystems zu erheben.
Zusammengenommen
- 4 -

�Zusammengenommen geben diese beiden Bestimmungen - die sich einerseits
mit der Anpassung und andererseits mit der Liquidität befassen - die Basis
für die Stärkung der Position des Internationalen Währungsfonds bei der Lenkung des Gesamtsystems ab.

Was die Überwachungsbefugnis angeht, hat der

Fonds inzwischen Grundsätze für die Führung der Wechsel kurspolitik durch die
Mitgliedstaaten und Verfahren und Kriterien für die Beurteilung der Politik
derselben durch den IWF festgelegt.

Der Internationale Währungsfonds er-

kennt in den Richtlinien und in der politischen Handhabung dieser Überwachung
die Tatsache an, daß sich diese Anstrengungen nicht auf die Wechsel kurspolitik im engsten Sinne begrenzen lassen, sondern weitergreifend sein und die
Binnenwirtschaftspolitik insoweit einbegreifen müssen, als diese den Prozeß
der Zahlungsbilanzanpassung berührt.

Die Überwachungsbestimmungen bieten

dem IWF die Möglichkeit, nicht nur Länder mit Zahlungsbilanzdefiziten, sondern auch Überschußländer sowohl hinsichtlich der internationalen Auswirkungen ihrer Politik als auch hinsichtlich der Methoden zu beraten, die sie
vernünftigerweise anwenden sollten, um Zahlungsungleichgewichte auszugleichen.
Die neue Regelung bietet zudem Aussicht auf eine größere Symmetrie in der
Haltung gegenüber dem Anpassungsprozeß, der unerläßliche Voraussetzung für
ein erfolgreich arbeitendes System bildet.

Der Fortschritt in der Wahrnehmung dieser Überwachungsaufgabe durch den
Fonds vollzieht sich langsam und wohlüberlegt.

Das ist verständlich, sind

diese Befugnisse doch erst kurze Zeit in Kraft und besteht doch

zudem die

Notwendigkeit, den Wunsch der Mitgliedstaaten zu respektieren, sich jene
begrenzte Autonomie zu erhalten, die sie in der internationalen Wirtschaft
besitzen.

Für mich ist klar, daß diese Befugnisse des Internationalen Wäh-

rungsfonds weiterentwickelt und gestärkt werden müssen, wenn wir zu einer
echten und dauerhaften Währungsstabilität auf weltweiter Basis gelangen
wollen.

Die Zielrichtung der Überwachungsbestimmungen stimmt:

legenden Voraussetzungen für die Stabilität zu schaffen.

die grund-

Ihre Bewährungs-

probe besteht darin, sie zu einem wirksamen Rahmen für die Koordinierung der
Politik und letztlich auch für die Festlegung derselben durch den Internationalen Währungsfonds zu machen.
Auf
- 5-

�Auf dem Gebiet der internationalen Währungsreserven und Liquidität,
mißt man jetzt langfristig der Entwicklung der Rolle der Sonderziehungsrechte
wieder größere Bedeutung bei.

Vor einem Jahrzehnt sah man in den Sonder-

ziehungsrechten eine potentiell wichtige Neuerung, ein Mittel zur Schöpfung
der benötigten Weltliquidität ohne die gleichzeitige Anhäufung staatlicher
Dollarbestände.

Die Schaffung der SDRs erfolgte jedoch nicht in der Hoffnung,

damit das Problem der Zahlungsungleichgewichte und auch nicht das der fortgesetzten Ausweitung sowohl der Nachfrage nach als auch des Angebots an Devisen in Form von Dollar und anderen Währungen lösen zu können.

Bei den Er-

örterungen im Zwanziger-Ausschuß faßten allerdings alle beteiligten Länder
schon eine zentrale Rolle der Sonderziehungsrechte ins Auge.

Und trotz der

Entscheidung, den Versuch der Errichtung eines stark strukturierten Systems
zu unterlassen, wurde das Ziel, die Sonderziehungsrechte zum hauptsächlichen
Liquiditätsmedium zu entwickeln, in die neue Fassung der IWF-Statuten eingearbeitet.

Dieses Ziel steht im Einklang mit den generellen Auffassungen von heute.
Weite Kreise sind der Meinung, daß die Stabilität des gesamten Systems durch
die Benutzung einer einzigen international geschaffenen und verwalteten Reserveeinheit gefestigt werden wird.

Auch wenn wir nicht alle Implikationen

einer derartigen Weiterentwicklung des Systems wirklich kennen, ist doch
klar, daß uns die Pressionen der letzten Jahre an die Probleme gemahnen, die
dann entstehen können, wenn es zu erheblichen Umschichtungen von Reservewährungen kommt - nicht nur auf den Devisenmärkten, sondern auch, was die
Auswirkungen auf die Kapitalmärkte und die Wirtschaft einzelner Länder angeht.
Gleichzeitig haben die Bestände in Fremdwährungen angesichts des großen internationalen Finanzbedarfs und bedingt durch das Fehlen einer praktischen Alternative erheblich zugenommen.

