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                  <text>Information
und
Dokumentation

I

International Communication Agency
Embassy of the United States of America

14. März 1979

10
INHALT

DOKUMENTATION
Erklärung Präsident Carters vor seinem Abflug nach dem Nahen Osten
- Wortlaut Carter:

Alle müssen für den Frieden arbeiten

- Wortlaut der Ankunftserklärung in Kairo Gemeinsame amerikanisch-ägyptische Erklärung in Alexandria
- Wortlaut Ansprache Präsident Carters vor dem ägyptischen Parlament
- Wortlaut Erklärung Carters nach Absc hluß seines Ägypten- Besuchs
- Wortlaut Ankunftserklärung Carters in Israel
- Wortlaut Ansprache Präsident Carters vor dem israelischen Parlament
- Wortlaut Erklärung Carters vor seinem Abflug aus Israel
- Wortlaut Erklärung Carters vor dem Abflug aus Kairo
- Wortlaut Erklärung Präsident Carters bei seiner Rückkehr nach Washington
- Wortlaut -

Um Über/endung von
Belegexemplaren wird
gebeten

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�Dokumentation
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14. März 1979

ERKLÄRUNG PRÄSIDENT CARTERS VOR SEINEM ABFLUG NACH DEM NAHEN OSTEN
- Wortlaut -

WASHINGTON - (AD) - Vor seinem Abflug am 7. März 1979 nach Ägypten und
Israel hat Präsident Carter in Washington eine Erklärung abgegeben, die folgenden Wortlaut hat:
Ich trete heute eine neue Mission im Dienste des ältesten Traumes der
Menschheit an - des Traumes vom Frieden.
Nirgendwo ist die Hoffnung auf den Frieden stärker und lebendiger, als
im Nahen Osten; nirgendwo ist der Weg zu seiner Verwirklichung schwieriger,
nirgendwo könnte der Preis, der für einen Fehlschlag zu zahlen wäre, schrecklicher sein.
Der Friede bleibt das Ziel von Präsident Sadat und von Ministerpräsident
Begin sowie der großen Völker Ägyptens und Israels.

Ich weiß, daß sie meine

Entschlossenheit teilen, daß diese Verhandlungen Früchte tragen.
Der Nahe Osten hat zu viel und zu lange unter Krieg und Kriegsfurcht gelitten. Araber und Israelis müssen jetzt in gleicher Weise begreifen, daß

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�daß Blutvergießen, Entbehrung und Tod niemals ihre Meinungsverschiedenheiten
lösen und niemals der Weg zur Erneuerung und zur Hoffnung sein können.
Zum erstenmal innerhalb einer Generation ist der Friede im Nahen Osten
in Reichweite gerückt.

Präsident Sadats Besuch in Jerusalem und der herzliche

Empfang, der ihm durch Ministerpräsident Begin zuteil wurde, haben den Weg geöffnet.

In Camp David waren wir dann gemeinsam bemüht, einen politischen Rah-

men zu schmieden, innerhalb dessen ihre Meinungsverschiedenheiten beigelegt
werden können.
Unsere Verhandlungen basieren auf der Idee, daß der Friede nur erreicht
werden kann, wenn wir den berechtigten Ansprüchen aller entsprechen, die von
dem Konflikt betroffen sind.

Der wahre Friede wird nicht durch einen einzel-

nen Vertrag realisiert werden - so wichtig dies auch sein würde. Aber ein Vertrag zwischen Ägypten und Israel ist ein unverzichtbarer Schritt zu einem weit
umfassenderen Frieden, den wir alle anstreben.
Verhandlungen sind ein langer und mühsamer Prozeß. Aber es gibt Zeiten,
da der Friede mehr Mut verlangt als der Krieg. Ich bin der Überzeugung, daß
Präsident Sadat und Ministerpräsident Begin jene besondere Art von Mut haben
und daß sie auch über den Weitblick und die staatsmännische Fähigkeit verfügen,
um die große Hoffnung zu verwirklichen, die zu schaffen sie mitgewirkt haben.
Daher reise ich mit Hoffnung - Hoffnung, die durch Realismus gedämpft wird.
Als Freund Ägyptens und Israels werden wir unser Bestes tun, um ihnen bei der
Schaffung des Friedens zu helfen, für den sie so oft und immer wieder in Blut
bezahlt haben. Wenn wir dies tun und dabei versuchen, die Grundlagen für einen
stabilen und friedlichen Nahen Osten zu schaffen, dienen wir auch unseren eigenen tiefsten nationalen Interessen und den Interessen aller Völker der Welt.
Ich weiß, daß mich bei diesem Vorhaben die Gebete und guten Wünsche des
amerikanischen Volkes begleiten. Bei der vor mir liegenden schwierigen Arbeit
wird mir Ihre Unterstützung Kraft und Stärke verleihen.
+ + + + +

- 2 -

�Dokumentation
International Communication Agency
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10

14. März 1979

CARTER: ALLE MÜSSEN FÜR DEN FRIEDEN ARBEITEN
- Wortlaut der Ankunftserklärung in Kairo -

KAIRO - (AD) - Der amerikanische Präsident Jimmy Carter hat am 8. März
1979 bei seiner Ankunft in Kairo erneut den Friedenswillen der USA unterstrichen und betont, daß die Vereinigten Staaten mit allen Parteien zusammenarbeiten würden, die sich den Prinzipien eines echten Friedens und der Sicherheit im Nahen Osten verpflichtet fühlten.
Auf eine herzliche Begrüßung des ägyptischen Staatspräsidenten Sadat
erwiderte Präsident Carter im Kubbeh-Palast in Kairo wörtlich:
Salam Aleikum (Friede sei mit Euch)
Hunderttausende von Ägyptern haben heute nachmittag die Straßen gesäumt,
um ihre tiefsten Gefühle zum Ausdruck zu bringen - nicht einer persönlichen
Freundschaft oder Bewunderung für mich oder ihren noblen und geliebten Staatsmann, Präsident Sadat. Ihre tiefsten Gefühle, die schon unsägliche Male zum
Ausdruck gebracht wurden, galten vielmehr dem echten Wunsch nach Frieden.

Das

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�Das Bekenntnis zum Frieden hat für uns alle heute eine besondere und
dringende Bedeutung.
dens.

Herr Präsident, ich komme zu Ihnen im Geiste des Frie-

Wir kommen zusammen, um die heilige Arbeit zum Aufbau des Friedens

wieder aufzunehmen.
Für mich und meine Frau und für die vielen anderen Freunde, mit denen
wir in den vergangenen Monaten so angelegentlich zusammengearbeitet haben,
ist dies eine Ehre.
Es ist für mich ein Vergnügen, heute wieder mit Ihnen in Kairo zusammenkommen zu können. Wir überbringen den Respekt und die guten Wünsche für
Staatspräsident Sadat und das ägyptische Volk von den Millionen von Menschen,
die in den Vereinigten Staaten von Amerika leben.
Ich bin in den Nahen Osten gekommen, um die Sache des Friedens zwischen
Ägypten und Israel zu fördern. Ein Vertrag zwischen diesen beiden großen Nationen wäre ein Anfang, nicht ein Ende. Er würde uns dem großen von uns angestrebten Ziel sehr viel näher bringen - einem wahren Frieden, einem umfassenden Frieden, einem Frieden, der die berechtigten Ansprüche all derer widerspiegeln würde, die während der letzten 30 Jahre des Konfliktes, der Feindschaft und des Krieges so sehr gelitten haben.
Er wäre auch der Anfang eines neuen Kapitels in der langen Geschichte
Ägyptens, wo die Energien aller Ägypter endlich mit allem Nachdruck auf die
humane Aufgabe gelenkt werden können, eine Zukunft der Würde und der Hoffnung
aufzubauen.
Ich weiß aus Erfahrung, wie sehr Präsident Sadat eine solche Zukunft
wünscht. Aus unseren stundenlangen Gesprächen respektiere ich ihn als einen
Mann großen Mutes mit einer wahren Leidenschaft für den Frieden. Er hat sich
mit Nachdruck dafür ausgesprochen, aber was noch wichtiger ist, er hat auch
kühn und entschlossen in diesem Sinne gehandelt.

Mit

�Mit seiner aufrüttelnden Reise nach Jerusalem im November 1977 hat Präsident Sadat sich voll und ganz dem Ziel eines gerechten und dauerhaften Friedens verschrieben.

Das war auch unser Ziel in Camp David, wo Präsident

Sadat, Ministerpräsident Begin und ich uns über einen Rahmen für einen umfassenden Frieden sowie über die Unrisse eines Vertrages zwischen Ägypten
und Israel einigten.

