<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<item xmlns="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5" itemId="1621" public="1" featured="0" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xsi:schemaLocation="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5 http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5/omeka-xml-5-0.xsd" uri="https://www.amerikahaus-archiv.de/items/show/1621?output=omeka-xml" accessDate="2026-11-04T03:11:59+00:00">
  <fileContainer>
    <file fileId="1632">
      <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/4856a96fcc1f70709dd839dca6f5b846.pdf</src>
      <authentication>bebc909aeba636459f64a8f337093c03</authentication>
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="4">
          <name>PDF Text</name>
          <description/>
          <elementContainer>
            <element elementId="52">
              <name>Text</name>
              <description/>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="8384">
                  <text>Information
und
Dokumentation

I

1
»

International Communication Agency
Embassy of the United States of America

7. Februar 1979
INHALT
DOKUMENTATION
Carter begrüßt Stell vertretenden chinesischen Ministerpräsidenten
- Ansprachen Carters und Dengs in Washington Erklärungen Carters und Dengs bei der Unterzeichnung der Abkommen
- Wortlaut Gemeinsames amerikanisch-chinesisches Pressekommunique
- Wortlaut Brown legt amerikanische Verteidigungsposition dar
- Auszüge aus dem Jahresbericht des US-Verteidigungsministers HINTERGRUNDMATERIAL
SALT II und die europäische Sicherheit
- von Senator Clairborne Pell WIRTSCHAFT
Strauss: Welthandel wird vom Abschluß der Tokio-Runde profitieren
- Amerikas ChefUnterhändler rechnet mit Schlußabkommen in Kürze WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Lieblingsspeise:

Erdöl und Phosphate

Totale Sonnenfinsternis über Nordamerika
BERICHTIGUNG ZUM WIRTSCHAFTSBERICHT PRÄSIDENT CARTERS

Um Übcr/cndung von
Belegexemplaren wird
gebeten

Postfach 20 03 00 Tel: 02221-89 3240
Telex:08-85432
D5300 Bonn 2

�•Till al ! f i
O

IUI

IUI

I 3

(•)

Dokumentation
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

7. Februar 1979

CARTER BEGRÜSST STELLVERTRETENDEN CHINESISCHEN MINISTERPRÄSIDENTEN
- Ansprachen Carters und Dengs in Washington -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Jimmy Carter hat den Stellvertretenden
Ministerpräsidenten der Volksrepublik China Deng Xiaoping, am 29. Januar 1979
in Washington vor dem Weißen Haus offiziell begrüßt. Beide Politiker wiesen
in ihren Begrüßungsansprachen auf die Bedeutung dieses Besuches hin.
Die Ansprache Präsident Carters hat folgenden Wortlaut:
Herr Stellvertretender Ministerpräsident, Madame Zhuo Lin, verehrte
chinesische Gäste, amerikanische Mitbürger und Freunde:
Im Namen der Bevölkerung meines Landes heiße ich Sie, Herr Stellvertretender Ministerpräsident, in den Vereinigten Staaten von Amerika herzlich willkommen .
Wir unternehmen heute einen weiteren Schritt in der historischen Normalisierung der Beziehungen, mit der wir in diesem Jahr begonnen haben.

Wir tei-

len die Hoffnung, die aus einer Versöhnung und der Erwartung eines gemeinsamen
Weges erwächst.
Die

Postfach 2 0 0 3 0 0
D 5 3 0 0 Bonn 2

Tel: 02221-89 32 4 0
Telex:08-85432

�k.

Die Vereinigten Staaten von Amerika haben ein großes Interesse an Asien
und den pazifischen Gebieten.

Wir erwarten, daß die Normalisierung der Bezie-

hungen zwischen unseren beiden Ländern dazu beitragen wird, eine Atmosphäre
im asiatischen und pazifischen Bereich zu schaffen, in der das Recht aller Völker, in Frieden zu leben, gefördert wird.
Wir erwarten, daß die Normalisierung mithelfen wird, daß wir zusammen in
Richtung auf eine Welt der Vielfalt und des Friedens voranschreiten werden. Zu
lange waren unsere Völker voneinander abgeschnitten.

Nun teilen wir die Aus-

sicht auf einen neuen Austausch des Handels, der Ideen und der Menschen, aus
dem unsere beiden Länder Nutzen ziehen werden.
Unter der Führung von Ministerpräsident Hua Guofeng und unter Ihrer Führung, Herr Stellvertretender Ministerpräsident, hat die Volksrepublik China damit begonnen, in kühner Weise in Richtung auf eine Modernisierung voranzuschreiten.

Sie haben entschieden, Ihre kulturellen,handelspolitischen und diploma-

tischen Bindungen zu anderen Ländern zu vertiefen.

Wir begrüßen diese

Öffnung.

Als Volk glauben wir zutiefst an einen offenen Meinungsaustausch mit anderen
und an einen freien Austausch der Ideen.
Unsere Nation setzt sich aus Menschen mannigfachen Hintergrundes zusammen,
die durch einen gemeinsamen Glauben an Gerechtigkeit, Freiheit des einzelnen
und die Bereitschaft, Differenzen friedlich beizulegen, zusammengeschweißt sind.
Daher begrüßen wir insbesondere die Möglichkeit eines Austausches von
Studenten und Wissenschaftlern sowie die Verbesserung unserer handelspolitischen, technologischen, wissenschaftlichen und kulturellen Kontakte.
Wir sind sehr daran interessiert, daß Sie und Ihr Volk unser Land sehen
und kennenlernen und daß unser Volk das Ihre kennenlernt.
Es gibt ein chinesisches Sprichwort, welches besagt, daß Sehen mehr wert
ist als hundert Beschreibungen.
Zulange

�Zu lange schon konnten das chinesische Volk und das amerikanische Volk
einander nicht persönlich kennenlernen.

Wir sind froh, daß diese Zeit vor-

über ist.
China ist eines der Länder, in dem eine beträchtliche Anzahl von Amerikanern, unserer eigenen Bürger, ihren Ursprung haben.
empfindet freundschaftliche Gefühle für die Chinesen.

Das amerikanische Volk
Aus früheren Tagen, als

ich vor 30 Jahren China besuchte, erinnere ich mich an enge Kontakte und an
Freundschaft und Gastlichkeit.

Aber die Geschichte lehrt uns, daß unsere Völ-

ker nicht immer in kluger Weise miteinander umgegangen sind.

Während des ver-

gangenen Jahrhunderts und darüber hinaus waren unsere Beziehungen häufig gestört durch Mißverständnisse, falsche Hoffnungen und sogar Krieg.
Herr Stellvertretender Ministerpräsident, wollen wir uns heute gemeinsam
verpflichten, daß die Vereinigten Staaten und China jenes Verständnis, jene
Geduld und jene Beharrlichkeit aufbringen werden, die notwendig sind, damit
unsere neue Beziehung fortbesteht.
Unsere Geschichte sowie unsere politischen und wirtschaftlichen Systeme
unterscheiden sich erheblich. Wollen wir uns über diese Unterschiede im klaren
sein und sie zu einer Quelle nicht der Furcht, sondern einer gesunden Neugier
werden lassen, nicht zu einer Quelle der Trennung, sondern des gemeinsamen
Nutzens.
Solange wir uns keinen Illusionen über unsere Verschiedenheiten hingeben,
kann unsere Vielfältigkeit zur Lebenskraft unserer neuen Beziehungen beitragen.
Menschen, die verschieden sind, können viel von einander lernen.
Gestern, Herr Stellvertretender Ministerpräsident, war das Mondneujahr,
der Beginn Ihres Frühjahrfestes, der traditionellen Zeit neuer Anfänge für das
chinesische Volk. An Ihrem Neujahrstage, so wurde mir berichtet, öffnet man
bei Ihnen Türen und Fenster, um den guten Geistern Einlaß zu gewähren. Es
ist die Zeit, in der Familienstreitigkeiten vergessen sind, eine Zeit der Be- 3 -

�I

Besuche, eine Zeit des Wiedersehens und der Versöhnung.
Was unsere beiden Länder angeht, so ist heute die Zeit des Wiedersehens
und neuer Anfänge.

Es ist ein Tag der Versöhnung, an dem Fenster, die zu lan-

ge geschlossen waren, wieder geöffnet worden sind.
Herr Stellvertretender Ministerpräsident Deng, Sie, Ihre Gattin, Ihre
Delegation, sind in unserem großen Lande herzlich willkommen.

Ich danke Ihnen,

daß Sie uns die Ehre Ihres Besuches erweisen.

+ + +
Die Ansprache des Stellvertretenden chinesischen Ministerpräsidenten hat
folgenden Wortlaut:
Herr Präsident, Mrs. Carter, meine Damen und Herren:
Zunächst möchte ich dem Präsidenten und Mrs. Carter für diesen großartigen und herzlichen Empfang danken, den wir als Zeichen der Freundschaft des
amerikanischen Volkes für das chinesische Volk erachten.
Wir unsererseits haben dem amerikanischen Volk eine Botschaft der Freundschaft vom chinesischen Volk überbracht. Die Geschichte der freundschaftlichen
Kontakte zwischen unseren beiden Völkern geht fast 200 Jahre zurück, und was
noch größere Bedeutung hat, wir kämpften Schulter an Schulter im Krieg gegen
den Faschismus. Obwohl es eine Zeit gab, in der zwischen uns 30 Jahre lang
unangenehme Dinge vorherrschten, sind doch schließlich normale Beziehungen zwischen China und den Vereinigten Staaten dank der gemeinsamen Anstrengungen unserer Regierungen und Völker wieder hergestellt worden. In dieser Hinsicht hat
die weitblickende Entscheidung Präsident Carters eine wichtige Rolle gespielt.
Zwischen

�Zwischen China und den Vereinigten Staaten ergeben sich für eine sich
entwickelnde freundschaftliche Kooperation große Möglichkeiten.