Es besteht wenig Grund zu der Annahme, daß sich

diese Situation ändern wird, solange eine solche Änderung nicht bewußt herbeigeführt wird.

Eine Stärkung der Rolle der Sonderziehungsrechte, die uns

langfristig die Aussicht auf ein aktiveres Management der internationalen
Liquidität durch den Internationalen Währungsfonds bietet, wäre eine wichtige
Ergänzung, die im Verein mit dessen Überwachungsbefugnissen den Einfluß des

- 6 -

�des Fonds auf die Anpassung der Zahlungsbilanz ausweiten könnte.
Vom amerikanischen Standpunkt aus betrachtet lenkt die Aufwertung der
Rolle der Sonderziehungsrechte die künftige Entwicklung des ganzen Systems
in eine legale und wünschenswerte Bahn. Die große internationale Rolle,
die der Dollar heute spielt, ist das Produkt eines evolutionären Prozesses,
der sich von dem übergewicht der amerikanischen Wirtschaft in den ersten
Nachkriegsjahren, der Mechanik des Systems von Bretton Woods und der Offenheit und Stärke der amerikanischen Geldmärkte herleitet. Wir sind uns der
Verantwortung bewußt, die uns aus der derzeitigen Rolle des Dollar erwächst,
und wir sind entschlossen, die Dollarstabilität zu erhalten, obwohl Entwicklungen in der Weltwirtschaft in den letzten Jahren eine gewisse Basis für
eine allmähliche Verminderung der relativen Rolle des Dollar gegeben erscheinen lassen. Viele Volkswirtschaften entwickeln sich im Vergleich zur
amerikanischen Wirtschaft relativ wie auch absolut um einiges rascher.
Die Kapitalmärkte mehrerer Länder haben sich verbreitert und arbeiten heute
wirksamer, und die in früheren Zeiten verfügten Kontrollen der Kapitalströme wurden in vielen Fällen gelockert. Die formellen und technischen
Arrangements des derzeitigen Weltwährungssystems machen den Rückgriff auf
den Dollar für Zwecke der Intervention und der Devisenbeschaffung nicht zwanghaft. Die Errichtung des Europäischen Währungssystems, bei dem der Nachdruck auf der Intervention in bezug auf die Währung der Teilnehmerstaaten und
nicht auf dem Dollar liegt, stellt in dieser Hinsicht eine bedeutsame Veränderung dar.

Aber trotz solcher grundlegender Veränderungen bringen die Vereinigten
Staaten einen unverhältnismäßig hohen Anteil an der Weltliquidität auf, während andere Länder die Rolle, die ihnen nach der Stärke ihrer Binnenwirtschaft und ihres Zahlungsbilanzüberschüssen rechtmäßig zukommt, noch immer
nicht voll und ganz einnehmen. Es wäre ein kostspieliges und der Weltwirtschaft abträgliches Unterfangen, wollten die Vereinigten Staaten den Versuch unternehmen, die Offenheit ihrer Kapitalmärkte zu verringern. Was
heute gebraucht wird, ist eine positivere Einstellung und aktivere Mitarbeit

- 7 -

�Mitarbeit auf Seiten anderer - die Bereitschaft,einen angemesseneren Anteil
an der Verantwortung für die Deckung des Kreditbedarfs der Welt zu übernehmen.
Weitere Schritte können in Gestalt der Beseitigung der Devisenkontrollen und
anderer Restriktionen des Zugangs zu den Kapitalmärkten unternommen werden.
Darüber hinaus bietet vielleicht auch das Europäische Währungssystem wichtige Möglichkeiten.

In Phase zwei der Verwirklichung des EWS ist die In-

stitutionalisierung des ECU (der Europäischen Währungseinheit, European
Currency Unit) als eines Schlüssels zum Zahlungsausgleich innerhalb der Europäischen Gemeinschaft vorgesehen.

Sicherlich ist der ECU geeignet, das euro-

päische regionale Währungsarrangement zu stärken und dazu beizutragen, es zu
verfestigen; fraglich ist aber, ob die Teilnehmerstaaten am EWS dem ECU eine
größere Rolle zugestehen oder möglicherweise sogar dazu ermutigen werden.
Viele Kreise sind im Hinblick auf ihre eigene Währung eher geneigt, von der
Übertragung einer Rolle als Reservemedium abzuraten.

Dennoch kann der ECU

eine Alternative bieten und vielleicht die Übernahme einer stärkeren Rolle
Europas bei der Deckung des Kreditbedarfs der Welt erleichtern, ohne gleichzeitig das Reservesystem in eine noch größere Abhängigkeit von nationalen
Währungen zu führen.

