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                  <text>Information
und
Dokumentation

I

1

HaiHi

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2. November 1978
0=H=A=L=T

WIRTSCHAFT
Erklärung Carters zur Dollar-Stützung
- Wortlaut Blumenthal und Miller spezifizieren Maßnahmen zur Dollar-Stützung
- Wortlaut der gemeinsamen Erklärung Presseverlautbarung des Zentralbankrates zur Dollar-Stützung
- Wortlaut DOKUMENTATION
Carter legt Programm zur Bekämpfung der Inflation vor
- Wortlaut der Fernsehansprache vom 24. Oktober 1978 INFORMATION
Carter ernennt Alfred E. Kahn zum Leiter des Anti-Inflationsprogramms
Seignious und Earle Nachfolger von Warnke
HINTERGRUNDMATERIAL
Strengere Sicherheitsauflagen für die Schiffahrt
- Neues Gesetz gegen Ölverschmutzung und Tankerunfälle WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Neuartiger Windgenerator
Energiespeichern mit Kohlendioxid
Bluttest auf Krebs im Frühstadium

Um Ubcf/endun9 von
ßcIcgcMcmplaren wird
gebecen

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�Wift/choft
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2. November 1978

ERKLÄRUNG CARTERS ZUR DOLLAR-STÜTZUNG
- Wortlaut -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Jimmy Carter hat am 1. November 1978 eine
Erklärung zur Dollar-Stützung abgegeben, die folgenden Wortlaut hat:

In der letzten Woche habe ich meine Regierung auf ein ausgewogenes, konzertiertes und langfristiges Programm zur Bekämpfung der Inflation festgelegt.
Dieses Programm erfordert wirksame Maßnahmen, um die Stärke des Dollar zu gewährleisten.

Die grundlegenden Faktoren, die die Stärke des Dollar angehen, weisen in
die richtige Richtung.

Der Kongreß hat ein Energieprogramm verabschiedet; un-

ser Außenhandelsdefizit schrumpft; und vergangene Woche habe ich ein starkes
Programm zur Bekämpfung der Inflation vorgelegt.

Der anhaltende Verfall des

Kurswertes des Dollar ist fraglos angesichts der grundlegenden wirtschaftlichen
Situation nicht gerechtfertigt.

Dieser Verfall gefährdet den wirtschaftlichen

Fortschritt hier in den USA und im Ausland sowie den Erfolg unseres Programms
zur Bekämpfung der Inflation.

Als ein wesentlicher Schritt im Rahmen des Programms zur Bekämpfung der

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�der Inflation ist es jetzt notwendig, zu handeln, um dem übermäßigen Verfall
des Dollar in jüngster Zeit Einhalt zu gebieten.

Deshalb leiten das Finanz-

ministerium und der Zentralbankrat gemäß meinem Ersuchen, starke Maßnahmen zu
treffen, Schritte sowohl auf den heimischen als auch den internationalen Geldmärkten ein, um die Stärke des Dollar zu gewährleisten.
Die internationalen Komponenten dieses Programmes wurden in Verbindung
mit anderen Regierungen und Notenbanken der hierfür wichtigen Länder entwickelt,
und diese wollen zur Erreichung unserer gemeinsamen Ziele voll und ganz mit den
Vereinigten Staaten zusammenarbeiten.
Finanzminister Blumenthal und der Präsident des Zentralbankrates Miller
werden umgehend detaillierte Maßnahmen ankündigen.

+ + + + +

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Wirt/chaft
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2. November 1978

BLUMENTHAL UND MILLER SPEZIFIZIEREN MASSNAHMEN ZUR DOLLAR-STÜTZUNG
- Wortlaut der gemeinsamen Erklärung -

WASHINGTON - (AD) - Der amerikanische Finanzminister W. Michael Blumenthal
und der Vorsitzende des US-Bundeszentralbankrates G. William Miller kündigten
am 1. November 1978 in einer gemeinsamen Erklärung folgende Maßnahmen zur Stützung des Dollar an:
Der jüngsteAusschlag des Dollarkurses übertraf nicht nur jede Abwärtsbewegung, die in irgendeinem Zusammenhang mit grundlegenden Faktoren steht, sondern behindert zweifelsohne jeden Fortschritt in Richtung auf Preisstabilität
und verschlechtert das Klima für Investitionen und Wachstum. Der Zeitpunkt
ist gekommen, diese Entwicklung zu stoppen. Das Finanzministerium und der Zentralbankrat geben heute umfassende korrektive Aktionen bekannt.
Ober die inneren Maßnahmen des Zentralbankrates hinausgehend werden die
Vereinigten Staaten in Zusammenarbeit mit den Regierungen und Notenbanken Deutschlands und Japans sowie der Schweizerischen Nationalbank nachdrücklich und in koordinierter Weise mit den Beträgen intervenieren, die erforderlich sind, um die
Situation zu bessern.

Die Vereinigten Staaten bieten für Zwecke ihrer Beteili-

gung an der koordinierten Interventionstätigkeit auf dem Markt Geldmittel in

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�in Höhe von 30 Milliarden Dollar in den Währungen dieser drei Länder auf.
Darüber hinaus wird das Finanzministerium beginnend Dezember seine Goldverkäufe auf mindestens 1,5 Millionen Unzen pro Monat steigern.
Die Maßnahmen zur Mobilisierung von Devisen, die in dem beigefügten Anhang dargestellt werden, schließen ein:

die Inanspruchnahme der Tranche des

amerikanischen Zentralbanksystems im Internationalen Währungsfonds,wobei wir
für einen Teil derselben davon ausgehen, daß die Allgemeinen Kreditvorkehrungen
(General Arrangements to Borrow - GAB) aktiviert werden; den Verkauf von Sonderziehungsrechten; die Erweiterung der SWAP-Fazilitäten der Notenbanken; und
die Begebung von Anleihen in fremder Währung durch das US-Finanzministerium.
Die grundlegenden Wirtschaftsbedingungen und die Wachstumstrends in den
vier Ländern verändern sich in Richtung auf ein besseres internationales Gleichgewicht.

Das gibt einen besseren Rahmen für die Wiederherstellung stabilerer

Devisenmärkte und eine Korrektur der jüngsten übermäßigen Wechselkursschwankungen ab.

Anhang
A. Maßnahmen im Rahmen des Internationalen Währungsfonds.
1. Inanspruchnahme der Tranche des amerikanischen Zentralbanksystems:
3 Milliarden Dollar.
(Die Vereinigten Staaten können DM oder Yen im Gegenwert von zusammen
2 Milliarden Dollar unmittelbar in Anspruch nehmen.

Eine Inanspruchnahme des

Gegenwerts von zusätzlich einer Milliarde Dollar kann kurz darauf erfolgen,
für die eine Aktivierung der Allgemeinen Kreditvorkehrungen (GAB) ins Auge gefaßt ist.)
2. Verkauf von Sonderziehungsrechten:
2 Milliarden Dollar.
B. Maßnahmen

�B. Maßnahmen zur Aufstockung der SWAP-Kreditlinien des Zentralbanksystems.
1. Erhöhung der SWAP-Kreditlinien bei der Deutschen Bundesbank auf
6 Milliarden Dollar
2. Erhöhung der SWAP-Kreditlinie bei der Bank von Japan auf
5 Milliarden Dollar.
3. Erhöhung der SWAP-Kreditlinie bei der Schweizerischen Nationalbank auf
4 Milliarden Dollar.
C. Begebung von Anleihen in fremder Währung bis zur Höhe von 10 Milliarden
Dollar.
Insgesamt
30 Milliarden Dollar.
(Von diesem Gesamtbetrag wurden annähernd 1,8 Milliarden Dollar im Zuge
früherer Operationen aufgrund der SWAP-Kreditlinien des Zentralbanksystems in
Anspruch genommen; er schließt jedoch die SWAP-Fazilität des Finanzministeriums
bei der Deutschen Bundesbank aus.)