In den nächsten

Tagen werden wir gemeinsam mit Ihren Regierungsvertretern und mit Freunden auf
allen möglichen Gebieten Mittel und Wege sondieren, um unsere Kontakte und unsere Zusammenarbeit im politischen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen, technologischen und kulturellen Bereich zu entwickeln.
Die Normalisierung eröffnet breite Wege für die Entwicklung dieser Zusammenarbeit zu unserem gemeinsamen Nutzen. Wir haben allen Grund anzunehmen,
daß sich daraus nützliche Resultate ergeben.
Die Bedeutung der Normalisierung geht weit über unsere bilateralen Beziehungen hinaus. Eine freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen zwei wichtigen Ländern, die an gegenüberliegenden Ufern des Pazifik gelegen sind, ist unzweifelhaft ein wichtiger Faktor bei dem Streben nach Frieden in diesem Gebiet
sowie in der Welt ganz allgemein. Die Welt von heute ist alles andere als ruhig. Es existieren nicht nur Bedrohungen für den Frieden, sondern die auf einen
Krieg hinwirkenden Faktoren wachsen ganz deutlich an. Die Völker der Welt sehen sich der dringlichen Aufgabe gegenüber, ihre Anstrengung zu verdoppeln, um
den Weltfrieden, Sicherheit und Stabilität aufrechtzuerhalten. Und unsere beiden Länder sind verpflichtet, zusammenzuarbeiten und den ihnen angemessenen
Beitrag zu diesem Ziel zu leisten.
Herr Präsident, wir teilen mit Ihnen das Gefühl, einen historischen Auftrag auszuführen. Die chinesisch-amerikanischen Beziehungen haben einen neuen
Anfang genommen, und die Weltsituation steht an einem neuen Wendepunkt. China
und die Vereinigten Staaten sind große Länder, und das chinesische und das amerikanische Volk sind zwei große Völker. Eine freundschaftliche Zusammenarbeit
zwischen unseren beiden Völkern wird einen positiven und weitreichenden Einfluß
auf die Art und Weise nach sich ziehen, wie sich diese weltpolitische Situation
entwickelt.
Ich danke Ihnen herzlich für Ihr Willkommen.
+ + + + +
- 5 -

�1
I

3

Dokumentation
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

7. Februar 1979

ERKLÄRUNGEN CARTERS UND DENGS BEI DER UNTERZEICHNUNG DER ABKOMMEN
- Wortlaut -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Jimmy Carter und der Stellvertretende
Ministerpräsident der Volksrepublik China, Deng Xiaoping, haben am
31. Januar 1979 im Weißen Haus eine Reihe von Abkommen über den Austausch
auf kulturellem, wissenschaftlichem und technologischem Gebiet sowie über
die Regelung von Konsularfragen unterzeichnet und dabei noch einmal die
Bedeutung der Normalisierung der Beziehungen zwischen beiden Ländern unterstrichen.
Die Erklärung Präsident Carters hat folgenden Wortlaut:
Was wir während der vergangenen drei Tage zusammen geleistet haben,
war außergewöhnlich, aber unser Ziel ist es, diese Art des Austausches
zwischen unseren beiden Ländern nicht mehr eine Ausnahme sein zu lassen,
sondern sie zur Norm zu machen - keine Angelegenheit mehr für Schlagzeilen
und Historiker, sondern Routine im täglichen Leben sowohl des chinesischen
als auch des amerikanischen Volkes. Mit der Unterzeichnung dieser Abkommen

Postfach 20 03 00
D5300 Bonn 2

Tel: 02221-89 32 40
Telex:08-85432

�Abkommen haben wir damit begonnen.
Nach zu langer Zeit, in der das eine oder der andere unserer beiden
Länder versucht hat, die Beziehung zwischen uns zu beherrschen, begegnen
sich China und die Vereinigten Staaten nunmehr auf einer Basis der Gleichberechtigung bei vollen diplomatischen Beziehungen. Wir haben einen neuen
und nicht mehr umkehrbaren Kurs eingeschlagen in Richtung auf festere,
konstruktivere und hoffnungsvollere Beziehungen.
Ich habe den Stellvertretenden Ministerpräsidenten in den Stunden,
die wir zusammen verbracht haben, gut kennengelernt.
er denkt, und er schätzt Ergebnisse.

Er spricht aus, was

In unseren Gesprächen über weltpolitische

Angelegenheiten haben wir erkannt, daß wir viele gemeinsame Perspektiven
teilen.

Wenn wir auch unabhängige Außenpolitiken betreiben, so können

unsere getrennten Aktionen vielerorts zu gemeinsamen Zielen beitragen.
Diese Ziele sind eine Welt der Sicherheit und des Friedens, eine Welt
der Vielfalt und der Stabilität, eine Welt unabhängiger Nationen, die frei
von Beherrschung von außen sind.

Unsere beiden Länder haben ein besonderes

Interesse daran, den Frieden und die Prosperität der Menschen in Ostasien
zu fördern.
Wir sind übereingekommen, uns regelmäßig über Fragen des gemeinsamen
strategischen Interesses zu konsultieren. Es liegt auf der Hand, daß
sich weder die Sicherheitsbelange der Vereinigten Staaten mit denen Chinas
decken, noch daß China unsere Verantwortung teilt. Aber ein starkes
und sicheres China, das konstruktiv zu den weltpolitischen Angelegenheiten
beiträgt, ist in unserem Interesse, und ein weltweit engagiertes, vertrauensvolles und starkes Amerika ist im Interesse Chinas.
Die soeben von uns unterzeichneten Abkommen - über einen kulturellen,
wissenschaftlichen und technischen Austausch sowie über eine Regelung der
Konsularfragen - wird einer wachsenden Zahl von Menschen unserer beiden

�beiden Völker die greifbaren Vorteile der Normalisierung der Beziehungen
bringen.

Wir rechnen mit einer baldigen Lösung der Frage der Ansprüche

und Guthaben, der Familienzusammenführung, der Erweiterung des Tourismus
sowie der Entwicklung gesunder und starker Handelsbeziehungen.

Aufgrund dieser Abkommen werden in naher Zukunft in Schanghai und
Kanton amerikanische Konsulate eröffnet werden, und chinesische Konsulate werden
in Houston und San Francisco eingerichtet werden.

Hunderte von amerikanischen

Studenten werden in China studieren und lernen, und Hunderte von chinesischen
Studenten werden ihre Ausbildung in den Vereinigten Staaten erweitern.

Die

amerikanische Weltraumbehörde NASA wird einen v~n China bezahlten Nachrichtensatelliten starten, der zum ersten Mal ganz China Farbfernsehen
sowie erweiterte Nachrichtenverbindungen bringen wird.

Herr Stellvertretender Ministerpräsident, Ihr Aufenthalt in Washington
ist nahezu vorüber, aber Ihre Reise nach den Vereinigten Staaten hat gerade
erst begonnen.

Sie reisen morgen nach drei der interessantesten Städte

unseres Landes: Atlanta, Houston und Seattle.
sehen, wie Amerikaner arbeiten und leben.

Sie werden etwas davon

Und wenn Sie von einem Ende

des Landes zum anderen reisen, dann werden Sie - so glaube ich - erleben,
daß das amerikanische Volk bestrebt ist, Sie kennenzulernen und an der
Schaffung der neuen Beziehung zwischen unseren beiden Ländern mitzuwirken.
Sie lassen hier in Washington viele neue Freunde zurück;
noch mehr Freunden nach China zurückkehren.

Sie werden mit

Ich hoffe, Sie werden Minister-

präsident Hua Guofeng sowie dem chinesischen Volk meine besten Wünsche
übermitteln.

Die Ansprache Dengs hat folgenden Wortlaut:

Herr Präsident und Mrs. Carter, meine Damen und Herren,

Wir
- 3 -

�Wir haben soeben bedeutsame Arbeit geleistet, und dies ist nicht
das Ende, sondern ein Anfang.
Wir haben damit gerechnet, daß es im Anschluß an die Normalisierung
der Beziehungen eine rasche Entwicklung der freundschaftlichen Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern auf vielfältigen Gebieten geben
würde.

Die Abkommen, die wir gerade unterzeichnet haben, sind die ersten

Früchte unserer Bemühungen.

Es gibt viele weitere Gebiete der bilateralen

Zusammenarbeit, und zahlreiche andere Kanäle warten darauf, ausgebaut zu
werden.

Wir müssen unsere Anstrengungen fortsetzen.

Es ist meine Überzeugung, daß umfassende Kontakte und eine umfassende
Zusammenarbeit zwischen Ländern sowie ein verstärkter Austausch und eine
verstärkte Verständigung unter den Völkern die Welt, in der wir leben,
sicherer, stabiler und friedlicher gestalten werden.
Deshalb liegt die Arbeit, die wir soeben getan haben, nicht nur im
Interesse des chinesischen und des amerikanischen Volkes, sondern auch
der Menschen in aller Welt. Mit diesen Bemerkungen möchte ich die Unterzeichnung der Abkommen zwischen China und den Vereinigten Staaten über
eine wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit sowie das Kulturabkommen und andere Dokumente besonders herausstellen.

+ + + + +

�1

31
I

Dokumentation
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

7. Februar 1979

GEMEINSAMES AMERIKANISCH-CHINESISCHES PRESSEKOMMUNIQUE
- Wortlaut -

WASHINGTON - (AD) - Nach dem Abschluß der Washingtoner Gespräche
zwischen Präsident Jimmy Carter und dem Stellvertretenden Ministerpräsidenten
der Volksrepublik China, Deng Xiaoping, wurde am 1. Februar 1979 in der
amerikanischen Hauptstadt ein gemeinsames Pressekommunique veröffentlicht,
das folgenden Wortlaut hat:
Auf Einladung des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika und
Mrs. Carter befinden sich der Stellvertretende Ministerpräsident des
Staatsrates der Volksrepublik China, Deng Xiaoping, und Madame Zhuo Lin
auf einem offiziellen Besuch der Vereinigten Staaten, der vom 29. Januar
bis zum 4. Februar 1979 dauert. Der Stellvertretende Ministerpräsident
Deng und Präsident Carter besprachen in Washington Fragen gemeinsamen
Interesses. Der Stellvertretende Ministerpräsident Deng wurde begleitet
von dem Stellvertretenden Ministerpräsidenten Fang Yi, von Außenminister
Huang Hua und anderen. In der Begleitung Präsident Carters befanden
sich Vizepräsident Mondale, Außenminister Vance, der Berater des Präsidenten

Postfach 20 03 00
D5300 Bonn 2

Tel: 02221-89 32 40
Telex:08-85432

�Präsidenten für Fragen der nationalen Sicherheit, Dr. Zbigniew Brzezinski,
und andere.
Die Gespräche waren herzlich, konstruktiv und fruchtbar.

Beide Seiten

erörterten die internationale Situation und stimmten darin überein, daß sie
auf vielen Gebieten gemeinsame Interessen haben und ähnliche Ansichten
teilen.

Sie erörterten ferner jene Gebiete, auf denen sie unterschiedliche

Perspektiven haben.

Sie bekräftigten, daß sie die Bemühungen eines jeden

Landes oder einer jeden Gruppe von Ländern ablehnen, Hegemonie oder
Herrschaft über andere zu errichten, und daß sie entschlossen sind, einen
Beitrag zur Wahrung des Weltfriedens, der Sicherheit und der nationalen
Unabhängigkeit zu leisten.

Beide Seiten sind der Ansicht, daß die Unter-

schiede in ihren sozialen Systemen kein Hindernis bei der Stärkung freundschaftlicher Beziehungen und der Zusammenarbeit darstellen sollten.