Obwohl eine solche Entwicklung einen Schritt vorwärts

darstellen könnte, würde sie natürlich keinen so entschiedenen Fortschritt
in Richtung auf das Endziel der Errichtung einer einzigen, der Entscheidungsgewalt der Weltgemeinschaft als Ganzes unterliegenden internationalen Reserveeinheit darstellen wie die Sonderziehungsrechte.
Es dürfte aus diesen Überlegungen klar hervorgehen, daß die Vereinigten
Staaten nicht den Wunsch haben, dem Dollar künstlich eine Sonderstellung zu
verschaffen, auch wenn wir seine derzeitige Wichtigkeit kennen und entschlossen sind, seine Stabilität zu gewährleisten. Eine allmähliche Verringerung
der internationalen Rolle des Dollar scheint mit den grundlegenden Entwicklungen der Weltwirtschaft vereinbar. Sollte sich diese Aussicht materialisieren, werden den Vereinigten Staaten hieraus keine Schwierigkeiten erwachsen. Unser Ziel ist es vielmehr, sicherzustellen, daß der Wandel reibungslos
und im Einklang mit den Erfordernissen einer stabilen, offenen und expandierenden Weltwirtschaft verläuft. Die Entwicklung der Sonderziehungsrechte zu

- 8 -

�zu einem geachteten, akzeptierten und nützlichen Reservemedium könnte zu
einem geordneten Wandel und einer Weiterentwicklung in Richtung auf ein
besser zu handhabendes Reservesystem beitragen.

Die Mitgliedstaaten des Internationalen Währungsfonds haben bereits eine
Reihe von Schritten unternommen, die Rolle der Sonderziehungsrechte zu stärken.

Sie sind übereingekommen, die Zuteilungen wieder aufzunehmen; sie haben

Maßnahmen ergriffen, die Zinssätze für Sonderziehungsrechte enger an die
Zinssätze auf den Geldmärkten heranzuführen; und sie haben die Verwendungsmöglichkeiten für Sonderziehungsrechte ausgeweitet.

Kürzlich hat der IWF

auch eine eingehende Untersuchung der Möglichkeit der Errichtung eines sogenannten Substitutionskontos eingeleitet, das die Annahme von Dollarbeträgen
im Austausch für SDR-denominierte Forderungen gestatten würde.

Die Konzeption des Substitutionskontos ist nicht neu.

Ein Konto dieser

oder ähnlicher Art war Bestandteil der meisten Reformpläne, die im ZwanzigerAusschuß diskutiert wurden.

Auch wenn ein solches Konto zum damaligen Zeit-

punkt nicht eingerichtet wurde, herrschte doch weitgehende Übereinstimmung
darüber, daß diese Idee weiter verfolgt werden sollte.

Es ist angebracht, sie

als möglichen Beitrag zu einer Wiederingangsetzung des Trends zu eine" stärkeren Inanspruchnahme der Sonderziehungsrechte erneut aufzugreifen.

Ein Substitutionskonto in geeigneter Form wäre für die internationale Gemeinschaft in mehrerer Hinsicht reizvoll.

Die Sonderziehungsrechte und der ECU

sind ein vielgestaltiges Instrument, das von Natur aus weniger Wechselkursrisiken birgt als die Ansammlung von Beständen einer einzigen nationalen Währung.

DasSubstltütionskonto wäre ein international anerkanntes störungsfreies

Mittel für die Länder, eine stärker differenzierte und stabilere Liquiditätsposition zu erreichen ohne gezwungen zu sein, eine Reihe von nationalen Währungen anzusammeln.

Und die Errichtung eines solchen Kontos könnte zukunfts-

weisend sein - ein konkreter Schritt in Richtung auf die verstärkte

Nutzung

eines im wahrsten Sinn des Wortes internationalen Reservemediums, der Sonderziehungsrechte, und eine Sperre, die uns daran hindert, aus eigenem Versagen

- 9-

�Versagen in ein ungeregeltes multiples Währungssystem zu schlittern.
Wir müssen sehr viel Sorgfalt auf die Gestaltung eines solchen Kontos
verwenden, soll es diesen Zielsetzungen gerecht werden.
sein.

Das wird nicht leicht

Das Konto sollte beispielsweise eine langfristige Verknüpfung mit den

Sonderziehungsrechten einschließen, die nicht rückgängig gemacht werden kann,
wenn sich die Verhältnisse ändern.

In der Praxis müssen die Wesensmerkmale

der Liquiditätseinheit, die über dieses Konto zugeteilt wird, sowohl für die
Besitzer als auch die Begeber von Liquidität attraktiv sein und den Bedürfnissen von Ländern in sehr unterschiedlichen Verhältnissen Rechnung tragen.
Gleichzeitig sollten die Hauptcharakteristika dieses Instruments denen der
Sonderziehungsrechte so ähnlich wie möglich sein - was im Laufe der Zeit und
mit zunehmender Erfahrung Veränderungen auch der Wesensmerkmale der Sonderziehungsrechte nach sich ziehen könnte.