Und das ist auch das Ziel der Gespräche, die heute fort-

geführt werden.
Es ist unsere Hoffnung, ein Abkommen zu erreichen, das ehrenhaft und gerecht ist und das jeder verhandelnden Partei Sicherheit bietet.

Aber vor allem

anderen ist es unser Ziel, einen Frieden zu erreichen, der von Dauer ist.
Wenn die Verheißung des Friedens für das israelische und das ägyptische
Volk voll realisiert werden soll, dann müssen andere ermutigt werden, sich an
dem Prozeß der Lösung der Differenzen durch Verhandlungen und durch Anpassung
zu beteiligen.
Die Vereinigten Staaten werden mit jeder Partei und mit allen Parteien
zusammenarbeiten, die den Prinzipien eines echten Friedens und einer echten
Sicherheit verpflichtet sind.
Wenn die Beziehungen zwischen uns vertieft werden, dann können wir alle
wirksamer zusammenarbeiten, um dem Nahen Osten als Ganzem Stabilität zu bringen.
Präsident Sadat hat einmal geschrieben - und ich zitiere - "daß kein
Problem jemals als unüberwindlich angesehen werden sollte."

In den letzten

Monaten haben wir manche Probleme bewältigt, die einmal unüberwindlich schienen.
Ich hoffe zutiefst, daß wir mit Gottes Hilfe die noch verbleibenden Hindernisse
für den Abschluß eines Friedensvertrages zwischen Ägypten und Israel aus dem
Weg räumen und die Verhandlungen über andere Fragen mit großer Entschlossenheit
und in Übereinstimmung mit den Vereinbarungen von Camp David fortsetzen können.
Die wichtigste Bedingung für einen Erfolg ist erfüllt worden - nämlich die
ehrliche Überzeugung auf beiden Seiten, daß der Frieden dem Krieg vorzuziehen

�vorzuziehen ist, daß Meinungsverschiedenheiten besser durch die Anwendung
von Vernunft als durch das Vergießen von Blut geregelt werden können.
Das ägyptische Volk hat viel Blut vergossen.

Und besonders in den Augen

der Frauen, die während der letzten Minuten die Straßen säumten und auf den
Baikonen standen, haben wir den Wunsch, das Verlangen und die Bitte gesehen,
daß ihre Söhne und Männer niemals mehr unter Kampf und Krieg leiden sollten.
Präsident Sadat und ich haben uns auf unserer Fahrt das Wort gegeben,
nicht diese Menschen hier, in Israel, unter den Palästinensern und in den
Ländern zu enttäuschen, die sich gegenwärtig in einem Kriegszustand befinden
und von uns und anderen abhängen, damit dieses Gebiet den seit so langer Zeit
unverwirklichten, aber so sehr gewünschten Zustand des Friedens erhält.
Wie Sie, Herr Präsident, bin ich der Sache des Friedens verpflichtet.
Wie Sie, Herr Präsident, bin ich entschlossen, in diesem Bemühen nicht nachzulassen.

Unser gemeinsamer Einsatz, unsere gemeinsame Entschlossenheit wur-

zelt in gemeinsamer religiöser Wahrheit.
"Wir glauben an Gott."
ben an das Vertrauen.

Viele Plakate trugen die Inschrift:

Sie und ich, Herr Präsident glauben an Gott. Wir glauDieses Vertrauen hat vielfache Formen, aber die ihm zu

Grunde liegende Botschaft ist dieselbe.

Es ist eine Botschaft der Liebe, des

Glaubens und des Friedens.
Wollen wir, da wir in den jetzt beginnenden entscheidenden Gesprächen zusammenarbeiten, Gott mit den Worten des Evangeliums bitten, unsere Füße auf
den Weg des Friedens zu lenken.
Ich danke Ihnen.

+ + + + +

- 4-

�14. März 1979

10

GEMEINSAME AMERIKANISCH-ÄGYPTISCHE ERKLÄRUNG IN ALEXANDRIA
- Wortlaut -

ALEXANDRIA - (AD) - Nach den Gesprächen zwischen Präsident Jimmy
Carter und dem ägyptischen Staatspräsidenten Anwar Sadat wurde am 9. März 1979
in Alexandria eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, die folgenden Wortlaut hat:
Präsident Sadat und Präsident Carter haben ihre Gespräche über den
Friedensprozess und andere Fragen von gemeinsamem Interesse fortgesetzt.
Die Gespräche dauerten von 19:05 bis ?0:00 Ortszeit und wurden in einer
Atmosphäre der Freundschaft und der Offenheit geführt.
Folgende Persönlichkeiten nahmen an dem Treffen teil:
Auf amerikanischer Seite:
Präsident Carter
Außenminister Cyrus Vance
Verteidigungsminister Harold Brown

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�Zbigniew Brzezinski, Berater des Präsidenten für Fragen der nationalen
Sicherheit
Haroid Saunders, Unterstaatssekretär für nahöstliche und südasiatische Fragen
Botschafter Herman Eilts
Sonderbotschafter Roy Atherton
Bill Quandt, Stab des Nationalen Sicherheitsrates
Auf ägyptischer Seite:
Präsident Sadat
Ministerpräsident Mustafa Khalil
Vizepräsident Husni Mubarak
General Hassan Ali, Verteidigungsminister
Ahmed al-Sayegh, Wirtschaftsminister
Botschafter Asraf Ghorbal
Hassan Kamel, Protokollchef
Butrus Ghali, der ägyptische Außenminister, Außenminister Vance
und Ministerpräsident Khalil trafen heute nachmittag von 15:30 bis 17:00
(Kairoer Zeit) im Palestine-Hotel zusammen.

Ihre Gespräche konzentrierten

sich auf die ungelösten Fragen in den Verhandlungen über einen Friedensvertrag.

Die beiden Präsidenten werden morgen (10. März) an einem Arbeits-

essen im Mena House in der Nähe von Kairo teilnehmen, dem sich zusätzliche
Gespräche anschießen werden.
Präsident Carter wird morgen abend (10. März) nach Israel abreisen.

+ + + + +

�HöHi
I

Dokumentation

CO

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14. März 1979

10

ANSPRACHE PRÄSIDENT CARTERS VOR DEM ÄGYPTISCHEN PARLAMENT
- Wortlaut -

KAIRO - (AD) - Präsident Jimmy Carter hat am 10. März 1979 vor dem
ägyptischen Parlament (Volksversammlung) seine Friedensziele für den Nahen
Osten noch einmal in aller Eindringlichkeit dargelegt. Die Ausführungen
des Präsidenten haben folgenden Wortlaut:
Ich trete heute auch im Namen Gottes als Partner vor Sie hin, zusammen
mit meinem großen und guten Freund, Ihrem Präsidenten Anwar al-Sadat, um
über die Mitglieder dieser Volksversammlung zum ägyptischen Volk zu sprechen.
Wenn ich jetzt vor Ihnen stehe, geht mir das Herz über.
Ich empfinde eine tiefe Achtung vor dem ägyptischen Volk und vor Ihrem
Führer, Präsident Sadat - einem Mann, der seine starke Hand ausgestreckt
hat, um das Steuer der Geschichte herumzuwerfen. Und ich verspüre auch ein
tiefes Gefühl der Hoffnung, wenn ich an die Zukunft denke, die sich vor uns
auftun wird, wenn wir den Willen und den Glauben haben, den Frieden herbeizuführen - und wir haben diesen Willen und diesen Glauben, und wir werden den
Frieden herbeiführen.

Als
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�Als Junge habe ich wie andere Schulkinder in der Welt die ägyptische
Kultur kennengelernt.

In den letzten Tagen habe ich endlich das Erbe dieser

großen Kultur mit meinen eigenen Augen gesehen.

Als Bürger eines sehr jungen

Landes kann ich das 7000jährige Erbe des ägyptischen Volkes, das Sie hier vertreten, nur staunend bewundern.
Während des größten Teils der letzten 500 Jahre litt Ägypten unter Fremdherrschaft.

Aber Ägypten hat seinen Platz unter den unabhängigen Nationen

der Welt wieder eingenommen

und stand an der Spitze des Wiederaufschwungs der

arabischen Völker auf einen führenden Platz unter den Nationen der Welt.

Ich

bin sehr stolz auf diese große Leistung, die Sie vollbracht haben.
Tragischerweise war diese Generation des Fortschritts auch eine Generation
des Leidens.