Sie

sind entschlossen, auf dieses Ziel hinzuarbeiten, und sind der festen
Überzeugung, daß eine solche Zusammenarbeit im Interesse ihrer beiden
Völker wie auch im Interesse des Friedens und der Stabilität in der Welt
und insbesondere im asiatisch-pazifischen Raum liegt.
Im Namen der Regierung der Volksrepublik China hat der Stellvertretende
Ministerpräsident Deng Xiaoping und im Namen der Regierung der Vereinigten
Staaten hat Präsident Carter ein Abkommen über die Zusammenarbeit auf dem
Gebiet der Wissenschaft und der Technologie sowie ein Kulturabkommen unterzeichnet. Der Stellvertretende Ministerpräsident Fang Yi und der Wissenschaftsberater des Präsidenten, Frank Press, tauschten schriftliche
Einverständniserklärungen über eine Zusammenarbeit zwischen den beiden
Ländern auf dem Gebiete der Erziehung, der Landwirtschaft und des Weltraums
aus. Der Stellvertretende Ministerpräsident Fang Yi und der amerikanische
Energieminister James Schlesinger unterzeichneten eine Übereinkunft
zwischen beiden Ländern über eine Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Hochenergiephysik. Außenminister Huang Hua und Außenminister Cyrus Vance
unterzeichneten ein Abkommen über die beiderseitige Aufnahme konsularischer

- 2 -

�konsularischer Beziehungen sowie die Eröfnnung von Generalkonsulaten in
dem jeweils anderen Land.
Beide Seiten kamen überein, die Akkreditierung von ständigen
Journalisten in dem jeweils anderen Land zu erleichtern.
Beide Seiten stimmten überein, Abkommen auf dem Gebiete des Handels,
der Luftfahrt und der Schiffahrt abzuschließen. Darüber wird während
der Besuche von Finanzminister Michael Blumenthal und Handelsministerin
Juanita Kreps in der Volksrepublik China gesprochen werden.
Namens der chinesischen Regierung und im Namen von Ministerpräsident
Hua Guofeng hat der Stellvertretende Ministerpräsident Deng Xiaoping
Präsident Carter eine Einladung zu einem Besuch Chinas zu einem ihm
genehmen Zeitpunkt überbracht. Präsident Carter hat diese Einladung angenommen. Präsident Carter hat seinerseits Ministerpräsident Hua Guofeng
zu einem Besuch der Vereinigten Staaten eingeladen. Der Stellvertretende
Ministerpräsident Deng Xiaoping hat diese Einladung im Namen von Ministerpräsident Hua Guofeng angenommen. Das genaue Datum für die Besuche der
führenden Staatsmänner der beiden Länder wird zu einem späteren Zeitpunkt
erörtert und festgelegt werden.

+ + + + +

- 3 -

�I

1

I 3

Dokumentation
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

7. Februar 1979

BROWN LEGT AMERIKANISCHE VERTEIDIGUNGSPOSITION DAR
Auszüge aus dem Jahresbericht des US-Verteidigungsministers

WASHINGTON - (AD) - Der amerikanische Verteidigungsminister Harold
Brown hat am 25. Januar 1979 seinen Jahresbericht für das Haushaltsjahr
1980 vorgelegt, in dem er die Verteidigungsposition der Vereinigten Staaten
aufzeigt.

Im folgenden geben wir wesentliche Auszüge des Berichtes nach

regionalen Gesichtspunkten wieder.

Die Sowjetunion
Unter unseren internationalen Problemen nimmt ohne Zweifel die Sowjetunion den größten Platz als Gegenspieler ein. Auf den meisten Gebieten des
Wettbewerbs haben die Sowjets vergleichsweise keinen Vorteil gegenüber den
Vereinigten Staaten. Nur was militärische Dinge angeht, ist ihr System
in der Lage gewesen, mit unserem zu rivalisieren. Aber die Tatsache, daß
sie einen so großen Teil ihrer Anstrengungen auf die Produktion militärischer

Postfach 20 03 00
D5300 Bonn 2

Tel: 02221-89 32 40
Telex: 08-85432

�militärischer Macht verwandt haben, ist höchst beunruhigend.

Daß es ihnen

nicht gelungen ist, auf anderen Gebieten erfolgreich zu konkurrieren, kann
für die Sowjets den Anreiz erhöhen, ihre militärische Macht einzusetzen,
um ihren Einfluß zu verstärken und politische Vorteile zu erringen - ob
durch direkte Anwendung militärischer Macht, ob durch Nötigung, durch
Stellvertreter oder durch Waffenlieferungen.
Eine solche Motivierung ist eine mögliche Erklärung für die sowjetische
Aufrüstung.

Eine andere wäre das Beharrungsvermögen der Bürokratie oder -

etwas unfreundlicher ausgedrückt - die Stärke des militärisch-industriellen
Establishments in der politischen Struktur und im Apparat für die Zuteilung
der Mittel der Sowjetunion.

Eine dritte Motivation könnte - so unnötig

sie auch sein mag - die Furcht der Sowjets vor ihren Nachbarn sein - vor
allem vor der NATO und der Volksrepublik China.
Das sind ohne Frage - wie vielleicht manche andere - wichtige Motive.
Meine Sorge und mein Anliegen bestehen darin, daß - in welchem Umfang auch
immer - die sowjetischen Kapazitäten in den achtziger Jahren durch Motive
gesteigert werden könnten, die uns weniger alarmierend erscheinen, die
Kapazitäten dann genutzt werden könnten - oder ihr Einsatz in gefährlicher
und destabilisierender Weise angedroht werden könnte - wenn die Vereinigten
Staaten und ihre Verbündeten nicht entweder zu einem Abkommen mit den Sowjets
gelangen, das die sowjetische Aufrüstung auf einen sichereren Stand
begrenzt, oder diese Aufrüstung durch ausreichende eigene Verteidigungsprogramme ausgleichen - oder beides tun. In der Praxis sprechen wir von
beidem.
Auch wenn die sowjetischen Absichten nicht mit Sicherheit abzusehen
sind, so kann kein Zweifel an der stetigen Erhöhung der sowjetischen
Verteidigungsanstrengungen Jahr für Jahr in den letzten 15 Jahren bestehen.
In dem Maß, in dem das sowjetische Bruttosozialprodukt gewachsen ist, sind
auch die Verteidigungsanstrengungen gewachsen.

Die jährliche Zuwachsrate

�Zuwachsrate lag im Durchschnitt über drei Prozent, gemessen an dem Aufwand,
den es die Vereinigten Staaten kosten würde, in unserer Wirtschaft diese
Anstrengungen nachzuvollziehen, und zwischen vier und fünf Prozent in
Rubeln gemessen.

Um wieviel die gegenwärtigen Anstrengungen unsere eigenen

übersteigen, läßt sich nicht so sicher sagen; der Prozentsatz könnte bei
45 und mindestens bei 25 liegen.

Es muß jedoch gesagt werden, daß es sich hier um einen sehr groben
Vergleich handelt.

Was militärisch gesehen wirklich zählt, sind die

Streitkräfte, die disloziert sind, und was jede Seite braucht,um ihre
Ziele zu erreichen.

Darüber hinaus müssen die wesentlichen Beiträge der

Verbündeten zu dem Kräfteverhältnis hinzugezählt werden.

Man darf auch

nicht vergessen, daß unsere Kosten für die Darstellung unserer Seemacht
und den Schutz der Seewege kaum ein vergleichbares Gegenstück in den
sowjetischen Militärausgaben haben, und umgekehrt die sowjetischen Kosten
für die strategische Luftverteidigung kaum in unseren Ausgaben.

Trotzdem

ist der Vergleich der Verteidigungsausgaben - jährlich oder kumulativ die beste Methode, um die verhältnismäßigen militärischen Kapazitäten
zu messen - wenn die Leistungsfähigkeit nicht zu weit auseinanderliegt.
Und was die militärischen Dinge angeht, so liegen die sowjetische und
die amerikanische Leistungsfähigkeit nicht so weit auseinander wie auf dem zivilen
Sektor.

Sie liegen überhaupt nicht weit auseinander...

Die Sowjets haben alles in allem in den letzten 15 Jahren stetige
und eindrucksvolle militärische Fortschritte gemacht.
uns nicht leisten, sie zu unterschätzen.

Wir können es

Ebenso wenig können wir es uns

jedoch leisten, zu überschätzen, wo sie heute im Verhältnis zu den
Vereinigten Staaten und ihren Verbündeten stehen.

Trotz der verringerten

Grundlinie der Verteidigungshaushalte Anfang der siebziger Jahre - Haushalte, die real 15 Prozent gegenüber denen zurückgingen, wie sie vor der
Intensivierung des Vietnamkrieges aufgestellt wurden - haben wir nie
aufgehört, unsere Verteidigungskapazität zu verbessern.

- 3 -

Und trotz ihrer

�ihrer verstärkten Anstrengungen ist es den Sowjets nicht gelungen, etwas
auf die Beine zu stellen, was einer überwältigenden Militärmacht ähnelte.
Wir hatten unsere Probleme, aber die Sowjets hatten auch die ihrigen...
Der zivile Sektor in der Sowjetunion produziert nicht viel Technologie,
die auf den Verteidigungssektor übertragen werden könnte.

Unser Zivilsektor

tut das (wenn auch nicht mehr in dem Umfang, wie es früher der Fall war.)
Schon aus diesem Grunde müssen die Sowjets auf diesem Gebiet mehr Mittel
investieren als wir, um ein vergleichbares militärisches Ergebnis zu erreichen.
Einige unserer Resultate können sie überhaupt nicht nachvollziehen.
Die Sowjets stehen vor einem weiteren Problem, um das sie nicht zu
beneiden sind, wie sie nämlich die aufgestellten Streitkräfte verteilen
sollen.

Sie können sicherlich nicht allen ihren Verbündeten im Warschauer

Pakt sehr gute Noten für Loyalität geben, obwohl die gegen die NATO gerichteten sowjetischen Streitkräfte in Osteuropa so stark sind, daß nur
ein unbedeutender Bruchteil von ihnen notwendig ist, um diese Verbündeten
zu überwachen.

Darüber hinaus halten es die Sowjets für notwendig, bis

zu 25 Prozent ihrer Landstreitkräfte und ihrer taktischen Luftwaffe an
ihrer Grenze zur Volksrepublik China zu stationieren.
Die Sowjets müssen auch darum kämpfen, die akuten Einschränkungen
durch Geographie und Klima zu überwinden. Zugegebenermaßen haben wir lange
Verbindungslinien zu unseren Freunden und Verbündeten in Europa, im Nahen
Osten und in Asien, und wir müssen uns um die Beherrschung der Meere sehr
viel mehr Gedanken machen als die Sowjets. Aber die Sowjets haben
analoge Sorgen. Ihre Streitkräfte im Fernen Osten baumeln am Ende eines
langen und mühsamen Versorgungssystems. Ihre Seestreitkräfte müssen,
wenn sie einen Einfluß auf die Ereignisse ausüben wollen, weite Wege von
ihren Heimathäfen zurücklegen, und sie müssen enge Gewässer durchfahren,
deren Durchgang ihnen von gegnerischen Streitkräften verwehrt werden könnte.
Die Sowjets besitzen mehr Kriegsschiffe als wir (wenn wir unsere Verbündeten

- 4 -

�Verbündeten außer acht lassen).

Aber diese Kapazität, wie wirksam sie sein

mag, ist in vier getrennte Flotten aufgespalten, von denen zwei in der
Ostsee und im Schwarzen Meer stationiert sind, wo wir und unsere Verbündeten
sie einschließen können.