Ein solches Konto müßte ferner einen

angemessenen Ausgleich zwischen den Rechten und Pflichten der Teilnehmerstaaten in unterschiedlichen Situationen und - eine besonders schwierige Frage - eine gerechte Verteilung jedweder Kosten sicherstellen, die aus dem
Unterhalt dieses Kontos erwachsen.
Soll dasSubstitiitionskonto erfolgreich sein - richtungweisend für die Anstrengungen, die Entwicklung des ganzen Systems in eine vernünftige Bahn zu
lenken -, bedarf es der umfassenden und echten Unterstützung und weitgehenden
Beteiligung der Weltgemeinschaft. In den vor uns liegenden Monaten werden
wir feststellen, ob eine solche Unterstützung zu erwarten ist. Sollte dies
nicht der Fall sein, müssen wir bereit sein, andere Schritte in Erwägung zu
ziehen, die geeignet scheinen, eine ordnungsgemäße Entwicklung des Reservesystems zu gewährleisten.
Es ist wichtig, daß wir uns darüber klar werden, was wir von einem Substi
tutiönskonto erwarten können und was nicht. Es sollte nicht als ein dramatischer Schritt oder ein revolutionärer Wandel angesehen werden. Es vermag
weder die immer wiederkehrenden Probleme der Zahlungsungleichgewichte zu lösen noch die Stabilität der Devisenmärkte zu gewährleisten. Es kann Belastun- 10 -

�Belastungen des internationalen Währungssystems nicht verhindern, die von
Steigerungen der ölpreise und dem damit zusammenhängenden gewaltigen Finanzierungsbedarf ausgehen . Es wird die Probleme der Führung unserer Volkswirtschaften in einer Welt zunehmender wechselseitiger Abhängigkeit nicht
beseitigen.

Diese Probleme müssen vielmehr, wie ich schon ausgeführt habe,

durch die parallele Weiterentwicklung der Befugnisse des Internationalen
Währungsfonds und seines Einflusses auf den Anpassungsprozeß in fortgesetzter
Zusammenarbeit unter den wichtigsten Industriestaaten hinsichtlich ihrer makroökonomischen und Währungspolitik gelöst werden.
Was aber ein Substitutiohskonto vermag, ist wichtig und wert, einen Versuch zu wagen. Es würde die Richtung, die wir in der Zukunft einzuschlagen
beabsichtigen, klar aufzeigen. Es wäre ein fester Schritt in Richtung auf
die verstärkte Inanspruchnahme einer internationalen Liquiditätseinheit mit
dem Potential eines aktiveren Managements von Liquiditätsreserven in staatlichem Besitz. Das Sübstitutionskonto würde ferner die wertvolle Möglichkeit
bieten, größere Erfahrungen im Umgang mit den Sonderziehungsrechten zu
sammeln und den Boden für eine langfristige Ausweitung ihrer Rolle sowohl
im staatlichen als auch im privaten Bereich zu bereiten.
Wird das Ziel einer Stärkung der internationalen Rolle der SDRs bestätigt und ein Sübstitutionskonto eingerichtet, verbleibt uns noch immer eine
umfassende Tagesordnung für künftige Untersuchungen und, im Endergebnis,
Verhandlungen. Nach meiner persönlichen Auffassung werden im Lauf der Zeit
zwei Punkte besondere Beachtung gewinnen:
Erstens die Frage, ob sich die umfassendere internationale Rolle der
SDRs nur auf Transaktionen und den Zahlungsausgleich zwischen Regierungen
oder auch auf private Transaktionen erstrecken solle. In den jüngsten Erörterungen im Internationalen Währungsfonds hat man dem Prpblem erhebliche
Beachtung geschenkt, wie man der Währungseinheit, die dieses Konto herausgeben würde, eine Marktorientierung verleihen und damit deren Liquidität
und Anziehungskraft steigern kann. Es gibt darüber hinaus Gründe genug, die

- 11 -

�die private Nutzung von Sonderziehungsrechten dergestalt zu fördern, daß
das ganze System in Richtung auf eine verminderte Inanspruchnahme nationaler
Währungen hin verändert wird.

Ich weiß, daß die Nutzung von Sonderziehungs-

rechten in privaten Kreisen auf Skepsis stößt.

Man hat auf privater Seite

einige Erfahrungen mit "Korb"-Instrumenten gesammelt, und die Märkte haben
sich in der Vergangenheit stets als innovations- und evolutionsfähig erwiesen.

Die Sonderziehungsrechte wären für private Kreditnehmer und Kreditge-

ber kein schwer zu handhabendes Zahlungsinstrument.

Deshalb glaube ich, daß

die Möglichkeit der Entwicklung einer privaten Rolle der Sonderziehungsrechte gegeben ist.