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2. November 1978

PRESSEVERLAUTBARUNG DES ZENTRALBANKRATES ZUR DOLLAR-STÜTZUNG
- Wortlaut -

WASHINGTON - (AD) - Der amerikanische Bundeszentralbankrat gab am 1.
November 1978 im Zusammenhang mit den geplanten Maßnahmen zur Stützung des
Dollar folgende Presseverlautbarung heraus:

Das Finanzministerium und der Bundeszentralbankrat kündigten heute Maßnahmen an, die darauf abzielen, den Dollar zu stärken und damit den anhaltenden inneren inflatorischen Pressionen entgegenzuwirken.

Der Zentralbankrat hat folgende spezifische Schritte angekündigt:

- Genehmigung einer einprozentigen Heraufsetzung des Diskontsatzes durch
die Bundeszentralbank New York von 8,5 auf 9,5 Prozent mit sofortiger Wirkung.
Der Diskontsatz ist der Zinssatz, den Mitgliedbanken des Zentralbanksystems
auf Geld zu bezahlen haben, das sie bei der für sie zuständigen DistriktsReservebank aufnehmen.

- Einführung einer über die derzeitige Hinterlegungspflicht der Mitgliedbanken hinausgehenden zusätzlichen Hinterlegungspflicht in Höhe von 2 Prozent

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�2 Prozent aller Termineinlagen in Höhe von 100 000 Dollar und darüber.
- Aufstockung der reziproken Devisenarrangements (SWAP) des Zentralbanksystems mit den Notenbanken Deutschlands, Japans und der Schweiz um 7,6 Milliarden Dollar auf 15 Milliarden Dollar und Aktivierung des SWAP-Arrangements
mit der Bank von Japan.

Die aufgrund dieser erweiterten Arrangements verfüg-

baren Devisen sollen zusammen mit anderen, dem Finanzministerium zur Verfügung stehenden Devisen im Rahmen des Programms einer nachhaltigen Intervention
auf den Devisenmärkten in Zusammenarbeit mit ausländischen Notenbanken dazu
benutzt werden, um den derzeitigen übermäßigen Wechselkursbewegungen Einhalt
zu gebieten.
- Die zusätzliche Hinterlegungspflicht gilt beginnend mit Donnerstag,
dem 2. November, für alle außenstehenden Termineinlagen der genannten Größenordnung, für die die Hinterlegung in spätestens zwei Wochen zu erfolgen hat.
Die bisherige Hinterlegungspflicht schwankt zwischen 1 Prozent für langfristige
Einlagen und 6 Prozent für auf weniger als 6 Monate befristete Einlagen.

Die

zusätzliche Hinterlegungspflicht in Höhe von 2 Prozent betrifft sämtliche
Termineinlagen dieser Größe unabhängig von deren Fälligkeit; sie bedeutet die
Hinterlegung von zusätzlich etwa 3 Milliarden Dollar.
- Die Hinterlegungspflicht wird dazu beitragen, die relativ rasche Expansion des Kreditgeschäfts der Banken in der jüngsten Zeit zu verlangsamen.
Sie wird ferner den Mitgliedbanken einen erhöhten Anreiz bieten, Geldmittel
im Ausland aufzunehmen und damit den Dollar durch Belebung der Dollarnachfrage
auf den Euro-Märkten zu stärken.
- Ein SWAP-Arrangement ist eine erneuerungsfähige kurzfristige Fazilität,
gemäß der sich eine Notenbank bereit erklärt, die Währung der anderen Partei
bis zur vereinbarten Höhe gegen eigene Währung einzutauschen. In allen reziproken
Währungsarrangements handelt die Reservebank von New York unter Anleitung des
Offenmarkt-Ausschusses des Zentralbanksystems federführend für das Zentralbanksystem. Die reziproken Währungsarrangements des Zentralbanksystems mit den

- 2 -

�0
den Notenbanken Deutschlands, Japans und der Schweiz beziffern sich gegenwärtig wie folgt:

Deutsche Bundesbank:

6 Milliarden Dollar; Bank von Japan:

5 Milliarden Dollar; und Schweizerische Nationalbank:

+ + + + +

4 Milliarden Dollar.

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2. November 1978

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CARTER LEGT PROGRAMM ZUR BEKÄMPFUNG DER INFLATION VOR
- Wortlaut der Fernsehansprache vom 24.Oktober 1978 -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Jimmy Carter hat am 24. Oktober 1978 in
einer Fernsehansprache sein Progranm zur Bekämpfung der Inflation erläutert.
Die Ansprache des Präsidenten hat folgenden Wortlaut:
Ich möchte heute abend mit Ihnen offen über unser ernstestes innenpolitisches Problem sprechen.

Dieses Problem ist die Inflation.

Die Inflation

kann wirtschaftliche Erfolge gefährden, die wir erzielt haben, und sie kann
dem im Wege stehen, was wir in der Zukunft zu erreichen wünschen.
Es handelt sich um eine seit langem bestehende Bedrohung.
Während der letzten zehn Jahre betrug die jährliche Inflationsrate durchschnittlich 6 1/2 Prozent, und in den drei Jahren vor meiner Amtsübernahme
hatte sie sich auf durchschnittlich 8 Prozent erhöht.
Die Inflation war deshalb, seit ich Präsident geworden bin, für mich ein
ernstes Problem.

Wir haben versucht, sie unter Kontrolle zu bringen, hatten

aber keinen Erfolg dabei.

Es ist jetzt für uns alle an der Zeit, größere und

koordiniertere Anstrengungen zu unternehmen.

w

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�Wenn die Inflation sich weiter verschlimmert, werden verschiedene Dinge
passieren.

Ihre (der Bürger) Kaufkraft wird sich weiterhin verringern, und

der größte Teil dieser Belastung wird von jenen getragen werden müssen, die
sich dies am wenigsten leisten können.
Schaden erleiden.

Unsere nationale Produktivität wird

Der Wert unseres Dollar im Welthandel wird weiter sinken.

Wir haben während der letzten 21 Monate gute Fortschritte dabei erzielt,
Arbeitsplätze für unsere Bevölkerung zu schaffen.

Wir haben mehr als sechs

Millionen neuer Stellen für den amerikanischen Arbeiter bereitgestellt.

Wir

haben die Arbeitslosenrate um etwa 25 Prozent gesenkt, und wir werden unsere
Bemühungen um einen Abbau der Arbeitslosigkeit insbesondere unter unseren jungen Menschen und den Minderheiten weiterhin

fortsetzen.

Ich muß Ihnen heute abend jedoch sagen, daß die Inflation diese Fortschritte gefährdet.

Wenn wir die Inflation nicht unter Kontrolle bekommen,

dann werden wir nicht in der Lage sein, die Arbeitslosigkeit weiterhin zu verringern, und möglicherweise machen wir dann sogar Rückschritte.
Die Inflation ist ganz ohne Frage ein ernstes Problem.

Welche Lösung

gibt es?
Ich weiß auch keine Antwort auf alle Fragen.

Niemand weiß sie.

Vielleicht gibt es überhaupt keine komplette und ausreichende Antwort,
aber ich möchte Sie wissen lassen, daß die Bekämpfung der Inflation während
der vor uns liegenden Monate ein zentrales Anliegen für mich sein wird, und
ich möchte an unsere Nation appellieren, sich mir in diesem Bemühen anzuschließen.
Es gibt zwei allzu einfache und vertraute Antworten, die manchmal angeboten werden - einfach, zu vertraut und zu extrem.