Selbst wenn die Sowjets für ihre in Murmansk und

Wladiwostok stationierten Flotten sich etwas Ellenbogenfreiheit verschaffen
wollen, müßten sie die Barents-See und das Japanische Meer beherrschen.
Alles in allem ist das Wachstum der militärischen Anstrengungen der
Sowjets potentiell sehr gefährlich für uns. Wenn es auch nicht so wirksam
sein mag, wie es auf den ersten Blick aussieht, ist es nicht etwas, was
wir ignorieren oder wegwischen können, vor allem weil der Aufwärtstrend
der sowjetischen Verteidigungsausgaben nach allen Anzeichen anhaltend ist.
Es ist eine Anstrengung, die wir nicht aus dem Auge verlieren dürfen nicht um sie nachzuahmen, sondern um zu verhindern, daß daraus ein großer
sowjetischer Vorteil wird

SALT
Wir nähern uns einem SALT II-Abkommen, das zur Sicherheit der
Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten beitragen wird.

Ein Abkommen,

das diese Kriterien nicht erfüllen würde, dürfte und würde von den Vereinigten Staaten nicht unterzeichnet werden. Wir wollen Rüstungskontrolle,
aber wir müssen auf Rüstungskontrollabkommen bestehen, die gleichwertige
militärische Gesamtkapazitäten strategischer und allgemeiner Art spezifizieren
Das seinem Abschluß entgegengehende SALT-Abkommen wird uns erlauben,
das nukleare Gleichgewicht auf einem niedrigeren Stand mit weniger Abschußrampen aufrechtzuerhalten, als die Sowjets ohne ein Abkommen dislozieren könnten. Die Vermeidung der Notwendigkeit, mit einem solchen

�solchen Anwachsen der sowjetischen Streitkräfte gleichziehen zu müssen,
wird amerikanische (und sowjetische) Mittel für andere Aufgaben freisetzen und die politischen Kosten eines ungezügelten Wettstreits vermeiden.
Das Abkommen wird nicht davon abhängen, daß wir den Russen vertrauen
müssen.

Es wird durch unsere eigenen nationalen technischen Mittel,

einschließlich von Fotoaufklärungssatelliten, verifizierbar sein.
Das Abkommen wird prompte Verhandlungen vorsehen, um den Weg für
weitere Verringerungen und Begrenzungen in Zukunft zu eröffnen.

SALT

wird auch eine Grundlage für uns schaffen, die Beziehungen zur UdSSR
allgemein zu verbessern, wenn die Sowjets zur Mitarbeit bereit sind.
SALT wird nicht alle unsere Probleme lösen.

Selbst mit SALT werden

wir unsere strategischen nuklearen Anstrengungen ausweiten - und es wird
uns erlaubt sein.

Aber SALT wird größere Stabilität und Vorhersehbarkeit

der strategischen Herausforderungen bedeuten, vor denen wir stehen.
Ich sehe keine unmittelbaren Aussichten für eine Beendigung des
militärischen Wettstreits zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten
Staaten.

Trotzdem bin ich der Überzeugung, daß wir den bescheidenen Schwung

der Rüstungskontrolle aufrechterhalten können.

SALT II wird zu diesem

Schwung beitragen

Westeuropa
Wie Präsident Carter bei verschiedenen Gelegenheiten betont hat,
ist Westeuropa für die Vereinigten Staaten von lebenswichtiger Bedeutung.
Außerhalb der Vereinigten Staaten und Kanadas stellt es das mächtigste
Aggregat an wirtschaftlicher und demokratischer Stärke in der Welt dar. Di_e

�Die Gesamtbevölkerung, das vereinte militärische Potential und das Bruttosozialprodukt der Mitglieder der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft
liegen als solche über denen der Sowjetunion.

Die Bevölkerung in den

Staaten der Europäischen Gemeinschaft hat einen weitaus höheren Lebensstandard, als er in der Sowjetunion oder einem ihrer Verbündeten anzutreffen ist. Wir müssen verhindern, daß diese Region von feindseligen
Kräften beherrscht wird, und müssen mithelfen, daß die Talente und
Ressourcen Europas sowohl zu seiner eigenen Verteidigung wie zur Schaffung
von friedlicheren und stabileren Verhältnissen in der Welt eingesetzt
werden.
Die Schwierigkeiten, die Europa in der Vergangenheit (durch den
zweiten Weltkrieg) hatte, entstanden weitgehend aus internen Streitigkeiten in dieser Region.

Die meisten dieser Probleme sind glücklicherweise

von der Zeit überholt und als solche erkannt.

Die Einheit in Westeuropa,

obzwar wirtschaftlich weiter als politisch gediehen, ist heute ein für
den Staatsmann greifbares Ziel und nicht nur ein Traum für den Philosophen.
Das soll nicht heißen, daß Europa heute frei von internen Problemen
ist oder daß diese nicht von unfreundlich gesonnenen Elementen ausgenutzt
werden könnten. Die verschiedenen europäischen kommunistischen Bewegungen,
die unter die Bezeichnung Eurokommunismus fallen, scheinen zwar nicht mehr
die Kraft zu sein, die sie noch vor einem Jahr waren, dennoch bleiben
einige kommunistische Parteien in Westeuropa politisch bedeutsam und
potentiell zerstörerisch. Die Inflation hält weiter auf einer bedrohlichen
Höhe an, das wirtschaftliche Wachstum ist zögernd und die Arbeitslosenzahl
nach europäischen Begriffen hoch. In Südeuropa schwelt der Streit zwischen
Griechenland und der Türkei weiter, und wir alle müssen aufmerksam den
künftigen Gang der Entwicklung in Jugoslawien verfolgen.
Dies könnten ernsthafte Probleme werden. Aber die drei großen
Gefahren für Westeuropa liegen woanders.

- 7 -

Die erste liegt in dem anhaltenden

�anhaltenden Zustand von Instabilität in Osteuropa, der erneut zu einer
verständlichen, aber gefährlichen Bedrohung der sowjetischen Hegemonie
in diesem Raum führen könnte.

Die zweite bildet die anhaltende Präsenz

großer sowjetischer nuklearer und nicht-nuklearer Streitkräfte in Ostdeutschland, Polen, der Tschechoslowakei und Ungarn, die gestützt werden
durch ebenso starke periphere Angriffs- und andere taktische Einheiten
in den westlichen Militärdistrikten der UdSSR.

Die dritte Gefahr liegt

in der Verwundbarkeit der Ölversorgung Westeuropas die zu über 60 Prozent
vom Persischen Golf über See erfolgt.
Wir haben gemeinsam mit unseren Freunden in Europa versucht, mit
der Mehrzahl dieser Probleme fertig zu werden.

Die vier Wirtschaftsgipfel

haben dazu geführt, daß die Wirtschaftspolitik der großen Industriestaaten,
einschließlich Japans, besser koordiniert werden.

Viele Staaten haben

Fortschritte mit ihren Programmen zur Energieeinsparung und zur Anlage
von ölreserven gemacht.

Griechenland, Portugal und Spanien halten weiter-

hin an den demokratischen Grundsätzen fest, die dort in den letzten Jahren
sich durchgesetzt haben.

Nach der Aufhebung des Waffenembargos gegen die

Türkei durch den Kongress haben sich nicht nur unsere Beziehungen zur
Türkei verbessert sondern auch die Chancen für einen Abbau der Spannungen
zwischen Griechenland und der Türkei. Mein eigener Besuch in Jugoslawien
und der Gegenbesuch des jugoslawischen Verteidigungsministers, General
Ljubicic, haben unser gemeinsames Verständnis für die Sicherheitsbedürfnisse
Jugoslawiens verbessert.

Was aber am wichtigsten ist, wir machen Fortschritte

bei der Stärkung der Modernisierung der Verteidigung Westeuropas durch die
NATO....
Insgesamt genommen

können drei Initiativen - fairer Wettbewerb

bei der Verteidigungsbeschaffung, Waffenfamilien und duale Produktion eine bedeutende Verbesserung in der Effizienz der Verteidigungsforschung
und -entwicklung und der Waffenbeschaffung für die NATO als Ganzes bewirken.

Wir werden an ihnen festhalten.
Trotz

�Trotz dieses zu verzeichnenden Fortschritts in der Planung und
Beschaffung wäre es falsch, zu behaupten, daß die Sicherheit Westeuropas
gewährleistet sei. Einige der Probleme - besonders die internen Probleme
Europas - erscheinen heute nicht so unmittelbar drohend, wie sie es vor
einem Jahr waren.

Tatsache bleibt jedoch, daß es in Europa eine so direkte
r

Konfrontation der westlichen - spezifisch der amerikanischen - und der
sowjetischen Militärmacht gibt. Die Wahrscheinlichkeit einer Krise und
eines Konflikts bleibt gering, aber die Bedeutung dieser Region bleibt
hoch. Nichts hier rechtfertigt die Auffassung, daß die Verteidigungserfordernisse an Dringlichkeit verloren hätten oder daß das Ziel einer realen
Steigerung der Ausgaben um drei Prozent im Jahr in dieser Region seitens
der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten für die Verteidigung Westeuropas weniger notwendig sei, als es vor einem Jahr der Fall war.

Asien
Asien ist wie Westeuropa für die Vereinigten Staaten von lebenswichtigem Interesse.

Geographisch erstrecken sich die Vereinigten Staaten -

mit den Aleuten, Hawaii und Guam - bis ins Herz des Pazifik.
wächst unser Handel mit Asien mit ungeheuerer Geschwindigkeit.
1977 erreichte er einen

Wirtschaftlich
Im Jahre

Gesamtwert von 60 Milliarden Dollar und übertraf

damit unseren Handel mit Westeuropa.
Japan, heute wohl die zweitgrößte Wirtschaftsmacht in der Welt,
wenn man nach realen Werten rechnet - das japanische Bruttosozialprodukt
ist entweder geringfügig größer oder geringfügig kleiner als das der UdSSR bildet das Hauptelement dieses Handels. Unser Handel mit Japan lag im
Jahre 1978 wohl über. 31 Milliarden Dollar, er ist bei weitem der größte
zwischen nicht aneinandergrenzenden Staaten in der bisherigen Geschichte.
Einige der mit diesem Handel verknüpften Probleme sind ebenfalls sehr groß.

- 9 -

�groß.

Aber man darf wohl darauf hinweisen, daß sich daraus enge und

komplexe Bindungen entwickelt haben
Japan ist auch eine Bastion der Demokratie und einer unserer zuverlässigsten Verbündeten geworden.

Noch 1969 zeigten Meinungsumfragen

in Japan, daß 44 Prozent der Öffentlichkeit den amerikanisch-japanischen
Gemeinsamen Sicherheitsvertrag unterstützten;
auf 68 Prozent angestiegen.

1978 war die Unterstützung

Es ist natürlich von entscheidender Bedeutung

für die amerikanische Außenpolitik, daß Japan ein stabiler politischer
und wirtschaftlicher Partner in der Koalition der demokratischen Industriestaaten bleibt, die die Grundlage für die politische und wirtschaftliche
Stabilität des Westens bildet.
Daß es in Asien Gefahren gibt, braucht kaum gesagt zu werden.
die

Verhältnisse dort sind anders als in Europa.