Sollten die Regierungen diese Entwicklung für wünschenswert

erachten, können sie diese durchaus fördern - beispielsweise durch die Ausgabe von auf Sonderziehungsrechten denominierten Bonds im Zuge staatlicher
Kreditaufnahmen zum Zwecke des Zahlungsbilanzausgleichs.

Es ist keine Fra-

ge, daß die Entwicklung einer umfassenden privaten Rolle für die SDRs viel
Zeit in Anspruch nehmen wird.

Sie ist aber realisierbar und kann sich bei

Weiterentwicklung des Systems als höchst wünschenswert erweisen.
Zweitens erhebt sich die Frage, ob und in welchem Ausmaße unsere Bemühungen zur Stärkung der Rolle der Sonderziehungsrechte innerhalb des Systems
von einer aktiveren Regulierung der Nachfrage und des Angebots an internationaler Liquidität durch die Regierungen begleitet sein sollen. Die rasche Expansion des internationalen Anleihengeschäfts der Banken - sämtliche auf
nationale Währungen und weitgehend auf Dollar lautend - hat nicht nur den
Rückgriff des Systems auf nationale Währungen verstärkt, sondern auch Besorgnis hinsichtlich der Stabilität des Systems als solchem geweckt. Was das
Angebot angeht, widmen die Notenbanken der großen Industriestaaten diesen
aus Vorsicht gestellten Fragen und auch der Frage, ob eine Notwendigkeit für
eine stärkere staatliche Regulierung des Volumens der internationalen Bankgeschäfte besteht, das ihrer Tätigkeit auf den nationalen Märkten gleichkommt, zur Zeit besondere Aufmerksamkeit. Was die Nachfrage angeht, müssen
wir die Möglichkeit ins Auge fassen, die Überwachungsrone des IWF in bezug
auf den Anpassungsprozeß dahingehend zu erweitern, daß ihm eine Beratungsfunktion hinsichtlich der Angemessenheit der Kreditaufnahme der einzelnen
- 12 -

�einzelnen Länder in Rücksicht auf ihre eigene Situation und die des Währungssystems insgesamt zuerkannt wird.

Diese Fragen sind offensichtlich von Rele-

vanz nicht nur für die Führung der nationalen Währungspolitik der Länder,
sondern auch für das wirksame Funktionieren des Prozesses der Anpassung der
Zahlungsbilanzen.
Die Fragen, die ich bezüglich dieser beiden allgemeinen Gebiete aufgeworfen habe, sind ihrem Wesen nach langfristig. Wir müssen sie aber rechtzeitig aufgreifen und beantworten und unsere Anstrengungen fortsetzen, unser
in zunehmendem Maße interdependentes weltweites Währungssystem besser zu
managen. Kurzfristig werden sich unsere Erörterungen verstärkt auf das
Problem konzentrieren, eine Entscheidung zu treffen, ob das Ziel einer Ausweitung der Rolle der Sonderziehungsrechte innerhalb des Systems im Sinne
der derzeitig vorliegenden Vorschläge weiter verfolgt werden soll und, falls
dies geschieht, welche Schritte zu deren Verwirklichung unternommen werden
können.
Ehe ich zum Abschluß komme, möchte ich noch kurz auf die derzeitige
Weltwirtschaftslage und ihre Relation zu den langfristigen Fragen Stellung
nehmen, die ich heute hier erörtert habe. Wie schon erwähnt, hat sich die
Welt den öl Preiserhöhungen und anderen Störungen Mitte dieses Jahrzehnts
mit hinreichendem Erfolg angepaßt. Bedauerlich ist, daß die Weltwirtschaft
durch die 60prozentige Steigerung der öl preise in der ersten Jahreshälfte
erneut in eine Situation hineingezogen wurde, die in mancher Hinsicht an
jene Periode erinnert. Die Überschüsse der OPEC-Länder werden abermals
stark zunehmen - etwa in der Größenordnung von 40 Milliarden Dollar. Die
öl importierenden Länder der Erde werden schwere Defizite erleiden. Die
ärmeren unter den Entwicklungsländern werden hiervon besonders benachteiligt.
Das Wirtschaftswachstum wird weltweit schrumpfen und die Inflation in allen
Ländern verschlimmert. Die internationalen Finanzierungserfordernisse werden
rasch zunehmen, und wir müssen mit dem erneuten Auftreten gewisser Belastungen
und Finanzierungsschwierigkeiten einzelner Länder rechnen.

Wir
- 13 -

�Wir sollten darüber aber unsere Stärke nicht vergessen. . Das internationale Finanzierungssystem - das private ebenso wie das staatliche - hat seine
Fähigkeit gezeigt, auf wechselnde Erfordernisse rasch und wirksam zu reagieren.

Unser Instrumentarium für die Zusammenarbeit im monetären Bereich ist

gut entwickelt.

Die großen Ungleichgewichte unter den wichtigsten Industrie-

staaten sind im Schwinden begriffen.