Immer wieder sind die Energien der Völker des Nahen Ostens durch

die Konflikte unter ihnen ausgelaugt worden - und vor allem durch die heftigen
Konfrontationen zwischen Arabern und Israelis.
Vier Kriege haben ihren Zoll an Blut und Gut gefordert, an entwurzelten
Familien und jungen Leben, zu früh verloren.

Dann stand vor 16 Monaten ein

Mann auf - Anwar al-Sadat - und erklärte: "Genug des Krieges."
und sagte: "Genug des Krieges. Es ist Zeit zum Frieden."

Er stand auf

Diese außergewöhnliche Reise Präsident Sadats nach Jerusalem setzte den
Prozeß in Gang, der mich heute hierher geführt hat. Ihr Präsident hat die
Macht des menschlichen Mutes und des menschlichen Weitblicks unter Beweis gestellt, Hoffnung zu wecken, wo es bisher nur Verzweiflung gab.
Die durch Präsident Sadats Initiative in die Wege geleiteten Verhandlungen
waren lang und beschwerlich.

Das konnte ja auch nicht anders sein.

Die Fragen, um die es geht, sind komplex und sie sind in einem Netz starker Emotionen verfangen.

Aber wiederum für das ägyptische Volk und das israe-

lisce Volk gilt in gleicher Weise, daß die mächtigste Emotion nicht die Feindseligkeit ist.

Es ist nicht der Haß.

Es ist der Wille zum Frieden.

- 2 -

Und in

�in einem Jahr des miteinander Redens ist mehr erreicht worden

als in 30

Jahren des Krieges.

Wie sich der Friedensprozeß vorwärts bewegte - manchmal reibungslos, aber
öfter unter Schmerzen und Schwierigkeiten - wurde die Regierung Ägyptens von
fähigen Diplomaten vertreten, voll und ganz auf die nationalen Interessen
Ägyptens eingestellt, aber sich auch ständig der Verantwortung Ägyptens für
die übrige arabische Welt bewußt.

Im September vorigen Jahres führte der Kurs der Verhandlungen den Präsidenten Ägyptens und den Ministerpräsidenten Israels nach Camp David in den
bewaldeten Hügeln in der Nähe der Hauptstadt der Vereinigten Staaten von
Amerika.
Aus unseren Gesprächen dort entstanden zwei Abkommen: Ein Rahmen»innerhalb dessen ein Frieden zwischen Israel und all seinen Nachbarn erreicht werden könnte und die legitimen Rechte jenes palästinensischen Volkes verwirklicht
werden könnten - und auch ein Entwurf für einen Friedensvertrag zwischen
Ägypten und Israel im Rahmen eines umfassenden Friedens für den Nahen Osten.

Diese Abkommen wurzelten in der Resolution 242 des Sicherheitsrates der
Vereinten Nationen, in der eine Grundgleichung zwischen einer arabischen
Friedensverpflichtung und einem israelischen Abzug im Zusammenhang mit der
Sicherheit aufgestellt wurde.

Der Vertrag, über den derzeit zwischen Ägypten und Israel verhandelt wird,
spiegelt diese Grundsätze wider.

Seit die beiden Abkommen unterzeichnet wurden,

arbeiten wir daran, sie zum Tragen zu bringen.

Die Vereinigten Staaten waren als Vermittler tätig, sie haben an der Lösung von Problemen gearbeitet - sie wollten keine Seite dazu drängen, Bestimmungen zu akzeptieren, die ihren grundlegenden Interessen zuwiderliefen.
Bei diesen Verhandlungen ging es in einer entscheidenden Frage um die Beziehung zwischen einen ägyptisch-israelischen Vertrag und dem weitergesteckten
- 3 -

�weitergesteckten Frieden, wie man ihn sich in Camp David vorgestellt und zu
dem man sich verpflichtet hatte.
Ich glaube, dieses Gremium hier und das ägyptische Volk haben ein Recht
zu erfahren, was ich über dieses Thema denke.

Wenn zwei Nationen einen Ver-

trag miteinander schließen, dann haben sie jedes Recht zu erwarten, daß die
Bestimmungen dieses Vertrages getreulich und unerschütterlich erfüllt werden.
Gleichzeitig kann kaum ein Zweifel daran bestehen, daß die beiden in
Camp David erreichten Abkommen - zusammen ausgehandelt und zusammen unterschrieben - miteinander in Beziehung stehen

und daß ein umfassender Frieden

ein gemeinsames Ziel bleibt.
Gerade in den letzten Tagen haben Ministerpräsident Begin in Washington
und Präsident Sadat hier in Ägypten sich erneut verpflichtet, alle in Camp
David gemachten Zusagen zu halten.

Beide Führer bekräftigten, daß sie keinen

Separatfrieden zwischen ihren beiden Ländern wollen.

Daher stellen unsere ge-

genwärtigen Bemühungen, den Vertrag zum Abschluß zu bringen, nicht das Ende
eines Prozesses dar, sondern den Anfang - denn ein Vertrag zwischen Ägypten
und Israel ist ein unerläßlicher Bestandteil eines umfassenden Friedens.
Ich verspreche Ihnen heute, daß ich mich auch weiterhin persönlich verpflichtet fühlen werde, zu Verhandlungen überzugehen, die das Westufer und
den Gaza-Streifen und andere Fragen von Interesse für die Palästinenser betreffen - und zu künftigen Verhandlungen - und auch zu künftigen Verhandlungen
zwischen Israel und all seinen Nachbarn.
Ich fühle eine persönliche Verpflichtung in dieser Hinsicht.
Nur der Weg der Verhandlung und der Schlichtung kann zur Erfüllung der
Hoffnungen des palästinensischen Volkes auf friedliche Selbstverwirklichung
führen.

Die in den Abkommen von Camp David vorgeschlagenen Verhandlungen

werden ihnen die Gelegenheit bieten, an der Bestimmung ihrer eigenen Zukunft
mitzuwirken.

Wir appellieren an die Vertreter der Palästinenser, an diesen
- 4 -

�diesen Verhandlungen teilzunehmen.
Wir sind bereit, mit jedem zusammenzuarbeiten, derwillens ist, über den
Frieden zu reden.

Jene, die diese Bemühungen angreifen, wenden sich gegen

die einzige realistische Aussicht, die dem Nahen Osten echten Frieden bringen
kann.
Möge sich niemand täuschen. Die Auswirkungen ihrer kriegerischen Schlagworte und ihre Wortwahl macht sie in Wirklichkeit zu Verfechtern des Status
quo und nicht des Wandels; zu Verfechtern des Krieges, nicht des Friedens; zu
Verfechtern weiteren Leidens, nicht der Menschenwürde, die den Menschen dieser
Region zusteht, die so lange gelitten haben.
Der Abschluß eines Friedensvertrages zwischen Israel und Ägypten wird
Ihre Regierung in die Lage versetzen, ihre Ressourcen nicht für den Krieg, sondern für ein besseres Leben für jeden Ägypter einzusetzen.
Ich weiß, wie sehr sich Präsident Sadat diesem Streben verpflichtet fühlt.
Und ich bin überzeugt, daß die Erreichung dieses Ziels letztlich sein größtes
Vermächtnis an das Volk sein wird, dem er so gut dient.
Meine Regierung ihrerseits ist mit der vollen Macht und dem ganzen Einfluß der Vereinigten Staaten von Amerika bereit, die Bürde dieser Verpflichtung
zusammen mit Ihnen zu tragen. Die Ergebnisse, die wir uns erhoffen, werden
nicht rasch und nicht leicht zu erreichen sein, aber sie werden kommen.
Der Abschluß des Friedensvertrages, über den wir sprechen, wird die Zusammenarbeit zwischen Ägypten und den Vereinigten Staaten auf andere Weise
stärken.
Ich stehe voll hinter der Überzeugung von Präsident Sadat und unterstütze
sie, daß in der Welt die Stabilität aufrechterhalten werden muß, selbst wenn
ein konstruktiver Wandel aktiv gefördert wird.
Und
- 5 -

�Und ich bin mir auch darüber im klaren, daß die Sicherheit dieser lebenswichtigen Region in Frage gestellt wird.

Ich begrüße seine Entschlossenheit,

sich dieser Herausforderung zu stellen, und meine Regierung wird hinter ihm
stehen.
Unsere Politik geht davon aus, daß jede Nation die Fähigkeit haben soll,
sich selbst zu verteidigen, damit sie für ihre Sicherheit nicht von Bündnissen
mit anderen abhängig zu sein braucht.