Aber

Wir können, um nur ein

Beispiel zu nennen, unsere Landstreitkräfte aus Südkorea schrittweise abziehen - wie wir das seit Jahren vorgehabt haben - weil auf der Halbinsel
und in der Region andere Verhältnisse eingetreten sind.

Südkorea ist in

einen modernen Staat von beachtlichen wirtschaftlichen und militärischen
Dimensionen verwandelt worden.

Auch Nordkorea hat eine stärkere und

modernere militärische Kapazität entwickelt.

Diese Kapazität ist wahr-

scheinlich sogar höher, als wir früher angenommen hatten.

Das genaue

Ausmaß einer jahrzehntelangen Verstärkung ist noch nicht abzusehen.

Auf

jeden Fall ist eine Steigerung eingetreten, wobei jedoch in jüngster Zeit
kein steiler Anstieg der nordkoreanischen Kapazitäten zu verzeichnen war.
Selbstverständlich hat sich auch die geographische Situation des
Nordens seit 1950 wesentlich geändert.

Soweit wir es überblicken können,

scheinen weder die Chinesen noch die Sowjets bereit zu sein, irgendeinen
nordkoreanischen Implus zu abenteuerlichen Angriffshandlungen zu unterstützen. ...
Auch
- 10 -

�Auch in anderen Gebieten Asiens sind Veränderungen eingetreten. Die
Freunde der Vereinigten Staaten sind zahlreicher und einiger geworden.
Hingegen ist es den Sowjets nicht gelungen, ihre wachsende militärische
Stärke in wesentlichen politischen Einfluß umzusetzen. Die nichtkommunistischen
Staaten Asiens sind der sowjetischen Absichten leid. China und die UdSSR
bleiben sich feindselig gegenüber. Die sowjetischen Beziehungen zu Nordkorea
sind abgekühlt. Selbst Vietnam sucht trotz des kürzlichen sowjetischvietnamesischen Freundschaftsvertrages seine Abhängigkeit von der UdSSR
zu verringern. In dem Maße, in dem der sino-sowjetische Streit weiterschwelt, ist die Wahrscheinlichkeit, daß die Vereinigten Staaten in Asien
in einen Krieg gegen China allein oder die Sowjetunion und China zusammen
verwickelt werden könnten, drastisch gesunken.
Die lange Periode der politischen Konfrontationen zwischen den
Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China ist praktisch zu Ende
gegangen
Am 1. Januar 1979 haben unsere beiden Regierungen volle
diplomatische Beziehungen miteinander aufgenommen. Am 1. März werden
Botschaften eingerichtet und Botschafter ausgetauscht. Beide Länder
haben die im Kommunique von Schanghai vereinbarten Prinzipien bekräftigt.
Gleichzeitig werden wir weiterhin ein Interesse an der friedlichen Lösung
der Taiwan-Frage haben - und eine solche erwarten
In Südostasien sind ebenfalls weitgehende Veränderungen eingetreten.
Nach dem Zusammenbruck Südvietnams gab es weitverbreitet Befürchtungen,
daß die kommunistische Flut über den Rest Südostasiens hinwegfegen würde.
Kambodscha und Laos sind allerdings diesen Weg gegangen. Aber was das
übrige Südostasien anbetrifft, so ist dies nicht eingetreten. Vietnam,
Laos und Kambodscha befinden sich in tiefer wirtschaftlicher Not.
Nationalgefühle und historische Feindschaften haben ideologische Bindungen
durchbrochen. Große Teile Kambodschas sind von Vietnam überrannt worden.
Die Spannungen zwischen Vietnam und China sind scharf gestiegen. Die
nichtkommunistischen Länder Südostasiens erfreuen sich im Gegensatz dazu

- 11 -

�dazu einer Periode der nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung und
haben ihre Unabhängigkeit und Stärke durch die wachsende Lebenskraft
des Zusammenschlusses südostasiatischer Nationen (ASEAN) zum Ausdruck
gebracht.

Sie haben nicht nur eine hohe politische und wirtschaftliche

Entwicklung an den Tag gelegt, sondern sie haben auch eine bemerkenswerte
Entschlossenheit gezeigt, sich einem Druck von außen zu widersetzen

Der Nahe Osten
Was zum Gebiet des Nahen Ostens gehört, überläßt man am besten den
Geographen.

Strategisch gesehen kann man den Nahen Osten als den großen

Landbogen betrachten, der von Ägypten bis zum Iran reicht.
des Nahen Ostens, wie immer man seine Grenzen auch genau

Die Bedeutung
festlegen mag,

für die Vereinigten Staaten kennt jeder. Wir haben tiefe moralische und
historische Verpflichtungen für die Unabhängigkeit und die territoriale
Integrität Israels.

Die Vereinigten Staaten, Westeuropa und Japan hängen

stark vom Ol ab, das aus dem und durch den Nahen Osten fließt.

Wir

betrachten ihn als ein Gebiet, das eine zunehmende Rolle in der Weltwirtschaft spielt.

Wir verlassen uns auf die Mäßigung arabischer Schlüssel-

staaten, um dem Anwachsen des Radikalismus in diesem Gebiet Einhalt zu gebieten.
Die Stabilität im Nahen Osten ist von wesentlicher Bedeutung für das
Wohlergehen der Vereinigten Staaten und der westlichen Demokratien.
Stabilität allerdings ist etwas, dessen die Region sich nicht erfreut hat.
Seit 30 Jahren und länger hat der arabisch-israelische Konflikt die
Politik des Nahen Ostens beherrscht.
waren häufig.

Aber auch innerarabische Konflikte

Streitigkeiten haben sich ergeben zwischen Libyen und

Ägypten, zwischen Syrien und dem Irak, zwischen dem Irak und dem Iran
und zwischen Nord- und Südjemen.

Interne Instabilitäten haben eine Regierung

- 12 -

�Regierung in Afghanistan gestürzt und bedrohen die Regierung des Iran.
Sie haben die Regierung im Libanon so weit zerstört, daß man kaum noch
von einer solchen sprechen kann.

Die Sowjets haben sich aktiv an der Politik des Nahen Ostens beteiligt.
Da ein so großer Teil ihres Einflusses aus Waffenlieferungen und der Unterstützung extremistischer Gruppen stammte, hat dies generell die Instabilität
der Region vergrößert.

Darüber hinaus bleibt die Kombination des traditio- •

nellen russischen Interesses an dem Gebiet des Persischen Golfes und der
wachsenden Kosten der sowjetischen Eigenversorgung an Energie bestehen, was
unter einer Verschlechterung der regionalen Verhältnisse die Sowjetunion
zu verschiedenen Formen der Intervention im Nahen Osten treiben könnte Schritte, die unausweichlich weltweite Rückwirkungen haben würden....
Es ist wohl kaum zu hoffen, daß Frieden und Stabilität
im Nahen Osten ohne weitere Rückschläge und Umwege erreicht werden können.
Die Kämpfe und die Verluste im Libanon halten mit Zwischenabständen
weiter an.

Die Spannung zwischen Nord- und Südjemen droht zu weiterer

Instabilität auf der arabischen Halbinsel zu führen.
im Iran geben zu tiefster Besorgnis Anlaß.

Die erneuten Unruhen

Obwohl bedeutsame Fortschritte

auf dem Wege zu einem arabisch-israelischen Frieden erzielt worden sind,
bleiben noch viele Gebiete der Spannung in der Region.

Die Verhältnisse

im größten Teil der Region sind heute stabiler als vor einem Jahr, aber
noch nicht so stabil, wie wir es gerne hätten.

Afrika
Afrika ist für die Vereinigten Staaten wichtig aufgrund seiner
geographischen Lage, aufgrund seiner großen natürlichen Hilfsquellen,
aufgrund der wachsenden Bedeutung seiner Staaten in internationalen Gremien

- 13 -

�Gremien und aufgrund unseres Anliegens, daß im südlichen Afrika Unabhängigkeit
und rassische Gerechtigkeit ohne Rückgriff auf Gewalt oder ausländische
Intervention erreicht wird.
Instabilität war in dem nachkolonialen Afrika weit verbreitet, und
diese Instabilität ist durch die Rassenpolitik der Minderheitenregierungen
in Rhodesien und Südafrika sowie durch das sowjetische und kubanische
militärische Engagement erheblich verschärft worden.

In einer Reihe

örtlicher Konflikte vor allem in Angola und Äthiopien stehen heute über
3000 sowjetische Militärtechniker und Berater in Afrika.

Die Hauptwerk-

zeuge dieser verbreiteten Intervention sind jedoch kubanische Soldaten etwa 37 000 - und eine weit kleinere Zahl ostdeutscher Soldaten.
Die Vereinigten Staaten sind sowohl gegen Rassismus als auch gegen
eine militärische Intervention von außen in innere afrikanische Angelegenheiten
Wir haben die amerikanische Wirtschaftshilfe für Afrika im allgemeinen
wesentlich erhöht, und wir hoffen, sie noch weiter zu erhöhen, um mit den
ernsten wirtschaftlichen Problemen des Kontinents fertig zu werden. Wir
haben privat und öffentlich unsere große Besorgnis über die destabilisierenden
Auswirkungen der sowjetischen und kubanischen Aktivitäten in Afrika zum
Ausdruck gebracht, und wir setzen unsere Konsultationen mit europäischen,
arabischen und afrikanischen Regierungen fort, die unsere Besorgnis teilen.
Wir haben mit den verschiedenen interessierten Parteien in Rhodesien
zusammengearbeitet, um eine Lösung auf dem Verhandlungswege zu finden,
die den Weg für eine echte Mehrheitsherrschaft ebnen würde.

Trotz unserer

anhaltenden Kontakte und Konsultationen mit Großbritannien, den Regierungen
der unmittelbaren Region und den sich bewerbenden Parteien könnte die Zeit
für die Möglichkeiten der Diplomatie verrinnen.
Zusammen
- 14 -

�Zusammen mit den Mitgliedern des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen
sind wir über einen Plan für den friedlichen Übergang zur Unabhängigkeit
und freie Wahlen in Namibia übereingekommen.