Eine dieser Antworten be-

stünde darin, seitens der Bundesregierung ein kompliziertes Schema von Lohnund Preiskontrollen über unser gesamtes freies Wirtschaftssystem zu verhängen.
Die
- 2 -

�Die andere würde eine bewußt herbeigeführte Rezession bedeuten, die Millionen von Menschen arbeitslos machen würde.
Beide Vorschläge würden zu keinem Erfolg führen und müssen daher abgelehnt werden.
Ich habe während der letzten Monate viele Stunden damit zugebracht, gemeinsam mit meinen eigenen Beratern und mit einer Reihe von Experten von außerhalb der Regierung jeden Vorschlag, jede Empfehlung und jede Möglichkeit für
eine Beseitigung der Inflation zu prüfen.
Dabei habe ich eines über jeden Zweifel hinaus gelernt, daß es nämlich
kein Patentrezept für die Lösung des Inflationsproblems gibt.
Was es allerdings gibt, ist eine Reihe von Teillösungen. Einige davon
werden Erfolg bringen, andere vielleicht nicht. Aber wir haben keine andere
Wahl, als die besten uns zur Verfügung stehenden Mittel und Wege zu benutzen
und weiterhin die Suche nach zusätzlichen Maßnahmen, die vielleicht wirksam sein
könnten, fortzusetzen.
Ich möchte heute abend mit Ihnen über einige der Mittel und Wege sprechen,
die wir entwickeln konnten.
Einige dieser Faktoren liegen im Bereich meiner Machtbefugnis als Präsident, vor allem was Maßnahmen der Regierung anbetrifft, und ich werde darauf
bestehen, daß die Regierung ihren Anteil an diesem Bemühen leistet.
Ob aber unsere Anstrengungen erfolgreich sein werden, wird letztlich genauso von Ihnen wie von mir abhängen.
Ihre Entscheidung, die Sie täglich an Ihrer Tankstelle, in Ihrem Kaufhaus,
in Ihrer beruflichen Tätigkeit oder auf Ihren Gewerkschaftsversammlungen treffen,
werden genauso entscheidend sein

für die Antwort unseres Landes auf die Infla-

tion, wie die Entscheidungen, die hier im Weißen Haus oder im Kapitol durch den
- 3 -

�den Kongreß getroffen werden.
Ich kann nicht garantieren, daß unsere gemeinsamen Anstrengungen Erfolg
haben werden.

Ja, es ist fast gewiß, daß sie keinen Erfolg haben werden, wenn

man unter Erfolg rasche oder dramatische Veränderungen versteht.

Jede freie

Regierung auf dieser Welt muß sich mit dem Problem der Inflation auseinandersetzen

und jede von ihnen weiß, daß eine langanhaltende Krankheit eine lang-

fristige Behandlung erfordert.

Es liegt bei uns, alle nur möglichen Verbes-

serungen zu erreichen, selbst wenn wir dabei einen teilweisen Fehlschlag riskieren, statt einen Fehl schlag mit Sicherheit in Kauf zu nehmen, weil wir überhaupt nichts versuchen.
Ich werde meine Anstrengungen auf die Regierung konzentrieren.

Wir alle

wissen, daß die Regierung nicht die einzige Ursache der Inflation ist.

Aber

sie ist eine der Ursachen, und die Regierung muß nun einmal ein Beispiel setzen.

Daher muß sie auch bei der fiskalischen Zurückhaltung die Führung er-

greifen.
- Wir werden die Regierungsausgaben niedrig halten, das Defizit im Staatshaushalt verringern und Verschwendung in der Regierung beseitigen.
- Wir werden einen teilweisen Einstellungsstop für den Bundesdienst verfügen und die Zahl der Bundesbediensteten verringern.
- Wir werden nutzlose Bestimmungen abschaffen.
- Wir werden unsere Wirtschaft wieder mehr unter das Zeichen des Wettbewerbs rücken.
- Und wir werden uns gegen jede weitere Senkung der Bundeseinkommenssteuern wenden, solange nicht überzeugende Aussichten dafür bestehen, daß wir
die Inflation in den Griff bekommen.
Lassen
- 4 -

�Lassen Sie mich erklären, was jeder dieser Schritte bedeutet.
Das Defizit der Bundesregierung ist zu hoch.

Unser Volk hat die ver-

schwenderischen Bundesausgaben sowie die Inflation, die damit verbunden ist,
einfach satt und ist ihrer müde.
Wir haben bereits einige Erfolge erzielt. Seit ich mich um das Präsidentenamt beworben habe, haben wir das Defizit um ein Drittel gesenkt - und zwar von
mehr als 66 Milliarden Dollar im Finanzjahr 1976 auf etwa 40 Milliarden Dollar
im Finanzjahr 1979; eine Verringerung von mehr als 25 Milliarden Dollar in
nur drei Jahren.
Es wird weiter gesenkt werden. Im nächsten Jahr plane ich bei einer
starken Zurückhaltung in den Bundesausgaben und einem zu erwartenden mäßigen
Wirtschaftswachstum, das Haushaltsdefizit um weniger als die Hälfte seit meiner
Bewerbung um das Präsidentenamt zu reduzieren, nämlich auf 30 Milliarden Dollar
oder weniger.
Die Regierung hat einen zu großen Anteil dessen, was unser Land produziert, ausgegeben. Während meines Wahlfeldzuges habe ich versprochen, den Regierungsanteil an unseren gesamten nationalen Ausgaben im Finanzjahr 1981 von
23 Prozent auf 21 Prozent zu kürzen.
Wir planen nunmehr, dieses Ziel bereits ein Jahr früher zu erreichen.
Der Abbau des Defizits macht schwierige und unangenehme Entscheidungen
erforderlich.
Wir werden in unserem Lande den Gürtel enger schnallen müssen.

Harte Ent-

scheidungen sind notwendig, wenn wir Konsequenzen vermeiden wollen, die noch
schlimmer sind.
Ich habe die feste Absicht, diese harten Entscheidungen zu treffen.

- 5 -

Ich

�Ich habe bereits mein Veto gegen Gesetzesvorlagen eingelegt, die unseren
Kampf gegen die Inflation unterminieren würden, und der Kongreß hat dieses
Veto nicht überstimmt.

Ich weiß, daß der Kongreß auch weiterhin in dem Be-

mühen mit mir zusammenarbeiten wird, unsere Aufgaben in verantwortungsbewußter,
nicht inflationsfordernder Weise zu erfüllen.

Ich werde von den

meinem Amte

zur Verfügung stehenden administrativen und haushaltsmäßigen Vollmachten, notfalls auch dem Veto-Recht, Gebrauch machen, um unser Land fest auf dem Kurs
der fiskalischen Zurückhaltung zu halten.
Zurückhaltung gilt für die Steuerpolitik genauso wie für die Ausgabenentscheidungen.

Eine Steuersenkung war politisch niemals populärer als heute.

Aber wenn zukünftige Steuersenkungen übereilt und ohne Berücksichtigung des
Haushaltsdefizits vorgenommen werden, dann werden sie uns allen Schaden, weil
sie nämlich eine größere Inflation hervorrufen.
Es gibt Steuersenkungen, die direkt die Kosten und Preise verringern und
zum Kampf gegen die Inflation beitragen könnten. Ich werde vielleicht Mittel
und Wege in Erwägung ziehen, um diese besonderen Steuern zu senken, während
gleichzeitig auch das Defizit im Haushalt gesenkt wird, aber solange wir keine
überzeugenden Aussichten auf eine Kontrolle der Inflation haben, werde ich
mich jeder weiteren Senkung der Bundeseinkommenssteuer widersetzen.
Um die Regierung in einem überschaubaren Größenverhältnis zu halten,
ordne ich heute abend eine Reduzierung bei der Einstellung von Bundesbediensteten an. Diese Anweisung bedeutet eine Senkung der Zahl der ständigen Bundesbediensteten, die haushaltsmäßig in diesem Finanzjahr bereits eingeplant sind,
um 10 000, und ich werde die Gesamtzahl der Bundesbediensteten verringern.
Ich habe bereits hinsichtlich der Gehaltserhöhungen für Bundesbedienstete
eine Obergrenze von 5,5 Prozent verfügt, und die höheren Angestellten und Beamten des Bundes werden überhaupt keine Gehaltserhöhungen erhalten.
Es genügt jedoch nicht, nur das Regierungsdefizit, die Ausgaben und die
- 6 -

�die Neueinstellungen zu kontrollieren.

