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                  <text>Information
und
TToITi

• 11

International Communication Agency
Embassy of the United States of America

30

25. Juli 1979

INHALT

DOKUMENTATION
Vizepräsident Mondale unterbreitet Sieben-Punkte-Programm in Genf
- Rede auf der UN-Flüchtlingskonferenz HINTERGRUNDMATERIAL
Erläuterungen des Weißen Hauses zum Energieprogramm des Präsidenten

Um Übei/endung von
Belegexemplaren wird
gebeten

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D5300 Bonn 2

Tel: 02221-89 32 40
Telex:08-85432

�1
I

3

Dokumentation
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

25. Juli 1979

30

VIZEPRÄSIDENT MONDALE UNTERBREITET SIEBEN-PUNKTE-PROGRAMM IN GENF
- Rede auf der UN-Flüchtlingskonferenz -

GENF

- (AD) - Der amerikanische Vizepräsident Walter F. Mondale

hat am 21. Juli 1979 auf der Flüchtlingskonferenz der Vereinten Nationen
in Genf ein sieben Punkte umfassendes Aktionsprogramm zur Linderung der
Not der Indochinaflüchtlinge unterbreitet.

Es sei an der Zeit, so sagte

er in seiner vielbeachteten Rede, endlich zu handeln und nicht nur zu
reden.
Die Ansprache Mondales hat folgenden Wortlaut:
"Wieder einmal wenden sich die Staaten dieser Welt an die Vereinten
Nationen.

Wenn Probleme auftauchen, die die ganze menschliche Gemeinschaft

berühren, bietet kein anderes Forum ein umfassenderes Bild.

Wenn nationale

Interessen miteinander in Widerstreit geraten und aufeinanderprallen, lädt
uns keine andere Institution mit größerer moralischer Autorität vor. Die
Vereinten Nationen sind oft kritisiert, manchmal sogar verleumdet worden.
Aber die gemeinsame Grundlage, die sie uns bieten, verdient unseren Dank
und unser Lob.

Im Namen der Vereinigten Staaten und, wie ich glaube, im

Postfach 20 0 3 0 0
D 5 3 0 0 Bonn 2

Tel: 02221-89 3 2 4 0
Telex:08-85432

�»

im Namen aller Länder der Staatengemeinschaft danke ich Generalsekretär
Waldheim und dem Hochkommissar Hartling für ihre Initiative, uns hier und
heute einzuberufen.
Herr Generalsekretär, manche Tragödien spotten der Einbildungskraft.
So manches Unglück entzieht sich dem Zugriff der Vernunft, so daß die Sprache
selbst unter der Last der Wirklichkeit zusammenbricht.
wir zu Metaphern.

Als Ersatz greifen

Als Ersatz sprechen wir den unhörbaren Dialekt des

menschlichen Herzens.
Heute stehen wir einer solchen Tragödie gegenüber. In praktisch allen
Sprachen der Welt wurden verzweifelte neue Ausdrücke geboren: "Sklaverei
hinter Stacheldraht", "Ein Archipel GULAG der Verzweiflung", "Eine Flutwelle
menschlichen Elends": mit solch neuen Schöpfungen wurde unsere Sprache
bereichert, aber im gleichen Maße verarmte unsere Zivilisation. "Die Bootsmenschen", "Die Landmenschen". Die Wörter sind neu, aber unglücklicherweise
sind die Vorgänger in den Annalen der Scham es nicht: diese Woche vor
genau 41 Jahren beendete eine andere internationale Konferenz am Genfer See
ihre Beratungen. 32 "Asylländer" kamen in Evian zusammen, um die bedrohten
Juden in Nazi-Deutschland und in Österreich zu retten. Am Ende der
Konferenz schleuderte Hitler seine Herausforderung der Welt ins Gesicht.
Er sagte: "Ich kann nur hoffen, daß die andere Welt, die so voller tiefer
Sympathie für diese Kriminellen ist, zumindest großzügig genug sein wird,
um diese Sympathie in praktische Hilfe umzuwandeln." Wir alle haben
ähnliche Argumente über die Lage der Flüchtlinge in Indochina gehört.
In Evian ging es um zweierlei: es ging um menschliches Leben, und es
ging um den Anstand und die Selbstachtung der zivilisierten Welt. Wenn
jedes Land an jenem Tag in Evian zugestimmt hätte, gleichzeitig 17 000
Juden aufzunehmen, hätte jeder Jude im "Reich" gerettet werden können.
Damals schrieb ein amerikanischer Beobachter: "Es ist herzzerreißend, an
die verzweifelten Menschen zu denken, wie sie in Ungewißheit darauf warten

�warten, was in Evian geschieht.

Aber die Frage, die sie aufwerfen, ist

nicht einfach nur eine humanitäre..., es ist ein Test für die Zivilisation."
In Evian begann alles mit großen Hoffnungen.

Aber der Test für die

Zivilisation schlug fehl.
Die zivilisierte Welt versteckte sich im Mäntelchen der Dogmatismen.
Zwei Länder sagten, sie hätten den "Sättigungspunkt" für jüdische Flüchtlinge
erreicht. Vier Länder sagten, sie würden lediglich erfahrene Landarbeiter
aufnehmen. Ein anderes wollte nur getaufte Einwanderer aufnehmen. Drei
erklärten Intellektuelle und Händler für unerwünscht. Ein Land befürchtete,
daß der Zustrom von Juden antisemitische Gefühle wachrufen würde. Und ein
Abgeordneter sagte folgendes: "Da wir kein echtes Rassenproblem haben,
haben wir auch nicht den Wunsch, eins zu importieren." Und während die
Delegierten Evian verließen, verspottete Hitler "die andere Welt" weiter
wegen ihres "triefenden Mitleids, das sie für das arme,gequälte Volk hegt,
während sie gleichzeitig hart und halsstarrig bleibt, wenn es darum geht,
ihm zu helfen." Nur wenige Tage später wurde die "Endlösung des jüdischen
Problems" entworfen, und bald darauf wurde es Nacht.
Lassen Sie uns den Irrtum von damals nicht wiederholen.
nicht die Erben jener Scham sein.

Lassen Sie uns

Um die Tragödie in Südostasien zu erleichtern, müssen wir alle eine
Rolle spielen. Die Vereinigten Staaten sind bereit, ihren Anteil zu tragen genauso, wie wir dies schon seit Generationen getan haben. "Mother of
Exil es" steht auf dem Sockel der Freiheitsstatue im Hafen von New York.
Das amerikanische Volk hat bereits über 200 000 Menschen aus Indochina
will kommengeheißen. Ihr Talent und ihre Energien bereichern unser Land
unermeßlich.
Wir

- 3 -

�Wir sind dabei, die Vorbereitung zur Aufnahme von weiteren 168 000
Flüchtlingen im kommenden Jahr zu treffen.

Die Gouverneure und Kongreß-

mitglieder unserer Delegation sowie hervorragende Religions- und Bürgerrechtsführer in ganz Amerika sind ein Symbol der dauernden Verpflichtung
Präsident Carters und des amerikanischen Volkes.
Viele der hier vertretenen Länder haben sich dem Test der Geschichte
gestellt und haben eine große Zahl von Flüchtlingen aufgenommen.

Die

ASEAN-Länder, China und Hong Kong haben seit 1975 über einer halben Million
Flüchtlingen aus Vietnam, Laos und Kamputschea Sicherheit und Asyl angeboten.
Und auch andere haben ihre Tore geöffnet.
Aber der wachsende Exodus aus Indochina übertrifft noch immer die
internationalen Anstrengungen. Wir müssen zusammenarbeiten oder das Leiden
wird weiter zunehmen. Wenn wir nicht alle noch mehr tun, wird die Gefahr
eines neuen Konflikts wachsen und die Stabilität von Südostasien untergraben.
Wenn diese Konferenz nicht neue Verpflichtungen hervorbringt, sondern nur
neue Metaphern, werden wir die Verachtung von Evian erben. Es ist Zeit
für Taten, nicht für Worte.
Ich möchte sieben Gebiete ausführen, auf denen Handeln nottut:
Zuerst und vor allem muß die fundamentale Verantwortung bei der
Führung von Indochina, vor allem bei der Regierung der Sozialistischen
Republik von Vietnam liegen. Diese Regierung versäumt es, die Menschenrechte
ihres Volkes zu garantieren. Ihre gefühllose und
verantwortungslose
Politik zwingt zahllose ihrer Bürger dazu, alles zu verlassen, was ihnen
wert ist, ihr Leben auf Spiel zu setzen und ins Unbekannte zu fliehen.
Es muß ein sofortiges Moratorium gegen die weitere Vertreibung von
Menschen aus Vietnam geben.

Wir müssen das Ertrinken von Menschen sofort

verhindern und ein menschliches Auswanderungsprogramm erstellen.

- 4 -

Die Politik

�Politik der Vertreibung, die zu so vielen tragischen Todesfällen geführt
hat, muß aufhören.

Sie muß durch eine Politik ersetzt werden, die es

denjenigen, die ihre Heimat verlassen wollen, ermöglicht, dies zu tun in Sicherheit, nach eigener Wahl und auf geordnete Weise.
Gleichzeitig dürfen wir nicht die Landflüchtlinge vergessen, die durch
Kampf und ausländische Invasion aus ihrem Heimatland

vertrieben werden.

Die Völker dieser Welt müssen eine politische Lösung in Kamputschea unterstützen.
Das überleben eines ganzen Volkes ist in höchster Gefahr. Weder das
Pol Pot-Regime noch das von Hang Samrin repräsentieren das kamputscheische
Volk. Der Kampf und die menschliche Tragödie in seinem Gefolge müssen aufhören. Die internationale Gemeinschaft darf nicht die gewaltsame Vertreibung
ganzer Bevölkerungsteile tolerieren.
Ich rufe alle Regierungen auf, normale freizügige Auswanderung sowie die
Zusammenführung von Familien zu erlauben.

