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                  <text>Information
und
Dokumentation
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

21. Februar 1979

INHALT

WIRTSCHAFT
Amerikas Ringen um Exportmärkte und die Stabilität des Dollars
- US-Finanzminister rechnet mit Besserung der Handelsbilanz Der US-Kongreß und die Multilateralen Handelsverhandlungen
- Vorlage über Verlängerung der Vollmachten des Präsidenten eingebracht
HINTERGRUNDMATERIAL
Umweltschutz: Gewinn überwiegt die Kosten
- US-Auslandsprojekte werden in Schutzmaßnahmen einbezogen WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Lokale Tumor-Hyperthermie mit Ultraschall
Stickstoffdüngung und Ertrag
- Überangebot nützt weder Pflanzen noch Böden

Um Über/endung von
Belegexemplaren wird
gebeten

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Tel: 02221-89 32 40
Telex:08-85432

�Wirt/ehalt
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

21. Februar 1979

AMERIKAS RINGEN UM EXPORTMÄRKTE UND DIE STABILITÄT DES DOLLARS
US-Finanzminister rechnet mit Besserung der Handelsbilanz

WASHINGTON - (AD) - Die Anstrengungen der Regierung der Vereinigten
Staaten zur Verminderung der Handelsbilanzdefizite werden sich in Zukunft
auf die Ausweitung der Exporte und den Abbau bestehender Handelshindernisse
auf dem Verhandlungswege konzentrieren.

Dies erklärte der amerikanische

Finanzminister W. Michael Blumenthal am 2. Februar 1979 vor dem World
Affairs Council in Los Angeles.
Blumenthal rechnet mit einer erheblichen Verminderung des Defizits
sowohl der Außenhandels- als auch der Leistungsbilanz in diesem Kalenderjahr. Die Exporte zeigten schon im vergangenen Jahr eine steigende Tendenz.
Die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in den USA dürfte im Verein mit
der stärkeren Verlagerung des Energieverbrauchs auf heimische Energieträger
zu einer verminderten Zunahme der amerikanischen ölimporte führen. Diese
Entwicklung wird den Anstieg der Rohölpreise und dessen Auswirkung auf
die Handelsbilanz wettmachen.
Um

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D5300 Bonn 2

Tel: 02221-89 32 40
Telex:08-85432

�^

Um das Ziel einer Senkung des Außenhandelsdefizits erreichen zu können
sei es jedoch notwendig, daß die amerikanische Geschäftswelt eine "ExportMentalität" entwickelt.

Sie müsse die neuen Möglichkeiten im Handel mit

den Entwicklungsländern sowie mit der Sowjetunion und der Volksrepublik
China nutzen und die Arbeitsproduktivität weiter steigern.
Kreisen angeregte Stärkung der

Die von manchen

Wettbewerbsfähigkeit durch eine weitere

Entwertung des Dollars bezeichnete Blumenthal als verantwortungslos.
Die Rede des Finanzministers hat in ihren wichtigsten Passagen folgenden
Wortlaut:
"In den Jahren 1977 und 1978 hatten wir in unserer Handelsbilanz
Rekorddefizite von 31 bzw. 45 Milliarden Dollar zu verzeichnen.
sichten für 1979 deuten auf eine Besserung hin:

Die Aus-

Unser Außenhandelsdefizit

wird sich voraussichtlich auf etwa 27 Milliarden Dollar beschränken.

Ob-

wohl also eine erhebliche Verbesserung deutlich in Sicht ist, sind die
grundlegenden Probleme noch die gleichen.

Wir können und müssen das Un-

gleichgewicht in unserer Handelsbilanz abbauen.

Wir können Defizite dieser

Größenordnung nicht auf die Dauer hinnehmen und dabei erwarten, daß das
Vertrauen in den Dollar erhalten bleibt, daß wir die Inflation einzudämmen
vermögen und daß unsere Wirtschaft in Zukunft ein solides Wachstum verzeichnen wird.
Lassen Sie mich kurz die Gründe anführen, die auf eine Besserung
der Verhältnisse im Laufe dieses Jahres hindeuten.
Unser Handelsbilanzdefizit ist zum Teil konjunktureller Art - es
reflektiert die Unterschiede in den Wachstumsraten der wichtigsten Industriestaaten.

Es spiegelt ferner die hohen Aufwendungen für die öleinfuhren

und die aufgrund der Wechselkursveränderungen in den Jahren 1975 und
1976 verringerte amerikanische Wettbewerbsfähigkeit bei den Preisen wider.
In jüngster Zeit ist bei diesen grundlegenden Entwicklungen eine Tendenz-

- 2 -

*

�Tendenzwende eingetreten.

Amerikanische Waren wurden preislich wettbewerbs-

fähiger - billige Dollar vermehrten die Absatzchancen unserer Produkte.
Das Wachstum unserer Wirtschaft hat sich verlangsamt:

Im Jahr 1977

expandierte die amerikanische Wirtschaft um 5,5 Prozent;

für 1979 rechnen

wir mit einem Satz von 2,25 Prozent.

Die Wachstumsraten anderer Länder

beginnen sich ebenfalls zu verändern.

Während unsere heute langsamer

wachsende Wirtschaft weniger ausländische Exporte anzieht, nehmen die
rascher expandierenden Volkswirtschaften anderer Länder zunehmend mehr
amerikanische Güter auf.
Die günstigen Auswirkungen dieser grundlegenden Verbesserungen der
Lage begannen sich schon im vergangenen Jahr in der Entwicklung des
Handels abzuzeichnen. So hat der Außenhandel mit Fertigwaren zwischen
dem ersten und letzten Quartal 1978 beträchlich zugenommen. Das verminderte Wirtschaftswachstum in unserem Land dürfte im Verein mit dem neuen
Energieprogramm zur verstärkten Nutzung heimischer Energieträger zu einer
Verlangsamung der Zunahme der amerikanischen öleinfuhren beitragen,
während die Erhöhung der ölpreise unsere Importbilanz in diesem Jahr
zusätzlich belasten wird.
Ich darf zusammenfassen: Wir werden 1979 ein erheblich vermindertes
Handels- und Leistungsbilanzdefizit verzeichnen. Weitere grundlegende
Verbesserungen sind notwendig. Die eigentlichen Probleme unseres schlechten
Abschneidens im Außenhandel bestehen fort.