Die deutschen Überschüsse sind stark

rückläufig, und der japanische Überschuß ist gänzlich verschwunden.

Die

amerikanische Zahlungsbilanzposition gewinnt rasch an Stärke, und wir können
schon im nächsten Jahr mit einem bescheidenen Überschuß rechnen.

Diese Ver-

änderungen geben im Verein mit der festen Zusage der Vereinigten Staaten,
die Stärke und Stabilität des Dollar zu wahren, eine gute Basis für stabilere
Devisenmärkte ab. Und der Internationale Währungsfonds - gestützt durch die
ergänzende Finanzierungsfazilität und in Kürze gestärkt durch die im letzten
Jahr gebilligte Erhöhung der Einlagequoten - ist in einer guten Position,
die verstärkte Nachfrage seiner Mitglieder nach Finanzierungsmitteln für
Zwecke des Zahlungsausgleichs und für die Anpassungsprogramme zu befriedigen.
Kurz gesagt, die jüngsten öl Preiserhöhungen werden zweifelsohne auf dem
Gebiet der internationalen Finanzen Schwierigkeiten hervorrufen. Man wird
deshalb die Entwicklung der Lage sorgfältig beobachten müssen; die Sicherungsvorkehrungen für die Aufrechterhaltung unseres offenen Systems des
Handels- und des Zahlungsverkehrs sind noch immer stark. Gleichzeitig müssen wir uns darüber klar werden, daß die derzeitigen Schwierigkeiten zum
Teil Symptom eines anderen, langfristigen Problems sind: die in zunehmendem Maße interdependente und anfällige Weltwirtschaft in Gang zu halten.
Die vornehmliche Beschäftigung mit kurzfristigen Erfordernissen darf unsere
Aufmerksamkeit nicht von der Notwendigkeit ablenken, Schritte in Erwägung
zu ziehen, die unternommen werden können, um die Entwicklung unseres Systems
v
langfristig besser zu steuern..
Lassen Sie mich zum Abschluß noch einige Punkte klar herausstellen.
Das vornehmliche Ziel der Vereinigten Staaten in den Bestrebungen zur Ver- 14 -

�Verbesserung des Weltwährungssystems ist dessen geordnete Weiterentwicklung.

Wir erwarten beispielsweise als ein Ergebnis der Überwachungstätig-

keit des Internationalen Währungsfonds Ratschläge bezüglich unserer eigenen
Politik, und wir werden diese Ratschläge sehr ernsthaft in Erwägung ziehen.
Wir rechnen damit, daß andere ein gleiches tun.

In den Diskussionen um

ein Substitutionskonto sind wir nicht darauf aus, anderen Ländern Änderungen
in der Handhabung ihrer Währungsreserven aufzudrängen, sondern eine zusätzliche attraktive Option anzubieten, den in der neugefaßten IWF-Satzung
aufgestellten Zielsetzungen einen tieferen Sinn zu geben und den Weg zu
einem stabileren Währungssystem in der Zukunft zu weisen.

In keiner dieser

Bemühungen suchen wir uns unserer Verantwortung zu entziehen, das Gleichgewicht in unseren Außenwirtschaftsbilanzen wiederherzustellen und die
Stabilität des Dollar zu wahren.
werden ihr nachkommen.

Diese Verpflichtung ist klar, und wir

Es ist nicht unser Ziel, weder heute noch in der

Zukunft, die Weiterentwicklung des EWS zu behindern oder in die Entwicklung
des ECU einzugreifen.

Wir sind uns zudem bewußt, daß der Erfolg des EWS

zum Teil von der Stabilität des internationalen Systems insgesamt - einschließlich der Stabilität des amerikanischen Dollar - abhängt, und daß
der Tätigkeit des EWS große Bedeutung für die Stabilität des umfassenderen
Systems zukommt.
Wir sehen uns mit der zunehmend dringlicheren Notwendigkeit konfrontiert, gemeinsam zu entscheiden, wie wir unsere interdependente Weltwirtschaft zu gestalten wünschen. Sollte es uns nicht möglich sein, weiter
voranzuschreiten, besteht die echte Gefahr, daß wir zurückfallen. Es wäre
sinnlos, annehmen zu wollen, ein starkes kooperatives Management auf diesem
Gebiet werde über Nacht und so gut wie von selbst Zustandekommen. Wir
können und müssen aber unseren Kurs klar abstecken und Schritte einleiten,
die geeignet sind, die weitere Entwicklung des Systems wirksam zu lenken.

+ + + + +

- 15 -

�5. September 1979

36

EXPLOSIONSARTIGE ENTWICKLUNG DES WELTFUNKVERKEHRS
Gigantische administrative Aufgabe für Internationale

Fernmeldeunion

- (AD) - Das Stimmenbabel im Luftraum und erdnahen Weltraum wird immer
größer.