Meine Regierung unterstützt die

Anstrengungen zur Aushandlung eines Programmes zum ordnungsgemäßen direkten
Verlassen von Vietnam - aber nicht auf Kosten derjenigen, die bereits in
Lagern irgendwo in Südostasien auf Neuansiedlung warten.
Zweitens appelliere ich an die Länder, die ein erstes Asyl gewähren,
auch weiterhin allen Flüchtlingen vorläufige sichere Aufnahme zu bieten.
Für das von diesen Ländern gezeigte Mitleid verdienen sie Respekt und
Bewunderung der Staatengemeinschaft dieser Welt.
diese Verantwortung nicht allein tragen.

Aber diese Länder können

Wir rufen sie dazu auf, in ihrem

Geist der Menschlichkeit auszuharren, so daß unsere eigene Anstrengung weitergehen kann.
Deshalb muß, drittens, der Rest von uns den Ländern, die erstes Asyl
gewährt haben, die Zusicherung geben, daß die Flüchtlinge innerhalb einer

- 5 -

�einer vernünftigen Frist eine neue Heimat finden werden.

Um dieses Ziel

zu erreichen, rufen wir alle Länder auf, ihre Verpflichtungen zur Ansiedlung
zu verdoppeln, wie es die Vereinigten Staaten bereits getan haben.

Darüber

hinaus müssen wir alle bereit sein, uns zu mehrjährigen Neuansiedlungsprogrammen zu verpflichten, denn das Problem läßt sich nicht rasch lösen.
Die Regierung der Vereinigten Staaten bemüht sich jetzt um diese Befugnis.
Viertens muß jeder von uns einen großen Beitrag zu den Anstrengungen
leisten, die der Hochkommissar der Vereinten Nationen für das Flüchtlingswesen unternimmt.

Er wird in den kommenden Jahren vermehrte Hilfsmittel

benötigen, um für die anwachsende Zahl von Flüchtlingen zu sorgen und um
das Elend in den Flüchtlingslagern zu mindern.

Er wird möglicherweise für

seine Indochina-Programme des Jahres 1980 rund 400 Millionen Dollar benötigen.
Um unseren Teil zu dieser Hilfe beizutragen, darf ich heute ankündigen,
daß meine Regierung den Kongreß ersuchen wird, 105 Millionen Dollar für
solche Programme zur Verfügung zu stellen - mehr als das Doppelte unserer
bisherigen Anstrengungen.

Wir sind auch bereit, hochqualifizierte Freiwillige

des Friedenskorps zu ernennen, um in den Lagern in Südostasien zu arbeiten,
nicht nur mit den einzelnen Ländern, sondern auch im Rahmen der Programme
des UN-Hochkommissars.

Wir drängen andere Länder dazu, ähnliche Hilfsprogramme

durchzuführen.
Fünftens ist es wesentlich, den Druck auf die bestehenden Lager zu
mildern und ein Netz neuer Durchgangslager für Flüchtlinge zu schaffen, die
dann für immer woanders angesiedelt werden sollen. Ausgehend von der großen
Anzahl von Flüchtlingen, müssen solche Zentren mindestens 250 000 Flüchtlinge
beherbergen. Meine Regierung hat der Initiative der ASEAN-Staaten für
Flüchtlings-Durchgangslager beigepflichtet. Präsident Carter applaudierte
der Regierung der Philippinen für die mutigen und beispielhaften Schritte,
die sie unternommen hat - ein Modell verantwortungsbewußter Führerschaft.
Heute freue ich mich besonders darüber, ankündigen zu können, daß wir vom

- 6 -

�vom Kongreß mehr als 20 Millionen Dollar fordern, um unseren Anteil an
solch neuen Anlagen des UN-Hochkommissars finanzieren zu können.
Sechstens müssen wir die Umsiedlung von Flüchtlingen auf Länder ausdehnen, die bereit sind, sie aufzunehmen - aber nicht die Mittel dazu haben.
Ich schlage heute im Namen der Regierung der Vereinigten Staaten die
Schaffung eines Internationalen Fonds zur Neuansiedlung von Flüchtlingen
vor. Wenn andere Länder mitarbeiten, werden wir unseren Kongreß um Beiträge für den Fonds von insgesamt 20 Millionen Dollar im ersten Jahr ersuchen.
Wir fordern heute die anderen Länder auf, es uns gleichzutun. Wir empfehlen,
den Fonds mit 200 Millionen Dollar auszustatten. Dieser Fonds könnte zum
Beispiel eine internationale Körperschaft subventionieren, die anderen
Ländern dabei behilflich ist, mit ihren eigenen Plänen zu beginnen und
zusätzliche Mittel für diesen hohen menschlichen Zweck bereitzustellen.
Siebentens - und vor allem - müssen wir handeln, um das Leben derer
zu schützen, die Sicherheit suchen. Die Vereinigten Staaten handeln
energisch, um die Flüchtlinge vor Ausgesetztsein, Hunger, Ertrinken und
Tod auf See zu retten. Als militärischer Oberbefehlshaber hat der Präsident
der Vereinigten Staaten seine Befehle an unsere Flotte dramatisch verschärft,
um den ertrinkenden und verzweifelten Menschen zu helfen. Heute hat der
Präsident vier weitere Schiffe des militärischen Seebrückenkommandos in
das südchinesische Meer entsandt, wo sie sowohl zum Transport Zehntausender
von Flüchtlingen von ihren Lagern zu Transitzentren als auch zum Beistand
von Flüchtlingen auf hoher See verfügbar sind. Gleichzeitig hat der
Präsident Patrouillenflüge von Marineflugzeugen angeordnet, um in Not
befindliche Flüchtlingsboote auszumachen und ihnen Hilfestellung zu geben.
Zudem hat der Präsident unsere Handelsschiffahrt und die Gewerkschaften
aufgefordert, in ihren altehrwürdigen Anstrengungen fortzufahren, Flüchtlingen
auf hoher See zu helfen. Wir rufen die anderen Regierungen auf, dasselbe
zu tun und diejenigen zur Ansiedlung aufzunehmen, die aufgefunden werden.
Herr

�Herr Generalsekretär, verehrte Mitglieder, lassen Sie mich zusammenfassend zwei Punkte wiederholen.
Erstens:

die internationale Gemeinschaft darf diese erzwungene Aus-

treibung nicht tolerieren.

Wir rufen Vietnam auf, eine Politik einzustellen,

die so viele zur Flucht verurteilt.

Ein sofortiges Moratorium für Vertreibungen

ist notwendig.
Die Freiheit zur Emigration ist ein grundlegendes Menschenrecht. Aber
kein Land ist blind gegenüber dem Unterschied zwischen freiwilliger Auswanderung und erzwungenem Exodus. Verhängen wir ein Moratorium über diesen
Exodus. Halten wir einen Atemzug lang inne, damit wir alle - Regierungen,
freiwillige Kommissionen ebenso wie einzelne Privatleute - unsere Großzügigkeit mobilisieren und bei diesem menschlichen Unglück helfen können.
Und lassen Sie uns der Regierung von Vietnam gegenüber darauf bestehen, die
unveräußerlichen Menschenrechte im Innersten einer jeden zivilisierten
Gesellschaft zu ehren.
Zweitens: unsere Kinder werden hart mit uns ins Gericht gehen, wenn
wir versagen. Die Konferenz von Evian vor 41 Jahren fand in der gleichen
Bequemlichkeit und Schönheit statt, die wir auch während unserer Beratungen
heute genießen. Ein Beobachter jener Vorgänge, bewegt durch den Gegensatz
von Dekor und Aufgabe, sagte:
"Diese armen Menschen und diese großen Prinzipien scheinen so weit
entfernt. Für jemanden, der andere Konferenzen am Genfer See erlebt hat,
ist am Vorabend dieser hier das Erschreckendste, daß die Atmosphäre genau
so ist wie bei den anderen."
Lassen Sie uns nicht so sein wie die anderen. Lassen Sie uns dieses
Vermächtnis der Scham zurückweisen. Lassen Sie uns über die Metapher
hinausreichen. Lassen Sie uns die moralischen Prinzipien ehren, die wir

- 8 -

�wir ererbt haben.

Lassen Sie uns etwas Sinnvolles tun, etwas Grundlegendes,

um gegen dieses Unglück anzugehen.
Problem.

Wir stehen vor einem weltweiten

Lassen Sie uns eine weltweite Lösung gestalten.

Die Geschichte wird uns nicht vergeben, wenn wir versagen.
Geschichte wird uns nicht vergessen, wenn wir erfolgreich sind.

+ + + + +

- 9 -

Die

�25. Juli 1979

30

ERLÄUTERUNGEN DES WEISSEN HAUSES ZUM ENERGIEPROGRAMM DES PRÄSIDENTEN

WASHINGTON - (AD) - Das Weiße Haus hat am 16. Juli 1979 Daten und
Fakten zum Energieprogramm Präsident Carters veröffentlicht, das auf eine
wesentliche Senkung der öleinfuhren abzielt.
Die Veröffentlichung hat folgenden Wortlaut:

Wesentliche Punkte
Die von der Regierung seit April 1977 getroffenen Maßnahmen haben
den für das Jahr 1990 vorausberechneten Bedarf des Landes an importiertem
öl um etwa vier Millionen Barrel pro Tag (MMB/D) reduziert. Die heute vom
Präsidenten angekündigten Maßnahmen werden zusätzliche 4,5 MMB/D bis zum
Ende des nächsten Jahrzeznts einsparen und somit den geschätzten amerikanischen
Einfuhrbedarf halbieren. Der Präsident erklärte, daß die Vereinigten Staaten
nie mehr wieder mehr öl einführen werden als im Jahre 1977. Der Präsident
kündigte an, daß die Importquoten für 1979 und 1980 auf ein Niveau begrenzt

Postfach 20 03 00
D5300 Bonn 2

Tel: 02221-89 3240
Telex:08-85432

�begrenzt werden, das noch unter den Höchtsgrenzen liegen soll, auf das
man sich auf dem Gipfeltreffen in Tokio festgelegt hatte.
Eine umfassende Strategie zur Verminderung der Einfuhren ist absolut
wichtig, um die weitere wirtschaftliche Stärke und die Sicherheit der
Vereinigten Staaten sicherzustellen.