Was können wir tun?
Es stehen meines Erachtens fünf Optionen zur Wahl:
-

Erstens können wir - den Anregungen einiger verantwortungsloser

- 3 -

�»

verantwortungsloser Beobachter folgend - versuchen, den Dollar
in der Annahme weiter zu entwerten, dies werde die Wettbewerbsfähigkeit amerikanischer Produkte verbessern;
-

zweitens können wir das heimische Wirtschaftswachstum bremsen,
um die Gesamtnachfrage nach Importgütern zu vermindern;

-

drittens können wir die Einfuhren in allen Bereichen der Wirtschaft
durch Importbeschränkungen drosseln;

-

viertens können wir unser Augenmerk auf die andere Seite der Gleichung
konzentrieren und uns aktiv um eine Steigerung der US-Ausfuhren
bemühen;

-

und

fünftens können wir, um die Aufnahmebereitschaft für amerikanische
Exporte zu erhöhen und den Freihandel in aller Welt zu fördern,
darauf hinarbeiten, die Handelsschranken und unfairen Wettbewerbspraktiken anderer Länder zu beseitigen.

Lassen Sie mich diese 'Optionen' eine um die andere darstellen.
Die erste steht einfach außer Frage. Sicherlich verschafft uns die
Entwertung des Dollars vom vergangenen Jahr einen gewissen Vorteil. Diese
Abwertung war eine natürliche Folge der damals zunehmenden Handelsungleichgewichte und steigender Inflationsraten. Heute ist der Dollar nicht mehr
überbewertet. Daraus folgt aber nicht, daß eine weitere Abnahme seines
Wertes gut für unseren Außenhandel wäre. Darüber hinaus würde eine weitere
Entwertung aus Wettbewerbsgründen ergebnislos bleiben. Es war niemals
die Politik der Vereinigten Staaten, eine Entwertung des Dollars anzustreben, und es wird nie Politik der Vereinigten Staaten sein. Vom Standpunkt unserer heimischen Wirtschaft aus gesehen, hat ein Absinken des
Dollarwertes ernste inflatorische Konsequenzen. Es droht über die Steigerung

%

�Steigerung der Preise für Importgüter und für heimische Güter, die im
Wettbewerb mit den Einfuhren stehen, unsere anti-inflatorisehen Anstrengungen insofern zu unterminieren, als es eine Atmosphäre der Instabilität schafft und das Investitionsklima verschlechtert.

Schließlich

verläuft, von der heutigen Marktsituation aus gesehen, die Entwicklung
in die Gegenrichtung.

Die wirtschaftlichen Kräfte und auch unsere Geld-

und Finanzpolitik weisen auf eine Stärkung des Dollar hin.
Die zweite Option - Verminderung des Wachstums der heimischen Wirtschaft zur Dämpfung der Nachfrage nach Importwaren - macht wenig Sinn.
Die Einfuhren belaufen sich gegenwärtig auf acht Prozent des Bruttosozialproduktes. Extrem ausgedrückt reden die Befürworter dieser Einstellung
der Rezession das Wort. Ein solches Vorgehen hieße das Pferd vom Schwanz
her aufzuzäumen. Ich habe in der Tat einige Extremisten getroffen, die
ein solches Vorgehen befürworten - sie gehören aber gewiß nicht zu denen,
die sich in diesem Falle in die Schlange der Empfänger von Arbeitslosenunterstützung einreihen müßten.
Die Regierung tritt für eine Expansion der Wirtschaft ein.

Der

Versuch, unsere Handelsprobleme über eine Rezession lösen zu wollen,
wäre Wahnsinn.
Wir werden in diesem Jahr in Folge einer bewußt zurückhaltenderen
Geld- und Finanzpolitik eine niedrigere Wachstumsrate zu verzeichnen haben.
Das wiederum wird zu einer Verlangsamung der Zunahme des Imports führen.
Die Bemühungen um ein langsameres Importwachstum entspringen jedoch der
Notwendigkeit der Eindämmung der Inflation. Ich bin der Auffassung, daß
dies vom amerikanischen Volk geduldet - wenn nicht gar gefordert - werden
wird, begreift es doch in zunehmendem Maße, daß die Inflation ein Krebsgeschwür ist.
Die dritte Option würde auch keine

neuen Impluse geben. Wir können

�Wir können es uns nicht leisten, solche Importe zu behindern, die in unser
Land auf faire Weise einströmen.

Das würde erhebliche Verzerrungen des

Marktgefüges mit sich bringen.und uns der Vorteile einer offenen Weltwirtschaft berauben.

Einfuhrbeschränkungen würden aller Wahrscheinlichkeit

nach Gegenmaßnahmen anderer Länder auslösen, was wiederum unsere Ausfuhren
schädigen würde.

Das Endergebnis wären Preissteigerungen bei einer Vielzahl

von Produkten in aller Welt.

Wir haben in der Zeit zwischen den Kriegen

gelernt, daß Handeisrestriktionen und die Lösung eigener Probleme auf
Kosten anderer auf die Dauer niemanden nützen.
Die Aufrechterhaltung offener Märkte für ausländische Waren bei gleichzeitiger Dollarstabilität ist eine wichtige Ergänzung unseres Kampfes
gegen die Inflation.

Die gegenwärtig in Kraft befindlichen amerikanischen

Importrestriktionen kosten die amerikanischen Verbraucher mindestens 20 bis
30 Milliarden Dollar im Jahr.

Es wäre der amerikanischen Öffentlichkeit

wenig gedient, wollten wir diese ohnehin schwere Belastung noch vermehren.
Ich will nicht leugnen, daß Einfuhrbeschränkungen von Fall zu Fall
geeignet sind, die ordnungsgemäße Entwicklung der Handelsbeziehungen zu
anderen Ländern zu erleichtern. Sie sind beispielsweise wichtig, wenn es
darum geht, heimische Produzenten vor unfairen Dumping-Praktiken ausländischer Exporteure zu schützen, die ihre Waren auf unseren Märkten
zu einem niedrigeren Preise als auf ihren heimischen Märkten anbieten.
Wir müssen dafür Sorge tragen, daß neue Einfuhren das Produktionsgefüge
unserer Wirtschaft nicht rasch und radikal in Unordnung bringen. So
öffnen wir zum Beispiel mit der Normalisierung unserer Beziehungen zu
China unseren Markt einem neuen Textillieferanten. Ein allzu rasches
Einströmen chinesischer Textilien in den amerikanischen Markt hätte
jedoch sicherlich verhängnisvolle Folgen für die heimische Textilindustrie.
Deshalb sind wir gegenwärtig dabei, mit den Chinesen eine Vereinbarung
auszuhandeln, die ein ordnungsgemäßes Wachstum der chinesischen Ausfuhren
solcher Produkte nach den Vereinigten Staaten sicherstellen soll.