Wir müssen auch die durch gewisse

Regierungsbestimmungen hervorgerufenen Kosten unter Kontrolle bringen.
Der Kongreß hat in den letzten Jahren eine Reihe richtungweisender Gesetze zur Verbesserung der Umwelt-

und Sozial Verhältnisse verabschiedet.

Wir müssen und wir werden den Fortschritt im Bemühen um den Schutz der Gesundheit und der Sicherheit des amerikanischen Volkes beibehalten.
Aber wir müssen auch uns darüber klar sein, daß alles seinen Preis fordert - und daß der Verbraucher letzten Endes die Rechnung bezahlen muß. Wo
Verordnungen notwendig sind, müssen sie auch wirksam sein. Wo sie die Inflation bekämpfen, sollten sie unterstützt werden.

Wo sie aber unnötig sind,

sollte man sie aufheben.
Zu Anfang dieses Jahres gab ich den Behörden des Bundes die Anweisung,
unnötige Verordnungen zu streichen und die Kosten und Vorzüge neuer Verordnungen zu analysieren.

Heute sind beispielsweise von dem Amt für Sicherheit

und Gesundheit am Arbeitsplatz nahezu eintausend unnötige Verordnungen aufgehoben worden.
Jetzt können wir auf diesem Fortschritt weiter aufbauen.
- Ich habe einem Rat der weisungsberechtigten Ämter und Behörden die Anweisung erteilt, die von ihnen erlassenen Verordnungen zu koordinieren, damit
jede Überschneidung und jeder Leerlauf vermieden wird.
- Als Wichtigstes wird der Rat ein einheitliches Verzeichnig aller geplanten wichtigen Verordnungen aufstellen.

Dieses Verzeichnis wird uns zum ersten-

mal eine umfassende Liste aller von der Bundesregierung geplanter Bestimmungen
zusammen mit ihren Kosten und den angestrebten Zielen an die Hand geben.
Ich werde als Präsident persönlich meine Autorität einsetzen, um sicherzustellen, daß solche Verordnungen nur erlassen werden, wenn sie notwendig sind,
und daß sie ihr Ziel zu einem Preis erreichen, der so gering wie möglich ist.
Wir

�Wir werden das Dickicht von Verordnungen beseitigen, das sich um uns
gebildet hat, und damit unserem System des freien Wettbewerbs die Chance
geben, an dem ihm zustehenden Platz zu gedeihen.
Im vorigen Jahr haben wir der Luftfahrtindustrie einen neuen Impuls für
den Wettbewerb gegeben.

Einige Verordnungen wurden aufgehoben.

Die Kräfte

des freien Marktes trieben die Preise herunter, die Zahl der Passagiere erreichte Rekordhöhen - und die Gewinne stiegen.

Das neue Gesetz über die Auf-

hebung von Vorschriften für Fluggesellschaften wird dafür sorgen, daß diese
Vorteile von Dauer sein werden.

Zum erstenmal seit Jahrzehnten haben wir

Aufsichtsbestimmungen für einen großen Industriezweig tatsächlich aufgehoben.
Im kommenden Jahr werden wir in Zusammenarbeit mit dem Kongreß darangehen, auch in anderen Industriezweigen, wie etwa im Güterverkehr auf Schiene
und Straße, mehr Wettbewerb zu schaffen.
Der Wettbewerb ist nämlich die stärkste all unserer Waffen gegen die
Inflation. Ohne echten Wettbewerb steigen Preise und Löhne - selbst wenn
die Nachfrage nachläßt.
Wir müssen daher darauf hinwirken, überall dort, wo es möglich ist, mehr
Wettbewerb zuzulassen, damit nächtige Gruppen - wie Regierung, Unternehmer,
Gewerkschaften - es sich zweimal überlegen müssen, ehe sie ihre wirtschaftliche Macht mißbrauchen.
Wir werden unsere Anstrengungen verdoppeln, um dem Wettbewerb wieder seinen Platz in unserem amerikanischen System der,freien Marktwirtschaft zu verschaffen.
Ein weiterer Grund für die Inflation ist das Nachlassen unseres Produktivitätszuwachses.

Eine leistungsstärkere Produktion ist wesentlich, wenn wir

die Inflation unter Kontrolle bekommen, amerikanische Erzeugnisse auf den
Weltmärkten wettbewerbsfähiger machen, neue Arbeitsplätze schaffen und das Real- 8 -

�Realeinkommen unserer Bevölkerung steigern wollen.
Einen Anfang zur Verbesserung unserer Produktivität haben wir gemacht.
Das vom Kongreß soeben verabschiedete Steuergesetz enthält viele der Investitionsanreize, die ich im vorigen Januar empfohlen hatte. Die Bundesförderung
von Forschung und Entwicklung - vor allem was die Grundlagenforschung betrifft - wird weiter verstärkt werden. Wir werden die Programme des Bundes,
die Produktivitätsverbesserungen im Bereich unserer gesamten Wirtschaft fördern, koordinieren und verstärken.
Die Anstrengungen der Regierung werden sich gegen die Inflation an der
Stelle richten, wo sie sich am schmerzlichsten auswirkt - die Inflation in
den wesentlichen Bereichen der Existenz: Ernährung, Wohnung und Gesundheit.
Wir werden in unserer Agrarpolitik weiterhin bestrebt sein, die Produktion
der landwirtschaftlichen Betriebe hochzuhalten, stabile Preise zu bewahren
und die Inflation zu dämpfen.
Steigende Zinssätze sind stets eine Begleiterscheinung der Inflation gewesen. Die Kosten für Betriebserweiterungen und die Preise, die der Verbraucher
für Häuser und Verbrauchsgüter zahlen muß, steigen durch sie weiter an.
Die Verantwortung für die Kontrolle der Inflation kann nicht allein auf
der Geldpolitik ruhen, die das Problem durch straffe Geld- und Kreditrestriktionen angehen muß, durch die die Zinssätze hochgetrieben werden.
Ich werde auf ein ausgewogenes, aufeinander abgestimmtes und kontinuierliches Programm hinarbeiten, bei dem straffe Zügelung des Haushalts, Maßhalten
bei Lohn- und Preisforderungen auf dem privaten Sektor und eine verantwortungsbewußte Geldpolitik einander unterstützen.
Wenn wir Erfolg haben, dürfen wir mit einer Senkung der Inflations- und
Zinssätze sowohl für die Verbraucher als auch für die Unternehmer rechnen.
Was
- 9 -

�Was die Gesundheitsfürsorge anbetrifft, wo die Kosten weitaus schneller
gestiegen sind als die allgemeine Inflationsrate, so besteht die für uns wichtigste Maßnahme in der Verabschiedung des Krankenhauskostendä'mpfungsgesetzes.
Der Senat hat es in diesem Jahr bereits verabschiedet.

Im kommenden Jahr

werde ich es erneut versuchen, und ich hoffe, daß beide Häuser des Kongresses
handeln werden, um die Krankenhauskosten zu dämpfen - wenn Ihre Vertreter im
Kongreß entsprechend von Ihnen hören.
Bis zum Januar, wenn der neue Kongreß zusammentritt, werde ich ein Paket
spezifischer Gesetzesvorlagen vorbereitet haben, die die Inflation bekämpfen
helfen sollen.
Die Regierung wird ihren Teil tun, aber in einem Land wie dem unseren
kann die Regierung allein die Aufgabe nicht lösen.

Letztlich wird Erfolg oder

Fehlschlag dieser Bemühungen auch davon ahängen, ob der private Sektor die freiwilligen Lohn- und Preisleitlinien, die ich heute abend ankündige, akzeptieren
und entsprechend handeln wird.
Es sind faire Leitlinien.

Es sind Normen, an die sich jeder halten kann.