Bei der Ausarbeitung dieses Programms

hat die Regierung alle zur Verfügung stehenden politischen Mittel geprüft,
um die Abhängigkeit von ausländischem öl einzuschränken, einschließlich
anderer Quellen für ül und Erdgas, direkte Verwendung von Kohle und Sonnenenergie.

Das vom Präsidenten heute verkündete Programm zieht alle diese

Quellen heran, um unser Einfuhrbeschränkungsziel vom Jahre 1990 zu erreichen.
Das Programm des Präsidenten soll
•

-

eine Energiesicherungsgesellschaft schaffen, um die Entwicklung
von 2,5 MMB/D an ölersatzstoffen aus Flüssigkohle und Gas, aus Ölschiefer, Biomasse und unkonventionellem Gas bis 1990 zu überwachen;

-

einen aus drei Mitgliedern bestehenden EnergiemcbilisierungsAusschuß (Energiemobilisierungsamt) einrichten, der mit der
Vollmacht ausgestattet sit, die Genehmigung und den Bau entscheidend
wichtiger Energieanlagen zu beschleunigen;

-

neue Anreize bieten zur Entwicklung von Ressourcen an Schweröl,
unkonventionellem Gas und Ölschiefer;

-

Versorgungseinrichtungen fördern, um den gegenwärtigen Ölverbrauch
um 50 Prozent zu reduzieren, eine Einsparung von 750 000 Barrel pro
Tag;

-

ein neues größeres Programm zur häuslichen und kommerziellen Einsparung einführen, das darauf gerichtet ist, im Jahr 1990 500 000 Barrel

�Barrel öl pro Tag einzusparen;
-

2,4 Milliarden Dollar jährlich bereitstellen zur Unterstützung
von amerikanischen Familien mit niedrigem Einkommen;

-

eine Summe von 16,5 Milliarden Dollar im Verlauf der nächsten zehn
Jahre bereitstellen für Verbesserungen im Massenverkehrssystem des
Landes und für niedrigeren Benzinverbrauch bei Autos.

In Verbindung mit den Initiativen, die in der Energierede des Präsidenten
vom 5. April angekündigt wurden und in Verbindung mit der Sonnenbank, wird
das heute vom Präsidenten angekündigte Programm es den Vereinigten Staaten
ermöglichen, ihren Einfuhrbedarf bis zum Jahr 1990 zu halbieren.

I.

Geschätzte Auswirkung der Initiativen der Regierung, um die öleinfuhren
im Jahr 1990 herabzusetzen.
Importeinsparungen aufgrund der Programme des Präsidenten:

2,5 MMB/D geschätzter Importeinsparungen durch das Nationale Energiegesetz, darin eingeschlossen
-

Gesetz über die Erdgas-Politik
Gesetz über Benzinverbrauch
Gesetz über Energiesteuer
Ausführungsbestimmungen für öffentliche Versorgungseinrichtungen

-

Gesetz über die nationale

Energieeinsparungspolitik

1,5 MMB/D geschätzter Einfuhreinsparungen durch das
Programm des Präsidenten vom 5. April, darin eingeschlossen
phasenweise
- 3 -

�phasenweise Freigabe der Preise für inländisches Rohöl;
die Juni-Botschaft zur Sonnenenergie mit vier MMB/D geschätzter
Gesamteinsparungen durch Maßnahmen von heute an;
Geschätzte Einfuhreinsparungen aufgrund der Initiativen vom
16. Juli, darin eingeschlossen
synthetische Brennstoffe und unkonventionelles Gas, 2,5 MMB/D;
Schweröl 0,5 MMB/D;
Verminderung bei Versorgungsanlagen 0,75 MMB/D;
häuslische Einsparungen 0,5 MMB/D;
Massenverkehr und niedrigerer Benzinverbrauch 0,25 MMB/D;
4,5 MMB/D geschätzte Gesamteinsparungen durch ein neues Programm;
8,5 MMB/D geschätzte Gesamteinsparungen von alten und gegenwärtigen
Programmen.

Einfuhrniveau für 1990
Eine Projektion der gesamten öl nachfrage und -einfuhren im Jahr 1990
ohne die breitgefächterten politischen Initiativen des Präsidenten bleibt
reine Spekulation. Bei Fortschreibung des Zustandes von 1977 wäre jedoch
ein Einfuhrniveau von 13 Millionen Barrel pro Tag nicht unwahrscheinlich gewesen.
Aus diesem Grund könnte sich bei einer erfolgreichen Anwendung der
Programme zur Einfuhrbeschränkung über annähernd 8,5 MMB/D die geschätzte
Einfuhr im Jahr 1990 zwischen 4 MMB/D und 5 MMB/D bewegen.
Tabelle:

Gesamtverbindlichkeiten des Programms von 1980 - 1990

(Zahlen in Milliarden Dollar zu gegenwärtiger Kaufkraft)
Energiesicherungsgesellschaft

�Energiesicherungsgesellschaft
3-Donar-Steuervergünstigung pro Barrel für Ölschiefer

88.0
1.0

50 Cents pro tausend Kubikfuß Steuervergünstigung für
unkonventionelles Erdgas

1.0

Schweröl

—

Verminderung des Ölverbrauchs bei Versorgungseinrichtungen

5.0

Häusliche/Kommerzielle Einsparung

2.0

Wi rksameres Verkehrswesen

16.5

Beihilfe für niedrige Einkommen (10 Jahre)

24.0

Sonnenbank und Steuervergünstigungen (20 Jahre)
Zwischensumme
Wei tere Programme vom 5. Apri 1
Endsumme

3.5
141.0
1.2
142.2

Diese Schritte werden allein aus dem Energiesicherungs-Treuhandfonds
(Energy Security Trust Fund -ESTF-) finanziert, der Einnahmen aus der
Steuer für ungerechtfertigte Gewinne (windfall profits tax) erhält. Die
jeweilige finanzielle Ausstattung dieses Treuhandfonds wird von der
endgültigen Gestaltung der Steuer für ungerechtfertigte Gewinne und von
der zukünftigen Bewegung der Preise für das Weltöl abhängen. Schätzungen
über Einnahmen aus der Steuer für ungerechtfertigte Gewinne bewegen sich
zwischen 146 Milliarden Dollar und 270 Milliarden Dollar für den Zeitraum
von 1980 bis 1990, sind jedoch davon abhängig, welche ölpreise man annimmt.
Alle zusätzlichen Mittel, die diese Steuer aufbringen sollte, werden für
weitere Energieausgaben oder ähnliche Schritte verfügbar gemacht. Jede
Einnahmeminderung aus dieser Steuer wird Einschränkungen bei den Programmniveaus nötig machen. Das Beratende Komitee
des Präsidenten für Energiesicherung wird dem Präsidenten Vorschläge über die Verwendung aller zusätz-

�zusätzlicher Geldmittel unterbreiten.

II.

Einfuhrquoten und Einfuhrziele
Der Präsident hat angekündigt, daß Importquoten eingeführt werden, um

die amerikanischen Netto-Üleinfuhren im Jahr 1979 und 1980 unter den Höchstgrenzen von 8,5 MMB/D zu halten, über die auf dem Gipfeltreffen in Tokio
im Juni Einigkeit erzielt wurde.

Für das Jahr 1979 wird die Quote so fest-

gesetzt werden, daß die amerikanischen Netto-Importe auf 8,2 MMB/D begrenzt
werden, also um 300 000 unter dem Niveau der Tokioter Grenze. Auch die
Importquote für das Jahr 1980 wird unter der Grenze von Tokio liegen,jedoch
wird das exakte Niveau später festgelegt.
Die Quoten werden aufgrund der Vollmacht von Artikel 232 (B) des Gesetzes
zur Ausweitung des Handels von 1953 festgesetzt, die es dem Präsidenten erlaubt,
aufgrund des Urteils des Finanzministers alle Importe zu begrenzen, die die
nationale Sicherheit gefährden.

Am 14. März 1979 urteilte der Finanzminister,

daß die gegenwärtigen Einfuhrniveaus eine solche Bedrohung darstellen.

Der

Präsident kann diese Quoten ohne weitere gesetzliche oder verfahrensrechtliche
Erfordernisse durchsetzen.
Der Präsident hat die Minister für Energie und für Finanzen angewiesen,
ihm umgehend Empfehlungen über Verfahren zur Durchsetzung dieser Quoten zu
übermitteln.
Außerdem kündigte der Präsident seine Absicht an, daß er auch weiterhin seine Vollmacht hinsichtlich der Quoten anwenden werde, um sicherzustellen,
daß Einfuhrziele für die Jahre über 1980 hinaus erreicht werden. Diese
Ziele werden auf einer jährlichen Grundlage erstellt.
Die

- 6 -

�III.

Die Energiesicherungsgesellschaft

Struktur und Organisation
Der Präsident fordert den Kongreß auf, die notwendigen Gesetze zur
Schaffung einer unabhängigen Energiesicherungsgesellschaft zu erlassen, die
in der Produktion flüssiger und gasförmiger synthetischer Brennstoffe
investieren wird, die aus Kohle, Biomasse, Torf und Ölschiefer gewonnen
werden können,sowie in die Erschließung unserer gewaltigen Reserven an
unkonventionellem Erdgas.
Die Gesellschaft wird ein unabhängiges, von der Regierung gefördertes
Unternehmen sein, das vom Kongreß genehmigt ist. Sie wird außerhalb der
Exekutive angesiedelt und unabhängig von jeder Regierungsstelle sein.

Die

Gesellschaft wird durch einen siebenköpfigen Aufsichtsrat geleitet werden.
Ein Vorsitzender und drei andere Direktoren werden vom Präsidenten ernannt
und vom Senat bestätigt werden.

Zudem werden der Energieminister und der

Finanzminister sowie ein weiterer Minister im Aufsichtsrat sitzen.
Die Vorstandsmitglieder und die Mitarbeiter der Gesellschaft werden
von den Bestimmungen des öffentlichen Dienstes befreit,und auch die
Gesellschaft selbst wird einer Reihe von Bestimmungen nicht unterliegen,
die normalerweise auf Regierungsdienststellen Anwendung finden.
Die Gesellschaft wird eine Satzung für 12 Jahre haben, was ausreichend
sein sollte, um sie in die Lage zu versetzen, ihr Produktionsziel des
Jahres 1990 zu erreichen.