Ich

�Ich will damit sagen, daß selektive Beschränkungen im Einzelfall
vertretbar sind.

Die US-Administration wird unfaire oder marktstörende

Praktiken anderer Länder auf dem amerikanischen Markt unterbinden;

um-

fassende Importrestriktionen sind aber für die Vereinigten Staaten unter
den derzeitigen Verhältnissen keine in der Praxis realisierbare Politik.

Folgendes ist zu tun
Die sich hieraus ergebende Konsequenz ist, daß die ersten drei
Optionen nicht vertretbar sind.

Es verbleiben die beiden letzten:

Wir müssen uns auf unsere Exportanstrengungen konzentrieren; und
wir müssen die Barrieren abbauen, die der Aufnahme unserer Exporte im
Ausland entgegenstehen

Steigerung unserer Ausfuhren
Staat und Wirtschaft müssen als Partner in den Bemühungen zusammenarbeiten, unsere Wettbewerbsfähigkeit auf den Weltmärkten zu verbessern.
Lassen Sie mich aufzeigen, was ich für die vier Schlüsselbereiche ansehe,
auf denen verstärkte Anstrengungen erforderlich sind:
-

Erstens müssen wir in der ganzen Wirtschaft eine "Exportmentalität
entwickeln;

-

zweitens müssen wir uns einen größeren Anteil an dem wichtigen
japanischen Markt sichern;
-

drittens

�•

-

drittens müssen wir die niedrige Wachstumsrate der Produktivität
in den USA steigern;

-

und

viertens müssen wir in neue Märkte vorstoßen, die sich in Entwicklungsländern und in der Entwicklung begriffenen Ländern wie der Sowjetunion und der Volksrepublik China auftun...

Lassen Sie mich auf Japan als Beispiel verweisen, wo amerikanische
Unternehmen mehr tun könnten, als ihnen bewußt scheint.

Die japanische

Regierung behindert den Import auf vielfältige und angesichts einer so
fortgeschrittlichen Wirtschaft unangebrachte Weise.
Einfuhren nach Japan sind noch immer Grenzen gesetzt:
bei Agrarprodukten;
produkten;

Den amerikanischen
durch Einfuhrquoten

durch hohe Zölle auf eine ganze Reihe von Fertig-

durch protektionistische Zölle auf so wichtigen Produkten wie

Komputer, Filme, photographische Ausrüstungen und gewisse Halbleiter;
durch langwierige Einfuhrgenehmigungsverfahren bei Fertigwaren;

durch

Vorschriften für staatliche Beschaffungskäufe, die japanische Produzenten
stark begünstigen;

und durch spezifische Einfuhrbeschränkungen zum Schutze

gewisser Industrien aus politischen Motiven.
Eine Reihe dieser Probleme sind in den Multilateralen Handelsverhandlungen zur Sprace gebracht worden und wir hoffen, in einigen dieser
Bereiche eine weitgehende Liberalisierung erreichen zu können. Eine solche
weitgehende Liberalisierung durch die japanische Regierung ist dringend
geboten. Die Regierung Carter und der Kongreß sind entschlossen, in
Zusammenarbeit mit der japanischen Regierung sicherzustellen, daß der
japanische Markt - insbesondere der Markt für Fertigwaren und Agrarprodukte,
hinsichtlich derer die Vereinigten Staaten besonders wettbewerbsfähig
sind - unseren Exporten so leicht zugängig gemacht werden, wie unsere
Märkte japanischen Exporten ohnehin zugängig sind.
Wir müssen jedoch einräumen, daß die amerikanischen Unternehmen ihrer-

- 8 -

«.

�ihrerseits noch nicht so recht begriffen haben, daß die japanischen
Einfuhrschranken inzwischen schon nicht mehr so hoch sind
Ein Gebiet, auf dem wir noch besondere Anstrengungen unternehmen
müssen, ist das Vordringen auf neue Märkte

Die Entwicklungsländer

bieten hier offenkundig große Chancen, und auch die sowjetischen und die
chinesischen Märkte dürfen nicht vernachlässigt werden.
Die amerikanischen Ausfuhren nach der Sowjetunion haben sich seit
der Unterzeichnung unseres ersten umfassenden Handelsabkommen mit ihr
auf 2,2 Milliarden Dollar vervierfacht. Der größte Anteil hieran entfällt
auf Agrarprodukte. Im letzten Jahr bezifferte sich unser Fertigwarenexport
nach der Sowjetunion auf nur etwa 500 Millionen Dollar, der Deutschlands
dagegen auf nahezu 3 Milliarden Dollar, der Japans auf 2 Milliarden Dollar,
der Frankreichs auf 1,5 Milliarden Dollar und der Italiens auf 1 Milliarde
Dollar. Die Chancen für die Vereinigten Staaten liegen auf der Hand.
Gewiß werden die Vereinigten Staaten an die Sowjetunion keinerlei
Güter liefern, die von strategischer Bedeutung sind. Dafür ist das Absatzpotential an nicht-strategischen und nicht-verteidigungswichtigen Produkten,
bei denen die Deutschen und auch andere Länder gut ins Geschäft gekommen
sind, sehr beträchtlich.
Was China angeht, so bietet die Normalisierung der Beziehungen große
Chancen. Chinas ehrgeiziges wirtschaftliches Ziel, die Modernisierung
voranzutreiben, und die kürzlich erfolgte Liberalisierung seiner Außenhandels- und Finanzpolitik kennzeichnen dessen Öffnung nach dem Westen.
Wir sind in diesem Wettlauf recht spät gestartet. Heute bietet sich die
Gelegenheit, aufzuholen.
Noch gibt es viele Hindernisse zu überwinden. Wir müssen erst die
grundlegenden Vereinbarungen schließen, die für die Abwicklung normaler

- 9 -

�normaler Handelsbeziehungen zwischen unseren beiden Ländern unerläßlich
sind.