Wenn wir uns an sie halten, dann werden sie den Preisanstieg dämpfen - so daß
die Löhne nicht mehr hinter den Preisen herjagen müssen, nur um auf der gleichen
Höhe zu bleiben.
Sie weisen außerdem den Weg zu einer schließlichen Überwindung der Inflation, indem sie den Druck beseitigen, der sie ausgelöst hat.
In den letzten zehn Jahren haben wir bei unseren Bemühungen, uns vor der
Inflation zu schützen, Verhaltensweisen und Gewohnheiten entwickelt, die die
Inflation - sobald sie erst einmal begonnen hat - eben gerade in Gang halten.
Die Gewerkschaften erheben weitreichende Tarifforderungen, weil sie damit rechnen, daß die Inflation anhält. Weil wir erwarten, daß es so kommt, tritt es
dann auch ein, und sobald die Dinge einmal in Gang gekommen sind, treiben

- 10 -

�treiben Löhne und Preise einander in die Höhe.
Es ist wie bei einer Menschenmenge im Fußbailstadion.wenn alle stehen.
Jeder würde genauso gut sehen, wenn sie alle sitzen würden - aber niemand
ist gewillt, sich als erster hinzusetzen.
Mit Ausnahme der Arbeiter in den niedrigsten Lohngruppen appelliere ich
an alle Beschäftigten in diesem Lande, ihre Gesamtlohnerhöhungen auf ein
Höchstmaß von sieben Prozent im Jahr zu begrenzen.

Von heute abend an sollte

jeder Tarifvertrag und jede gewährte Lohnerhöhung diesem Richtwert entsprechen.
Meine Preisbegrenzungen werden gleichermaßen strikt sein.

Unser Grund-

ziel für die gesamte Wirtschaft ist ein Preisanstieg von 5,75 Prozent.

Um

dieses Ziel zu erreichen, setze ich heute abend für jedes Unternehmen in
unserem Lande die Leitlinien, seine Preissteigerungen zumindest ein halbes
Prozent unter dem Durchschnitt der Jahre 1976 und 1977 zu halten.
Selbstverständlich müssen wir hierbei bereits eingegangene bindende Verpflichtungen in Rechnung stellen, die eine absolute Befolgung dieser Leitlinien verhindern.
Aber dieser Preisrichtwert liegt viel niedriger als die diesjährige
Inflationsrate, und was noch wichtiger ist, er ist niedriger als der Richtwert für Lohnerhöhungen.

Dieser Unterschied wird durch die wachsende Pro-

duktivität ausgeglichen, und dadurch kann das Einkommen des amerikanischen
Arbeiters von der Inflation nicht eingeholt werden.
Diesen Leitlinien kann jeder folgen.

Jeder!

Ich meine, daß es für kein

Unternehmen, keine Gewerkschaft, keinen Berufsstand, keinen Menschen in diesem Lande eine Entschuldigung gibt, sich nicht an diese Leitlinien zu halten.
Die Schwierigkeit mit einem Programm auf freiwilliger Grundlage besteht
darin, daß die Arbeitnehmer fürchten, daß sie, wenn sie sich an diese Leitlinien halten

- während andere es nicht tun - Nachteile hätten, falls die
- 11 -

�die Inflation anhält.
Um dieser Befürchtung zu begegnen, werde ich den Kongreß im Januar ersuchen, ein Programm zu verabschieden, das eine Steuerermäßigung für jene
Arbeitnehmer ermöglicht, die sich an die Leitlinien halten, falls die Inflationsrate mehr als sieben Prozent betragen sollte.

Mit anderen Worten,

sie hätten eine "echte Lohnversicherung" gegen eine Inflation, die von anderen verursacht würde.
Dies wird unseren Arbeitnehmern einen zusätzlichen Anreiz für die Befolgung dieses Programms bieten - und den einzigen legitimen Grund für eine
Verweigerung der Zusammenarbeit ausräumen.
Da es sich um keinen staatlichen Kontroll plan handelt, kann ich ein verantwortungsloses Unternehmen nicht darin hindern, seine Preise zu erhöhen,
oder eine selbstsüchtige Gruppe von Arbeitnehmern daran, ihre Macht auszunutzen, um

übersteigerte Löhne zu fordern.

Sollte das jedoch eintreten,

wird die Regierung entsprechend reagieren, indem sie ihre Möglichkeiten und
die öffentliche Meinung ins Spiel bringt.
Sobald sie die Preise steigern oder Lohnerhöhungen verlangen, die übersteigert sind, wird das Unternehmen oder die Gewerkschaft den Druck zu spüren
bekommen, den die Öffentlichkeit ausüben kann - durch eine neue Konkurrenz,
um die Preise zu senken, oder durch die Aufhebung von Schutzmaßnahmen und
Privilegien der Regelung, derer sie sich jetzt erfreuen.
Wir werden auch die 80 Milliarden Dollar, die die Regierung jährlich
für Beschaffungen der Privatindustrie aufwendet, besser nutzen. Wir müssen
kluge und umsichtige Käufer sein. Wenn die Kosten zu rasch ansteigen, dann
können wir die Käufe aufschieben - wie es jede Familie tun würde - oder uns an
einen anderen Lieferanten wenden. So werden wir beispielsweise in diesem Jahr
vielleicht keine Armada von Autos kaufen, wenn diese Autos zu teuer sind,
oder wir werden vielleicht unsere Einkäufe bei Lieferanten tätigen, die sich

- 12 -

�sich an unser Lohn- und Preisleitlinien halten, statt bei denen, die dies
nicht tun.
Wir werden verlangen, daß diejenigen Firmen, die der Regierung Güterund Dienstleistungen liefern, nachweisen, daß sie sich an die Lohn- und Preisleitlinien halten. Wir werden innerhalb gesetzlicher Grenzen alle Anstrengungen machen, um denjenigen Firmen Regierungsaufträge zu verweigern, die unseren Lohn- und Preisleitlinien nicht folgen.
Wir werden unsere Kaufkraft effektiver einsetzen, um eine Zurückhaltung
bei den Preisen und den Wettbewerb Wirklichkeit werden zu lassen.
Die Regierung gewährt gegenwärtig vielen Teilen der Privatwirtschaft
wirtschaftliche Privilegien - Sonderrechte, geschützte Löhne und Preise,
Subventionen, Schutz vor ausländischem Wettbewerb. Sollten Löhne und Preise
in einigen Industriezweigen zu rasch wachsen, dann werden wir das als ein Zeichen dafür betrachten, daß diese Privilegien nicht mehr notwendig sind und
daß dieser Schutz aufgehoben werden sollte.
Wir werden sicherstellen, daß kein Zweig unserer Wirtschaft seine besonderen Privilegien oder seine konzentrierte Macht benutzen kann, um die
übrigen zu schikanieren.
Die Mittel und Wege, die ich heute aufgezeigt habe, werden der Inflation
kein Ende setzen. Sie verbessern lediglich unsere Chancen, die Dinge zum
Besseren statt zum Schlechteren zu gestalten.
Ich möchte noch einmal das Programm zusammenfassen, das ich heute abend
verkündete.
- Wir werden das Haushaltsdefizit senken.
- Wir werden das Einstellungsprogramm des Bundes beschneiden und
die Zahl der Bundesbediensteten verringern.
- Wir
- 13 -

�- Wir werden bei den Bundesausgaben Zurückhaltung üben.
- Wir werden weitere Steuersenkungen hinausschieben.
- Wir werden nutzlose Bestimmungen abschaffen.
- Wir werden die Bundespolitik benutzen, um zu einem stärkeren Wettbewerb anzuregen.
- Wir werden spezifische Leitlinien sowohl für Löhne und Preise in der
ganzen Wirtschaft festsetzen.
- Wir werden alle zu unserer Verfügung stehenden Kräfte einsetzen, um
diesem Programm zu einem Erfolg zu verhelfen.
- Und wir werden dem Kongreß im kommenden Januar neue Vorschläge zur Bekämpfung der Inflation unterbreiten, einschließlich der Empfehlung für eine
echte Lohnversicherung, von der ich heute abend gesprochen habe.
Ich habe wiederholt erklärt, daß diese Maßnahmen hart sein werden - und
sie sind es tatsächlich.