Nach diesen 12 Jahren könnte die Satzung ver-

längert werden; ansonsten würden ihre Verbindlichkeiten und ihre Vermögens
werte vom Finanzministerium übernommen.
Das

- 7 -

�Das Mandat der Gesellschaft
Die Energiesicherungsgesellschaft wird eine Investition von 88 Milliarden
Dollar beaufsichtigen, um bis 1990 2,5 Millionen Barrel pro Tag an Ersatzstoffen für importiertes öl zu produzieren.

Die Mittel für die Gesellschaft

werden aus den Einnahmen der vom Präsidenten vorgeschlagenen Steuer für ungerechtfertigte Gewinne kommen.

Es wird das ausschließliche Ziel der Gesellschaft

sein, die Kapazität der inländischen Produktion zu entwickeln; sie wird
sich nicht mit Forschungs- und Entwicklungsaufgaben beschäftigen.
Die Gesellschaft wird die Vollmacht haben, in die Produktionskapazität
für Flüssigkohle, Kohlengase, Torf, Biomasse, Ölschiefer und unkonventionelles
Erdgas

zu investieren oder diese unmittelbar zu entwickeln.

Die Gesellschaft wird die anteilige Mischung der Energiequellen und
die Technologien festlegen, die Verwendung finden, um den Auftrag von
2,5 Millionen Barrel pro Tag anzuführen. Die folgende Tabelle zeigt jedoch
eine erläuternde Aufgliederung der Energiequellen, um das Ziel des Jahres 1990
zu erreichen:
1.0 bis 1.5 MMB/D von Flüssigkohle und Kohlengasen;
0.4 MMB/D von Ölschiefer;
0.1 von Biomasse und
0.5 bis 1.0 MMB/D von unkonventionellem Gas.

Finanzierung
Der Gesellschaft wird eine große Auswahl von Finanzierungsmöglichkeiten
zur Verfügung stehen, um ihren Einfluß innerhalb des privaten Sektors zu
verstärken.

Diese umfassen:

Preisgarantien, übereinkommen über Bundesein-

�Bundeseinkäufe, direkte Darlehen, Darlehensgarantien und außerdem eine
begrenzte Anzahl von regierungseigenen und durch die Regierung betriebenen
sowie von regierungseigenen, aber durch Gesellschaften betriebenen Anlagen.
Die Energiesicherungsgesellschaft wird keine Vollmachten zur Beteiligung
an Gemeinschaftsunternehmen (Joint ventures) oder anderen Formen von
Eigenkapital haben,und die Anwendung der ihr verliehenen Vollmacht wird
sich auf der Grundlage der Einmaligkeit abwickeln.
Die Vollmacht über einen eigenen Haushalt wird der Energiesicherungsgesellschaft im Moment ihrer Gründung übertragen. Direkte Geldmittel werden
geleistet für die Ausgaben der laufenden Tätigkeit,und 83 Milliarden Dollar
der Budgetbefugnis sind vorgesehen für direkte Obligationen und Schuldgarantien. Die Energiesicherungsgesellschaft wird die Einnahmen durch die
Auflage von Energieobligationen in kleiner Stückelung erhalten, die vom
Finanzministerium verkauft werden und die die gleichen Zinssätze haben wie
die kleingestückelten Regierungsobligationen. Bis zu 5 Milliarden Dollar
aus dem Verkauf von Energieobligationen werden zur Aufrechterhaltung der
Tätigkeiten der Körperschaft genehmigt.

IV.

Das Energiemobilisierungsamt

Die Regierung hat bereits im Rahmen der existierenden Vollmacht
gehandelt, daß Verzögerungen bei der Genehmigung wichtiger Energieanlagen
auf ein Mindestmaß reduziert wurden. Diese bereits getroffenen Maßnahmen
beinhalten:
-

Verfahren zur Erstellung von Entscheidungsplänen für wichtige
Energieanlagen wurden im April 1979 unter der Leitung des Hauhaltsamtes eingeführt;

Verordnungen

- 9 -

�-

Verordnungen zur Reform und Anpassung der Erfordernisse des Gesetzes
zur staatlichen Umweltpolitik wurden im November 1978 vom Rat für
Umweltqualität (Council on Environmental Quality) herausgegeben;

-

ein Energiekoordinierungs-Ausschuß auf Kabinettsebene, geleitet
vom Energieminister, wurde durch eine Durchführungsverordnung im
September 1978 eingerichtet.

Um jedoch die für das Jahr 1990 vorgesehenen Ziele bei der Verminderung
der üleinfuhren zu erreichen, sind erhebliche zusätzliche Vollmachten notwendig, um die Entwicklung der inländischen Energieproduktions-Kapazität
zu beschleunigen.

Der Präsident wird dem Kongreß einen Gesetzentwurf zur

Errichtung eines Energiemobilisierungsamtes vorlegen (EMB - Energy
Mobilization Board).

Dieses Amt wird drei Mitglieder haben und innerhalb

des Exekutivbüros des Präsidenten angesiedelt sein.

Die Mitglieder des

Amtes werden vom Präsidenten eingesetzt und werden vom Senat bestätigt.
Das Amt wird befugt sein, bestimmte nichtnukleare Anlagen als entscheidend für die Erreichung der Einfuhrminderungen des Landes zu erklären
und bindende Fristen für Entscheidungen auf bundesstaatlicher, einzelstaatlicher und kommunaler Ebene hinsichtlich solcher Projekte zu erstellen.
Gerichtliche Überprüfung von Entscheidungen dieses Amtes findet in einem
beschleunigten Verfahren vor dem Finanzgerichtshof des Kreises statt, in
dem sich die Anlage befindet.
Wenn eine bundesstaatliche, einzelstaatliche oder kommunale Behörde
es versäumt, innerhalb eines klar umrissenen Zeitrahmens zu handeln, wird
das Amt ermächtigt, die Entscheidung anstelle der Behörde zu treffen, indem
es das angemessene Bundes-, EinzelStaats- oder Gemeindegesetz anwendet.
Das Amt wird außerdem die Befugnis haben, Verfahrensbestimmungen von Bundes-,
EinzelStaats- und Gemeindegesetzen zu umgehen, um die Entwicklung und den
Bau einer entscheidend wichtigen Energieeinrichtung zu beschleunigen. Um

- 10 -

�Um Verzögerungen nach Baubeginn zu vermeiden, könnte das Amt auch die
Anwendung neuer materieller oder prozeduraler Bestimmungen des Gesetzes
fallenlassen, die nach Baubeginn eines Projektes in Kraft getreten sind.
Ein solcher Verzicht würde auf einer Fall-zu-Fall-Basis möglich sein.
Jede Anwendung einer solchen Vollmacht durch das Amt würde dem Veto des
Präsidenten unterliegen.

V.

Schweröl

Die Vereinigten Staaten verfügen über geschätzte Vorkommen von mehr
als zehn Milliarden Barrel Schweröl - hochviskose, fast teerähnliche Kohlenwasserstoffe, die für die Gewinnung erhitzt werden müssen. Ein großer Teil
dieser Vorkommen liegt in Kalifornien. Bei Schweröl ist sowohl die Förderung
als auch die Raffination kostspieliger als bei herkömmlichen Rohölen;
dennoch lassen sich zahlreiche Aufbereitungsprodukte guter Qualität daraus
herstellen.
Der Präsident weist das Energieministerium an, für Schweröl die Preiskontrolle sofort aufzuheben.

Schweröl soll auch nicht unter die Steuer für

ungerechtfertigte Gewinne fallen, damit es den vollen Weltmarkt-Öl preis
erzielen kann.

Neben diesem Anreiz hinsichtlich der Preisgestaltung wird

das Energieministerium Schritte unternehmen, die gewährleisten, daß Erdgas
für die Schweröl-Produktion im Rahmen der zur Zeit gültigen Umweltschutzmaßnahmen verfügbar wird.
Mit solchen Maßnahmen sollte es möglich sein, im Jahr 1990 schätzungsweise 500 000 Barrel pro Tag aus Schwerölquellen zu gewinnen.

Der Staats-

haushalt wird durch diese Initiative relativ wenig in Anspruch genommen, weil
nur geringe Mengen Schweröl erschlossen würden, wenn für diese Quelle Gelder
aus der Steuer für ungerechtfertigte Gewinne zur Verfügung stünden.

- 11 -

Während

�Während die Kosten der Schweröl gewinnung je nach den Gegebenheiten der
Lagerstätten und den angewandten Ausbringungstechniken unterschiedlich
sind, rechnet die Regierung mit erheblichen Produktionsmengen zu gegenwärtigen ölWeltmarktpreisen oder einem geringfügig darüber liegenden Satz.
Die Schwerölerschließung fällt nicht unter die Kompetenz der Energiesicherungsgesellschaft, weil es sich dabei im Grunde um eine Ausweitung bereits vorhandener ölerschließungstechniken handelt, ferner die Vorkommen verhältnismäßig gut bekannt sind und die Aufhebung der Preisbindung sowie die Steuererleichterungen genügend Anreize für

VI.

die Erschließung bieten.

Gas aus unkonventionellen Quellen
Angesichts des überaus großen Potentials von Gasvorkommen in den

Vereinigten Staaten in bisher nicht in Anspruch genommenen Formationen
wie schwer durchlässigen Sanden, Devonschiefer, methanhaltigen Druckschichten und kohleführenden Schichten hat der Präsident zusätzlich zu
den Aktivitäten, die die Energiesicherungsgesellschaft durchführen kann,
Initiativen vorgeschlagen, durch die bei folgenden Vorkommen eine Erschließung großen Stils merklich beschleunigt würde:
-

Der Präsident wird sich über das Energieministerium um Maßnahmen
seitens der Bundesenergie-Aufsichtskommission (FERC - Federal
Energy Regulatory Commission) zur Einführung eines speziellen
Ansporn-Preises für Erdgas aus Hartsanden bemühen, der dem aus
der Preisbindung genommenen öl preis vergleichbar ist. Obgleich
das Gesetz über die Erdgaspolitik die Preisbindung für Gas aus
anderen ungewöhnlichen Quellen aufhob, wurden Hartsande nicht
berücksichtigt.