Noch besteht kein Zivilluftfahrtabkommen.

vereinbarung.

Es gibt keine Schiffahrts-

Wir haben keinen Handelsvertrag mit den Chinesen.

In dem

Bemühen, solche Vereinbarungen zu treffen, müssen wir manche Hemmnisse
beseitigen:

die fällige Schulden- und Vermögensregelung, die Frage des

ausstehenden Meistbegünstigungsstatus und das Fehlen an offiziellen
Kreditfazilitäten.
Der chinesische Markt ist riesig.

Der Handel zwischen den Vereinigten

Staaten und China hat sich 1978 auf annähernd eine Milliarde Dollar
verdoppelt.

Auch hier ist der Anteil des Agrarexports groß, und auf dem

industriellen Sektor kann noch viel viel mehr getan werden.
ist gegeben.

Das Potential

Es wird allerdings Zeit erfordern, es zu nutzen.

nur schrittweise geschehen.

Das kann

Die Chinesen müssen bessere Methoden der

Importfinanzierung entwickeln und die Einrichtungen schaffen, die notwendig
sind, um amerikanische Geschäftsleute ins Land zu bringen - Wohnungen und
Büroräume für amerikanische Konsulate, beispielsweise. Auch die Bearbeitung
von geschäftlichen Anträgen durch die chinesische Bürokratie muß stärker
rationalisiert werden.
Unsere Regierung ihrerseits wird in den kommenden Wochen und Monaten
in Zusammenarbeit mit den Chinesen viel tun müssen, um amerikanischen
Unternehmen den Weg zum Handel mit China zu ebnen.

+ + + + + +

- 10 -

�Wift/choft
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

21. Februar 1979

DER US-KONGRESS UND DIE MULTILATERALEN HANDELSVERHANDLUNGEN
- Vorlage über Verlängerung der Vollmachten des Präsidenten eingebracht

GENF/WASHINGTON

- (AD) - Der stellvertretende Leiter der

amerikanischen Delegation bei den Multilateralen Handelsverhandlungen
in Genf, Botschafter Alonzo L. McDonald, hält es für außerordentlich
wichtig, daß die Ergebnisse der Verhandlungen in Genf dem Kongreß der
Vereinigten Staaten so bald wie möglich vorgelegt werden.

In Kreisen

der amerikanischen Delegation sei man der Auffassung, daß alles daran
gesetzt werden müsse, um die Billigung der Ergebnisse der Tokio-Runde
durch den Kongreß zu erhalten.
Im Kongreß in Washington hat am 7. Februar 1979 die Behandlung
einer Gesetzesvorlage über die Verlängerung der Vollmachten des Präsidenten
begonnen, auf die Verhängung von Gegenzöllen zu verzichten, wenn dies
im nationalen Interesse der USA liegt. Es handelt sich dabei um eine
vorläufige Verlängerung der Vollmachten, die am 2. Januar ausgelaufen
waren. Dies hatte zu Bedenken vor allem europäischer Handelspartner
der Vereinigten Staaten geführt und drohte sich zu einem Hindernis für

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D5300 Bonn 2
Telex:08-85432

�für den Abschluß der Multilateralen Handelsverhandlungen zu entwickeln.
Bei diesen Verhandlungen ging es nicht zuletzt um eine Einigung auf einen
Kodex für die Gewährung von staatlichen Subventionen für Exporte.

Die

amerikanische Regierung ist gesetzlich verpflichtet, Gegenzölle zu erheben, wenn sie feststellt, daß eingeführte Waren durch staatliche Subventionen einen Wettbewerbsvorteil erhielten.
Die vorläufige Wiedereinsetzung der Vollmacht auf den Verzicht von
Gegenzöllen ist zeitlich beschränkt und soll enden - je nachdem welcher
Zeitpunkt zuerst eintritt - wenn:
1.

der Kongreß in Übereinstimmung mit Abschnitt 151 des Handelsgesetzes von 1974 bestehende gesetzliche Bestimmungen hinsichtlich
eines Multilateralen Handelsabkommens oder Abkommens über die
Gewährung von Subventionen außer Kraft setzt;

2.

solche gesetzlichen Bestimmungen in Kraft treten;

3.

am 20. Oktober 1979.

oder

Diese vorläufige Vollmacht soll laut Vorlage rückwirkend vom
3. Januar 1979 an gelten.
In einem Interview mit dem Amt für Internationale Kommunikation (USICA)
betonte Botschafter McDonald, der gerade von Besprechungen mit führenden
Unternehmern und Vertretern der Landwirtschaft in Kalifornien nach Genf
zurückgekehrt war, daß es jetzt darum gehe, die Unterstützung der
amerikanischen Öffentlichkeit für ein Multilaterales Handelsabkommen
zu gewinnen. "Der Nachdruck in den Vereinigten Staaten" so führte der
Botschafter aus, "liegt jetzt eindeutig darauf, jedem zu zeigen, wie
wichtig die Billigung des endgültigen Pakets durch den Kongreß ist. Zusammenfassungen der verschiedenen Elemente der Ergebnisse der Tokio-Runde
sind bereits veröffentlicht worden, und diese haben die Diskussion über das

- 2 -

�das Paket angeregt, soweit es einzelne Sektoren und Industriezweige angeht.
Die Berichte an den Kongreß seitens der verschiedenen Industrieberatungsgruppen, wie sie im Handelsgesetz verlangt werden, sind in Vorbereitung.
Wir gehen davon aus, daß das Ergebnis der Tokio-Runde das wichtigste
und nützlichste Paket von gegenseitigen Konzessionen darstellen wird, das
je in Handelsverhandlungen erreicht wurde. Aus diesem Grunde wird es für
uns von höchstem Vorrang sein, diese Ergebnisse dem amerikanischen Volk und
Kongreß mitzuteilen.
Frage:

Mit anderen Worten, die Tokio-Runde ist fast beendet?