Ich habe aber auch gesagt, daß sie fair sein werden

- und sie sind es tatsächlich.

Sie treffen in gleicher Weise alle Gruppen.

Aber sie geben uns allen die gleiche Chance, Fortschritte zu erzielen.
Und diese Vorschläge, die uns eine Chance bieten, verdienen es, daß sie
diese Chance erhalten.

Wenn man sie heute oder nächste Woche oder im nächsten

Monat ins Lächerliche zieht, sie zerfetzt, bevor sie die Chance hatten, sich
als erfolgreich zu erweisen, dann wird man die Chancen eines Erfolges von Anfang an vermindert haben.
Diese Maßnahmen können erfolgreich sein, aber das braucht Zeit, und Sie
sind diejenigen, die ihnen diese Zeit geben können.

Wenn ich heute abend

jeden Amerikaner um eines bitte, dann ist es, daß man diesem Programm eine
Chance gibt - eine Chance, für uns alle erfolgreich zu sein.
Sie können dazu beitragen, daß diese Chance geboten wird, indem Sie
Ihren Einfluß ausüben.
Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssen wissen, daß Sie als Bürger keine
vernatwortungslosen Preis- und Lohnerhöhungen hinnehmen werden.
- 14 -

Die von

�von Ihnen gewählten Vertreter im Kongreß müssen wissen, wie Sie als Bürger
denken, wenn sie schwierige Entscheidungen treffen.
Zu häufig hören sie nur diejenigen Stimmen, die Sonderinteressen vertreten und ihre eigenen engen Zielsetzungen unterstützen.

Wenn Sie wollen,

daß die Regierungsvertreter die Inflation eindämmen, dann müssen Sie sicherstellen, daß man Ihre Stimme überall hört •
Ich habe Ihre Stimme mit unmißverständlicher Deutlichkeit vernommen.
Vor etwa 40 Jahren, als die Welt gespannt aufblickte, ob sein Land überleben würde, trat Winston Churchill mit allem Nachdruck jenen entgegen, die
glaubten, Großbritannien würde sich der Nazi-Bedrohung beugen. Churchill
fragte damals seine Landsleute: "Was glauben die denn, wer wir eigentlich
sind?"
Es gibt heute Leute, die sagen, daß eine freie Wirtschaft die Inflation
nicht in den Griff bekommen könne und daß wir die Fähigkeit verloren hätten,
als Nation zu handeln statt als Kollektiv besonderer Interessen. Und ich
erwidere darauf: "Was glauben die denn, wer wir eigentlich sind?"
Ich glaube, daß unser Volk, unser wirtschaftliches System und unsere
Regierung dieser Aufgabe gewachsen sind.
spiel mir recht geben. ,

+ + + + +

- 15 -

Ich hoffe, daß Sie durch Ihr Bei-

�1

1
I

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^

Information
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2. November 1978

26

CARTER ERNENNT ALFRED E. KAHN ZUM LEITER DES ANTI-INFLATIONSPROGRAMMS

WASHINGTON - (AD) - Präsident Jimmy Carter hat am 24. Oktober 1978 den
bisherigen Chef des Bundesamtes für Zivilluftfahrt, Alfred E. Kahn, zum Leiter
seines Anti-Inflationsprogramms ernannt.
Kahn, ein prominenter amerikanischer Wirtschaftler und ehemaliger Direktor
der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät an der Cornell-Universität. wird
sein neues Amt als Leiter des Rates für Lohn- und Preisstabilität unverzüglich
übernehmen. Er löst Botschafter Robert Strauss ab, der sein Amt als Sonderbeauftragter des amerikanischen Präsidenten für Handelsverhandlungen weiterhin
beibehält.
Stellvertretender Direktor des Rates bleibt Barry Bosworth.
Präsident Carter bezeichnete Kahn bei der Bekanntgabe seiner Ernennung
als "meinen neuen Partner bei der Kontrolle der Inflation in diesem Lande" und
sagte, daß sie zusammen darauf hinarbeiten würden, daß die Reaktion Amerikas
auf die Inflation "wirksam" und "flexibel" ist.
Kahn

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D 5 3 0 0 Bonn 2

Tel: 0 2 2 2 1 - 8 9 32 4 0
Telex:08-85432

�Kahn erklärte vor der Presse, daß er sein neues Amt übernehme, weil er
davon überzeugt sei, daß die vom Präsidenten in seinem Plan aufgestellten
Lohn- und Preis-Leitlinien im Verein mit einer straffen Zügelung der Bundesausgaben und einer Durchforstung der inflationsfördernden Bestimmungen der
Bundesdienststellen "der einzig richtige Weg ist, der unbedingt zum Erfolg
führen muß."

+ + + + +

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2 31

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2. November 1978

26

SEIGNIOUS UND EARLE NACHFOLGER VON WARNKE

WASHINGTON - (AD) - Präsident Jimmy Carter hat den Generalleutnant
d.R. George M. Seignious zum Nachfolger von Paul Warnke als Direktor des
Amtes für Rüstungskontrolle und Abrüstung (ACDA) und den Stellvertretenden
Leiter der amerikanischen Delegation bei den Verhandlungen über die Begrenzung der strategischen Rüstungen (SALT) Ralph Earle II zum Nachfolger
Warnkes als Delegationsleiter nominiert.
Das Weiße Haus gab die Nominierung von Seignious, der bisher der
SALT-Delegation als Sonderberater angehört hatte, am 20. Oktober 1978
bekannt.
General Seignious wurde am 21. Juni 1921 in Orangeburg in South
Carolina geboren und absolvierte 1942 die Citadel-Kriegsschule als Leutnant.
Er war mit der 10. Panzerdivision in Europa im Einsatz und war zuletzt als
Stabsoffizier tätig. Er hatte verschiedene wichtige Posten im amerikanischen
Verteidigungsministerium inne und war Militärberater von Gouverneur Harriman
und Botschafter Vance bei den Vietnamverhandlungen in Paris.
Von 1971

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�Von 1971 bis 1972 war Seignioüs Stellvertretender Unterstaatssekretär
für Sicherheitshilfe und Direktor des Amtes für Sicherheitshilfe im Verteidigungsministerium und anschließend bis 1974 Leiter des Gemeinsamen
Stabes der Stabschefs der US-Streitkräfte.

Im Jahre 1974 trat er in den

Ruhestand.
Ralph Earle II, dessen Ernennung am 26. Oktober 1978 bekanntgegeben
wurde, war seit Mai 1977 der Vertreter Warnkes bei den SALT-Verhandlungen
gewesen.
Earle wurde am 26. September 1928 in Bryn Mawr in Pennsylvania geboren
und studierte bis 1955 Jura an der Harvard-Universität. Von 1950-52 diente
er in der amerikanischen Armee und praktizierte vom 1956 bis zu seinem Eintritt in den Regierungsdienst im Jahre 1968 als Anwalt in Philadelphia.
Er gilt als Fachmann für Fragen der internationalen Sicherheit.
Beide Ernennungen bedürfen noch der Bestätigung durch den amerikanischen
Senat, der im Januar nächsten Jahres wieder zusammentritt.

�2. November 1978

26

STRENGERE SICHERHEITSAUFLAGEN FÜR DIE SCHIFFAHRT
Neues Gesetz gegen Ölverschmutzung und Tankerunfä'lle -

WASHINGTON - (AD) - Mit der Unterzeichnung durch Präsident Carter hat
eine vom amerikanischen Kongreß gebilligte Vorlage Gesetzeskraft erlangt, die
die Ölverschmutzung auf See und in Hafengebieten eindämmen und Tankerunfälle
im Bereich der Küstengewässer der Vereinigten Staaten weitgehend unterbinden
soll. Das "Gesetz von 1978 über Häfen- und Tankersicherheit" enthält wesentlich striktere Auflagen als frühere Bestimmungen und erweitert den Kompetenzbereich der US-Küstenwacht. Wie John M. Murphy, der Vorsitzende des Repräsentantenhaus-Ausschusses für die Handelsmarine und das Fischereiwesen, erklärte,
sollen dadurch amerikanische Häfen und Wasserwege geschützt werden. Gleichzeitig soll es Erfordernisse für das von den USA und internationalen Gremien
angestrebte Ziel erfüllen, die hohe See und Küstengebiete vor Umweltschäden
zu bewahren, die gestrandete und auseinanderbrechende öltanker verursachen.
Mehrere schwere Tankerunfälle hatten den amerikanischen Kongreß veranlaßt, die Gesetzesvorlage zügig zu behandeln.