Die moderne Funktechnik macht es möglich, daß Millionen gleichzeitig

reden, und ihre Zahl wächst mit jeder Minute.
formation und Kommunikation.

Wir leben im Zeitalter der In-

Durch Fernsehen, Radio, Telefon und Funkschnell-

schreiber kann nahezu jeder mit jedem irgendwo auf dieser Erde in Sekundenschnelle in Verbindung treten.
Es ist Aufgabe der Internationalen Fernmeldeunion (ITU), zu verhindern,
daß in dieser Flut die einzelnen Stimmen untergehen. Auf der nächsten Konferenz in Genf, die am 24. September 1979 beginnt, werden die Vertreter von 154
Nationen nicht nur eine Bilanz der letzten 20 Jahre ziehen, sondern - was noch
viel wichtiger ist - Pläne ausarbeiten, die auch in den nächsten 20 Jahren jeder
Stimme eine Chance geben, gehört zu werden. Die im Verlauf der Gespräche auf
der "World Administrative Radio Conference (WARC)" (Internationale Konferenz
über die Zuteilung von Frequenzen) getroffenen Entscheidungen werden den Kommunikationsfluß auf der Welt für den Rest dieses Jahrhunderts ganz entscheidend
beeinflussen.
Dies

Postfach 20 03 00
D5300 Bonn2

Tel: 02221-89 32 40
Telex:08-85432

�Dies ist die bei weitem größte Konferenz in der Serie internationaler
Tagungen, die bis auf das Jahr 1865 zurückgehen.

Damals setzten sich zum

ersten Mal die europäischen Länder zusammen, um Regeln für den TelegraphieDienst auszuarbeiten.

Das war die Geburtsstunde der ITU.

Beginnend mit die-

sem Jahr werden die Entwicklungsländer eine wichtige Rolle spielen.

Die meisten

von ihnen existierten noch gar nicht, als auf der letzten Konferenz im Jahr
1959 Beschlüsse für die folgenden zwei Jahrzehnte gefaßt wurden.

Der politischen

Revolution, die diesen Nationen inzwischen zum Leben verhalf und ihrer Stimme
Gehör verschaffte, entspricht eine nicht weniger tiefgreifende technische Revolution.
Vor 20 Jahren steckte die Raumfahrttechnik noch völlig in den Kinderschuhen. Fernsehen und mobile Funkstationen an Land spielten kaum eine Rolle.
Heute aber breiten sich Fernsehsendebereiche wie das Geäst eines Baumes in jeder Stadt und in Tausenden kleiner Ortschaften ständig weiter aus. Radiound Fernsehsendungen über Satelliten werden um die ganze Erde ausgestahlt.
Und die Geräte der neuen Technik werden ständig weiter verbessert, die Kosten
gesenkt: Trotz Inflation kostet die Nachrichtenübermittlung über Satelliten
von Jahr zu Jahr weniger. Die Organisation für Internationale Fernmeldesatelliten (INTELSAT), ein Konsortium von mehr als 100 Mitgliedstaaten, hat
kürzlich ihre Gebühr für eine voll ausgelastete Telefonleitung erneut reduziert, und zwar um 16 Prozent auf 960 Dollar pro Monat. Die gleiche Dienstleistung kostete im Jahr 1965 noch 5334 Dollar. Hätte die Gestaltung der Gebühren mit der Inflation Schritt gehalten, müßten dafür heute ungefähr 11 000
Dollar bezahlt werden.
Das Funkwellenspektrum kennt offenbar keine Begrenzung mehr nach oben.
Funkingeneüre können bereits Frequenzen bis hinauf zu 500 Gigahertz - das sind
100 Milliarden Schwingungen in der Sekunde - benutzen. Die jungen Länder
möchten sicher sein, in dieser Entwicklung nicht übergangen zu werden. "WARC
wird ein Wendepunkt werden", meinte ein amerikanischer Regierungsvertreter.
Die ITU werde nicht länger den Charakter eines westlichen Klubs behalten können und müsse zu praktischen Kompromissen gelangen. Einige Entwicklungslander
- 2 -

�Entwicklungsländer verlangen bereits Garantien, daß Teile des Wellenspektrums
für sie reserviert werden, bis sie ihre eigene Technik soweit entwickelt haben,
daß sie Gebrauch davon machen können.

Die Vereinigten Staaten teilen die Ansicht, daß jedermann das gleiche
Recht haben solle, seine Stimme hörbar zu machen.

Aber sie geben dem in der

Vergangenheit bewährten flexiblen Verfahren den Vorzug.

Wenn Nationen einen

bestimmten Teil aus dem Wellenspektrum benötigten, koordinierten sie dies mit
anderen Ländern und ersuchten die ITU um die Genehmigung, die auch gewöhnlich
erteilt wurde.

Diesem Improvisieren ist es zu verdanken, daß trotz des immer

wieder überraschenden Entwicklungstempos der Technik der ständig wachsende Bedarf an Frequenzbändern noch immer gedeckt werden konnte.