Antwort: Ich werde am 24. Februar nach Washington zurückkehren, und
alle größeren offenen Probleme, die meine persönliche Anwesenheit in Genf
erfordern, werden bis zu diesem Zeitpunkt erledigt sein müssen. Mitglieder der amerikanischen Delegation in Genf bereiten bereits ihre Rückkehr nach Washington vor. Einige wenige werden bis zum Frühjahr in Genf
bleiben, um dem GATT-Sekretariat bei der juristischen Formulierung der
Ergebnisse zu helfen. Was die Vereingten Staaten angeht, so sind die
Verhandlungen kurz vor dem Ende.
Frage:

Rechnen Sie mit einer feierlichen Unterzeichnung im Frühjahr?

Antwort: Ja, wir nehmen an, daß die Tokio-Runde Mitte April mit
Unterschriften beendet wird.
Frage:
Antwort:

Hat der Termin Mitte April eine besondere Bedeutung?
Erstens, es ist ein zeitlich und sachlich angebrachter

Termin für eine internationale Bestätigung, daß die Verhandlungen beendet
sind.

Zweitens, wenn die Vereinigten Staaten die Ergebnisse der Tokio-

Runde billigen sollen, dann müssen wir im April die entsprechenden Dokumente

- 3 -

�Dokumente unterzeichnen, um zu gewährleisten, daß der Kongreß vor seiner
Vertagung im Oktober eine Entscheidung trifft.
Wenn die entsprechenden gesetzlichen Vorlagen bezüglich dieser Abkommen unterbreitet sind, wird der Kongreß 90 Arbeitstage haben, um die
Ergebnisse zu prüfen.

Um dem Kongreß die gesetzlich vorgeschriebenen

90 Arbeitstage zu geben, damit vor der Vertagung die Behandlung dieses
komplexen Pakets abgeschlossen werden kann, ist es entscheidend wichtig,
das Paket so bald wie möglich nach dem Beginn dieser Periode vorzulegen.
(Die 90 Tagefrist zählt vom 4. Januar 1979 an, als Präsident Carter dem
Kongreß offiziell mitgeteilt hat, daß die Vereinigten Staaten dem
Multilateralen Handelsabkommen beitreten würden).

Nach unseren Berechnungen

bedeutet das, daß die Ergebnisse der Tokio-Runde bisiMitte April unterzeichnet und besiegelt sein müssen, um dem Kongreß zur Behandlung vorgelegt
werden zu können.
Frage:

Aber gibt es nicht noch eine ganze Reihe von Problemen, die

noch nicht gelöst sind - was beispielsweise die Zölle und Sicherheitsbestimmungen sowie die Entwicklungsländer anbetrifft?
Antwort: Das ist richtig, aber wir haben seit der Wiederaufnahme der
Verhandlungen im Januar solide Fortschritte gemacht, und wir kommen bei
der Lösung der verbleibenden Fragen rasch voran. Es liegt wahrscheinlich
in der Natur des Menschen, bis zum letzten Augenblick zu versuchen, die
größten Vorteile herauszuschlagen, aber dieser Augenblick rückt für alle
Beteiligten rasch näher. Und wie ich bereits erwähnt habe, nach dem
24. Februar wird sich unser Hauptaugenmerk fast ausschließlich auf den
Prozess der Verwirklichung und Durchsetzung im eigenen Lande richten.
Frage:

Wie siehen Sie die Chancen für eine günstige Aufnahme durch

den amerikanischen Kongreß?
Antwort:
- 4 -

; • • •

�Antwort:

Wir werden vor einer echten Aufgabe stehen.

Vorteile der Tokio-Runde für alle Handelsnationen

Trotz der

und trotz der klaren

Folgen eines Fehl Schlags werden die Ergebnisse der Multilateralen Handelsverhandlungen in den Vereinigten Staaten heiß umstritten sein.

Jeder

Sektor der Wirtschaft und jeder Industriezweig wird versucht sein zu fragen:
'Haben wir alles bekommen, was wir wollten, ohne zuviel aufzugeben?'
Die Antwort darauf muß ganz einfach 'Nein' lauten.

Nur ein ausgewogenes

Endergebnis, bei dem die Vorteile gerecht unter den Ländern aufgeteilt
sind, kann zu einem fairen Handelssystem für die Zukunft führen und ernste
wirtschaftliche Rückfälle

/ermeiden.

Das mag selbstverständlich klingen, aber es ist eine Botschaft, die
der Öffentlichkeit in den Vereinigten Staaten und in anderen Ländern
deutlich zu Gehör gebracht werden muß.
Wenn man erst die Vorteile für die Vereingten Staaten und für unsere
Handelspartner richtig begriffen hat, dann, so bin ich überzeugt, werden
das amerikanische Volk und der amerikanische Kongreß zustimmen, daß die
Ergebnisse ihre volle Unterstützung verdienen."

+ + + + +

- 5 -

�21. Februar 1979

7

UMWELTSCHUTZ:

GEWINN ÜBERWIEGT DIE KOSTEN

US-Auslandsprojekte werden in Schutzmaßnahmen einbezogen

- (AD) - Alle amerikanischen Auslandsprojekte, die mit Billigung
oder im Auftrag von amtlichen Stellen der Vereinigten Staaten durchgeführt werden, sind laut Anweisung Präsident Carters auf ihre Konsequenzen
für die Umwelt zu überprüfen. Mit dieser Aktion wollen die Vereinigten
Staaten ein Beispiel geben, unbeabsichtigte schädliche Auswirkungen auf
die menschliche Gesundheit, Sicherheit und die allgemeine Qualität der
globalen Umwelt zum Schutz der heute Lebenden und der künftigen Generationen in Betracht zu ziehen und rechtzeitig vorzubeugen. Die Regierungsverordnung über globalen Umweltschutz wird im August 1979 rechtskräftig.
Von ihr betroffen werden beispielsweise Aktivitäten im Bereich von
"weltweitem Allgemeineigentum" (Global Commons), wie es die Meere, die
Atmosphäre oder die Antarktis darstellen. Die Bestimmungen gelten aber
auch für Projekte im Ausland, durch die die Umwelt in unbeteiligten
Drittländern beeinflußt werden könnte. Ein Beispiel dafür wäre der Bau
eines von den USA finanzierten Staudamms in einem bestimmten Land, der

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�der zur Folge haben könnte, daß ein anderes, an dem Unternehmen nicht
beteiligtes Land weniger Wasser erhält.

Unter die Verordnung fielen auch

Projekte wie die Lieferung eines Kernreaktors, die in den USA wegen der
damit verbundenen Strahlengefahr strengen Auflagen unterworfen ist, sowie
Produkte oder Anlagen, deren Abgase oder Abwässer die Gesundheit ernstlich
gefährden könnten.