Dazu zählen vor allem der Fall

des liberianischen Tankers "Argo Merchant", der im Jahr 1976 vor der Küste von
Massachusetts auf Grund lief, auseinanderbrach und das Meer mit 30 000 Tonnen
öl verseuchte, ferner die Katastrophe für die Küsten der Bretagne nach dem
Stranden der "Amoco Cadiz" und die Explosion auf der "Sansinena" bei Long

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�Long Beach (Kalifornien).

Auch zeigte sich der Gesetzgeber besorgt über mög-

liche Auswirkungen des Tankerverkehrs in amerikanischen Häfen angesichts der
steigenden Nachfrage nach ausländischem öl. Gegenwärtig laufen pro Tag etwa
35 Tanker mit insgesamt über 1 Million Tonnen Rohöl Häfen der USA an.
Das neue Gesetz schreibt eine strengere Kontrolle des Schiffsverkehrs
vor und verlangt, daß die Tanker zur Verhinderung von Kollisionen und anderen
Unfällen mit elektronischen Hilfsmitteln für die Steuerung ausgerüstet werden.
Das routinemäßige Ablassen von öl bei Reinigungsarbeiten an Tanks soll eingeschränkt werden.

Etwa 85 Prozent der öl Verseuchung der Meere sind auf öl-

haltiges Spillwasser zurückzuführen.

Alles in allem enthält das Gesetz über

Häfen- und Tankersicherheit ähnliche Bestimmungen wie das Londoner Protokoll
von 1978 für die Internationale Konvention gegen die Meeresverschmutzung.

Die

Zwischenstaatliche Beratende Kommission für die Seeschiffahrt (IMCO) mit ihren
62 Mitgliedstaaten, von der das Londoner Protokoll ausgearbeitet wurde, konzentriert sich ebenfalls darauf, schwere Unfälle auf See mit den daraus erwachsenden massiven Schäden für "unseren künftigen Brotkorb, die Meere", wie
es John Murphy formulierte, zu verringern.
Die Vereinigten Staaten werden sich auf solchen internationalen Konferenzen auch künftig für strenge Vorschriften einsetzen. Umgekehrt wurden
zahlreiche Richtwerte, die die IMCO im Februar und Juli 1978 für Tankersicherheit und Ausrüstungen annahm, in das amerikanische Gesetz übernommen. Während jedoch die IMCO-Vorschriften nur für Tanker von 40 000 und mehr Nettoregistertonnen gelten, besagt das amerikanische Gesetz, daß von 1986 an auch
alle 15 Jahre alten Schiffe mit einer Frachtkapazität von 20 000 bis 40 000
Tonnen einzubeziehen seien. Außerdem bietet das Gesetz die Grundlage für
andere wichtige Sicherheitsvorschriften:
(1) Die Kompetenzen der amerikanischen Küstenwacht werden erweitert,
um auch außerhalb der US-Hoheitsgewässer Dienstleistungen für den
Schiffsverkehr zu erbringen.
(2) Der

- 2 -

�(2) Der Verkehrsminister kann die Weiterfahrt von Schiffen unterbinden,
wenn durch sie Gesetze oder Vorschriften verletzt werden.
(3) Es werden Mindestnormen für Schiffe und die Qualifikation ihrer Besatzungen festgesetzt.
(4) Für das Anlaufen amerikanischer Häfen und für von dort auslaufende
Schiffe werden sichere Routen festgelegt.
(5) Das nationale Inspektionsprogramm wird erweitert, um die Einhaltung
der Vorschriften zu gewährleisten und entsprechende Kontroll Zertifikate auszustellen.
(6) Es wird ein Informations-Datensystem über die Sicherheit der Schifffahrt in amerikanischen Gewässern geschaffen.
(7)

Die Vorschriften müssen mit Bundes-, Staats- und Kommunalbehörden
abgesprochen werden.

+ + + + +

- 3 -

�UUi//cn/choft

I 3

und Technik

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2. November 1978

26

NEUARTIGER WINDGENERATOR

- (AD) - Einen neuen Windgenerator-Typ für die Umwandlung von Windkraft
in elektrische oder mechanische Energie will die McDonnell Douglas Corporation
in St. Louis, Missouri, bauen. Mit einem Zuschuß von 1,5 Millionen Dollar des
amerikanischen Energieministeriums konstruieren Ingenieure des Unternehmens
einen sogenannten Girogenerator (abgekürzt von "cyclogiro windmill"), der eine
elektrische Leistung von 40 Kilowatt haben wird. Das würde ausreichen, um 16
Wohnhäuser mit Strom zu versorgen.
Im Gegensatz zu den bisher üblichen Windgeneratoren sind die Blätter senkrecht angeordnet und routieren an einem Flügelgestell um eine vertikale zentrale
Achse. Bei dieser Anordnung können, ohne daß größere Veränderungen vorgenommen
werden müssen, Winde aus jeder Richtung genutzt werden. Nach Ansicht der Konstrukteure ist der Girogenerator mit geringeren Mitteln zu erstellen als ein
herkömmlicher Windgenerator entsprechender Leistung. Er kann auch gegen Beschädigungen durch Sturm besser geschützt werden, weil man in einem solchen
Fall die Blätter so lockert, daß sie dem Wind nachgeben können und die Belastung
auf ein Minimum verringert wird.

Der

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RCM«l:füfliW

Tel: 02221-89 32 4 0
lex:08-85432

�Der Prototyp des Girogenerators ist 27 m hoch.

Er besteht aus einem 18 m

hohen Stahlgerüst, auf dem das 9 m hohe dreiflügelige Gestell mit den vertikalen
Rotoblättern an einer zentralen Achse montiert ist, sowie aus einem Elektrogenerator.

Versuchsanordnungen wurden bereits im Freien und im Windkanal getestet.

Ende 1979 soll die Prototyp-Anlage auf der Teststation für kleine Konversionssysteme für Windenergie, die das amerikanische Energieministerium in Rocky Fiats
(Colorado) unterhält, in Betrieb gehen.

Der Regierungszuschuß für das Projekt

wurde im Rahmen des Programms für Anwendungen in Farmbetrieben und ländlichen
Gebieten gewährt.

Dieses Programm soll neue technische Entwicklungen, insbe-

sondere die Schaffung zuverlässiger und rentabler Windenergie-Systeme für einen
weiten Anwendungsbereich fördern.

Eine Anwendungsmöglichkeit wäre z.B. künst-

liche Bewässerung mit Wasser aus tiefen Brunnen.

Im Gebiet der Großen Ebenen

setzen die Farmer in vielen Fällen künstliche Bewässerung ein.
der Pumpen sind sie meist auf Erdgas angewiesen.

Für den Betrieb

Der Girogenerator könnte mit

seinen 40 kW Leistung außerdem kleine, abgelegene Siedlungen in Gebirgsgegenden,
auf Inseln oder in Küstenregionen, wo immer Wind weht, mit Strom versorgen.