Die Vereinigten Staaten streben für

sich keine Sonderstellung an.
Wenn wir in unseren Bemühungen Erfolg haben, einen umfassenden Frieden zu
standezubringen,

dann wird er, jedes seiner Elemente, diesem Gremium hier

sicherlich zur Ratifizierung vorgelegt werden.
Es liegt in der Natur der Verhandlungen, daß kein Vertrag,vom ägyptischen
oder vom israelischen Standpunkt aus gesehen, ganz ideal oder vollkommen sein
kann.
Die Frage jedoch, vor der wir immer gestanden sind, ist nicht, ob ein
Vertrag, den wir aushandeln, die unmittelbaren Wünsche der einen oder der
anderen Partei erfüllt, sondern ob er die lebenswichtigen Interessen beider
Parteien schützt und ob er der Sache des Friedens für alle Staaten und alle
Völker dieser Region dient. Das ist die grundlegende Zielsetzung und die
schwierigste Frage, auf die wir eine Antwort finden wollen.
Ein solcher Vertrag, ein solches Abkommen,!iegt in unserer Reichweite.
Wir sollten die Gelegenheit nutzen, solange sie uns geboten wird.
Wir, die wir uns in diesem großen Werk, dem Werk des Friedens, engagiert
haben, sind verschiedenen religiösen Glaubens.

Einige von uns sind Moslems,

einige von uns sind Juden, einige von uns sind Christen.
Glaubens sind unterschiedlich.

Wir beten jedoch

Die Formen unseres

denselben Gott an.

die Botschaft der Vorsehung ist immer dieselbe gewesen.
Ich
- 6 -

Und

�Ich möchte die Worte des heiligen Korans zitieren: "Wenn Dein Gegner
zum Frieden neigt, dann neige Dich auch dem Frieden zu - und vertraue auf
Gott, denn er ist allwissend und allweise."
Und ich möchte die Worte aus dem Alten Testament zitieren:
vom Bösen und tue Gutes, suche den Frieden und lebe danach."

"Weiche ab

Und ich möchte auch noch die Worte Jesu aus der Bergpredigt zitieren:
"Gesegnet sind die Friedliebenden, denn sie werden Kinder Gottes genannt."
Meine Freunde, meine Brüder, laßt uns das vor uns liegende Werk vollenden.
Laßt uns Frieden miteinander finden.
Ich danke Ihnen.

- 7 -

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Dokumentation

fiä\

I

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öl

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14. März 1979

ERKLÄRUNG CARTERS NACH ABSCHLUSS SEINES ÄGYPTEN-BESUCHS
- Wortlaut -

KAIRO

- (AD) - Nach Abschluß seiner Besprechungen mit Präsident

Sadat im Mena House und vor seinem Weiterflug nach Israel gab Präsident
Carter folgende Erklärung ab:
Präsident Sadat und ich möchten einige Worte über diesen Besuch
sagen.

Zunächst möchte ich im Namen des amerikanischen Volkes und auch

für mich sprechend Präsident Sadat und dem ägyptischen Volk meinen tief
empfundenen Dank ausdrücken für einen Emfang, der mich sehr beglückt hat
und den ich niemals vergessen werde.
Wir haben mehrere Stunden über den Frieden gesprochen.

Für mich

ist es ganz klar, daß das ägyptische Volk - das wird schon aus dem überwältigenden Willkommen für mich und Präsident Sadat deutlich - echt den
Frieden wünscht.
Für mich ist ebenso klar, daß Präsident Sadat und das ägyptische

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�ägyptische Volk sowie Israel entschlossen sind, alle Bestimmungen, alle
in Camp David getroffenen Vereinbarungen auszuführen, nicht nur für den
Frieden zwischen Israel und Ägypten, sondern auch für einen vollen und
umfassenden Frieden, der die Verwirklichung der Rechte jener beinhaltet,
die seit so langer Zeit gelitten haben, sowie ein schrittweises Vorankommen auf dem Wege zum Frieden zwischen Israel und allen seinen Nachbarn.
Wir haben hier einige schwierige Fragen gelöst.

Weitere schwierige

Fragen müssen noch geregelt werden.
Ich werde heute nachmittag von hier nach Israel reisen, um mit
Ministerpräsident Begin sowie mit den Vertretern der israelischen Regierung
zusammenzutreffen.

Ich hoffe, daß die Meinungsverschiedenheiten, die noch

bestehen, gelöst werden können.
Ich danke Ihnen.

+ + + + +

�fiTiTOi im

Dokumentation

I

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14. März 1979

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ANKUNFTSERKLÄRUNG CARTERS IN ISRAEL
- Wortlaut -

TEL AVIV

- (AD) - Präsident Jimmy Carter gab bei seiner Ankunft

auf dem Ben Gurion-Flughafen in Tel Aviv am 10. März 1979 eine Erklärung
ab, die folgenden Wortlaut hat:
Als gewählter Führer und Vertreter des amerikanischen Volkes fühle
ich mich geehrt und bin erfreut, den Boden des freien Staates Israel betreten zu dürfen.
Friedens.
deutet.

Ich komme zu Ihnen als Mitarbeiter an der Sache des

Ich weiß, wieviel diese Sache für das Volk dieses Landes beKein Volk in der Geschichte hat mehr unter Gewalttaten gelitten

als das jüdische Volk.

Der Staat Israel

vor dieser Gewalt geschaffen.

wurde als eine Zufluchtsstätte

Doch nach vier Kriegen innerhalb von drei

Jahrzehnten weiß jeder israelische Bürger immer noch aus erster Hand, was
es heißt, um einen geliebten Gefallenen oder um einen Freund zu trauern.
Als ich die Reihen der Vertreter Ihrer Streitkräfte abschritt und sie gehören zweifellos zu den besten Soldaten der Welt- sprach ich

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�ich ein feierliches Gebet zu Gott, daß keiner dieser Männer oder ihrer
Landsleute jemals wieder ihr Leben im Kriege lassen möge.
Wie Ministerpräsident Begin es schon so oft erklärt hat.wünscht
Israel wirklich den Frieden.

Daran kann kein Zweifel bestehen, und ich bin

nach meinen Erfahrungen der letzten drei Tage absolut sicher, daß auch
das ägyptische Volk diesen Wunsch nach Frieden voll und ganz teilt.
Während dieser letzten drei Tage habe ich viele Stunden mit Präsident
Sadat darüber gesprochen, wie die endgültigen Einzelheiten eines Friedensvertrages im Zusammenhang mit einem umfassenden Frieden für das gesamte
Gebiet aussehen könnten.
Ministerpräsident Begin und ich werden in Kürze mit der Erörterung
dieser Einzelheiten beginnen, wobei wir dasselbe Ziel vor Augen haben,
nämlich in der gegenwärtigen Situation nach den Mitteln und Wegen sowie
nach der Willenskraft zu suchen, diesen nächsten, entscheidend wichtigen
Schritt zu einem gerechten und dauerhaften Frieden im Nahen Osten zu
gehen.
Wir sind einander sehr weit entgegengekommen und haben dabei vielleicht
eine größere Entfernung zurückgelegt, als viele von uns erträumt haben.
Unter der starken und mutigen Führung von Ministerpräsident Begin war die
Regierung Israels bereit, schwierige Entscheidungen zu treffen - und zwar,
wie Ihr Präsident gerade erklärt hat - auf der ganzen Linie. Ich brauche
nicht hinzuzufügen, daß es eine Tragödie wäre, wenn wir uns - nachdem wir
so weit gelangt sind - jetzt vom Wege des Friedens abwenden würden. Ich
habe guten Grund zu der Hoffnung, daß das Ziel jetzt erreicht werden kann aber natürlich liegen die letzten Entscheidungen dort, wo sie immer gelegen
haben: bei den gewählten Vertretern des Volkes, das seit so vielen Jahren
direkt unter Zerstörung und Blutvergießen gelitten hat.
Ich sehe dem Abschluß der so dringenden und brennenden Angelegenheiten

- 2 -

�Angelegenheiten während dieses kurzen Besuches entgegen.

Ich überbringe

die besten Wünsche des amerikanischen Volkes und die Grüße von Präsident
Sadat, den ich erst vor einer Stunde verlassen habe, sowie die Hoffnungen
der gesamten Welt.

Die Aufgabe, die zu lösen wir uns gemeinsam bemühen,

verlangt mehr als Vernunft, mehr sogar als Willenskraft.

Sie verlangt

Vertrauen - denn in jedem Falle ist die Aufgabe des Aufbaus des Friedens
eine heilige Aufgabe.