Ferner zählten dazu Aktivitäten, welche von Präsident

Carter zu benennende natürliche oder ökologische Ressourcen von weltweiter Bedeutung beeinträchtigen könnten.

Sofern es sich um Ressourcen

handelt, die bereits durch internationale Abkommen geschützt sind, hat
der

US-Außenminister auf eine mögliche Gefährdung hinzuweisen.

Im Gegensatz zu Kernreaktoren wird der Export von Kernbrennstoff
nicht unter die internationale Umweltschutzverordnung fallen. Das
Außenministerium wurde von Präsident Carter zur Verbindungsstelle für
alle anderen zuständigen amerikanischen Behörden bestimmt, mit der einheitliche Verfahren zur Überprüfung nukleartechnischer Exporte, die
unter die Verordnung fallen, ausgearbeitet werden sollen. Wie aus dem
Weißen Haus verlautet, werde auf diese Weise Sorge getragen, daß durch
eventuell notwendig werdende Umweltschutzmaßnahmen die Zuverlässigkeit
der Vereinigten Staaten als Lieferant auf nukleartechnischem Gebiet nicht
berührt wird. Ihrem Dollarwert nach sei nur ein kleiner Bruchteil der
amerikanischen Exporte von einer solchen Überprüfung betroffen. Alles
in allem bedeute die Verordnung eine Stärkung der amerikanischen Bemühungen
um internationale Maßnahmen zum Schutz der Umwelt. Zu diesen zählten
z.B. das amerikanische Abkommen mit Kanada über die Wasserqualität der
Großen Seen und der internationale Vertrag zum Schutz der Meere vor Ölverschmutzung mit neuen, verschärften Bestimmungen, für die sich die USA
eingesetzt hatten. Einen ähnlichen Standpunkt nimmt die amerikanische
Regierung bei den Verhandlungen zum Seerechtsvertrag beispielsweise hinsichtlich des Schutzes der durch den Fischfang gefährdeten Arten ein.
Mit Mexiko bestehen Kontakte, um das Vordringen von Wüstenregionen im
Bereich beider Länder zu verhindern. Alles in allem ist festzustellen,

- 2 -

�festzustellen, daß sich internationale Zusammenarbeit zum Schutz der
Umwelt in zunehmendem Maße als wirksam erweist.

- Umweltbelastung in den USA rückläufig Charles Warren, der Vorsitzende des amerikanischen Präsidialbeirats
für Umweltqualität, erklärt in dem kürzlich veröffentlichten Jahresbericht
1978 der Kommission, daß ein "Umkehrtrend" der früheren Entwicklungen zu
beobachten sei, was einen Rückgang der durchschnittlichen Belastung von
Luft und Wasser mit Schadstoffen bedeute. Auch stelle sich deutlich heraus,
daß die wirtschaftlichen Vorteile der Umweltschutzmaßnahmen die mit diesen
verbundenen Kosten mehr als aufwiegen. Jedoch seien in den meisten
Stadtgebieten die bundesweit festgesetzten Normwerte für die Luftqualität
noch nicht erreicht. Außerdem würden immer wieder Verstöße gegen die
Bestimmungen zum Schutz vor Smog-Bildung festgestellt.
Der 1970 ins Leben gerufene Präsidialbeirat für Umweltqualität analysiert jedes Jahr in seinem Bericht den Umweltzustand in den USA und
verweist auf bestehende und sich neu abzeichnende Probleme. In einer
Stellungnahme zur Kritik an den Kosten des Umweltschutzes wird auf die
vorläufigen Ergebnisse einer neuen Studie verwiesen, die zeige, daß die
bundesweit eingeführten Höchstwerte für Belastungen mit Schadstoffen dem
Land jährlich Milliarden Dollar einsparen helfen. Im Jahr 1978 haben
Wirtschaft, Regierung und Privatpersonen insgesamt 47,6 Milliarden Dollar
für Umweltschutz jeglicher Art, einschließlich Müllabfuhr, ausgegeben.
Davon entfallen 22,7 Milliarden Dollar auf Maßnahmen, die notwendig sind,
um Vorschriften von Bundesbehörden nachzukommen - allein für die Bekämpfung
der Luftverschmutzung werden 13 Milliarden Dollar aufgewandt. Die Wirtschaft habe, wie es in dem Bericht heißt, im vergangenen Jahr 7,1 Milliarden
Dollar in Umweltschutz-Ausrüstungen investiert.
Der Studie

�Der Studie zufolge belief sich bereits im Jahr 1977 der "Gegenwert"
an Gesundheitsschutz und der Erhaltung materialler Werte durch Maßnahmen
gegen Luftverschmutzung auf ca. 5 Milliarden Dollar.

Eine Extrapolation

der vorläufigen Daten in bezug auf die Vermeidung anderer Schäden, z.B.
an persönlichem Besitz oder an Pflanzen und Tieren in der freien Natur,
ergibt für 1977 Einsparungen in Höhe von etwa 22 Milliarden Dollar.

Außerdem

haben Untersuchungen der privaten Organisation "Ressources for the Future"
ergeben, daß Maßnahmen zur Luftreinhaltung mit einem Aufwand von 15 Milliarden
Dollar, bei denen Vorschriften für Kraftfahrzeuge noch nicht einmal
berücksichtigt sind, allein auf dem Sektor Gesundheitswesen einen Gewinn
von jährlich 23 Milliarden Dollar bedeuten.
Als immer schwerer wiegendes Umweltproblem wird in dem jüngsten
Jahresbericht des Präsidial beirats für Umweltqualität die ständige Flächenverringerung von Farmland zugunsten von Bauland und Straßentrassen erwähnt.
Pro Tag gehen in den Vereinigten Staaten auf diese Weise durchschnittlich
10 qkm Land verloren.

Besonders im Nordosten der USA weite sich diese

Entwicklung zu einer wirtschaftlichen Bedrohung der Farmer und einer
Umweltgefahr aus. Um diesem Trend entgegenzuwirken, sollten, so empfiehlt
die Kommission, mit dem US-Landwirtschaftsministerium Möglichkeiten einer
Koppelung von Bundeszuschüssen für die Farmbetriebe mit zwingenden
Maßnahmen seitens der Farmer für die Erhaltung ihres Landes erörtert werden.