-

Sollte die FERC nicht im Sinne dieses Ersuchens tätig werden, wird

- 12 -

�wird die Regierung einen Zusatz zum Erdgasgesetz anstreben, um
solches Gas aus der Preisbindung zu nehmen.

-

Um die Erschließung dieser Vorkommen noch stärker zu beschleunigen,
wird ein Steuerfrei betrag von 50 Cent pro 1 000 000 Kubikfuß
(28 320 cbm) für Gas aus allen unüblichen Quellen gewährt.

Die

Steuerbegünstigung erlischt, sobald das Ölpreis-Äquivalent auf dem
Weltmarkt 28 Dollar pro Barrel erreicht.

-

Die Energiesicherungsgesellschaft ist ermächtigt, Unterstützung
bei der Erschließung von Gas aus ungewöhnlichen Quellen zu leisten,
wenn sie zu dem Schluß kommt, daß zur Erreichung der für 1990
gesteckten Ziele zusätzliche Anreize notwendig sind.

Produzenten

von Gas aus nicht herkömmlichen Quellen kämen dann jedoch nicht
für die oben genannte Steuervergünstigung in Frage.

Die mögliche Produktion aufgrund dieser Anreize wird auf 28,3 bis
56,6 Milliarden cbm Gas oder dem Äquivalent von 0,5 bis 1 Million Barrel
pro Tag geschätzt.

Die wichtigsten unüblichen Gasquellen sind:

-

Becken mit nicht oder schwer durchlässigen gasführenden Schichten
im Gebiet der Rocky Mountains.

-

Devonschiefer-Vorkommen im Appalachenbecken.

-

Methan aus kohleführenden Schichten.

-

Methan aus wasserführenden geologischen Druckzonen im Golf von
Mexiko.
Die

- 13 -

�Die zur Gewinnung von Gas aus Hartsanden und Devonschiefer angewandte
Technologie besteht in einer Ausweitung natürlicher Risse in den gasführenden
Formationen.

Zu den Gewinnungsverfahren gehören zusätzliches Aufbrechen

durch Sprengmittel oder mit hydraulichen Methoden und die Anlage von Umleitungsbohrungen.

Schon jetzt leisten diese Quellen mit jährlich 28 Milliarden

cbm einen beachtlichen Beitrag zur einheimischen Erdgasförderung (566
Milliarden cbm/Jahr).

Obgleich die Produktionsanstrengungen vor allem in

den Hartsandbecken im Westen beschleunigt werden, machen die Unsicherheit
über die Aufhebung der Preisbindung für Gas aus nicht oder schwer durchlässigen Schichten und das Unvermögen bestimmter potentieller Verbraucher,
langfristige Gasabnahmeverträge abzuschließen, eine Erweiterung von Exploration
und Produktion nur in begrenztem Umfang möglich.

Alles in allem wurde die

Erschließung dieser Vorkommen durch die Erdgaspreispolitik vor der Verabschiedung
des Gesetzes über die Erdgaspolitik beeinträchtigt.

Obgleich Schätzungen über die mögliche Produktion von Methan aus
geologischen Druckschichten im Golf von Mexiko variieren, sind sich die
meisten Fachleute einig darin, daß mindestens 4,248 Billionen bis 6,2
Billionen cbm an zusätzlichem Gas aus diesen Quellen zu Kosten gefördert
werden könnten, die einen Preis von 15 bis 30 Dollar pro Barrel öl entsprechen.

Die abbaufähigen Quellen könnten sich als noch viel umfangreicher

erweisen.

Die Technologie, dieses Gas zu erschließen, verlangt allerdings

noch weitere Entwicklungen.

VII.

Drosselung der Verwendung von Dl in Kraftwerkskesseln

Die Kraftwerke in den Vereinigten Staaten verbrauchen derzeit täglich
1,5 Millionen Barrel öl pro Tag für die Stromerzeugung. Der Präsident
schlägt dem Kongreß eine gesetzliche Regelung vor, durch die von den

�den Versorgungsunternehmen gefordert wird, den gegenwärtigen Verbrauch
bis zum Jahr 1990 um 50 Prozent zu senken.

Es sollen Anreize in der Form

von Beihilfen und/oder Kreditgarantien gegeben werden, um die Versorgungsunternehmen zu ermutigen, Investitionen für den Einbau von Kesseln vorzunehmen, die nicht mit öl geheizt werden und auf diese Weise ölbefeuerte
Anlagen früher stillzulegen, als dies normalerweise geschehen würde.

Unter

diese Initiative fallen sowohl ölbefeuerte Anlagen, die auch Kohle verheizen
können, als auch Anlagen, bei denen eine solche Umstellung nicht möglich ist.
Im Rahmen dieses Programms werden die Zielwerte des Ölverbrauchs durch
Kraftwerke bis zum Jahr 1990 auf die Hälfte des jetzigen Verbrauchs gesenkt auf 750 000 Barrel pro Tag. An die Kraftwerksbetriebe werden "Genehmigungsscheine" bzw. Berechtigungen zum Verheizen von öl ausgegeben. Kein Versorgungsunternehmen darf öl über die ihm genehmigte Menge hinaus verbrauchen.
Diese Anrechtsscheine können in Anbetracht der unterschiedlichen Möglichkeiten
für den Einsatz von Ersatzbrennstoffen an andere Versorgungsunternehmen
weitergegeben werden. Die transferierbaren Rechte zum Verfeuern von öl
erlauben es den Versorgungsunternehmen, selbst zu bestimmen, an welcher
Stelle gegenwärtig ölbefeuerte Anlagen durch andere Anlagen ersetzt werden
sollen. So dürfen beispielsweise Versorgungsunternehmen in Gebieten, wo
Umweltschutzbestimmungen oder lange Wege für den Antransport von Kohle eine
Umstellung unwirtschaftlich machen würden, Anrechtsscheine aus anderen
Regionen ankaufen, wo die Abkehr vom öl weniger Kosten verursachen würde.
Es wird erwartet, daß diese Anrechtsscheine für jedes Versorgungsunternehmen
maximal den Wert besitzen, der den Kosten der Umstellung oder des Ersatzes
von öl befeuerten Anlagen gegenüber einer Weiterverwendung von öl entspräche.

Es sind Zuweisungen und Kreditgarantien in Gesamthöhe von 5 Milliarden
Dollar für die Zeit von 1980 bis 1990 vorgesehenem die Finanzierung entsprechender Maßnahmen, wo immer sie möglich sind, und den Einsatz solartechnischer Anlagen sowie Einsparungen zu unterstützen.

- 15 -

Durch dieses

�dieses Programm werden 750 000 Barrel öl pro Tag gespart.

VIII.

Einsparungs- und Umbaumaßnahmen im privaten Wohn- und Geschäftsbereich
Im Jahre 1978 entfielen auf den privaten Wohn- und Geschäftsbereich

37 Prozent der Gesamtnachfrage an Energie in den USA, von der etwa die Hälfte
als öl und Erdgas verbraucht wurde.

Der direkte Ölverbrauch in privaten

Wohnhäusern und Geschäftsgebäuden, in erster Linie für Raumheizung und Warmwasserbereitung belief sich auf mehr als 3 MMB/D, und der Erdgasverbrauch
betrug das Equivalent von zusätzlichen 3,3 MMB/D.

Wesentliche Möglichkeiten

für die Einsparung von Importöl zu relativ geringen Kosten können durch
beschleunigte Einsparungsinvestitionen verwirklicht werden.
Das Programm des Präsidenten stützt sich auf drei sich ergänzende
Methoden in diesem Bereich: Den nachträglichen Umbau für Einsparungsmaßnahmen
in bereits vorhandenen Gebäuden und die Umstellung von ölbeheizten Räumen
auf Erdgas, wo immer dies möglich ist. Dieses Programm soll das Haupthindernis
für nachträgliche Umbauten für Einsparungen überwinden helfen, indem es
eine wirksame langfristige Finanzierung der Einsparungen durch Strom- und
Gasversorgungsbetriebe sowie von der Regierung subventionierte Anleihen für
ölbeheizte Häuser und Gebäude bietet. Das Ziel dieses Programmes für eine
Reduzierung der ölimporte wird auf 3,6 Prozent des gesamten Energieverbrauchs
der vorhandenen Gebäude oder auf 500 000 B/D an öl geschätzt.
Die Einsparung auf dieser Ebene stellen etwa 20 Prozent der potentiellen
Einsparungen dar, die durch nachträgliche Umbauten für Einsparungsmaßnahmen
in Gebäuden erreichbar sind.

Eine starke Beteiligung der Öffentlichkeit an

diesem Programm kann wesentlich zu einer Steigerung des Einsparungsniveaus
beitragen.
Die

- 16 -

�Die Gesetzgebung, die der Präsident vorschlagen wird, umfaßt drei
Komponenten.
Sie basiert auf den Energieüberprüfungsprogrammen, die das Nationale
Energiegesetz erfordert und die die Bereitstellung von Versorgungsanlagen
für alle Besitzer von Privathäusern garantieren sollen.

Dieses Überprüfungs-

erfordernis soll auf Geschäftsgebäude ausgedehnt werden.
Von Strom- und GasVersorgungsbetrieben wird erwartet, ihren Privatund Geschäftskunden langfristige Finanzierungshilfen für Verbesserungen zur
Einsparung anzubieten.