Um mit den Worten des Midrasch (der jüdischen Auslegung

des Alten Testamentes) zu sprechen, "ist der Frieden wichtig, denn Gottes
Name ist Shalom (Frieden)".

Lasst und Frieden finden, laßt uns gemeinsam

Frieden stiften.

+ + + + +

- 3 -

�Dokumentation
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14. März 1979

ANSPRACHE PRÄSIDENT CARTERS VOR DEM ISRAELISCHEN PARLAMENT
- Wortlaut -

JERUSALEM - (AD) - Präsident Jimmy Carter hat am 12. März 1979 in einer
Ansprache vor dem israelischen Parlament - der Knesset - noch einmal in aller
Eindringlichkeit seinen Friedensappell an Israel und Ägypten wiederholt. Die
Ansprache Carters hat folgenden Wortlaut:
Herr Präsident, Herr Ministerpräsident, Sprecher des Hauses, hochverehrte
Mitglieder der Knesset!
Während der letzten 24 Stunden habe ich diese Rede mehrmals umgeschrieben.
Ich habe aus ihr die Verzweiflung herausgelassen und ich habe auf frohe Kunde
und Lobpreis verzichtet. Ich habe mich vielmehr entschlossen eine Rede der Besorgnis, der Vorsicht und Hoffnung zu halten.
Es ist für mich eine Ehre, in dieser Versammlung freier Männer und Frauen
zu weilen, in der sich ein großes und altehrwürdiges Volk und zugleich eine
junge und mutige Nation repräsentiert. Ich überbringe alle guten Wünsche und
den Gruß des amerikanischen Volkes, das mit dem Volk von Israel die Liebe zu
Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden teilt.
Und

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�Und es ist für mich auch eine Ehre, in Jerusalem, dieser heiligen Stadt,
zu weilen, die Jesajas als einen Platz der Ruhe beschreibt, deren Mauern die
Stätte des Ursprungs der Brüderlichkeit und des Friedens für so viele Menschen
auf der Welt in sich birgt.
Die Sache der Brüderlichkeit und des Friedens ist es, um deretwillen ich
hier bin.

Ich bin nach Kairo und hier nach Jerusalem gegangen, um zu versuchen,

die kühnen, tapferen und historischen Bemühungen von Präsident Sadat und Ministerpräsident Begin zu fördern und zu demonstrieren, daß die Vereinigten
Staaten von Amerika genau so entschlossen sind wie diese beiden führenden Staatsmänner, einen Frieden und eine Freundschaft von Dauer zwischen Ägypten und
Israel zu schaffen und dem Krieg und der Kriegegefahr im gesamten Gebiet des
Nahen Ostens ein Ende zu setzen.
Kein Volk wünscht und verdient den Frieden mehr als das jüdische Volk.
Kein Volk hat ihn so lange ersehnt, keines von ihm in so beredter Weise gesprochen und keines durch sein Ausbleiben so sehr gelitten.

Von Pogrom zu

Pogrom und von Krieg zu Krieg hat Israel seine Söhne und seine Töchter begraben müssen.
Gestern vormittag habe ich in Yad Vashem tiefe Trauer empfunden angesichts
der furchtbaren Zeugnisse der Vergangenheit und der Schrecken dieser Blutopfer.
Das moderne Israel entstand in der Zeit, die sich unmittelbar diesem
historischen Verbrechen anschloß, dessen Ungeheuerlichkeit menschliche Fassungskraft nahezu übersteigt. Ich weiß, daß Israel sich über alles verpflichtet und entschlossen fühlt, daß etwas derartiges auf Erden niemals wieder geschehen darf.
Amerika respektiert diese Entschlossenheit und teilt sie voll und ganz
mit Ihnen und Amerika ist sich dessen bewußt, daß Sorge und größte Vorsicht
für die Juden seit Jahrhunderten und für Israel seit seiner Unabhängigkeit
eine praktische und moralische Notwendigkeit für das überleben gewesen sind.
Und
- 2 -

�Und dennoch haben Sie in den vergangenen Monaten gewaltige Opfer gebracht und große Risiken für den Frieden auf sich genommen.

Diese gläubige

Hingabe an den Frieden, wie sie in Jerusalem und Kairo hervortrat, hat
Männern und Frauen überall auf der Welt ein erneutes Gefühl der Hoffnung gegeben, daß menschliche Vernunft, guter Wille und Glaube erfolgreich sein und
die Barrieren zwischen Völkern niederreißen können, die zu unsern Lebzeiten
nur den Krieg gekannt haben.
Wie Ministerpräsident Begin nach dem Gipfeltreffen in Camp David sagte,
zeigten die erzielten Übereinkommen, daß jedes Problem gelöst werden kann,
wenn nur etwas - und er wiederholte "etwas" - Weisheit da ist. Das sind wahre
und zugleich beruhigende Worte. Ich weiß aus meiner intensiven persönlichen
Beteiligung an diesen Verhandlungen, daß Präsident Sadat und Ministerpräsident
Begin niemals an ihrem oft zum Ausdruck gebrachten unbedingten Eintreten für
den Frieden irre geworden sind.
Präsident Sadat sagte in Kairo, daß nach seinem Willen nichts dem von
uns gemeinsam verfolgten Ziel in den Weg treten soll, einen Friedensvertrag
zwischen Israel und Ägypten zum Abschluß zu bringen und dies zu einem lebendigen Zeugnis der Freundschaft zwischen den beiden benachbarten Staaten zu
machen.
Ich glaube ihm und ich weiß in meinem Herzen, daß Ministerpräsident Begin
und die israelische Regierung mit nicht weniger Hingabe dem gleichen edlen
Ziel verschrieben sind.
Aber wir sind unserer Herausforderung noch nicht voll gerecht geworden.
Trotz unserer unermüdlichen Anstrengungen, trotz des außerordentlichen Fortschritts der letzten sechs Monate sind wir noch immer nicht am Ziel.
Für uns alle besteht nun die ernste Aufgabe und Pflicht, noch einmal all
unsere Energien und all unsere Vorstellungskraft aufzubieten, um die Tragödie
eines Versagens zu bedenken und andererseits das berechtigte Frohlocken, wenn
wir den Frieden bringen.

n.

3

Die
- 3 -

�Die Unterstützung durch die Mitglieder der Knesset wird bei dieser Bemühung natürlich von entscheidender Bedeutung sein.

Unser Weitblick muß so

groß wie unser Ziel seih. Weisheit und Mut werden von uns allen gefordert
- und genauso praktischer Sinn und Realismus.
Wir dürfen diesen entscheidenden Augenblick nicht preisgeben, wir müssen
beten, als hinge alles von Gott ab, und wir müssen handeln, als hinge alles von
uns selbst ab.
Was für einen Frieden erstreben wir?

Spinoza sagte, Frieden sei nicht

das bloße Schweigen der Waffen, sondern er sei eine Tugend, ein Geisteszustand,
die Fähigkeit zum Wohltun, zum Vertrauen und zur Gerechtigkeit.
Auch Amerika teilt diese Vision und wird Israel zur Seite stehen, um sicherzugehen, daß sich diese Vision erfüllt.

Den lebendigen Beweis für diese tiefe

Friedenssehnsucht sah ich in Ägypten bei dem ägyptischen Volk, bei Millionen
von ihnen. Aber wie Sie sind sie besorgt wegen der Ungewißheiten dieses
ersten entscheidenden Stadiums bei der umfassenden Aufgabe, aus den Schwertern
im Nahen Osten Pflugscharen zu schmieden.

Wie Sie hoffen sie, die Feinschaft

für immer zu verbannen, die zwischen den Nachbarn, den Nachbarn seit eh und jeh,
Israel und Ägypten bestanden hat.
Meine Freunde, aus meiner eigenen Erfahrung als Präsident der Vereinigten
Staaten verstehe ich nur zu gut, daß historische Entscheidungen selten leicht
und selten ohne Schmerzen zu treffen sind. Benjamin Franklin, der den Friedensvertrag zwischen England und Amerika nach unserem eigenen Unabhängigkeitskrieg
aushandelte, sagte, daß er keinen Friedensabschluß kenne - und sei es der vorteilhafteste - den man nicht als unangemessen gerügt habe.
Während des Friedensprozesses haben beide, Israel und Ägypten eingesehen,
daß kein Friedensvertrag jedes Ziel beider Nationen einschließen kann. Was
ein Vertrag aber leisten kann, was er weitaus besser als der zerbrechliche
Status quo und unendlich viel besser als die tückischen Spannungen leisten kann,
die entstehen würden, wenn wir mit unseren Anstrengungen weiterhin nicht von
- 4 -

�von der Stelle kommen oder gar scheitern, das ist die lebenswichtigen Interessen sowohl Israels als auch Ägyptens zu schützen und die Möglichkeiten für
einen Frieden für alle Staaten und alle Völker dieses he"mgesuchten Gebietes
zu eröffnen.