Teile des Spektrums

für Nationen zu reservieren, die sie noch gar nicht verwenden können, wäre nach
Ansicht der Vereinigten Staaten Vergeudung.

Durch eine solche Politik würden

auch Anreize blockiert, sich um Technologien zu bemühen, die einen noch sehr
viel sparsameren Umgang mit den Bandbereichen ermöglichen.

Aber einige Teile des Wellenspektrums sind nun einmal stärker in Anspruch
genommen als andere.

Das Spektrum der Radiofrequenzen reicht von sehr niedri-

ger Frequenz (VLF - ^lery low frequency) mit etwa drei Kilohertz (die Untergrenze für das Hörvermögen beim Menschen)

und Wellenlängen von 3000 m bis zu ex-

trem hohen Frequenzen (EHF) mit Wellenlängen von nur 1 mm.

Hochfrequenzbereiche

(HF) und Bereich sehr hoher Frequenzen (VHF), mit den Bändern für Fernsehen,
Kurzweilenfunk, Polizeiwagen und Taxis, Schiffsfunk zur Küste und Funkverbindungen vom Boden zu Flugzeugen, Funktelefone usw. liegen irgendwo in der Mitte.
Dafür die notwendigen Anpassungen zu finden, wird eine schwierige Aufgabe für
die WARC sein.

Denn immer mehr Länder und Organisationen müssen sich in die

vorhandenen Möglichkeiten teilen, und die technischen Experten müssen sich viel
Neues einfallen lassen, um noch mehr Stimmen in die Bandfrequenzen hinerinzuquetschen.

Die Entwicklungsländer, die hohe Frequenzen für ihre eigenen Nach-

richtenmedien sehr viel verwenden und gleichzeitig in den internationalen
"Kurzwellenklub" drängen, werden besonders darauf bedacht sein, ihre Interessen
auf diesem Gebiet zu wahren.
Ein
- 3 -

�Ein weiteres Problem sind die Fernmeldesatelliten.

Platz wäre sicher-

lich genug vorhanden für viele dieser technischen Wunderwerke. Aber weil sie
auf den gleichen Frequenzen zu benachbarten Punkten auf der Erde senden, gibt
es eine Grenze dafür, wie nahe sie am Himmel beieinander stehen können. Einige Länder sind der Ansicht, daß die "Parkplätze" bald belegt sein werden.
Weitere Gesprächsthemen sind die Ausweitung des Mittelwellenfunks, Radarsatelliten für Landvermessung, Wettervorhersage, kontinuierliche Überwachungsaufgaben usw., ferner solare Kraftstrom-Satelliten, Radioastronomie und vieles
andere..

Die USA hoffen, daß die Konferenz bei den technischen Problemen bleibt,

die allein schon kompliziert genug sind, und sich nicht auf politische Seitengleise abdrängen läßt. Die ITU hat sich bisher stets auf technische Fragen
konzentriert und sich - zur allgemeinen Zufriedenheit - immer bemüht, die Voraussetzungen zu schaffen, daß die wachsende Zahl der Stimmen in ihrer ganzen
Verschiedenheit auch hörbar werden.
Amerika ist entschlossen, diese Tendenz weiterhin zu unterstützen. Die
USA haben großes Interesse daran, den funktionsfähigen internationalen Konsens
zu erhalten. Gelänge dies nicht, wäre das Chaos nicht weit. So ist die Konferenz, wie die Zeitschrift "Business Week" schreibt, "zum Erfolg verurteilt".

+ + + + +

�</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </file>
  </fileContainer>
  <collection collectionId="4">
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="6534">
                <text>Dokumente</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </collection>
  <itemType itemTypeId="19">
    <name>Digitalisat</name>
    <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
  </itemType>
  <elementSetContainer>
    <elementSet elementSetId="1">
      <name>Dublin Core</name>
      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
      <elementContainer>
        <element elementId="40">
          <name>Date</name>
          <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="8508">
              <text>05.09.1979</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="51">
          <name>Type</name>
          <description>The nature or genre of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="8509">
              <text>Digitalisat</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="39">
          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="8510">
              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="50">
          <name>Title</name>
          <description>A name given to the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="14079">
              <text>Amerikadienst 05.09.1979</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="41">
          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="14080">
              <text>&lt;strong&gt;1. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Donald F. McHenry: Neuer US-Chefdelegierter bei den Vereinten Nationen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Brown: USA müssen globale Stärke beibehalten&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut des Interviews mit "National Public Radio" -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wirtschaft&amp;nbsp;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Ansprache Solomons auf dem Europäischen Forum in Alpbach&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Explosionsartige Entwicklung des Weltfunkverkehrs&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Gigantische administrative Aufgabe für Internationale Fernmeldeunion -&lt;/em&gt;</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
      </elementContainer>
    </elementSet>
  </elementSetContainer>
</item>