Diese

Darlehen werden mit den Gebühren der

Versorgungsbetriebe verrechnet, genau wie dies bei Investitionen für neue
Kraftwerke der Fall wäre, und das Grundkapital würde nur im Fall des Verkaufs
des Hauses oder Gebäudes zurückgezahlt. Die Forderung, einem Kunden ein
Darlehen anzubieten, würde nur auf Gebäude zutreffen, die mit Hilfe von
Gas oder Elektrizität geheizt oder gekühlt werden;

ähnliche Darlehen

könnten Gasversorgungsbetriebe auch für Häuser mit Ölheizung anbieten,
um sie auf Erdgas umzustellen, obwohl dies nicht von ihnen verlangt werden
kann.
Ein Zusatz zum Nationalen Energieeinsparungsgesetz wird angestrebt,
um Zinszuschüsse bei Darlehen für Eigentümer von ölbeheizten Privat- oder
Geschäftshäusern zu gewähren, damit Einsparungsmaßnahmen durchgeführt
werden können oder die Umstellung auf Erdgas erfolgen kann. Ober einen
Zeitraum von 10 Jahren werden für dieses Programm 2 Milliarden Dollar zur
Verfügung gestellt.
Die Verbesserung der Wärmeisolierung von Gebäuden ist das billigste
Mittel für die Verminderung der ölimporte bei einer geschätzten Durchschnittseinsparung von unter 10 Dollar pro Barrel und Tag.

- 17 -

Dieses Programm

�Programm wird das noch verbleibende Haupthindernis für Einsparung bei
Gebäuden beseitigen, indem die unmittelbaren Kosten durch eine langfristige
Finanzierung oder Darlehen reduziert werden. Alle Kunden der Versorgungsbetriebe werden in den Genuß der Energieeinsparungen kommen und zwar durch
die Einsparungen aufgrund des dann wegfallenden Kaufs teurer neuer Energievorräte oder zusätzlicher Kraftwerkskapazität.

IX.

Unterstützung für Bevölkerungsschichten mit geringem Einkommen

Diejenigen Amerikaner, die in ärmlichen Verhältnissen leben, werden
die größte Last der höheren Energiepreise sowie der knapperen Vorräte
tragen müssen, und sie sind am wenigsten im Stande, diese Last zu tragen.
Die energiepolitischen Ziele unseres Landes dürfen nicht verfolgt werden,
ohne daß man sich diesen dringenden menschlichen Erfordernissen zuwendet.
Der Präsident wird den Kongreß um die Verabschiedung eines Programmes
ersuchen, das eine Unterstützung für Schichten mit geringem Einkommen
vorsieht und das, wenn es voll wirksam ist jährlich 2,4 Milliarden Dollar
aus dem Energiesicherungsfonds bereitstellt.

Ein Teil dieses Betrages

wird auf einer entsprechenden Zuwendungsbasis verfügbar sein, um die
Einzel Staaten zu ermutigen und ihnen bei der Aufteilung der fiskalischen
Lasten für die Erfordernisse der Armen zu helfen.

Die Geldmittel werden für verschiedenartige Zwecke verfügbar sein,
wobei der größte Anteil auf eine direkte finanzielle Unterstützung für die
bedürftigen Haushalte entfällt. Die begrenzten Programme der mit der
Energiekrise zusammenhängenden Interventionsmaßnahmen und der Notstandshilfe, die von Seiten der "Community Services Administration" betrieben

- 18 -

�betrieben werden, sollen gestärkt werden.

Diese Behörde wird mit dem

Kongreß in dem Bemühen zusammenarbeiten, sicherzustellen, daß wesentliche
Beträge für eine Unterstützung der ärmeren Bevölkerungskreise in diesem
Winter zur Verfügung stehen.

X.

Verbesserung des Verkehrswesens
Für den Zeitraum von 1980 bis 1990 schlägt der Präsident Ausgaben

in Höhe von 16,5 Milliarden Dollar für die Verbesserung des Massenverkehrssystems des Landes und für die Verringerung des Benzinverbrauchs für Automobile vor. Mehr als 10 Milliarden Dollar sollen in die bestehenden Massenverkehrssysteme investiert werden, um neue Autobusse anzuschaffen und das
U-Bahnsystem zu verbessern. Man schätzt, daß diese Investitionen Einsparungen
von 250 Tausend Barrel pro Tag an ül bis zum Jahre 1990 mit sich bringen
werden. Der Präsident hat Verkehrsminister Adams angewiesen, umgehend
spezifische Vorschläge für die Erreichung dieses Zieles zu entwickeln.

XI.

Der Beratungsausschuß des Präsidenten für Energiesicherung

Der Präsident wird einen Beratungsausschuß für Energiesicherung ins
Leben rufen, der ihm und dem Energieminister hinsichtlich künftiger Anweisungen für die Energiepolitik Bericht erstatten wird. Dieser Beratungsausschuß wird sich aus 11 Mitgliedern zusammensetzen, die aus Bereichen
außerhalb der Regierung kommen. Er wird die Aufgabe haben, weitreichende
Empfehlungen und Ratschläge für den Energiebereich und damit zusammenhängende
Wirtschaftsfragen zu erteilen.
Beschreibung
- 19 -

�XII.

Beschreibung spezifischer Rohstoffquellen von Kohle, Synthesebrennstoffen, Biomassen und Schieferöl sowie von Technologien, deren sich
die Energiesicherungsgesellschaft annehmen soll.
In den folgenden Abschnitten ist die Art der Ressourcen oder Technologien

beschrieben, für die Investitionen seitens der Energiesicherungsgesellschaft
vorgeschlagen werden.
Einzelentscheidüngen zu

Die Gesellschaft wird dafür verantwortlich sein,
den angemessenen Anreizen zu treffen sowie

Produktionsziele für jede dieser Kategorien festzusetzen.
A.

Flüssigbrennstoffe aus Kohle

Die amerikanischen Kohlevorkommen sind die größten in der Welt und
können auf sehr lange Sicht einen beträchtlichen Anteil zur Deckung des
Bedarfs an Flüssigbrennstoffen in den USA liefern, wenn moderne Technologien
für die Herstellung synthetischer Brennstoffe mit Erfolg kommerziell genutzt
werden.
Verfahren zur Herstellung von Flüssigbrennstoffen auf Kohlebasis
können in zwei große Bereiche - nämlich direkte und indirekte Verfahren untergliedert werden.
-

Bei der indirekten Verflüssigung wird Kohle zunächst vergast, um
ein Synthesegas zu bekommen (Kohlenmonoxid und Wasserstoff), das
dann seinerseits auf katalytischen) Wege in einer Stufe oder in
mehreren Stufen in flüssige Brennstoffe umgewandelt wird. Es
gibt bereits mehrere kommerzielle Verfahren, um Synthesegas in
Flüssigbrennstoffe umzuwandeln. Mit dem Fischer-Tropsch-Verfahren,
das gegenwärtig in Südafrika kommerziell angewandt wird, ist es
möglich, ein breites Spektrum von flüssigen Produkten, einschließlich
Benzin und Dieselöl, herzustellen. Auch Methanol kann unter
Nutzung einer Anzahl von Lizenzverfahren aus Kohlesynthesegas herge-

�hergestellt werden.

Methanol läßt sich als Benzinzusatz und als

Turbinenkraftstoff verwenden.

Außerdem befindet sich ein Verfahren

zur Gewinnung von Benzin hoher Klopffestigkeit direkt aus Methanol
bereits im fortgeschrittenen Entwicklungsstadium.
-

Bei den direkten Verflüssigungsprozessen wird Kohle in ein Lösungsmedium gegeben und unter hohen Temperaturen und hohem Druck mit
Wasserstoff zur Reaktion gebracht, um eine Vielfalt von flüssigen
Produkten zu erzeugen. Mit finanzieller Unterstützung des Bundes
wurden mehrere direkte Verflüssigungsverfahren entwickelt; sie
werden in Kürze in Anlagen von nahezu kommerziellem Umfang demonstriert,

Schätzungen der Kosten für die Herstellung synthetischer Brennstoffe aus
Kohle schwanken je nach den Produkten, z.B. Flüssigkeit oder Gas, und je
nach Standort zwischen 27 und 45 Dollar pro Barrel. Zum Zweck von Budgetschätzungen für die Gesellschaft wurden 38 Dollar pro Barrel angesetzt:
man hofft jedoch, daß die Kosten niedriger liegen werden.
B.

Kohlevergasung

Die Herstellung eines Brenngases aus Kohle war in den ersten Jahrzehnten
dieses Jahrhunderts eine allgemein anerkannte Technologie, ehe den Verbrauchern
große Mengen von Erdgas zur Verfügung standen

Tatsächlich werden in einigen

Ländern nach wie vor beachtliche Mengen von Gas aus Kohle zur Verwendung in
der chemischen Verfahrenstechnik erzeugt.
Obgleich es viele verschiedene Arten von Vergasungsanlagen gibt, funktionieren
die meisten kommerziell verfügbaren Konstruktionen am besten nnt nichtverbackender Kohle, wie sie beispielsweise im Westen der USA gefunden wird
Neuere Konstruktionen, die auch Kohlen aus den Ostregionen mit hohem
Wirkungsgrad nutzen, sind bis zur Demonstration im kommerziellen Rahmen gediehen.
Für
- 21 -

�Für die Privatwirtschaft wurde eine Anzahl kommerzieller Kohlevergasungsanlagen entworfen, die nunmehr gebaut werden könnten.

Unsicherheit

hinsichtlich der Betriebsvorschriften und Beschränkung der finanziellen
Mittel verhindern jedoch eine sofortige Kommerzialisierung.

Das Energie-

mobilisierungsamt (EMB - Energy Mobilization Board) und die Energiesicherungsgesellschaft können helfen, einige dieser Barrieren abzubauen.
C. Schieferöl
Die ölschiefervorkommen der Vereinigten Staaten, die sich hauptsächlich
unter einem 4,3 Millionen Hektar großen Gebiet in aneinandergrenzenden Regionen
der Bundesstaaten Colorado, Utah und Wyoming finden, stellen eine der größten
potentiellen Energiequellen in den USA dar. Man schätzt, daß sie 400
Milliarden Barrel an gewinnbarem öl enthalten und damit größer sind als die
ölreserven von Saudi-Arabien.

Schon seit langem sieht man in diesem Vorkommen

eine mögliche Quelle für Rohölersatz.

Die Herstellung von Flüssigbrenn-

stoffen aus Ölschiefer dürfte weniger kostspielig sein als aus Kohle; man
schätzt die Kosten auf 25 bis 35 Dollar pro Barrel.