Zweifel ist der Stoff, aus dem große Entscheidungen gemacht werden, aber
das gilt auch für Träume.

Wir stehen heute unmittelbar an der Schwelle, um

Israels ewigen Traum von Frieden Wirklichkeit werden zu lassen.

Ich will nicht

so tun, als ob diese Wirklichkeit frei von jeder weiteren Herausforderung sein
werde.

Das wird nicht der Fall sein.

Und das jüdische Volk weiß besser als

jedes andere, daß das Leben selten leicht ist.

Aber wir müssen diesen Anfang machen.

Wir müssen diese kostbare Gelegen-

heit ergreifen.
Vor 57 Jahren hat sich der Kongreß der Vereinigten Staaten von Amerika
der Schaffung eines jüdischen Heimatlandes verschrieben.

Dann hat 26 Jahre

später Präsident Harry S. Truman den neuen Staat Israel anerkannt, nur elf
Minuten nachdem Ihre Nation geboren war.

Sieben Präsidenten haben daran ge-

glaubt und gezeigt, daß die Beziehung Amerikas zu Israel mehr ist als nur eine
besondere Beziehung.
ziehung.

Es handelte und es handelt sich um eine einmalige Be-

Und es handelt sich um eine Beziehung, die unzerstörbar ist, weil

sie in dem Gewissen und der Moral und in der Religion und den Überzeugungen
des amerikanischen Volkes selbst verwurzelt ist..

Lassen Sie mich wiederholen, was ich im vorigen Jahr auf dem Rasen des
Weißen Hauses zu Ministerpräsident Begin am Jahrestag der Gründung des modernen Staates Israel gesagt habe, und ich zitiere:

"Dreißig Jahre lang sind

wir an der Seite der stolzen und unabhängigen Nation Israel gestanden.

Ich

kann als Präsident der Vereinigten Staaten ohne jede Einschränkung sagen, daß
wir das auch weiterhin tun werden, nicht nur weitere dreißig Jahre, sondern
für immer."

Wir
- 5-

�Wir sind uns der Vorteile dieser Partnerschaft für die Vereinigten Staaten
bewußt.

Sie wissen, daß Amerika zutiefst den Frieden zwischen Israel und

Ägypten wünscht, und daß wir alles tun werden, um den Frieden zu ermöglichen.
Die Völker der beiden Länder sind heute zum Frieden bereit.

Die Führer

haben noch nicht unter Beweis gestellt, daß wir genügend zum Frieden bereit
sind, um etwas zu riskieren.

Wir dürfen nicht nachlassen.

Aber mit oder ohne

Friedensvertrag, die Vereinigten Staaten werden immer an der Seite Israels
stehen.
Wenn wir hier in dieser Halle der Freiheit zusammenkommen, dann erinnert
uns das daran, daß wir mehr als durch alles andere durch bestimmte gemeinsame
Ideale und gemeinsame Verpflichtungen und Überzeugungen verbunden sind.

Diese

Knesset selbst ist ein Tempel des Grundsatzes und der Praxis der offenen Debatte.

Demokratie ist ein wesentliches Element der staatlichen Existenz Israels

wie auch der Vereinigten Staaten.
Sie haben unter Beweis gestellt, daß Demokratie auch in einem Land großer
Vielfalt und in einer Zeit der Gefahr und der Instabilität eine stabile Regierungsform sein kann. Aber Israel und die Vereinigten Staaten wurden von
Pionieren geformt. Meine Nation ist auch eine Nation der Einwanderer und
Flüchtlinge, von Menschen, die sich - in beiden Ländern - aus vielen Ländern
zusammengefunden haben, von Träumern, die, und ich zitiere, "durch ihrer Hände
Arbeit und im Schweiße ihres Angesichts" ihre Träume in die Wirklichkeit der
nationalen Existenz verwandelt haben.
Wir haben gemeinsam das Erbe der Bibel, der Anbetung Gottes, der Freiheit des einzelnen, und wir haben gemeinsam den Glauben an kooperative Anstrengungen, selbst angesichts unüberwindbar erscheinender Hindernisse.
In Ländern der Welt, in denen Regierungen diese Werte vorenthalten, blicken
Millionen auf uns und erwarten, daß wir das Recht der Redefreiheit, der Pressefreiheit, das Recht auszuwandern, das Recht auf Ausdruck seiner politischen
Überzeugung, das Recht auf Freizügigkeit, das Recht auf Fami1ienzusammenführung,
- 6 -

�Familienzusammenführung, das Recht auf einen anständigen materiellen Lebensstandard aufrechterhalten.
Das ist die Art unzerreißbarer Bande, die Israel und die Vereinigten Staaten verbinden.

Das sind die Werte, die wir der ganzen Welt zu bieten haben.

Unsere beiderseitige Hingabe an diese Ideale ist eine unversiegbare Quelle in
unserem Streben nach Frieden.
Der Vertrag zwischen Israel und Ägypten, von dem wir hoffen, daß er Ihnen
zur Billigung vorgelegt werden möge, verspricht der Eckstein eines umfassenden
Friedensgebäudes für diese gesamte Region zu werden.
Wir sind uns alle darüber im klaren, daß dieses Gebäude unfertig bleiben
wird, bis der Frieden so weit ausgedehnt werden kann, daß er alle Völker einschließt, die an diesem Konflikt beteiligt sind. Ich kenne und begreife durchaus die Sorgen, die Sie sich machen, wenn Sie an den gewaltigen Umfang der Probleme denken, die selbst nach dem Abschluß eines Friedensvertrages zwischen
Israel und Ägypten noch verbleiben werden. Und wenn die Zeit kommt, die Entscheidungen über die Lösung dieser Probleme zu treffen, dann erinnern Sie sich
an das Versprechen, das ich Ihnen heute erneut gebe: Die Vereinigten Staaten
werden niemals ein Abkommen oder eine Maßnahme unterstützen, das die Sicherheit
Israels gefährden würde.
Wir müssen mit angemessener Vorsicht vorgehen.
klaren.

Darüber bin ich mir im

Aber wir müssen vorgehen.

Es ist übrigens noch kaum zwei Jahre her, da wären die Schritte, die heute
bereits getan worden sind, noch undenkbar gewesen. Wir wissen, daß Konfrontation die Differenzen größer erscheinen läßt. Aber der Prozeß der Verhandlung
umschreibt die Differenzen, definiert die Differenzen, isoliert sie von den
größeren Bereichen gemeinsamer Interessen und macht so die Klüfte, die bestehen,
überbrückbarer. Den Beweis dafür haben wir in den letzten 16 Monaten erlebt.

In

�In Camp David schmiedeten Ministerpräsident Begin und Präsident Sadat
zwei Rahmen für das Gebäude eines umfassenden Friedens.

Das Geniale dieser

Leistung besteht darin, daß die Verhandlungen innerhalb dieser Rahmen unabhängig voneinander weitergehen können, ohne jedoch die offensichtliche Beziehung zwischen ihnen zu zerstören.
Sie sind darauf angelegt, sich gegenseitig zu bestärken mit all der inneren Flexibilität, die notwendig ist, um den umfassenden Frieden zu fördern, den
wir alle wünschen.

Beide Rahmen werden nur ausgefüllt werden, wenn andere

Ihrer arabischen Nachbarn dem visionären Beispiel von Präsident Sadat folgen,
wenn sie alte Animositäten hinter sich lassen und sich bereit erklären, wie
Sie es wünschen, wie Sie es bereits mit Präsident Sadat getan haben, über eine
ehrenhafte Beilegung der Differenzen mit Ihnen zu verhandeln.
Es ist wichtig, daß die Tür zu all den am Konflikt beteiligten Parteien
offen bleibt, einschließlich der Palästinenser, mit denen Israel vor allem ein
gemeinsames Interesse hat, in Frieden und in gegenseitiger Achtung zu leben.
Der Frieden im Nahen Osten, der schon immer für die Sicherheit der gesamten
Region wichtig war, ist in den letzten Wochen ein noch dringlicheres Anliegen
geworden.
Die Sicherheit Israels wird nicht nur davon abhängen, wie die Verhandlungen
die Situation an Ihren Grenzen berühren, sondern auch davon, wie sie die Kräfte
der Stabilität und der Mäßigung jenseits Ihrer Grenzen beeinflussen.
Ich bin überzeugt, daß auf lange Sicht nichts mehr zur Schaffung einer
aufgeschlossenen Atmosphäre bei jenen entfernteren Kräften beitragen kann, als
ein gerechter Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten.
Die Risiken des Friedens zwischen Ihnen und Ihren ägyptischen Nachbarn
sind real.