+ + + + +

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UJiz/cn/choft
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26

2. November 1978

ENERGIESPEICHERN MIT KOHLENDIOXID

- (AD) - Das Speichern von Energie kann zu einem wichtigen Faktor für die
Lösung der Energiekrise werden. Es gibt bereits eine Reihe von Vorschlägen,
auch für den Einsatz von chemischen Substanzen für diesen Zweck. Drei amerikanische Forscher vom Laboratorium der RCA (Radio Corporation of America) in
Princeton (New Jersey) verwiesen kürzlich auf die Möglichkeit der Anwendung
einfacher physiko-chemischer Reaktionen für die Speicherung elektrischer Energie, die von Solarzellen oder Windgeneratoren erzeugt wird.
Richard Williams, Richard Crandall und Allen Bloom schlagen vor, Überschußstrom, der während sehr sonniger Perioden oder bei anhaltendem Wind erzeugt und zunächst nicht gebraucht wird, an Elektroden in einem Wasserbad
weiterzuleiten.

In das Wasser, das sich unter der Stromeinwirkung in Wasser-

stoff und Sauerstoff zersetzt, wird Kohlendioxid (C0 2 ) eingeblasen.

Der frei-

werdende Wasserstoff verbindet sich mit C0 2 -Gas zu Ameisensäure.
Diese ist nicht nur ein wichtiger Rohstoff und vielseitig verwendbar,
sondern sie kann auch in Tanks gelagert oder in Pipelines ähnlich wie die Erdölprodukte transportiert werden. Ameisensäure könnte nach Meinung der drei
Wissenschaftler z.B. Benzin für den Betrieb von Verbrennungskraftmaschinen er-

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Tel: 02221-89 32 40
Telex:08-85432

�ersetzen.

Man könnte sie außerdem nach Bedarf in Brennstoffzellen für die

Erzeugung von elektrischem Strom benutzen.

Langfristig gesehen böte diese

Konzeption eine Möglichkeit zur Verwertung des CCL in der industriellen Abluft, das gegenwärtig zum größten Teil in die Atmosphäre entweicht und die Erdatmosphäre immer stärker mit Kohlendioxid anreichert.

Dies aber hat unerwünsch-

te, in ihrem Umfang noch gar nicht überschaubare Auswirkungen auf die Tempera-»
turen und das Klima an der Erdoberfläche.

+ + + + +

�1
I

Uli//cn/chof(
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2. November 1978

26

BLUTTEST AUF KREBS IM FRÜHSTADIUM

- (AD) - Forscher am Wissenschaftlichen Laboratorium von Los Alamos
(LASL) in Neu Mexiko, das der Universität von Kalifornien angeschlossen ist,
haben neuartige Bluttests zur Krebsfrüherkennung entwickelt.

Sie basieren auf

der Beobachtung, daß bei Krebs das natürliche Abwehrsystem des Körpers mit
dem Einsatz von T(Thymus)-Lymphozyten versagt bzw. nicht ausreichend funktionsfähig ist.

Normalerweise steuern diese Zellen die Abwehr von Infektionen

verschiedener Ursachen und vernichten körperfremde Gewebe

sowie Krebszellen.

Die Thymusdrüse, bei deren Passage gewöhnliche Lymphzellen mit dieser Eigenschaft ausgestattet werden, zählt zu den primären Immunitätsorganen des Körpers.
Dr. Richard Gross (LASL) hatte während seiner schon Jahre zurückliegenden
Tätigkeit im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Ostafrika entdeckt,
daß ein direkter Zusammenhang zwischen der T-Lymphozyten-Aktivität und dem
Krankheitsverlauf bei Kindern und Jugendlichen besteht, die von einer bestimmten Form von Lymphsarkom, dem sog. Burkitt-Tumor, befallen waren.

(Diese

Krebserkrankung tritt dort relativ häufig auf und gab schon vor Jahren zu der
Vermutung Anlaß, daß auch Viren als Krebsursache in Frage kommen könnten.)
"In jedem Fall waren", so Gross, "mit fortschreitender Krankheit die T-Lymphozyten unterdrückt, d.h. inaktiv, nahmen aber ihre Funktion wieder auf, wenn

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�wenn der Tumor behandelt wurde und sich zurückbildete."

Den Nachweis führte

er mit dem von dem Südafrikaner Dr. Peter Brain entwickelten Rosetten-Inhibitionstest, der zuverlässig Veränderungen in der Aktivität der malignen Prozesse anzeigte.
Am Massachusetts General Hospital in Boston, wo Gross nach der Rückkehr
aus Afrika arbeitete, benutzte er dieses inzwischen verfeinerte Verfahren, um
maligne Prozesse bei Patienten mit großer Treffsicherheit vorherzusagen, bei
denen Röntgenaufnahmen vom Brustkorb gewisse Anomalien aufwiesen.

Zusammen

mit dem Tiermediziner Dr. David Smith (LASL) entwickelte Robert Gross ein Modell zur Erfassung von Immunfunktionen bei Tieren.

Die Wissenschaftler konn-

ten dieses Verfahren inzwischen so weit vervollkommnen, daß damit zuverlässige
Aussagen über das Vorliegen maligner Prozesse im tierischen und menschlichen
Organismus möglich geworden sind.
Die Empfindlichkeit der Methode zeigte sich bei einer Studie, die Gross
und Smith gemeinsam mit Dr. Geno Saccamanno vom St. Mary-Krankenhaus in Grand
Junction (Colorado) durchführten. Dr. Saccamanno, der schon seit 30 Jahren
Bergarbeiter der Uranminen von Colorado betreut, leistete Pionierarbeit in
der Beobachtung und Interpretation von Zell Veränderungen als Indikator für
Krebserkrankungen. Er entwickelte den heute allgemein üblichen Sputum-Test
als Diagnosehilfe für Lungenkrebs.
Wie Dr. Smith in diesem Zusammenhang erklärte, sind dabei aufgedeckte
Zell Veränderungen nicht automatisch gleichbedeutend damit, daß es bei dem Patienten zur Entwicklung von Krebs kommt. Deshalb sei es so wichtig, herauszufinden, weshalb die einen an Lungenkrebs erkranken, die anderen jedoch immun
bleiben. Der LASL-Bluttest wird gegenwärtig am St. MaryKrankenhaus von Grand
Junction erprobt, um eine mögliche Krebsgefährdung von Uran-Bergarbeitern so
früh wie nur irgend möglich zu entdecken. Die bisher erzielten Ergebnisse haben großes Interesse bei der Industrie in verschiedenen anderen westlichen
Bundesstaaten der USA gefunden, wo der Bergbau ein bedeutsamer Wirtschaftsfaktor ist und berufsbedingte Lungenerkrankungen häufiger sind als bei der ameri- 2 -

�amerikanischen Bevölkerung im allgemeinen.
Die Wissenschaftler von LASL sind überzeugt, daß die immunologischen Reaktionstests geeignet sind, Personen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko ausfindig
zu machen, noch ehe andere Symptome überhaupt in Erscheinung treten.

Mit um-

fassenden klinischen Untersuchungen, bei denen Umweltfaktoren, Gewohnheiten,
familiär bedingte Anfälligkeit und bereits durchgemachte Erkrankungen unter die
Lupe genommen werden, müßte es dann möglich sein, dem Krebs auf die Spur zu
kommen und ihn zu lokalisieren.

So könnte beispielsweise auch die Entwicklung

von Krebs im Magen-Darm-Trakt sowie Brustkrebs frühzeitig genug erfaßt werden,
um erfolgreich dagegen anzugehen.
Dr. Gross und Mitarbeiter glauben, daß der Test schon in wenigen Jahren
Teil routinemäßig vorgenommener immunologischer Untersuchungen sein wird, die
vor allem der Krebsfrüherkennung und der Überwachung von Patienten gelten,
die gegen Krebs behandelt werden oder bei denen die Behandlung schon mit Erfolg
abgeschlossen werden konnte. Eine wichtige Frage stehe allerdings noch offen
- die Frage nämlich, wann die Änderung der Immunitätslage eintritt. Man weiß
noch nicht, ob Zell Veränderungen, die zur Krebsentwicklung führen, für die
Unterdrückung der T-Lymphozyten-Aktivität verantwortlich sind, oder ob primär
die T-Zellen-Aktivität aus irgend einem Grunde zusammenbricht und dem Krebs
freie Bahn gibt.

+ + + + +

- 3 -

�</text>
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