Obwohl Südafrika Schritte

unternommen hat, die wir als unvereinbar mit diesem Plan betrachten, bleiben
wir entschlossen, darauf hinzuwirken, daß Namibia in Übereinstimmung mit
der Sicherheitsratsresolution Nr.431 seine Unabhängigkeit erreicht

Lateinamerika
Lateinamerika als Ganzes bleibt weiterhin von besonderer Bedeutung für
die Vereinigten Staaten. Es ist ein Nachbar und ein lebenswichtiger
Handelspartner. Mit Mexiko als einer neuen großen Energiequelle, die einen
künftigen Rückgang in der Versorgung aus Venezuela und Kanada mehr als
ausgleichen kann, werden unsere Volkswirtschaften noch mehr voneinander
abhängig. Wir haben eine gemeinsame Geschichte: Lateinamerika entrann
dem Kolonialstatus zum größten Teil nur 50 Jahre nach uns und oft mit
den Vereinigten Staaten als Modell. Wir hatten immer enge, wenn auch
gelegentlich turbulente Beziehungen. Unsere Sicherheit ist ineinander
verwoben.
Derzeit bedrohen Lateinamerika keine unmittelbaren Gefahren von außen.
Es könnten jedoch interne Probleme der Region von außen ausgeschlachtet
werden. Für diese Möglichkeiten und deren Konsequenzen gibt es keia
besseres Beispiel als Kuba. Die Sowjets haben dort Fuß gefaßt, und die
Kubaner verfolgen heute in Afrika eine Interventionspolitik. Dieses
Verhalten schafft nicht nur Unsicherheit und Instabilität im Ausland,
sondern es droht auch die Not des kubanischen Volkes zu verlängern. Wir
und unsere Freunde in Lateinamerika müssen daraus viel lernen.
Wir haben, so meine ich, mit der Lösung des Panamakanal-Problems einen

- 15 -

�einen guten Anfang gemacht..».
Wir sind entschlossen, auf dem guten Willen weiter aufzubauen, der
durch die Panamakanal-Verträge geschaffen wurde, so daß sich die Aufmerksamkeit auf wirtschaftliche Zusammenarbeit und Integration und auf die,Stärkung
der Solidarität unter den Völkern Nord- und Südamerikas konzentrieren kann.
Unsere Politik basiert, wie Präsident Carter betont hat, auf der Prämisse,
daß die amerikanischen Sicherheitsinteressen durch die wachsende Stärke
Lateinamerikas und seine zunehmende Rolle in internationalen Angelegenheiten
gestärkt worden sind. Während wir auf der einen Seite erkennen, daß diese
Trends die Regierungen Lateinamerikas in die Lage versetzt haben, unabhängiger
von den Vereinigten Staaten zu handeln, begrüßen wir sie, weil wir der
Überzeugung sind, daß unseren langfristigen Interessen durch ein ausgewogeneres Verhältnis besser gedient sein wird.
Als ein Schritt in dieser Richtung hat Präsident Carter das Protokoll I
des Vertrages von Tlatelolco, der eine kernwaffenfreie Zone in Lateinamerika
schafft, unterzeichnet und dem Senat zur Ratifizierung zugeleitet. Die
Vereinigten Staaten haben das Protokoll II, das für Nuklearstaaten gilt,
bereits ratifiziert....
Als weiteren Schritt fördern wir die Begrenzung der konventionellen
Rüstungen in Lateinamerika. Nur drei Prozent aller amerikanischen Waffenverkäufe gehen heute an Lateinamerika.

Zusammenfassung
Zu Beginn dieses Überblicks habe ich darauf hingewiesen, daß das
oberste Ziel unserer Außenpolitik darin besteht, die amerikanischen Interessen
unter Bedingungen des Weltfriedens und der internationalen Stabilität zu
wahren. Gegenwärtig sind unsere Grundinteressen intakt. Ihre vielleicht
- 16 -

�vielleicht größte unmittelbare Bedrohung entspringt eher Wirtschaftsund Wä'hrungskräften

Es wäre jedoch ein Fehler, die Probleme zu unter-

schätzen, die durch die militärische Aufrüstung der Sowjetunion geschaffen
werden.

Diese Probleme sind real,

Sie sind ernst. Sie sind anhaltend,

sie kennten kritisch werden - und wenn sie es würden, würden wir es bedauern, nicht jetzt damit begonnen zu haben, unsere eigene militärische
Kapazität aufzubauen.

Es könnte zu spät sein, wenn wir sehr viel länger

warten.
Während die Sowjets entschlossen zu sein scheinen, ihre Rüstung weiter
voranzutreiben, ohne Rücksicht darauf, was wir tun, dürfen wir verschiedene
andere Aspekte ihrer Politik nicht aus den Augen verlieren. Erstens, es
gibt Angelegenheiten, in denen die sowjetischen Führer weiterhin mit uns
zusammenarbeiten, Zweitens, diese Führer haben eine angemessene Vorsicht
in den Fragen walten lassen, in denen sie ihre Macht und ihr Prestige einsetzen. Drittens, obwohl sie versuchen mögen, Gelegenheiten für Einfluß
und Kontrolle zu schaffen, wird ihr Erfolg höchstwahrscheinlich in Gebieten
eintreten, in denen bereits große Instabilität herrscht. Viertens, obwohl es auf der Hand liegt, daß die sowjetische Führung eine große
militärische Aufrüstung bewilligt und gefördert hat, scheint es sich
doch nicht um eine totale Anstrengung zu handeln.
Die Sowjets haben offensichtlich Chancen in Afrika gefunden, die sie
als nutzbar betrachten, aber es ist noch zu früh, zu beurteilen, ob sie
in Angola und Äthiopien dauerhafter Fuß fassen können als in Ägypten, Guinea
und Somalia,

Trotzdem haben diese Abenteuer anderswo in Afrika und im Nahen

Osten ein ungutes Gefühl hervorgerufen.

Abgesehen davon scheinen die

Aussichten für bedeutsame Gewinne aus relativ bescheidenen sowjetischen
Investitionen in Hilfe und Unterstützung für Sympathisanten oder Dissidenten
zurückgegangen zu sein, ausgenommen in Afghanistan und möglicherweise im
Iran.

Dank der Ereignisse und der Erfolge der amerikanischen Diplomatie

im Nahen Osten und in Lateinamerika scheint die Welt heute nicht wesentlich

- 17 -

�wesentlich turbulenter geworden zu sein als vor einem Jahr.

Die inter-

nationale Stabilität ist keineswegs gewährleistet, vor allem im Lichte
der gegenwärtigen wirtschaftlichen und monetären Unsicherheiten, der
starken Konzentration sowjetischer Streitkräfte in Nordeuropa und des
anhaltenden Wachstums der militärischen Kapazität in der ganzen Welt.
Aber alles in allem möchte ich die gegenwärtigen Trends nicht so
charakterisieren, daß sie in irgendeiner Weise jenen ähneln, wie sie vor
dem Zweiten Weltkrieg zutage traten.

Wenn es zu großen militärischen

Konfrontationen kommen könnte, dann würden sie wahrscheinlich ebenso
aus Instabilitäten im Osten wie im Westen entstehen können.

Eine ver-

zweifelte Sowjetunion könnte ein noch größeres Problem sein als eine, die
sich vertrauensvoll aggressiv gibt
Es liegt auf der Hand, daß wir weiterhin drei Ebenen der Verteidigungskapazität aufrechterhalten müssen: die strategisch-nukleare Kapazität,
die taktisch-nukleare Kapazität und die nicht-nukleare Kapazität. Wir
dürfen die Sowjets nicht in der Überzeugung wiegen, daß sie in Gebieten,
wo es um sehr viel geht, ein abenteuerliches und aggressives Verhalten
an den Tag legen könnten. Aber wir müssen auch vermeiden, so zu handeln,
als ob wir in ein endgültiges Wettrüsten verwickelt wären. Unsere Position
kann ihrer Art nach grundsätzlich konservativ sein, darauf angelegt, sowohl
sowjetische Handlungen zu kontrollieren als auch Vorsorge gegen die Hauptunsicherheiten der Zukunft zu treffen. Weil wir an Abschreckung und
Stabilität interessiert sind, brauchen wir eine Position, die nicht so
stark auf ein Ziel ausgerichtet ist, daß sie das andere aus den Augen
läßt.
Selbst eine Verteidigungsposition mit diesen relativ beschränkten
Zielen kann beträchtliche Mittel verschlingen.

Wir können sie immer

moderner, einsatzbereiter, fähiger für die Dislozierung in Übersee und
ausdauernder im Kampf gestalten.

Als Folge müssen wir uns nicht nur

immer fragen, wie weit wir in dieser Richtung gehen sollten, sondern auch,

- 18 -

�auch, wie viel es kosten wird, das letzte Stück des Weges zurückzulegen.
An irgendeinem Punkt muß eine Begrenzung des Haushalts erfolgen.

Das

Ausmaß der Anstrengungen, die für das Haushaltsjahr vorgesehen sind,
scheint angesichts der internationalen Verhältnisse und unserer bisherigen
Investitionen bisher völlig vernünftig.

Aber wir müssen uns immer über-

legen, ob es uns tatsächlich eine Verteidigungsposition und ein Programm
ermöglicht, die der militärischen Situation und unseren Verteidigungszielen
angemessen sind.

+ + + + +

- 19 -

�3l
3

I
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

7. Februar 1979

SALT II UND DIE EUROPÄISCHE SICHERHEIT
- von Senator Clairborne Pell -

WASHINGTON - (AD) - Als Vorsitzender des Unterausschusses für
Rüstungsbeschränkung des Außenpolitischen Senatsausschusses möchte ich
meinen europäischen Freunden gerne einige Überlegungen zu den SALTVerhandlungen zur Kenntnis bringen.
Allem voran verbietet das Protokoll zum SALT II-Abkommen weder die
Entwicklung noch die Dislozierung von land- und seegestützten Marschflugkörpern. Die Frage nach der Möglichkeit der Dislozierung oder der Beschränkung bezüglich der Marschflugkörper wird von den Vereinigten Staaten
in Konsultation mit ihren NATO-Verbündeten entschieden werden.
Die Vereinigten Staaten stehen in eingehenden Konsultationen mit ihren
Verbündeten auch hinsichtlich der über die Verbindlichkeitsdauer des
Protokolls hinausgehenden Fragen.
führen.

Wir werden diese Konsultationen fort-

In diesem Zusammenhang hat die Carter-Administration klar zu

verstehen gegeben - wie der Senat dies nicht anders erwartet hat -, daß

Postfach 20 03 00
D5300 Bonn 2

Tel: 02221-89 32 40
Telex:08-85432

�daß jede Beschränkung bei den land- und seegestützten Marschflugkörpern
durch entsprechende Begrenzungen der sowjetischen Gefechtsfeldwaffen ausgeglichen werden müsse.
Man hört verschiedentlich die Auffassung, daß trotz der zeitlichen Begrenzung der Gültigkeitsdauer des Protokolls mit der Tendenz zu rechnen
sein werde, diese Begrenzungen auf die gesamte Laufzeit des Vertrages auszudehnen.
Das wird meiner Auffassung nach nicht der Fall sein.

Um aber sicher-

zustellen, daß dieser Fall wirklich nicht eintritt, sollte man in die
Ratifizierungsentschließung des Vertrags einen Vorbehalt oder eine Absichtserklärung einbauen, in der festgestellt wird, daß die Bestimmungen
des Protokolls langfristig nicht als Teil des dem Senat zur Zustimmung
vorgelegten Abkommens angesehen werden können.
Was die taktischen Nuklearwaffen der Sowjetunion angeht, so sind
unseres Erachtens Beschränkungen hinsichtlich der sowjetischen BackfireBomber unerläßlich.