Für die Verarbeitung von Ölschiefer werden zur Zeit zwei verschiedene
Verfahren entwickelt. Das eine erfordert den Abbau mit dem Retortenaufschluß
an der Oberfläche (wobei der ölhaltige Schiefer auf mehr als 480 Grad
Celsius erhitzt wird, um "Kerogen", Ausgangsstoff für das schließlich verwertungsfähige Ölschieferprodukt, zu extrahieren). Bei dem anderen sogenannten
"in situ"-Verfahren wird der Retortenaufschluß mit der Erhitzung des zerkleinerten Ölschiefers unterirdisch vorgenommen. Im Westen der Vereinigten
Staaten befinden sich gegenwärtig vier größere Schieferöl-Projekte in
verschiedenen Stadien der Planung oder Entwicklung. Die Produktion von
Schieferöl wird Investitionen von mehr als einer Milliarde Dollar pro Anlage
erfordern. Jedoch wurde bisher keines der Verfahren in einem Rahmen angewandt,
der einer großtechnischen Nutzung nahekäme. Es ist erforderlich, daß die

�die Bundesregierung diese Projekte in gewissem Umfang unterstützt.

Die

erwarteten Kosten für Schieferö'l, 25 bis 35 Dollar pro Barrel, deuten
jedoch darauf hin, daß es der erste synthetische Brennstoff sein wird,
der mit Importöl konkurrieren kann.
Zusätzlich zur Einbeziehung von Ölschiefer in den Aufgabenbereich der
Energiesicherungsgesellschaft hat der Präsident für jedes Faß Schieferöl
eine Steuerabschreibung von 3 Dollar/Barrel für die Produzenten vorgeschlagen. Diese Vergünstigung,die der Präsident erstmals in seiner Energiebotschaft vom 5. April erwähnte, würde allmählich abgebaut, wenn die ölpreise
22 Dollar pro Barrel betragen, und sie würde ganz aufgehoben, sobald ein
Preis von 28 Dollar pro Barrel erreicht wird. Man erwartet, daß viele
Unternehmen nur der durch diese Steuervergünstigungen ausgelösten Ermutigung
bedürfen, um mit dem Bau und der Inbetriebnahme großer Schieferöl-Produktionsstätten zu beginnen. Für Schieferölprojekte, die von der Gesellschaft unterstützt werden, können keine Steuervergünstigungen beansprucht werden.

D.

Biomasse

Die kommerzielle Produktion von alkoholischen Brennstoffen - Äthanol
und Methanol - aus landwirtschaftlichen Produkten, Rückständen, Abfällen der
Nahrungsmittel- und Holzverarbeitung mittels Fermentation und anderer
Verfahren kann einen Beitrag zur Deckung unseres Energiebedarfs leisten.
Äthanol als Zusatz zu Benzin vermag Kraftstoffe auf ölbasis zu strecken
und die Klopffestigkeit zu erhöhen.

Gemessen am Energiegehalt ist die

Herstellung von Äthanol im Vergleich zu Erdöl gegenwärtig verhältnismäßig
teuer. Aber infolge der höheren Klopffestigkeit kann subventioniertes
GASOHOL (Mischung aus Benzin und Alkohol) mit bleifreiem Superkraftstoff
konkurrieren.

Ein Ausschluß auf Dauer von der Bundesbenzinsteuer in Höhe

von 4 Cent/Gallone (knapp 1 Cent pro Liter) bei GASOHOL - eine Subvention,
die 16,80 Dollar pro Barrel entspricht - wird helfen, GASOHOL auch gegen-

- 23 -

�gegenüber bleifreiem Normalbenzin konkurrenzfähig zu machen.

Es werden

verbesserte Verfahren erwartet, die zu bedeutenden Kosteneinsparungen führen
und die Einbeziehung von mehr Abfall Stoffen in das Spektrum der Ausgangsmaterialien ermöglichen.
Die Produktion von Methanol aus Biomasse geschieht in einem ZweistufenVerfahren, bei dem zunächst Synthesegas erzeugt und dieses dann auf katalytischem
Wege mittels kommerziell verfügbarer Prozesse in Methanol umgewandelt wird.
Man erwartet, daß Holz die wichtigste Biomasse-Rohstoffquelle bildet, weil es
in großem Umfang zur Verfügung steht und relativ wenig kostet. Auch andere
Ausgangsmaterialien wie Rückstände von Ernteprodukten und fester Stadtmüll
lassen sich verwerten - aber zu höheren Kosten.
Die Herstellung alkoholischer Brennstoffe kann zur Verbesserung der
Umweltqualität beitragen, indem Abfall Stoffe in nützliche Produkte umgewandelt
werden.

XIII.

Andere Maßnahmen

A.

Die Erdgasleitung aus Alaska

Mit Erdgas aus Alaska könnten 425 000 Barrel öl pro Tag ersetzt werden,
die die Vereinigten Staaten bis zum Jahr 1985 aus anderen Quellen beschaffen
müßten, und nach diesem Zeitpunkt sogar noch größere Mengen. Im August 1977
genehmigte der Präsident den Bau einer Rohrleitung vom Norden Alaskas in
die Staaten des Westens und Mittelwestens unter der Bedingung, daß sie von
privater Seite finanziert würde. Beteiligungen seitens der Produzenten an
diesem Erdgas in der Form von Kreditbürgschaften gegen Kostenüberschreitungen
sind erforderlich, um eine private Finanzierung zu ermöglichen. Bisher haben

�haben jedoch die betreffenden Mineral öl gesell Schäften keine Bereitschaft
zu erkennen gegeben, ihren Beitrag zu leisten, damit Fortschritte zur
Realisierung der Rohrleitung möglich werden.

Der Präsident hat den Energie-

minister angewiesen, bei den führenden Persönlichkeiten dieser Unternehmen
darauf zu dringen, daß die für den Bau der Leitung notwendige finanzielle
Unterstützung einsetzt.

B.

Vorsorgliche Benzinrationierung

Unser Land muß umfassend gerüstet sein, um selbst beträchtliche
Versorgungsunterbrechungen zu überstehen.

Der Präsident hat den Kongreß

aufgefordert, mit ihm zusammen vorrangig sicherzustellen, daß ihm die
Vollmacht übertragen wird, einen Plan zur vorsorglichen Benzinrationierung
auszuarbeiten, der es uns ermöglichen wird, in einer Notlage angemessen
zurechtzukommen.
C.

Staatliche Einsparungspläne und -ziele

Der Präsident drängt den Kongreß zur Verabschiedung der notwendigen
Gesetze, die es ihm erlauben, in den einzelnen Bundesstaaten Planziele für
die Einsparung von Benzin und anderen Brennstoffen festzulegen.

Jeder

Einzelstaat wird sodann einen Plan zur Erreichung dieses Zieles ausarbeiten
und ausführen.

Wenn ein Einzel Staat bei der Erreichung des festgelegten

Einsparungszieles versagt, wird der Bundesregierung die Erlaubnis erteilt,
selbst diesem Einzelstaat einen Plan aufzuerlegen.

Diese Vollmacht ist

notwendig, um sicherzustellen, daß wir mit einem Anhalten der gegenwärtigen
Knappheit und allen weiteren zukünftigen Versorgungsunterbrechungen fertig
werden können.
D.

Sonnenbank

In seiner Botschaft vom 28. Juni 1979 an den Kongreß schlug der Präsident

- 25 -

�Präsident zum Thema Sonnenenergie die Errichtung einer Sonnenbank vor, um
die Verwendung von Sonnenenergie durch subventionierte Darlehen anzuregen
und dadurch die Abhängigkeit des Landes von ausländischem öl zu mindern.
Die Gesetzgebung zur Errichtung einer Sonnenbank, die dem Kongreß in
Kürze zugehen wird, sieht folgende wesentlichen Elemente vor:
-

Die Bank würde befugt sein, Zinszuschüsse zu Darlehen für die bauliche
Verbesserung von Häusern zu gewähren sowie Hypotheken zur Finanzierung
des Kaufs und der Installierung genehmigter Sonnenenergie-Systeme.
Die Bank würde Banken und anderen Finanzinstituten Geldmittel zur
Verfügung stellen, die diese wiederum in die Lage versetzen würden,
Mittel für Verbesserungen von Häusern und Hypothekendarlehen für
Sonnenenergie-Investitionen zu einem Zinssatz anzubieten, der unter
dem üblichen Marktsatz liegt.

-

Sonnenenergie-Systeme sollen ihrer Definition nach jede Art von
Ausrüstung bedeuten, die entweder aktive oder passive solartechnische
Anlagen verwendet, wie zum Beispiel Sonnenheizung für die Warmwasserzubereitung, Sonnenheizung oder -kühlung, passive Solaranlagen oder
Kombinationen aus diesen Möglichkeiten. Der Minister für Wohnungsbau
und Städteplanung wird in Abstimmung mit dem Energieminister die
näheren Bestimmungen für diese Systeme ausarbeiten.

-

Die Zinssubvention würde lediglich für Mittel zur Verbesserung derjenigen Wohnanteile oder des Hypothekendarlehens zur Verfügung gestellt werden, die unmittelbar Solarinvestitionen finanzieren.
Diese Zinssubvention würde dergestalt kalkuliert, daß sie den
Darlehensgeber für den Unterschied entschädigt, der zwischen dem
subventionierten Darlehen und einem ähnlichen Darlehen zu freien
Marktbedingungen besteht.
Diese

- 26 -

�-

Diese Zinssubvention würde von Zeit zu Zeit durch den Aufsichtsrat
der Bank (der aus den Mi nistern für Wohnungsbau und Städteplanung,
für Energie und für Finanzen besteht) auf einem Niveau festgelegt
werden, das dem Grundgedanken, nämlich die Verwendung von Sonnenenergie-Systemen in privaten und kommerziellen Gebäuden zu beschleunigen, am ehesten gerecht würde.

-

Die Verfügbarkeit über diese Subvention würde einem angemessenen
Nachweis gegen Mißbrauch unterliegen.

-

Einen angemessenen Teil der Subventionen würde die Sonnenbank
zurückerlangen, falls jemand mit einem Solardarlehen in Zahlungsverzug kommt.