Aber Amerika ist bereit, jedes Risiko zu verringern und alle Risi-

ken im Rahmen unserer Stärke und unseres Einflusses auszugleichen.
Ich
- 8 -

�Ich bin als Vertreter des stärksten Landes der Erde nach Israel gekommen.
Und ich kann Ihnen versichern, daß die Vereinigten Staaten von Amerika die Absicht haben, diese Macht im Sinne eines stabilen und friedlichen Nahen Ostens
einzusetzen.
.

•

•

Wir haben ein zentrales Engagement in dieser Region und wir werden politisch, wirtschaftlich und militärisch engagiert bleiben.
Freunden beistehen.

Wir werden unseren

Wir sind bereit» unsere Stärke Israel zur Seite zu stellen,

wenn Sie dies wollen, um die Sicherheit und das Wohlergehen Israels zu gewährleisten.
Wir kennen die Sorgen Israels in vielen Fragen.
um eine ausreichende Ölversorgung.

Wir kennen Ihre Sorge

Im Zusammenhang mit dem Frieden sind wir

bereit, diese Versorgung zu garantieren.
Ich habe, wie Sie wissen, unsere Nation erst vor einigen Tagen in meinem
eigenen Lande auf diese Verpflichtung neu verpflichtet. Wir wissen, daß sich
Israel Sorgen macht, daß der Preis für den Frieden mit Ägypten eine bereits
schwierige wirtschaftliche Situation noch verschärfen und noch mehr erschweren
könnte, die wesentlichen Sicherheeitserfordernisse Ihres Landes zu erfüllen.
Im Zusammenhang mit dem Frieden sind wir bereit, dafür zu sorgen, daß
die wirtschaftlichen und militärischen Beziehungen Israels zu den Vereinigten
Staaten neue, starke und bedeutsamere Dimensionen annehmen als sie bereits
existieren.
«

Wir werden nicht nur daran arbeiten, den Frieden zu erreichen, sondern
auch den Frieden zu erhalten - in der Erkenntnis, daß dies eine ständige Aufgabe unserer Zeit ist.
Wir werden uns erneut den Idealen verschreiben, die unsere Völker gemeinsam haben.

Diese Ideale sind nicht nur die Quelle unserer Stärke, sondern auch

unserer Selbstachtung als Nationen, als

Führer und als einzelne.
Ich

- 9 -

�Ich stehe heute hier um zu bekräftigen, daß die Vereinigten Staaten immer
die beiderseitigen Vorteile der Stärke und der Sicherheit Israels anerkennen,
schätzen und achten werden.

Und ich stehe hier, um meine tiefempfundene und

leidenschaftliche Hoffnung zum Ausdruck zu bringen, daß wir erfolgreich zusammenarbeiten werden, um diesen Frieden zustande zu bringen.
Der Midrasch (die jüdische Auslegung des Alten Testaments) sagt uns, und
ich zitiere:

"Frieden ist das Strohbund, das die Garbe der Wohltaten bindet."

Aber das Strohbund ist, wie wir wissen, empfindlich und leicht zu zerreißen.
Laßt uns zu Gott beten, daß er unsere Hand lenke. Millionen von Männern,
Frauen und Kindern in Israel und Ägypten und darüber hinaus in dieser Generation
und in kommenden Generationen verlassen sich auf unser Können und verlassen
sich auf unseren Glauben.
Lassen Sie mich mit den Worten eines Sabbath-Gebetes sagen: "Möge der,
der Frieden in den Höhen des Himmels regieren läßt, den Frieden auf uns herabkommen lassen, auf ganz Israel und auf die ganze Welt."

+ + + + +

- 10 -

�Dokumentation

I 1

t

International Communication Agency
Embassy of the United States of America

14. März 1979

10

ERKLÄRUNG CARTERS VOR SEINEM ABFLUG AUS ISRAEL
- Wortlaut -

TEL AVIV

- (AD) - Vor seinem Abflug aus Israel hat Präsident Carter

am 13. März 1979 eine Erklärung abgegeben, die folgenden Wortlaut hat:
Herr Präsident, Herr Ministerpräsident, Freunde,
wenn wir jetzt nach Kairo fliegen und von dort in mein eigenes Land
zurück, möchte ich Ihnen im Namen meiner Frau Rosalynn, in meinem eigenen
Namen sowie im Namen der gesamten amerikanischen Delegation unseren Dank
für die Gastfreundschaft der Regierung Israels und des israelischen Volkes
sowie für Ihre Freundlichkeit aussprechen.
Ich kam hierher im Dienste einer Sache, die uns alle verbindet
und die Israel, Ägyptern und die Vereinigten Staaten von Amerika vereint:
in der heiligen Sache des Friedens. Wir haben während der letzten drei
Tage über diese Sache gesprochen und diskutiert. Wir sprachen als Freunde
miteinander, und unsere Gespräche wurden durch die Offenheit, die Ehrlichkeit

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�Ehrlichkeit und den gegenseitigen Respekt und die beiderseitige Sorge
charakterisiert, die von einer wahren Freundschaft verlangt werden.
Wir haben uns in unseren Gesprächen auf die Meinungsverschiedenheiten konzentriert, die im Prozess des Friedens immer noch zwischen
Ägypten und Israel vorhanden sind - Meinungsverschiedenheiten, die jetzt
im Vergleich zu den weitaus größeren Gebieten der Übereinkunft sehr klein
sind.
Es wurden gute Fortschritte erzielt.

Es bestehen jetzt weniger

Meinungsverschiedenheiten als vor meiner Ankunft, und die Differenzen,
die immer noch verbleiben, sind wesentlich eingeengt worden.
Gestern abend fanden weitere intensive Gespräche zwischen den Mitgliedern des israelischen Kabinetts und der Delegation der Vereinigten
Staaten über die zwei oder drei schwierigsten Fragen statt, und heute
vormittag - aufbauend auf diesen Gesprächen - konnten Ministerpräsident
Begin und ich weitere wesentliche Fortschritte erzielen.
Ich fliege jetzt nach Kairo, um mit Präsident Sadat die hier geführten Gespräche sowie den Fortschritt zu erörtern, den wir gemeinsam
erzielen konnten.
Wenn ich jetzt abreise, so möchte ich noch einmal wiederholen, was
ich gestern in der Knesset erklärt habe.
und Israel ist mehr als stark.

Die Freunschaft zwischen Amerika

Sie ist unzerstörbar.

In den letzten drei Tagen war ich zutiefst beeindruckt von den
ungewöhnlichen Zeugnissen des Glaubens und Ausharrens angesichts der
Not, wie sich Israel in seiner Geschichte darstellt.
Präsident Sadat, Ministerpräsident Begin und ich sind weiterhin

�weiterhin entschlossen, alles uns zur Verfügung Stehende einzusetzen,
um die Friedensverhandlungen zu einem erfolgreichen Abschluß zu bringen,
Wir werden es schaffen.
Ich danke Ihnen sehr.

+ + + + +

- 3 -

�Dokumentation
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

10

14. März 1979

ERKLÄRUNG CARTERS VOR DEM ABFLUG AUS KAIRO
- Wortlaut -

KAIRO
(AD)
Präsident Carter hat am 13. März 1979 auf dem Flughafsn von Kairo nach einem längeren Gespräch mit Präsident Sadat kurz vor
seinem Abflug nach Washington folgende Erklärung abgegeben:
Ich habe eine Erklärung abzugeben, die ich für außerordentlich
wichtig halte.

Ich habe Präsident Sadat soeben einen umfassenden Bericht

über meine Gespräche in Israel gegeben.
Während dieses Besuchs haben die Vereinigten Staaten Vorschläge zur
Lösung einer Reihe noch offenstehender Probleme unterbreitet - Vorschläge,
die von Ministerpräsident Begin und seinem Kabinett angenommen wurden.
Auch Präsident Sadat hat diese Vorschläge nun angenommen.
Auf der Grundlage der Gespräche in Ägypten und Israel habe ich ferner
Präsident Sadat und Ministerpräsident Begin Vorschläge der Vereinigten

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�Vereinigten Staaten für eine Lösung der noch wenigen verbleibenden Probleme
vorgelegt.
Heute früh hat Ministerpräsident Begin sich einverstanden erklärt,
diese Vorschläge seinem Kabinett zur Erörterung vorzulegen.