Diese Beschränkungen werden auch für die Lage im

Gefechtsfeldbereich von Relevanz sein, insbesondere insoweit, als sie
sich auf die Produktion beziehen.
Im Falle der sowjetischen ballistischen Mittel Streckenflugkörper
(IRBM) vom Typ SS-20 wurden bisher, außer was deren mögliche Umwandlung
in Interkontinentalraketen angeht, keine Begrenzungen ausgehandelt.
Andererseits gibt es auch keine Beschränkungen für amerikanische oder
alliierte taktische Nuklearwaffen und auch nicht für die vornstationierten
amerikanischen Systeme. Es ist den Vereinigten Staaten auch nicht untersagt, eigene MRBM-Raketen, Mittelstreckenbomber oder verbesserte Versionen
vorhandener ballistischer Gefechtsfeldraketen zu entwickeln. Wenn die
Möglichkeit der Einbeziehung taktischer Nuklearwaffen in künftige Verhandlungen über die Verringerung der strategischen Waffen zur Diskussion

�Diskussion gestellt wird, ist damit zu rechnen, daß die Sowjets auf die
Einbeziehung der amerikanischen vornstationierten Systeme drängen werden.
Bei der Erörterung der Frage der künftigen taktischen Nuklearwaffen
dürfen wir meiner Auffassung nach keinesfalls zulassen, daß diese unabhängig
vom strategischen nuklearen Gesamtgleichgewicht behandelt werden.

Würden wir dies zulassen, könnte abermals die Befürchtung einer
Herauslösung der amerikanischen strategischen Streitkräfte aus der Verteidigung Europas im Sinne der Theorie aufkommen, ein Gleichgewicht bei
den taktischen Nuklearwaffen würde ausreichen, die Sowjets vor einem
Angriff auf Europa abzuschrecken.

Eine gesonderte Behandlung der nuklearen Streitkräfte könnte die
Sowjets auch zu der Annahme verleiten, ein taktischer Nuklearschlagabtausch begrenzten Ausmaßes wäre möglich, ohne das Risiko eines strategischen
nuklearen Abtausches heraufzubeschwören.

Schließlich möchte ich noch auf die Überlegung verweisen, daß das
Bündnis darunter leiden würde, sollte das SALT II-Abkommen nicht Zustandekommen; die Vereinigten Staaten wären in diesem Falle gezwungen, einen
größeren Teil ihrer Ressourcen auf den Ausbau ihrer strategischen Streitkräfte zu verwenden - höchstwahrscheinlich auf Kosten jener Streitkräfte,
die für die Verteidigung Europas am ehesten geeignet sind.

Eine Schätzung

des Haushaltsausschusses des Senats besagt, daß die Vereinigten Staaten
im Falle eines NichtZustandekommens des SALT II-Abkommens innerhalb der
nächsten 15 Jahre 75 Milliarden Dollar aufwenden müßten, um den Vorsprung
der sowjetischen Seite auszugleichen.

+ + + + +

- 3 -

�Ulirt/chofl

I

International Communication Agency
Embassy of the United States of America

7. Februar 1979

STRAUSS:

WELTHANDEL WIRD VOM ABSCHLUSS DER TOKIO-RUNDE PROFITIEREN

- Amerikas ChefUnterhändler rechnet mit Schlußabkommen in Kürze -

WASHINGTON - (AD) - Robert S. Strauss, Sonderbevollmächtigter Präsident
Carters für Handelsverhandlungen,erklärte am 25. Januar 1979 in einer Ansprache
vor der Amerikanischen Handelskammer in Washington, daß die Fertigstellung
des Schlußabkommens der Tokio-Runde der Multilateralen Handelsverhandlungen in
Genf nahegerückt sei. Um der Zustimmung der Europäischen Gemeinschaft sicher
sein zu können, sei jedoch die alsbaldige Verlängerung der Vollmacht zum Verzicht auf Ausgleichszölle durch den Kongreß notwendig.

Die Rede hat - in Aus-

zügen - folgenden Wortlaut:
Wir stehen in Genf kurz vor der FertiStellung des Schlußabkommens - haben
es aber noch nicht ganz fertiggestellt. So, wie noch offen ist, wie sich unser eigener Kongreß dazu stellen wird, so gibt es auch innerhalb der Europäischen Gemeinschaft viele Stimmen, die da meinen, die Europäer würden zu
viel geben für das, was sie bekommen.
Die Hauptaufgabe, die sich uns in der Tokio-Runde gestellt hat, war es,
das bestehende Handelssystem zu erhalten und es zu einer Zeit zu verbessern,

Postfach 20 03 00
D5300 Bonn 2

�verbessern, in der die Toleranz gegenüber den Problemen des internationalen
Handels im nationalen Bereich abnimmt.

Seit Jahrhunderten treten Einzelper-

sonen und ganze Völker an die Verkaufstische der Welt.

Sie haben bei den

dortigen Begegnungen viele Erfahrungen und viel institutionalisiertes Fachwissen bezüglich der Feinheiten, Nuancen und Mannigfaltigkeiten des Welthandels gesammelt.
Doch trotz all ihrer Expertise und Klugheit ist kein System zustandegekommen, innerhalb dessen wir das Potential des Handels wirklich voll ausschöpfen können.
Während sechs vorausgegangene Runden Multilateraler Handelsverhandlungen
nach dem Zweiten Weltkrieg sich größtenteils mit der multilateralen und reziproken Senkung industrieller Zollbarrieren befaßten, erfolgte die TokioRunde ein ehrgeizigeres Ziel, über eine weitere reziproke Verminderung der
Zölle auf Industrieprodukte hinausgehend suchten wir eine weitgehende Liberalisierung auch des Agrarhandels zu erreichen. Und was noch wichtiger ist,
wir verhandelten über internationale Kodizes für faire Handelspraktiken auf
den Gebieten der staatlichen Beschaffungskäufe, der Standardisierung von Produkten, der Zollbewertung, der staatlichen Subventionierung und Ausgleichszölle, der Lizenzierung, der unberechtigten Nachahmung, des Flugzeugbaus und
des Schutzes der eigenen Wirtschaft. Schließlich versuchten wir, akzeptable
Verfahren zur Regelung von internationalen Handelsstreitigkeiten zustande
zu bringen, um Handelskonflikte auch auf Bereichen außerhalb jener beilegen
zu können, die von den neuen internationalen Kodizes erfaßt werden.
Einfach gesagt: Es war unser Verhandlungsziel, ein Welthandelssystem
zu entwickeln, das auf der Leistungsfähigkeit der Produktion und der Fairness
der Handelsschranken beruht. Erzeuger und Verbraucher in aller Welt sollen
nicht mehr länger gezwungen sein, höhere Preise zum Schutz ineffizienter Industrien durch staatliche Eingriffe zu bezahlen, die den fairen Wettbewerb
in unangemessener Weise behindern. Wir haben unsere Handelspartner nachdrücklich dazu aufgefordert, den fairen Zugang zu ihren Märkten zu gestatten,

- 2 -

�gestatten, so wie wir bereit sind, ausländischen Produzenten gleichberechtigten Zugang zu unseren eigenen Märkten zu gewähren.

Was die Zölle angeht, wird das Paket, über das wir gegenwärtig sprechen,
Zollsenkungen beinhalten, die in den Vereinigten Staaten hergestellten Industrie- und Agrarprodukten im Wert von mehreren Milliarden Dollar neue Exportchancen eröffnen.

Allein auf dem Agrarsektor rechnen die USA mit einem Abbau

von Handelshindernissen von wertmäßig schätzungsweise 3 Milliarden Dollar.
Die Japaner haben nach langen Verhandlungen Konzessionen bei rund 150 Agrarprodukten zugestanden, die sich auf etwa 1,5 Milliarden Dollar beziffern.

Die

Europäische Gemeinschaft hat Konzessionen gemacht, die Agrarprodukte im Wert
von etwa 700 Millionen Dollar erfassen.

Wertvolle Konzessionen werden auch

mit Kanada, Australien, Neuseeland, den skandinavischen Ländern und einer ganzen Reihe von Entwicklungsländern ausgehandelt.

Ebenso wichtig sind die Vereinbarungen bezüglich des Abbaus nicht-tarifärer Handelshindernisse, die unserer Volkswirtschaft sehr zugute kommen werden.

Der neue internationale Kodex über staatliche Subventionen stellt den
bisher umfangreichsten Versuch dar, einheitliche Kriterien zur Beurteilung
von Maßnahmen aufzustellen, die Verzerrungen im fairen Handel bewirken, und
die Anwendung einheitlicher Strafmaßnahmen sicherzustellen.

Dieser Kodex

wird die bisherigen und sehr mühsamen Streitregelungsverfahren auf diesem Gebiet straffen.

In ähnlicher Weise werden wir durch einen Kodex über Maßnahmen zum
Schutz der heimischen Wirtschaft die Exportchancen verbessern, der eine Neuregelung bei Einfuhrrestriktionen, die von den einzelnen Ländern zum Schutz
heimischer Produzenten angewandt werden, bringen wird.

Der Kodex über staat-

liche Beschaffungskäufe wird amerikanischen Firmen Zugang zu einem großen
Sektor des Auslandsmarktes verschaffen, auf dem jährlich Güter im Wert von
etwa 25 Milliarden Dollar umgesetzt werden und der uns bisher nahezu vollkommen verschlossen war.

Da der Staat in vielen Ländern in der Wirtschaft

- 3 -

�Wirtschaft eine immer wichtigere Rolle spielt, wird dieser Marktsektor in
Zukunft noch größere Bedeutung gewinnen.
Der Kodex über die Standardisierung wird sich für die Geschäftswelt als
besonders nützlich erweisen.

Er bietet die Gewähr, daß sich andere Länder

beim Erlaß von Produktnormen dem offenen System der Vereinigten Staaten annähern.

Er wird mithelfen, einheitliche Kriterien für die Beurteilung ver-

schiedener Kategorien von Erzeugnissen durch den internationalen Handel zustandezubringen und deren Herstellungskosten beträchtlich zu senken.
Ein Kodex über die Vergabe von Einfuhrlizenzierung wird den Rückgriff
auf diese häufige Schranke für amerikanische Exporte insbesondere seitens
der Entwicklungsländer verringern.

Der Kodex über die Zollbewertung wird

eine einheitliche Basis für die Zollbewertung aller Einfuhren schaffen. Und
die Vereinbarung in bezug auf den Flugzeugbau verspricht sowohl einen faireren als auch freieren Handel auf diesem wichtigen amerikanischen Exportsektor.
Der vielleicht leichteste Zugang zum Verständnis der Bedeutung dieser
Vereinbarungen besteht darin, sich die Folgen ihrer Ablehnung klar zu machen.
Schlagen diese Anstrengungen fehl, unfaire staatliche Eingriffe in den Handel
zu unterbinden, fairere Regeln aufzustellen und brauchbarere Streitregelungsmechanismen zu entwickeln, dann besteht die Wahrscheinlichkeit, daß die Streitigkeiten und Verzerrungen im Handel zwischen den Ländern noch schlimmere
Formen annehmen.
Wenn ich hier von dem sich abzeichnenden Paket von Handelsvereinbarungen
spreche, dann tue ich dies durchaus als Realist. Ich möchte niemand unter
Ihnen zu dem Glauben verführen, diese Handelsvereinbarungen werden gewissermaßen von heute auf morgen unsere Wirtschaft oder unsere Handelsbilanz verändern. Das Paket von Genf stellt aber jedenfalls einen beträchtlichen
Schritt zur Verbesserung des Welthandelsgefüges dar.
Die

- 4 -

�Die Entscheidungen, die es zu treffen gilt, sind nicht leicht.