-

Die folgenden Obergrenzen würden für den Umfang eines subventionierten
Darlehens oder Darlehensanteils gelten:

10 000 Dollar für ein

Einfamilienhaus; 5 000 Dollar für jede Wohneinheit in einem Mehrfamilienhaus (wobei insgesamt bei diesem Darlehen 500 000 Dollar
nicht überschritten werden dürfen);

und 200 000 Dollar für ein

Geschäftsgebäude.
-

Die Bank würde pro Jahr mit 150 Millionen Dollar ausgestattet.
Sie würde mit Geldern finanziert, die aus dem EnergiesicherungsTreuhandfonds stammen.

Je nach dem Umfang der Subvention und der Aufteilung der Mittel der
Sonnenbank unter Hypotheken, Darlehen zur Hausverbesserung und Darlehen für
kommerzielle Gebäude könnte die Bank bei diesem Umfang des Fonds sicher bei
über 150 000 Solaranlagen pro Jahr mitwirken.
Steuervergünsti gungen

- 27 -

�E.

Steuervergünstigungen für Sonnenenergie

Zusätzlich zur Sonnenbank hat der Präsident noch umfangreiche neue
Vorschläge für Steuervergünstigungen für Sonnenenergie unterbreitet.

Diese

Vergünstigungen umfassen den privaten, den kommerziellen, den landwirtschaftlichen
und den industriellen Sektor und schließen aktive und passive solartechnische
Anlagen ein, Prozeßwärme, Holzöfen, sowie Befreiung von Bundessteuern für
Benzin auf Alkoholgrundlage (Gasohol).

Diese Vorschläge werden einen

deutlichen Anreiz für die Verwendung von Sonnenenergie bilden und gleichzeitig
zu unserem Ziel beisteuern, den für Heizung und Transport verwendeten Anteil
an öl zu vermindern.

Demnächst werden dem Kongreß weitere Gesetzesvorschläge

unterbreitet, die folgendes vorsehen:
-

Steuervergünstigungen für private und kommerzielle passive Solaranlagen
Die Bauherrn neuer Mehrfamilien- und Geschäftshäuser mit passiven
Solaranlagen würden eine Steuervergünstigung von 20 Dollar je
schätzungsweise jährlich eingesparter Million Britischer Wärmeeinheiten (British Thermal Units - BTU) erhalten, wenn die Heizleistung
auf einem vorgesehenen Niveau oberhalb der Leitlinie liegt, die für
die Heizleistung bei Gebäuden gemäß dem Gesetz zur Energieeinsparung
und Energieproduktion (P.L. 94-385) gilt.
Der Höchstbetrag dieser Steuervergünstigungen beträgt 10 000 Dollar
pro Gebäude.

Die Steuervergünstigung wird durch Einnahmen aus dem

Energiesicherungs-Treuhandfonds finanziert.
Eine Steuervergünstigung soll auch denjenigen gewährt werden, die
neue Häuser mit passiven Solaranlagen bauen. Den Bauherrn soll
eine 20-prozentige Steuervergünstigung auf die Kosten einer solartechnischen Anlage pro Einheit im vorgeschriebenen Entwurf gewährt
werden (bis zu vier Wohneinheiten pro Gebäude), und zwar bis zu einer

- 28 -

�einer Höchstgrenze von 2 000 Dollar pro Einheit.

Von 1983 an

können diejenigen Bauherren eine Berechtigung für diese Art
Steuervergünstigung erhalten, die die Leistungskriterien gemäß
Bundesgebäude-Energiegesetz um mehr als 50 Prozent übertreffen.
Steuervergünstigungen für Wohn- und Geschäftshäuser werden bis
zum 31. Dezember 1985 inkraft bleiben.
-

Steuervergünstigungen für solare Prozeßwärme
Eine zusätzliche Steuervergünstigung von 15 Prozent (bei insgesamt
25 Prozent) soll über den Energiesicherungs-Treuhandfonds gewährt
werden auf die Kosten von solarthermischen Ausrüstungen, um bei
landwirtschaftlichen und technischen Verfahren Prozeßwärme zu erzeugen. Die Vergünstigung wird gewährt für die Kosten zur Installation
von Ausrüstungen, die den Bedingungen entsprechen. Sie gilt bis
zum 31. Dezember 1989.

-

Steuerbegünstigungen für Holzöfen
Eine neue, 15-prozentige Steuervergünstigung wird vorgeschlagen
für den Kauf und die Installation von luftdichten Holzbrandöfen
in Erstwohnhäusern. Diese Steuererleichterung soll die größere
Verwendung unserer Holzvorräte für Hausbrand ermöglichen und sollte
es den Verbrauchern erlauben, bei ihren Heizkostenrechnungen
deutliche Einsparungen zu erzielen.

-

Steuerbefreiung
Eine ständige Befreiung von der gegenwärtigen 4-Cent-Bundessteuer
auf Benzin für Mischungen aus Benzin und Alkohol wird vorgeschlagen,
um die Verwendung von Benzinalkohol "Gasohol" zu ermutigen.

- 29 -

Benzin-

�Benzinalkohol stellt eine nützliche Ergänzung unserer Brennstoffe
für den Antrieb von Automobilen dar und kann dabei helfen, unsere
Nachfrage nach importiertem Rohöl zu mindern.

XIV.

Die gegenwärtige Lage bei der Ölversorgung

Gestiegene Rohöl einfuhren im letzten Monat und der vorgesehene weitere
Anstieg im Juli und August haben ein verbessertes Bild der Ölversorgung zur
Folge. Die Gesamtimporte von Rohöl lagen im Durchschnitt im Verlauf der
letzten fünf Wochen bei fast 6,4 Millionen Barrel pro Tag (MMB/D) und bestätigen damit die Erwartung der Regierung, wonach die Einfuhren im Monat
Mai mit Niveaus von unter 6 Millionen Barrel pro Tag einen Tiefstand erreicht
hatten. Voraussagen für die restlichen Tage im Juli und für August deuten an,
daß der Stand der Gesamteinfuhren von Rohöl bei etwa 6,5 MMB/D bleiben wird.
(Die Einfuhren von ölprodukten, die in dieser Quote enthalten sind, werden
auf 1,9 MMB/D geschätzt). Diese geplanten Mengen an Gesamteinfuhren von
Rohöl und ölprodukten werden es den Vereinigten Staaten ermöglichen, die vom
Präsidenten festgelegten Importquoten einzuhalten. Das verbesserte Versorgungsbild hatte auch einen Anstieg der Verarbeitung von Rohöl in den
Raffinerien zur Folge: Seit Ende Mai ein Anstieg von über 1 Million Barrel
pro Tag (von 14,2 auf 15,4 MMB/D). Die Produktion von Benzin, Dieselöl und
Heizöl ist gleichfalls angestiegen.

Brennstoffvorräte für die Raumheizung im nächsten Winter sind seit Ende
Mai um mehr als 27 Millionen Barrel angewachsen und die Vorräte haben sich
mit einer Rate von fast 1 Million Barrel pro Tag in den letzten zwei Wochen
vermehrt. Diese Rate ist angemessen, um das Ziel von 240 Millionen Barrel
an Vorräten im Oktober zu erreichen. Vorräte von 240 Millionen Barrel werden
sicherstellen, daß angemessene ölvorräte für die Raumheizung im nächsten
Winter zur Verfügung stehen, sogar wenn es ungewöhnlich kalt werden sollte.

Die
- 30 -

�XV.

Die Steuer für ungerechtfertigte Gewinne (windfall profits tax) und die
Verwendung des Energiesicherungs-Treuhandfonds

Die Energiebotschaft des Präsidenten vom 5. April umriß seine Pläne
für die schrittweise Freigabe der ölpreise und den Vorschlag einer Steuer
für ungerechtfertigte Gewinne, die einen neuen übermäßigen Einkommensstrom
zu den ülförderern als ein Ergebnis der Freigabe der Preise verhindern soll.
Die Botschaft schlug außerdem die Bildung eines Energiesicherungs-Treuhandfonds vor, in den die Einnahmen aus dieser Steuer für ungerechtfertigte
Gewinne fließen sollten ebenso wie die Gelder aus den Einkommenssteuererhöhungen
für Olproduzenten während der ersten drei Jahre, die sich aus der Aufhebung
der Preisbindung ergeben würden. Dieser Fonds würde verwendet für 1) Familien
mit niedrigen Einkommen, um ihnen dabei zu helfen, mit den gestiegenen
Energiekosten fertig zu werden; 2) Schritte zu neuen Massenverkehrsmitteln
und 3) Investitionen auf dem Gebiet neuer Energiequellen.
Es ist entscheidend, daß der Kongreß die vorgeschlagene Steuer für
ungerechtfertigte Gewinne und den Energiesicherungs-Treuhandfonds verabschiedet, um den Finanzstrom übermäßiger Einnahmen an die ülproduzenten
zu verhindern und um die notwendigen Fondsmittel bereitzustellen, die für
eine mutige Inangriffnahme der breitgefächerten Energieprobleme dieses
Landes notwendig sind.
Die heute vom Präsidenten angekündigten Initiativen zur Einschränkung
des ölflusses sind die zum erstenmal am 5. April vorgeschlagenen energiebezogenen Investitionen. Diese können nicht durchgeführt werden ohne die
Mittel, die durch die Steuer für ungerechtfertigte Gewinne zur Verfügung
gestellt werden und im Energiesicherungs-Treuhandfonds enthalten sind.
Der Energiesicherungs-Treuhandfonds wird die einzige Quelle für alle
die in der Ankündigung des Präsidenten enthaltenen Ausgaben sein. In dem
Maße, in dem die Steuer für ungerechtfertigte Gewinne nur ungenügende

- 31 -

�ungenügende Einnahmen erbringen sollte, werden Programmangleichungen nach
unten gemacht werden müssen. Andernfalls werden einem Budget zusätzliche
Lasten aufgebürdet, das schon jetzt höchstwahrscheinlich angespannt sein
wi rd.

+ + + + +

- 32 -

�</text>
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