Das wird

so bald wie möglich geschehen.
Präsident Sadat hat all diese noch verbleibenden Probleme sorgfältig
geprüft und hat dieselben Vorschläge akzeptiert.
Ich habe soeben Ministerpräsident Begin telefonisch von der Annahme
der Vorschläge durch Präsident Sadat unterrichtet.
Ich bin überzeugt, daß wir jetzt all die Hauptkomponenten des Friedensvertrages zwischen Israel und Ägypten definiert haben, der ein Eckpfeiler
einer umfassenden Friedenslösung für den Nahen Osten sein wird.

+ + + + +

�Dokumentation
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

10

14. März 1979

ERKLÄRUNG PRÄSIDENT CARTERS BEI SEINER RÜCKKEHR NACH WASHINGTON
- Wortlaut -

WASHINGTON

- (AD) - Präsident Jimmy Carter hat zum Abschluß seiner

Nahost-Friedensmission vom 7. bis 14. März 1979 nach seiner Rückkehr auf
dem Luftwaffenstützpunkt kurz nach Mitternacht (13. auf 14. März Ortszeit;
0630 Uhr 14. März MEZ) die Hoffnung ausgesprochen, daß der Grundstein
zu einer umfassenden Friedensregelung gelegt sei. Er hat an die führenden
Politiker in aller Welt appelliert, Ägypten und Israel in ihren Friedensanstrengungen zu unterstützen.
Die Erklärung des Präsidenten hat folgenden Wortlaut:
Ich danke für den Empfang. Ich möchte Außenminister Vance bitten,
hier neben mich auf das Podium zu kommen.
Vizepräsident Mondale, Sprecher O'Neill, Senator Bird, Mitglieder
des Kongresses - die Sie in einer so zahlreichen Gruppe hier sind Mitglieder meines Kabinetts, Freunde und Mitbürger,
Sie sehen

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�Sie sehen einen müden aber dankbaren Mann,
Alle, die wir diese Reise unternommen haben, schätzen die Gelegenheit, die wir hatten, etwas im Dienste des Friedens zu tun.

Jetzt ist

die Reise zu Ende, und wir sind glücklich, wieder daheim in unserem
eigenen Lande, unseren geliebten Vereinigten Staaten von Amerika, zu sein.
Es ist schön, so viele vertraute und willkommene Gesichter zu sehen,
und ich möchte Ihnen danken, daß Sie mitten in der Nacht hierher gekommen
sind, um uns zu begrüßen und uns einen der besten Empfänge zu bereiten,
die ich je erlebt habe.

Ich danke Ihnen von ganzem Herzen.

Wie Sie wissen, sind wir nicht nach Ägypten und Israel gegangen, um
etwas zu bestätigen, was bereits als garantiertes Ergebnis feststand.
Wir gingen dorthin, um unseren Einfluß und unsere guten Dienste geltend
zu machen, um den Führern jener beiden großen Nationen zu helfen, entscheidende Schritte zu dem Frieden zu tun, der von den von ihnen vertretenen
Völkern so heiß ersehnt wird.
Es waren Risiken damit verbunden - viele Leute haben mich auf sie
hingewiesen - politische Risiken für mich als Präsidenten und damit
vielleicht sogar ein Risiko für das Prestige der Vereinigten Staaten.
Glücklicherweise brachte unsere Arbeit ein glückliches Ergebnis. Aber
ich möchte unterstreichen, daß die Sache auch ohne Rücksicht auf das
Ergebnis der Reise der Mühe wert gewesen wäre. Das Risiko eines Fehlschlages sollte uns niemals von dem Streben nach einem Ziel abhalten,
das es wert ist, und kein Ziel ist höher als das eines echten Friedens.
Im Kriege setzen wir unser Leben selbstverständlich aufs Spiel, und wir
dürfen bei dem Streben nach Frieden nicht weniger wagemutig, nicht
weniger standhaft sein.
Seit über 30 Jahren befanden sich die ägyptische und die israelische

�israelische Nation - die immer Nachbarn gewesen sind und immer Nachbarn
bleiben werden - in einem ständigen Stadium der Feindseligkeit.

Diese

Feindseligkeit hat sich vier Mal in einem Krieg entladen, und jeder
dieser Kriege hat Leid und Schmerz, den Verlust von Leben, erneute Furcht
und erneuten Haß und große Gefahren für die gesamte Region und darüber
hinaus für die Welt mit sich gebracht.

Aber in den letzten 16 Monaten

hat sich endlich der Weg zum Frieden eröffnet.

Als ich mich zu dieser

Reise entschied, schienen die Friedensverhandlungen - wie Sie wissen auf einem toten Punkt angekommen zu sein.

Nach viel stündigen Gesprächen

in Ägypten und Israel wurden Vorschläge zur Beilegung aller noch offenstehender Fragen ausgearbeitet.
Alle diese Fragen, bis auf zwei, sind mit Ministerpräsident Begin
und dem israelischen Kabinett bereinigt. In weniger als drei Stunden,
von jetzt an gerechnet, wird der Ministerpräsident die verbleibenden
Vorschläge dem israelischen Kabinett zur Behandlung vorlegen. Ich habe
Anweisung gegeben, mich zu wecken, wenn die Nachrichten gut sind - und
ich bin überzeugt, daß sie gut sein werden.
Wie Sie wissen,hat Präsident Sadat bereits alle Vorschläge akzeptiert.
Wir haben also jetzt die wichtigen Komponenten eines Friedensvertrages
zwischen dem größten und mächtigsten arabischen Land - Ägypten - und
seinem Nachbarn und früheren Gegner - Israel - definiert. Es mag hitzige
innenpolitische Debatten geben, bevor dieser Prozess abgeschlossen ist,
aber der daraus entstehende Vertrag kann der Eckpfeiler einer umfassenden
Lösung sein, einer Lösung, die allen Völkern, die unter dem lang andauernden Konflikt im Nahen Osten gelitten haben, die Segnungen des
Friedens bringen kann.
Die Führer Ägyptens und Israels wagen es heute, den Automatismus
von Bitterkeit und Krieg zu durchbrechen.

- 3 -

Sie folgen dem Rat des Bibel -

�Bibelspruches:

"Wenn jemands Wege dem Herrn Wohlgefallen, so macht er

auch seine Feinde mit ihm zufrieden."

Indem sie den Frieden wählen, machen

sich Präsident Sadat und Ministerpräsident Begin zu einer Reise ins Ungewisse auf, aber sie wissen, daß die Vereinigten Staaten von Amerika an
ihrer Seite stehen werden, wenn sie damit beginnen, den Frieden zu einer
lebendigen Wirklichkeit für ihre eigenen Völker werden zu lassen.
Ich bin dankbar, daß die Freundschaft zwischen ihren Ländern, beiden
Ländern, und den Vereinigten Staaten jetzt noch stärker werden wird, da
selbst unsere beiden Freunde miteinander befreundet sind.

Durch private

Botschaften und öffentliche Erklärungen - viele dieser Botschaften wurden
von der Air Force One (dem Flugzeug des Präsidenten) auf der Rückreise
von Ägypten ausgesandt - appelliere ich an alle anderen Führer der Welt,
das zu unterstützen, was Ägypten und Israel getan haben, denn es bietet
Hoffnung für alle, die den Frieden überall auf der Welt lieben.
Meine Freunde, lassen Sie mich Ihnen erneut danken, daß Sie zu unserer
Begrüßung gekommen sind.

Ich glaube, Gott hat unsere Gebete erhört.

+ + + + +

- 4 -

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              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
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          <description>An account of the resource</description>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Erklärung Präsident Carters vor seinem Abflug nach dem Nahen Osten&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Carter: Alle müssen für den Frieden arbeiten&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut der Ankunftserklärung in Kairo -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gemeinsame amerikanisch-ägyptische Erklärung in Alexandria&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ansprache Präsident Carters vor dem ägyptischen Parlament&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erklärung Carters nach Abschluss seines Ägypten-Besuchs&amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ankunftserklärung Carters in Israel&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ansprache Präsident Carters vor dem israelischen Parlament&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erklärung Carters vor seinem Abflug aus Israel&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erklärung Carters vor dem Abflug aus Kairo&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erklärung Präsident Carters bei seiner Rückkehr nach Washington&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut -&lt;/em&gt;</text>
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