++++++

�7

21. Februar 1979

LOKALE TUMOR-HYPERTHERMIE MIT ULTRASCHALL

- (AD) - Durch eine lokale Gewebeüberwärmung mit Ultraschall erzielten Wissenschaftler am Klinikum der amerikanischen Stanford-Universität
in Kalifornien eine deutliche Schrumpfung der Geschwülste bei fast 70
Prozent flacher Hautgewebe-Tumoren an Kopf und Hals sowie bei 50 Prozent
einer Vielzahl anderer Oberflächentumoren. In einem Bericht über ihre
Studie, der im Januarheft der Zeitschrift "CANCER" veröffentlicht ist,
verweisen Dr. med. Jane B. Marmor und Mitarbeiter darauf, daß die Ultraschall-Überwärmungstherapie besonders zur Behandlung von Plattenepithelkrebs an Kopf und Hals, eventuell in Verbindung mit chirurgischer Behandlung und Strahlentherapie, erfolgreich sein könnte. Endgültige Aussagen seien jedoch deshalb noch nicht zu machen, weil die behandelten
Patienten im Durchschnitt nur fünf Wochen unter ständiger Beobachtung
standen und die Mehrzahl der Reaktionen nur zu einem teilweisen Verschwinden
der Tumoren führte.
Insgesamt 30 Patienten erhielten zwei Wochen lang dreimal wöchentlich
Ultraschall-Überwärmung.

Die Schallenergie (im Frequenzbereich von 1 - 3

Megahertz) wurde über einen 4 cm großen Schall köpf über dem zentralen Teil

Postfach 20 03 00
D5300 Bonn 2

Tel: 02221-89 32 40
Telex:08-85432

�•,

Teil des Tumors appliziert.

Die Temperaturerhöhung im Gewebe wurde mit

Hilfe feiner Nadelelektroden eines Thermoelements gemessen.

Bei der

ersten Patientengruppe wurden die Tumoren 30 Minuten lang auf 43 Grad
Celsius, bei späteren Gruppen auf 44 und 45 Grad Celsius gehalten.

Ver-

änderungen der Tumorgröße wurden nach jeder einzelnen Sitzung ermittelt.
Ganz allgemein zeigten sich bei den Patienten bessere Ergebnisse, die
entweder gar nicht oder nur mit Bestrahlung vorbehandelt waren, als bei
vorausgegangener Chemotherapie.

Nebenwirkungen waren minimal:

Bei fünf

Behandlungen kam es zu geringfügiger Oberflächenverbrennung, und einige
Patienten klagten über Schmerzen während der Behandlung.

Nach Meinung

der Wissenschaftler dürfte eine präzisere Abgabe der Schallenergie mit
verbessertem Schall köpf das Problem lösen helfen.
!

Mit der Anwendung von Ultraschall bei Krebs hatte man sich bereits
in den dreißiger Jahren und kurz nach Kriegsende befaßt; jedoch verstand
man damals noch zu wenig von der Rolle, die die Überwärmung bei der Krebsbehandlung spielt. Deshalb war bis zum Ende der sechziger und Anfang der
siebziger Jahre das Interesse an dieser Art von Therapie gering. Dr.
Marmor und Dr. phil. George M. Hahn von der Stanford-Universität berichteten
1976 zum ersten Mal über Ergebnisse bei Tierversuchen. Es war ihnen
gelungen, 50 Prozent von Oberflächentumoren bei Hunden, Katzen und Mäusen
mit Ultraschall zum Schrumpfen zu bringen. Gegenwärtig entwickelt die
Forschergruppe mit bedeutender finanzieller Unterstützung des Nationalen
Krebsforschungsinstituts der USA Schall köpf-Mehrfachsysteme, mit denen
größere und z.T. auch tiefer sitzende Geschwülste angegangen werden
sollen.

+ + + + +

�7

21. Februar 1979

STICKSTOFFDÜNGUNG UND ERTRAG
Überangebot nützt weder Pflanzen noch Böden

- (AD) - Unter den Nährstoffen, die Pflanzen zum Wachsen brauchen,
spielt der Stickstoff eine wichtige Rolle. Erst in jüngster Zeit stellte
sich aber auch heraus, daß er zu einer Gefahr für die Umwelt werden kann u.a. dann, wenn Düngerstickstoff im Boden zu einer gasförmigen Verbindung
reduziert wird und in die Atmosphäre entweicht oder wenn er als Nitrat
in Oberflächenwasser oder ins Grundwasser gelangt. Trinkwasser darf
beispielsweise nicht mehr als 10 p.p.m. Nitrat (d.h. 10 Teilchen auf eine
Million Teilchen Wasser) enthalten. Bei höheren Konzentrationen besteht
das Risiko, daß - vor allem bei Kleinkindern - eine Sauerstoffmangel krankheit, die sog. Methämoglobinämie, ausgelöst wird. Dazu kommt es,
wenn sich das Oxyhämoglobin der roten Blutkörperchen in Hämiglobin
(Methämoglobin) umwandelt. In dieser Form vermag es keinen molekularen
Sauerstoff zu binden, den normalerweise das Arterienblut zu den Körperzellen und Organen transportiert und der dort für die lebensnotwendigen
Stoffwechsel Vorgänge benötigt wird. Wird er nur unzureichend geliefert,
kommt es zu Störungen und Erkrankungen.
Agragwissenschaftler

�Agrarwissenschaftler der Universität Kalifornien in Berkeley,Davis
und Riverside haben sich in mehr als fünfjährigen Forschungen mit dem
Verbleib und den Wegen von stickstoffhaltigem Mineraldünger befaßt.
Dabei ging es vor allem darum, zu klären, welche Mengen von Stickstoff
in Abhängigkeit von der Bodenart und der Wasserzufuhr als optimal anzusehen sind und wie eine Umweltbelastung- insbesondere des Grundwassers mit Nitraten verhindert werden kann.
Wegen ihrer natürlichen Stickstoffarmut werden die Böden in Kalifornien
jedes Jahr mit Hunderttausenden von Tonnen Stickstoffdünger behandelt.
Durch Verwendung eines bestimmten Stickstoffisotops, das dem Dünger
für die Versuchsfelder beigegeben wurde, bekamen die Wissenschaftler
nach oft entmutigenden Experimenten endlich ein "Instrument" in die Hand,
um den natürlichen Stickstoffzyklus in Pflanzen, Boden, Wasser und Luft
zu verfolgen.