Das

Abkommen ist, wie schon gesagt, nicht vollkommen; es ist jedoch ein Schritt
nach vorne und nicht nach hinten, bedeutet es doch nicht die Schließung von
Märkten oder die Errichtung von noch mehr Handelsschranken.
Bald werden die Vereinbarungen dem Kongreß zur Begutachtung vorliegen,
und schließlich einige Monate später, wird er ein klares und uneingeschränktes Ja oder Nein dazu sagen müssen.
Wir ersuchen den Kongreß, unsere Vollmacht zum Verzicht auf Ausgleichszölle in gewissen Fällen zu verlängern. Das ist von entscheidender Wichtigkeit, wenn wir die Zustimmung der Europäer zu diesem Paket erhalten wollen.

+ + + + +

- 5 -

�a
a

1

Uli//cn/ch(ift
VM) Technik
International Communication Agency
Embassy of the United States of America

7. Februar 1979

LIEBLINGSSPEISE: ERDÖL UND PHOSPHATE
Mikroorganismen reinigen Abwässer in kurzer Zeit -

- (AD) - Es waren Mikroben, die zwei Chemiker der Universität Arizona
als hochwirksames "Agens" identifizierten, das in kürzester Zeit stark verschmutzte Abwässer in einer großen Kläranlage von öl- und Phosphatrückständen
befreite,

über längere Zeit hatten Dr. Irving Yall und Dr. Charles Russ die

Klärvorgänge in der Anlage, wo phosphathaltige Abwässer besonders gut und
weitaus schneller als in anderen Klärwerken gereinigt wurden, beobachtet, bis
sie eine bestimmte Art von Mikroorganismen entdeckten, die dafür verantwortlich waren.

Sie gaben ihnen den Namen "Acinetobacter Phosphadevorus".

Phosphate sind Hauptbestandteile von Waschmitteln,

überall auf der

Welt werden riesige Mengen davon mit den Abwässern fortgespült.

Wenn sie dann

n

in Klärwerken nicht ausreichend neutralisiert werden, können s e,in freie
Gewässer eingeleitet, große Umweltschäden anrichten.

Yall und Russ fanden heraus, daß Acinetobacte^ Phosphadevorus Phosphate
absorbieren und in eine harmlose Verbindung umwandeln.

Laborversuche mit den

Mikroben zeigten außerdem, daß sie eine besondere Vorliebe für öl besitzen.
Bei den Experimenten konnte auch nachgewiesen werden, daß A. Phosphadevorus

Postfach 20 03 00
D5300 Bonn 2

Tel: 02221-89 3240
Telex:08-85432

�Phosphadevorus keine Gefahr für nützliche Organismen darstellt.
Es gibt eine ganze Anzahl von Bakterien und anderen Mikroben, die Kohlenwasserstoffe wie z.B. öl aufnehmen und "verdauen".

Aber in ihrem Appetit

reichen diese, wie die beiden Chemiker feststellten, in keiner Weise an
Acinetobacter Phosphadevorus heran.

Tests mit der letztgenannten Art senk-

ten z.B. die Phosphatspiegel in Abwässern schon nach zweitägiger Behandlung
so weit, daß sie gar nicht mehr zu messen waren.

In einem anderen Test, bei

dem gefiltertes Wasser der Wasseraufbereitungsanlage von Tuscon (Arizona) verwendet wurde, holten die Mikroorganismen innerhalb von acht Stunden den
Phosphor zu 80 Prozent heraus.

Bei einem Kontrollexperiment der Wasserreini-

gung nach herkömmlichen Verfahren war in vergleichbarer Zeit der Phosphorgehalt nur um 10 Prozent reduziert.
Der Appetit von Acinetobacter Phosphadevorus läßt diese Species auch
für die Beseitigung von Ölverschmutzungen geeignet erscheinen, da sie das öl
buchstäblich schon verspeist hat, ehe es ernste Umweltschäden anrichten kann.

+ + + + +

�1

I
I

Uli//en/chaft
und Technik
International Communication Agency
Embassy of the United States of America
7. Februar 1979

TOTALE SONNENFINSTERNIS ÜBER NORDAMERIKA
Wissenschaftler nutzen Gelegenheit für Naturexperimente in
der Plasmaforschung

- (AD) - Vom östlichen Pazifik in Höhe des US-Bundesstaates Oregon bis
nach Grönland wird der Schatten des Mondes wandern, wenn es am 26. Februar
1979 auf dem Nordteil des amerikanischen Kontinents zu einer totalen Sonnenfinsternis kommt. Es wird dort die letzte in diesem Jahrhundert sein - ein
Grund für Hunderte von Wissenschaftlern, das Naturereignis für zahlreiche
Messungen und Untersuchungen zu nutzen.
Der Sonnenkorona, dem äußersten Bereich der "Atmosphäre" der Sonne, gilt
das größte Interesse.

Eine totale Sonnenfinsternis ist die einzige Gelegen-

heit, sie von der Erde aus eingehend zu erforschen, auch wenn an den jeweiligen Standorten die dafür zur Verfügung stehende Zeit außerordentlich kurz
ist.

Die "National Science Foundation" (Bundesforschungsstiftung der USA)

koordiniert deshalb die einzelnen Vorhaben der amerikanischen Universitäten
und wissenschaftlichen Institute, damit innerhalb der Bahn des Mondschattenkegels, der sich mit einer Geschwindigkeit von 4820 km/Stunde von West nach
Ost über die Erdoberfläche bewegt, zu den verschiedenen Studienprojekten so
viele Daten wie nur irgend möglich gesammelt werden können.
Die

Postfach 20 03 0 0
D5300 Bonn 2

Tel: 02221-89 32 40
Telex:08-85432

�Die Sonne steht im Zenith, wenn die mehr als 300 km breite Kernschattenbahn die Stadt Brandon in der kanadischen Provinz Manitoba erreicht; die totale Verfinsterung dauert in diesem Gebiet am längsten, nämlich 2 Minuten,
50 Sekunden.

Prof. Pasachoff, Der Direktor des Hopkins-Observatoriums in

Williamstown (Massachusetts) wird dort mit einer Gruppe junger Wissenschaftler
versuchen, das infrarote Korona-Spektrum aufzunehmen.

Außerdem sollen die

Dichte des Gases und die Zahl von Elektronen pro Kubikzentimeter ermittelt
werden, was durch die Beobachtung eines bestimmten Eisenisotops möglich wird.
Infolge der hohen Temperatur der äußeren Sonnenatmosphäre (ca. 2,2 Millionen
Grad) hat dieses Isotop 12 der 26 Elektronen verloren, die jedes Atom normalerweise besitzt.

Von besonderem "technischem" Interesse ist die Form der in dem dünnen
Gas der Korona auftretenden Strukturen, denn diese werden vom solaren Magnetfeld gesteuert.

So ist für Dr. Jay M. Pasachoff die während der Sonnenfinster-

nis zu beobachtende Korona eine Art Großlabor zur Untersuchung von Vorgängen,
die die Technik beherrschen muß, wenn sie Fusionsreaktoren für die Energiegewinnung bauen will.

Prof. Harold Zirin vom CALTECH (California Institute of Technology in
Pasadena) wird das Großflächen-Radiointerferometer in der Nähe von Socoro
(New Mexico) zur Untersuchung von Radioemissionen der Sonne einsetzen.

Von

den 27 Parabolspiegeln (Durchmesser jeweils 25 m ) , die die Station bis zur
Fertigstellung im Jahr 1981 erhalten soll, sind zwar erst 17 in Betrieb. Aber
sie ermöglichen, zusammengeschaltet, bereits eine so hohe Meßgenauigkeit, daß
Zirin versuchen wird, während der von New Mexico aus zu beobachtenden partiellen
Sonnenfinsternis zu ermitteln.

Informationen über dieses Phänomen sind des-

halb wichtig, weil Sonnenflecken Funkverbindungen auf der Erde beeinträchtigen
können und vermutlich auch Klima und Wettergeschehen beeinflussen.

Weitere

Messungen sollen die Frage klären helfen, ob Radioemissionen vom Rand der
Sonne aus dem hohen Temperaturbereich stärker sind als von dem wesentlich
kühleren Sonnenzentrum.
Erst

- 2-

�Erst im Jahr 2024 hat der nordamerikanische Kontinent wieder eine
totale Sonnenfinsternis zu erwarten.

Die nächste ist für den 16. Februar

1980 errechnet und wird in Zentralafrika, Indien und China zu beobachten
sein.

- 3 -

�BERICHTIGUNG ZUM WIRTSCHAFTSBERICHT PRÄSIDENT CARTERS
Amerika Dienst (Information und Dokumentation) Nr. 5 vom 26. Januar 1979

Durch einen übermittlungsfehler ist auf S. 16 des Wirtschaftsberichts
Präsident Carters im ersten Absatz, dritter Satz, eine falsche Zahl angegeben.

Der Absatz muß richtig heißen:
"Diese politischen Entscheidungen begannen Ende 1978 Früchte zu

tragen.

Unsere Exporte wachsen heute rascher als die Binnenwirtschaft.

Das Warenhandelsdefizit ging von einer Jahresrate von 38 Milliarden
Dollar in der ersten Hälfte des vorigen Jahres auf etwa 32 Milliarden
Dollar in der zweiten Hälfte 1978 zurück.

+ + + + +

Die Verkleinerung ..." usw.

�</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </file>
  </fileContainer>
  <collection collectionId="4">
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="6534">
                <text>Dokumente</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </collection>
  <itemType itemTypeId="19">
    <name>Digitalisat</name>
    <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
  </itemType>
  <elementSetContainer>
    <elementSet elementSetId="1">
      <name>Dublin Core</name>
      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
      <elementContainer>
        <element elementId="40">
          <name>Date</name>
          <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="8381">
              <text>07.02.1979</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="51">
          <name>Type</name>
          <description>The nature or genre of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="8382">
              <text>Digitalisat</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="39">
          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="8383">
              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="50">
          <name>Title</name>
          <description>A name given to the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="14138">
              <text>Amerikadienst 07.02.1979</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="41">
          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="14139">
              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Carter begrüßt Stellvertretenden chinesischen Ministerpräsidenten&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Ansprachen Carters und Dengs in Washington -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erklärungen Carters und Dengs bei der Unterzeichnung der Abkommen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gemeinsames amerikanisch-chinesisches Pressekommunique&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Brown legt amerikanische Verteidigungsposition dar&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Auszüge aus dem Jahresbericht des US-Verteidigungsministers -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;SALT II und die europäische Sicherheit&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- von Senator Clairborne Pell -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Strauss: Welthandel wird vom Abschluss der Tokio-Runde profitieren&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Amerikas Chefunterhändler rechnet mit Schlussabkommen in Kürze -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Lieblingsspeise: Erdöl und Phosphate&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Totale Sonnenfinsternis über Nordamerika&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;5. Berichtigung zum Wirtschaftsbericht Präsident Carters&lt;/strong&gt;</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
      </elementContainer>
    </elementSet>
  </elementSetContainer>
</item>