Es wurde möglich, sowohl die Aufnahme und Nutzung von

Stickstoff durch die Pflanzen aus Düngemitteln und anderen Quellen als
auch den Verbleib von DUngerstickstoff in der Umwelt noch Wochen nach der
Anwendung zu messen.
Die Untersuchungen zeigten z.B. bei Mais auf den Versuchsfeldern
von Kearney, daß es nur dann zu größeren StickstoffVerlusten kommt, wenn
mehr Mineraldünger gestreut wird, als die Pflanzen verwerten können. Das
günstigste Verhältnis zwischen Düngermenge und Ertrag ist gegeben, wenn
der Nährstoffbedarf knapp gedeckt wird. Zusätzliche Düngergaben mögen
den Ertrag geringfügig steigern helfen - was sich aber in den meisten
Fällen angesichts der höheren Kosten und der möglichen Folgeprcbleme
nicht lohnt.
Die beiden Agrarwissenschaftler Francis Broadbent und Alan Carlton
(Universitätsinstitut in Davis) fanden dies bei der Anwendung von Stickstoffdünger in fünf verschiedenen Konzentrationsstufen heraus:

Bei Stufe

1 (Stickstoffangebot knapp unter dem Bedarf der Pflanze) wurde mit 1 kg

- 2 -

�mit 1 kg Stickstoff eine Mehrproduktion von 55 kg Getreide gegenüber
dem nicht behandelten Vergleichsfeld erzielt.

Nur 18 Prozent des Stick-

stoffs gingen an Boden, Wasser und Luft verloren.

Bei Stufe 2 (Stick-

stoffangebot mäßig über dem Bedarf) betrug die zusätzliche Ertragssteigerung
17 kg, der Mineraldüngerverlust aber 45 Prozent.

Bei den Stufen 3 bis 5

mit weitaus größeren Stickstoffmengen wurden nicht nur viel niedrigere
Erträge erzielt, sondern bis zu 71 Prozent des Stickstoffs wanderte in
die Umgebung.

Die Experimente brachten außerdem wichtige Anhaltspunkte für die
Rolle, die die Bewässerung spielt.

Bei Düngermengen bis knapp an die

Grenze des Bedarfs zur Erzielung des Maximalertrags blieb verhältnismäßig wenig Stickstoff im Wurzelbereich zurück - gleichgültig, welche
Wassermengen bei Bewässerung eingesetzt wurden.

Bei Überdüngung sammelte

sich der Stickstoff in der Wurzelzone, solange die Bewässerung normal
war oder etwas darunter lag.

Kamen jedoch Überdüngung und zu starke

Bewässerung zusammen, wurde der Stickstoff in Bodenschichten unterhalb
der Wurzelzone ausgewaschen - was die Gefahr der Nitratverseuchung des
Grundwassers erhöht.

Auf Versuchsfeldern der Universität in Riverside

fand man bei Anwendung von organischem Dünger ähnliche Ergebnisse
hinsichtlich des Einflusses der Wasserzufuhr auf Stickstoffverluste und
die Stickstoffkonzentration in abführendem Wasser.

Für den Farmer sei es allerdings schwierig, so Roy Rauschkolb von
der Genossenschaftlichen Beratungsstelle der Universität Davis, jeweils
die richtige Düngermenge anzuwenden.

Streut er zu wenig, sinkt der

Ertrag - aber "die meisten Landwirtschaftsbetriebe stehen wirtschaftlich
gesehen unter extremem Druck, Höchsterträge zu erzielen".

Das Stick-

stoffproblem sei überaus vielschichtig und werde u.a. vom Bodentyp und
Klima, Wasserangebot, den Zu- und Abflußgeschwindigkeiten des Wassers
an der Oberfläche und im Untergrund, von Anbausystemen und Fruchtarten
bestimmt.

Beispielsweise speichern schwere, lehmige Böden große Mengen

- 3 -

�Mengen Stickstoff, wodurch sich Verluste an Schichten unterhalb der Wurzelzone verringern, während sandige Böden Stickstoff nicht speichern können.
Auch die Wurzeltiefe spielte eine wichtige Rolle.

"Bei noch so sorgsamer

Anwendung geht viel mehr Stickstoff verloren, wenn beispielsweise flachwurzelnde Pflanzen wie Salat auf Sandböden unter Furchenbewässerung angebaut werden, als bei Anbau tiefwurzelnder Fruchtarten auf schweren Böden
und unter Sprinkelbewässerung", meint Rauschkolb.

Ist die Verlust- und

damit auch die Verschmutzungsgefahr hoch, müsse Überdüngung vermieden und
vielleicht auch das Bewässerungsverfahren geändert werden.

Das könne soweit

gehen, daß sich die Farmer zum Anbau anderer Fruchtarten entschließen
müssen.
Forscher von Davis und Riverside sind jetzt dabei, die verschiedenen
Bodentypen und deren gegenwärtige Nutzung in den kalifornischen Anbaugebieten im einzelnen zu klassifizieren, um den Farmern mehr Informationen
und Empfehlungen an die Hand zu geben.

Außerdem arbeiten sie an einem

Verfahren, mit dem die Umwandlung von im Boden verbliebenem Stickstoff
in Gas, das in die Atmosphäre entweicht, direkt zu messen ist.

Zu diesem

Prozess der sog. Denitrifikation kommt es in erster Linie bei schweren
Böden.

+ + + + +

- 4 -

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              <text>&lt;strong&gt;1. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Amerikas Ringen um Exportmärkte und die Stabilität des Dollars&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- US-Finanzminister rechnet mit Besserung der Handelsbilanz -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der US-Kongress und die Multilateralen Handelsverhandlungen&amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Vorlage über Verlängerung der Vollmachten des Präsidenten eingebracht -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Umweltschutz: Gewinn überwiegt die Kosten&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- US-Auslandsprojekte werden in Schutzmaßnahmen einbezogen -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Lokale Tumor-Hyperthermie mit Ultraschall&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stickstoffdüngung und Ertrag&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Überangebot nützt weder Pflanzen noch Böden -&lt;/em&gt;</text>
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